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herssel-er Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Zernsprech-Knfchlutz Nr. 8

Nr. 5». ' ~ ISIS

Amtlicher teil.

HerSfeld, den 19. Mai 1913.

Ich bringe meine Verfügung vom 6. Mai d. 35., I. A. Nr. 3345, im RreiSblatt Nr. 56, betreffend Einreichung der KrriShundesteuerhebeliste für daS Rechnungsjahr 1913 den Herrn Bürgermeistern und GutSvorständen in Erinnerung. Der Vorlage der noch fehlenden Listen sehe ich nunmehr be­stimmt bis zum 28. d. MtS. entgegen.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

3. A. Nr. 3345. II. von GruneliuS.

Der Saatenftand Anfang Mai 1913. Regierungsbezirk Caffel, Kreis Hersfeld. BegutachtungSziffern (Noten): 1 = sehr gut, 2 gut, 3 = Mittel, 4 = gering, 5 sehr gering.

Vergleiche den Runderlaß der Herren Minister für Landwirt­schaft rr. sowie des Innern vom 16. November 1901.

I B c 9476 M. f. & I b 3646 M. d. I.)

Durchschnitts-

Anzahl der

von

den

Fruchtarten usw.

noten

für den

Reg.-Bez. Cassel

Vertrauensmännern ab* gegebenen Noten

Staat

i4

03

03

CQ

03

CQ

7 CQ

tO

ist

Äinterweizen .

Sommerweizen .

Winterspelz (Dinkel) .

Winterroggen . Wintergerste Sommerroggen. Sommergerste . Hafer .

Erbsen Ackerbohnen Wicken . . .

Kartoffeln .

Zuckerrüben

WimerrapS u. -Rübsen Flachs (Lein) .

Klee.....

Luzerne

Wiesen mit künstlicher Be- (Ent-) Wässerung

Andere Wiesen .

2,6

2,7

2,7

2,7

3,0

2,5

2,8

2,5

2,8

2,5

2,6

2,8

3,2

2,6

2,6

2,3

2,5

3

2 1

2 1

4 4

1

1

1

2

4

2

4

3

3

1

2

1

Kgl. Preuß. Statistisches LandeSamt. Evert, Präsident.

nichtamtlicher teil.

Milan* und RtzitmzsjMW.

Wer die Artikel nachliest, die im Juni 1898 zum zehn­jährigen RegierungSjubiläum deS Kaisers erschienen sind, findet als eines der wichtigsten Ereignisse dieses ersten Regie- rungSabschnittcs die Militärvorlage von 1892/93 verzeichnet, durch die der Grundsatz der Wehrpflicht für alle waffen­

Vorfrühling.

Erzählung von M. von Mitten.

(Fortsetzung.)

Wie ein Jubelschrei will sich'- auS Kessel- Brust ringen, aber kraftlos erstirbt der Laut.

Heller, drohender züngeln die Flammen im Osten empor. Wenn Viktoria er macht eine Bewegung, vorwärts zu stürzen, im selben Augenblick bleibt er wieder wie an- gewurzelt stehen.

Will er den flüchtenden Franzosen in die Arme laufen, in die sichere Gefangenschaft hinein?

Aber wohin, bis der Strom verrauscht?

Dort, wohl hundert Meter von ihm, zu seiner Rechten, mitten im Auengestrüpp, daS hölzerne Jägerhaus! Dort, dort hinein I

Mit wenigen Sätzen ist eS erreicht, schon fühlt er den gewaltigen Luftdruck der Masten wilder Lärm umbraust ihn er stößt die Tür auf er schlägt sie hinter sich zu , wie entgeistert bleibt er stehen.

Vor ihm auf einem halbmorschen, elenden Holzstuhle, mitten im Zimmer, von einsallendem Feuerschein düster be­leuchtet diese in sich zusammengesunkene Gestalt?

Kessel greift sich an die Schläfen. Träumt er? Wacht er? Diese- düster-erzene Antlitz, mit den drohend zusammen­gezogenen Brauen, mit dem leidenschaftlich-grimmigen Zug um Nase und Mund!

