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die die Insassen mit sich führen. Auch ist die nächste Militär- behörde zu benachrichtigen. Die Militärbehörde hat nit allen geeignet erscheinenden Mitteln eine Unte suchung vorzunehmen, die jedoch lediglich bestimmt ist, seflzustcllen, ob die Berusung aus einen Fall der Not berechtigt ist oder nicht. Liegt der Fall der Not vor, so hat die Militäibehörde dem Offizier, der daS militärische Personal deS Fahrzeuge? führt, das Ehrenwort darüber abzuverlangen, daß weder er selbst noch ein anderer Insasse deS Luftfahrzeugs auf oder über fran- zösijchem Gebiet eine Handlung begangen hat, durch die die Sicherheit Frankreichs berührt werden könnte. Hierauf wird dem Luftfahrzeug gestattet, in feinen Heimatstaat zurückzukehren. Liegt der Fall der Not nicht vor, so ist die Sache der Ge- richtSbehörde zu übergeben und die französische Regierung zu benachrichtigen. Entsprechende Bedingungen gelten sür die auS Frankreich nach Deutschland gelangenden militärischen und privaten Luftfahrzeuge. DaS Abkommen tritt am 15. August in Kraft. Die Vermutung bestätigt sich, daß Bestimmungen über den Eigentumjchutz verschlagener Luftfahrzeuge fehlen. Die Bestimmung, daß die Entscheidung über den Fall der Not bei einer Landung lediglich in den Händen der betreffenden Miltitärbehörde liegt, schließt Gefahren in sich, denn eS ist zu bezweifeln, daß beispielsweise eine französische Militärbehörde über die KonstruktionSeigenheitcn deutscher Luftschiffe so genau orientiert ist, daß sie sich ein sachverständige? Urteil über technische Dinge bilden kann. DaS Reglement wird jedoch insoweit heilsam wirken, als Luftschiffkapitäne und Aviatiker in Zukunft alles ausbieten werden, nicht über die Grenze zu geraten.

Ein neuer Riesen-Zeppelin für die Marine.

Ueber Größe und Bau eine? neuen „Riesen- Zeppeli n", der für unsere Marinein wenigen Tagen fertiggestellt sein wird, und alle anderen Zeppeline an Größe übertrifft, werden auS Lustschifferkreisen folgende Mitteilungen gemacht:

Der neue Zeppelin sür die Marine unterscheidet sich von allen anderen bisherigen Zeppelin-Luftschiffen in erster Reihe durch die Größe seines Durchmessers. Er ist dadurch daS erste Schiff einer neuen Sonderart von Zeppelinen, wie sie für die Marine gebraucht werden sollen. Während die bis­herigen Zeppelin-Luftschiffe im allgemeinen einen Durchmesser von 11 Metern auswiesen, wird daS neue Riesen-Luftschiff der Marine einen Durchmesser von 16Va Metern haben. Die Länge deS neuen MarinelustschiffeS wird ungefähr dieselbe sein, wie die der Hansa, d. h. ungefähr 150 Meter. DaS neue Marineluftschiff wird darum etwa? von seiner schlanken Form verlieren. ES wird aber durch die neue Art de? BaueS instand gesetzt, sich ungewöhnlich lange ohne GaSfüllung über dem Meere zu halten. Die neue Bauart ist eine Folge der Versuche, die daS Reichsmarineamt mit dem ersten Marine­luftschiff L. 1 gemacht hat. Al? dringende Notwendigkeit Hot sich eine Vergrößerung deS GaSinhaltcS erwiesen. Darum wurde auch durch die Verlängerung deS Durchmessers aus I6V2 Meter eine Vergrößerung deS GaSinhaltcS angestrebt. DaS neue Marinclustschiff saßt nicht weniger als 27 000 Kubikmeter Gas.

Von weiteren Neuerungen ist zu erwähnen, daß anstelle der bisherigen drei Motore da? neue Lustschiff mit vier Motoren ausgerüstet werden wird, von denen jeder 200 PS, ausweist. Da die neuen Motore der Zeppelinwerke aber Leistungen von 220 bis 225 PS. zustande bringen, so wird daS neue Lustschiff über eine gesamte Motorenkraft von rund 1000 PS, verfügen. Trotz der Vergrößerung deS Inhaltes wird mit Hilfe der neuen Anordnung der Motore der neue Marinezeppelin voraussichtlich eine beträchtliche Steigerung der Geschwindigkeit erlangen. An dem Luftschiffe wurden fernerhin noch eine Reihe anderer Neuerungen angebracht, die sich auS der Verwendung deS neuen L. 2 für die Marine ergeben. Insbesondere ist eine Verlegung de? Laufgange? zwischen den beiden Gondeln, die auch diese? Lustschiff auf­weisen wird, durchgeführt worden.

