1513 für unsere Armee.
Das ve-e«tsamste Jahr in -er Entwicklung -es deutschen Heeres.
r^ Unzweifelhaft bildet das Jahr 1913 einen Markstein in der Entwicklung unserer Wehrmacht, denn in keinem der vorhergehenden Jahre erlebte das deutsche Heer derartig durchgreifende Verbesserungen und Veränderungen in seiner Organisation und Ausbildung. Dre Veränderungen richten sich vornehmlich auf eine Verstärkung der Heeresformationen und auf die Neugestaltung der kriegsmäßigen Ausbildung kleinerer und größerer Truppenverbände. Das Jahr 1913 brächte,
Ausbildung unserer Truppen anbetrifft, höchst beachtliche und wertvolle Anregungen in Hülle und Fülle. Einmal erfuhren die Dienstvorschriften eine den modernsten militärischen Anforderungen genügende Erweiterung und Ausgestaltung, sodann wurde die praktische Trupperrausbildung vielfach auf eine größere, bis- stelltin ^sem Umfang nicht gekannte Grundlage ge- So erschienen bei allen Sonöermanövern der Kavallerie die Kavalleriedivisionsmanöver in vergrößertem Maßstabe. Auch die Uebungen der Reserve 1913 brachten eine bedeutende Vermehrung der Uebungsmannfchaften mit sich. Ausgezeichnet bewährte sich die Neueinrichtung, daß sieben Armeekorps eintägige Korpsmanöver unter Leitung von Generalinspekteuren gegen einen markierten Feind abhielten. Um diese Manöver erfolgreich zu gestalten und den führenden Offizieren Gelegenheit zu gründlicher Vorbereitung zu geben, waren General- tnfpekteuren und Generalstabsoffizieren Erkunöungs- retsen zugestanden.
Ebenso' wichtig erscheint das Jahr 1913, wenn man die Erhöhung der Präsenzstärke unseres Heeres und die Vermehrung der Zahl der für mobile Formationen vorgesehenen Kaders ins Auge faßt. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bringt darüber eine bemerkenswerte Zusammenstellung, die einen guten Ueberblick über die Fortschritte auf organisatorischem Gebiet zu- läßt. So wurden auf Grund des neuen Heeresgesetzes vom 3. Juli 1913 die bisherigen gesetzlichen Präsenzstärken von 1911 und 1912 im Sinne einer bedeutenden Erhöhung geändert. Wir finden hier eine Erhöhung des Standes an Gefreiten, Obergefreiten und Mannschaften von 544 211 in 661478 ö. h. ein Mehr von 117 267 Mann. § 1 Abs. 2 des Heeresgesetzes von 1913 vervollständigt sodann die Friedensbestände sämtlicher „kleinen Regimenter". Hier wurde die Zahl von 651 Bataillonen auf 669 erhöht, 516 Eskadrons auf den Stand 550 gebracht, davon 30 auf Preußen und 4 auf Bayern fallend. Die Fußartillerie erfährt eine Vermehrung auf 55 Bataillone, die Pioniere umfassen jetzt 35 Bataillone.
Eine sehr starke Vermehrung bringt das Jahr 1913 den zu immer größerer Bedeutung gelangten technischen Berkehrstruppen, die bisherigen 18 Bataillone werden auf 31 verstärkt. Auch der Train geht nicht leer aus, einmal wird ein neues Bataillon geschaffen, ein zweites Garöe-Trainbataillon in Langwitz, das somit das 26. ist, sodann erhalten alle übrigen Bataillone die noch fehlenden 4. Kompagnien. Sehr wesentlich scheint die Neubestimmung des Gesetzes von 1913, daß die Reservisten, soweit militärische und wirtschaftliche Gründe es zulassen, nur während der Wintermonate ihre militärischen Uebungen ableisten sollen. Endlich bringt das Jahr 1913 noch Aenderungen des Besoldungs- und Versorgungsgesetzes.
Ander in der Fremdenlegion.
