mit den Mosaikbildnissen der Dike, ThemiS, Irene und Eunomie. DaS einfallende Licht wird von hohen bemalten GlaSfenstern gedämpft, die ein Geschenk Holland- sind. Das mittlere Fenster stellt daS Bild der Sonne dar, und ihre goldgelben Strahlen verlängern sich bis auf die anderen Fenster, sie geben die völlige Illusion wirklicher Sonnenstrahlen. Das Ganze ist von zauberhafter Wirkung. Die Halle wird getragen von marmornen Säulen und Pilastern, mit prachtvollen Sockeln und Kapitälern, von Italien gestiftet. Auf der Haupttreppe bemerkt man eine Bildgruppe, geschenkt von den Vereinigten Staaten Nord-Amerika-. Ter erste nächstfolgende große Saal ist dann die große Gerichtshalle, mit Wänden, teilweise bemalt, teilweise in Etucco auSgeführt und geschmückt mit Wandmalereien, sowie mit einer überaus prachtvollen Gobelin» Wandtapete. Der anstoßende Saal, der als Ratsaal verwendet werden wird, ist — wie übrigens auch die meisten anderen Zeremonien-Eäle im Frieden-Palast — mit Velours d'Utrecht tapeziert, die Decke ist auS Goldleder.
Dann folgen ein Sprechzimmer in weißem Velour- d' Utrecht, EmpsangSsäle, das Bureau deS VerwaltungSrateS der Carnegie- Stiftung, und ein Saal für Vorlesungen über Internationale- Recht. Im gegenüberliegenden Flügel des Gebäudes befindet sich noch eine GerichtShalle, kleine Justizhalle genannt, mit anstoßendem Saal sür Empfänge, mit reichgeschmückter Decke und einem BeratungSsaal mit Wandmalereien von dem berühmten niederländischen Altmeister Ferdinand Bol; die Decke ist mit goldenen Eichenkränzen geschmückt. Die kleine Justiz- Halle, worin die gewöhnlichen Sitzungen deS SchiedsgerichtS- Hofes abgehalten werden sollen, hat eine Galerie sür daS Publikum. Beim Eintritt in diese Halle fällt sofort eine große, prachtvolle Vase auS Malachit auf, ein Geschenk Rußlands. Eine Marmortreppe sührt zur öffentlichen Galerie. Bemerkenswert sind die Fenster der Vorzimmer, die mit ganz modernen Malereien bemalt sind. In die Galerie der von Italien gestifteten Ma morsäulen zurückgekehrt, steigt man jetzt die Treppen zum oberen Stockwerk hinauf. Hier befinden sich zunächst der Saal für den VerwaltungSrat des SchiedSgerichtS- hoseS, tapeziert mit japanischer Seide, ein Geschenk deS Jnsel- reicheS deS fernen Ostens. Sodann folgen die Gemächer deS Vorsitzenden, deS VerwaltungSrateS, ferner die Bibliothekkammer, daS Zimmer deS Sekretärs, ein Sprechzimmer und dann der sogenannte Bolsaal, geschmückt mit prachtvollen Gemälden deS holländischen Altmeisters Ferdinand Bol, an der Decke leuchten Malereien eines ebenfalls berühmten alten holländischen Meisters, Gerard de Laireffe, die Eigentum der Carnegie-Stiftung sind. Ferner gibt es dort noch ein Zimmer für höhere und niedere Beamte, Maschinenschreiber, die Presse usw.
Die seierliche Einweihung wird den Stempel der größten Einfachheit tragen; nur eine auserlesene, verhältnismäßig kleine Gesellschaft von etwa 300 Gästen wird ihr beiwohnen, unter ihnen die Königin und Prinz Heinrich der Niederlande. In einer feierlichen Sitzung, welche in der großen Justizholle abgehalten werden wird, soll der Präses der Carnegie- Stiftung den Palast an den VerwaltungSrat des Gerichtshofes übertragen. Man hat gute Gründe, anzunehmen, daß auch Herr Carnegie selbst der Feierlichkeit beiwohnen wird.
