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sich eine große Meineid-geschichte entwickelt hat. Die an der Schlägerei Beteiligten hatten unter sich die Abmachung ge­troffen, nur einen Burschen als den Schuldigen zu bezeichnen und diesen für seine Gefälligkeit entsprechend zu entschädigen. ES fand sich auch ein etwa 20 Jahre alter, an der Schlägerei beteiligt gewesener Bursche, der in der Verhandlung vor dem Schöffengericht gegen die jugendlichen Hitzköpse für 50 Mark alle Schuld aus sich nahm, wohl in der Hoffnung, mit einer geringen Strafe wegzukommen. Er hatte sich aber gründlich verrechnet, denn daS Urteil gegen ihn lautete aus 3 Monate Gefängnis, eine Strafe, für die ihm eine Entschädigung von 50 Mark als zu gering erschien. Im Verlause seiner Be­mühungen, für die ihm auf ein Vierteljahr entzogene goldene Freiheit eine höhere Entschädigung zu erlangen, wurde die Behörde auf die verwerflichen Abmachungen aufmerksam. ES fanden Vernehmungen vor dem Amtsgericht statt mit dem Ergebnis, daß vier Burschen und drei Mädchen im Alter von 17—21 Jahren wegen Meineid- in Haft genommen und in daS LandgerichtSgefängniS Hanau überführt wurden.

Altenburg, 19. August. Ein ergötzliches Vorkommnis ereignete sich in diesen Tagen hier aus der Eisenbahn. Fuhr da ein Ehepaar von Altenburg nach Gößnitz. Kaum den Zug bestiegen, macht die eitle Gattin ihren Mann darauf aufmerksam, daß die anderen Herren im Abteil fast alle Hand­schuhe trügen, nur er vergäße sie ständig und laufe so immer barhändig. Vor Einsahrt in den Tunnel zieht der gekränkte Gatte aber schnell einen der Handschuhe an, die er diesmal doch bei sich führte, und streichelte seine Teure im Dunkel deS Wagens an der Wange. Diese weiß ihren Mann aber nicht anders als mit bloßen Händen an ihrer Seite und glaubt von fremder Hand diese Liebkosung energisch zurück­weisen zu müssen. Gesagt, getan. Der gegenübersitzende fiemde Herr muß die unangenehme Bekanntschaft der diesmal wenig zarten Damenhand im Gesicht machen. Und erst als man den Tunnel burchsahren, klärt sich der Irrtum zum Entsetzen der erregten Frau auf. An dem Ehemann war eS nun, daS Ganze wieder inS Gleis zu bringen und den unschuldig Be­troffenen um Entschuldigung zu bitten. Die heitere Szene wurde natürlich von allen Mitreisenden weidlich belacht.

vemircdter.

— Neustadt b. Pinne, 21. August. Gestern abend ist der Leiter der Polnischen Landwirtschaftlichen Ein- und Verkauf-genossenschaft Rölnik Witkowski, alS er mit einer größeren Geldsumme nach der Stadt heimkehrte, von einigen Strolchen Überfällen, ermordet und der ganzen Barschaft be­raubt worden. Der Ermordete ist der Sohn eines ange­sehenen Bürgers aus Samter.

— Bern, 21. August. In dem Dorse Ueken (Kanton Aargau) hat der 22jährige Knecht Beck seine früheren Pflege­eltern, den 68jährigen Landwirt Acklin und dessen Ehefrau ermordet, die 85jährige Mutter der Frau verwundet und er­hebliche Barbeträge geraubt. Er wurde in der Nähe von Säkkingen verhaftet.

— Wien, 21. August. Beim Einschießen eines 30.5- Zentimeter-Geschützes aus dem Schießplatz in Pola ereignete sich heute vormittag infolge vorzeitiger Explosion der Pulver­ladung ein schweres Unglück. Drei Mann wurden getötet, fünf schwer verletzt, während mehrere Zivilpersonen, unter ihnen ein Ingenieur, leichtere Verwundungen davontrugen. Vize­admiral Karl Graf Lanju-, der provisorische Krieg-Hasen- kommandant, wurde am Fuße schwer verletzt. Er wurde be­wußtlos mit schweren Knochenbrüchen unter dem Knie inS Krankenhaus gebracht.