Napoleon 1

Jetzt fährt der Kaiser auS seinem Brüten auf. Seine Augen dunkelsprühend vor innerer Erregung, richten sich auf den Ankömmling. Ein paar Augenblicke lang messen sich beide Blick in Blick, Erstaunen tritt in Napoleons Auge, da wird die Tür ausgeristen.

Sire! Ihr Stab ist mit den Flüchtenden zurück in die Mühlau gedrängt," keuchte eine Stimme hinter Kessel- Schulter. Der wendet sich. Der einäugige Marschall steht hinter ihm.Eilen Sie! Setzen Sie sich nicht länger der

fähigen Leute verwirklicht und ein weiterer Wcttlauf Frank­reichs in seinen Rüstungen unmöglich gemacht worden sei. Jene Vorlage hatte unter Einführung der zweijährigen Dienst­zeit für die Fußtruppen die FriedenSpräsenz beträchtlich erhöht. Trotzdem ist der französische Wettlaus weiter gegangen. Immer wieder versuchte eS die französische Republik durch Verminde­rung der Ansprüche an die KriegStauglichkeit und andere Methoden daS natürliche Uebergewicht, daS wir in der stetig wachsenden Zahl der Bevölkerung besitzen, auSzugleichen, und obgleich die deutsche FriedenSpräsenz inzwischen mehrmals erhöht worden ist, sehen wir unS am Ende der 25jährigen Regie« rungSzeit vor der Notwendigkeit, eine neue ungewöhnlich große Vermehrung der Armee vorzunehmen. Der Grund liegt nicht sowohl darin, daß eS Frankreich gelungen wäre, den deutschen Vorsprung einzuholen, alS vielmehr in der Verschiebung der militärpolitischen Lage, die in Europa mit der Verdrängung der Türkei und dem Emporkommen der slawischen Balkan­staaten eingetreten ist. WaS man 1893 erreicht zu haben glaubte, die praktische Durchführung deS Grundsatzes der allgemeinen Wehrpflicht, ist dank dem größeren Wachstum der Bevölkerung nicht erreicht worden und soll erst jetzt Wirklich­keit werden.

Vom Tage deS 25jährigen Jubiläums trennen unS noch drei Wochen. Bei der ersten Lesung der Militärvorlage im Reichstage zeigte sich unter allen Parteien, mit Ausnahme der sozialdemokratischen, grundsätzliche Zustimmung. Vor Pfingsten beriet die Budgetkommission die Borlage in erster Lesung, der Entwurf wurde in ollen wesentlichen Punkten gutgeheißen, nur von den geforderten sechs Reiterregimentern wurden drei gestrichen. Man darf erwarten, daß dieser Abstrich wieder rückgängig gemacht wird, denn für den KriegSfall bedeutet er eine beträchtliche Verminderung deS Schutze- der Grenz- provinzen, namentlich im Osten und für Beginn des Krieges. Am 21. Mai ist die Kommission zur zweiten Lesung zusammen- getreten. Nicht bloß die Kriegsverwaltung, die noch im Frühjahr mit den Vorbereitungen für die neuen Formationen zum Oktober beginnen muß, das ganze Land wartet auf eine rasche Entscheidung. Die Schwierigkeiten in der Deckung?» frage können ein weitere- Hinzögern umsowenigcr rechtfertigen, alS über den dringlichsten Punkt, die Deckung der hohen ein­maligen Kosten durch den außerordentlichen Wehrbeitrag vom Vermögen, ebensallS grundsätzliche Uebereinstimmung unter den bürgerlichen Parteien besteht. Der Reichstag könnte da- Kaiserjubiläum nicht würdiger begehen, alS wenn er bis dahin die Beratung wenigsten- der Militärvorlage zum guten Ende brächte.