Die Kaisertage in Polen.
Posen, 26. August. Der Kaiser in der Ostmark. Diese Nachricht hatte heute Tausende aus der näheren und weiteren Umgebung nach Posen gelockt, wo der Monarch alS Einleitung der Posener Kaisertage die Parade über die Garnison abnehmen sollte. Während der glanzvollen Vorbereitungen für die Kaisertage hatte sich blendender Sonnenschein über die Stadt ergossen, heute aber herrschte Regenwetter. Trotzdem wogte seit dem frühen Morgen eine sestlich bewegte Menge durch die Straßen.
Der Kaiser fuhr mit dem Prinzregenten Ludwig um 7Vi Uhr in den festlich geschmückten Bahnhof ein. Der Empfang aus dem Bahnhof nahm nur wenige Minuten in Anspruch. Dann begab sich zunächst der Prinzregent im Automobil in daS Residenzschloß. Prinzregent Ludwig, der die Uniform seiner 47. (2. Niederschlesischen) Infanterie-Regiments angelegt hatte, wurde von der Menge mit den Rusen: „Der Bayer, der Bayer, Hurra!" freudig begrüßt. Der Kaiser, der die Uniform der König-jäger zu Pferde trug, und der Kronprinz, die in offenem Automobil zusammenfuhren, wurden vom Publikum aufs wärmste begrüßt. Unter donnernden Hurras und Hochrufen wurde die kurze Fahrt durch die mit jedem Augenblick mehr anwachsende Menge nach dem Schloß zurückgelegt.
Die Kaiserin war die erste, die sich um 9 Uhr in geschlossenem Automobil nach dem etwa sechs Kilometer von
Sie warf noch einen Blick hinaus. Alles war still. Der Garten lag schwarz und unwirtlich da, die nackten Aeste der Bäume bewegten sich leise.
Plötzlich stellte Heinrich, der neben ihr die Laterne hochhielt, um zu leuchten, die Laterne auf die Erde.
„WaS ist, Heinrich?"
„Ich meinte jemand im Garten zu sehen, gnädige Frau," flüsterte er. „Er schien mir ein Franzose zu sein."
„Wirklich?*
Ermentrud sah ungläubig auS. Furcht verspürte sie nicht.
„ES war die Uniform französischer Husaren, gnädige Frau, Der Mann tastete an der Mauer entlang, wo daS Spalierobst steht."
„Ein einzelner Franzose?" jagte Ermentrud wieder zweiselnd. „Ich würde er eher glauben, wenn eS ein einzelner Preuße wäre.
Sie schüttelte den Kops und hob die Laterne auf.
„Vorsichtig, gnädige Frau," warnte Heinrich ängstlich.
Sie nickte zum Zeichen, daß sie durchaus die Absicht habe, vorsichtig zu sein. Mit einer Hand schaltete sie die Laterne und ließ dann blitzschnell einen scharfen Strahl in die Gegend sollen, die Heinrich bezeichnet hatte. Wahrhaftig, da griff ein Mensch an der Mauer hin und kam langsam tastend näher.
Die Uniform war französisch, ja, aber —
Plötzlich stellte Ermentrud die Laterne hin, öffnete die Tür und stürzte mit einem AuSrus: „Georg, bist du eS?" dem Fremden in die Arme.
Im behaglichen Wohnzimmer, am schnell entzündeten Feuer saßen die Gatten. Wie sie dahin gekommen waren, wußte Ermentrud nicht. Nur daß er da war, nach dem sie sich so bitterlich gesehnt hatte; wie bitterlich, daS wußte sie erst jetzt, alS seine Arme sie umfaßten. Sie sprachen kaum, nur abgebrochene Laute. Sie sahen sich in- Auge und hatten sich lieb. Nun war alles, wie Wilhelmi eS oft im Traum gesehen hatte. Er hielt sein Glück im Arme, sein wirkliche-, eigenstes Glück, sein Weib.
