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Vermischtes.

Einer der gefährlichsten Schwindler Groß-Berlins, der 35jährige sogenannte Kaufmann Heinrich Armonter, der bei fast allen großen Schwindelunternehmen seine Hand im Spiele hatte, ist am Sonntag wieder einmal polizeilich ermittelt und hinter Schloß und Riegel ge­bracht worden. Zuerst betrieb er ein Rechtsbureau und Jnkassvgeschäft irr der Friedrichstratze. Als ihm der Be­zirksausschuß die Ausübung von Rechtsgeschäften unter­sagte, verlegte er sich auf andere Schwindeleien. In der letzten Zeit gründete er eine Genutzmittelzentrale. Er verlegte seinen Wohnsitz bald hierhin, bald dorthin, aber immer in einen entfernten Berliner Vorort. Erst wenn die Dunkelheit herernbrach, kam er nach Berlin und er­ledigte seine Geschäfte. Auch gegen seine Frau lag neuer­dings ein Haftbefehl wegen Gefangenenbefreiung und Beihilfe zu Betrügereien vor. Die Frau wurde den ganzen Tag über beobachtet. Als sie am Sonnabend aus dem Stettiner Bahnhof einen Zug bestieg, folgten thr zwei Beamte und stiegen mit der Frau in Birkenwerder aus. In einem Herrn, der sie dort begrüßte erkannten sie den lange gesuchten Schwindler und nahmen ihn mit­samt der Frau fest.

Einen abscheulichen Schwindel hat ein noch un­bekannter Mensch in Leipzig zum Nachteil einer dort wohnenden Witwe erfolgreich ausgeführt. Binnen kur­zem will der Sohn der Frau aus Mexiko zurückkehren. Auf irgendeine Weise hat der Gauner dies erfahren. Er erschien bei ihr, überreichte ihr ein Frachtbrief­formular und gab an, es sei eine Kiste aus Mexiko eingetroffen, die Fracht betrage 39,95 Mark. Die Frau gab ihm 40 Mark und nahm die Kiste in Empfang. Es fanden sich darin nach der Oeffnung aber nur einige Stücke Sackleinwand, leere Sektflaschen und ein leerer Bücklingskorb. Die Leipziger Polizei hat eine Beloh­nung auf die Ermittelung des Gauners ausgesetzt.

Ein Einbrecherverein das Allerneueste! Man wirft den Deutschen oft und gern Vereinsmeierei vor und behauptet, die winzigste Ursache genüge ihnen, unter irgend einem Namen eine geordnete Gesellschaft zu gründen. Daß aber ein Verein von Einbrechern auf­getan wurde, dürfte doch immerhin etwas neues sein, und hierin bewiesen die jetzt verhafteten Dieße, der 1895 in Würzburg geborene Schuhmacher Karl Martin, der 1896 in Jchtershausen geborene Ausläufer Robert Jäger, der 1893 geborene Fritz Schmidt von Frankfurt, der 1894 in Worms geborene Ausläufer Georg Lutz und der 1893 in Hausmehring geborene Hausbursche Bern­hard Niedermeyer ihre Originalität. Natürlich hatte der Verein einen scheinbar harmlosen Namen, denn er nannte sichVerein der fidelen Fünf" und hatte eine vom 7. November 1913 datierte Stiftungsurkunde. Lei­der sind die Satzungen verloren gegangen, und man kann nicht wissen, sondern nur ahnen, daß Wirtschafts­und Ladeneinbrüche ihren Inhalt bildeten. Jedenfalls hat sich der Verein nach dieser Richtung hin eifrig be- tätigt und sich nach seinem Sinnegroße Verdienste" erworben. 1. Vorsitzender des Vereins war Schmidt, 2. Vorsitzender Martin, Schriftführer Lutz, und als Kas­sierer fungierte eine Persönlichkeit, die sonst nichts mit den Dieben gemein hatte. Die Sitzungen des Vereins fanden abwechselnd in verschiedenen Lokalen statt, und die Fidulität erstreckte sich, wie auch sonst in Gesell­schaften, bis spät in die Nacht, nur daß sie ganz,andere Formen annahm. Man begab sich nämlich gemeinschaft­lich auf die Suche nach für Einbrüche geeigneten Wirt­schaften und Läden, streg oder fchlich oder brach ein, je wie es der Augenblick erforderte, und stahl, was man nur fand. Geld, Eßwaren, allerhand Gegenstände, und hatte schließlich eine Beute von einigen hundert Mark zusammen. Der Verein wird wohl kaum sein 25jähriges Jubiläum feiern können, denn die Frankfurter Krimi­nalpolizei kam hinter seine Geheimnisse und nahm kur­zerhand den Vorstand samt den Mitgliedern, die alle in guten Stellungen waren, aber mit ihrem Gelde nicht auskamen, fest. Mit der einen rühmlichen Ausnahme des Kassierers natürlich!