Nach neuesten Meldungen beabsichtigt die französische Regierung, die Altersgrenze für den Eintritt in die Fremdenlegion auf 20 Jahre heraufzusetzen. Zwar wird in französischen Blättern dieser Meldung widersprochen, aber, wie die „Jnf." erfährt, ist an der Richtigkeit der Nachricht nicht zu zweifeln. Schon vor Jahren hatte das deutsche Auswärtige Amt Verhandlungen mit der französischen Regierung geführt, die auch zu einem einigermaßen befriedigenden Ergebnis geführt hatten. Noch vor der jetzt bestehenden Altersgrenze von 18 Jahren hatte man sich in Frankreich dazu verstanden, selbst unter diese Grenze Herunterzugehen und Kinder von 16 und 17 Jahren in die Legion aufzunehmen. Auf Grund der damals geführten Verhandlungen hatte das Auswärtige Amt für derartige empörende Fälle eine Handhabe zum Eingreifen und diese ist denn auch in vielen Fällen mit Erfolg angewenüet worden. Mit der Heraufsetzung der Altersgrenze auf 18 Jahre fielen die Voraussetzungen für ein Eingreifen des Auswärtigen Amtes fort und es blieb nur mehr die Möglichkeit, vor dem Eintritt in die Legion Warnungen zu erlassen. Auch dieses ist bisher seitens unserer Behörden in großem Umfang geschehen, leider mit geringem Erfolg, wie die Vorfälle der jüngsten Zeit beweisen. Erfolgt nun eine abermalige Heraufsetzung der Altersgrenze auf 20 Jahre, so wird man diesen Umstand im Interesse unserer deutschen Jugend nur begrüßen können, umsomehr, als die französische Regierung erklärt hat, an dieser Grenze für den Eintritt in die Legion festzuhalten und davon keine Ausnahme machen zu wollen.
Das neue Fräulein»
Original-Roman von F r. Lehne. lSchluß.) (Nachdruck verboten.)
Am Abend saßen die drei auf der Terrasse der Villa, die wunderschön gelegen war. — Die alte Exzellenz war ganz verliebt in die Frau seines Neffen, der ihm so viel Schönes und Gutes von ihr erzählt hatte. Feinfühlig wie sie war, hatte sich Gertrud für eine Weile zurückgezogen, um den Beiden Gelegenheit zu ungestörter Aussprache zu geben, deren Ergebnis ein sehr befriedigendes war, denn Albrecht war freudestrahlend in ihr Zimmer gekommen, hatte sie jubelnd umfaßt und ausgerufen: „Gewonnen! Hat alles eingefehen — und noch mehr — er ist ganz entzückt von meiner kleinen Frau, er ist gar nicht zum Wiedererkennen!"
In anregendem Gespräch verfloß ihnen die Zeit: Gertrud hatte ihre anfängliche Befangenheit verloren und gab sich wie sie war — bescheiden und doch lebhaft, klug und taktvoll. Sie mußte von ihrem Elternhause erzählen, von ihrer Mädchenzeit, und allem lauschte der alte Herr mit regem Interesse.
„Sie sind eine kluge Frau, Frau Nichte," bemerkte er auf Gertruds Erzählung, wie sie Albrecht kennen und lieben gelernt hatte, „nun halten Sie auch den Schmetterling fest, damit er Ihnen nicht wieder entfliegt! Gar viele hatten ihr Netz nach ihm ausgeworfen, doch war es keiner gelungen, ihn zu fesseln. Er ist eben ein Mensch, dem Keine widerstehen kann! Wie er es anfängt, ist mir ein Rätsel. Böse, ganz böse müßte man ihm fein, weil er mir so viel Sorge gemacht hat!"
«IM och« hoffentlich -Mo mehr Freude, lieber
Politische Rundschau,
Die Regierung und Herrn von Jagows Kundge- vnng. Zu der so viel erörterten Meinungsäußerung des Polizeipräsidenten von Berlin über den Fall Forstner hat nun auch die Regierung das Wort ergriffen. Halbamtlich wird geschrieben: In einer Zuschrift an die „Kreuzzeitung" hat der Polizeipräsident von Berlin, nicht in seiner amtlichen Eigenschaft, sondern als Privatperson, zu dem kriegsgerichtlichen Verfahren gegen den Lentnaut von Forstner Stellung genommen. Bei der politischen Bedeutung der Angelegenheit wird selbstverständlich die Staatsregierung zu entscheiden haben, ob und inwieweit im vorliegenden Falle die freie Meinungsäußerung die Grenzen überschreitet, die dem politischen Beamten auch als Privatperson durch seine Stellung gezogen sind, und nötigenfalls die erforderliche Korrektur eintreten lassen.
Neue Rundfragen über -ie Konkurrenzklausel. Die Reichsregierung hat eine nochmalige Befragung der Bundesregierungen über ihre Stellung zu der Konkurrenzklausel angeordnet, und es ist zu erwarten, daß die Antworten bis zur nächsten Sitzung der mit der Bearbeitung betrauten Reichstagskommission eingehen werden, die im Januar stattfinden soll.
