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Owtjche Polje hinunter gejährt wurde, zu unterstützen. Gegen die Drinadivision setzten die Bulgaren nun alle bei Uesküb stehenden Brigaden ein, die ein weiteres Vordringen der Drinadivision ' gegen UeSküb so lange erfolgreich aufhalten sollten, biS die von General Iwanow befehligten bulgarischen Divisionen, die bei Doiran gegen die Griechen operierten, in Gewaltmärschen heranzurücken und in den Kamps mit einzu- greifen vermochten. Bei Krivolak fand nun zwischen der bulgarischen Brigade Iwanow und der serbischen Timokdivision der 2. AusgebotS ein heftiger Kampf statt. Schon gestern griff die Tete der Brigade Iwanow in den Kampf ein. Die Timokdivision wurde vollständig geschlagen; die Serben ver­loren 19 Schnellseuergeschütze und zahlreiche Gewehre, 4000 Mann wurden von den Bulgaren gefangen genommen. Diese Timokdivision deS 2. Aufgebots ist nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Division deS ersten AusgebotS, die seinerzeit bei Adrianopel mitgewirkt hat, gegenwärtig bei Zasicar steht und der bei Pirot versammelten serbischen Ostarmee angehört. Die Timokdivision 2. AusgebotS gilt als serbische Elitetruppe. Die Bulgaren nahmen auch den gesamten Train des 13. und 15. serbischen RegimentS weg. Die Kämpfe deS gestrigen und deS heutigen TageS endeten mit der Waffenstreckung der Reste der Timokdivision. Der Kampf wurde durch einen in ihren Rücken gerichteten Angriff entschieden. Zwischen Kratowa und Kotschana ist eS neuerlich zu einem sehr heftigen Kampfe ge­kommen. Die Serben griffen in der Nacht vom DonnerStag aus den Freitag an, wurden jedoch zurückgeschlagen. Die serbische Morowadivision ist nun vollständig zerniert. Der Kampf bei Kotschana dauerte infolge der serbischen Versuche, die Morawa- division auS ihrer Umklammerung zu befreien, fort. Die bulgarische Küstendilarmee, die 50,000 Mann zählt, hat in die bisher stattgcfundcncn Kämpfe noch nicht eingegriffen. Diese Armee besteht auS den bulgarischen Kerntruppen. Der bulgarische Generalstab hält die gewichtige Armeetruppe noch zurück. Ihr Eingriff wird jedenfalls die Entscheidung, die man in Sofia schon in den nächsten Tagen erwartet, günstig beeinflussen.

Wien, 5. Juli. In den hiesigen leitenden militärischen Kreisen wird die Bedeutung der Gefangennahme der Timok­division in folgender Weise dargestellt: Von den acht serbischen Divisionen, die um Owtsche Poldje standen und ungefähr 120 000 Mann stark waren, ist die Hälfte, also 60 000 Mann, von den Bulgaren umzingelt. Dieser serbischen HeereSmacht ist der Rückzug durch daS Morawatal nicht mehr möglich. Die Bulgaren haben bei Küstendil und Pirot 25 000 Mann vollständig frische, neue Truppen bereit, mit denen sie von Norden her auf die noch nicht engagierten vier serbischen Divisionen drücken können. Diesen 120 000 Bulgaren stehen 60 000 Serben entgegen, welche die Wahl haben, sich bei KuSmanowa in eine sehr zweifelhafte Schlacht einzulassen oder westlich gegen Pritschtivo, evtl. Prizrend auSzuweichen. Der heutige Erfolg der Bulgaren hat daher nicht so sehr taktischen als vielmehr strategischen Wert.

Serbische Siegesmeldungen.

