vet den Damen, die sie mit der entsprechenden Grazie zu tragen wissen, etwas für sich hat. Daß sie aber vom hygienischen Standpunkte durchaus zu verwerfen ist, wird wohl niemand bestreiten. Natürlich findet sie eben- so viele Feinde wie Freunde, und eine Dame der Hocharistokratie in Paris lud kürzlich alle ihre Freundinnen ein, um ihnen das Wort abzunehmen, die Mode nicht etwa mitzumachen. Es soll dabei zu allerhand erregten Meinungsverschiedenheiten gekommen sein. Vorläufig bemunt diese Mode sich Bahn zu brechen, und wer als gewissenhafter Cbomst emes Abends, was der Pariser Abend nennt, sich zwischen elf Uhr nachts und ein Uhr morgens, vor einem der eleganten Hotels Aufstellung nimmt, der wird das zierliche Frauenbein strumpflos sich aus dem Wagen recken sehen. Nur die schwarzen oder farbigen Kreuzbänder der Schuhe deuten an, daß man hier ehedem einen Strumpf trug.
In dem kleinen und allerliebsten Schuh selbst ist natürlich, unsichtbar für die Mitwelt, ein Strumpf versteckt. Richtiger gesagt, die Andeutung eines Stumpfes. Nur fo weit der Schuh reicht, ist ein kleiner seidener Futzbekleiöungsgegenstand vorhanden. Er wird mit dem Schuh zugleich angelegt. Den Augen der Mitwelt bleibt er für ewig verborgen. Nun sind nicht alle Damen in der Lage, auch haben nicht alle Damen den Wunsch, sich durch das unbekleidete Bein die Erkältungen der Saison zu verschaffen, und so tragen die Vorsichtigen gern fleischfarbene Seidenstrümpfe, die in so vorzüglichen Ausführungen hergestellt sind, daß nur das schärfste Auge sie von der Haut unterscheiden kann. Es werden in der Hinsicht geradezu Wunder an Gebilden hergestellt. Für alle Teintarten gibt es die „Jmitations", so genannt, weil sie die Haut Nachahmer: wollen. Für Blondinen rosenfarbene, für Brünette solche, die in das gelbliche leuchten. Selbst die Fußarmbänder sind bei den modernsten Strümpfen nicht vergessen, sie werden eingewebt, bilden entweder einen goldenen Reifen oder aber eine Kette, bei der die Brillanten und die Perlen nicht vergessen sind.
So ist in Paris der Strumpf Trumpf geworden, insofern, als man ihn nicht mehr sieht. Achtete man früher zuerst auf die Toilette der Dame, aus die Art, wie ihr Kleid gemacht war, so setzt man jetzt in erster Linie die Aufmerksamkeit auf den Fuß, resp, das Bein. Nur, wenn es unbekleidet ist oder scheint, meint die Pari- serin, zu der ersten Modedame gezählt werden zu dürfen.
Vermischtes.
Große Sportwettkämpfe im deutschen Heer. Der Kaiser hat genehmigt, daß im Mai 1914 turnerische und sportliche Schaustellungen und Wettkämpfe zwischen Angehörigen der Armee stattfinöen. Sie sollen im deutschen Stadion abgehalten werden. Beteiligen dürfen sich Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften. Der Kronprinz hat das Protektorat übernommen. Die einzelnen Ausschreibungen werden Zurzeit von einem durch den Kriegsminister einberusenen Ausschutz unter dem Vorsitz des Kommandeurs der M sitärturnanstalt bearbeitet. Die Wettkärnpfe werden für die Vorbereitung der Olympiade von großer Bedeutung sein und deshalb wohl bei allen Freunden des Sports lebhaftes Interesse erwecken.
Knaben als Einbr Her. Vor einigen Tagen wurde in der Augustenstraße zu Cöthen ein Gartenhaus von Einbrechern heimgesucht und ausgeraubt. Was des Mit- nehmens nicht wert schien, wurde zerstört und beschädigt. Am Montag wurde nun in der gleichen Straße ein weiterer Einbruch verübt. Zunächst drangen die Täter in eine Wohnung ein, dessen Besitzer sie abwesend wußten und entwendeten Lebensmittel und Haushaltungsgegenstände. Weiter drangen sie auf dem gleichen Grundstück
in ein Gewächshaus ein und richteten dort die ärgsten Verwüstungen an. Die wertvollsten Gegenstände wurden mitgenommen, das andere zerstört und die Trümmer schließlich in Brand gesteckt. Durch die Kriminal- polizei erfuhren diese Streiche bald eine kaum glaubliche Aufklärung: als Täter wurden nämlich mehrere Knaben im Alter von 9—12 Jahren ermittelt.
