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vorübergehende Frauen Belästigten. Der Beamte futfife A^geschulöigten durch Güte zur Vernunft zu briMem Als er sie mit „Kameraden" anredete, versetzte C. dem Schutzmann einen wuchtigen Stoß vor die Brust. Beide wurden nun aufgefordert, mit zur Wache des Alexander-

it. Beide

wurorn nun ausgesoroert, mit zur Wache des Alexander- '^M^ents zu kommen, sie weigerten sich aber. Ein fetter Beamter wurde gleichfalls mit Faustschlägen

D. zog jetzt das Seitengewehr

und wollte damit angreifen, der Beamte ritz feine Brow-

s C hervor. Jetzt lietz D. von feinem Vorhaben ab. Beide Angeklagte wurden dann förmlich zur Wache geschleppt. Unterwegs kam es noch mehrfach zum Hand- gemeuge mft den Schutzleuten. Inzwischen war eine Wachpatrouclle herbergerufen worden, und nun konnten die Exzedenten bis zur Kaserne und schließlich mit Ge­walt auf die Wachstube gebracht werden. Hier kam es zu schweren aufrührerischen Handlungen. Der dieust- tuende Vizefeldwebel Riesenkamp wurde von beiden Unteroffizieren tätlich angegriffen. Es blieb nichts an­deres übrig, als den Wachtmannschaften zu befehlen, die beiden in die Zelle zu transportieren. Die Leute wagten sich nicht recht an die Unteroffiziere heran. Schließlich entstand zwischen den Unteroffizieren und den Wachtmannschaften

eine wüste Schlägerei,

wobei Casteeli blank zog. Der Feldwebel mußte endlich selbst eingreifen. Er drängte den D. gemeinsam mit einem Grenadier in die Zelle hinein, wo sich die Ange­klagten jetzt nochmals des Verbrechens des militärischen

. Während D. über den

Aufruhrs schuldig machten.

Vorgesetzten herfiel und mt „........

sein Seitengewehr, versetzte damit dem Feldwebel einen wuchtigen Hieb über den unbedeckten Kopf, sodatz eine

mit ihm rang, zog C. wieder

wuchtig« . ______________ _____ klaffende Wunde entstand. Erst jetzt konnten die beiden eingeschlossen werden.

Das Urteil

gegen die beiden Angeklagten lautete wegen öffentlicher Beleidigung in Verbindung mit Nötigung, wegen Wi­derstands gegen die Staatsgewalt, Achtungsverletzung und militärischen Aufruhrs, Casteeli begangen unter Mißbrauch der Waffe, zu je ein Jahr und sechs Monaten Gefängnis und Degradation.

WiHenrdioft, Kunst und Literatur.

Ein Heilmittel gegen die Cholera? Universitätspro­fessor Dr. Julius Stumpf in Würzburg hat ein neues Mittel gegen die Cholera entdeckt. Es ist ein Gemisch von Ton und Porzellanerde mit anderen Erdsubstanzen und tötet die Cholerabazillen in den Gedärmen. Er hat das Mittel im Balkanfeldzug wiederholt erprobt. Von 31 Cholerakranken, die Prof. Stumpf in Nisch mit dem Mittel behandelt hat, ist ein bereits hoffnungslos er­tränkter Mann gestorben, und auf der Rückreise in Bel­grad hat Stumpf mit dem Mittel von zwanzig cholera- kranken Frauen siebzehn zu retten vermocht. Ueber seine Erfindung hat er erst am Sonnabend im Hygienischen Verein Würzburg in Gegenwart der Spitzen der Behör­den einen Vortrag gehalten, dem diese Angaben entnom­men sind.

Vermischtes.

