„Natürlich nicht. Wir Frauen bilden uns etwas darauf ein, nicht verstanden zu werden. Dies ist unsere einzige Vertheidigungswaffe, die Machst iWre Gefühle zu verbergen. Kommen Sie — lassen Sie uns den Papa aufsuchen, und den ganzen närrischen Discurs wollen wir vergessen, und so gemüthlich zusammenbleiben, wie zuvor."
Jack willfahrte in ziemlich mürrischer Stimmung. Es war für ihn etwas ganz Neues, von Ethel so leicht hin abgefertigt zu werden, nachdem er sich in dem Glauben gewiegt, es sei für ihn bindende Pflicht, sie aus dem Elend verschmähter Liebe zu erlösen. Doch, obgleich er sie wirklich sehr gern hatte und ihr zweifelsohne ein j guter Gatte geworden wäre, so war doch von ihrer! Weigerung mehr sein Stolz als das Herz getroffen; es blieb demnach genügende Hoffnung, daß ei sich von dem Schlage rasch wieder erholen werde.
Ethel bewegte sich, nach ihrem Vater suchend, unter den schaulustigen Besuchern, die alle in glänzendsten Toiletten erschienen. Sie fühlte sich ein wenig, ein ganz klein wenig gehoben über den Verlauf der Dinge. Es war nur zu natürlich, daß sie sich freute, Jack nach Verdiensten Gleiches mit Gleichem vergolten zu baden, obgleich sie es, wenn thunlich, lieber vermieden hätte; jedoch war es ihr in keiner Hinsicht zu verdenken und ebensowenig, daß sie einen kleinen Triumph empfand — besonders, da sie die Tiefe seiner Ergebenheit ganz richtig errieth und überzeugt war, er werde sich bald anderswo Trost suchen.
Der Gedanke an die zwischen Jack und Pelling bestehende Intimität machte Ethel einige Unruhe. Sie wußte, daß Jack seinen Freund noch heute vor dem Schlafengehen von dem Vorgefallenen iuformiren werde und was dann folgen könne, davor bangte ihr. Wenn Alexander nun wirklich aufgehört hatte, sie zu lieben. Der Gedanke war zu trostlos niederschlagend; sie bemühte sich, denselben zu verscheuchen und ihr Sinnen auf andere Dinge zu lenken, was ihr nun auch schließlich gelang.
Auf den ersten Blick merkte Pelling, als die Gesellschaft sich endlich wieder zusammenfand, daß etwas vorgefallen sei. Die unverkennbare, steife Kühle entging nicht seiner Beobachtung, doch vermochte er nicht zu ergründen, wie die Angelegenheit für Jack ausgefallen. Er hoffte günstig. Wenn es sich dementsprechend verhielt, so war seine sich selbst auferlegte Aufgabe erfüllt ; er würde Ethel mit dem einzigen Manne, für den ihr Herz je zu schlagen vermochte, vereint haben, und sein eigenes Herzwrh wollte er durch Reifen in andere Erdihcile zn dämpfen und ersticken suchen.
Die Herren zögerten an diesem Abende in dem Speisesalon länger alö gewöhnlich, und Ethel wurde die Zeit des Wartens fürchterlich lang, sie wußte vor Un- rube nicht, was beginnen. Eben hörte sie die Schritte der Herren durch die Halle in der Richtung nach dem Billardzimmer gehen, und wunderte sich, daß sie von denselben nicht ersucht wurde, wie es sonst stets der Fall, für sie aufzuschreiben. Sie wurde ganz nervös, aufgeregt und des Alleinseins herzlich müde. Dies letztere Gefühl trieb sie, zu einem Buche ihre Zuflucht zuguehmen,
um wenigstens eine Weile dem das Herz schwer machenden Grübeln zu entfliehen.