Schreckensfahrt eines Segelschiffes. Der Kapitän des in Marseille angekommenen südamerikanischen Post­dampfersLa Plata" berichtet, daß er am Donnerstag morgen im Golf von Lyon das SegelschiffMarie-Al­fred" aus St. Malo angetroffen, das nach dem Bericht des Kapitäns desMarie-Alfred" eine schreckliche Fahrt hinter sich hat. DerLa Plata" wurde durch Notsignale desMarie Alfred" zur Hilfe gerufen. Der Kapitän des in Not befindlichen Schiffes erzählte, daß sie vor 16 Ta­gen in Gibraltar abgefahren feien. Ein ungünstiges Wetter habe sie von der Route abgetrieben, bei einem Sturm sei das Großsegel zerrissen und das Steuer zer­brochen worden, sodaß sie hilflos auf dem Meere umher­getrieben seien. Bald habe sich ein großer Mangel an Lebensmitteln und Trinkwasser bemerkbar gemacht, und seit drei Tagen hätte kein Mensch auf dem Schiff auch nur das geringste gegessen. Dte ganze Besatzung drohte vor Müdigkeit und Erschöpfung umzusinken. DerLa Plata" versah das Schiff mit reichlichen Lebensmitteln und schleppte es dann nach St. Malo.

Mit 103 Jahren zum erstenmal zur Wahlurne. Der Fall, daß jemand im Alter von 103 Jahren zum ersten­mal in die Lage kommt, von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen, hat sich kürzlich im nordamerikanischen Staat Oregon zugetragen, in welchem im vergangenen Jahre das Frauenstimmrecht zur Annahme gelangte. In dem Städtchen Eugene in Oregon lebt die 103jährige Frau Sarah Todd, eine Schwägerin Abraham Linkolns. Die alte Dame ließ es sich am 4. November dieses Jahres bei Gelegenheit der einzelstaatlichen Wahlen nicht neh­men, an der Wahlurne zu erscheinen und ihre Stimme abzugeben. Frau Todd bekennt sich als eifrige Frauen­rechtlerin und ließ auf dem Wege zum Wahllokal einen Herrn, der ihr seinen Arm bot, sehr energisch abblitzen.

Seine Frau zu Tode mißhandelt zu haben wird der 42 Jahre alte Arbeiter Eduard Damaschke aus der Kösliner Straße 22 in Berlin beschuldigt. D. bewohnte mit seiner 37 Jahre alten Ehefrau Karoline, geborene Kanopke, in dem Hause seit dem 15. September d. J. eine Stube. Der Mann war ein starker Trinker und mißhandelte seine Frau, die auch gern dem Alkohol zu- sprach, ständig in der rohesten Weise. Fast jeden Tag mußten die Hausbewohner die widerwärtigen Auftritte mit anhören. Erst am vergangenen Sonntag mißhan­delte D. die Frau in der barbarischsten Weise. Als Nach­barn hinzueilten, fanden sie die schrecklich zugerichtete Frau besinnungslos aus dem Flur liegen. Erst nach ei­ner Viertelstunde kam sie wieder zu Bewußtsein, aber noch am nächsten Tage lag sie regungslos im Bette. Trotz der Vorhaltungen andererMieter wollte der Mann keinen Arz herbeiholen. Die Polizei ließ die Frau in­dessen nach dem Krankenhaus bringen. Hier verstarb sie, ohne daß die Aerzte die Todesursache bestimmt angeben konnten. Diese ließ sich auch bei Obduktion der Leiche nicht einwandfrei feststellen. Weil der dringende Ver­dacht besteht, daß die Verstorbene an den Mißhandlun­gen ihres Mannes gestorben sei, wurde dieser in Haft genommen.