Ein österreichisches „Zabern". In Agram hat sich Hu Vorfall ereignet, der in gewisser Beziehung an die Vorkommnisse in Zabern erinnert und der in der Bür-

aerschaft große Aufregung hervorgerufen hat. Eine Gruppe von Wählern zog unter Absingung von Liedern auf die oppositionellen Kandidaten durch die Straßen. Ein Unteroffizier, der mit einer Patrouille von fünf Mann den Demonstranten entgegenkam, forderte die Leute auf, sich ruhig zu verhalten und mit dem Singen aufzuhören. Als diese der Aufforderung keine Folge ga­ben, kommandierte der Unteroffizier „Fertig!", worauf sich die Soldaten schußbereit machten. Die Demonstran­ten ergriffen hierauf schleunigst die Flucht und riefen die Polizei zu Hilfe, die bald darauf in einer Stärke von 30 Mann erschien. Die Soldatenpatrouille hatte sich je­doch inzwischen zurückgezogen. Eine Untersuchung des Vorkommnisses ist eingeleitet worden.

Ans Versehen zum Muttermörder geworden. In dem Brüsseler Stadtviertel Jxelles wohnte eine „Witwe namens Thiry mit ihrem zweiundzwanzigjahrigen Sohne, der als Stenograph beschäftigt und fast den gan­zen Tag abwesend ist. Da die Frau dann allem in der Wohnung verbleibt, äußerte sie wiederholt die Befürch­tung, daß Diebe bei ihr eindringen könnten. Als ihr Sohn sie am Mittwoch mittag gegen zwei Mr verließ, äußerte sie diese Befürchtungen von neuem. „Du brauchst keine Furcht zu haben," antwortete der sunge Mann, „hier in dem Schubfach liegt ein geladener Revolver,.mit dem Du Dich im gegebenen Momente verteidigen kannst." Mit diesen Worten nahm er den Revolver m die Hand und wollte dessen Benutzung seiner . Mutter erklären, als plötzlich ein Schutz losging, der die Mut­ter mitten in die Stirn traf. Als der Sohn sah, w^ er angerichtet hatte, lief er wie wahnsinnig m der Woh­nung hin und her, die Waffe immer noch in der Hand haltend. In seiner Aufregung drückte er zum zweiten Male auf den Hahn und ein neuer Schuh ging los, der ihm die linke Hand durchbohrte. Auf seine lauten Schreie eilten Nachbarn herbei, die sich um die Frau ve- mühten, die ihren Geist aber bereits aufgegeben hatte. Der unglückliche Schütze wurde aufgefordert, sich zur Verfügung des Gerichts zu Halten.

Der Bauernschreck in Steiermarck, jetzt schon mehr Jägerschreck ist noch immer nicht erlegt worden. Jungst traf ein Oekonomte-Verwalter aus Rauchegg mit dem Raubtiere auf ein paar Schritte Entfernung zusammen, er erkannte unzweifelhaft einen starken ^vwen und konnte deutlich die Mähne unterscheiden: man hatte ja schon früher Haare davon gesunden. Die ocitic stieß ein W-Vn h§b°--S G-briM-ms und m«m>nd dann

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war, ist spurlos verschwunden. Man hegt die Befürch­tung daß sie von dem Untier angefallen worden ist.

Die 'steirifchen ^aaden sind sehr wildreich, da sie von den Besitzern in bestem Zustande gehalten werden. D e Raubtiere haben aber schon gründlich » dem Wll bestände aufgeräumt, und so sind denn jetzt me bescher in Heller Not. Zwet Bauern sahen dieser Tage, wie das Raubtier einen Husch über oen Avyang einer

Ä ®» “««fe SÄ endete. Als einige Jäger konnte

TMÄ des Kampfes selten, Buchlem« wett erstreckten. Die

endete. Als einig war die Bestie sch

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äußerst raublustigen Tiere zu tun. Die auf der Fährte Semudene Losung enthielt ganze Fellstücke und zahl­reiche Knochensplitter, was auch wieder unstreitig auf eine Großkatze hinweist. Die Bestie hatte öfters Sprünge von 7 Meter Weite gemacht. Bei dem jetzt eingetretenen Frost steht wohl zu erwarten, daß die Raubtiere mehr in die Täler herunterkommen und sich öfters zeigen. Demnächst werden noch weitere Telephon­linien angelegt, um möglichst alle gefährdeten Reviere Miteinander zu verbinden. Wegen der großen Gefahr für die Kinder wurden wieder mehrere Schulen ge­schlossen.

