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japanischer Konflikt entstanden. Kaum erschien mit dem Falle von Nanking der Sieg JuanschikaiS gesichert, so sind ihm neue Schwierigkeiten durch die drohende Haltung erwachsen, die Japan infolge der Ermordung einiger Japaner in Nanking angenommen hat. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß sich hinter der drohenden Haltung Japans Annexions- gelüste aus die Südmandschurei bergen. Doch wird eS wohl gut tatsächlichen Befriedigung dieser Gelüste augenblicklich noch nicht kommen, da eS Japan an der finanziellen Bereitschaft zu weitgreifenden Aktionen mangelt, die ungeheuer angewachsene Steuerlast und daS Fallen japanischer Werte vielmehr eine ernste Mahnung zur Zügelung politischen Ehrgeizes enthalten.

JINI JN« Nid JiNlIaNd.

Berlin, 11. September.

Die Schlesische Zeitung bringt den E r l a ß d e S K a i s e r S an den Kommandierenden General deS 6. Armeekorps General der Infanterie von Pritzelwitz, in dem eS heißt:AuS dem Verlauf der diesjährigen Manöver habe ich die Ueberzeugung gewonnen, daß daS Armeekorps großen Aufgaben in ernster Zeit gewachsen sein wird. Die Truppen haben überall vor­treffliche Leistungen gezeigt und damit meinen Erwartungen voll entsprochen. Für diesen Erfolg kriegSgemäßer Aus­bildung spreche ich Ihnen, sodann allen Generalen, Komman- deuren und Offizieren meine uneingeschränkte Anerkennung auS. Ich ersuche Sie, dieS unter dem Ausdruck meines königlichen DankeS weiter bekanntzugeben und zugleich die Mannschaften für ihre brave Haltung zu beloben. Ihnen will ich meinen Dank und meine Anerkennung dadurch bestätigen, daß ich Ihnen die Königliche Krone zum Roten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub verleihe, deren Jnsignien Ihnen beifolgend zugehen."

Der Gesamtbeitrag der sreiwilligen Beiträge der deutschen B u n d e S f ü r st e n zur Deckung der Wehr­vorlage wird im ReichSschatzamt aus 25 Millionen Mk. ge­schützt.

Wie der KorrespondenzHeer und Politik" geschrieben wird, hat der stellvertretende Vorsitzende des K y s s h ä u s e r - b u n d e S der Deutschen LandeSkriegerverbände Geh. RegierungS- rat Westphal vor kurzem mitgeteilt, daß der preußische Verband zurzeit auf dem Lande 13 800 Vereine mit insgesamt fast 1 Million Mitgliedern umfaßt, während er in den Städten nur 4200 Vereine mit rund 650 000 Mitgliedern hat. Der Schwerpunkt deS KriegervereinSwesenS liegt also auf dem Lande. Wieviele von den ländlichen KriegervereinSmitgliedern Landarbeiter sind, läßt sich nicht sicher angeben. ES steht aber fest, daß die Teilnahme der Landarbeiter an den Krieger­vereinen recht ersreulich ist. Geh. RegierungSrat Westphal sagt geradezu, daß die Kriegervereinsbewegung die starken Wurzeln ihrer Kraft auf dem Lande habe und auch ferner dort suchen und finden müsse.

In der gestrigen Sitzung der 17. ordentlichen General-- Versammlung deS Bundes der Industriellen in Leipzig gelangte bezüglich der Frage der Beteiligung der deutschen Industrie an der Weltausstellung in San FranziSco 1915 eine von dem früheren ReichStagSabgeordneten Dr. Stresemann empfohlene Resolution zur Annahme, in der der Versuch einer privaten Organisation der auSstellungSbereiten deutschen Firmen als unterstützungSwert bezeichnet wird in der Voraussetzung, daß eS gelingt, eine der Bedeutung der deutschen Industrie entsprechende würdige Vertretung der an der Aus­fuhr nach den Vereinigten Staaten beteiligten deutschen Industriezweige zu bewerkstelligen. Mehrere Diskussionsredner waren der Ansicht, daß eine offizielle repräsentative Beteiligung deS Deutschen Reiches an der Weltausstellung herbeigeführt werden müsse.