DaS Luftschiff hat also, was TragsShigkeit und Motoren­stärke anbetrifft, vor den bisherigen Zeppelinen einen bedeutenden Vorsprung. Man kann damit rechnen, daß nach den Leistungen der bisherigen Zeppeline der neue Marinezeppelin sich mit Hilfe seiner vergrößerten Tragfähigkeit 72 Stunden in der Luft halten kann, ohne daß er gezwungen ist, eine GaSer- Neuerung vorzunehmen. Mit Hilfe feiner Motorenstärke ist er übrigens jeder Windstärke, die auf dem Meere herrscht, ge­wachsen.

Begeisterung gegeben? Wir haben den Erwartungen und Hoffnungen nicht entsprochen. Darum wird dies nur der Anfang von größerer Schmach, von tieferem Falle sein. Die Kapitulation von Prenzlau ist ein weltgeschichtliche? Ereignis, Friedrich, das sür immer als Schandtat in den Annalen preußischer Erinnerungen aufbewahrt werden wird."

„Nicht mehr kämpfen sollen in einem Kriege wegen eines erzwungenen Ehrenworte?,' stöhnte Saher. „Ist da? aus- zudenken? Ist da? durchzuführen? Kannst du das, Georg?"

„Ich weiß eS nicht," antwortete Wilhelmi, und seine Stimme klang unsicher. „Wenn die Versuchung an mich herantreten sollte, —"

„Wenn die Versuchung an dich Herantritt, wirst du unter­liegen Georg," sagte Saher grimmig lachend, „und ich werde e? ebenso machen, verlaß dich darauf."

„Sprechen wir nicht davon und hoffen wir, daß wir vor der Versuchung bewahrt bleiben," schloß Wilhelmi ernst.

10 000 Mann, 1800 Pferde, 30 Geschütze und 30 Regimentskanonen kamen bei Prenzlau in die Hand deS Feinde?.

In endlosem Zuge, wie zu einem Leichenbegängnis, wankten die Regimenter der Stadt zu, weinend die einen, fluchend die anderen. An ihrer Spitze ritt der gramgebeugte Fürst mit feinem Gefolge in tiefstem Schweigen.

Aber zu beiden Seiten begleiteten den Trauerzug die jubelnden Scharen der Franzosen. Unter Trompetengeschmetter und unter dem Donner der Kanonen strömten sie herbei, die gedemütigten Preußen zu sehen, und übertönten die Musik und den Kanonendonner mit dem SiegeSrufe: vive l’empereur!

Siebenter Kapitel.

Der Kampf um Lübeck und die Flucht.

Bei Waren am Müritzfee sammelten sich die versprengten Reste der großen Thüringer Armee und boten dem Feinde eine Schlacht an, Blücher, Aorck und Scharnhorst an der Spitze. Man erkämpfte sich wenigstens ein Atemschöpfen, um zu überlegen, wohin nun sich wenden.

Bon Süden, Osten und Westen war der Weg versperrt,

„3« Kiel gesiegt."

Wie im ersten Balkankriege die Türkei militärisch und moralisch zusammenbrach, so hat dasselbe Schicksal im zweiten Balkankriege Bulgarien getroffen. In beiden Fällen wurde zu viel gesiegt. Nach den Siegen deS BalkanbundeS mußten die Großmächte eingreifen, um den Türken Konstantinopel mit einer die Meerengen schützenden von EnoS am Aegäischen Meere bis Midia am Schwarzen Meere reichenden Ver­teidigungslinie zu retten und den Serben und Montenegrinern eroberte albanische Gebiete wieder abzunehmen. Der zweite Balkankrieg rief die Rumänen auf den Plan und, nachdem sie sich selbst von Bulgarien so viel genommen haben, alS ihnen im eigenen Jntereffe nötig erschien, ist eS jetzt ihre Sorge, zur Erhaltung deS Gleichgewicht? eine zu große Schwächung Bulgarien? zu verhüten.