B e r l i n, 6. Juli. Der Königlich Serbischen Gesandtschaft ist folgende amtliche Mitteilung zugegangen: Die über große bulgarische Erfolge verbreiteten Gerüchte sind falsch. ES ist nicht richtig, daß die bulgarischen Truppen Fortschritte machen. Sie sind vielmehr über den Fluß Bregalnitza zurückgedrängt. Jstip war von Ansang an in bulgarischen Händen und befindet sich jenseits der beiderseitigen Demarkationslinie. Den Ort Gjewgeli hatten die Bulgaren durch Ueberrumpelung genommen, sind jedoch bereits daraus vertrieben worden. Die Timok- Division zweiten AusgebotS befindet sich auf der linken Seite deS Wardar und der Bregalnitza. Bei Egri Palanka haben lediglich größere Vorpostengefechte stattgefundcn.

Belgrad, 6. Juli. Nach Erstürmung der Anhöhe von Raitfchani, wo der rechte Flügel der vierten bulgarischen Armee geschlagen wurde, gingen die Serben gegen die Frei- willigenkorpr deS Generals Genew vor, der den äußersten rechten Flügel der bulgarischen Armee auf der Linie Kitka— Stritschka deckte. Der Kilkaberg wurde gestern nachmittag 4 Uhr im Sturm genommen und die bulgarischen Freiwilligen- korps in größter Unordnung in der Richtung aus die bulgarische Landesgrenze zurückgeworfen.

Griechische Erfolge.

Athen, 5. Juli. DaS griechische Armeekorps, das vor Gewgheli operiert, hat einen neuen Sieg davongetragen. Der Feind hat seine Stellungen auf der ganzen Linie bei Lahana verlassen und ist in Unordnung unter Zurücklassung von zwölf Geschützen, zahlreichen MunitionSwagen, 1600 Gewehren und viel Munition geflohen. Die griechischen

sich. „Wunderst du dich darüber? Begreifst du nicht, daß ich in diesem tatenlosen Leben zugrunde gehe? Den Unter­gang deS Vaterlandes vor Augen zu sehen und nicht-, nichts, nichts tun zu können, zu dürfen, weil wir feige und langsam und schwankend sind, — ist daS nicht ein unwürdiges Dasein für einen preußischen Offizier? Jeden Tag hoffe ich von neuem, daß eine Aenderung eintritt, daß Preußen sich ermannt. Aber die Nacht kommt, und eS bleibt Nacht für unser Vater­land. Lydia, ich kann so nicht mehr leben.“

„Ich sollte dich nicht verstehen, Eugen? So wie du müßte jeder treue Sohn des Landes sprechen, dann würden die Zauderer mit sortgeriffen, und der Sieg müßte unseren Fahnen folgen. Meinst du ich würde dich zürückhalten? Nein, ich würde dich verachten, wenn du zögertest, sobald die Stunde zum Kampse ruft."

Eugen setzte sich neben Lydia und nahm ihre beiden Hände zwischen die seinigen.

„Mein Spielkamerad," sagte er leise. „Nicht wahr, daS warst du? Solange ich denken kann, bist du mein Genosse gewesen. Zusammen haben wir die Wälder durchstreift, zu- jammcn sind wir über daS Wasser gefahren im Kahn oder auf Schlittschuhen. Zusammen haben wir gelernt, zusammen unS begeistert für Vaterland und Tugend. Zusammen haben w« unter der Kanzel gesessen und den Worten deines VaterS gelauscht. Immer haben wir Freud und Leid geteilt, immer warst du mein guter Kamerad."

„Und bin eS heute noch," antwortete Lydia schnell.

„Ich weiß eS. Wollen wir es bleiben? Sag, Lydia, wollen wir gute Kameradschaft durchs Leben halten? Treue bis zum Tod? Willst du meine Braut und dann mein Weib werden?"

„DaS will ich, Eugen, so wahr ich dich von ganzer Seele liebhabe," erwiderte sie und drückte kräftig feine Hand.

Da umschlang er sie mit dem ganzen Ungestüm seiner feurigen Natur. Die Ruder waren vergessen, der Kahn trieb stromab, wie er wollte.

Truppen verfolgen den Feind. Sie haben ein bulgarischer Bataillon vollständig aufgerieben. Die griechische Armee ist aus dem Vormarsch.

