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Cafsel, 4. Juni. Eine aufregende Szene spielte sich gestern mittag aus dem Oberstadtbahnhof ab. Als der Eilzug nach Hamburg sich um 1,25 Uhr in Bewegung setzte, sprang ein Soldat aus den schon ziemlich schnell sahrenden Zug auf. Er öffnete die Tür, alt plötzlich ein 5—6 Jahre alte- Kind aus dem Abteil herauSstürzte und dem Soldaten in die Arme fiel. Ein Rangierer sprang schnell hinzu und hielt eine Frau zurück, welche dem Kinde nachspringen wollte, nahm daS Kind aus die Arme und hob eS wieder in das Abteil. Auch der Soldat wurde freilich etwas unsanft in daS Kupee befördert, worauf der Zug auS der Halle rollte.

Born Eichsfelde, 1. Juni. In Diedors ließ sich die 29jährige Zigarrenmacherin Maria Brand, die seit etwa einem Jahr geistesgestört ist, vom Zuge übersahren. Der Kops wurde der Bedauernswerten vom Rumpfe getrennt.

Eschwege, 3. Juni. Heute abend kurz nach 8 Uhr zog, von Osten kommend, ein furchtbares Gewitter mit hestigen Regengüssen und schwerem Hagelschlag über Eschwege. DaS Unwetter hat großen Schaden angerichtet.

Betzigerode (KreiS Fritzlar), 4. Juni. Der zwölfjährige Sohn des Arbeiters St. hat am Sonnabend da- elterliche HauS verlassen, um nach einem benachbarten Dorse in die Geigenstunde zu gehen, ist aber weder dort eingetroffen, noch in daS HeimatSdorf zurückgekehlt. Der Junge ist etwa lVa Meter groß, von kräftigem Körperbau und vollem Gesicht. Er ist blondhaarig, war mit hellgrauer Hose und Joppe bekleidet, trug einen rundlichen Strohhut und hatte Schnür- schuhe mit Nägeln an. Mitteilungen über den Vermißten gebe man an die Casseler Polizeibehörde.

Hanau a. M, 2. Juni. Bei einem Schülerausflug der Schüler der Oberklaffe der Volksschule im benachbarten Dörnigheim in den Taunus, stürzte der dreizehn Jahre alte Schüler Rausch so unglücklich gegen einen Baum, daß er einen schweren Schädelbruch davontrug, an dem er gestern im St. Vinzenz-Krankenhause verstorben ist.

Melsungen, 3. Juni. Das hier bei Herrn SanitätSrat Dr. J-rael bedienstete Fräulein Marie Grob feierte ihr 40- jährigeS Dienstjubiläum und wurden ihr auS diesem Anlaß daS goldene Kreuz für 40jährige treue Dienste, sowie ein Diplom mit dem NamenSzug I. M. der Kaiserin überreicht. Marburg, 3. Juni. Eine ältere Dame, die am „Grün" wohnt und seit längerer Zeit leidend war. wurde heute früh tot im Hofe gefunden. Die Frau ist auS bisher noch nicht aufgeklärter Ursache aus dem Fenster gestürzt. Man nimmt ' an, daß eS sich um einen Akt der Unvorsichtigkeit oder um einen Schwindelanfall handelt, dem die Dame zum Opser gefallen ist. Andererseits wird vermutet, daß der Sturz eine Folge plötzlich eingetretener geistiger Umnachtung sei.

Beckerhagen, 2. Juni. Als gestern vormittag infolge eines leichten SchornsteinbrandeS in einem Hause am Stein- weg Feuerlärm entstand, wollte die 22 Jahre alte Marie Lenze in der Meinung, eS brenne bei ihrem in der Nähe wohnenden Bruder, zu Hilse eilen, brach aber schon einige Schritte von ihrem Elternhaus« entfernt, leblos zusammen. Ein Herzschlag hatte dem Leben des schon längere Zeit Herz­leidenden jungen Mädchens ein jäheS Ende bereitet.