Eine Löwenhatz im Kinoatelier. In dem Atelier einer großen Berliner Filmfabrik auf dem Tempelhoser Feld hat sich bei der Aufnahme eines neuen Kinodramas eme aufregende Szene abgespielt, die jedoch gut auslief und eines komischen Beigeschmacks nicht entbehrte. Bet dem Kinodrama spielt ein Aufzug im Löwenkäfig, und man hatte dazu natürlich einen wirklichen Löwen „zur Mitwirkung gewonnen". Seine Partnerin war eine bekannte Berliner Schauspielerin Frieda R. Die Künstlerin begab sich auch, nachdem sie eine momentane Aengst- lichkeit überwunden hatte, in den Käfig. Als sie aber hinter den Gittern stand und der Wüstenkönig sich etwas verdächtig benahm, überfiel sie wieder eine unbezwing- lrche Angst: sie entfloh und ließ hinter sich die Käfigtür offen. Diese Gelegenheit benutzte der Leu sofort, und im Nu war er im Freien. Ein Augenblick lähmenden Entsetzens. Dann suchten alle Anwesenden ihr Heil in der Flucht. Der Löwe machte sich inzwischen mit den Teppichen zu schaffen, die draußen herumtagen, und kümmerte sich kaum um die Herrschaften. Da kam einigen Angestellten der gute Gedanke, dem Löwen mit der Wasser- spritze zu Leibe zu gehen. Die Douche hatte einen glänzenden Erfolg. Die Bestie, der sonderbaren Waffe gegenüber völlig ratlos, zog sich wie „ein begossener Pudel" unter nachdrücklicher Mitwirkung der Dompteuse niedergeschlagen in den Käfig zurück.
Ein Gaunerrekord. Das Unmöglichste schon haben Gauner zur Tat werden lassen, um ihre betrügerischen Pläne durchzuführen: daß man aber eine ganze Stadt erbaut, um Opfer für ein Gaunerstückchen zu suchen, ist denn wohl doch noch nicht dagewesen. Jenseits des großen Teiches, im freien Lande des Dollars, ist zu guter Letzt auch nur das Feld, wo solche Riesenschwindel erfolgreich durchgeführt werden können. Die Gauner müssen ihr Handwerk jedenfalls sehr gut verstanden haben, wenn selbst Leute wie Rockefeller auf den Leim gegangen sind. In Alaska war's, wo ein Gauner-Syndikat zur Ausbeutung von Kohlenbergwerken auf vollkommen ödem Terrain die Stadt Hörner mit Hotels,Restaurants, Tanzböden und allem Luxus erstehen ließ, um den Käufern die Vorstellung von zivilisierten Gegenden vorzu- täuschen. Skrupellose Leute, die sich als Magistratsbeamte ausgaben, fanden sich genug, wurden sie doch im Dienste der Stadt Hörner gut bezahlt. Der Betrug war so meisterhaft ausgeführt, daß das Syndikat seinen Zweck vollkommen erreichte und weite Strecken Landes zu enormen Preisen absetzte, sodatz die für den Städtebau aufgewendeten Kosten reichlich Zinsen trugen. Zu den Hereingefallenen gehört auch John Rockefeller, der dem Syndikat ganz beträchtliche Summen geopfert hat. Jetzt haben die Behörden von Alaska den Riesenschwindel aufgedeckt, doch leider zu spät, denn die Mietglteder des Syndikats sind mit ihrer Riesenbeute längst über alle Berge.
Dynamitverbrechen in Amerika. Ein Verbrecher namens George Davids, der durch eine Reihe von Dynamit-Anschlägen eine traurige Berühmtheit erlangt hat, hat vor dem Geschworenengericht in Minneapolis ein Geständnis abgelegt, aus dem hervorgeht, daß er von einer Geheimgesellschaft damit beauftragt worden war, Bauten, die nicht von syndikalistischen Arbeitern errichtet worden waren, mittels Dynamit zu zerstören. Davids erklärte, daß er Brücken, eine Eisenbahnüber- führung und 47 andere Bauten in die Luft gesprengt
hat. Für seine Tätigkeit hat er nur verhältnismäßig geringe Summen erhalten, die zwischen 20 und 100 uK schwanken. Das Geständnis Davids hat ungeheure Aufregung hervorgerufen.