Athen, 5. Juli. Bei ihrem Vorgehen nordwestlich von Kilkitsch besetzten die Griechen die Höhen von Demi. Sie lähmten durch ein heftiger Artillerieseuer die Widerstandskraft deS 15 000 Mann starken Feinde-, der sich in Unordnung zurückzog. Eine andere seindliche Kolonne, die in der Richtung auf Meraftsa floh, wurde von griechischer Kavallerie versolgt, die hundert Gefangene machte und Waffen und Munition erbeutete. Der Kommandeur einer Kavallerieregiment- telegraphierte: Wir kommen nicht dazu, Kriegsbeute zu machen, denn wir fahren fort, den Feind zu verfolgen. Der HeereSteil, welcher Lahana einnahm, machte 1200 Gefangene. Der äußerste linke Flügel fährt.fort, schnell vorzugehen und den Feind anzugreifen, der sich bei Matsukewe und Klinewe verschanzt hatte.

Aus ]«■ und Ausland.

Berlin, 6. Juli 1913.

AuS Travemünde, 6. Juli, wird gemeldet: AIS Seine Majestät der Kaiser gestern abend wieder an Bord ging, wurde am Ufer ein glänzende- Feuerwerk abgebrannt. Der Kaiser hielt heute morgen Gottesdienst an Bord der Hohen« zollern ab, und begab sich später auf die Hamburg II, um an Bord dieser Jacht die heutige Regatta mitzusegeln. Um 11 Uhr 30 Minuten begann die Wettfahrt deS Norddeutschen RegattavereinS und deS Lübecker Jachtklubs auf der Lübecker Bucht bei südlichen Winden und bedecktem Wetter. In Klasse A I starteten Meteor, Hamburg II, Germania und Margherita. Gemeldet waren 22 Boote.

Am Sonnabend nachmittag erschien eine Ausgabe deS ArmeevcrordnungkblatteS mit amtlichen Veröffentlichungen über die Durchführung der in der Wehrvorlage be­schlossene n Neuorganisationen. ES werden sowohl die einzelnen neu zu bildenden Truppenteile, wie deren zukünftigen Standorte bekanntgegeben. ES handelt sich um 15 dritte Bataillone bei der Infanterie, 80 Maschinen- gcwehikompagnien bei den Jnfanterieregimcntern und Jäger­bataillonen, 14 Radfahrerkompagnien, 15 FestungSmaschinen- gewehrabreilungen und 6 neue Kavallerie-Regimenter. Außerdem enthält die Veröffentlichung die Einteilung der Lustschiffahrer- und Fliegertruppen. Auch sind neue Bestimmungen über die DienstauSzeichnungen und LandwehrdienstauSzeichnungen 2. Klaffe gegeben.

Am heutigen Montag tritt der Kaiser an Bord der „Hohenzollern" von Kiel auS die N o r d l a n d r e i s e an. Drei jährliche Erholungen gönnt sich der Kaiser, daS sind die Nordlandreise, der Aufenthalt auf Korfu und der Romiutener Jagdbesuch. Wie immer, so ist auch diesmal der Kaiser von einer Anzahl Herren auS den Kreisen deS privaten Lebens, der Kunst und der Wissenschaft, begleitet. Persönlich bestimmt der Kaiser den KreiS der AuSzuwählenden und die Teilnahme an der Nordlandreije gilt als hohe Ehrung. Seit Jahren ist der Kaiser Gast an der wildromantischen Küste Norwegens, deren Bevölkerung ihn kennt und liebt. BIS vor Jahren die Stadt Aolesund durch eine furchtbare FeuerSbrunst fast völlig zerstört wurde, spendete der Kaiser eine große Summe sowohl zur Unterstützung der vom Unglück Betroffenen wie zum Auf­bau der Stadt. Diesmal — eS ist daS 25. Mal, daß der Kaiser die Nordlandrcije macht — bringt er die mächtige Frithjosstatue für den sagenumwobenen Sognejjord mit, die in seiner und König HaakonS Gegenwart enthüllt wird. Der Sockel dieses Denkmals enthält die Aufschrift: „Den Nor­wegern Kaiser Wilhelm II. 1913." Die Rückkehr deS Kaisers nach Deutschland ist für den 5. August vorgesehen. Die besten Wünsche seines Volkes begleiten auch diesmal den Kaiser auf seiner Fahrt! Aus Anlaß der „JubiläumSfahrt" beabsichtigt die Umgebung deS Kaisers dem Monarchen ein sinniges Ge­schenk in Form einer Nachbildung deS Leuchtturms zwischen Aalesund und Florö als silbernen Tafelaufsatz zu überreichen.