Hana«, 3. Juni. In der Giothjchen Seifenfabrik wurde heute der Betriebsleiter Schroep beim Riemenauflegen vom Getriebe ersaßt und schwer verletzt.

Jmmichenhain, 3. Juni. Den Tod eines Kindes hatte ein UnglückSfall zur Folge, der sich gestern hier ereignete. DaS fünfjährige Söhnchen deS Landwirts Jung war früh­morgens, nur mit dem Hemd bekleidet, auS seinem Bett aus- gestanden, um sich Kaffee vom Küchenherd zu holen. Am Herd wurde daS Hemd der Kleinen von den Flammen ergriffen und brannte dem Kinde vom Leibe, sehr schwere Brandwunden hinterlassend. Trotz ärztlicher Hilfe verstarb der Knabe an den Brandwunden.

Königswald, 2. Juni. Beim Streuen von Chilisalpeter gerieten einem hiesigen Einwohner Mineralteile in eine an sich unbedeutende Wunde, wodurch er sich eine Blutvergiftung zuzog. Nur durch schleunigen Eingriff ärztlicher Hilse konnte weitere Gesahr beseitigt werden.

Heiligenstadt, 3. Juni. In Pöhlde wurden heute durch Großseuer 6 Wohnhäuser und zahlreiche Nebengebäude eingeäschert.

Frankfurt a. M», 3. Juni. Die Affäre deS Gift- mörderS Hopf zieht weitere Kreise. Die Untersuchung wird sich auch darauf erstrecken, ob Hops seine im Jahre 1911 ge­storbene Mutter vergiftet hat, von der er 30 000 Mark geerbt hatte. DaS Arsenik, daS in den Leichenteilen seiner ersten Frau gesunden wurde, soll nach den Aussagen HopfS von Schönheitsmitteln herrühren.

Wetzlar, 2. Juni. Gestern ereignete sich auf der Eophiengrube eine Explosion von Hochofengasen. Vier Arbeiter wurden schwer verletzt. Drei von ihnen sind gestorben, der vierte befindet sich außer Gefahr.

Halle, 2. Juni. Aus der Rabeninsel nahmen ein ver­heirateter Arbeiter, seine Geliebte und deren Bruder gemeinsam ein Bad in der freien Saale. Sie ruhten darauf aus der Userböschung auS, als diese plötzlich rutschte und alle drei inS Wasser stürzten. Der Arbeiter und seine Geliebte ertranken, der Bruder konnte sich retten.

Mainz, 3. Juni. Beim Gewittersturm in Plochingen sind mehrere stark befrachtete Eisenbahnwagen umgeworfen worden. Zwei Fabrikschornsteine stürzten um. Die umher­fliegenden Steinmassen schlugen mehrere Nebenhäuser in Trümmer.

Nordhausen, 2. Juni. Beim Salutseuern aus einer kleinen Vorderladekanone gelegentlich eines MilitärvereinS- StiftungSfesteS wurden in Niedersachsenwerjen durch die um- herfliegenden Stücke der platzenden Kanone der Arbeiter Engelhardt schwer und sechs andere Personen leicht verletzt.

Unwetter-Nachrichten.

