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növer eingeschleppt worden. Drei Mann wurden sofort isoliert. Ein weiterer unter typhusverdächtigen Erschei­nungen ertränkter Soldat befindet sich in Lebensgefahr.

Schwere Krise in der dänischen Industrie. Nach dem B. T." hat der dänische Arbeitgeberverein am Dienstag beschlossen, alle der Arbeitnehmerorganisation angehö­renden Arbeiter, das sind nahezu alle ungelernten Ar­beiter, mit dem heutigen Taqe auszusperren. Es han­delt sich um etwa 25 000 Arbeiter. Es droht eine Still- legung fast der gesamten dänischen Industrie.

Untaten der Stirnmrechtlerinnen. Im Alexandra- park m Manchester wurde das Kaktushaus durch eine Bombe zerstört. Man schreibt dieses Berbrechen den Vertreterinnen des Frauenstimmrechts zu. Die Samm­lung, die im Pavillon untergebracht war, hatte einen Wert von ungefähr 200 000 X In Frenchay bei Bristol brannte nachts ein unbewohntes Landhaus nieder. Aus dort gefundenen Schriftstücken schließt man, daß auch hier ein Zerstörungsakt der Frauenrechtlerinnen vor- liegt.

Wissenschaft, Kunft and kiteratur

Wolken und Nebel im November. Der November ist derjenige Monat, der im allgemeinen die dichteste und andauerndste Bewölkung hat und in dem häufig Nebel die Luft erfüllen, die ja im Grunde nichts anderes sind als Wolkenbildungen, die an der Erdoberfläche sich vollzogen haben. Die Zeit vor dem November bringt durch ihre wärmenden Sonnenstrahlen immer noch eine beträchtliche Menge Wasser der Meere und Binnenge­wässer zur Verdunstung. So ist denn die Atmosphäre mit Wafserdampf angefüllt. Aber während dieser im Sommer trotz seiner alsdann größeren Menge gas­förmig bleibt, ist die Luft bei der jetzt eingetretenen niedrigen Temperatur eher mit Wafserdampf gesättigt, und es erfolgt dal sation oder Bert ________ , _

tröpfchen. Diese setzen in der Höh Erdoberfläche die N

cher reichlicher als im Sommer Konden- dichtung, d. h. Bildung von Wasser- ' '"'e die Wolken zusam-

ebel. Letzterer bildet

men, an der Erövberfläch. ... _______ . sich vor allem des Abends, wenn der Erdboden keine Wärme mehr von der untergegangenen Sonne empfängt und die vorher empfangene Wärme ausstrahlt. Von ihm aus wird auch die Luft, von unten nach oben fortschreitend, abgekühlt, und so lagert sich Nebelschicht auf Nebelschicht ab, was den Eindruck hervorruft, als senkten sich diese Schichten, die übrigens nicht streng getrennt sind, aufeinander herab) wir sagen: der Nebel fällt" des Abends. Umgekehrt sprechen wir von einem Steigen" des Nebels am Morgen, da das Sonnenlicht zuerst die feste Erdoberfläche erwärmt und von hier aus die Wärme durch Leitung (und Strahlung) der Luft von unten nach oben mitgeteilt wird. Je wärmer aber die Lust wird, desto mehr Wasserdampf ist sie imstande aufzunehmen (ihre Sättigungssähigkeit oder -Kapazität wächst), und so lösen sich denn die Nebeltröpfchen von unten nach oben fortschreitend auf. Wenn der Nebel wirklich stiege, wie es der Sprachgebrauch angibt, müßte er nachher oben in der Höhe der Atmosphäre als Wolke schweben, während er tatsächlich völlig verschwindet. Der Dezember löst den finsteren Gesellen November meist mit heiteren Frosttagen ab. Dies könnte zunächst auf- sallen, da ja im Dezember die Temperatur noch weiter sinkt, also auch die Sättigungsfähigkeit der Luft noch mehr abnimmt. Wenn dies auch richtig ist, so bedeute man, daß die Atmosphäre dann weniger Wafserdampf enthält als zuvor, da die kälter und kälter werdende gahreszeit weniger Wasser zur Verdunstung brächte. omit kann die Luft wegen des absoluten Mangels an Wasserdampf nicht so leicht ihren Sättigungspunkt er­reichen.______________________________________________________

