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Mittwoch, heu 25. Januar

Nr. 333. Zur Berakkordirung der Fonrage für die Pferde der zu Schlüchtern, Steinau und Sterbfritz stationirten berittenen Gendarmen für das Etatsjahr vom 1. April 1888 bis 31 März 1889 ist Termin auf Dienstag, den 31. Januar 1 888, Vor­mittags 10 Uhr, in dem Bureau des Landraths­amts hierselbst anberaumt worden, wozu Akkordlustige eingeladen werden.

Schlüchtern, den 16. Januar 1888.

___Der Königliche Landrath: Roth.

Nach Beschluß des Bundesraths findet, wie in den letzten Jahren, in der 2. Hälfte des Monats Februar 1888 eine Ermittelung des Ernteertrages für 1887 statt, welche den Zweck erfolgt, durch direkte Umfragen möglichst zuverlässige Angaben über die im Jahre 1887 wirklich geerntete Menge an Bodeuprodukten zu ge winnen. Die bei den gleichen Aufnahmen in den jüngst verflossenen Jahren ausgesprochene Hoffnung, daß sach­kundige Männer, namentlich Mitglieder der landwirth- schaftlichen Vereine, sich bereit finden würden, durch ihre Erfahrungen und Ortskenntnisse die angcvrdnetcn Ermittelungen nach Kräften zu fördern und auf einen möglichst hohen Grad der Zuverlässigkeit zu erheben, ist erfreulicher Weise nicht getäuscht worden. Dies be­rechtigt zu der Erwartung, daß auch bei den Ermit­telungen der diesjährigen Ernte-Ergebnisse sowohl Mit­

glieder der gedachten Vereine, als auch sonstige sachkundige und erfahrene Männer ihre thatkräftige Mitwirkung in den Schätzungskommissionen nicht versagen werden.

Cassel, am 14. Dezember 1887.

Der Regierungspräsident. (gez.): Rothe.

Nr. 417. Vorstehende Bekanntmachung wird zur Beachtung hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

Zum Zwecke der Ermittelung des Ernteergebnisses für das Jahr 1887 werden den Herren Bürgermeistern und Gutsvorstehern des Kreises in Kürze folgende For­mulare zngehcn:

1) Formular B in je 2 Exemplaren, versehen mit den handschriftlichen Angaben des vorjährigen Ernteergebnisses und der Anbauflächen, sowie zur Aufzeichnung der in diesem Jahre 1888 etwa verkommenden Hagelwetter.

2) Für jeden Gemeinde- resp. Gutsbezirk ein Notiz­blatt.

Indem ich die Herren Bürgermeister rc. des Kreises auf die den Formularen B. vorgedruckte Anleitung Hin­weise, und die sorgfältige Beachtung derselben ancnp pfehle, bemerke ich, daß das erste Exemplar des Formu­lars B. zurückbehalten, das auf Grund der Einträge des ersten angefertigte zweite Exemplar des Formulars B

unterschriftlich vollzogen, aber an mich zu den vorge- schriebenen Terminen bis spätestens den 1. März d. J. einzusenden ist. Das den Formularen B am Schlüsse beigegebenen Schema über die im Jahre 1887 vorgekommenen Hagelwetter ist aus Grund der vor Jahresfrist mitgetheilten Notizblätter auszufüllen, und wenn Hagelwetter nicht vorgekommen sind, ist solches in denselben animierten.

Es wird hierbei darauf aufmerksam gemacht, daß, wie im Vorjahre, so auch in diesem Jahre in denFor- mularen selbst hin und wieder durch kurze Bemerkungen oder Fragezeichen auf zweifelhafte Angaben oder sonstige Unregelmäßigkeiten aufmerksam gemacht worden ist und daß da, wo diese Bemerkungen sich vorfinden, kurze Er- läuterungen in den Formularen zu geben sind.

Die Notizblätter (zu oben 2) sind zurückzubehalten, resp, aufzubewahren und zur Aufzeichnung der Hagel­wetter pro 1888 zu verwenden, damit dieselben bei den im nächsten Jahre stattfindenden Erhebungen benutzt werden können.

