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herrMer Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Zernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 68. Donnerstag, den 13. Juni ISIS.

Amtlicher teil.

HerSfeld, den 3. Juni 1913.

Verzeichnis

der Gemeinden und Gut-bezirke deS Kreises Her-feld, in denen aus Anlaß deS Kaiserjubiläums am 15. Juni 1913 Samm­lungen zu einer

Nattonalspende

stattgefunden haben,

unter Angabe bei Ergebnisse-

dieser

Sammlungen:

Mk.

Mk.

Allendorf

20.00

Leimbach

.

AllmerShausen mit

LengerS

15.00

Hählgan-

19.05

MalkomeS

9.40

ASbach

67.50

Meckbach

16.00

Aua

21.00

Meckbach, fi-. Ober-

AuSbach

43.10

försterei

BeierShausen

.

Mecklar

23.50

Bengendors

20.00

Meisebach, GutSbz.

» > »»'

Biedebach

10.95

MengShausen

32.15

BingarteS, GutSbz.

10.00

Motzseld

35.00

Conrode

4.70

Neuenstein, fii. Ober-

Dünkelrode

3.00

försterei

Eichhof, Gut-bz.

5.00

Niederaula

w.

Eitra

-

Niederaula, fii. Ober-

Engelbach, GutSbz.

försterei

Friedewald

60.

Niederjossa

29.35

Friedewald, fiS. Ober-

ObergeiS

30.00

försterei

Oberhaun

20.65

Friedlos

35.50

OberlengSfeld

4.80

FrielinM

16.90

Oberrode, GutSbz.

10.00

GerSdorf

14.20

PeterSberg mit Kühn-

Ger-Haufen

19.35

bach

9.45

Gethsemane

.

Philipp-thal

183.45

Gitter-bors

15.00

RanSbach

94.90

Goßmann-rode

10.00

Reckerode

15.85

Harmode

.

Reilor

19.00

Hattenbach

.-

Reimboldshausen

.

HedderSdorf

6.10

RöhrigShos mit

HeeneS

15.70

Nippe

HeimbolbShaufen

30.00

Rohrbach

18.05

Herfa

30.00

Roßbach

.

Heringen

Rotensee

14.20

Heringen, fiS. Ober-

Rotterterode

7.70

försterei

7.00

SchenklengSseld

33.00

HerSfeld, Stadt

884.25

Schenksolz

4.05

HerSfeld, fii. Ober-

Sieglo-

försterei

.

SolmS

HillartShaufen

13.05

Sorga

36.00

HilmeS

38.00

StärkloS

36.15

Hilperhausen

11.50

Tann

24.15

Holzheim KalkobeS

27.00

UntergeiS

10.00

19.20

Unterhaun

44.35

KathuS

18.00

Unterneurode

6.30

Kemmerode

--'

Unterweisenborn

10.40

KerSpenhausen

40.50

Wehrshausen

15.55

Kirchheim

25.50

Widdershausen

54.30

Kleba

WilhelmShof, GutSbz.

10.00

Kleinensee

10.75

WillingShain

18.50

Kohlhausen

-*

WipperShain

.

KruSpiS

40.35

WipperShain, fiS.

LampertSfeld

1.50

Obersörsterei

Lander-Hausen

9.60

WölserShausen

15.00

Lautenhausen

10.00

Wüstfeld

11.85

Lautenhausen, fii. Oberförstern

Summa 2551.30

Ferner wurden abgeliefert von dem

30.00

DarlehnSkaffenverein in Unterhaun

von Herrn Superintendent Feyerabend in HerSfeld

155.00

auS dem Kirchspiel Niederaula .

und von Herrn Pfarrer Metz

in Kirchheim sür

4.00

Ungenannt- .

Summa 2740,30

HerSfeld, den 3. Juni 1913.

Wird veröffentlicht!

Das Kreiskomitee zwecks Sammlung einer

Nattonalspende in Hersfeld.

NamenS desselben: von GruneliuS, Königlicher Landrat.

I. I. Nr. 6542 II.

HerSfeld, den 7. Juni 1913.