Sie begab sich in die Bibliothek ihres Vaters und rollte die Treppenleiter nach einem Repositorium, auf welchem ihre Lieblingsautoren standen. In dem geräumigen Gemache war nur eine Hängelampe augezündet, aber im Kamin flackerte ein helles Feuer. Sie trug eine rothe Sammetrobe, bis hoch au den Hals mit großen, geschliffenen Stahlknöpfen geschlossen, die mit kaltem Schimmer aus ihrer warmen Fassung hervorleuchten. Die Robe war dem strengen Gesetz der Mode zum Trotz ohne Puffen und Falbeln und fiel nur in graziöser und weicher Drapirung um ihre hübsch gewachsene Gestalt. Wie sie auf der obersten Leiterstufe stand, öffnete sich die Thür und der Capitain Pelling trat ein. In sichtlicher Aufregung schritt er in dem spärlich erleuchteten Zimmer aus und ab. Ethel drehte sich rasch um, und beim Anblicke des Eindringlings stieß sie einen leisen Schreckensschrei aus.
„Miß Ethel! Ich hatte Sie nicht gesehen. Suchen Sie ein Buch? Fürchten Sie sich nicht vor dem Herunterstürzen ? Kommen Sie herab und erlauben Sie mir, es für Sie zu suchen."
Er stand am Fuße der Treppenleiter und streckte die Hand aus, ihr beim Herabsteigen behilflich zu sein. ___________________(Schluß folgt.)______
Vermischtes.
— Es ist interessant, daß Papst Leo sein Glück zum guten Theil einem Protestanten, dem König Leopold I. von Belgien, verdankt. Als er von Brüssel, wo er mehrere Jahre päpstlicher Nuntius war, abberufen wurde, gab ihm der König ein so glänzendes Abgangszeugniß an den Papst mit, daß seine hohe Laufbahn sofort gesichert war. Vergessen hat er's nicht; denn das große Bild des Königs hängt in dem Arbeitszimmer des Papstes.
— Gegenseitigkeit. Doktor: „Das Fieber ist aber noch sehr stark." — Kranker: „Geschwollene Füße hab' ich auch, Herr Doktor." — Doktor: „Daraus mache ich mir nichts." — Kranker: „Glaub's schon, wenn Sie geschwollene Füße hätten, würde ich mir auch nichts daraus machen."__
Marktverichte.
Frankfurt, 9. Januar. (Produktenbörse.) Weizen, hies. und Wetterauer 18,50 - - ,75 M. kurheff. 17,25--80, norddeutsch. - südruss. 19,50—20.50 Mk, ungarisch. — amerik. Roggen, hies. 13,50- 14, - <9H„ Pfätzer 14,50 -,- Mk., russ. 14, -14^0 Mk., Gerste, Hies. 15,50-16,50 Mk, frank. 16,25 17,— Mk., Pfälzer 16,50-17,50 Mk., ungarisch. 16,50 -17,25 Mk., Hafer, hies. 12, >5 -,75 Mk, bayerischer 13,- 13,50 Mk. Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier.
— 9. Januar. Der heutige Viehmarkt war mit 374 Ochsen, 16 Bullen, 501 Kühen, Rindern ».Stieren, 295 Kälber», >7" Hämmeln, 213 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. 60 Mk., 2. Qual. 54 M , Bullen 1. Qual. 40 Mk., 2. Qual. 37 Mk, Kühe, Rinder u. Stiere 1. Qual. 52 M., 2. Qual. 46 M. Alles per 100 Pfd. Schlachtgewicht. Kälber 1. Qual. 54 Pf., 2 Qual. 48 Pf.. Hämmel 1 Dual. 50 Pf., -. Qual. 44 Ps., Schweine 1. Qual. 51 Pf., 2 Qual. 50 Pf. Alles per 1 Pfund Schlachtgewicht.
Lasset, 11. Januar. Walzen 16,35-17, Mk., Roggen 12,30 13, Mk., Gerste 13,68 14,31 Mk., Hafer 11,^-11,76 Mk. Alles per 100 Kilogramm. I
— Eine Versicherung wider das Heirathen, so schreibt man aus Paris, ist das Neueste auf diesem Felde. Die jungen Mädchen versichern sich mit dem 13. Jahre und zahlen eine geringe Jahresprämie, die, wenn sie „trotzdem" heirathen, verloren ist, der „alten Jungfer" aber vorn 40. Jahre ab eine hübsche Lebensrente sichert.
an die frühvollendete Hausmutter der Retlungs- anstalt Hof Reith Hertha Kreiselmeier, gestorben den 7. Januar 1888.