Wie man von gutunterrichteter Seite ersährt, ist eS aus­geschlossen, daß der K a i s e r in diesem Jahre eine Reise nach England unternehmen wird. Auch über die Teil­nahme deS Prinzen Heinrich an der Hochzeit deS Prinzen Arthur von Connaught und der Herzogin Alexander von Fife ist in Berliner Hoskreisen noch nichts bekannt.

Der Bund Deutscher Gastwirte (Sitz Leipzig) veröffentlicht ein Rundschreiben an die ihm angcschlossenen Verbände, in dem er diese auffordert, dem Beispiele deS Verein? Leipziger Gastwirte und deS Sächsischen Gastwirte- Verbandes zu folgen und daSBerliner Tageblatt" in Zu- kunst nicht mehr in ihren Lokalitäten auszulegen.

DieBraunschw. LdSztg." meldet auS Berlin, daß daS Militärkabinett im Auftrage deS Kaisers die Akten derjenigen Verurteilten deS Erfurter Aufruhrprozesses ein» gefordert habe, die sich bei dem ersten Urteil deS Kriegsgerichts

Wem viel gegeben.

Novelle von C. Gerhard.

(Fortsetzung.)

Ich kann jetzt nur eines denken und fühlen," unterbrach er sie stürmisch,daß ich dich liebe und in deinem Besitz mein höchstes Glück sehe, trotz alle- dessen, war du anführst. Du aber bleibst kalt, du liebst mich nicht, nur deine Wissenschaft!"

Ihre seelenvollen Augen feuchteten sich, sie neigte sich ihm zu und sprach mit tiefem HerzenSton:

Du tust mir unrecht. Trotz meines Berufe- bin ich ein Weib und trug immer, wenn auch unbewußt, daS heiße Sehnen nach Liebe in mir. Du wecktest verborgene Quellen in meinem Innern, ließest sie reicher strömen und du zweifelst an meiner Liebe?"

So werde mein, Leonore, ich bitte dich!"

Dein, mein Geliebter, mein Kamerad! Unsere Ehe soll die Kräfte, die noch in unS gebunden sind, lösen, zu reinster Harmonie entfalten."

Die Verlobung deS StaatSanwalt- Dr. von Lehnen mit einer Aerztin erregte große- Aufsehen in feinem bisherigen Wohnorte; glücklicherweise hörte er nicht die wenig hoffnungs­vollen Bemerkungen, die feine Bekannten daran knüpften, und bei den Abschiedsbesuchen faßte er sich kurz. Eilig betrieb er feine Uebersiedelung, ein heiße- Sehnen nach Leonore trieb ihn in ihre Nähe. Die Trennung hatte ihn erkennen lassen, wieviel sie ihm war.

In den ersten Herbsttagen fand die Hochzeit statt, daraus reiste daS junge Paar nach den oberitalienischen Seen, nach Florenz. ES war Erich von Leynen, alS erlebe er ein traumhaft schönes Märchen; Welt und Leben schienen ihm doppelt reich und inhaltsvoll zu sein.

Ihm ganz hingegeben, erschloß Leonore ihm ihr Inneres; mit ihren Augen sah er die Natur, und tausend bisher von ihm unbeachtete Schönheiten blühten vor ihm auf; ihr seines Verständnis, ihr geläuterter Geschmack erhöhten sein Entzücken an den Werken hehrer Kunst. Edel, einfach, klug, von unbe­

beruhigt hatten. Wie verlautet, sind von den Familien aller Verurteilten Gnadengesuche an den Kaiser eingereicht worden.