Die Großmächte könnten zunächst dieser von Rumänien übernommenen Rolle des Schutzmanns ruhig zusehen, wenn nicht die Türken ihren bulgarischen Siegern aus den Leib gerückt wären und Adrianopel wieder besitzt hätten. Nachdem sie im allgemeinen europäischen Interesse den Siegeslauf der Bulgaren gehemmt und sie genötigt haben, sich mit der Linie EnoS—Midia zufrieden zu geben, fühlen sie jetzt die Ver­pflichtung, den Bulgaren möglichst diese Linie zu erhalten. Wie sie daS erreichen wollen, ist freilich noch unklar. Der Druckmittel auf die Türkei gibt eS genug, aber eine Einigung, welches Mittel ergriffen werden soll, ist noch nicht erzielt. Ein Kollektivschritt aller Großmächte, der nicht zugleich eine einmütige Drohung enthielte, würde ebenso wenig helsen al? die bisherigen Vorstellungen, die von den einzelnen Bot­schaftern bei der Pforte erhoben worden sind.

Weiter fragt e? sich, ob nicht die Großmächte nachhelfen müssen, um die von Rumänien übernommene Aufgabe der Herstellung de? Gleichgewichts zwischen den drei Königreichen Serbien, Griechenland und Bulgarien durchzusühren. Die Schwierigkeit der Bukarester Verhandlungen liegt hauptsächlich bei den Griechen, die sortwährend weiter siegen und kürzlich noch den letzten guten mazedonischen Hafen, Dedeagatsch, be­setzt haben. Die Serben haben in dem Kriege gegen Bulgarien nur Gebiete behauptet und erobert, über die schon vorher bei der Beuteverteilung Streit war. Die Griechen dagegen find viel weiter im östlichen Teile Mazedonien? und an der Küste vorgedrungen, alS bis wohin vorher sich ihre Landansprüche richteten. Insbesondere hat ihnen daS Krieg-glück nicht nur den Anspruch aus Saloniki gesichert, sondern noch neue auf SereS, Kawala, Xanthi und Dedeagatsch verschafft. Bei einer endgültigen Abdrängung Bulgariens vom Aegäischen Meere könnte von Herstellung eine? Gleichgewichts nicht mehr die Rede sein. Wenn die Griechen nicht schon in Bukarest eine gewisse Nachgiebigkeit zeigen, laufen sie Gefahr, daß Europa ein Machtwort redet. Denn neben den Großmächten, die wie Rußland und Oesterreich-Ungarn nicht wünschen, daß Bul­garien um alle Früchte der Siege über die Türken gebracht werde, gibt eS andere, denen eine vorherrschende Stellung Griechenland? im östlichen Teile des mittelländischen Meeres nicht willkommen sein kann.

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Die serbisch-bulgarischen Kämpfe.

Belgrad, 29. Juli. Neben dem österreichischen Ge­sandten hatte auch der russische Paschitsch freundlich ersucht, die Operationen einzustellen. Paschitsch schlug dieS wie früher ab. — Die Bulgaren machen übermenschliche Anstrengungen, die serbischen Stellungen zu durchbrechen. Tag und Nacht dauern die Ueberfälle auf die serbischen Positionen und Kämpfe. Die Bulgaren schonen ihr Menschenmaterial nicht, sie haben alle? ausgebracht, waS ein Gewehr tragen kann, vom 17jährigen Jüngling angkfangen. Sie stürmen neun­und zehnmal, immer in geschlossenen Kolonnen, die ein sehr gute? Zielobjekt für daS serbische Gewehr- und Maschinen- gewehrfeuer bieten. Da? ist kein Kämpfen mehr, sondern eine förmliche Schlächterei. Sie haben schon seit längerer Zeit fast ihre gesamte Armee nur gegen Serbien konzentriert, um hier noch vor Toresschluß einen Erfolg davonzutragen. Deshalb ist dieser Krieg furchtbar blutig, obwohl er kaum einen Monat dauert. Serbien verlor bisher gegen dreißigtausend Tote und Verwundete, Bulgarien mehr alS dreimal fo viel, nahe an hunderttausend Mann.

Sofia, 29. Juli. Die Meldungen vom serbischen wie vom griechischen KriegSplatz lauten heute günstig. Besonders gegen die Griechen sind sehr erbitterte KSmpse im Gange, welche für die Bulgaren einen guten Verlauf nehmen. Die rumänischen Vortruppen haben sich auS der nächsten Um­gebung Sofia? zurückgezogen.

denn Napoleon, außer sich, daß die kleine tapfere Schar ihm immer noch Widerstand entgegensetzte, bot alle Gefchicklichkeit aus, um sie zu umzingeln. Er wünschte, endlich mit der preußischen Armee aufgeräumt zu haben.

„Aber wir wollen ihm noch eine Weile zu schaffen machen," bemerkte Blücher grimmig gegen Eugen von Hirschseld. „Sagen Sie mal, mein Sohn, waS ist da? mit Ihrer Wunde? Macht sie Ihnen zu schaffen?"