Ein weiblicher Sonderling. In einem dürftig möbltertLN, höchst unsauberen kleinen Logis in der

Drummondstreet zu London fand die Polizei vor weni­gen Tagen eine etwa 60jährige Frau tot auf, die in der Nachbarschaft für eine menschenscheue Einsiedlerin ge­halten wurde. Man sah die Alte nur einmal des Tages zwischen 11 und 12 Uhr vormittags das Haus verlassen, um Lebensmittel einzukaufen. Sie blieb nie länger als eine halbe Stunde fort. Da sie nun mehrere Tage nicht mehr gesehen worden war, erstattete der Hausverwalter Anzeige, nachdem er sich mit Hilfe einer Leiter Einblick in die Wohnung verschafft und festgestellt hatte, daß die Mieterin bewegungslos auf dem Fußboden lag. Die ärztliche Untersuchung ergab als Todesursache doppel­seitige Lungenentzündung und Gesichtsrose. In der Be­hausung entdeckten die Beamten unter Lumpen versteckt einen Beutel mit 3400 Mark in Gold und ein Spar­kassenbuch über 4000 Mark. Es ließ sich aus einigen Schriftstücken ersehen, daß die verstorbene May Annie Roberts hieß und einst ein vielbegehrtes Malermodell gewesen ist. Ihr Vater war, wie Nachforschungen er­geben haben, als Baumeister tätig. Bisher konnte jedoch nicht ein einziger Verwandter der Toten aufgAunden werden. Sie unterhielt mit keinem Menschen Verkehr und empfing niemals Briefe.

Ein internationaler Hoteldieb verhaftet. In Ham­burg wurde vor einigen Tagen von der Kriminalpolizei ein Mann unter dem Verdacht des Diebstahls festge­nommen, der sich als ein Kaufmann Franz Klose aus Jauernig in Böhmen entpuppte. Bei dem 60 Jahre al­ten Verhafteten wurden zahlreiche wertvolle Gegen­stände gefunden, und er erzählte, daß er als Geschäfts­reisender Oesterreich und Deutschland bereise. Da die Hamburger Kriminalpolizei den Angaben Kloses wenig Glauben schenkte, wandte sie sich an die Berliner Kri­minalpolizei. Die Ermittelungen ergaben, daß man es mit einem alten internationalen Hoteldieb zu tun hatte. Klose, der sich dauernd unter den verschiedensten Namen auf Reisen befand und nur von Hoteldiebstählen lebte, wird von einer Reihe von Staatsanwaltschaften gesucht. So hat er in Dresden am 11. März einem Hotelgast, der mit ihm in einem Hotel wohnte, einen wertvollen Mantel gestohlen. Hier nannte er sich Gutspächter Karl Walter aus Peterswaldau. Kurz vorher hatte er als Forstrat Karl Hekel aus Seitenberg und als Gutsbe­sitzer Alois Rösner aus Schöuau andere Hoteldiebstähle ausgeführt. Einige Wochen später trat er in Karlsbad als Fabrikant Karl Weiser aus Domslau auf und schon am nächsten Tage in Marienbad als Fabrikant Josef Latzel aus Schönberg. An beiden Orten machte er reiche Beute. In Marienbad verschwand er am frühen Mor­gen aus seinem Hotel mit dem Koffer eines Hotelgastes, der außer Gebrauchs- und Wertgegenständen in barem Gelde 400 Kronen und 200 Mark enthielt. Von Marien- baö wandte sich der Verbrecher nach Wiesbaden und Straßburg im Elsaß, wo er unter den Namen Pohl und Wagner auftrat. Schließlich kam er auch über Wien nach Berlin, um auch hier in den verschiedensten Hotels die Gäste zu bestehlen. Von Berlin fuhr er nach Hamburg, wo er der Polizei in die Hände fiel. Klose wird zur Begleichung aller seiner Rechnungen vor dem Straf- richter demnächst seine Rundreise durch Europa in um­gekehrter Reihenfolge wiederholen.