Vermischtes«

Verzweiflungstat einer Postmeisterin. Das Post­meistersamt des Dorfes Boba bei Innsbruck, das die Postmeisterin Helene Milvius leitet, war der Schau- « einer schweren Bluttat. Die Mutter der Postmei- n, die seit langem infolge ständiger materieller Sorge geisteskrank ist, versetzte beim Morgengrauen ihrer schlafenden Tochter 38 Axthiebe und Messerstiche und machte dann einen Selbstmordversuch. Sie lief auf den Boden, schnitt sich in die Kehle und sprang schließ­lich durch ein Fenster in die Tiefe. Man fand sie später bewußtlos in einer Blutlache auf. Mutter und Tochter wurden ins Krankenhaus gebracht. Die lebensgefährlich verletzte Postmeisterin bat mit dem Hinweis auf die Geisteskrankheit der 71jährigen Mutter, sie zu schonen. Die alte Frau klagte seit langem, daß sie keine Lebens­mittel und kein Heizmaterial mehr habe und fürchtete, großem Elend entgegen zu gehen.

Selbstmord mit der Schießmaske. Kürzlich ver­suchte ein Hausmetzger in Furtwangen sich dadurch das Leben zu nehmen, daß er eine Schießmaske, wie solche zum Töten des Großviehs benutzt werden, aufsetzte und das in ihr befindliche Pulver zur Explosion brächte, wo­durch ein 15 Zentimeter langer Bolzen abgefeuert wird. Der Schädel des Selbstmordkandiöaten erwies sich aber als recht widerstandsfähig,' das Geschoß drang nur zum Teil in den Kopf, und erst nach mehreren Tagen starb der Mann. Sein Beispiel ahmte jetzt in Ettenheim ein 35 Jahre alter lediger, aus Westfalen gebürtiger Metzgergeselle nach. Weil er entlassen werden sollte, setzte er sich im Zimmer seiner Dienstherrin eine Schietz- maske für Großvieh auf, nahm einen Hammer und tö­tete sich in Anwesenheit der Genannten auf diese furcht­bare Art.

Das Ergebnis der Untersuchung in Zabern. Das Generalkommando in Straßburg hat eine Untersuchung über den in der Presse besprochenen Vorfall beim In­fanterie-Regiment Nr. 99 in Zabern angeordnet, bei der -' Zeugen gerichtlich vernommen worden sind.

ZZ ergeben, daß Leutnant Freiherr von Forstner beim Exerzieren am 28. Oktober d. J. ei­nen wegen unerlaubten Waffentragens und groben Un­fugs vor seinem Diensteintritt bestraften Rekruten tn Gegenwart der Korporalschaft ermähnt hatte, Streitig­keiten mit Zivilpersonen und Schlägereien zu vermei­den. Dabei sagte er ihm folgendes:Nehmen Sie sich in Acht, wenn Sie jetzt allein in die Stadt gehen. Sie scheinen zu Schlägereien zu neigen und können in Za­bern leicht zu einer kommen. Hemmen Sie also Ihren Tatendrang." Hieran knüpfte er eine Belehrung, wie der Rekrut sich dagegen zu verhalten habe, wenn er an­gegriffen wird, und sagte ihm:Wenn Sie aber ange­griffen werden, dann machen Sie von Ihrer Waffe Gebrauch. Wenn Sie dabei so einenWackes" nieder­stechen, dann bekommen Sie von mir noch zehn Mark," und der Korporalschaftsführer fügte hinzu:Und von mir außerdem noch drei Mark." Aus diesem Zmam- menhang geht hervor, daß es ausgeschlossen ist, daß der Leutnant mit dem gebrauchten Ausdruck die elsäfsische Bevölkerung allgemein bezeichnete, daß er vielmehr mit dem Ausdruckso ein Wackes" nur streitsüchtige Per­sönlichkeiten und Raufbolde gemeint hat.

