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werden, nachstehenden BegrüßungSartikel. Als gelegentlich desAntrittsbesuche-, den unser Prinz-Regent mit seiner Durch­lauchtigsten Gemahlin anfangs März d. JS. dem Deutschen Kaiserhause abstattete, bekannt wurde, daß Seine Königliche Hoheit den Kaiser und die übrigen deutschen BundeSsürsten zu einer der Erinnerung der JahreS 1813 gewidmeten Vater- ländischen Feier nach Kelheim eingeladen habe, sand diese Nachricht im ganzen Reich freudigen und sympathischen Wider­hall. Der Tag, an dem der hochherzige Gedanke deS Prinz- regenten verwirklicht werden soll, der Tag, an dem in ur» bayerischen Landen in der von König Ludwig I. erbauten Befreiung-Halle dem Geist, der Deutschland zu den Taten deS JahreS 1813 aufrief, der Zoll deS DankeS und der Bewun­derung dargebracht werden soll, ist nunmehr nahegerückt. Der hehre Bau, in dem die Schönheit der Antike sich mit germanischem Kraftbewußtsein vermählt, die stolze Halle, deren Sieges­göttinnen segnend ihre Flügel über die Erinnerungstafeln ge­wonnener Schlachten breiten, steht, mit erlesenem künstlerischem Geschmack auSgeschmückt, bereit, seine fürstlichen und hohen Gäste zu empfangen. Den Teilnehmern der Feier werden die bedeutungsvollen' Worte entgegenleuchten, die der Königliche Erbauer am Boden der Halle den Helden der Freiheit-kämpfe zum Gedächtnis, seinem eigenen patriotischen Sehnen zum Ruhm, kommenden Geschlechtern zur Mahnung gewidmet hat: „Möchten die Deutschen nie vergessen, waS den Befreiungs­kampf notwendig gemacht und wodurch sie gesiegt", und in schlichter Größe wird an diesem Tag vor dem geistigen Auge Deutschlands die Gestalt deS hochgesinnten Bayern-KönigS erstehen, der in der Befreiungshalle zu Kelheim ein sichtbares Denkmal der UeberzeugungStreue erstehen ließ, mit der er in schwerer Zeit an ein Wiedererstehen deS Deutschen Volkes und an neuen Glanz deS deutschen NamenS glaubte. — Die Feier in Kelheim wird dem bayerischen und mit ihm dem ganzen deutschen Volke eine Stunde dankbarer Rückschau aus die Größe der Opser bringen, die Deutschland vor hundert Jahren für die Befreiung vom Joch der Fremdherrschaft ge­bracht hat. Sie wird die Gedanken aller vaterländisch ge­sinnten Deutschen nach Bayern lenken. Vor ganz Deutschland wird sie Zeugnis dafür ablegen, wie fest verankert in Bayern der Reichsgedanke ist, und wie unzerreißbar stark die Bande sind, die Bayern mit den im Deutschen Reich zusammen- geschlossenen Staaten und Stämmen verknüpfen. Die deutschen BundeSsürsten geschart um Seine Majestät den Deutschen Kaiser, werden durch ihre Anwesenheit bekunden, durch welch innige Gemeinschaft sie sich mit den großen Erinnerungen der deutschen Volks, durch welche treue Sorge sie sich mit seinen GegenwartSwünschen und ZukunftShoffnungen verbunden sühlen. Der Tag von Kelheim wird eine Feier der Fürsten und des Volkes werden, eine Feier, über der der Hauch deS Geistes jener Treue schweben wird, die seit altehrwürdigen Jahrhunderten Deutschlands Fürsten und Stämme aneinander- kettet. Die Eindrücke dieses vaterländischen Gedächtnistages werden die flüchtige Stunde überdauern. Dieser Tag wird den Kreisen, die die Grundlage der staatlichen Ordnung zu erschüttern trachten, neuerdings zeigen, daß einer Kund­gebung der Vaterlandsliebe, deS nationalen Stolzes und der monarchischen Treue, wie die Kelheimer Feier sie darstellt. bei der überwältigenden Mehrheit deS deutschen Volkes ein auf- richtiger und herzlicher Widerhall sicher ist. Sie wird dem AuSland gegenüber unzweideutig zum Ausdruck bringen, daß über alle Schranken hinweg, wie wirtschaftliche, politische und konfessionelle Gegensätze sie zwischen den Parteien aufrichten mögen, das ganze deutsche Volk sich in Treuen die Hand in jenen Stunden reicht, die dem Gedächtnis seiner Größe, die seinem Ansehen in der Gegenwart, die seiner Stellung in der Zukunft geweiht sind.