Vom Eichsfelde, 3. Juni. Auf dem Eichsfelde, daS leider so oft von schweren Wettern heimgesucht wird, tobte am Sonntag abend von 9 biS 12 Uhr abermals ein Un­wetter, wie eS in gleicher Schwere und Furchtbarkeit seit Jahren nicht erlebt wurde. In der Minute wurden 12—14 Blitze gezählt. Der Blitz hat mehrfach eingeschlagen, in Heiligenstadt in die Zigarrenfabrik von Kleinseld u. Lampe. Zwei Schläge fuhren in die Leitung deS städtischen Elektrizi- tätSwerkeS und zerstörten zwei Drittel der Straßenlampen. DaS größte Unheil aber wurde gestern angerichtet durch die wolkenbruchartig niedergehenden Regenfluten. In der Feldflur Heiligenstadt ist ganz unberechenbarer, enormer Schaden er- wachsen, durch Verschlammung, Wegspülen der Muttererde, Zerreißen deS Ackerbodens. Am schlimmsten ist wieder daS Bahnhofs- und Steingrabenviertel in Heiligenstadt mitge­nommen. Eineinhalb Meter tiefe und breite Gräben hat daS Waffer hier gerissen, daS mit furchtbarer Gewalt von den Anhöhen heruntergefloffen kam und unten einen gewaltigen See bildete. Der Bahnhof mit den Schienengleifen stand wieder unter Wasser. Der Abendzug von Gaffel nach Halle

konnte erst nach einstündiger Unterbrechung seine Fahrt fort­setzen. Die tiefgelegenen Häuser ragten wie Inseln auS der See hervor. DaS Wasser drang in die Keller; die ZugangS- wege zum Bahnhof waren längere Zeit unpassierbar. Der entstandene Wasserschaden in Felder und Gärten ist weit größer wie bei dem Unwetter vor 14 Tagen; daS schlimmste ist, daß vielsach dieselben Leute wieder betroffen sind. Durch einen Dammbruch an dem Teiche bei Günterode, war daS Dorf einer regelrechten Ueberschwemmung auSgesetzt. Innerhalb weniger Minuten standen die tiefer gelegenen Teile deS DorjeS knietief unter Waffer. In den Dorsstraßen wurde durch Ausspülung bedeutender Schaden angerichtet. In Mengelrode trat die Beber hoch über die Ufer; in dem Hoch- waffer ertranken drei Kühe.

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Ein Bild furchtbarer Zerstörung bietet daS Städtchen Plochingen, daS, wie gemeldet, am Sonntag durch einen Wirbelsturm zum Teil verwüstet worden ist. Der Bahnhof und daS ganze Städtchen sehen wie nach einer Beschießung auS. Signalmaste wurden wie Halme gebogen und eiserne Stützbalken geknickt. Die Bahnsteige auf dem Bahnhöfe waren von Reisenden stark besitzt, die sich schreiend in die Unterführungen flüchteten. Frauen und Kinder wurden zu Boden geworfen, ein Knabe wurde unter den Trümmern be­graben, konnte aber geborgen werden. Mehrere Dutzend Eisenbahnwagen, die zum Teil ein Eisengewicht von 30 Tonnen haben, sowie schwere Möbelwagen wurden umge- worsen. Etwa 30 Personen wurden durch GlaSsplitter leicht verletzt. DaS JohanniterhauS wurde sehr schwer von dem Sturme betroffen. Die ganze Baracke hinter dem Kranken­hause wurde mit den Kranken weggeweht. Zwei Kranke wurden etwa 20 Meter weit geschleudert. ES ist geradezu ein Wunder, daß sie, abgesehen von einigen leichteren Ver­letzungen, ohne Schaden davonkamen. Einer Menagerie wurde die ganze Einrichtung zerstört. Eine Zeitlang war zu be­fürchten, daß der Tierwagen umgeworsen und die Bestien den Käfigen entrinnen würden. Die Regierung wird eine HilsSaktion zur Unterstützung der Geschädigten in die Wege leiten, da eS für derartige Katastrophen kein« Versicherung-- deckungen gibt.

Ein heftiger Gewitter suchte Sonntag in später Nach- mittagSstunde den Taunus heim, namentlich wehte ein orkan­artiger Sturm auf und am Feldberg, der höchsten Erhebung deS Gebirges. Ein Wirbelsturm deckte in dem Dörfchen Arnoldshain fast sämtliche Dächer der Häuser ab. Die Schornsteine wurden weit weggeweht, die Turnhalle zerstört und die Turngeräte weithin durch die Luft getragen und beim Niederfallen zerschmettert. Mehrere Personen erlitten durch herabfallende Gegenstände erhebliche Verletzungen. Zahlreiche Personen sind obdachlos. Der angerichtete Schaden dürfte einige 100 000 Mk. betragen.