Das Doppelleben eines nngetreuen Buchhalters. Ein eigenartiges Doppelleben führte der Buchhalter Nathaniel Laird von der Kensiko Cemetery Co., det we­gen Mirrschlägung VM 200 000 Mark M einigen Ta-

sämtliche Zeugen gerichtlic Die Untersuchung hat erg von Forstner beim Exerzre

gen zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Er hatte das Geld dazu verwendet, um es mit Balletmäö- chen und Chordamen durchzubringen. Dabei galt er in seinem Viertel als ein äußerst redlicher und vorzüglicher Bürger, der seine ganze Kraft dem Wohle des Gemein­wesens widmete. Er war nämlich ehrenhalber.... Morallehrer und Leiter einer Sonntagsschule. Der Ge­richtsbericht besagt über diesen eigentümlichen Mann und über die Verhandlung folgendes: Nathaniel Laird, ein Mann von 52 Jahren, der verheiratet und Vater von vier Kindern ist, gestand vor Gericht, der Kensiko Cemetry Co., in deren Diensten er dreißig Jahre lang gestanden, in den letzten beiden Jahren nicht weniger als 600 000 Mark unterschlagen zu haben. Noch inter­essanter ist das Geständnis, daß er Sonntags in einer Sonntagsschule fremde Lehren erteilte und an den Wo­chentagen oder vielmehr Nächten die gestohlenen Gelder mit Chormädels in den Nacht-Cafees am Broadway verpraßte. Er ist jetzt ein völlig gebrochener Mann. Pastor Thomas Smith sagte zu seinen Gunsten aus, indem er Lairds Verhalten als eines jener unerklär­lichen Dinge, die sich häufig im Leben guter, ehrlicher Menschen ereignen, charakterisierte. Der Buchhalter, der dies eigenartige Doppelleben führte, soll in den Nacht- Cafees als einer der größten Verschwender bekannt ge­wesen sein, dem es gar nicht darauf ankam, in einer einzigen Nacht mehrere tausend Dollars auszugeben. Sein Privatleben dagegen war recht bescheiden, und man sah es weder seiner Frau, noch seinen vier Kindern an, daß der Vater in kurzer Zeit über 200 000 Mark verschwendet hatte.

Der Einbrecher im Schlafzimmer. Ein ungemein frecher Diebstahl ist in der Nacht in dem Dorfe Klein- Ottersleben bei Magdeburg ausgeführt worden. Der Einbrecher ist in ein Gehöft eingedrungen, hat aus dem Stall eine Leiter geholt und ist auf ihr in die Wohnung eingestiegen. Hier ist er ins Schlafzimmer geschlichen, hat aus der Tasche der vor dem Bette liegenden Hose die Schlüssel genommen und mit diesen Schränke, Kom­moden usw. geöffnet. Gestohlen wurden etwa 600 jK bares Geld, ein goldener Armreif mit einem Brillanten, ein goldene Danienremontoiruhr, ein goldener Trau­ring, ein goldenes Kollier, 2 goldene Uhranhängsel und eine goldene Schlipsnaöel. Danach hat der Dieb die schlafende Tochter des Bestohlenen mit einer elektrischen Taschenlampe in das Gesicht geleuchtet und ist, nachdem diese durch den Schein erwachte und Lärm schlug, ver­schwunden.

Ausräucherung eines Mörders durch Schwefel. Ein gewisser Bourdias ermordete am Montag in dem Flecken Landerouat in der Nähe von Bordeaux mit einem Flin­tenschuß seinen Schwiegersohn und verschanzte sich dann in seinem Haus. Er drohte, jeden zu töten, der ihm nahekommen würde, und feuerte tatsächlich zwei Kugeln auf den Genöarmerieleutnant und den Polizeikomnnfsar ab, die herbeigerufen worden waren. Angesichts der Ge­fahr ordnete der Polizeikommissar die Ausräucherung des Mörders mit brennendem Schwefel an. Es gelang, angezündete Schwefelschnüre in das Haus einzuführen, und von den sich entwickelnden Schwefelöämpfen halb erstickt, zögerte Bourdias nicht, herauszukommen und sich

zu ergeben.