Theodor Körner.

(Zum 100jährigen Todestage des Dichters.)

Am 26. August d. JS. sind 100 Jahre Verflossen, feit Theodor Körner, der Dichter der Freiheitskriege, im blühenden Alter von 22 Jahren die Augen schloß. Ein Jüngling noch warS, den der Tod mit rauher Hand unerbittlich hinwegraffte; aber trotz seiner Jugend — vielleicht auch gerade wegen der­selben — ist Theodor Körners Andenken im deutschen Volke bis heute wachgeblieben und wird auch in Zukunft so rasch nicht verblassen. AlS ehemaliger Student der Rechte, später der Geschichte und Philosophie, war Körner schon im Alter von 20 Jahren als Hoftheaterdichter in Wien tätig. Deutsch­lands FreiheitSkamps im Jahre 1813 rief den Dichter auS dieser gesicherten Stellung heraus; jugendlicher Mut und heiliger, überzeugter PatriotiSmuS ließen ihn dem im Jahre

„UnS ist doch schon manch anderes Stückchen gelungen, warum nicht auch dieser?" rief Saher keck.

Die Freunde stimmten alle dasür, daß der Versuch, nach Glatz zu kommen, gemacht werden sollte. Die kleine Truppe befand sich jetzt in guter Verfassung. Sie war mit kräftigen Pferden versehen, hatte sich genügend erholt und war in bester Stimmung.

DaS Freikorps überschritt am 8. Februar die schlesische Grenze und lagerte zwischen den Weinbergen deS Ortes Grün- berg. Hier fanden sich die nächsten Freunde zu einer ein­gehenden Beratung zusammen.

„Es handelt sich darum, welchen Weg nach Glatz wir einschlagen," sagte Eugen.

„Ist nicht die beste Linie über Sagan?" fragte Werder.

Wilhelmi sah lebhaft aus. Sagan war nur eine halbe Wegstunde von Buchwald entfernt. Er würde Ermentrud Wiedersehen.

„Wenn uns der Feind keinen Querstrich macht, können wrr in Sagan Quartiere beziehen," versetzte Eugen. „Er soll unS gut bekommen, einmal wieder in Betten zu schlafen, nachdem unser Nachtlager in Scheunen, Schuppen und Biwak- aufgeschlagen war. Seid ihr nicht der Meinung?"

Marie rückte näher an Eugen heran.

„Einige können bei uns in Buchwald bleiben," sagte sie leise.

Eugen nickte leise.

„Selbstverständlich. Daran hatte ich nicht gedacht. DaS trifft sich gut und erleichtert die Sache wesentlich. WaS für ein Tag ist heute?" '

„Der 8. Februar," antwortet Hilda.

„Wieviel Mann haben wir beisammen?"

„Etwa 60" sagte Max.

„Eine stattliche Schar, wenn man bedenkt, daß keine Null darunter ist," tief Saher.

„Nein, Nullen gibt es nicht in unserem Freikorps," meinte Marie stolz.

„Ganz richtig. Wir dürfen dreist jeden einzelnen als doppelte Kraft rechnen. Wir sind also mehr als hundert Mann" sagte Eugen. „Bei solcher Stärke dürfen wir ruhig

1813 gebildeten Lützow'schen FreischärlerkorpS beitreten, in dem er rasch zu bedeutendem Einflüsse gelangte, und da- er unS in dem Gedichte: „LützowS wilde, verwegene Jagd" für alle Zeiten erhalten hat. Schon im Juni deS JahreS 1813 wurde Körner, der zu dieser Zeit bereits Leutnantsrang bekleidete und als LützowS persönlicher Adjutant fungierte, beim Uebergang bei Kitzen in der Nähe von Merseburg schwer verwundet. Mit Hilse treuer Freunde rettete er sich damals nach Leipzig, von da nach Karlsbad, und trat, als seine Wunden geheilt waren, von neuem in das Lützow'sche KorpS ein. Nur noch wenige Wochen war eS ihm dann vergönnt, dieser stolzen Truppe anzugehörrn. Bald nach Ablauf deS Waffenstillstandes ereilte ihn bei einem Vorpostengefecht an der Heerstraße von Gadebusch nach Schwerin der Tod auS einer feindlichen Büchse. Seine Ucberreste wurden bei Döbbelin im Mecklenburgischen unter einer alten Eiche bestattet. Schwester, Vater, Mutter und Tante ruhen dort neben ihm an derselben Stelle und ein Denk­mal kündet jedem Wanderer die Bedeutung dieser Stätte--

Als Dichter muß Körner mit zweierlei Maß gemessen werden. Seiner dramatischen Werke wegen wäre ihm kaum ein UnsterblichkeitSruhm beschieden gewesen. Diese fallen durch allzuweit gehende Anlehnung an Schiller, teilweise auch an Kotzebue aus. Sein Schauspiel „Toni" ist eine nur mäßig geglückte Dramatisierung von Kleist'S Roman „Die Verlobung in St. Domingo", und „Zriny", daS größte dramatische Werk des Dichters, verrät durch sein übertriebene- Pathos allzusehr die Jugend deS Verfassers.