Die Ergebnisse de-ReichShauShaltS für daS Rechnungsjahr 1912 haben sich nach dem Endabschluffe der ReichShauptkaffe, abgesehen von den aus die außerordentlichen DeckungSmittel angewiesenen Ausgaben, wie folgt gestaltet: Der Ueberschuß der ReichS-Post» und Telegrophenverwaltung ist um 5,892,000 Mk. hinter dem Voranschläge zurückgeblieben. Beim Ueberschusse der ReichSeisenbahnverwaltung ist ein Mehr von 12,308.000 Mk. und bei demjenigen der Reich-druckerei ein solches von 563,000 Mk. zu verzeichnen. Die Einnahmen an Zöllen, Steuern und Gebühren haben den Voranschlag um 48,097,000 Mk. überschritten. Beim Bankwesen sind 10,536,000 Mk. mehr aufgekommen. Dagegen sind an Ein-

Zweites Kapitel.

Die Kriegserklärung.

Um dieselbe Zeit kamen zwei Reiter in scharfem Trabe am Havelufer daher, zwei Offiziere vom Grenadierbataillon von Grävenitz. Sie hielten die Richtung auf daS HauS deS Kommandeurs. Vornüber gebeugt saßen sie und spornten die Pferde zu immer stärkerem Trabe an.

„Wir sind scharf geritten, Saher, und schneller herge­kommen, alS ich erwartete," sagte der eine, ein schlanker, kräftiger Jüngling von 25 Jahren, mit festem Blick und stolzer Entschlossenheit auf der breiten Stirn.

„Eine Freudenbotschaft verleiht dem Ueberbringer Flügel," antwortete sein Begleiter, ein um ein Jahr jüngerer Offizier, blond von Haar, mit feurigen, übermütigen blauen Augen, hoch von Wuchs, ein echter Germane, voll Krast und Leben. „Der General wird es unS Dank wissen, daß wir ihm so schnell die Nachricht bringen. DaS ist dir zu verdanken, Wilhelm. Wenn du nicht mit solcher Energie unseren srüh- zeitigen Ausbruch betrieben hättest, säßen wir noch inlBerlin."

„Sieh da, Saher, auf der Mauer! Eich nur! Hast du je so etwas erblickt? Wie Erscheinungen auS der Märchenwelt."

„Vielleicht sind eS solche," versetzte Saher lachend. Sein Auge folgte dem deS Freundes, während beide ihre Pferde unwillkürlich in langsamere Gangart brachten.

In der Tat konnte man kaum etwas Anmutigeres sehen als daS Bild, daS sich eben den beiden Reitern darbot.

Aus der Mauer saß ein Mädchen in weißem Kleide, einen Blumenkranz im Haar, Blumen im Schoß. Und ihr gegen- über — wahrhaftig noch einmal ihr leibhaftige- Ebenbild, blond und weiß, mit blauen Augen und blühenden Wangen. Eben hob die erste den Kranz, den sie gebunden hatte, hoch empor, hielt ihn einen Augenblick schwebend über dem Kopse der zweiten und drückte ihn ihr dann inS Haar.