Ein granenhafter Mord in Liverpool. Eine mit gro­ßer Kaltblütigkeit und raffiniertem Vorbedacht ausge­führte Mordtat erregt zurzeit in Liverpool großes Auf­sehen. Am Mittwoch wurde an einem Schleusentor des Lrverpool-Leeds-Kanals eine verstümmelte weibliche Leiche gefunden, die in einen Sack eingenäht war. Durch Zufall blieb der Sack an einem Haken des Schleusemores hängen, sonst wäre er ins offene Meer hinausgerrieben worden, was wohl der Absicht der Täter entsprochen hätte. Das Aussehen der Toten läßt darauf schließen, daß der Ermordung ein schwerer Kampf vorausging. Um den Hals trug sie ein Silbermedaillon, das die drei weißen japanischen Affen zeigt, die sich Augen, Ohren und Mund zuhalten. Auf der Rückseite des Medaillons ist der Spruch zu lesen: „Spreche kein Unrecht, höre kein Unrecht, sehe kein Unrecht." Mit der Leiche eingenäht war ein Damenschirm, dessen Monogramm zur Feststel­lung der Identität der Toten führte. Es ist eine Miß Katharine Broadfield, 38 Jahre alt und Geschäftsführe- rin in der Segeltuchfabrik ihres Bruders. Sie war ge­wöhnlich die letzte, die das Geschäft verließ, und am Tage ihres Verschwindens hatte sie eine Handtasche mit einer größeren Geldsumme bei sich, die jetzt vermißt wird. Am Freitag morgen wurde ein junger Mann verhaftet, der am Mittwoch abend in Begleitung von Miß Broadfield gesehen wurde. Er soll einem Detektiv bereits gestan­den haben, die Leiche in einem Handwagen zum Kanal gefahren zu haben. Die Polizei sucht nach einem zwei­ten jungen Mann, der an der Tat beteiligt gewesen sein soll.

Der Enljührer der ©toconha.

Sein Geständnis.

Nach 406 Jahren ist die „Gioconöa" nach Florenz zurückgekehrt, und den Florentinern kommt es fast wie ein Wunder vor, daß sie ihre berühmte Landsmännin, wenn auch nur für kurze Zeit, wieder in ihren Mauern haben dürfen. Die zeitweilige Rückkehr des Bildes wirkt wie eine Riefensensation, welche die Phantasie der Florentiner beflügelt. Perugia, der Verüber des Diebstahls, sagte vor dem Untersuchungsrichter folgen­des aus:

„Von Beruf bin ich Anstreicher, aber ich habe mich in den verschiedensten Erwerbszweigen versucht und auch als Maler einigen Erfolg gehabt. Während meiner langjährigen Tätigkeit im Louvremuseum empfand ich mit großer Bitterkeit, daß die herrlichsten Meisterwerke italienischer Kunst uns geraubt und dort aufgestapelt waren. Wenn die Besucher immer und immer wieder sagten: „Das ist italienisch, jenes ist italienisch!", dann überkam mich Zorn und Wut: ich sagte mir: Ich bin kein Italiener, wenn ich nicht versuche, eines dieser Meisterwerke nach der Heimat zurückzubringen. Dieser Gedanke ließ mir keinen Frieden mehr. Ich verließ den Louvre, als es dort keine Arbeit mehr gab, aber mit der festen Absicht, von dort ein Bild zu nehmen und Italien zu bringen.