Hungersnot in Rußland. In Westgrusien herrscht die Hungersnot. Ganze Bauernfamilien liegen erschöpft darnieder und sind nicht mehr imstande, sich zu erheben. An verschiedenen Orten sind zahlreiche Todesfälle zu verzeichnen. Die Leichen sind in die Berge getragen und dort liegen gelassen worden. Die freie ökonomische Gesellschaft spendete den Hungernden zunächst eine große Geldsumme und beabsichtigt weiter eine Rettungsaktion einzuleiten. Auch in Udsk (Sibirien) sind 120 Arbeiterfamilien ohne Lebensmittel, da der Dampfer, der frischen Proviant bringen sollte, im Ochotskischen Meere durch Stürme aufgehalten wurde. Die Arbeiterschaft ist so dem Hunger preisgegeben, da die Lebensmittel- zufuhr zu Lande in kürzerer Zeit sich nicht bewerkstelligen läßt.
o=» neuestes vom Cage.
von Lieberts Wahl als ungültig beantragt.
v-r- Berlin, 10. Dezember. Die Wahlprüfungskommission beschäftigte sich heute mit der Wahl des Avg. von Liebert (Rp.) und beantragte, die Wahl für ungültig zu erklären, von Liebert, Vertreter des sächsischen Wahlkreises Borna, war in der Stichwahl mit etwa tausend Stimmen Mehrheit gegen den Sozialöemokraten gewählt worden
Ein Vorschlag zur Dienstbotenverstchernng.
o-#> Berlin, 10. Dezember. Ein vom Reichstagsabgeordneten Dr. Arendt im Berl. Lok.-Anz. veröffentlichter Artikel über die Dienstbotenversicherung gibt einen Ausweg in der Errichtung von Genossenschaften, welche Mitgliedern, die ihre Dienstboten selbst versichern wollen, ihre Barauslagen zurückerstatten allen Passagieren gesunken.
Zwei Knaben vom Erstickungstode gerettet.
oe*- Berlin, 10. Dezember. (B. Z.) Bei einem Brande in der Kochstratze wurden zwei Knaben, die sich unter die Bettdecken verkrochen hatten, von der Feuerwehr aus der bereits stark verqualmten Stube in Sicherheit gebracht. Die Kinder hatten vermutlich das Feuer durch Spielen mit Streichhölzern selbst verursacht.
Kein Weihnachtsurlaubverbot im Elsaß.
fe* Stratzbvrg, 10. Dezember. Ein hiesiges Mit- tagsblatt meldete aus Straßburg, daß das Verbot des kommandierenden Generals von Deimling, den elsässi- ichen Rekruten einen Weihnachtsurlaub zu erteilen, aufgehoben worden sei. Wie das Wolffsche Telegraphen- dureau von zuständiger Seite erfährt, kann von einer Aufhebung eines solchen Verbots keine Rede sein, da es überhaupt nicht ergangen war. Die Sinnlosigkeit einer derartigen Maßnahme liegt offen zutage.
Gefängnis wegen Opiumschmuggels.
r-r- Paris, 10. Dezember. Das Zuchtpolizeigericht verurteilte vier Chinesen wegen Opiumschmuggels zu drei Monaten Gefängnis und 4000 Francs Geldstrafe.
Die Winterstürme in Amerika.
>* London, 10. Dezember. Daily Chroniele meldet aus Neuyork: Die ganze nördliche Hälfte der Vereinigten Staaten vom Felsengebirge bis zur Altantischen Küste ist von heftigen Winterstürmen heimgesucht worden. Denver in Colorado ist von der Außenwelt abgeschnitten. Nahrungsmittel sind nur schwer zu beschaffen. Der Bahnverkehr ist lahmgelegt. Auf den großen Seen wüten heftige Stürme. Drei Passagier- dampfer sind auf dem Michiganfee und dem Eriesee mit
Für Sdnitafdiiiit (Slietr) u. Amamhic perfekte Dame für hiesiges Büro sofort gesucht.