Um so höher und wertvoller sind Körner- Gedichte. Seine Lieder in „Leier und Schwert" atmen in jeder Zeile die tot­verachtende Begeisterung, die die Befreiung-kriege deS deutschen Volkes damals in jedem deutschen ManneSherzen auSlösten. Heiliger, sittlicher Ernst, stolzer Mut, hohe Pflichtauffassung sind die Kerngedanken in Körner- Gedichten. AuS diesen Empfindungen heraus schuf der erst Zweiundzwanzigjährige die Lieder: „Vater, ich rufe Dich!", „Frischauf mein Volk", „Du Schwert an meiner Linken" und viele andere, die seit einem Jahrhundert Gemeingut deS deutschen Volke- geworden und geblieben sind. Und diese FreiheitSlieder, die zu ihrer Zeit wie der zündende Funke inS Pulverfaß in die Seelen aller Freunde der Freiheit und deS Vaterlandes fielen, geben unS auch heute noch daS Recht, Körner getrost in die Reihen der Klassiker deS verflossenen Jahrhundert- einzureihen--

Zur Ballanlage.

Berlin, 24. August. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt in ihrer Wochenrundschau: In den Orient­angelegenheiten sind während der letzten Woche weitere Rück­schläge gegen die naturgemäß nur langsam fortschreitende Klärung nicht zu verzeichnen gewesen. Zwischen Bulgarien und der Türkei hat sich mit dem Aufhören der türkischen Truppenbewegungen jenseit- der Maritza eine Entspannung angebahnt, die hoffentlich nicht durch neue Zwifchenfälle gestört wird. Die Mächte bleiben insgesamt bemüht, die noch unge­lösten Fragen so zu behandeln, daß einer abermaligen Störung deS Frieden- vorgebeugt wird.

Peter-burg, 23. August. Wie die Petersburger Telegraphen-Agentur erfährt, entstammt der Bericht von bulgarischen Grausamkeiten in Adrianopel, der von einem Korrespondenten deS Daily Telegraph einem russischen Be­vollmächtigten deS Ministerium- deS Aeußern zugeschrieben wurde, der Feder eines russischen Zeitung-korrespondenten, der biS vor einigen Jahren Konsulat-beamter war. Der Ver­fasser ist vom russischen Ministerium keineswegs zu einer Feststellung der angeblichen Greueltaten beauftragt gewesen.

Hw$ 3m- und Ausland,

Berlin, 24. August.

AuS Bad Homburg, 24. August, wird gemeldet: Seine Majestät der Kaiser gedenkt heute am späten Abend von Bad Homburg nach Kelheim abzureisen, wo die Ankunft morgen vormittag um 11 Uhr 50 Min. erfolgt. Ihre Majestät die Kaiserin reist heute abend von Posen ab.

Der A b g e o r d n e t e E r z b e r g e r ist mit besonderer kaiserlicher Genehmigung zu einer Fahrt mit dem Zeppelin 111 über der Festung Metz aufgestiegen. Diese Genehmigung wird einer Zivilperson zum ersten Male erteilt. Allerdings ist Erzberger Berichterstatter für den einmaligen Wehrbeitrag und den außerordentlichen Militäretat gewesen.

In Leipzig ist unter dem Vorsitz deS Bürgermeisters Dr. Eberle (Noffen), der dritte reich-deutsche Mittel- standStag zusammengetreten. Er beschloß, daß bei An-

einige- wagen. WaS können wir unternehmen? Holla, Freund Wilhelmi, ich sehe dir an, daß du etwas zu sagen hast. Schnell, heraus mit der Sprache, wenn du etwa- für uns zu tun weißt."

Alle sahen Wilhelm! gespannt an.

„Ich machte heute einen Erkundigung-ritt auf Grünberg zu," sagte Georg. „Da entdeckte ich ein bayrische- Kavallerie­regiment von hundert Mann mit einem Transport von 32 Geschützen. Der Zug ist nach BreSlau bestimmt und soll zur Belagerung verwandt werden."

„Potz Blitz, und da- sollen wir dulden? Deutsche Ge­schütze sollen dazu dienen, eine gute preußische Stadt zu belagern?" rief Saher empört.