Meine Wünsche richteten sich auf die „Gioconda". Eines Tages fand ich Mut, meinen Plan durchzuführen. Ich schmuggelte mich mit anderen Arbeitern in den Louvre ein, ging direkt in den „Gioconda"-Saal, nahm das Gemälde von der Wand und dann aus dem Rah­men, den ich im Souterrain verbarg, steckte das Bild unter meine Bluse und verließ ungehindert das Mu­seum. Bis vor wenigen Tagen schmückte die „Gioconda" mein Schlafzimmer. Nachdem ich glaubte, daß die fran­zösische Polizei sich etwas beruhigt habe, dachte ich daran, das Gemälde nach meiner Heimat zu schaffen. Ich be­absichtigte nicht, die „Gioconda" zu verkaufen. Ich will sie Italien zum Geschenk machen und verlange nur eine kleine Belohnung für das Risiko, das ich lief, und für den Dienst, den ich meinem Vaterlande leistete."

Alle Versuche des Untersuchungsrichters, Herauszu- finden, ob der Erzähler dieser Geschichte ein ehrlicher Phantast, ein raffinierter Spitzbube oder ein Narr sei, scheiterten an Perugias Unerschütterlichkeit, mit der er immer das gleiche wiederholte. Bei seiner Verhaftung war er völlig mittellos. Es wurden nur ,noch 75 Cen- tesimi bei ihm gefunden, und weder eine Legitimation, noch irgend welche Briefe. Perugia verließ seine Hei­mat vor etwa sechs Jahren, um nach Mailand zu gehen. Von Mailand aus wandte er sich nach Paris, wo er als Firnisser sein Brot verdiente. Von dort aus schrieb er eines Tages seinen Eltern, daß er eine große Reise zu unternehmen gedenke: das Ziel könne er nicht angeben. In seiner Heimat genoß Perugia den besten Ruf. Alle versichern, daß seine Lebensführung völlig einwandfrei gewesen sei. Einem Bruder gegenüber machte er im Jahre 1911 in einem Briefe eine Anspielung auf einen großen Reichtum, den er irgendwo angehäuft hätte, und fügte hinzu, daß die ganze Familie noch reich und glück­lich werden solle.

Der Plan des Täters.

es* Paris, 15. Dezember. Die hiesige Polizei ent­deckte unter den beschlagnahmten Papieren des Diebes der Gioconda mehrere Schriften, die andeuten, daß er den Diebstahl seit längerer Zeit vorbereitet hatte. So wurden in seinem Notizbuch unter dem 28. Dezember 1910, also neun Monate vor dem Diebstahl, die Adressen der amerikanischen Millionäre Carnegie, Rockefeller und Morgan gefunden. Man glaubt, daß der Dieb die Ab­sicht hatte, die Gioconda zu stehlen und sie einem der Genannten anzubieten. In einem anderen Notizbuche wurden die Adressen italienischer und deutscher Alter­tumshändler gefunden.

Vraud des Schweriner Schlaffes

Aus Schwerin meldet der Draht: Seit Sonntag abend 9ls Uhr steht das grotzherzogliche Schloß in Flam­men Das Feuer entstand in der Westseite des riesigen fünfstöckigen Gebäudes. Die Westseite und der Turm mit der goldenen Treppe sind völlig zerstört. Die Dach- siüüle des Südflügels stehen bereits in Flammen. Die Hamburger Feuerwehr ist zur Hilfeleistung herbeigeru- fen worden. Um 3 Uhr früh wurde auch der Südflügel vom Feuer ergriffen und darin der große Festsaal, der sogenannte goldene Saal, vernichtet. Die Zimmer der Großherzogln-Mutter Anastasia sind stark beschädigt. Der riesige Verbindungsturm zwischen der West- und der Südseite deö Schlosses steht in Flammen. Um 1 Uhr explodierte das Jagdmunitionslager unter viertel­stündigem Geknatter. Auch für den Nordwestflügel be­steht große Gefahr. Um 2^ Uhr traf die Nostocker Fc. ir wehr ein. Seit üll Uhr abends sind Soldaten mit der Bergung der Sachen beschäftigt.

euer-

Der Umfang -es Scha-enS.