— (Ei n Schmetterlingsweibchen für 40 000 Mark.) Zu den kostspieligsten Sammelleidenschaften gehört daS SchmetterlingSsammeln, wenn man die seltenen und erlesenen Exemplare haben will, die zu einer echten und rechten Sammlung gehören. Nun sind nach einem naß­kalten und schlechten Sommer die Schmetterlinge weit höher im Preise alS sie es in einem warmen und heiteren Sommer sind. Die Schmetterling-sammler haben in diesem Jahre also ihre liebe Not, und einige Insekten, die man sonst auf den Feldern sängt, sollen, wie nach den Berichten eineS.Schmette:- lingSsammlerS gemeldet wird, gar nicht vorhanden sein. ES werden die höchsten Preise für die Erlangung schöner Exemplare gezahlt. Den Rekord in der Beziehung aber schlug ein englischer Sammler, der an der afrikanischen Westküste seine Leute hat, die sür ihn die seltensten Exemplare sammeln. So sandten sie ihm seit langer Zeit die verschiedensten Abarten eines Schmetterlings, der schwarz und grün gesprengelte Flügel besaß. Es war eine Spezialität, und man bezahlte für daS Stück je nach der Schönheit 80 bis 100 Mark. Es ergab sich aber, daß unter all den eingefangenen Schmetterlingen nicht ein einziges Weibchen sich befand, und der Sammler fahndete Nm nach einem weiblichen Exempla e der Schmetter­linge. Aber vergebens. Da er sich indes feine Sammlung ohne daS SchmetterlingSweibchen nicht vollständig denken konnte, sandte er vor zwei Jahren sechs Sammler an die Sierra Leone-Küste mit der Aufgabe, ein Schmetterlings» Weibchen dieser Gattung zu sangen. Demjenigen, der ein weiblicher Exemplar nach Hause bringen würde, war außer­dem noch eine hohe Belohnung zugesichert worden. Die Leute wendeten alle Zeit und Mühe auf, allein eS gelang ihnen nicht, ein einziges Weibchen zu finden. Endlich, vor kurzer Zeit, war eS einem der Sammler gelungen, den Wunsch seines Auftraggebers zu erfüllen. Er fing ein Weibchen dieser Spezialgattung, und als man berechnete, wie hoch die Unkosten sich beliefen. die der Auftraggeber für die Erlangung dieses Schmetterlinges hatte, ergab sich, daß sie sich auf die ansehnliche Ziffer von 40000 Mark stellten. Der glückliche Besitzer dieser seltenen Exemplares übergab den Schmetterling dem Londoner Museum.

— (Blinde Passagiere.) AlS der Kronstadt» Eilzug in Budapest eintraf, fand der revidierende Bahnangestellte im Gasbehälter deS Zuges einen 14jährigen Burschen namenS Philipp Schwerpaß. Er hat den ungefähr 600 Kilometer weiten Weg in diesem unbequemen Versteck gemacht, um wieder in seine Heimat zu gelangen, von wo er vor vier Wochen durchgegangen war. — Aus dem Pariser Bahnhof Quai d'Orsay wurde ein junger Italiener entdeckt, der mit dem Bäder-Expreß auS einem Dorse der Pyrenäen in PariS an­gekommen war. Der junge Mann hatte sich unter einem Waggon angeklammert. Rätselhaft ist eS, wie er aus diese Weise die etwa 800 Kilometer lange Reise bestehen konnte.

— Gelsenkirchen, 21. August. Während deS Spaziergänger der Gekangenen auf dem Hose deS Gefängnisse- überfielen dreißig Sträflinge den Aufseher und versuchten ihm die Waffe zu entreißen. Der Ausseher wehrte sich und ver­letzte einen der Angreifer schwer durch einen Kolbenschlag. Ein Bewohner deS Nachbarhauses, der die Revolte vom Fenster seiner Wohnung aus beobachtete, beugte sich in der Erregung zu weit aus dem Fenster hinaus, so daß er daS Uebergewicht

bekam und herabstürzte. Er trug lebenSgesährliche Verletzungen davon.

— (Gift im Pudding.) Nach einer Meldung er­krankte in Bottrop die Familie eines Zechenbeamten nach dem Genuß vergifteten Puddings. Vier erwachsene Söhne schweben in LebenSgesahr.

