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rohung die Geschmacksbildung geschützt sehen will. Warum will er das? Weil er ein Verantwortungs- gefühl in sich trägt, weil er Freund und Vertrauter des Verbrauchers sein will und sich deshalb sagt: Der Kaufmann selbst muß wollen, daß das deutsche Käufertum vor Schwindel und wissentlichen Ueber- vorteilungen bewahrt bleibt.

Der echte Kaufmann weiß, daß Sachlichkeit die beste Form aller wirtschaftlichen Tätigkeit ist. Wer Vertrauen zu dem hat, was er verkauft, läßt es selbst für sich sprechen. Der Kaufmann muß zwar sagen, daß er die und die Waren hat, aber dies mit belästigendem Trompetengeschmetter zn verkünden, dafür besteht keinerlei Notwendigkeit. Im Gegenteil! Ein sachlich handelnder Kaufmann kann auch selbst das Getöse marktschreierischer Anzeigen nicht vertragen. Deshalb verlangt er ja auch, daß den lauten Schreiern ihr bedauerliches Handwerk abgewöhnt wird; denn was wollen die durch ihr Geschrei eigentlich bezwecken? Sie wollen nur das ersetzen, was ihnen an innerer Kraft und Wahrheit mangelt. Drum wendet sich der Kaufmann, der Standesbewußtsein hat, gegen den unlauteren Wettbewerb, gegen das Lockvogelsystem, gegen das Zugabewesen! Wer Geschenke gibt, um Waren zu verkaufen, muß sich schwach fühlen. Er hat kein Vertrauen zur eigenen Ware und weiß, daß er andere über die eigenen Schwächen hinwegtäuschen muß, wenn er Erfolge haben will.

Es ist sicher, daß der Kaufmann Freiheit in seinem Berufe braucht, ebenso sicher ist es aber auch, daß er sich kräftig gegen unerlaubte Freiheiten wendet, wie sie unter den Raubrittern unserer Zeit leider üblich geworden sind.

Zeige nus doch einer den Weg, wo es lediglich mit der Selbsthilfe geht! Gut, dann ist es uns recht. Wir machen mit! Denn uns ist es ganz gleich, wie und anf welchem Wege mir unserm Ziele näher kommen, das heißt: Sachlichkeit in der Warenemvfehlnng, Verbreitung guter Lebensgüter und Einschränkung des Schundes müssen im deutschen Kaufmannsstande wieder vorherrschen! So meinen wir es, wenn mir eintreten für kaufmännische Freiheit, für deutsche Sitte und deutsche Wertarbeit!

Durch die Lupe.

Etwas von Weihnachtsarbeiten in Versen.

Während stets bisher die Wochen ziemlich langsam hingekrochen, merkt man jetzt bereits, es läßt bald sich an das Weihnachtsfest, in acht Wochen ist es da, wer für Vater und Mama etwas will zusammerfummeln muß sich jetzt allmählig tummeln, denn bis alles fertig ist haben mir auch heiraen Christ. Schwierig ists, von all' den Dingen, die uns halbwegs so gelingen, g'rade jenes auszuwählen womit mir uns selber quälen und zugleich daneben auch den Empfänger wie's Gebrauch. KissenNur ein Viertelstündchen," Schnurrbartsbinden für das Mündchen, Uhr­pantoffel, Zeitungsständer, Wäsche-, Schränk- und Küchenbänder, Tabakskästen, Blumenhalter, Mützen für's verschlafne Alter, Bettvorleger-Un­getüme, Spitzen, manchmal recht intime, alles taucht im Zeitenlauf jetzt aus der Versenkung auf. In dem Keller in der Kammer, überall.

es ist ein Jammer, wo sich nur ein Mensch bewegt wird geklopft und lanbgesägt. Ob int guten, ob im bösen man versucht den Bann zu lösen, der das ganze Hans umfängt, nutzlos ist die Müh' verschenkt. Halbverstört, gleich armen Sündern flüchtet jedes von den Kindern wenn man nur ins Zimmer tritt und die Hausfrau flüchtet mit, dafür tritt man in der Regel hier auf Leim und dort auf Nägel, bis man sich zuguterletzt endlich matt auf's Sofa setzt, doch auch hier ist kein Verbleiben, spitz'ge Häkelnadeln treiben sich ins Fleisch dir, daß es sticht, wo? davon erzählt man nicht. Dies und ähnlich nette Freuden können dir das Fest verleiden zehnfach eh' der Tag sich naht wo man endlich den Salat stolz vor Deinen Vaterblicken aufbaut, um Dich zu entzücken, und Du stöhnst dann fassungslos: Danke, ja, es ist famos!" Walter-Walter.