Eine Frau als Hotelportier. Den Skandinaviern gebührt der Ruhm, der Frau, einem längst empfunde­nen Bedürfnis Rechnung tragend, einen neuen Beruf geöffnet zu haben: die Tätigkeit als Hotelportier. Die Pionierin der Frauenrechte auf dem Gebiete des Por- jierwesens ist ein Fräulein Kristensen, die seit einiger Zeit mit Geschick und Erfolg in einem Hotel von Mar- strand mit Portiermütze und goldgeränderter Livree das Amt des Portiers versteht. Und sie ist mit ihrer Tätig­keit vollauf zufrieden, um so mehr, als es, wie ein Pariser Blatt berichtet, schon seit langem ihr Wunsch war, den Beweis zu erbringen, daß auch als Hotel­portier die Frau dem Manne wenn nicht überlegen, so doch mindestens gleichwertig ist. Fräulein Kristensen verfügt über sehr reiche Sprachkenntnisse und so wurde es ihr auch nicht schwer, die ersehnte Karriere einzu- schlagen.

In Geldverlegenheit. Frau:Ich glaube, unser neues Mädchen ist nicht ehrlich. Laß doch mal, wie aus Versehen, ein Zwanzigmarkstück liegen!" Mann: Gern, aber zu dem Zweck müßte ich erst irgendwo das Zwanzigmarkstück stehlen."

Familienanschluß. Gnädige:Eben war der Ge­richtsvollzieher im; auch bei Ihnen hat er einiges ge­pfändet." Bonne:Bei mir?"Na, Sie haben doch Familienanschluß!"

Das kommt davon. Versicherungsinspektor:Ich begreife nicht, wie die Feuerwehr das ganze Forstamt total abbrennen lassen konnte! Hat denn gar niemand Feuerlärm gemacht?" Kommandant:Doch! Der Oberförster hat alleweilFeurio" geschrien abes es hat's ihm niemand g'laubt!"

der Gorilla als Zrauenlführer.

Erzählung eines deutschen Vermessungsbeamten.

Ueber die Entführung einer Frau durch einen Go­rilla liefert der Feldmesser Nähr in der neuesten Num­mer der WochenschriftKolonie und Heimat" einen Be­richt, welcher der oft bezweifelten Behauptung, daß die menschenähnlichen Affen Frauen und Mädchen an sich reißen, recht zu geben scheint:

Es war am 1. März 1911, als ich von meiner mehr­tägigen Dienstreise von Jaunöe (Kamerun) auf dem Lager des Landmessers Wilhelm bei dem Orte Esumba- Mkebe, hart an der Grenze der beiden großen Stämme Jaunde" undBakoko" eintraf, um mich von den aus- gestandenen Anstrengungen zu erholen. Ich hatte es mir kaum etwas bequem gemacht, als ich ganz in der Nähe des Buschhauses ein fürchterliches Schreien und Jammern hörte. Der schwarze Koch des Herrn Wilhelm kam ins Haus gestürzt und rief mir mit allen Anzeichen des Entsetzens zu:Herr, der große Buschmann ist da!" Schnell packte ich meine gute Pürschbüchse und rannte in meinen nicht mehr ganz wasserdichten Hausschuhen dem Unhold entgegen. Als ich aber nach wenigen Minn- ten an dem Platze ankam, von dem das Geschrei ertönte, bot sich mir ein furchtbarer Anblick. Ein mächtiger Go­rilla lag auf einem Schwarzen und richtete sein Opfer schrecklich zu, während die Kameraden, mit Buschmessern bewaffnet, in kurzer Entfernung den Schauplatz um- standen, aber nicht wagten, den Unglücklichen aus der Gewalt des Gorillas zu befreien.