Hilda legte ihm die Hand auf den Mund.

„Einen Augenblick, mein Freund. Noch sind sie nicht angekommen. Wir sind auch noch da," bemerkte sie trocken.

„Wer sagte dir, wohin der Transport bestimmt ist," fragte Eugen.

Georg lächelte. Man sah selten ein Lächeln in seinen ernsten Zügen.

„Ich sprach mit dem Offizier. Er hielt mich für einen Franzosen; denn ich trug au- Vorsicht die Unisorm des französischen Husaren, die ich kürzlich erbeutet hatte. Ich erklärte den Leuten, daß ich mich aus einem Erkundigung-ritt nach den Bewegungen der Hirschfeldschen Freikorps besände. Der Bayer teilte mir mit, daß Leutnant von Hirschfeld sich unbedingt hier herum aushalten müsse. Seit General Montbrunn ihm auf der Spur sei, werde man seiner schnell habhaft werden, denn der sei ein Mann von eisernem Willen."

„Halten Sie denn den Leutnant mit seinem Korps wirklich für so wichtig, daß man sich seinethalben so bemühen müßte?" fragte ich.

Da fuhr der Mann ordentlich auf.

„War meinen Sie denn? DaS ist ein ^anz tollkühner Patron, der un- unermeßlich geschädigt hat. Und seine Leute sind Wetterkerle, einer immer verwegener al- der andere. Die reiten wie die Teufel, und sie werden so lange reiten, bis

drohung der Ausschlusses allen Einzelverbänden untersagt wird, eigene Kandidaten zu Reich-tag-- und Landtag-wahlen aufzustellen. Weiter wurde eine von der Detailliflenorganisation vorberatene Resolution betreffend da- Gesetz über daS Petroleum­monopol angenommen, wonach die- die Möglichkeit bietet, den Detaillistenstand in einer Weise zu fördern, wie eS bisher noch nicht möglich war. Wenn das Gesetz allerdings in der zweiten Lesung der Reichstag- nicht noch mittelstandSfreunb- licher werde, dann sei er besser, eS abzulehnen. In der Frage der Schutzes der Arbeitswilligen bzw. deS MißbraucheS der Koalitionsfreiheit bedauert der Mittelstand-tag, daß die Mehr­heit der Reichstag-abgeordneten bei Beratung der Angelegen­heit aus die tatsächlichen Verhältnisse und Bedürfnisse der Gewerbe so wenig Rücksicht genommen habe, und schließt sich im übrigen den Vorschlägen deS 15. deutschen Handwerks- und GewerbekammertageS zu Halle an.

Um den Fliegern auch zur Nachtzeit eine genaue Orientierung zu ermöglichen, werden allmählich überall an besonderen Plätzen in Deutschland Vorkehrungen getroffen. Masten werden errichtet, um die bekannten großen Rotfeuer zu entzünden. Für den Fernflug rund um Berlin sollten erstmals die Blinkspiegel, eine Art Scheinwerfer, praktisch an- gewendet werden. Dieser Apparat hat sich jedoch so vorzüglich bewährt, daß die Heeresverwaltung sofort Beschlag daraus legte und für sich in Anspruch nahm. Danach muß man sich bei dem Wettbewerb um die Nationalflugspende rund um Berlin darauf beschränken, daS Signalfeuer für die nächtliche OrientierungSm öglichkeit sorgen.

Bei der gestrigenReichStagSersatzwahl im Wahl­kreise Gumbinnen 2, Ragnit-Pillkallen, wurden ab­gegeben sür Gutsbesitzer Gottschalk (Kons.) 9452, sür Fabrik­besitzer Ventzki (Natl.) 5983 und für Gutsbesitzer Hoser (Hoz.) 3241 Stimmen. Els Stimmen waren zersplittert. Ein kleiner Bezirk steht noch auS. Gottschalk (Kons.) ist gewählt.

AuS Großbeeren, 23. August, wird berichtet: In Gegen­wart deS Prinzen Eitel Friedrich von Preußen als Vertreter deS Kaisers wurde heute der Tag der hundertjährigen Wieder­kehr der Schlacht bei Großbeeren durch Einweihung eine- GedenkturmeS feierlich begangen.

Die Anwerbungen für die französische Fremdenlegion beliefen sich einer Pariser Meldung zufolge im Jahre 1912 aus 2282 Mann gegen 2265 im Jahre 1911 und 2118 im Jahre 1910. Von den Anwerbebureaus hat die größte Anzahl Nancy mit 289 Mann geliefert.