— Hamburg, 21. August. Ein Kaflenübersall rus­sischen StilS hat sich heute vormittag kurz vor 10 Uhr in dem nahen WilhelmSburg ereignet. Vor der dortigen Gemeinde­sparkaffe erschien, von Hamburg kommend, ein Automobil, dem zwei Männer entstiegen. Mit vorgehaltenen Revolvern drangen sie durch eine Hintere Tür in daS Kassenlokal ein, wo sich am Schalter der Rendant Bethge und zwei junge Beamte besanden. Die jungen Leute entflohen eiligst durch ein Fenster. Der Rendant, ein älterer Herr, wurde nun gezwungen, den Geld- schrank zu öffnen. Man hielt ihm die Revolver gegen die Stirn, und alS er Schwierigkeiten machte, schoß ihm einer der Räuber in den Kopf und verletzte ihn lebensgefährlich. Außer­dem hat Bethge einen Schuß in den Arm erhalten. Er wurde später nach dem Marienkrankenhause gebracht. Die geraubte Summe beziffert sich nur auf 213 Mark und einige Pfennige aus der Tageskasse. Der Versuch, auch den Tresor zu öffnen, mißlang. Von den Räubern, die nach kurzer Zeit davonfuhren, ist einer erkannt worden. ES soll ein Kellner sein, der länger« Zeit im WilhelmSburg» Ratskeller aushilfsweise beschäftigt war. Seit einiger Zeit wohnt der Kellner in Hamburg und hatte bei der WilhelmSburg» Sparkasse ein kleiner Guthaben deponiert, wahrscheinlich, um sich dabei die nötigen Ortskennt­nisse anzueignen.

— (EineLegionärSgeschichte.) AuS Lamoriciere wird gemeldet: Gendarmen verhafteten ein Individuum, daS die Uniform einer FremdenlegionärS trug und sich durch Herumstreichen verdächtig machte. ES ist ein gewisser Wilhelm Bauer auS Cöln. Seiner Aussage zufolge wurde er von einem Cölner Buchhändler namenS Meyer nach Afrika gesandt, um dessen Sohn, der sich bei der Fremdenlegion habe an- werben lassen, zur Flucht zu verhelsen. Mcy:r habe ihm 500 Mark alS erste Rate gegeben mit dem Versprechen, weitere 500 Mark zu zahlen, wenn eS ihm gelinge, seinen Sohn zu befreien. Bauer sei eS auch geglückt, dem Mcy» zur Flucht zu verhelfen. Er habe ihm seine Zivilkleidung gegeben und besten Uniform angezogen. Eine Untersuchung ist eingeleitet.

— DaS in Hamburg stationierte Marineluftschifs „8 I“ führte am Donner-tag morgen vom Flugplatz FuhlS- büttrl auS eine Fahrt nach Helgoland aus, wo üb» den Festungswerken ein etwa zweistündiges Manöver abgehalten werden sollte mit dem Hauptzweck, sestzustellen, ob man von oben die geschützten Festungswerke erkennen könne. Nebel und Regen verhinderten indes daS Manöver, welcher daher verfchoben wurde. Nachdem da- Luftschiff Depeschen abge- morsen hatte, fuhr eS nach Hamburg zurück. Die Fahrt nach Hamburg verlies sehr flott, dagegen war die Fahrt nach Helgoland wegen heftigen Gegenwinde- beschwerlich gewesen.

Wochenbericht der Berliner Produktenbörse.