Ueber die diesjährigen französischen Rekruten- einstellungen wird auS Pari- berichtet, daß am 1. Oktober nach genauer Feststellung der Militärbehörden 220 883 Soldaten ihren Dienst antreten, davon etwa 200 000 als 20jährige, der Rest als 21jährige, die im Vorjahre zurückgestellt worden waren.

Die Meldungen, die Türkei treibe doppeltes Spiel und die UnabhängigkeitSkundgebung von Gümüld- schina sei nur eine türkisch-griechische Jntrige um dem türkischen Vorhaben, ganz Thrazien wieder zu gewinnen und dem griechischen Bestreben, Bulgarien vom ägäischen Meere fern­zuhalten, Vorschub zu leisten, werden in Berliner politischen Kreisen für haltlos erklärt. Die Türkei werde sich wohl hüten, den Bogen allzu straff zu spannen. Dazu sei bei der offensichtlichen Nachgiebigkeit Bulgarien- auch gar kein Grund vorhanden. Jeder Versuch der Türkei, über die Maritza hinaus GebietSansprüche zu erheben, dürften zu einer erheblichen Störung, wenn nicht gar zu einem Abbruch der Friedens- verhandlungen sühren.

Ungebeugt.

AlS die Katastrophe von Echterdingen den stolzen Luft- riefen deS Grafen Zeppelin in wenigen Augenblicken vernichtete, da stand daS deutsche Volk einen Augenblick bestürzt. Die offenen und geheimen Widersacher deS alten ReiterführerS schienen recht zu haben, daß daS System nichts wert sei. Aber bald änderte sich daS Bild. Die Zeppelinspende wuchs zu stattlichen Millionen, und die Halbstarren und Unstarren mußten bald hinter dem starren Riesen zurückstehcn. Auch die Rückschläge, die immer wiederkehrten und manche Hoffnung zerknickten, haben nichts daran geändert, daß die Zeppeline den Sieg davongetragen haben. Und heute find wir von schwächlicher Trauer, die alles über Bord wirst, frei. Gewiß hat unS die erschütternde Trauerkunde von der Nordsee, wo 14 wackere Seeleute den Heldentod gestorben sind, daS Herz zusammengekrampft, aber kaum hörte man eine Stimme, die Anklage erhob, daß hier leichtfertig mit Gefahren gespielt worden sei.

Selbst derVorwärts" hat nur so nebenbei diekate­gorische Forderung" gestellt, daß die Verantwortlichen Aus- klärung zu geben haben über die Schuldigen. Seine Wiß­begierde ist befriedigt worden. Die amtliche Darstellung gibt in knapper Kürze den Grund an:Höhere Gewalt". DaS war auch schon auS den Meldungen von Augenzeugen in großen Zügen bekannt geworden und Fachleute hatten eS bestätigt. Auch daß keine Bedenken beständen bei der Wetter­lage eine kriegSmäßige Fahrt zu unternehmen, und daS ehrende Zeugnis, daß an Bord alles geschehen ist, was nach Lage der Dinge geschehen konnte. Aber auch selbst wenn daS Barometer nicht ausSchön Wetter" stand, wenn Anzeichen vorhanden waren, daß die Möglichkeit schweren WetterS nicht ausgeschlossen war, dann kann nur der Unverständige Anklagen erheben.