München, 3. Juni. In München und Umgebung ging in der Nacht von Montag aus Dienstag ein furchtbares Gewitter nieder, daS namentlich in Nymphenburg und dem westlichen Stadtteil wütete. Dort fiel 20 Minuten lang der Hagel in einer solchen Größe, daß noch am Dienstag morgen trotz der sengenden Sonnenstrahlen daS EiS vielfach handhoch lag. Fast alle an der Wetterseite gelegenen Fenster wurden zertrümmert, von den meisten Ateliers ist nur noch daS Eisengestänge geblieben. In mehreren Kirchen wurden die wertvollen GlaSgemälde eingeschlagen. An der PeterSkirche, dem Wahrzeichen München-, brannte infolge Zerschmelzen- eine Blitzsicherung ab. Automobile blieben in den Waffer- moffen stecken, die namentlich auch in der inneren Stadt meterhoch in Keller- und Lagerräume drangen. Selbstver­ständlich ist ein großer Teil der Anlage in den Nutz- und Ziergärten vernichtet. Der Westsriedhof ist in seinem Gräber- schmuck total zerstört. In den Anlagen und Alleen bedecken viele Tausende vom Hagel erschlagene Vögel den Boden. Die Feuerwehr wurde 242 mal, hauptsächlich wegen WafferSnot zu Hilfe gerufen. Seit 1908 hat München kein solches Un- weiter erlebt.

Vermischtes.

— (In einem Spiritusreservoir erstickt.) AuS Ludwigshasen wird gemeldet: In der Badischen Anilin- und Sodafabrik stiegen am Dienstag zwei Arbeiter trotz strengen Verbots in ein SpirituSreservoir, welches gereinigt werden sollte. Beide Leute erstickten und wurden als Leichen wieder auS dem Reservoir gezogen.

— An e inem Bissen Fleisch erstreit ist der 54 Jahre alte verheiratete Buchdrucker August Schneider auS der Gitschiner Straße in Berlin. Frau Schneider hatte für Den Sonntag Schweinekotelette eingetauft. Ein Stückchen Fleisch, daS der Schlächter gesondert beigegeben hatte, nahm Schneider, um eS roh zu verzehren. Kaum hatte er den Bissen zum Munde gesührt, da begann er auch schon um Luft zu kämpsen und schwer zu röcheln. Nach wenigen Minuten, bevor noch die Angehörigen recht wußten, war eigentlich geschehen war, verschied der Mann. Ein Arzt, der von der trächsten HilsSwache geholt wurde, konnte nur noch feststellen, daß er an dem Bissen Fleisch erstickt war.

— Schwebt a. d. Oder, 2. Juni. Aus der Fahrt nach Stettin fuhren gestern zwei Berliner Herren, und zwar Direkwr Hartwig und Klempnermeister Zillmann, zwischen Garz und Schwebt mit ihrem Automobil gegen einen Baum. Beide Insassen wurden auS dem Wagen geschleudert. Zillmann ist inzwischen seinen Verletzungen erlegen. Hartwig erlitt schwere Beinbrüche. r

— Der Panzerkreuzer „Blücher", der, wie berichtet, im Großen Bett bei Romsö aufgelaufen war und in bet Nacht zum Montag wieder abgebracht werden konnte, ist, begleitet vom kleinen Kreuzer „Augsburg" und dem BergungS- dampser „Stein", in Kiel eingetroffen. „Blücher", der mit eigener Maschinenkraft fuhr, ging mittags in daS große Schwimmdock der Kaiserwerst.

