HerSfeld, den 6. Mai 1913.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des hiesigen Kreise-, welche die KreiShundesteuerhebeliste für daS Rechnungsjahr 1913 noch nicht eingereicht haben, ersuche ich, dieselben nunmehr bestimmt biS zum 15. d -. M t -. nach hier einzusenden.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
I. A. No. 3345. von GruneliuS.______________
Statut gegen die Verunstaltung von Srtrteilen der Gemeinde Hersa.
Aus Grund deS Gesetze- vom 15. Juli 1907 §§ 2 und 3 (G. S. 6. 260) gegen die Verunstaltung von Ortschaften und landschaftlich hervorragenden Gegenden und § 6 der Landgemeindeordnung sür die Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 sowie aus Grund deS Beschlusses der Gc- meinde-Vertretung in Hersa vom 7. Juli 1911 und 23. Februar und 28. März 1912 wird sür die Gemeinde Hersa nachstehende- Statut erlassen.
§ 1.
Die baupolizeiliche Genehmigung zur Ausführung von Bauten und baulichen Veränderungen an der Landstraße Friedewald-Wölserkhausen und am sogenannten Biegenrain, soweit diese im Dorsbezirk liegen, ist zu versagen, wenn dadurch die Eigenart de- Ort-bilde- beeinträchtigt wird. Dem vorbezeichneten Straßenzuge kommt eine besondere künstlerische Bedeutung zu.
8 2.
Alle Neubauten, auch untergeordneter Art, müssen in einer Entfernung von wenigsten- 10 m von ihr Kirche deS Orte- errichtet werden.
§ 3.
Die Anbringung von Schaukästen, Reklameschildern, Aus- schristen und Abbildungen im Gemeindebeziik bedars der Genehmigung durch die OrtSpolizeibehörde, sie ist zu versagen, wenn dadurch da- OrtSbild verunstaltet wird.
<§ 4.
Zum Verputzen oder Verblenden, Beschiefern oder Beschindeln von Fachwandbauten innerhalb deS Gemeindebezirk- ist gleichfalls die Genehmigung der OrtSpolizeibehörde einzuholen. Sie ist zu versagen, wenn durch die Art der Verkleidung eine Verunstaltung der betreffenden Baulichkeiten oder deS Straßen» bilde- herbeigeführt wird.
§ 5.
Bei der Beurteilung, ob daS OrtSbild durch die vorgenannten AuSsührungen verunstaltet werden würde, steht der OrtSpolizeibehörde der Vorstand deS HochbauamteS in Hersseld zur Seite, dessen Gutachten einzuholen ist. Diese- Gutachten gilt in der Beratung deS GemeindevorstandeS über die zu erteilende Genehmigung als Stimme und gibt bei Stimmengleichheit den Ausschlag.
§ 6.
Diese- Statut tritt sofort nach erfolgtet Genehmigung und Veröffentlichung im Kreisblatt in Kraft.
Hersa, den 28. März 1912.
Der Gemeindevorstand: Schaub.
G. S.
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Daß vorstehende- Statut nach vorheriger ortsüblicher Be- kanntmachung und vor dem endgültigen Beschluste der Gemeindevertretung, der am heutigen Tage gefaßt worden ist, während zwei Wochen und zwar vom 7. Februar 1912 bi- 26. Februar 1912 zu jedermann- Einsicht in der Wohnung des Unterzeichneten öffentlich au-gelegen hat, und daß Einwendungen nicht erhoben worden sind, wird hiermit bescheinigt.
Hersa, den 28. März 1912.
Der Bürgermeister: Schaub.
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Vorstehende- Statut wird aus Grund de- § 6 der Landgemeindeordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 und der §§ 2 und 3 deS GefetzeS vom 15. Juli 1907 (Gesetzsammlung Seite 260) gegen die Verunstaltung von Ortschaften und landschaftlich hervorragenden Gegenden genehmigt.
HerSseld, den 23. April 1913.
Namens des Kreisansschusses des Kreises Hersseld. Der Vorsitzende:
I. V.: Dr. Schumacher, RegierungS-Referendar.
I. A. Nr. 3018.
nichtamtlicher teil.
Sir hm LBmr MeüWnß.