Kein Mensch findet heute etwas dabei, wenn bei den Flottenmanövern die Torpedoboote mit ihren schwarzen Leibern die ausgewühlte See durchfurchen, oder wenn sie mit abge- blendeten Lichtern die Linie ^ der Schlachtschiffe durchbrechen. DaS hat schon mancher Opser gekostet, aber niemand hat daraus den Schluß gezogen, sitzt müßten die unheimlichen Dinger obgeschafft werden. Zum ersten Male haben die Herbst- manöver der Hochseeflotte mit Luftfahrzeugen stattgefunden. Sollte überhaupt ein kriegSmäßigeS Bild herauskommen, dann konnte man nicht auf die Teilnahme deSL. 1" verzichten, und so ist der Befehl zum Ausstieg gegeben worden. ES waren ja auch keine unerprobten Leute an Bord. Kapitän- leutnant Hanne hatte seit 11 Monaten alle möglichen Uebungen mit dem Fahrzeug auSgeführt und daneben einen tüchtigen Stamm von Lustschiffführern auSgebildet und vor einer dunklen Wolke haben unsere Luftschiffer keine Furcht, um die wird herumgesahren oder man geht in andere Höhen, wo ruhigere Luftströmungen herrschen. Aber gegen plötzlich aus- tretende Böen ist auch der erfahrenste Lustschiffkapitän n achtlos. Auch ein schneller Kreuzer wird nicht immer dem Taifun davonlauscn können. Die senkrechten und horizontalen Böen sind die Todfeinde der Lustschiffer, noch dazu, wenn große Belastung und starker Gasverlust die Manöverierfähigkeit beeinträchtigen. Eins steht also fest: Nicht daS System hat hier versagt, auch die Führung ist bis zum letzten Augenblick aus dem Posten gewesen, und wenn wirklich der gesunkene Lustkreuzer bis an die Grenze deS Möglichen belastet gewesen

stechlicher Wahrheitsliebe, erschien ihm die Geliebte alS ein Elitemensch, und heiß war seine Dankbarkeit für ihre Liebe.

Allzuschnell entflohen ihm die Wochen; alS nur noch wenige Tage sie von der Rückreise trennten, ergriff ihn plötzlich ein Bangen. Wenn sie daheim sein würden, ging Leonore ihrem Berufe nach. Wie würde er el ertragen?

Sie laS ihm die sorgenden Gedanken vom Gesicht, innig umschlang sie ihn.

Willst du nie vergessen, daß über alles mir dein Glück steht, willst du Geduld haben und glauben, daß mein Tun unsere innere Harmonie nicht stören wird?"

Er nickte, aber eine quälende Unruhe blieb in ihm und ein peinliches Empfinden beschlich ihn, alS er an der Türe deS von ihm gemieteten Hauses ein kleine- Schild bemerkte, daS den Namen und die Sprechstunde feiner Gattin nannte. Ein flüchtiges Rot glitt über Leonore- Wangen, als sie feine verdüsterte Miene sah, aber sie schwieg. Am nächsten Tage bemerkte der StaatSanwalt, daß daS Schild an einer Eeiten- pfortc angebracht war; sie sührte zu LeonorenS Sprech- und Wartezimmer, die durch die Gesellschaft-räume von den mit erlesenem Geschmack eingerichteten Wohnzimmern getrennt waren.

Und gleich der rein äußerlichen Scheidung ihres Doppel­lebens trug Leonore nichts von der Welt, in der sie helfend, heilend wirkte, in ihre Ehe.

Ihr Schamgefühl ließ sie nicht von ihrem Berufe sprechen, nach dem ihr Gatte nicht fragte. Kam er heim, so nahm sie lebhaften Anteil an allen seinen Interessen.

Und liebevoll sorgte sie auch für sein körperliche- Wohl, für seine Behaglichkeit. Obwohl sie selbst nicht in der Wirt­schaft tätig war, hatte sie doch daS Talent, gute Dienstboten zu wählen, sie gewandt anzuleiten. Ost dachte der Staats- anwalt an seine Mutter, die sich viel daraus eingebildet, eine vorzügliche Hausfrau zu sein, und die dabei eine ihre Um­gebung peinigende Unruhe entfaltet hatte.