Folgen der Schneestürme in Amerika. Schwere - Schneestürme sind im ganzen Staate Neuyork niederge- gangen. Nach einigen Tagen sonnigen Herbstwetters traten ganz unerwartet außerordentlich schwere Schnee- stürme auf, sodaß der Eisenbahnverkehr im Staate Neu- vork große Verspätungen erleidet. Mehrere Züge sind im Schnee stecken geblieben, und die Passagiere befinden sich in verzweifelter Lage. Die Telegraphenleitungen sind auf große Strecken zerstört, sodaß den eingewehten Zügen nicht rechtzeitig Hilfe geschickt werden kann. So ist gestern der berühmte Expreß des 20. Jahrhunderts, auf dessen Pünktlichkeit jeder Amerikaner stolz ist und der die schnellste Verbindung zwischen Neuyork und Chi- kago darstellt, um sieben Stunden später angekommen. In der Nähe von Washington ist ein Zug mit 300 Pas­sagieren in einem Schneewall begraben. Die Passagiere haben seit 24 Stunden nichts gegessen, und es wird noch geraume Zeit dauern, bis der abgesandte Hilfszug sich an sie herangearbeitet hat. Besonders verheerend hat der Schneesturm in Cleveland und Pittsburg gewütet. Beide Städte sind vollkommen von der Außenwelt ab- geschnitten, da sowohl die Telephon- wie Telegraphen­leitungen unbrauchbar geworden sind. Auch aus ande­ren Teilen Nordamerikas, aus Chikago und West-Penn- sylvanien werden bedeutende Schneefälle gemeldet. In

~ izahl von Städten sind die elektrischen Kraft­werke und die Zuleitungen beschädigt worden, sodaß die Straßenbeleuchtung versagte. In Pittsburg fiel inner­halb weniger Stunden 14 Zoll Schnee, und die Tem­peratur sank von 61 auf 23 Grad F. In Nebraska hat ein furchtbarer Blizzard unter den Viehherden verhee­rend gewirkt. Zahlreiche Herden sind im Gebirge in Felsschluchten gestürzt und viele Cowboys kamen ums

einer An

Leben.

Der geheimnisvolle Telephonruf. Eine geheimnis­volle Angelegenheit beschäftigt augenblicklich die Pariser Polizei. In der Portier-Loge eines eleganten Hauses eines Pariser Vorortes ertönte plötzlicE^das Telephon. Als der Portier an den Apparat ging und sich meldete, hörte er nur eine Frauenstimme, die in höchster Angst schrie:Zu Hilfe, man mordet mich!" Auf alle anderen Fragen kam stets dieselbe Antwort. Auch drei andere Personen, die sich beim Portier befanden und ein herbei­gerufener Schutzmann erhielten keine andere Auskunft. Nach einiger Zeit hörte man noch einen lauten Aufschrei, einen Fall und dann trat plötzlich Stille ein. Es ist alles versucht worden, in Erfahrung zu bringen, woher der Anruf gekommen ist. Trotzdem ist es der Polizei bisher nicht gelungen, auch nur ein Fünkchen Licht in dieser dunklen Affäre zu schaffen. Der Polizeipräsident hat nunmehr eine hohe Belohnung für den ausgesetzt, der darüber Angaben zu machen imstande ist, wer an jenem Vormittag Amt Passy Nr. 4445 verlangt hat. Die Affäre bildet zurzeit das Tagesgespräch der Pariser Bevölke­rung. Die Affäre ist bereits von einem Pariser Dra- matrker namens Chauvey vorausgeahnt worden, der ei­nen packenden Einakter,Am Telephon" betitelt, ge­schrieben hat, in dem ein Ehemann, ohne helfen zu kön­nen, am Apparat hören muß, wie seine Frau von Ein­brechern ermordet wird.

Zahnoperation an einem Affen. Im Zirkus Busch in Berlin mußte Montag vormittag einer der drei drol­ligen Schimpansen, die allabendlich das Publikum durch ihre lustigen Späße anmüsieren, chloroformiert werden. Es warMoritz", der an Zahnschmerzen litt und dem ein hohler Backenzahn gezogen werden sollte. Moritz duldete in seinem Schmerz keine Annäherung, sondern verbat sich energisch, daß ihn jemand berühre. So blieb nichts weiter übrig, als ihn zu chloroformieren, wenn man ihn von seinen Schmerzen erlösen wollte. Die schwierige Operation ist glücklich verlaufen. Der Patient fühlte sich nach ihr recht zufrieden.