Die Reiter hielten mit scharsem Ruck dicht unter der Mauer an. Wie verzaubert starrten sie hinauf. Verwundert sahen die Mädchen hinunter, tief tauchten die vier Augenpaare ineinander, fragend, staunend und seltsam bewegt.

nahmen auS der Prüfung der Rechnungen 207,000 Mk. und auS dem HinterbliebenenversicherungSfondS zur Deckung der ReichSzufchüffe für die Hinterbliebenenversicherung, hier den geringeren Ausgaben entsprechend, 1,173,000 Mk. weniger zu verzeichnen. Im ganzen hat sich ein Ueberschuß von 77,106,023,97 Mk. ergeben, welcher den gesetzlichen Be­stimmungen entsprechend aus daS Rechnungsjahr 1913 über- tragen worden ist. — Zu den vom Reichstag nicht mehr er* ledigten wichtigen Vorlagen gehört die über den Verkehr mit Leuchtöl. Zu bedauern ist, daß infolge der Vertagung für die geschäftlich Beteiligten die Ungewißheit über die künftige Gestaltung deS LeuchtölhandelS noch fortbouern wird. Wenn aber die Vertagung Gerüchten Nahrung gegeben hat, als legte die Reich-verwaltung auf die Erledigung der Sache kein entscheidendes Gewicht mehr, so ist daS, wie halbamtlich sest- gestellt wird, nicht zutreffend.

Gras Zeppelin vollendet an diesem Dienstag, den 8. Juli, sein 75. Lebensjahr, crsreulicherweise noch in voller körperlicher Rüstigkeit und Gesundheit und erstaunlicher geistiger Frische. Weite Kreise deS deutschen Volkes nehmen den herzlichsten Anteil an der Feier dieses Tage-, erfreut sich doch der geniale Erfinder deS lenkbaren starren Luftballon- einer ganz außerordentlichen Popularität und Verehrung. Möge dem Grafen Zeppelin noch ein langer gesegneter Lebens­abend bejchieden fein! Gestern abend gegen 9 Uhr fand auf dem Marktplatz in Stuttgart zu Ehren deS 75. Geburt-tage- deS Grafen Zeppelin eine große öffentliche Feier der Stadt Stuttgart, deren Ehrenbürger Graf Zeppelin ist, statt. DaS Rathaus und die umliegenden Privatgebäude waren prächtig illuminiert. Eingeleitet wurde die Feier mit dem Gesänge deS Liedes „Du Schutzgeist alles Schönen" von 2600 Sängern unter Mitwirkung einer Militärkapelle. Oberbürger­meister Lautcnfchläger hielt eine Ansprache in Gegenwa t des Grasen Zeppelin von einem Fenster deS Rathauses auS an die zahlreich auf dem Marktplatz versammelte Menge, in der er die Verdienste deS Grafen Zeppelin feierte. Seine Rede klang in ein begeistert angenommenes Hoch auf den Grafen auS. Graf Zeppelin dankte für die ihm dargebrachte Huldig­ung und schloß mit einem Hoch auf die Stadt Stuttgart.

Im Mai hatte der Reichstag eine Novelle zum ReichSbesoldungSgesetz angenommen, durch die die älteren Postsekretäre eine Zulage von 300 Mk., die älteren Postschaffner eine solche von 100 Mk. vom 1. Oktober 1913 erhalten sollten. Die betreffenden GehaltSklaffen waren dementsprechend abgeändert worden. In Betracht kommen alle Postasiistenten mit mehr alS 21 Dienstjahren, eS find dies meist die charakterisierten PostfekrelSre ohne Examen, die jetzt ein Endgehalt von 3600 Mk. erhalten, und alle Schaffner mit mehr als 21 Dienstjahren. Der Bundesrat hat am Donnerstag dieser Novelle zugestimmt, so daß die betreffenden Gehaltserhöhungen am 1. Oktober d. J. in Kraft treten.