Paris, 13. Mai. Die Psorte hat, wie hierher berichtet wird, ihrem außerordentlichen Bevollmächtigten Hakki-Pascha ausgetragen, die in London begonnenen politischen und finanziellen Verhandlungen mit der größten Beschleunigung zu Ende zu sühren, damit die Pariser Finanzkonferenz, soweit die Verwendung der normalen der zu erhöhenden Zolleinnahmen in Betracht kommt, vor vollzogene Tatsachen gestellt werde. England nimmt, wie hier versichert wird, sür die der Pforte zu gewährende Anleihe in der Gesamthöhe von vier Millionen türkischen Pfund einen Teil der um 4 Prozent zu erhöhenden türkischen Zolleinnahmen in Anspruch. Von der Gesamtsumme ist die Hälfte für Resormen in Kleinasien, die andere Hälfte für die englischen Schiffswerften bestimmt, die von der türkischen Marineverwaltung mit der Herstellung von Torpedobooten betraut sind. In Pariser leitenden Kreisen interessiert man sich hauptsächlich für die Reformation in Anatolien, Syrien und Armenien, deren Programm Hakki-Pafcha in London vorlegen soll. Als sicher gilt hier, daß die englische Regierung drese zu einer weitgehenden Dezentralisation führenden Vor- chläge den interessierten Großmächten zur Begutachtung mit- teilen werde. Die Meldung, daß England für die Dauer der Durchführung der kleinasiatischen Reformen, daS ist für
£0 Jahre, der Türkei vollen Schutz gegen etwaige ausständische Bewegungen zusagt, findet hier die Deutung, daß England bei solchem Versprechen an ein Zusammenwirken aller der an der Integrität der asiatischen Türkei interessierten Großmächte denke. Man liest hier aus allen Darstellungen der kleinasiatischen Affäre das Bestreben Frankreich- heraus, sich mit Deutschland und Rußland zu verständigen.
Die Kämpfe zwischen Griechen und Bulgaren.
Bei dem aus Sofia gemeldeten Kampfe zwischen Griechen
und Bulgaren im Nordwesten von Plavi handelt eS sich nach einer Meldung der „Agence d'SthöneS", um einen unbedeutenden Zusammenstoß zwischen einer griechischen Patrouille von 4 Mann und einem bulgarischen Telephonposten, der sich auf dem von den Griechen besetzten Gebiete befand.
Bedeutender ist folgender Zwischenfall: Die Bulgaren waren vor ungefähr einem Monat in daS von den Griechen besetzte Gebiet östlich von Soloniki eingerückt. Die griechische Regierung hatte die bulgarische am 17. April verständigt, daß sie die «forderlichen Verteidigung-maßregeln treffen werde. Bulgarien erklärte daraus, daß die bulgarischen Truppenbewegungen eingestellt würden, zog jedoch die Truppen nicht zurück. AlS die Bulgaren sahen, daß die griechischen Truppen gemäß der vorher den Bulgaren gegebenen Ankündigung verstärkt wurden, griffen sie die Griechen am 8. und 9. Mai bei Vultfista und Cleutheria mit Artillerie an. Der Kampf war ernst und ausschließlich aus die Bulgaren zurückzusühren. Die griechische Regierung erklärt, daß allein die Bulgaren dafür verantwortlich seien.
Die Verluste der Bulgaren.
S o s i a, 14. Mai. Nach amtlichen Feststellungen betragen die Verluste der Bulgaren im Balkankrieg 330 Offiziere und 29 711 Soldaten an Toten und 950 Offiziere und 52 550 Soldaten an Verwundeten. Außerdem werden noch 3193 Mann vermißt.
Hm ]h- und Ausland,
Berlin, 13. Mai 1913.
Zur Hochzeit-feier am Kaiserhose tritt da- englische KönigSpaar am kommenden Montag die Reise nach Berlin an. Aus der Fahrt über die Nordsee wird die englische König-jacht von einem deutschen Torpedobootsgeschwader eskortiert werden. Am Berliner Hose werden der König und die Königin am 21. Mai eintreffen und bis zum 27. bleiben. Der Zar langt erst am 22. Mai in der Reichshauptstadt an und reist am Abend des VermählungStageS, also am 24., schon wieder ab. Die durchaus unpolitische Bedeutung deS Besuche- der fremden Fürstlichkeiten wird noch besonder- dadurch betont werden, daß außer dem Toast auf daS Brautpaar Trinksprüchc bei der Tasel nicht auSgebracht werden. — DaS Hochzeit-geschenk deS englischen KönigSpaareS besteht laut „B. Z." in der Hauptsache auS Juwelen und Familien- andenken, ist aber nicht von so fabelhaftem Wert, wie von verschiedenen Seiten behauptet wird. In London glaubt man, daß daS junge HerzogSpaar einen Teil der Flitterwochen in England verleben und Gast der Königin-Mutter in Sandringham sein werde. — ES steht nunmehr fest, daß außer dem Zaren, auch die älteste Tochter deS ZarenpaareS zur HochzeitSfeier nach Berlin kommen wird. Die Teilnahme der Zarin ist noch ungewiß. In Wiener Hofkreiscn wird auf daS bestimmteste erklärt, daß der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand zu der HochzeitSfeier nicht nach Berlin reisen wird.