— Ein deck, 1. Juni. Furchtbar verbrüht wurde heute in der Jarandschen Roßhamspinnerei der 40 Jahre alte Arbeiter August Reinere. Er stürzte beim Einfällen von Haaren in einen Kessel mit kochendem Waffer. Ein Bein ist bis an den Leib förmlich gekocht. Der Verunglückte wurde in daS Krankenhaus gebracht. , x ..

— (Wo wird am meisten geerbt?) Die idealste Provinz in Preußen ist in bisset Hinsicht Brandenburg, wo im Jahre 1911 die Jsteinnahme der Erbschaftssteuer 188 600 M. betrug, im Jahre 1905 sogar 2 962 000 M. An zweiter Stelle steht nach den letzten Abschlüssen der Verwaltung der indirekten Steuern für 1911 SchleSwig-Holstem mit 118100 M. Weiter folgen Schlesien mit 97 000, Sachsen mit 91500, Heffen-Naffau mit 81800 M., Rheinland mit 63 200. Hannover mit 45 400, Pommern mit 22 000, Westfalen mit 19 100, Ostpreußen mit 10 700, Westpreußen mit 8400 und Posen mit 4900 Mark.

— Rom, 2. Juni. Der italienische Chevauxleger-Lrutnant Filibeck, der Sohn einer seit vierzig Jahren in Italien an» süffigen deutschen ArzteS, und die zwanzigjährige Tochter einet Arbeiters verübten in Portodanzio gemeinsam Selbstmord, da der Berehelichung unüberwindliche Hindernisse entgegenstanden.

— (Z w e i M ä d ch e n m o r d e.) Ein Lustmord wurde am Sonntag in Harburg verübt. Um 3 Uhr nachmittag- vermißte daS in der Schloßstraße wohnende Ehepaar Krupp«« sein 5VsjährigeS Töchterchen. Der Vater stellte Ermittelungen an und erfuhr, daß daS Kind mit dem am Karnapp wohnenden 29 Jahre alten unverheirateten Kaiser gesehen worden war. Um 6 Uhr erfolgte die Verhaftung deS Mörders, der in dem Keller seiner Wohnung vollkommen unbekleidet und mit Blut besudelt angetroffen wurde. Er hatte seinem Opfer, nachdem er sich an ihm vergangen hatte, mit einem Rasiermesser den HalS durchschnitten, dann die Leiche zerstückelt und einzelne Teile bereits unter dem Fußboden seiner Waschküche verscharrt. — Ferner wird auS OmmerSheim (Bezirk-amt Zweibrücken) ge­meldet: Der 17jährige Ackerbmsche Otto Touffaint hat bal 12jährige Mädchen Nalle durch eine große Anzahl von Messerstichen in der fürchterlichsten Weise verletzt, nachdem er vorher an dem Kinde ein EittlichkeiSverbrechen verübt hatte. An daS Aufkommen deS Kindes ist kaum zu denken. Nach seiner Tat hatte Touffaint den Ort deS Verbrechen- verlaffen, war dann nach einiger Zeit wieder zurückgekehrt und hatte dem Kinde, als er eS noch am Leben fand, weitere Schnitt­wunden beigebracht. Touffaint, der geisteskrank zu fein scheint, wurde verhaftet.

— G a r d e l e g e n, 2. Juni. Bei einem Gewitter wurde am Sonnabend in Badingen ein zwölfjähriger Knabe vom Blitz erschlagen. In Klaeden schlug der Blitz in eine Gruppe pol­nischer Arbeiter. Einer wurde getötet und drei betäubt.

— L i s s a tPoseu), 2. Juni. Bei einem schweren Ge­witter wurde in Feuerstein eine Arbeiterfrau vom Blitz erschlagen. Ihr Söhnchen blieb unverletzt.

— R e i ch e n b e r g (Böhmen), 2. Juni. Im Jser- und Riesengebirge sind gestern schwere Gewitter niedergegangen. In den Tälern hat der Blitz wiederholt eingeschlagen. In Rochlitz wurden die KaufmannSgattin Langhammer und deren Tochter, welche die Großmutter zur Bahn bringen wollten, vom Blitze getötet. Die Großmutter wurde schwer verletzt.