Die Geschwader -er Hochseeflotte werden am 1. April 1914 wie folgt verteilt: Noröseestation: Erstes Geschwader nö Aufklärungsschiffe. Ostseestation: Zweites und drittes Geschwader
Die deutsche Militärmission. Während des Gala- ömers der deutschen Botschaft in Konstantinopel wurden verschiedene Toaste ausgebracht. General Liman von Sanders sagte hierbei, während er sich dem türkischen Kriegsminister zuwandte, daß die deutsche Militärmission, wenn man ihr freie Hand lassen würde, soöaß sie für alle nichtbefähigten Offiziere den Abschied resp. die Versetzung beantragen könnte, imstande sein würde, in zwei Jahren aus dem 1. Armeekorps ein modernes Armeekorps zu machen.
Französische Marinemanöver. Eine interessante Uebung wurde vor einigen Tagen mit französischen Unterseebooten ausgeführt. Einige größere französische Schlachtschiffe wurden von einer Anzahl Torpedoboote, und zwar jedes von achtzehn, umgeben und es war den Unterseebooten nun die Ausgabe gestellt, diese Torpedo- bootslinien zu durchbrechen und ihre Geschosse auf das Schlachtschiff abzugeben. Drei Unterseebooten gelang es, die Torpedobootslinien ungesehen zu unterschwimmen und das Feuer zu eröffnen.
Die Unregelmäßigkeiten in der französischen Na- tionalflugspende. Der frühere französische Kriegsminister Etienne wird öffentlich aufgefordert, zu erklären, ob es richtig sei, daß die nur den künftigen Flugzeugbestellungen vorbehaltene Nationalspende widerrechtliche Verwendung gefunden habe, um zur Bezahlung vom Staat bestellter Flugzeuge zu dienen.
Huertas Geburtstag. Bei der Geburtstagsfeier des Generals Huerta war der Botschafter der Vereinigten Staaten nicht zugegen, sondern ließ sich nur durch den Geschäftsträger vertreten. Die Diplomaten erschienen alle in großer Uniform und der spanische Botschafter hielt als Doyen des diplomatischen Korps die Ansprache an Huerta. Man sagt, daß Huerta dem britischen Botschafter bei der Verabschiedung besonders sein Vertrauen ausge- drückt hat. Die London und Mexiko-Bank hält sich immer noch. Man erwartet stündlich, daß sie bankerott macht, bis jetzt aber führt sie ihre Geschäfte noch forr.
Der Sultan erkrankt. Der Sultan ist schwer erkältet. Daher fand am Freitag die Zeremonie des Selamlik nicht statt.
Kleine Iladirichfen.
Ein Zeppelinmuseum. Aus Anlaß Vder Feier des 75. Geburtstages des Grafen Zeppelin beschlossen die Gemeindekollegien der Stadt Frieörichshafen, ein Zeppelinmuseum zu gründen. Graf Zeppelin hat seine Zustimmung zur Errichtung eines solchen Museums gegeben und versprochen, es durch Zuwendungen aus seinem eigenen Besitze zu fördern. Ein Komitee hat die Ausführung des Gedankens in die Hand genommen.
Der kleine russische Thronfolger ist mit seinem gesunden Bein gegen eine Türkante gelaufen und hat sich dabei erheblich verletzt. Professor Fedorow wurde sofort aus Petersburg nach Livadia berufen und ist bereits dorthin abgereist. Die Zarin Alexandra Feodo- rowna geriet durch den Unfall in so starke Erregung, daß sie in eine tiefe Ohnmacht fiel.
Das Testament Rampollas. Das aufgefundene Testament Rampollas trägt das Datum 1889. Die Angestellten des Kardinals und sein Sekretär behaupten nun unter Eid, daß der Kardinal im Jahre 1910 ein anderes Testament gemacht habe. Die Angelegenheit liegt der Polizei zur Untersuchung vor und wird wahrscheinlich einen gerichtlichen Ausqang finden.
Zugnnfall auf Bahnhof Cölu. Freitag nachmittag 12 Uhr 8 Minuten fuhr auf dem Harlptbahnhof Cöln der Leerzug 189 auf den zur Abfahrt bereit stehenden Per- sonenzug 636 leicht auf. Zwei Reisende sind unbedeutend verletzt, der Materialschaden ist gering. Die Schuld- frage wird noch aufgeklärt.
Unfall des Lloydbampfers „Prinz Eitel Friedrich". Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Prinz Eitel
Onkel," sagte Albrecht ernst, „ich hoffe, daß Du Dich doch noch mal persönlich davon überzeugen und uns recht bald besuchen wirst."
„Eine größere Freude könnten Sie uns gar nicht machen," bat auch Gertrud, bittend die Augen zu ihm erhebend, „wenn Sie nur kommen würden!"