Heinrich hatte sich mit nassen Augen zurückgezogen. Er hing mit schwärmerischer Verehrung an der sanften, tapferen Herrin, und dies Wiedersehen zwischen den jungen Gatten erschütterte ihn tief.
Posen entfernten Paradefeld begab. EtwaS später folgte der Kaiser in offenem Automobil. Mit dem Kaiser fuhr der Kronprinz. Der Parade wohnten u. a. bei: Prinzregent Ludwig von Bayern, die hier anwesenden Prinzen und Prinzessinnen deS Königlichen HauseS, da- Kaiserliche Haupt- quortier, der Chef deS Generalstabes General der Jnsanterie v. Moltke, Kriegsminister Generalleutnant v. Falkenhayn, Generalfeldmarschall Graf v. Haeseler, Generalseldmarscholl Freiherr v. d. Goltz und viele auswärtige Militärpersonen.
Die Truppen standen in zwei Treffen. Bei dem linken Flügel deS ersten Treffens schloffen sich rechtwinklich zur Ausstellung sechs Flugzeuge an. Die Parade befehligte der Kommandierende General, General der Infanterie v. Strantz. Gegen 9V2 Uhr trafen ein der Kaiser, die Kaiserin, die Kronprinzessin, die Prinzessin August Wilhelm, die in Posen anwesenden Söhne des Kaisers und Prinzregent Ludwig von Bayern. Der Kaiser und die Prinzen stiegen zu Pserde. ES war nur ein Vorbeimarsch besohlen, bei dem die Infanterie in NegimentSkolonne vorbeiging, die Kavallerie im Schritt. Bei dem Vorbeimarsch sührte Prinzregent Ludwig sein Jnsanterie- Regiment Prinzregent Ludwig von Bayern (2. NiederschlesischeS) Nr. 47 dem Kaiser und der Kaiserin vor. Der Kaiser selbst sührte unter dem Jubel deS Publikums sein Regiment KönigS- Jäger zu Pferde Nr. 1 der Kaiserin und dem Prinzregenten vor.
Nach Schluß der Parade hielt der Kaiser eine Besprechung ab und nahm militärische Meldungen entgegen. Hieraus ritt er noch die Fronten von weiteren Kriegervereinen ab. Die Kaiserin kehrte zu Wagen nach Posen zurück, der Kaiser an der Spitze der Feldzeichen. Während sich draußen auf dem Paradeselde das große militärische Schauspiel abspielte, hatte sich unter andauernden Regengüssen in der Stadt und Umgebung die große Spalierbildung vollzogen. Die Jugend war zu diesem Tage in außerordentlicher Zahl hinzugezogen worden. Von den höheren Schulen der Stadt und Pivvinz Posen, Gymnasien und Realschulen beteiligten sich über 4000 Schüler, von den Seminaren und Präparandenanstalten 3000 und von den Mädchenseminaren und Lyzeen 1000 Schülerinnen. Der Kaiser sprach den städtischen Behörden seinen Dank für den außergewöhnlich herzlichen Empsang und sür die Ausschmückung der Stadt aus.
Posen, 26. August. Heute abend 7 Uhr war bei den Majestäten im königlichen Residenzschloffe Paradetafel für daS 5. Armeekorps im großen Festsaal und im WiSbysaale. Der Prinzregent sührte die Kaiserin, der Kaiser die Kronprinzessin, der Kronprinz die Prinzessin August Wilhelm zur Tafel, bei der der Kaiser rechts und der Prinzregent Ludwig von Bayern links von der Kaiserin saßen.
Der Kaiser hat dem Obei Präsidenten der Provinz Posen, Dr. jur. Schwartzkopff den Kronenorden 1. Klasse verliehen.
Prinzregent Ludwig von Bayern speiste heute mittag beim Kommandierenden General v. Strantz. Der Reichskanzler ist in Begleitung seines Abjutantrn Freiherrn v. Sell hier eingetroffen. Er nahm an einem Frühstück beim Oberpräsidenten teil, das der Letztere zu Ehren der Prinzen Oskar gab.