DaS in der am 20. August beendeten Bericht-woche herrschende Regenwetter hat der Qualität der noch aus dem Felde befindlichen Halmsrüchte nach den vorliegenden Be­richten wesentlich geschadet, man wird demnach mit einer Verschlechterung der Durchschnitt-qualität zu rechnen haben. Hauptsächlich werden hiervon Weizen und Haser betroffen, von denen etwa 50 Prozent bei Beginn der Regenperiode poch nicht eingebracht gewesen fein dürften. Aus die Preis­gestaltung im Inland« hat diese Trübung der vorher so günstig sich darbietenden EmteauSsichten verhältnismäßig nur geringen Einfluß auSgeübt, trotzdem auch in Nordamerika die Weizenpreife im Zusammenhang mit den dort durch Dürre entstandenen sehr beträchtlichen Schädigungen der Mai-ernte angezogen haben. Für uns kommt demgegenüber aber in Be­tracht, daß die Verminderung der Qualität den Export er­schwert, wenn nicht verhindert, zumal an Rußland mit seiner diesmaligen großen und unter günstigen WitterungSverhält- nflen eingebrachten Ernte ein sich schon jetzt stark bemerkbar machender Konkurrent vorhanden ist. Nordamer ka ist bei seiner alle srüheren Erträge übersteigenden Ernte an Weizen nach wie vor recht verkaufslustig für diese Frucht. Ein weiteres Hemmnis für eine Preissteigerung bildet der Umstand, daß alle europäischen Importländer wesentlich bessere eigene Erträge erzielt haben alS im Voijahre und daher weniger Zuschuß gebrauchen. Roggen verlor etwa 2 Mk., da diese Frucht bet unS in be­friedigender Menge geerntet und vorwiegend trocken in Sicher­heit gebracht wurde, während der Export wegen scharfer russischer Konkurrenz stockt. Hafer gewann dagegen wegen be- fürchtet» Wetterschäden 2 Mk. Mais stellte sich etwa- niedriger, da Argentinien davon reichlich und billiger anbietet, sodaß man nicht auf Ware von den Vereinigten Staaten angewiesen ist. Am letzten Tage der BerichtSwoche stellten sich die Preise Ißt Septembertermin wie folgt: Weizen 202,50, Roggen 165,00, Hafer 165,00, Mai- 142,75 Mk.

Die Tragik der WMe.

Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bemerkt zu dem in der Prefle mehrfach erörterten Fall deS FremdenlegionärS HanS Müller: Die amtliche Untersuchung der französischen Regierung hat ergeben, daß in der Tat im Jahre 1910 in Udja ein Legionär der 13. Kompagnie der 1. Regiment- der Fremdenlegion wegen Desertion vor dem Feind zum Tode verurteilt und kriegsgerichtlich erschossen worden ist, der unter dem Namen Augustin (nicht HanS) Müller in den Listen der Legion eingetragen war. Dies» gab an, am 2. Juli 1890 in Zürich geboren zu sein. Ein anderer Soidat namenS Müller ist seit 1910 nicht in Udja zum Tode verurteilt worden; überhaupt ist seit 1910 in dieser Stadt kein Todes­urteil vollstreckt worden. Die in den deutschen Zeitungsberichten über den Fall Müller immer wiederkehrende Angabe, Müller sei bei seiner Ergreifung verwundet gewesen und sei deshalb inS Krankenhaus untergebracht worden, wo er bis zur Vollstreckung deS Todesurteils seine Wiederherstellung ab» warten mußte, ist sranzöfisch«seitS nicht als richtig anerkannt worden. Müller befand sich vielmehr im Gefängnis in Udja. ES stehe fest, daß die Eltern deS Erschossenen, die den ZeitungSmeldungen zufolge die Begnadigung ihre- SohneS betrieben und die Reise nach Algier nicht gescheut hätten, sich bisher nicht gemeldet haben, um durch ihr Zeugnis zur weiteren Klärung der Angelegenheit beizutragen. Ueber die Staatsangehörigkeit der Person deS Erschossenen ließ sich an Hand der vorliegenden Angaben bisher trotz eingehender Er- Mittelungen nicht- Bestimmte- feststellen.

Hetzte Nachrichten.

WilhelmShaven, 22. August. Aus dem Linienschiff „OstfrieSland" wurde der Fähnrich Goerz durch Unvorsichtigkeit beim Pistolenschießen «schoflen. Die Kugel durchdrang seinen Unterleib und verwundete noch einen Artillerie-Mechaniker am Bein. ______

Bukarest, 22. August. Hier eintreffende Privat- nachrichten besagen, daß an verschiedenen Orten Bulgarien-, >nter anderem in Warna, die heimkehrenden R.servisten, al» sie von den unheilvollen Folgen der Politik DanewS Kenntnis erhielten, sich empörten, wobei es zu blutigen Zusammenstößen und Straßenkämpfen gekommen sein soll. E- soll dabei zahlreiche Tote und Verwundete gegeben haben.

P e r a, 22. August. Wie auS absolut zuverlässiger Quelle verlautet, haben die bulgarischen Truppen bei Gornjaodowitza unter den Augen ihrer Offiziere 200 knegsgefangene Türken massakriert. Man bezweckt mit dieser tierischen Grausamkeit offenbar, die Türken zu einem Kriege zu reizen, um hierdurch eine Intervention der Mächte zu veranlassen.