Als ich mit meiner Büchse in einer Entfernung von etwa 40 Meter erschien, was der Bestie nicht entgangen war, erhob diese sich kampfbereit. Doch das Tier hatte keine Zeit mehr zu einem Angriff. Durch einen Herz­schutz getroffen, wankte es noch drei Schritte abseits, um dann zusammenzubrechen. Der Kampf zwischen dem Schwarzen und dem Affen hatte sich nach der Erzählung der Eingeborenen etwa folgendermaßen abgespielt: Das Tier spazierte gemütlich aus dem Busch heraus, um eine der auf der Farm arbeitenden Frauen zu entfüh- ren. Die begann natürlich fürchterlich zu schreien. Die Männer wurden dadurch aus ihrem gewohnheitsmäßi­

gen Schlaf aufgescheucht und eilten der Frau zu Hilfe. Der Affe ließ nun von dem Weibe ab, rächte sich aber dafür an demjenigen, der ihm zu nahe gekommen sein mutz^ie ^mtn, öen ich nachher nach dem Hospital der Kameruner Mittellandbahn an der Kribr-Jaunöestraße (wo ihn Dr. Fuhzek behandelte) .Bringen ließ, hatte furchtbare Verletzungen. Beide Hände waren total zu Brei gedrückt. Die Waden waren bis auf den Knochen glatt durchaerissen: ebenso die Armmuskelm. Ein Be­weis, welch unheimliche Kraft ein solches Tier besitzt. Die Weibchen sind von viel geringerer Große als die Männchen. Die durchschnittliche Große ist 130 bis 140 Zentimeter. Auch im Bau ist das Weibchen nicht so plump, auch sind die Eckzähne nicht zu großen, raubtier- artigen Reißzähnen entwickelt wie beim Männchen. Das Gesicht ist daher viel weniger wild und weit men­schenähnlicher.

Sieben Rollenarbeiier getötet

h Berlin, 24. November. Heute vormittag 10^ Uhr fuhr ein Probezug, der vom Schlesischen Bahnhof abgelassen worden war, in der Nähe von Karlshorst in eine Rotte Arbeiter. Sechs Arbeiter wurden getötet und zwei schwer verletzt. Das Unglück ereignete sich zwischen den Stationen Karlshorst und Sadowa bei Bude 10, wo die Arbeiter ein Anschlußgleis herstellten. Unter den Verletzten befindet sich auch der Schachtmeister. Ein schwerverletzter Arbeiter ist bald nach dem Unglück ge­storben, so daß die Zahl der Toten nunmehr sieben be- trä^ Berlin, 24. November. (B. 33 Der Probezug, welcher nur Wagen der Eisenbahnwerkstätte enthielt, die auf ihre Betriebsfähigkeit probiert werden sollten, kam von der Station Sadowa. Die Arbeiter, welche mit den Vorarbeiten für die Anlage eines neuen Bergwerkes in der Wuhlheide beschäftigt waren, konnten den Zug nicht sehen, weil im gleichen Augenblick auf dem Nach­bargleis ein Vorortzug nahte und der Rauch der Loko­motive die Aussicht versperrte. Das Bahnpersonal, das in der Nähe der Unfallstelle arbeitete, kam sofort zur Hilfeleistung herbei, auch die Soldaten der Berliner Garnison, die sich in der Nähe aufhielten. Bald langte auch die Feuerwehr von Karlshorst an der Unglücks­stelle an. Die Abteilung bestand aus fünfzehn Arbeitern einer Tiefbaufirma. Es ist festgestellt, daß das übliche Signal Beim Nahen des Zuges ertönte, aber «berhört worden ist.

w neuestes vom Enge.

Sechs Selbstmordversuche an einem Tage.

6-*= Frankfurt a. M., 24. November. Ueber nicht weniger als sechs Selbstmordversuche wird berichtet: Ein 28 Jahre alter Möbelhändler brächte sich in selbstmörde­rischer Absicht einen Schuß Bei und verletzte sich schwer. Ein junges Mädchen versuchte sich aus Liebeskummer mit Lysol zu vergiften und eine 28 Jahre alte Frau ver­letzte sich durch einen Schutz ins Herz erheblich. Eine in der Spohrstratze wohnende 26jährige Frau wollte sich durch Gasvergiftung aus dem Leben schaffen, konnte aber wieder ins Leben zurückgerufen werden. Auf die gleiche Weise versuchte sich ein 20jähriger Mann zu ver­giften. Er wurde in die Irrenanstalt gebracht. Ein junger Mann wurde mit einem Schutz im Herzen tot aufgefunden. Unaufgeklärt ist noch ein Todesfall. Das 21jährige Dienstmädchen Marie Schlüssel wurde in ihrer Mansarde in der SÄulstraße als Leiche aufgefunden. Die Leiche wurde beschlagnahmt.