Wohltuend wirkte auf ihn der Frieden, die Harmonie seiner Häuslichkeit; dankbar empfand er eS, daß feine Frau feine Wünsche erfüllte, noch ehe er sie ausgesprochen. Täglich nahm sie sich die Zeit, mit ihm einen Spaziergang zu machen, abends mit ihm zu lesen, zu musizieren.

ist, dann ist daraus auch kein Borwurs abzuleiten. Nicht bei Schönwetterfahrten werden die Erfahrungen gesammelt, die den Fortschritt bringen, sondern in Sturm und Wetter. Glücklich der Führer, der dem Untergang entrinnt, aber Ehre und Anerkennung denen, die mit der Gefahr vor Augen kalten Blut- und getreu dem Befehle da- äußerste wagen. Hier hat der Trotz der Elemente sich gegen den rastlosen Menschen- geist ausgelehnt, hat wieder die Allgewalt der Natur da- Joch abzuschütteln versucht, und die Braven haben im Dienste deS Vaterlandes ihr Leben gelassen. Ihr tragische- Geschick aber ist zugleich die Brücke zu weiterem Fortschritt.

Zu nutzlosen Tränen bleibt keine Zeit. Mag sich der TempS" an die Hoffnung klammern, daß wieder ein ver­nichtender Schlag gegen daS Zeppelinsche System geführt worden sei; schon steigt derL. 2" in die Lust, der größer und gewaltiger alS der im Meere begrabeneL. 1" die Verbesserungen bringt, die dem ersten Marinelustkreuzer noch fehlten.

Flugzeuglataftrophe auf dem hunsM.

Ein surchtbare- Manöverunglück, da- an die Katastrophe von Jssy erinnert, bei der im Mai deS JahreS 1911 der französische Kriegsminister Berteaux getötet, und der Minister. Präsident MoniS schwer verletzt wurde, hat sich gestern vor­mittag in dem Orte Büchenbeuren auf dem HunSrück gu» getragen.

Als gestern morgen bei den Manövern deS 16. Armeekorps, die gegenwärtig im HunSrück stattfinden, Leutnant Schneider mit Leutnant v. Teubern als Beobachter auf einem Doppel­decker hier aufsteigen wollte, funktionierte der Motor bei Flugzeuges nicht regelmäßig. Der Apparat konnte sich infolge- dessen nicht genügend erheben, sauste in geringer Höhe eine Strecke weit über den Erdboden dahin und machte dann eine scharfe Wendung. Die zahlreichen Neugierigen, die sich zur Beobachtung deS Aufstieg- angesammelt hatten, konnten trotz reichlicher Absperrmaßregeln nicht rechtzeitig auSweichen und der Doppeldecker fuhr mit voller Kraft in daS Publikum hinein. Vier Personen wurden von den rotierenden Propeller­flügeln getroffen und sofort getötet. Zwei weitere wurden lebenSgesährlich verletzt. Die Getöteten sind: der Gendarm Schmidt auS Blankenrath, eine Frau Meurer au- Büchen­beuren, ein 10jähriger Knabe Jost auS Büchenbeuren und ein 40jähriger Landwirt Schneider auS Sohren. Ferner wurden schwer verletzt der Vater deS 10jährigen getöteten Knaben, Landwirt Jost, sowie der Landwirt Müller. Beide liegen im Sterben. Von den Fliegern wurde einer nur leicht am Arm verletzt, daS Flugzeug erlitt starke Beschädigungen. Von Koblenz auS reiste sofort ein Kriegsgericht-rat an die Unfallstelle, um den Tatbestand auszunehmen. Der Unglücks­apparat war mit einem anderen Flugzeug kurz vorher nördlich von Büchenbeuren gelandet. Während die begleitende Flug­maschine leicht wieder die Höhe gewann, bemühte sich Leutnant Schneider vergeben-, feinen Apparat in die Lüfte zu steuern.