Der Termin zur Einsendung der ausgefüllten For- nmtare, der 1. März d. I., darf unter keinen Um­ständen überschritten werden.

Schlüchtern, den 20. Januar 1888.

Der Königliche Landrath: Roth.

Mittel gegen Diphtheritis.

DerAmtliche Anzeiger für den Stadt- tmd Landkreis Cassel" enthält Folgendes:

Nachstehende Mittheilung, ein Heilmittel gegen Diphtheritis betreffend, veröffentliche ich in der Ueberzeugung, daß die Anwendung des leicht zu beschaffenden Mittels besonders da zu empfehlen ist, wo sofortige ärztliche Hülfe mit Schwierigkeiten zu erlangen ist. Die GeMindevorstäude mögen das Mittel im Verrath beschaffen und davon im Be­dürfnißfalle abgeben. Cassel, den 12. Jan. 1888. Der Königliche Landrath: Freiherr von Dörnberg.

Diphtheritis. Da diese mörderische Krankheit mieber überall auftritt und das von mir im Herbst 1886 öffentlich empfohlene Heilmittel, durch die Thätigkeit der Feinde der Homöopathie als nutzlos dargestellt, in Vergessenheit gerathen ist, so will ich es hier nochmals angeben. Es ist das homöopathische Mittel Mercurius Cyanatus in 30. Potenz, mit Sicherheit echt zu erhalten in der A. Marggrafschen Apotheke in Leipzig, woher ich es, auch beziehe. Für 50 Pfg. erhält man dort eine große Portion Pillchen Nr. 3. Von diesen Pillchen werden 5 Stück in einer kleinen Obertasse voll kaltes Wasser aufgelöst, mit einem reinen Hölzchen vor jeden Eingeben gut aufgerührt. Diese Arznei­tasse stellt man in ein Gefäß mit oft zu er­neuerndem warmen Wasser, um so die Arznei lauwarm zu erhalten. Hiervon giebt man dem Kranken u n au s g e s etz t alle !| Stunde einen Theelöffel voll. Wenn der Kranke schläfrig wird, dann lasse man ihn ruhig schlafen und gebe ihm während des Schlafens in den offenstehenden Mund alle halbe Stunde ein trockenes Pillchen der Arznei. Bei ein- tretender Besserung wird seltener, vielleicht alle 1 bis 2 Stunden, ein Löffel voll gegeben. Bisher habe ich überall dahin, wo nach den Zeitungen diese Krankheit anftrat, von dieser Arznei gesendet und von allen Orten die glänzendsten Berichte und Danksagungen er­halten. Um aber auch da Hilfe zu bringen,

. ansgeritten, blieb zu Ferchheim zu Nacht und bin am ; Samstag früh mit meinem Gefährten (Hans Henn) gen Bamberg in des Bürstenbinders Haus geritten. Da habe ich gegessen und bin nicht über 3/* Stunde dageblieben, habe dann auf Stasfetstein reiten wollen und ein schriftlich Geleit genommen. Als wir vor Güßbach geritten, haben wer den Main auf der linken Hand gehabt und sind den Weg auf der rechten Hand auf Staffelstein zugeritten. Bei der Krümme an den Weingärten, da man den Weg gebrücket, sind uns drei Reiter entgegen gekommen. Die zwei haben gespannte Armbrust oder Stachel geführt und der, der höher unter ihnen, hatte nicht gespannt und fragte, ob sie bambergisch wären. Hätten sie geantwortet:Ja". Also haben die Reiter umgewandt und sind mit uns geritten und wollten wissen, wie wir hießen und ob wir von Bamberg wären. Darauf habe ich geantwortet:Will die Wahrheit sagen, wir haben Geleit und sind von Nürnberg", denn wir haben die Weiter für Freunde nnd bambergisch gehalten. Als wir aber also eine gut? Weile miteinander geritten, bis der Weg breit geworden, hat der Höhere unter den Reitern die Armbrust vom Sattel genommen und zu mir gesagt:Du wirst gefangen sein!" und hat mich genöthigt, daß ich ihm geloben und die Hand geben müssen, wiewohl ich mich das erst lange gewehrt und das Geleit angezogen habe. Sie haben aber auf das Geleit nichts geben wollen, und die beiden anderen Reiter haben den Henn auch genöthigt zu geloben, und sie haben uns genöthigt, von Statt mit ihnen zu reiten auf Zapfendorf zu, und haben sich gestellt, als wollten sie auf Pauz abwenden. Nachfolgend haben sie den Kopf gewendet auf das Hennebergische zu. Also haben wir reiten müssen, daß wir Koburg und viele Schlösser gesehen. Hab' ich unterwegen zu mehreren Malen ge­sagt:Wes wollt ihr uns zeihen? Nehmt die Pferde und die Zehrung und laßt uns ziehen!" Haben die Reiter gesagt:Wir haben mit denen von Nürnberg nichts zu thun, sondern mit Bamberg, wir wollten euch wohl zu rechter Zeit reiten lassen." Ich halte sie für bambergisch und achte dafür, daß wir zu Bamberg aus- gekundschaftet worden. Als wir nun durch den Main geritten, sind von ferne drei andere Reiter gegen uns gerannt. Hat der Höhere gesagt:Die thun und. nichts, weiß wohl, wer sie sind." Ich achte, daß sie . ihre Hinterhut gewesen, und habe die Nacht allweg Pferde hinter uns gehört.