„Nicht unerträglich. Reden wir nicht davon. WaS fange ich aber mit meinem Gefangenen an? Ich möchte ihn loS sein."

„Kapitän Laurent? Schmeißen Sie ihn in den Müritzsee," scherzte der Alte bissig. „Wo haben Sie ihn gefangen?"

„O, eS lief mit, al? ich über die Elbe wollte, eine Ab­teilung Franzofen über den Weg. Sie waren sehr erschrocken über mein unerwartete- Erscheinen, und da sie nicht recht wußten, was loS war, zeigte ich eS ihnen, indem ich sie einfach zu Gefangenen erklärte. Kapitän Laurent war der Führer. Ich habe ihn seitdem mit mir herumgeschleppt und ihn gut behandelt. Das kann ich mir nachsagen. Der Kerl hängt an mir."

„Kann eS ihm nicht verdenken, ist aber unnötig — so ’ne hundssöttische Nation!"

„Ich werde ihn an die Seinigen zurückjchicken," sagte Eugen lachend. „Dabei werde ich erproben, ob er ehrlich ist. Ich will ihm nämlich daS Vertrauen schenken, daß er mir auf sein Ehrenwort einen von unseren Offizieren auSwechselt."

„Ich habe nicht- dagegen. Aus den einen kommt eS nicht an. ES scheint, al- ob uns die feindliche Kanaille heute in Ruhe läßt, da haben Sie Zeit für solche Streiche."

Eugen ging in da- Zelt, da- er mit einigen Kameraden teilte, und trat zu dem Gefangenen. Dieser saß auf dem einzig vorhandenen Schemel.

„Wollen Sie frei sein, Kapitän?"

Der sah überrascht aus.

„Wie soll ich da- verstehen?"

„Ich will Sie zu den Ihren zurückschicken unter der Be­dingung, daß Sie auSgewechselt werden."

Der Kapitän stand auf und verbeugte sich.

Nach einer Meldung auS Sofia ist am KreSnapaß eine entscheidende Schlacht im Gange. Da- Bukarester Blatt „Minerva" meldet durch Extra-AuSgabe eine große Schlacht zwischen Serben und Bulgaren bei Egripalanka. Nach großen Verlusten aus beiden Seiten sollen schließlich die Bulgaren eine schwere Niederlage erlitten haben.

Aus > und Ausland.

Berlin, den 29. Juli.

AuS Balestrand wird vom 28. Juli gemeldet: DaS gestern (Montag) morgen anfänglich regnerische Wetter klärte sich aus, so daß der Kaiser nachmittag- einen längeren Spaziergang unternehmen konnte. Der Feldjäger vom 26. traf abend? in Balestrand ein. Heute ist klare- Wetter, an Bord ist alle- wohl.

An der Fr ithjo f-S tatue in V angS näS fand im Beisein deS Kaisers eine Feierlichkeit statt. Der Kaiser verteilte persönlich Auszeichnungen an Professor Unger, Direktor Gerstinger und an deutsche Offiziere sowie Medaillen an die Marinemannschasten, die an der Ausstellung deS Denk­mal- mitgearbeitet haben. Nach der Verteilung der Aus­zeichnungen hielt der Kaiser eine Ansprache. Der Kaiser schließt am Ende dieser Woche seine diesjährige Nordlandreise ab.

Die vaterländi s che G esi nnung d-er deutschen Studentenschaft wird bei der Einweihung d S Völker­schlachtdenkmal- sich wieder glänzend bewähren. Ihren Ent­schluß, an der Einweihung-feier am 18. Oktober teilznnchmen, um auf diese Weise den Anteil zu bezeugen, den die deutsche Studentenschaft in so hervorragender Weise an den Freiheits- kämpfen 1813 genommen hat, haben bis jetzt über 2500 Studierende mit 165 Fahnen und 495 Chargierten bekundet. Zahlreiche weitere Zusagen stehen in nächster Zeit noch bevor.