Berlin, 11. September. Der amtliche Bericht an da- KriegSministerium über daS Fliegerunglück in Büchenbeuren besagt: Heute um 9 Uhr vormittags wollte Leutnant Schneider vom Fußartillerieregiment Nr. 12 mit dem ihm als Beobachtung-offizier zugeteilten Oberleutnant v. Trübern auf einem Militärdoppeldecker gu einem AusklärungSfluge auf­steigen. Infolge außerordentlich heftiger böiger Seitenwinde mißlang aber der Start. Das Flugzeug kam nicht hoch, sondern wurde mit dem linken Rad auf die Erde niedergedrückt. Durch diese Hemmung wurde der Apparat auS seiner ursprünglichen Richtung gerissen, machte eine scharfe Wendung und raste, aus der Erde entlangrollend, direkt in die Zuschauer die hinter der durch Gendarmen gebildeten Absperrung-linie dem Start deS Flugzeuges zusahen. Die Wirkung war entsetzlich. Im nächsten Augenblick wälzten sich 6 Personen in ihrem Blute. Sofort tot waren bee Gendarmeriewacht» Meister Schmidt auS Blankenrath, der Landwirt Schneider auS Sohren, eine Frau Meurer aus Büchenbeuren und der Knabe Wilhelm Jost auS Hahn. Schwerverletzt sind deS Letzteren Vater und ein kleiner Junge aus Sohren. Die beiden Flieger kamen wie durch ein Wuuder unverletzt davon. Der Apparat wurde erheblich beschädigt.

Bus Provinz a. Naeftdargediel.

* (Ende der Gericht-ferien.) Nächsten Montag erreichen die Gerichtsferien ihr Ende. Hinsichtlich der gerichtlichen Angelegenheiten tritt wieder der geregelte Geschäftsgang ein.

Du bist eine Zauberin," sagte er oft bewundernd,nie ermüdet, nie unlustig deinen Pflichten gegenüber. Man kann von dir lernen."

AlS nach ihren Besuchen eine Flut von Einladungen sich über sie ergoß, fand Leonore sich mit gutem Humor darein unb entzückte ihn sowohl durch ihre stets geschmackvolle, ihrer Eigenart angepaßte Toilette, als durch ihr Verhalten.

Immer wieder suchte sein Auge sie in den Gesellschaften. Wie schön sah sie auS mit dem geistvollen, beseelten Antlitz, den harmonischen Bewegungen, und wie so ganz anders war ihre Unterhaltung, als die der meisten Frauen seiner Kollegen 1 Die bedeutendsten Männer ihres Kreises suchten ihre Nähe, und bei einem Diner, da- sie selbst gaben, und bei dem alles aufs beste hergerichtet war, feierte der alte SanSkritforfcher Professor Dr. Deubler Leonore als die Krone der Frauen.

AlS die Gäste gegangen waren, legte der StaatSanwalt seinen Arm um seiner Gattin Taille und wandelte mit ihr in den schönen Räumen aus und nieder.

Ich bin stolz auf dich, Leonore!" sagte er zärtlich.

Und ich bin glücklich, ach, so glücklich," erwiederte sie innig.

So findest du doch, daß die Liebe glücklicher alS die Wissenschaft macht?" fragte er froh.

ES gibt zweierlei Arten von Glück, Erich, die eine heißt Befriedigung im erfolgreichen Tun, die andere unermeßliche Seligkeit, wenn sich zwei Menschen verstehen und lieben. Mir ist dieses doppelte Glück zuteil geworden, und meine Seele jauchzt."

Er schwieg in zwiespältigem Empfinden, aber er küßte den schönen Mund, der so Holder sprach.

Bald nach jenem Abend war eS, als er heimkehrend Leonore im Wohnzimmer vermißte, uud da er sie suchte, sie beim Verlassen ihres Wartezimmer- im Gespräche mit einem alten Weiblein fand, daS beim Abfchiede Gottes Segen auf sie herabflehte.

Sie haben mich gesund gemacht und mir in meiner Not geholfen, Frau Doktor; Sie sind ein Engel," murmelte sie.

(Fortsetzung folgt.)