Der aus Donnerstag, den 19. Juni d. JS. in der Stadt Fulda angefetzte Viehmarkt wird unter den seither bekannt- gegebenen Bestimmungen abgehalten. Mit dem Austrieb darf um 6 Uhr morgens begonnen werden.

Nach § 1 der Polizeiverordnung vom 26. April 1904 ist das Handeln mit Vieh und daS Mustern von Vieh zwecks Handelns im Stadtbezirke außerhalb deS Viehmarktplatzes vor und während der Dauer deS MarkteS verboten.

Auf Grund deS § 47 der viehfeuchenpolizeilichen An­

ordnung vom 1. Mai 1912 wird bestimmt, daß nach 9 Uhr vormittags Tiere nicht mehr zum Markt gebracht werden dürfen.

Besonders mache ich noch daraus aufmerksam, daß durch den 2. Zugang (vor der Lindenstraße) zum Viehmarktplatz nur voruntersuchtrS Vieh ausgetrieben werden darf.

1. 6807. Der Landrat.

I. A.

Trost, RegierungS-Supernumerar.

nichtamtlicher teil.

in den Bilkininnd.

In dem klaren Bewußtsein, daß der Friede aus dem Balkan, kaum daß die Londoner Konferenz zu Ende gegangen ist, ausS neue ernstlich bedroht ist, wollen die Mächte fich abermals zusammentun, um durch gemeinschaftlichen Druck aus die in Zwist geratenen Regierungen weiteres Blutvergießen zu verhüten. Mit besonderer Entschiedenheit scheint Rußland dabei vorgehen zu wollen.

PeterSburg, 10. Juni. Minister Ssasonow ist heute nach PeterSburg zurückgekehrt. Die russische Diplomatie ist im Begriff, neue energische Schritte gleichzeitig in Sofia und Belgrad zu unternehmen, um beide Staaten mit den übrigen Balkanländern zu gemeinsamen Beratungen über die schwierige Lage zu veranlassen. In Sofia hat sie bereits gegen eine Verschleppung der Verhandlungen protestiert, die sowohl Serbien als auch die anderen Staaten, die dem Balkanbund symphatisch gegenüberstehen, in höchster Ausregung erhalte. DaS hiesige Auswärtige Amt hofft trotz deS außerordentlichen Ernstes der Situation auf eine friedliche Lösung in letzter Stunde. Man ist sich hier darüber klar, daß im Falle eines blutigen Konflikts unter den Verbündeten weder Rumänien noch die Türkei stumme Zuschauer bleiben würden.

Nach den Erklärungen SerbienS und Bulgariens muß man allerdings auch aus einen ernsten AuSgang deS Konflikts gefaßt fein. Auf beiden Seiten sind die Vorbereitungen für einen Waffengang fast zum Abschluß gebracht. Die Frage ist nur die, ob die diplomatische Lage sür ein LoSschlagen günstig ist, und daS namentlich für den angreifenden Teil. Die Mächte haben in nichtamtlicher Weise in Sofia, Belgrad und Athen ihre Abneigung gegen einen zweiten Balkanfeldzug deutlichen Ausdruck gegeben. Auch wird eine amtliche Note vorbereitet, um festzustellen, daß durch Aufrechterhaltung der Krieg-vorbereitungen die Staaten bei Balkanbundes sich in offenen Gegensatz zum Willen Europa- bringen würden. Falls die maßgebenden Persönlichkeiten in Sofia und Belgrad noch den Bedenken der europäischen Diplomatie zugänglich sind, kann man immer noch hoffen, daß eS gelingen wird, den Kriegsausbruch zu verhindern.

Die Tatsache, daß sich die bulgarisch-serbischen Beziehungen kritisch gestalten, kommt auch in der nachstehenden Meldung zum Ausdruck:

Belgrad, 10. Juni. Heute kommt der serbische Ge­sandte in Sofia Spalaikowitsch mit seiner Gemahlin hier an, waS als Anzeichen des bevorstehenden AbbruchS der diplo­matischen Beziehungen betrachtet wird. ES verlautet, auch der hiesige bulgarische Gesandte Toschew packte seine Koffer. Eine friedliche Beilegung deS Konflikts mit Bulgarien wird hier kaum noch ernfihast für möglich gehalten, zumal nach den neuesten Meldungen daS Vorgehen bulgarischer Bataillone bei Walandowo sich gegen die dortige im Besitz der Serben befindliche Bahnlinie richten soll.