Selbstmord eines Krankenkassenrechners.

w Osterode a. H., 24. Nevember. Erhängt hat sich hier der Kassenführer Kämpe von der hiesigen Orts­krankenkasse, well bei einer unerwarteten Revision der Kasse sich einige unbedeutende Unregelmäßigkeiten her­ausgestellt hatten.

Ein Fuhrwerk von einem Eisenbahnzuge zermalmt.

e-£ Dortmund, 24. November. (B. Z.) An einem Bahnübergänge bei Oberhausen wurde ein Fuhrwerk von einem Schnellzug ersaßt und zermalmt. Die Be­sitzerin des Fuhrwerks wurde schwer verletzt, die Pferde wurden getötet.

Ein Student bei einer Schlägerei schwer verletzt.

Mannheim, 24. November. In der Nacht zum Sonnabend ereignete sich hier ein schwerer Zusammen­stoß zwischen Studenten der Ingenieurschule, die von der Kneipe heimkehrten, und einigen jungen Burschen. Nach derNeuen Bad. Lanöesztg." wurde der 21 Jahre alte Student Paul Trust aus Appendorf durch Messer­stiche in das rechte Auge, in den Rücken und in die Hand lebensgefährlich verletzt. Drei Burfchen wurden verhaftet.

Furchtbare Folgen einer Explosion.

e-* Lndwigshafen, 24. November. (B. Z.) Sonntag nachmittag ist in der hiesigen Sagofabrik ein Acetylen- behälter explodiert. Hierbei wurde dem 16 Jahre alten Lehrling Büchler der Kopf abgerissen.

Rußlands Einfluß auf Bulgarien und Serbien.

$-* Paris, 24. November. Der Mattn veröffentlicht den am 29. Februar 1912 in Sofia abgeschlossenen bul­garisch-serbischen Bündnisvertrag, denen Hauptpunkte bereits bekannt sind. In dem gleichzeitig veröffentlichten geheimen Anhang verpflichten sich die Vertragsparteien, den Vertrag der russischen Regiernng mitzuteilen und in etwaigen Streitfällen den Schiedsspruch Rußlands anzuhören.

Ein Automobil in den Kanal gestürzt.

»-#> Reims, 24. November. Gestern abend kam ein Automobil in der Nähe von Sillery vom Wege ab und stürzte in den Kanal. Vier Personen ertranken.

Eine kalifornische Schauspielerin als Mörderin.

o-s» London, 24. November. (B. Z.) Nach einer Meldung aus Los Angeles (Kalifornien) hat die früljere Schauspielerin Verra Scott, die wegen mehrfacher Räu­bereien verhaftet worden war, eingestanden, am 23. No­vember 1905 den Sohn des Chikagoer Warenhausbe­sitzers Marshal Field ermordet zu haben. Der junge Mann wurde seinerzeit mit einer Schußwunde sterbend aufgefunden. Er konnte noch angeben, sich den Schuß selbst beigebracht zu haben. Auf Grund dieser Aussage wurden damals alle weiteren Nachforschungen eingestellt.

Verteidignngsmatznahmeu in Mexiko.

^ Mexiko, 24. November. Den hiesigen Deutschen rst ein Rundschreiben zugegangen, worin die Einzel- Hetten für die Organisation der Verteidigung enthalten sind. Deutsche, die in der Armee gedient haben, stehen an der Spitze der Organisation. Waffen und Munition sind reuWB vorhanden. Die österreichisch-ungarische Gesandtschaft hat die österreichisch-ungarischen Staatsan­gehörigen dringend aufgefordert, mit der deutschen und den anderen europäischen Kolonien zwecks Organisation ihrer Verteidigung zusammenzuwirken. Sie teilt gleich, zeitig mit, die mexikanischen Truppen seien so schwach und die Wahrscheinlichkeit von Unruhen so aroß, daß die SneK roetfe ansieht, Verteidtgungömaß.