Als die Nacht gekommen, haben sie des Hennen Halfter genommen und mich gebunden und beide Pferde am Zügel geführt. Die Nacht sind sie Berg auf und ab und durch Gesträuch geritten und haben an etlicher! Orten Unterschlupf gesucht, man hat sie aber nicht ein­lassen wollen, und wir haben reiten müssen bis eine Stunde vor Tage. Sind wir gekommen zu einem Wasserhaus (d. i. Burg in der Ebene, von einem Wassergraben umgeben), da hat man die Pferde heraußen in einen alten Stall gethan und uns Gefangene zu

wo mein Blick nicht hinreicht, gehe ich zu dieser Veröffentlichung über. Die mir von allen Seiten zugehenden Dankbriefe bezeugen, daß diese Arznei in den schlimmsten Fällen hilft und noch kein Kind oder Erwachsener gestorben ist, dem diese Arznei ordentlich ge­geben worden. Selbst die mit dem Er­stickungstode Ringenden sind noch gerettet worden. Lehrer Holba in Hermsdorf, Kreis Sagan, erhielt von mir Arznei und schreibt später:

Bei Eintreffen Ihrer Arznei eilte ich, Ihrer Absicht gemäß, sofort in die Häuser der Kranken, um das Heilmittel zu ver- theilen, und nach den heute bei mir einge­laufenen Nachrichten ist überall, selbst in den schwersten Fällen, Genesung erfolgt. Zwei Kinder, die schon aufgegeben waren, essen jetzt wieder ihr tägliches Brod. Ein drei­zehnjähriges Mädchen, welches ich am Sonn­tag am Ersticken fand und sofort in Cur nahm, fand ich am Dienstag Mittag, mich anlachend, im Bett sitzen. Da ich nun mit eigenen Augen alle die schwer kranken Kinder untersucht, sodann die fast wunderbare heilende Kraft Ihrer Arznei erprobt habe, so habe ich nicht umhin gekonnt, dies zum Anbeuten an die bedrängte Gemeinde in die Schul- chronik aufzunehmen."

So könnte ich noch Vieles mittheilen, doch mag dies genügen, um zu zeigen, daß fortan weder Pinselung noch Gurgeln und kein Kehlkopfschnitt, dieses barbarische Hin- morden, mehr stattfinden muß, sondern daß Mercurius Cyanatus dieses Alles beseitigt.

Ich bitte alle menschenfreundlichen Zei­tungen, Kreis- und Lokalblätter um Nach­druck dieser Zeilen.

Louisdorf bei Ruppersdorf in Schlesien.

Werner Graf von der Recke-Vollmarstein senior.

Die Brandensteiner Fehde. XVI.

1521 den 19. Oktober Samstag verzeichnet.

Hans Puckel sagt auf Bedroh (d. i. Bedrohung, die Folter anzuwenden, falls er nicht freiwillig die Wahr­heit sage):

Gestern vor drei Wochen (27. Sept.) bin ich hie