Berlin, 22. August. In der Berusung gegen das be­kannte ZuchthauSurteil deS Erfurter Kriegsgericht- ist jetzt Termin aus den 3. und 4. September angesetzt. Geladen find 38 Zeugen, zum Teil solche, die zum ersten Termin nicht geladen waren. Die Verteidigung haben die Recht-anwälte Barnau-Berlin und Schneischel-Erfurt übernommen.

Berlin, 22. August. Nach langen Bemühungen ist el der Polizei gelungen, den Mörder Paul Kossau, der die Frau Eckelt in der Warschauerstraße ermordet hat, zu verhaften. Gestern Abend in später Nachtstunde wurde der Mörder, der in den letzten Tagen wiederholt gesehen worden war, in der Nähe deS Schlesischen Bahnhofes festgenommen und in- Ge- kängniS eingeliefert.

Berlin, 22. August. Eine LiebeStragödie zwischen der Frau deS Arbeiters Korb in der Gericht-straße 3 und dem 35 Jahre alten Arbeiter Willi Schulz fand gestern Abend einen blutigen Abschluß. Als Schulz gegen 9 Uhr abend- mit Gewalt in die Korb'sche Wohnung einzudringen versuchte, gab Korb auS einem Revolver einen Schuß auf den Lieb­haber seiner Frau ab. Schulz wurde in die Brust getroffen und so schwer verletzt, daß er inS Birchow-Krankenhau- ge­bracht werden mußte. Ob er mit dem Leben davonkommt» hängt davon ab, ob die Lunge getroffen worden ist, waS noch nicht festgestellt werden konnte.

H a l b e r st a d t, 22. August. Der auf dem hiesigen Flugplätze heute früh 5Va Uhr aus einem Bristol-Eindecker (50 PS Gnom-Motor) zu einem Ueberlandflug« nach GoSlar ausgestiegene Leutnant Schmidt vom 148. Infanterieregiment in Bromberg ist gegen 7 Uhr abgestürzt und tödlich ver­unglückt.

London, 22. August. Die britische Regierung rüstet eine große Straf^xpedition gegen den tollen Mullah im Somaliland auS. Wie die „Daily Mail" ersährt, wird zu diesem Zweck in den nächsten Tagen ein größeres Truppen- ausgebot von der Kapküste nach der Somaliküste abgehen.

Rom, 22. August. Die Automobilistin Frau Feuny wollte auf der Straße von Montsezat mit ihrem Wagen einet Kuh auSweichen. Sie lenkte diesen zu scharf zur Seite, sodaß er umstürzte. Frau Feuny und eine ihr» drei Begleiterinnen wurden sofort getötet, die beiden anderen Damen schwer verletzt.

Wien, 21. August. Der Schießplatz bei Pola bot nach der Geschützexplosion ein entsetzliches Bild. Drei Matrosen lagen als gräßlich verstümmelte Leichen am Boden. Während der Stuhl, auf den sich Vizeadmiral Gras LanchuS stützte, unbeschädigt blieb, erlitt der Graf selbst an beiden Beinen schwere Verletzungen. Er verlor sofort daS Bewußtsein und wurde in- Spital gebracht, wo er erst wieder zur Besinnung kam. Vor der Operation machte er sein Testament. Der Luftdruck war so stark, daß mehrere Matrosen zu Boden geschleudert wurden und starke Eisenteile umherflogen.

PariS, 22. August. Im „Echo de Pari?" macht ein hoher sranzösischer Offizier den Vorschlag, die Leutnant- und Unterleutnant- der Reserve unter für sie günstigen Bedingungen zu einer sechSmonatigen Uebung einzuziehen, um sie bei dem Mangel von 1400 Offizieren zur Ausbildung der nach dem neuen Gesetz im Herbst kurz hintereinander einzustellenden beiden Jahrgänge zu verwenden.

Oeffentlicher Wetterdienst.

Wetterdienststelle Frankfnrt a. M.

Wetterausfichten für Sonnabend den 28. August.

Meist heiter, trocken, warm, ruhig.

Manoli cigaretten: MONTEBELLO GIB/ON GIRL OPTiMADiVA DANDY