„Das werde ich tun, Frau Nichte," lächelte er fein, „und noch mehr — die Patenstelle bei dem ersten Jungen übernehme ich, unter der Bedingung aber nur, daß er dem Vaterlande dient, dem sein Vater untreu geworden ist." —
Die junge Frau errötete tief, während Albrecht lustig ausrief: „Aber Onkel! Alle unsere Jungens sollen Soldaten werden, das verspreche ich Dir hiermit feierlich — nicht wahr, Trude?" Diese errötete noch mehr und senkte tief den schönen Kopf. Bewundernd ruhten beider Blicke aus ihr, die so unendlich liebreizend und so vornehm in dem weißen Spitzenkleide aussah. Der alte Herr konnte sich gar nicht satt sehen und nickte dem Neffen bedeutungsvoll zu, der ihn wohlverstand. Endlich erhob sich Herr von Marburg. — „Ich sehe, Frau Gertrud kämpft schon lange mit der Müdigkeit: ich denke, es wird gut sein, den Tag für heut zu beschließen." Dann nahm er Beider Hände in die feinigen und sagte mit leicht gerührter Stimme:
„Gott erhalte Euch Euer sonniges, junges Glück, meine lieben Kinder." Er hauchte einen Kuß auf die Stirn der jungen Frau, dann zogen sich alle drei zurück.
Das Mondlicht fiel silbern in das Zimmer des jungen Paares, und durch das offene Fenster strömte die Nachtluft, von Rosenduft erfüllt. Mit gefalteten Händen stand Gertrud da und blickte mit tränenfeuchten Auaen
Friedrich" ist bei seiner Ausfahrt aus dem Hafen von Genua Mittwoch abend mit dem Segelschiff „Anoreina", das mit einer Ladung Eisen von Toulon kam, zukam- mengestoßen. Der Zusammenstoß war so heftig, daß das Segelschiff unterging. Die aus sieben Mann bestehende Besatzung konnte gerettet werden.
Weihnachtsspen-e aus -er Carnegiestiftung. Der Witwe des bei einem Unglück getöteten Gendarmen Schmidt aus Büchenbeuren wurde durch die Stiftung einer namhaften Spende aus der Carnegiestiftung eine große Weihnachtsfreude bereitet. Die Witwe erhält für jedes ihrer sechs Kinder bis zum 16. bezw. 18. Lebensjahr 120 Mark jährlich.
Berlin im Sturm. Ein starker Sturm, der am ersten Feiertag in Berlin und Umgebung herrschte, richtete mit orkanartigen Stößen von ganz ungewöhnlicher Stärke vielfachen Schaden an. Es wurden Schaufenster- scheiben eingedrückt, Dachziegel losgerissen und auf die Straße geworfen. In der Friedrichstraße fiel ein vier Meter langes Dachsims mit großem Krachen auf den Bürgersteig. Mehrere Passanten entgingen der Gefahr nur wie durch ein Wunder. In den Waldungen wurde bedeutender Windbruch angerichtet. In den Feiertagen ereigneten sich in Berlin vier bedeutende Brande. Die Löscharbeiten gestalteten sich zum Teil so schwierig, daß fünf Feuerwehrleute dabei zu Schaden kamen.
Drei Fischerbarken im Sturm gesunken. Aus Tho- renhaven auf den Faroer-Jnseln wird gemeldet, daß drei Barken mit 19 Mann Besatzung, die am Heiligen 'Abend ins Meer zum Fischfang Hinausfuhren, verschollen sind. Unzweifelhaft hat ein starker Sturm, der plötzlich einsetzte, die Barken zum Kentern gebracht und alle Insassen sind ertrunken.
Die spanische Weihnachtslotterie. In Spanien herrscht große Enttäuschung über den Ausgang der Weihnachtslotterie. Alle größeren Preise gehen nach dem Anslande. Der Hauptgewinn von 6 Millionen geht nach Amerika: auch Frankreich und Deutschland haben großen Anteil am Gewinn. Ein Kommissionär hatte von einem Lose eine größere Anzahl Zehnteltetle verkauft, als er berechtigt war. Dieses Los wurde mit einem Gewinn von zwei Millionen gezogen. Der Kommissionär verübte darauf einen Selbstmordversuch: er wurde schwerverletzt in das Hospital verbracht.
Die Diebstähle auf -en belgischen Eisenbahnen dauern fort. Obgleich bereits 40 Personen in Haft genommen sind, wurden dennoch in den letzten Tagen auf dem Lütticher Bahnhof wiederum große Spitzbübereien ausgeführt und eine Menge Waren gestohlen. Mehrere der Tat verdächtige Personen entzogen sich der Verhaftung -urch eilige Flucht.