Benutzte Gelegenheit. Er:Wenn Du Dich doch endlich einmal beeilen wolltest! Dreiviertel Stunde muß jetzt die Droschke bereits warten!" Sie:Und wie oft sagte ich Dir schon: Wenn Du mir doch endlich ein Auto schenken wolltest, dann brauchte die Droschke nicht zu matten!"

Feierliche Thronbesteigung König Ludwigs.

Ein Festtag in Bayer«.

^ München, 12. November. Zur heutigen feier­lichen Thronbesteigung König Ludwigs III. ist die StaR herrlich geschmückt. Besonders in den Straßen, durch die sich der Festzug bewegt, ist das Bild durch den reichen Blumenschmuck ungemein festlich. Das Karlstor tragt besonders reichen Schmuck: über dem Bogen eine riesige Königskrone, in der Front breites rotes Tuch mit den Initialen des Königspaares. Festliches Geläute von sämtlichen Türmen der Stadt begrüßte den Festtag. Vom frühen Morgen an bewegte sich eine ungeheure Menschenmenge in die Stadt. Gegen 8 Uhr zog das Mi­litär mit klingendem Spiel zur Spalierbildung auf. Das Wetter ist prächtig. Die Feier begann mit einem Got - t e s d i e n st e in der Metropolitankirche zu unserer lieben Frau, an dem der König und die Königin, sowie die Prinzen und Prinzessinnen des königlichen Hauses teilnahmen. In der Kirche hatten sich mit einer großen Anzahl anderer Geladener auch die Mitglieder beider Kammern des Landtages eingefunden. Eine Ehrenkom- pagnie stand am Eingang der Kirche und eine Ehren­wache in der Kirche. Der König und die Königin fuhren in einem achtspännigen Galawagen zur Kirche. Je eine halbe Eskadron schwerer Reiter eröffnete und schloß den Zug. Das Abfahren des Königspaares vom Schloß wurde durch Geschützsalut verkündet. Eine nach Tausen­den zählende Menge begrüßte die hohen Herrschaften aus der Fahrt zur Kirche mit begeisterten Huldigungen. Der König und die Königin wurden am Portal vom Erzbischof von München empfangen und begaben sich dann zur rechten Seite des Hochaltars. Ihnen gegenüber nahmen die Prinzen und Prinzessinnen des königlichen Hauses Platz. Der Erzbischof zelebrierte das feier­liche Hochamt. Nach Beendigung der gottesöienst- lichen Feier fuhren der König und die Königin unter Geschlitzsalut und dem Jubel der begeisterten Volks­menge zur königlichen Residenz. Auch in allen Kir­chen fanden Festgottesdienste statt.

ob* neuestes vom Sage,

Beabsichtigter Flug nach dem Orient.

Johannisthal, 12. November. Heute früh 10,08 Uhr ist der Flieger Lübbe auf einer Rumpler-Taube zum Fluge nach dem Orient aufgestiegen. Nach einer halben Stunde ist er aber wegen ungünstigen Wetters hier wieder gelandet,' er hatte zu starken Gegenwind. Heute nachmittag will er von neuem aufsteigen.

«> Würzbnrg, 12. November. (B. Z.) Auf dem Fluge Paris-Wien-Konstantinopel landete heute vor­mittag hier der französische Flieger Bonnier mit einem Passagier. Nach kurzem Aufenthalt setzte er die Fahrt nach Wien fort.

Die Tragödie in Nenkölln.

Berlin, 12. November. (B. Z.) Der Kutscher Bogan, der gestern nachmittag in Neukölln die Witwe Pruseitz und deren drei Jahre alte Tochter erdrosselte und die elfjährige Tochter schwer verletzte, hat nicht, wie man zuerst annahm, Selbstrnord verübt, sondern treibt sich in Berlin umher. Er hatte nachts in den Kasten des Postamts 32 in der Skalitzerstraße eine "Karte an die 19 Jahre alte Tochter der ermordeten Frau gesteckt. Heute früh fand in der Wohnung der Ermordeten ein Lokal­termin statt. Der Mörder hat die Tat begangen, um die Personen, die ihm im Wege standen, aus der Welt zu schaffen. Das Befinden des elfjährigen Mädchens hat sich etwas gebessert, doch ist das Kind noch nicht ver­nehmungsfähig.