-I« Jn- und Ausland.
Berlin, 26. August.
Die evangelische Sammlung sür die N a t i 0 n a l s p e n d e zum Kaiserjubiläum zugunsten der christlichen Missionen ist seit der letzten Mitteilung Anfang Juli um 233,657 Mk. gestiegen. Das bisherige Endresultat beträgt 3 441170 Mk.
Eine volkswirtschaftliche Krieg-fürsorge spricht auS einem Erlaß teS preußischen Ministers für Handel und Gewerbe an die amtlichen Handelsvertretungen. Nach einer Mitteilung deS Kriegsministers legt die Heeresverwaltung, wie der Minister hervorhebt, Wert darauf, daß sich die Linien- kommandanturen über die wirtschaftlichen Verhältnisse ihrer Liniengebiete näher unterrichten und die Anforderungen, die daS wirtschaftliche VerkehrSleben an die Eisenbahnen und Wasserstraßen stellt, dauernd im Auge behalten. Auf Grund dieser Feststellungen soll für den Kriegssall die Möglichkeit gewonnen werden, dringenden Bedürfnissen deS öffentlichen Verkehrs gerecht zu werden, ohne militärische Interessen zu schädigen. Diese beabsichtigte Wirksamkeit der Linienkomman- danturen verspricht aber nur dann AuSsicht auf vollen Ersolg, wenn ihr die Unterstützung sachkundiger Organe auS Kreisen deS HandelS zuteil wird. Der Minister ersucht daher die Handelsvertretungen, den an sie herantretenden Ansuchen der Linienkommandanturen zu entsprechen. Die Mitwirkung wird sich, soweit bis jetzt zu übersetzen ist, auf die Entsendung von Vertretern zu den alljährlich stattfindenden Beratungen der Linienkommandanturen über wirtschaftliche Fragen und auf die Ueberlassung statistischen Materials usw. erstrecken.
„Aber von der Liebe kann man nicht leben," brummte er. „ES ist Zeit, für einen Umbiß zu sorgen. Und wo hat der Leutnant fein Pferd gelassen? Die Hirschseldschen find doch alle beritten."
Er deckte im Eßzimmer sür zwei Personen und ging dann inS Wohnzimmer.
„ES ist serviert, gnädige Frau," meldete er.
DaS Paar wandte sich dem Diener zu. Ermentrud strich sich die Haare auS der Stirn und lächelt« in liebreizender Verlegenheit.
Georg sprang auf.
„Wo bin ich denn mit meinen Gedanken?" rief er halb lachend, halb schuldbewußt. „WaS meinst du denn, wie ich hierherkomme, Ermentrud?"
„Darüber habe ich nicht nachgedacht; du bist da," ent» gegnete sie glücklich.
„Ich bin nur ein Vorläufer, Ermentrud. Die anderen können jeden Augenblick eintreffen.
„Wer? Hilda mit Friedrich und WerderS?" rief Ermentrud.
„Und Eugen dazu. Sie kommen mit zwölf Mann und bitten um Nachtquartier."
Ermentrud hatte ihre Fassung wieder gewonnen und war ganz bei der Sache.
„Also im ganzen achtzehn?" fragte sie geschäftsmäßig.
„Erschreckt dich daS?"
„Nicht im mindesten. Ich bin immer aus mehrere Dutzend eingerichtet," versetzte sie ruhig. „Heinrich und ich sorgen Tag sür Tag für genügende Vorräte irgendwelcher Art. Wenn wir sie nicht brauchen, finden sich genug Abnehmer im Dorf."
„Und daS Nachtquartier?"
„In den Ställen find warme Strohlager mit Decken, im Hause Betten genug."
„Tant mieux. So werden wir alle gute Nachtruhe genießen, dank deiner weisen Fürsorge."
„Wo ist daS Pferd vom Herrn Leutnant?" fragte Heinrich an der Tür.