Paris, 20. Mai. In der Kaserne der 35. Infanterie- Regiment- in Belfort stimmten am Montag mittag über 500 Mann die Internationale an. Einschreitende Unteroffiziere wurden verprügelt, Offiziere beschimpft. DaS 6. Bataillon

Gefahr auS! Für den Augenblick ist Aspern verloren."

Für den Augenblick, Marfchall!" ruft Napoleon auf­springend.Ich zähle aus Sie, daß dieser Augenblick nicht diese Nacht überdauert."

Sire, Truppen! Frische Truppen! , Und ehe die Sonne wieder im Mittag steht, ist Aspern von neuem in meinen Händen!"

Morschall. Ich nehme Sie beim Wort. Eh bien, morgen ist auch noch ein Tag. Er wird wettmachen, waS der heutige verschuldet." Napoleon reckt sich auf. Seine erhobene Rechte droht gegen daS Fenster hinaus, durch daS die Flammen hereinleuchten und feine Gestalt in tiefes Blut­rot tauchen.

Morgen."

Kalter Zyni-mu- und brutaler Egoismus streiten in seinen Zügen. Wie eine Dämon, den die Nacht geboren, so steht er da. Kessel durchschauert ein Grauen. Da wendet Napoleon sich zu ihm herum.

Marfchall. Nehmen Sie diesen Herrn Jägerburschen da gefangen I Man soll eS nicht ungestraft versuchen, Napoleon Bonaparte u hintergehen."

Massena wendet sich rückwärts, wo vor dem Hause Offiziere oder Soldaten seiner harren.

Kessel aber hat daS eine Wort wie ein Schlag durch- sahren.Gefangen!" Einen Augenbilck steht er wie gelähmt. Dann ist er drüben am Fenster, als habe ihn der Blitz dahin- geschleudert. Im nächsten Moment ist daS GlaS eingedrückt und Kessel hinaus in den taghell erleuchteten Abend ent­flohen.

Wie ein angeschossener Eber bricht er nun skrupellos quer durch den Strom der vom Dorfe nach der Mühlau flüchtenden Feinde; kaum daß er sich hindurchgerettet, sieht er sich von den Kugeln der Freunde bedroht, die sich an der Lehm­grube nordöstlich von Aspern festgesetzt und dem französischen Zentrum, da- die Ebene zwischen Aspern und Eßling besetzt hält in die Flanke feuern.

Aus der Mitte wogt noch der Kampf. Die französischen «Kassen, ganz deutlich sieht er'S in verglimmendem TageS-

deS Reserve-RegimentS Nr. 242, daS zu Uebung-zwecken ein- gezogen war, wurde alarmiert, um die Meuterer zu zernieren. Diese begaben sich darauf in ihre Stuben, wo sie jedoch fort- fuhren, revolutionäre Lieder zu singen. Füns Soldaten wurden in Arrest gesetzt. Oberst Mac Mahon leitete eine Untersuchung ein.

Am Montag abend um Vs7 Uhr begaben sich zwei Bataillone der 89. Regiment- und 5 Kompagnien deS 46. Regiment- in Neuilly, dem Vorort von Pari-, mit dem MusikkorpS beider Regimenter auf den Hof ihrer Kasernen und stimmten hier unter Musikbegleitung die Internationale an. Sie beschimpften die Vorgesetzten, brachten Pereatruse auf den Dreijahrdienst au- und führten wilde Jndianertänze auf. Die Unteroffiziere schritten ein, worauf langsam wieder Ruhe eintrat, jedoch ertönte nun die Internationale in den Stuben. Strenge Untersuchung wurde eingeleitet.