Französische« Werbern i« die Hände gefallen.

s-s- Eisenach, 12. November. Hier haben sich der Forstaufseher H. Wendtland und der Zimmerer Karl Schrader aus Eisenach von französischen Werbern zur Fremdenlegion anwerben lassen. Sie sind nach Frank­reich ausgewandert und haben sich so der deutschen Mili­tärpflicht entzogen. Beide werden deshalb von der Staatsanwaltschaft verfolgt.

Ein Leutnant unter Anklage des Mordversuchs.

Metz, 12. November. Gegen den Leutnant Tiegs vom Fußartillerie-Regiment Nr. 16 in Dieöen- Hofen ist Anklage wegen Mordversuchs erhoben worden. In seinem Zimmer ist vor einige" ~'IL Förster durch einen Revolverschuß ... gefunden worden. Die Hauptverhandlung findet am 21. November statt.

Doppelselbstmord im Hotel. ~

0Genf, 12. November. (B. Z.) In einem hie­sigen Hotel vergiftete sich ein deutsches Liebespaar mit Morphium. Der Mann ist tot, das Mädchen liegt im Sterben. Name und Herkunft der Selbstmörder sind

einiger Zeit der Fähnrich rschuß schwer verletzt auf- verhanolung findet am 25.

bisher unbekannt. .

Tod im Tunnel und in der Schiefergruve.

Paris, 12. November. Wie aus Pau gemeldet wird, explodierte im Tunnel bei Eygun der im Bau be­griffenen transpyrenäischen Bahn eine Dynamitpatrone. Zwei Arbeiter wurden getötet und drei lebensgefährlich verletzt. Einige weitere Arbeiter erlitten leichtere Ver­letzungen. In einer Schiefergrube bei Angers wurden drei Arbeiter durch einen Felssturz getötet und zwei schwer verletzt.

Durchstechereien in einer staatlichen Tabakfabrik.

Paris, 12. November. Die Polizei verhaftete drei Arbeiter der staatlichen Tabakfabrik, die seit einigen Wochen große Mengen Tabak und Zigarren entwendet und an Wirte verkauft hatten. Die Verhafteten erklären, Anarchisten zu sein.

Exsnltan Mnlay Hafid in Mekka gelandet.

Paris, 12. November. Aus Tanger wird ge­meldet, daß nach dort eingetroffenen Nachrichten der frühere Sultan von Marokko in Mekka eingezogen und dort glänzend empfangen worden fet. Das Gerücht, daß er Beduinen in die Hände gefallen wäre, stellte sich als unrichtig heraus.

Ein französischer Lehrer als Antimilitarist.

Paris, 12. November. Das Zuchtpolizeigericht in St. Mihiel verurteilte den Volksschullehrer Huitier, der in einem Blatte antimilitaristische Schriften ver­öffentlicht und in Flugschriften zur Fahnenflucht aufge- fordert hatte, zu vier Monaten Gefängnis.

Ein Vierundsiebzigjähriger als Mörder.

0-$, Paris, 12. November. (B. Z.) Auf dem Nord- bahnhofe tötete der 74 Jahre alte Rentner Briey aus Montmorency bei Paris seinen Schwiegersohn namens Aucers durch drei Revolverschüsse. Er versuchte sich dann selbst zu entleiben, wurde aber daran gehindert. Poli­zisten nahmen ihn in Haft. Er erklärte, daß er schon fest längerer Zeit mit seinem Schwiegersöhne wegen einer Erbschaft in Unfrieden gelebt habe.

Millionenschulden eines Wechselagenten.

»-^ Lyon, 12. November. In der Affäre des Wechsel­agenten Jtrinon, der unter Hinterlassung mehrerer Mil­lionen Passiven geflüchtet ist, ließ der Untersuchungs­richter gestern abend den Kassierer Monnier wegen Ver­dachts der Michilfe verhaften. Zugleich wurde auch die Geliebtr des Wechselagenten in Haft genommen.