WaSgewinnt die Feldartillerie durch die Wehrvorlage von 1913? Diese Frage beantwortet in den „Artilleristischen Monatsheften" Generalmajor a. D. v. Richter in einem für uns erfreulichen Sinne. Denn nach einer Abwägung der bestehenden und durch die Wehrvorlage abgeholfenen Mängel kommt er zu dem Schluß: „Wir können mit Genugtuung feststellen, daß wir nunmehr den Franzosen nicht nur in den stärkeren Etats an sich, sondern auch in der Zahl der mit hohem Friedensstande versehenen Batterien erheblich überlegen sind." Bisher wurde vielfach der französischen Artillerie größere Tüchtigkeit nachgesagt. Besonders die Staaten der Tripleentente nährten aus erklärlichen Gründen diesen Glauben. Wenn sie aber auch jetzt noch an ihm festhalten sollten, müssen sie entweder umlernen oder daS Risiko dieses Glaubens aus sich nehmen.
In Cöln haben ehemalige Fremdenlegionäre eine öffentliche Volksversammlung einberufen, die außerordentlich stark besucht war. Die — sicherlich sachkundigen — Redner widerlegten die von den Franzosen mit großer Hartnäckigkeit ausrechterhaltene Behauptung, daß eS bezahlte und berufsmäßige Werber nicht gäbe. Im Rheinland und in den Reilslanden sind nach ihrer Aussage zahlreiche Werber an der Arbeit, um junge unerfahrene Leute inS Verderben zu locken. Die Schilderungen derer, die in ihm gesteckt hatten, waren grausig genug, um als wirkungsvolle Warnungen dienen zu können. Die Kost bei den Märschen durch die glühend heiße Wüste war ungenügend, wer zusammenbrach, wurde seiner Waffen beraubt und liegen gelassen, bestenfalls an die Pferde gebunden und dadurch zum Mitlanfen gezwungen. Allein in 33 Paragraphen deS EtrafgefttzbucheS wird die Todesstrafe vollzogen. DaS sind so einige Stichprobleme auS den Berichten deS Augen- und Tatzeugen.
Der vielfach erörterte Fall de- e r sch 0 s f e ne n Fre mden- l e g i 0 n ä r S Müller ist in ein neues Stadium getreten. Die Eltern deS Legionärs scheinen jetzt ausgefunden worden zu sein. Im Jahre 1909 war der damalige neunzehnjährige Sohn der KausmannSwitwe Schweizer in Stuttgart, Alfred Schweizer, nach Zürich gereist, um dort eine Stelle zu suchen. Seitdem war er spurlos verschwunden. Sein Koffer war in Zürich stehen geblieben. Die Angehörigen glaubten, daß der Verschwundene, der die Absicht geäußert hatte, nach Samoa zu gehen, zur Fremdenlegion sich hätte anwerben lassen oder in die Hände von Werbern gefallen sei. Sie wurden in dieser Auffassung bestärkt, als die Nachricht austauchte, daß Anfang 1910 ein Fremdenlegionär namenS Müller wegen Desertion vor dem Feinde kriegsgerichtlich verurteilt und erschossen worden sei. Der Verschollene hatte einen Freund, der Hermann Müller hieß, und dessen Namen er angenommen haben dürfte, um beim Eintritt in die Legion unerkannt zu bleiben. AlS er später bei der Einstellung in Algier seine Nationale angeben mußte, nannte er sich augenscheinlich mit seinem richtigen Namen Schweizer, wobei die Eintragung deS Mannes in die Liste der 13. Kompagnie des 1. Legionär-RegimentS unter dem Doppelnamen Schweizer-Müller erfolgte. Darauf dürfte wohl auch die Verwechslung zurückzusühren sein, daß man in dem erschossenen Legionär keinen Deutschen, sondern einen Schweizer namenS Müller sah. Die Angehörigen haben sich an da- Auswärtige Amt in Berlin gewandt, damit die Angelegenheit geklärt wird. DaS Auswärtige Amt wird, wie bereits halbamtlich angekündigt wurde, selbstverständlich auch dieser neuen Spur nachgehen und sie aus ihre Richtigkeit prüfen.