Mit Vorsichtsmaßregeln gegen Cholera­gefahr befaßt sich eine Rundverfügung, die der preußische Minister deS Innern erlassen hat. ES wird darin bemerkt, daß nach amtlichen Nachrichten unter den bulgarischen wie auch unter den griechischen Truppen in der Gegend von Saloniki die Cholera auSgebrochen ist, und daß das Auftreten der Cholera auch au- andern Teilen der Balkanhalbinsel gemeldet wird. ES erscheine daher angebracht, dem Reise­verkehr auS den Balkanstaaten besondere Aufmerksamkeit zuzu« wenden. Der Minister «sucht die Regierungen, die Polizei- behörden anzuweisen, die au- den Balkanländern, einschließlich Rumänien, zureiscnden Personen bis aus weiteres gemäß § 8 der Anweisung deS BundeSrat- zur Bekämpfung der Cholera vom 28. Januar 1904 einer Beobachtung zu unterwerfen. ES empfehle sich, diese Personen einer nach dem Gutachten deS beamteten ArzteS zu bemessenden, aber nicht länger als fünf Tage seit dem letzten Tage der Anwesenheit am Cholera­orte dauernden Beobachtung zu unterstellen, jedoch in schonender Form und so, daß Belästigungen tunlichst vermieden werden. Die Beobachtung soll in der Regel darauf beschränkt werden, daß durch einen Arzt oder durch eine sonst geeignete Person täglich Erkundigungen über den Gesundheitszustand der be­treffenden Personen eingezogen werden.

Zur Beschaffung eine- außerordentlichen Goldbestände- von 120 Millionen Mark werden be­kanntlich nach dem Gesetz über Aenderungen im Finanzwesen neue Reichskassenscheine im Werte von 120 Millionen Mark auSgegeben. Vor der Sommerpause hat der BundeSrat noch über den Nennbetrag dieser neuen Scheine einen Beschuß ge­faßt. Schon Ende 1912 ist über die damals im Umlauf befindlichen Reich-kassenscheine im BundeSrat ein Beschluß er­gangen, nach dem mit Rücksicht aus die starke Nachjrage nach Scheinen zu 10 Mark der Umlauf in diesen Scheinen 100 Millionen Mark und in Scheinen zu 5 Mark 20 Millionen Mark betragen soll.

Ueber die englischen Flottenmanöver sind gestern in London keine Nachrichten auSgegeben. Wahr­scheinlich haben die bereit- geschlagenen Seeschlachten den Kairps für die eine oder die andere Seite entschieden, oder beide Parteien sind damit beschäftigt, Kohlen einzunehmen, um dann den Kamps wieder neu auszunehmen. Die Wasserflug­zeuge haben bisher vorzügliche Dienste geleistet; sie konnten daS Herannahen von Unterseebooten frühzeitig erkennen und dann alarmieren, so daß diesem Feinde sofort Torpedoboote entgegengesandt werden konnten.

Wie die Londoner Army und Navy Gazette berichtet, sollen in diesem Jahre außerordentlich erleichterte Modelle von Maschinengewehren in die englische Armee ein geführt werden, die angeblich ohne jede Schwierigkeit in

„Ca va sans dire," sagte er bereitwillig.

„Also folgen Sie mir. Ich will Sie begleiten, bis Sie außer Gefahr find.

Schweigend gingen sie miteinander in der Richtung auf die feindliche Armee. Al- die Vorposten sichtbar wurden, blieb Eugen stehen.

„Nun leben Sie wohl, Kapitän."

Laurent streckte ihm die Hand hin.

„Dank für die gute Behandlung, Herr Leutnant. Ich werde Ihnen gern wieder einen Dienst erweisen. Wollen Sie hier aus die Auswechselung warten?"

„DaS will ich."

Der Kapitän entfernte sich schnell, ein lustige- Liebchen pfeifend. Seine leichte Natur fand sich rasch mit den wechselnden Lagen ab, die der Krieg brächte.

Eugen setzte sich aus einen Stein und stützte den Kopf in die Hand. Seine Gedanken flogen inS Pfarrhaus zu Brandenburg. WaS tat Lydia? Dachte sie feiner? Er lächelte^ Neffen war er sicher.

Nach einer Weile hörte er leichte Schritte. Eugen sprang auf. Fast hatte er den Ernst der Lage und den Zweck deS Warten- vergessen. Kampfbereit stand er da.

ES war der Kapitän, der in Begleitung eines preußischen Husaren zurückkehrte.

„Ich bitte um Entschuldigung, daß ich keinen Offizier bringe," sagte er lachend. „Aber man wollte mir keinen auS- liesern. Sind Sie nicht damit zusrieden, so kehre ich in die Gefangenschaft zurück."

Eugen verzog verächtlich die Lippen: so machten eS die Franzosen! Kapitän Laurent konnte freilich nichts dafür, der junge Hufar auch nicht. So überlegte er nicht lange, winkte dem Soldaten, ihm zu folgen, und trat mit dem Husaren den Rückweg an.

(Fortsetzung folgt.)

Oeffentlicher Wetterdienst.

Wetterdienststelle Frankfurt a. M.

Wetterausfichte« für Donnerstag den 31. Juli.

Fortdauer deS heiteren, trockenen und warmen Wetters.