Reichstag.

Im Reichstag antwortete gestern bevor mit der zweiten Lesung der Wehrvorlage begonnen wurde, zunächst auf eine Anfrage der Sozialdemokraten Dr. Liebknecht wegen der angeblichen Verurteilung der deutschen Bergarbeiter- Jakubik Geheimrat Lentze:

Da- Auswärtige Amt hat von der Verhaftung deS Berg­manns Jakubik Kenntnis bekommen, als die Ansrage der Abg. Dr. Liebknecht erfolgte. Daraufhin find durch den preußischen Grenzkommifsar und den Kaiserlichen Generalkonsul in Warschau nähere Erkundigungen eingezogen worden. Nach den inzwischen eingegangenen telegraphischen Berichten hat der Bergarbeiter Jakubik gegen eine russische Verordnung verstoßen, indem er russische Gelder für Streikzwecke gesammelt hat. Er ist infolgedessen in dem russischen Grenzort Niska verhaftet worden, und eS ist ein Verfahren gegen ihn eingeleitct worden, da- voraussichtlich in den nächsten Tagen zum Abschluß kommt. Es wird keine andere Folge haben als die Aus­weisung. Für möglichste Beschleunigung bei VersahrenS ist Sorge getragen worden.

Dann trat da- HauS in die zweite Beratung der Wehr- Vorlagen ein. Abg. GanS Edler zu Putlitz berichtete kurz über die Verhandlungen der Budgetkommission. Dann leitete Abg. NoSke (Sozd.) eine Art Generaldebatte ein. Er meinte, daß bei den Konservativen und dem Zentrum, wie sich gestern gezeigt habe, die Sorge um die Sicherheit deS Reiche- ge­schwunden sei und nun noch die Sorge herrsche, ob auch die

Steuern nach ihren Wünschen gestaltet werden. In der Tat sei auch gar kein Grund zur Beunruhigung vorhanden, kein Grund, die Rüstungen zu vermehren. Den Regierenden selbst hänge der Himmel voller Geigen; höfische Feste würden mit ungeheurer Pracht gefeiert, während Hunderttausende darben müßten. Zu begrüßen sei die Besserung der englisch-deutschen Beziehungen, und eS müsse anerkannt werden, daß sich der Reichskanzler darum ein großes Verdienst erworben habe.

Die Budgetkommission deS Reichstage- begann gestern die Beratung deS GejetzentwurseS betreffend daS Erbrecht bei StaateS. Danach sollen nicht beerben Onkel oder Tante den Neffen oder die Nichte (wohl aber umgekehrt), Neffen bezw. Nichten untereinander. In diesem Falle soll der Staat in Zukunft Erbe sein, ebenso wenn zur Zeit deS ErbsalleS weder ein Verwandter noch ein Ehegatte bei Erblassers vorhanden ist. Der Berichterstatter bat um Ausklärung von Regierung-« feite. Schatzjekretär Kühn begründete die Vorlage. Da oft Leute zu Erbschaften gelangen, die den Erblasser kaum oder gar nicht gekannt hätten, seien in säst allen Ländern Schranken für da- Erbrecht der Verwandten gezogen. Allerdings fei eine vorsichtige Ausgestaltung bei Gesetze- nötig. Ein ZentrumSredner bemängelte insbesondere die Bestimmung über die Beerbung von im Auslande gestorbenen Deutschen und glaubte, bei der ganzen Sache werde nicht viel herauskommen. Seine Fraktion stehe der Vorlage ablehnend gegenüber. Schatz­sekretär Kühn widersprach dieser Kritik. Eigentümlich sei der Vorschlag deS ZentrumS, den Ertrag deS GesetzeS, der doch nach Ansicht bei ZentrumS nur unbedeutend fein würde, zu wohltätigen Zwecken zu verwenden. Daß der Familiensinn durch die Vorlage gestört werde, fei unzutreffend. Ein konservativer Redner erklärte, seine Freunde würden Anträge nicht stellen, aber an der Ausgestaltung mitarbeiten, wenn sie auch schließlich den Entwurf ablehnen würden. Ein Sozial- demokrat meinte, eS handle sich nicht um Beseitigung bei Privatbesitzer. Bei der früheren Borlage hätte die große Masse bei Volke- der Sozialdemokratie zugestimmt, und da- sei zu beachten. Ein nationalliberaleS Mitglied hielt eine baldige Abstimmung für notwendig, um die Sachlage zu klären. Seine Partei sei bereit, in die Beratung einzutretrn. Schatzsckretär Kühn warnte vor Uebertreibungen. Wenn man aber diese Steuer quelle nicht wolle, dann müsse man eine andere bringen. Der Pole sprach gegen die Vorlage. Ein fortschrittlicher Redner war der Ansicht, man könne dem Staate daS Recht nicht nehmen, in andere wohlbegründete Rechte einzugreifen. ES sei salsch, zu behaupten, daß durch daS Gesetz der Familiensinn zerstückelt werde. In der Abstimmung wurden die einzelnen Absätze bei § 1 im wesentlichen nach der Vorlage angenommen. Die Gesamt- abstimmung über den § 1 wurde auSgefetzt. 8 2 und 3 wurden nach der Vorlage angenommen. Bei § 4 wurde die Weiterberatung abgebrochen und aus Donnerstag vertagt.