Der im Haag tagende jüngste Friedenskongreß nahm im ferneren Verlaufe seiner Verhandlungen am Freitag eine Resolution zugunsten einer Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich an. Weiter stimmte er einer Resolution zu, welche sich für die eventuelle Schlichtung deS Streite- zwischen der Union und England wegen der Panamaakte durch daS ständige internationale Schiedsgericht im Haag auSspricht, zu. Endlich genehmigte der Kongreß am genannten Tage noch eine dritte Resolution, welche verlangt, daß unverzüglich an die Vorbereitungen zurdritten Internationalen FriedenLkonferenz, welche im Jahre 1915 stattfinden soll, gegangen werde. — Am 28. August findet im Haag die seierliche Einweihung deS vom amerikanischen Milliardär Carnegie gestifteten pompösen FriedenSpalasteS, der künftigen Stätte der Tagungen der internationalen Friedenskonferenzen, Friedenskongresse usw. — soweit^ sie im Haag abgehalten werden — statt.

Aus dem marokkanischen Kriegsschauplätze stehen für die Spanier neue schwere Kämpfe bevor. Laut einer Meldung auS Tanger hat der viel genannte Scheik Raisuli seine Streitkräfte gegen die spanischen Truppen in drei HarkaS formiert. Die eine von ihnen soll die in Cuesta Colorado stehenden spanischen Truppen angreifen, die zweite Harka ist bestimmt, einen Vorstoß gegen die spanischen Stellungen bei Ceuta zu unternehmen, die dritte Haika endlich die stärkste, soll daS von den Spaniern besetzte Tetuan, um welche Stadt schon seit Wochen lebhafte Gefechte im Gange sind, angreifen. Die erwähnte Meldung auS Tanger versichert schließlich, daß der allgemeine Angriff der Marokk ner aus die Spanier binnen kurzem erfolgen werde.

Der NankingerZwischenfall ist erledigt. Nach den in Berlin vorliegenden amtlichen Nachrichten hat der chinesische Rebellenführer Hohainin dem deutschen Konsul in Nanking und dem Kommandanten deS KrerzerS „Emden" schriftlich fein Bedauern wegen deS gemeldeten Vorfälle- ausgesprochen. Bekanntlich hatte Hohainin den deutschen Kreuzer zu Unrecht beschuldigt, die Aufständischen aus dem Löwenhügel beschossen zu haben und mit Wiedervergeltung gedroht.

Wie verlautet, sind die Pläne ausgearbeitet, um die Division

wir ihnen das Lebenslicht auSgeblasen haben. Halbtot waren sie schon manchesmal, aber sie haben sich leider immer wieder erholt."

„Sie scheinen dem kleinen Freikorps gründlich abhold, und eS ist doch eigentlich mit allen Hunden gehetzt," sagte ich.

„Mit allen Hunden gehetzt? Nein, daS sind wir. Wir sind gehetzt. Keinen Augenblick find wir vor einem Ueberfall sicher. Im übrigen — offen gestanden — eS find Mordskerle diese Hirschfclder. Die scheuen nicht Hölle, nicht Teufel, und daS eigene Leben gilt ihnen nichts. Immer draus, drauf! Alle Achtung!"

Er sah mich argwöhnisch von der Seite an, als fürchte er, mein Mißfallen zu erregen wegen seiner ungeheuren Achtung vor dem Feinde.

»3$ fragte ihn, wo General Montbrun sich jetzt befinde. Er antwortete, daß der General sich auf Meseritz zu gehalten habe, aber er würde sich vermutlich südlich wenden, weil da- Hirschseldsche KorpS nach Schlesien marschiere."

„Und die Geschütze?" rief Friedrich. „Kriegen wir sie, oder kriegen wir sie nicht?"

„Wir kriegen sie," war die ruhige Antwort.

„Werden wir nicht wieder zersprengt werden," fragte Marie.

„Unsinn! Wir sind 60 Mann oder, wie wir vorhin festgestellt hoben, doppelt so viel, also hundertzwanzig gegen hundert," sagte Saher.

„An die Pferde!" bestimmte Eugen. Jeder tue seine Pflicht."

Die au-geruhten Pferde trugen sie im Galopp davon. Bald hatten sie den Tran-port erreicht, den sie wie die Heu­schrecken umschwärmten. Die Ueberraschung war so vollständig gelungen, die Geschützbegleitung war so verblüfft, daß sie nach kurzem Kampfe die Gewehre von sich warf und sich ergab.

Wilhelm! trat zu dem Führer.

„Sie erkennen mich Kamerad?"

Der Bayer musterte ihn erstaunt und dann erkannte er ihn. (Fortsetzung folgt.)