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Von Sonnabend den 1 bis Montag den 3. ^soobr. bringen wir den grössten historischen Film von der ^CöniQin Cuisc

in 3 Abteilungen und einer Gesamtfilmlänge von 4000 Meter.

Bemerkenswerte Szenen aus dem Inhalt:

Abteilung I:

Prinzeß Luise von Meddenburg-Strelitz. Die Kronprinzessin Luise, der Engel der Kranken. Königin Luise auf dem Weihnachtsmarkt. Die königliche Familie im Park des Schloßes Monbijon. Das Turnier auf der Burg Fürstenstein. Der Aufenthalt der königlichen Familie auf der Pfaueninsel. Französische Revolutionssoldaten plündern ein pfälzisches Dorf.

Abteilung II:

Aus Preußens schwerer Zeit. Der Krieg 1806-7. Heldentod des Prinzen Louis Ferdinand von Preußen. Szenen aus der Schlacht bei Jena und Auerstädt. Französische Kavallerie reitet Sturm auf die preußischen Grenadiere. Herzog Ferdinand werden durch eine Kartätschenkugel beide Augen zer­schmettert. Das Königspaar beobachtet die geschlagenen Truppen von Jena und Auerstädt. Napoleon an der Spitze seines Generalstabs. Königin Luise auf der Flucht nach Memel. Sturm der preußischen Infanterie bei Preußisch-Eylau.

Abteilung III:

Die Königin der Schmerzen. Die Franzosen in Feindesland. Eines Bauers Botschaft durch seine Tochter an die in der Nähe befindlichen preußischen Vorposten. Der Ueberfall. Die Ge­fangennahme des französ. Marschalls Victor 10. Juni 1807. Ehrentag der schwarzen Husaren bei Heilsberg. Szenen aus der Schlacht bei Heilsberg. Die Eroberung der Fahne des französischen Linien- Regts. Nr. 55. Auswechselung des Generals Blücher gegen den fianzösischen Marschall Victor am 20. Juni 1807. Tilsit 6. Juli 1807. Eine historische Unterredung. Szenen aus den Straßenkämpfen von Stralsund. (Originalaufnahmen in Stralsund). Major Schill reitet mit seinen Husaren durch das Rütertor in Stralsund. Major Schill wird tödlich verwundet. Major Schills Tod. (Diese Auf­nahme fand an derselben Stelle statt wo Major Schill im Jahre 1809 fiel). Die Gefangennahme der elf Schill'suchen Offiziere. Die elf Schillschen Offiziere werden standrechtlich erschossen. 23. Dezember 1809. Rückkehr der königlichen Familie nach Berlin. Vater Jahn und seine Schüler be­grüßen die Königin. Abreise des Königs mit den Prinzen nach Hohenzieritz zur bedenklich er­krankten Königin. Königin Luisens Tod.

Dieses wundervolle Filmkunstwerk wird am Sonnabend den i., Sonntag den 2. und Montag den j. November von abends 7 Uhr ab ununterbrochen vor geführt.

Schülervorstellungen finden an diesen 3 Tagen nachmittags von 3 Uhr an statt.

Preise der Plätze: für Erwachsene Sperrsitz I Mk., 1. Platz 75 Pfg., 2. Platz 50 Pfg., 3. Platz 30 Pfg., für Kinder: Sperrsitz 50 Pfg., 1. Platz 30 Pfg, 2. Platz 20 Pfg, 3. Platz 15 Pfg.

Textbücher zu diesem Film sind in der Zigarrenhandlung von D. Steinhauer, Kaiserstraße für 10 Pfg. zu haben.

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