Aus In- und Ausland.

Berlin, 10. Juni 1913.

Zum RegierungSjubiläum deS Kaiser- werden sämtliche deutschen BundeSsürsten nach Berlin kommen, und ferner Vertreter der Herrscher von Oesterreich-Ungarn und von Italien. Bei Ankunft der Fürstlichkeiten aus den Bahn­höfen werden keine amtlichen Empsänge stattfinden. Da der Kaiser unmöglich bei . all den vielen Festlichkeiten persönlich zugegen sein kann, so werden in vielen Fällen die Prinzen mit seiner Vertretung betraut werden. Der große GejangS- vortrag der Berliner Schulkinder am 16. Juni findet vor dem Kaiser im Schloßhof statt. Zum Jubiläum werden sehr biete Auszeichnungen verliehen werden. Der Kaiser hat angeordnet, daß diese am 16. Juni srüh in einer Sonderausgabe bei Reichs- und StaatSanzeigerS veröffentlicht werden. Da nach den Anordnungen deS Kaisers am Sonntag, 15 Juni, alS dem Todestage deS Kaisers Friedrich, von jeder öffentlichen Feier bei RegierungSjubiläumS abgesehen und nur bei ben Gottesdiensten der Bedeutung bei TageS durch besondere Für- bitte gedacht werden soll, hat der Evangelische Oberkirchenrat eine entsprechende Einlage in daS allgemeine Kirchengebet den Geistlichen zum Gebrauch am 15. Juni zugehen lassen. Ferner hat er angeordnet, daß an diesem Tage eine Kollekte zum Besten der Nationalspende für die christlichen Missionen in den deutschen Kolonien und Schutzgebieten eingesammelt wird. AuS Anlaß bei RegierungSjubiläumS hat der Papst ein Handschreiben an den Kaiser gerichtet, um seine Glück- wünsche zu übermitteln. Der Brief wird dem Kaiser durch den Kardinal Fürstbisckos Dr. von Kopp überreicht werden.

Zu Ehren deS Grafen Zeppelin fand Montag abend im Wiener Rathause ein kleines Festmahl statt, welchem u. a. Gros Zeppelin, Direktor ColSmann von der Zeppelin- Werft und der deutsche Botschafter beiwohnten. Bürger- meister Dr. Weißkirchner bracht« einen Trinkjpruch auS, in dem er zunächst den Grafen Zeppelin begrüßte und ihm sür seinen Besuch beim Kaiser Franz Joseph seinen warmen Dank auSsprach. Redner suhr dann fort und sagte u. a.: Wir freuen uni deS heutigen TageS als einer neuerlichen Erfolge- deutschen Geistes und deutscher Kraft, Wir freuen uns auch