— (F o l g e n s ch w e r e r B e r g r u t s ch.) AuS Saratow wird gemeldet: Durch einen Erdrutsch am Sokolberge sind sünfunddreißig Häuser eingestürzt und dreihundert schwer be­schädigt worden. Tausend Familien sind obdachlos. Einige Häuser sind mehrere Meter gesunken. Der Bergrutsch dauert fort.

— (Ein neuer Gaunerstreich.) Die beginnende Reisezeit haben findige Pariser Gauner dazu benutzt, um sich alS Billetthändler auf den Bahnhöfen zu etablieren. ES kommt immer vor, daß Reisende erst im letzten Augenblicke hastig in den Bahnhof stürmen und den Billettfchalter von einer Menschenmenge belagert finden. So erging eS auch einem Pariser, der nach Rouen wollte. Da tritt ein freundlicher Herr hinzu. Er hat gerade ein Billelt nach Rouen gelöst, kann aber nicht reisen, seine Frau sei nicht gekommen, er ist gerne bereit, daS Billett abzutreten; allerdings: erster Klaffe. Der eilige Reifende ist sehr dankbar, zahlt, stürmt auf den Bahnsteig und erreicht noch gerade ein Coupee. Dann kommt der Kontrolleur. Der Reisende zeigt sein Billett. Fragend sieht ihn der Beamte an. „Und ihr eigenes Billett?" Wie mein eigenes?" „Nun, Sie wollen doch nicht auf diese- Billett reisen?" „Aber selbstverständlich, warum nicht?" „Nun, bat ist doch ein Hundebillett. . . . "

Hetzte nachrichten.

Wildparkstation, 4. Juni. Die Majestäten trafen um V2II Uhr nachtS auS Bad Ahlbeck, wo sie, wie ge­meldet, daS Kinderheim besichtigt hatten, hier ein. Während die Kaiserin sich im Automobil nach dem Neuen Palais be- gab, fetzte der Kaiser nach kurzer Zeit die Reise nach Geldern fort. ___

Belfast, 4. Juni. Die Zollbehörden haben 12 Kisten mit Gewehren und Munition, die auS Manchester kamen, mit Beschlag belegt. Offenbar sind die Gewehre im Auslande hergestellt. Die Kisten waren al- elektrische Apparate enthaltend deklariert worden.

B e l g r a d, 4. Juni. DaS Regierungsblatt „Samouprava" weist in einem längeren Artikel die Beschuldigungen deS bul­garischen RegierungSorganS" „Mir" zurück, daß Serbien einen Angriff auf feinen Verbündeten Bulgarien plane. Serbien denke gar nicht daran, Bulgarien zu Überfällen, eS müsse aber wegen der seindseligen Haltung Bulgarien- alle erforderlichen Maßnahmen für seinen Schutz treffen.

R 0 m, 4. Juni. Bei der Zusammenkunft deS italienischen König-paare- mit dem deutschen Kaiserpaare in Kiel, wird die Yacht der König- von Italien „Frinaoreni" von dem Panzer- schiff „Amalfi" begleitet.

Konstantinopel, 4. Juni. Wie der Berliner Lokal- anzeiger zu melden weiß, wird Sultan Mohamed dem deutschen Kaiser zu seinem sünsundzwanzigjährigen Regierung-jubiläum kostbare Geschenke überreichen lassen.

B a d A u ß i g, 4. Juni. Auf dem hiesigen Bahnhof ereignete sich gestern ein folgenschwerer Unfall. Zwei Züge stießen zusammen, wobei zwei Personen getötet und sech- schwer verletzt worden sind.

Wetterausfichten für Donnerstag den 5. Juni.

Fortdauer deS warmen Sommerwetter- mit Gewitter. Manoli cigaretten: MONTEBELLQ GIB/ON GIRL QPTIMA/DIVA DANDY