Nach einem Wiener Telegramm hebt daS dortige halbamtliche Fremdenblatt die große Bedeutung der dem italienischen General Camva erwiesenen Ehrungen tzeivor, die einen neuerlichen Beweis für die innigen und aufrichtig freundschaftlichen Beziehungen zwischen Oeflcreich-UngarnundJtalien bilden, einen neuerlichen Beweis für die Festigkeit und Un- erschütterlichkeit der engen Bande, die beide Reiche umschlingen. DaS Blatt schreibt: „DaS auf gegenseitigem Vertrauen und ehrlicher FreundeStreue ausgebaute Bündnis zwischen Oesterreich- Ungarn und Italien ist abermals deutlich in Erscheinung getreten, dieses erprobte Bündnis, daS sich gerade in den letzten Monaten wieder als ein kraftvolles kostbares Unterpfand, als ein nimmer wankender Hort deS FriedenS bewährt hat."
Wie der L. A. hört, ist die Meldung über einen abermaligen Raubmord an einem Deutschen in Mexiko eingetroffen. Nachdem erst vor wenigen Tagen der Deutsche HanS Locht mexikanischen Mördertzänden zum Opfer gefallen war, handelt eS sich im vorliegenden Falle um den in Mexiko lebenden Erich von Thaden, der in der Nähe von Coahuacan zusammen mit einem Engländer namenS Srymour Loughton, ermordet aufgefunden worden ist. Beide sollen über eine Million Dollar in Banknoten bei sich gehabt
„Draußen am Zaune steht eS, alter Freund. Laß eS in den Stall führen."
Heinrich hatte bereits aller Personal in HauS und Hos geweckt. Freudigste Erregung und große Geschäftigkeit herrschte. Daß die Herrschaft zurückkam und andere tapfere Preußen mit ihr, biS war ein Festtag für Buchwald. Schnell war daS Essen gerichtet, die Tafel gedeckt, die Lagerstätten bereitet.
Und dann kamen sie. Nicht verborgen und heimlich. Die Lust war rein vom Feinde, sie konnten ohne Sorgen ein* ziehen. Sie konnten ungestört ihr Mahl halten und sich in Frieden zu ruhigem Schlas ausstrecken.
Bis Mitternacht saßen die Freunde beisammen, bald in gemeinsamer Unterhaltung, bald in leisem Geplauder zu zweien.
„Ein FriedenSbild mitten im Kriege," meinte Max in seiner trockenen Weise.
„Eine wundervolle Unterbrechung im Waffengeklirr," lachte Hilda und küßte ihre Zwilling-schwester. Sie war ganz glücklich, mit E mentrud vereinigt zu sein..
Max erhob sich zuerst.
„Diesem Abend folgen, so Gott will, in Zukunft noch andere," sagte er. „Aber erst heißt eS, reine Bahn geschafft und den Feind aus dem Lande gefegt. Eher wollen wir keinen Frieden. Preußen bleibt fest und der König oben."
Und wie mit einem Ruck erhoben sich die übrigen, reckten die Rechte auf wie zu einem Schwur, und in feierlichen, krästigen Tönen klang eS nach: „Preußen bleibt fest und der König oben.0-
________________________(Fortsetzung folgt.)________________________
— (Fünf Personen bei einem Auto mobil- Unfall getötet.) Eine schwere Automobilkatastrophe hat sich in Hammond im Staate Jndiana ereignet. Ein Automobil stieß mit einem Wagen der elektrischen Straßenbahn zusammen. Fünf Personen wurden getötet, vier andere schwer verletzt.
— Köln, 26. August. Der Prokurist Stceg von der Düsseldorfer Filiale der Schaashausenschen Bankvereins, der nach Unterschlagungen in Höhe von 239 000 Mark geflüchtet war, wurde heute mittag in Donaueschingen verhaftet.