Den Gesuchen mit Gehaltsansprüchen sind Zeugnisabschriften beizufügen.
Der Landrat
von Grunelius.
$flltrlan6if*tr fronen» Hirtin.
Die für die Ausstellung uns zugedachten
Sanbarbetten u. sonstigen Gaben bitten wir Freitag den 12. Dezember von 2 Uhr nachmittags an im Augusta Viktoriahaus ab- zugeben.
Der Vorstand.
Einen ordentlichen
Jungen nimmt in die Lehre alsbald oder zu Ostern.
Adam Sander
Sattlerei u. Polstergeschäft.
Grobe Schellfische
ohne Kops
Selgoliinder Schellfische
mit Kopf
»ratschellfische
Lebende Spiegelkarpfen
Kieler BMlinge
empfiehlt
I. H. Otto.
Äasserversorgung
Ransbach, Kreis Hkrsftlil.
Die für die Herstellung des Wasserwerkes nötigen
Lieferungen und Arbeiten
sollen öffentlich vergeben§werden und zwar:
Los I. Herstellung der Quellenfassung u. der Sammel- Kammer, sowie des Hochbehälters von 120 ebm Inhalt;
Los 11. Liefern u. Verlegen von ca 2850 m Muffen- röhren 275—70 m/m Lichtweite, einschl. 2400 kg bearbeitete und unbearbeitete Formstücke, das Liefern und Versetzen von 23 Schiebern, 17 Ober- flurhydranlen, sowie die Herstellung von ca. 100 Hausanschlutzleitungen.
Die Verdingungsunterlagen können gegen post- und bestellgeld- freie Einsendung von 2,00 Mk. für Los I und 3,00 Mk. für Los II von Herrn Civilingenieur I. Kohl in Fulda bezogen werden, woselbst die Projektsunterlagen jederzeit eingesehen werden können.
Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, unter Verwendung der vorgeschriebenen Angebotsformulare und unter Anerkennung der Bedingungen
bis zu in 22. Dezember 19(5
mittags 1 Uhr
dem unterzeichneten Bürgermeisteramt einzureichen.
Die Zuschlagsfrist beträgt 4 Wochen und behält sich die Gemeinde freie Wahl unter den Anbietern vor.
Ransbach, im Dezember 1913]
Der Bürgermeister
Scheer.
Tüchtiger
Pferdeknecht
für sofort gesucht.
Peter Wolfs
gegenüber der Post.
Spekulatius aus nur frischer Naturbutter empfiehlt
Iohs. Jäger
Linggplatz.
Reichhaltige Auswahl in
■lernen
PhoiograpMH
aus echten Hölzern.
= Siels Eingang von nenheiten. —
Oskar Wilkens
Fernruf 265.
Reue Wallnüsse
„ Sie». Haselnüsse
„ türl. Manchen Weibnachtslerzen
sowie alle ZutatenrnrFeinbüllerei empfiehlt
Willi. Zickendrath jr.
Linoleum-Teppiche
9,50 Mk. — 14.50 Mk. und 17.50 Wk.
Linoleum-Stückware
200 cm breit, ausrangierte Muster
------ Quadratmeter 1.50 Mk. 111
Linoleum-Läufer
-- Meter 98 Pfg. und 1.30 Mk. ----
Verlegen von Linoleum unter billigster Berechnung.
Kaufhaus'' ' Krach “
Alleinvertrieb der Bremer Linoleum-Werke Delmenhorst für Hersfeld und Umgegend.
Krelsarbeitsnachweis Bebra.
Rotenburgerstraße 107. Fernruf 13.
Gesucht werden sofort 1 Schuhmacher, 1 Viehfütterer, 1 Knecht, 20 Jahre, 1 verh. Schäfer, 1 verh. Knecht, zum 1. 1. 14 3 Knechte bei hohem Lohn. — Stellung suchen sofort oder später: 1 Besitz.-Sohn, ev., 23 I., als Wirtschaftsführer oder 1 Knecht mit Fam.-Anschluß, 1 verh. Schweizer, 37 I., ev., 1 Kind (9 I.), zum 1. 1. oder 1. 2. 14 1 verh. Schweizer, 30 I., Frau hilft mit.
Allen Anfragen ist Rückporto beizufügen.