»s* Schmeri«, 15. Dezember. Um 2K Uhr stacht mittags war der Brand auf seinen Herd beschränkt. Die Hamburger Feuerwehr traf um 3 Uhr auf der Brand­stelle ein und leistete tatkräftige Hilfe. Ei» Drtttel deI Schlotzbaues, welcher ausschließlich Neubauten umfaßt, ist vernichtet. Verbrannt find wertvolle Möbel, kostbare Gobelins und Gemälde. Dagegen sind das berühmte Hauptportal und der Johann-Albrecht-Bau mit seinen wertvollen Terrakotten verschont geblieben.

Ein Zug von Aelsmassen verschüNel.

Vier Tote und viele Verletzte.

In der Nacht zum Montag hat sich im Königreich Sachsen ein folgenschweres Eisenbahnunglück ereignet. Durch den Einsturz eines Tunnels wurde ein Eisen­bahnzug von Felsmassen verschüttet. Es bereitete große Schwierigkeiten, die Reisenden zu befreien. Leider sind zahlreiche Opfer des Unglücks zu beklagen. Sieben Per­sonen sollen tot und viele verletzt sein. Der Draht meldet über die Katastrophe:

»-^ Chemnitz, 15. Dezember. Wie die „Chemn. N. N. melden, hat sich in der vergangenen Nacht in der 12. Stunde in der Nähe von Braunsdorf ein schweres Eisenbahnunglück ereignet. Als der letzte Zug den Tun­nel des Harras-Felsens passierte, stürzte dieser ein. Die Felsmassen begruben den Zng unter sich. Man spricht von sieben Toten. Bisher sind vier Leichen geborgen. Außerdem sind einige Reisende schwer und viele leicht verletzt worden.

it in der

Die weiteren Meldungen über das Unglück.

^ Chemnitz, 15. Dezember. Der verunglückte Zug war von zwei Lokomotiven gezogen. Am gestrigen Sonntag hatten schwere, ja orkanartige Stürme ge­herrscht, die am Abend von Gewittern mit Schneewehen begleitet waren. Man nimmt an, daß der Einsturz auf das Unwetter zurückgeführt werden muß, zumal gestern in der hiesigen Gegend Erderschütternngen verspürt wurden. Die Aufräumungsarbeiten sind noch im Gange, man rechnet damit, daß noch weitere Tote sich unter den Trümmern befinden. Der Verkehr wird durch Um- steigen resp. Umleiten aufrecht erhalten.

»e* Chemnitz, 15. Dezember. Bei dem Unglück sind nach späterer Meldung vier Personen getötet, sieben schwer und stebeuundzwanzig leicht verletzt worden.

Der amtliche Bericht.

** Chemnitz, 15. Dezember. Als der Sonntag abend 9,07 Uhr von Roßwein nach Chemnitz abgehenöe Per- sonenzug 1414 zwischen Ginnersöorf und Braunsdorf den Tunnel des Harras-Felsens passierte, stürzte die Stirnseite an dem Ausgange des Tunnels infolge erd- bebenartiger Erschütterungen ein. Die heranbrausende Lokomotive fuhr auf die Trümmer auf und wühlte sich in die Gesteinsmassen fest. Die sechs nachfolgenden Wagen wurden ineinanöergeschoben. Ein Reisender namens Walter Bätzler aus Chemnitz wurde getötet, während sechs Personen schwer und siebenundzwanzig leicht verletzt wurden. Die Verletzten wurden zum Teil ins Krankenhaus nach Frankenberg gebracht. Die Un­tersuchung ist einqeleitet.

der Kampf um Tampico.

Die Bundestruppen Herren der Stadt.