DaS Marine-VerordnungSblatt veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung, nach der auS dem Lustfahrtpersonal der Marine eineM arinelustschisferabteilung mit dem Standorte Johanni-thatund eine Marinefliegerabteilung mit dem Standort Putzig gebildet werden, die in allen Au?- bildungS-, Versuchs- und technischen Angelegenheiten unmittelbar dem Staatssekretär deS ReichSmarineamtS, in allen anderen Angelegenheiten dem Inspektor der Küsten-Artillerie und deS MinenwkfenS und weiterhin dem Chef der Marinestation der Nordsee unterstellt werden. Alk Zeitpunkt der Bildung ist der 1. Juni festgesetzt. Die Mannschaften tragen zu ihrer Dienstbekleidung und dem Gradabzeichen ihrer bisherigen Marineteile Mützenbänder mit einer für daS seemännische Personal in Gold und für daS technische Personal in Aluminium gewirkten Ausschrist: „Marinclustschifferabteilung" und Marinefliegerabteilung".
AuS München, 13. Mai, wird gemeldet: AlS der Militärattache |ber preußischen Gesandtschaft Major von L e w i n S! i heute nachmittag kurz nach 1 Uhr auf dem Heimwege von der Gesandtschaft die äußere Prinzregentenstraße passierte, wurde er von dem 34jährigen Zinngießer Johann Straß« von hinten angeschossen. Der Major zog daraus seinen Säbel, um sich zu wehren. Der Oberwachtmeister Bolender, der auf einem Dienstgange begriffen war, wurde, als er dem Major zu Hilfe eilte, durch mehrere Schüsse niedergestreckt und blieb tot am Platze. Major v. LewinSki kam noch bis zum Palais Hohenzollern an der Maria-The- resien-Terraffe, wo er zufammenbrach. Bald nach feiner Ueberführung inS chirurgische Spital verschied er. Der Täter wurde festgenommen und ist in vollem Umfange geständig.
AlS Abwehr leerer Zeitung-gerüchte veröffentlicht die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" folgende Erklärung: „Die „Preß-Centrale" verbreitet, Deutschland habe in Wien außerordentlich eindringlich von dem Einmärsche in Montenegro abgeraten, da die russische Regierung der deutschen Regierung die Erklärung abgegeben habe, daß sie einen Angriff aus Montenegro mit der bewaffneten Neutralität, daS heißt, mit der Konzentrierung von mindestens 300 000 Mann an der österreichischen Grenze beantworten würde, Wir können fest stellen, daß weder hier eine derartige russische Erklärung abgegeben, noch in Wien eine Warnung erteilt worden ist. Die ganze Meldung ist ersunden. AlS unrichtig zu bezeichnen ist auch eine Meldung der „Dailv Mail", daß der deutsche und der österreichisch-ungarische Botschafter in Konstantinopel von der Unterzeichnung de- FriedenSvertrageS vor Abschluß der Skutarisrage abgeraten hätten."
Ein Fehlbetrag im französischen StaatS- Haushalt ist von dem Berichterstatter der Budgetkommission deS SenatS, Aimond, festgestellt worden. Er erklärt, daß daS Budget für daS lausende Jahr einen Fehlbetrag von mindestens 200 Millionen aufweist. Für daS Budget von 1914 werde dieser Fehlbetrag sich aller Voraussicht nach auf mindestens 360 Millionen beziffern. Deshalb würden zur Herstellung der Gleichgewicht- deS Staatshaushalts 1914 neue Steuern in Höhe von mindestens 360 Millionen und außerdem für die Bedürfnisse der Krieg-Verwaltung eine Anleihe von einer Milliarde «sorderlich sein.
Die in Bern während der Pfingstfeiertage abgehaltene deutsch-französische Verständigung-konferenz hat zur Annahme einer Resolution gesührt, welche sich gegen die Hetzereien der Chauvinisten in Deutschland und Frankreich wendet und die Konferenzmitglieder ersucht, bei den Regierungen der Großmächte auf eine Einschränkung der Ausgaben für Heer und Flotte hinzuwirken. Die Resolution tritt warm für den vom amerikanischen Staatssekretär Bryan gemachten Vorschlag ein, Konflikte zwischen zwei Staaten, die sich auf diplomatischem Wege nicht erledigen lassen, dem Schied-gnichtShose im Haag zu unterbreiten, und hofft, daß die Konferenzmitglieder in diesem Sinne ebenfalls eine tatkräftige Wirksamkeit entfalten werden. Zuletzt spricht die
Resolution es au-, daß sich da» Präsidium der Berner Verständigung-konferenz al- ständige- Komitee konstituiere, mit dem Rechte zur beiderseitigen Kooptation, und gibt dem Komitee zugleich da- Recht, eine neue Verständigung-konferenz nach seinem Ermessen einzuberusen. Mit dieser Resolution wird freilich nicht weiter viel anzusangen sein, jedenfalls werben die Dinge zwischen Deutschland und Frankreich auch weiterhin noch so bleiben, wie sie sind.