Die erneuten Schwierigkeiten, die den Spaniern in Marokko aus dem Aufrufe der Eingeborenen erwachsen, scheinen abermals eine ernsthafte Wendung zu nehmen. Eine aus zwei Kompagnien und zwei Kavallerieabteilungen be­stehende Kolonne, die gestern aus Tetuan ausgerückt war, ist von Eingeborenen angegriffen worden und mußte unter dem Schutze der Batterien in das Lager zurückkehren. Am Abend griffen die Eingeborenen Lourient an, wurden aber zurück­geschlagen. — Nach einer Madrider Meldung wird sich der Präsident der Cortes Villanuova demnächst nach Marokko bcgcben, um sich über die Tragweite deS KabylenaufstandeS klar zu werden. Villanuova, bet als einer der besten Kenner Marokkos gilt, wird sämtliche Küstenstädte besuchen. Ferner wird berichtet, daß Raifuli den Stammeshäuptlingen den Befehl gegeben habe, die spanischen Truppen ohne seinen Be­fehl nicht anzugreisen.

Wie General Briccola auS B e n g h a s i meldet, hatten die I t a l i e n e r bei dem K a m p s b e i C y r e n e am 3. Juli folgende Verluste: sieben Offiziere tot, darunter Geniemajor Billi, der Kommandeur der angegriffenen Abteilung, und Major Migliaccio der Kommandeur der Verstärkungen, die in den Kamps eingegriffen hatten; sieben Offiziere ver­wundet und ein Offizier verschollen; etwa hundert Soldaten tot oder verschollen, und 103 verwundet, meist Leicht­verwundete. Die Verluste der Feinde sind schwer. Vor dem Fort Eas As hatten sie 12 Tote zurückgelassen.

Der Ausstand der Minenarbeiter im süd­afrikanischen Randgebiet hat sehr bedrohlichen Charakter angenommen. Es ist zu Blutvergießen, Brand- stiftungen und Gewalttätigkeiten aller Art in 'der Hauptstadt deS MinenbezirkS gekommen, worüber nachstehendes berichtet wird: AuS Johannesburg wird gemeldet, daß die Volksmenge gegen den Bahnhof anftürmte. DaS Militär schoß scharf

Die Grenadiere verneigten sich ehrerbietig bis auf den Sattelknops.

„Holde Nymphe des WaldeS, wollen Sie nicht einem geringen Sterblichen eine der Blumen deS Herbstes in Ihrem Schoße spenden?" bat der kecke Friedrich v. Saher. Er erhob mit flehender Gebärde die Hand zu einem der Mädchen, daS sich neugierig über den Mauerrand vorbeugte.

Hilda lachte.

„Die Bitte sei gewährt. Jünger deS MarS," rief sie über­mütig. Ihre Wangen glühten vor Lust über daS muntere Abenteuer. Sie nahm schnell eine späte Herbstrose auS dem Rest ihrer Blumen und warf sie geschickt in die ausgestreckte Hand deS jungen Mannes.

Saher sandte ihr einen feurigen Blick zu.

„Dank, holde Spenderin der Glücks. Denn daß die Rose aus dieser Hand mit Glück bedeutet, daran zweifle ich nicht."

Er drückte einen Kuß auf die weichen Blätter und verbarg die Rose aus seiner Brust.

Weniger kühn ging Georg vor. Zwar hätte er gern von dem zweiten jungen Mädchen eine Blume gehabt, aber eS erschien ihm nicht taktvoll, eine Fremde darum anzugehen.

Auch Ermentrud hatte den Wunsch, dem zweiten Reiter ein Andenken an diese eigenartige Begegnung zu geben. Zögernd griff sie in die Blumen und zog endlich eine blaue Aster hervor. Wägend und zaudernd hielt sie sie zwischen den gespreizten Fingern. Dann ließ sie sie wie von un- gesähr loS.

Die Blume flatterte hinunter, seitwärts von Georg von Wilhelmi, dem sie zugedacht war. Aber fein scharfes Auge versolgte ihre Bewegungen. Mit einem leisen Druck der Sporen brächte er fein Pferd seitwärts und fing die Blume auf.

(Fortsetzung folgt.)

— (GrauenhasterEelbstmord eineSBerg- manneS.) In Uebach, einem Dorfe in der Rheinprovinz, verübte der Bergmann FloS Selbstmord, indem er eine Dynamit­patrone in den Mund nahm und entzündete. Der Unglückliche wurde durch dir Explosion völlig zerstückelt,