Hierzu wird weiter auS Belfort gemeldet: Seit 3 bis 4 Tagen fanden auf den Stuben deS 35. Regiment- geheime Versammlungen statt. Mit Kameraden aus anderen Regimentern waren Kundgebungen in der Stadt geplant. Die Bewegung brach srüher aus, als man gedacht hatte. Dank der energischen Haltung der Unteroffiziere des 35. Regiment- und der Re­servisten deS 242., die in derselben Kaserne einquartiert waren, nahmen die Zwischensälle keine weitere Ausdehnung an. Er wird behauptet, alle- ließe vermuten, daß eS zu keinen weiteren Zwifchenjällen kommt. Demgegenüber muß aber bemerk* werden, daß nach den Darstellungen mehrerer Blätter.e Demonstration in Belfort dennoch einen recht ernsten Charal. gehabt habe. Von den Vorfällen in Neuilly wird übrigens berichtet, daß in dieser Kaserne nach dem Beschluß der Kammer über die Zurückbehaltung der JahreSklasse bereits wiederholt derartige Demonstrationen vorgekommen sein sollen.

Eine Note der offiziösenAgence HavaS" besagt:Gegen 6Vs Uhr abends hörten Soldaten deS 46. und 69. Infanterie Regiment- nach dem Abendessen zusammen in dem Hofe der Kaserne in dem Vororte Neuilly der Musik zu, alS einige von ihnen, die etwas aufgeregt waren, sich hinreißen ließen, die Rufe:Hu! Hu!" auSzustoßen. Die Unteroffiziere schritten ein und die Ruhe war sogleich wieder hergestellt. Der Zwischensall hat keine weitere Bedeutung."

Bulgarische Drohungen.

Wahrscheinlich in der Absicht, auf die in London be­ginnenden neuen Botschafter- und Frieden-verhandlungen einen Druck auSzuüben, um an dem zögernden Verhalten SerbienS und Griechenland- nicht die rasche Beendigung deS Kriege- scheitern zu lassen, wird von der bulgarischen Regierung ein ernster WarnungSruf auSgestoßen. Immerhin läßt er auch erkennen, daß die Beziehungen unter den Verbündeten viel zu wünschen übriglassen. ES wird darüber berichtet:

Wien, 20. Mai. Die Politische Korrespondenz meldet auS Sofia:Der Unmut der amtlichen Kreise über die Ver-

schein Reiterregimenter, Kürassiere sind eS, ebben auch hier gegen die Donau zurück.

Zehnfacher Tod lauert auf ihn, er achtet eS nicht. Nur erst deS Oberförsters HauS erreichen!

Heiliger Gott!

Dort die Waldparzelle, in der eS verborgen liegt, qualmender Rauch steigt daraus empor. Ihm beucht, als stünde daS Herz ihm still.

Dann schießt er weiter wie gehetzt. Durch Buschwerk und Wasserlachen geht er hindurch, jetzt, jetzt nimmt der Forst ihn auf.

Er stürzt gegen den Zaun, an dem gestern Viktoria ge­standen. DaS HauS ist verschwunden. In den rauchenden Trümmern verglimmen die Flammen.

Wie zu Tode getroffen, bricht Kessel zusammen.

XIX.

Morgen ist auch noch ein Tag!" hatte Napoleon auS- gerufen, ja ein blutiger schicksalsschwerer Tag.

Schon um 3 Uhr morgenS begann Napoleon Bonaparte, einem gereizten Tiger gleich, vor Ungeduld brennend, die Offensive.

Eßling, daS am vergangenen Tage ein paarmal von den Oesterreichern genommen und wieder verloren, schließlich in den Händen der Franzosen geblieben war, sollte behauptet, Aspern von neuem erstürmt und der entscheidende Schlag gegen daS österreichische Zentrum geführt werden.

Aber auch der Erzherzog war entschlossen, mit allen ver­fügbaren Kräften die Schlacht fortzusetzen.

Tiefer Dunkel deckte noch die Erde, als der Kampf wieder begann.

Zunächst gelang eS Massena wirklich, beim ersten Hahnen­schrei die überraschten Oesterreicher auS Aspern zu werfen, und von neuem entspann sich ein langwierige-, verlustreiche- Gefecht um daS schon eingeäscherte Dorf. Fast zur selben Zeit griff der linke Flügel der Oesterreicher da- Dörfchen Eßling an, anfänglich mit schönem Erfolge. Aber am Ende mußten die Oesterreicher trotz allen Heldenmutes den Feinden doch den Platz überlassen.