Um die mexikanische Stadt Tampico, die von den Rebellen angegriffen und erobert worden war, hat sich nach der Einnahme noch ein erbitterter Kampf abge­spielt. Der amerikanische General Fletcher meldete, daß er im Namen der Menschlichkeit gegen die Hin­richtung von Kriegsgefangenen seitens der Aufständischen und der Bundestruppen bei Tarnpico protestiert habe. Bisher sind etwa 65 Personen hinge­richtet worden: drei von ihnen wurden weithin sichtbar gehängt. Um 1 Uhr morgens am Sonnabend telegra­phierte Admiral Fletcher, daß die Frauen und Kinder der Ausländer sämtlich Tampico verlassen haben. Nur einige Männer hatten es vorgezogen, zurückzubleiben. Die Lage habe sich verschlimmert, der Kamps dauere fort. Nach einer später beim Kriegsministerium in Mexiko eingelaufenen Meldung sind die Rebel­len in Tampico durch das Bombardement auf die Stadt, das von zwei Kanonenbooten und von Artillerie der Bundestruppen ausgeführt wurde, vollständig vernichtet worden. Hunderte von ihnen sollen in­nerhalb einer Stunde getötet worden sein. Die übrigen befinden sich auf der Flucht nach Victoria.

—. neuestes vom Cage.

Das Kaiserpaar in München.

»*#- München, 15. Dezember. Der Kaiser und die Kaiserin find um 10,50 Uhr vormittags auf dem hie­sigen Hauptbahnhofe eingetroffen, wo sie vom König und der Königin sowie den Mitgliedern des Königlichen Hauses empfangen wurden. Zum Empfange des Kaiser- paareS hatte öte Stadt ein prächtiges Festgewand an­gelegt. Zur Dekoration war besonders Tannengrün verwendet worden, von welchem sich breite Goldbänder

wirkungsvoll abheben. Der KönigSsalon im Haupt­bahnhofe prangt in leuchtendem Blumenschmuck. Der Platz vor dem Hauptbaynbof ist mit hohen Fl mästen besetzt, an denen Wimpel in den Landesfarben und den Reichsfarben flattern.

gen-

bayertschen

Der Weg

zum Bahnhof ist von Ehrenpforten umsäumt.

Millionenschwindel einer Majorswitwe.

>* Stuttgart, 15. Dezember. Hier wurde die Ma­jorswitwe Elisabeth Griesinger mit drei Helfershelfern unter der Beschuldigung verhaftet, große Kreditschwinde­leien verübt zu haben. Die Schuldenlast beträgt über eine Million. Unter den Geschädigten befinden sich zahl­reiche mittlere und kleine Leute, die teils ihr Hab und Gut verloren haben.

Wegen Spionage verhaftet.

»-$ Essen (Ruhr), 15. Dezember. Unter Spionage- verdacht verhaftete die Essener Kriminalpolizei in Die- benhofen einen früheren Kruppschen Arbeiter.

Geheimnisvoller Selbstmord zweier Schwester«.

w> Wien, 15. Dezember. An der Wiener Univer­sität studieren vier aus der Bukowina stammende Schwe­stern namens Schärf, von denen die älteste, Johanna, bereits den Doktortitel hat und Svitalärzrin im ANge- meinen Krankenhanse ist. Gestern nachmittag baveu nun die 24jährige Hörerin der Medizin, Ltka Schärt und ihre 22jährige Schwester, die Philosophie studiert, aus bisher unbekannter Ursache Gift genommen. Trotz der größten Bemühungen der ältesten Schwester und »weter Aerzte konnten die beiden Mädchen nicht mehr ins Leben zurlickaernfen werden. Ein vorgefundener Zettel enthielt die Worte: „Motiv der Tat geht niemand et­was an."

Drei Todesopfer eines Antounfalles.

.., ** Paris, 15. Dezember. Gestern abend ereignete sich aus der Straße von Comviegne nach Soision ein töd­licher Amomobilunsall. Der L>kiihlenbesttzer van Dooren aus Soision der mit seiner Familie eine Fahrt unter, nahm, wurde mitsamt den übrigen Insassen infolge Versagens der Steuerung aus dem Gefährt geschleudert Ban Dooren, seine Frau und sein Sohn waren auf der