Verhaftete Falschmünzer. In Prag wurde eine Falschmünzerbande, bestehend aus zwei Männern und drei Frauen verhaftet. Sie hatten in zwei Vororten Werkstätten eingerichtet, in denen sie seit Wochen 20 Kronennoten und Kronenstücke erzeugten, die sie in großen Mengen in Umlauf setzten. Die polizeilichen Nachforschungen ergaben, daß die Bande zahlreiche Mitschuldige hat, die ihr bei dem Vertriebe des falschen Geldes behilflich waren.
Ein neues italienisches Militärflugzeug. Nach Versuchen auf dem Militärflugfelde von Mirafiori wird demnächst ein Flugzeug von der Armee offiziell übernommen, das eine Geschwindigkeit von über 200 Kilometer in der Stunde entwickelt und automatisch stabil ist.
Unter dem Verdacht der Spionage wurde auf dem Grenzbahnhofe Skalmierzyce die französische Sprachleh- rerin öe Kries aus Kalisch verhaftet. Sie wurde ins Ostrower Landgerichtsgefängnis eingeliefert.
Ein gestrandetes Schiff von Marokkanern ange« griffen. Auf das britische Schiff „Luögape", das an der afrikanischen Küste auf ein Riff ausgelaufen ist, haben die Marokkaner geschossen. Ein Mann der Besatzung wurde getötet. Das Schiff ist mit seiner Ladung in größter Gefahr. Man muß unter dem Feuer der Marokkaner die Rettung vollziehen. Ein englischer und ein spanischer Kreuzer erhielten den Befehl, sofort nach dort abzugehen, um die Rettungsarbeiten unter dem Schutze ihrer Kanonen vornehmen zu lassen.
Ehedrama eines russischen Millionärs. Der Moskauer Bankier Scholljubin, der als Millionär gilt, erschoß seine junge Frau nach einer nächtlichen Eifersuchtsszene. Scholljubin hatte festgestellt, daß seine Frau sich in Beziehungen eingelassen hatte.
Ein Geschenk des Sultans. Der türkische Sultan überreichte dem französischen Botschafter eine goldene Uhr mit Brillanten zum Andenken an den Flug Be- örines. Dieser hatte bekanntlich bei seinem Fluge über Konstantinopel eine türkische Fahne auf das kaiserliche Palais niederfallen lassen.
Die Hungersnot in Japan. Zu der großen Hungersnot in den Provinzen Hakkaido und Aomori wird gemeldet: Die Ernte ist in diesem Jahr vollständig vernichtet und der Fischfang hat gleichfalls kein gutes Ergebnis gehabt. Gewissenlose Händler haben die Preise der Nahrungsmittel bis ins Unerschwingliche hinaufgetrieben. Die japanische Regierung sendet Unterstützung in die Hungergebiete.
300 chinesische Meuterer erschossen. Der chinesische Präsident scheint noch allen Ernstes die Truppenmeute- reien niederwerfen zu wollen. Letzthin wurden auf seinen Befehl 10 Offiziere und 300 Soldaten, die sich erhoben hatten, in Kiangsun und Tschangsun erschossen.
zum Himmel. Das Herz war ihr so voller Glücksemp- findungeu, daß sie keine Worte dafür hatte und nur ein stummes Dankgebet emporschickte. Leise war ihr Gatte zu ihr getreten und hatte seinen Arm um sie gelegt. Hingebenö lehnte sie ihr Köpfchen an seine Brust. So standen sie Minuten, bis er leise fragte — fast, als fürchte er sich, die heilige Stille zu unterbrechen — „bist Du glücklich, mein süßes Weib?" Statt aller Antwort blickte sie ihn mit den schimmernden Augen an, und er war wohl befriedigt von dem, was er darin las, denn er beugte sich nieder und küßte den rosigen Mund, sowie die strahlenden Sterne, die so freundlich und glückbringend in sein Leben geleuchtet hatten — die ihm den richtigen Weg gezeigt, den er, ohne sich zu besinnen, weiter gehen wollte — zu seinem und seines jungen Weibes Glück. Er hatte wacker gekämpft mit den Widerwärtigkeiten, die sich ihm entgegengestellt und die doch das Gold seiner Seele geläutert hatten — die er durch Ausdauer und Tatkraft überwunden. Der Erfolg war dann nicht ansgeblieben, und hell und sonnig lag die Zukunft vor ihm.
Und mit frischem Mut und festem Gottvertrauen, sein blühendes Weib an der Seite, so zog er ins Leben hinein.
— Ende. —