^ schlumm're sanft im kühlen Schooß der Erde! Der Friede Gottes weh' um Deine Gruft; Ruhe sanft, geborgen von Beschwerde, Bis zum Aufcrsteh'n der Vater ruft.
Schon gewelkt in Deines Lebens Lenze, Tankst zu früh für uns Du ja hinab, Freundschaft legt Dir ihre Trauerkränze Unter Thränen auf Dein stille« Grab.
Ob Dein Herz, voll treuer Lieb' und Güte, Auch vermodert und in Staub zerfällt, Deiner Freunde liebendes Gemüthe Ewig frisch Dein Angedenken hält.
Unsrer Liebe starbst Du viel zu frühe Und des Gatten Herz Dich schwer entbehren mag; Doch wen Gott liebt, giebt er wenig Mühe, Dem verleiht er einen kurzen Tag.
Gewidmet von den beiden Gehülfen der Anstalt Hof Reith.
Witternugsbericht.
Das Wetter wird in den nächsten 2—3 Tagen muth-- maßlich folgenden Gang nehmen: Die Temperatur wird während der Nacht unter Null, allerdings nicht bedeutend, herabsinken; da die meisten Schneemassen geschmolzen sind, so wird die meiste Wärme, welche die Sonne auS- strahlt, zur Temperaturerhöhung verwendet, infolgedessen wird sich die Temperatur bei Tag über Null erheben; der Himmel wird wenig bedeckt sein; es werden Ostwinde mit schwacher Luftbewegung vorherrschen; Niederschläge sind nicht zu erwarten.
Kirchlicher Anzeiger für Sch'üchrer».
Sonntag, den 15. Januar 1888;
Morgengottesdienst: Herr Superintendent Heck. Nachmittagsgottesdienst: Herr Pfarrer HartMann. Wocheudienst in der Sadt: Herr Pfarrer Hart wann.
Vergünstigung o unsere Abonnenten:
Neu und schön!
Unser Kronprinz.
Es ist uns gelungen, mit dem Verleger des soeben in prachtvollem Aquarelldruck auf feinem Kupferdruckpapier (60 Etm. hoch, 40 Etm. breit) erschienenen und in seiner Portrait-Aehnlichkeit meisterhaft gelungenen Kunstblattes, „unsern Fritz" in Uniform der Garde du Corps darstellend, einen Contiact abzuschließeu, der uns in den Stand setzt, dieses außerordentlich schöne Bild an unsere Abonnenten gegen Vorzeigen der Abonnementsquittung zum Preise von
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Hier Rat ist Goldes ^ M.""* - wert! Die * IImII Wahrheit dieser Worte lernt
I man besonders in Krankh eits-
1 fällen kennen und darum erhielt Richters VerlagS-Anstalt die herzlichsten Dankschreiben für Zusendung des kleinen illustrierten Buche- „Der Krankenfreund". In demselben wird eine Anzahl der beste» und bewährteste« Hausmittel ausführlich beschrieben und gleichzeitig durch beigedruckte Berichte glücklich Geheilter betckese«, daß sehr oft einfache Hausmittel genügen, um selbst eine scheinbar unheilbare Krankheit in kurzer Zeit geheilt zu sehen. Wenn dem Kranken nur daS richtige Mittel zu Gebote steht, dann ist sogar bei schwerem Leiden noch Heilung zu erwarten, weshalb kein Kranker versäume» sollte, mit Postkarte von Richter- Verlags-Anstalt in Leipzig einen „Kran- kenfreund" zu verlangen. An Hand dieses lffenswerten Buches wird er viel leichter eine richtige Wahl treffen können. Durch | «gg die Zusendung erwachsen dem Be- 1
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