In einer Depesche auS NogaleS (Arizona) wird berichtet, daß in vergangener Woche bei GuayamaS im Staate Senora eine dreitägige Schlacht zwischen mexikanischen Bunde-truppen und Aufständischen stattgefunden hat. Nach einer Meldung de- General- Obregon sind 500 Mann BundeStruppen getötet und 200 verwundet worden. — Die gefangenen Offiziere sollen von beiden Parteien erschossen worden sein. Ein Eisenbahnzug mit Holz und Rohöl befrachtet, ist nach dem Schlachtfeld« geschickt worden, damit die Leichen verbrannt werden können.
Ä«$ Provinz n. Naeddargediet.
):( Hersfeld, 10. Mai. (Amtliche Meldung). Heute wurde bei Einfahrt der GüterzugeS 7988 um 6.12 nachmittag- auf dem Uebergang aus Kilometer 12,00 auf Bahnhof Ried er a u la ein mit 4 Personen besetzte- Automobil ü b e r f a h r e n. Während der Besitzer und der Chauffeur mit dem bloßen Schrecken davon kamen, wurden zwei weitere Personen leicht verletzt. Die Schuld an dem Unfall wird durch die eingeleitete Untersuchung festgestellt.
):( Hersfeld, 15. Mai. In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag kam eS auf dem hiesigen Marktplatz durch Radauscenen einiger Männer zu einem großen Menschen- auflaus. Durch da- Eingreifen der Polizei wurde aber die Ruhe bald wieder hergestellt.
):( Hersfeld, 14. Mai. Im benachbarten K a l k o b e - geriet am Pfingstsonntag ein aus Urlaub hier weilender Soldat mit einem Mädchen von hier in Streitigkeiten, in deren Verlauf der Soldat sogar sich dazu hinreißen ließ, von seinem Seitengewehr Gebrauch zu machen. Er beiseite damit dem Mädchen einen kräftigen Hieb über den Kops, wodurch dasselbe nicht unerheblich verletzt wurde.
oc. Hersfeld, 14. Mai. Spargel, grüne Erbsen und andere Delikatessen bringt uns der Mai, und damit ist für die HauS- frau auch die Sorge behoben, die die Notwendigkeit einer Abwechselung im Küchenzettel ihr im Winter bereitet. Spargel wird wegen seiner gesundheitlichen Vorzüge gepriesen, aber seiner Wohlgeschmacks halber gegessen. Denn bekanntlich ist er seit Jahr und Tag ziemlich teuer, leider auch so wasserhaltig, daß man mehrere Pfund davon verzehren kann, ohne eine hervorragende gesundheitliche Förderung zu velspüren. Dagegen ist eS unbestritten, daß seinem Geschmack so leicht kein anderer Gemüse gleichkommt, einerlei, ob man ihn als Suppen- oder Stangenspargel zu sich nimmt. — Grüne Erbsen, die um diese Zeit viel auS Italien und Südfrankreich importiert werden, sind zwar etwas billiger, aber leider auch noch teuer genug, um ihren Ruf als Delikatesse nicht zu verlieren. Unsere Hausfrauen seien übrigen- erneut daraus hingewiesen, daß um die jetzige Jahreszeit eine vorwiegend vegetarische Küche den Borzug hat, daß sie daS allgemeine Wohlbefinden hebt, die Nerven kläftigt und die Verdauung regelt. Besonder- für vollblütige Personen ist eine vorwiegende Gemüftnahrung im Frühjahr recht empfehlenswert.
Fritzlar, 12. Mai. Heute ertrank in dem Mühlgraben der etwa 6jährige Sohn des Arbeiter- Müller hier? Der Junge war mit einem gleichalterigen Kameraden am Wasser entlang gegangen und ist bei dem Versuch, Wasser zu trinken, in den dort gerade recht tiefen und stark strömenden Fluß gefallen und gleich untergegangen. Nach einigen Stunden erst wurde die Leiche geborgen.
Frankenberg, 11. Mai. Um den Heimweg zu sparen, suchte der in Züschen beschäftigte 36 Jahre alte Maurer Hofmeister auS Eomplar in einem Neubau sich ein Nachtlager auf, von dem er nicht wieder erwachen sollte. In dem Raum stand nämlich ein Eimer mit glühenden Kohlen, die den Fußboden in Brand setzten. Vorübergehende bemerkten den auS dem Bau strömenden Rauch und als die Feuerwehr den Brand löschte, sand man auch die Leiche Hofmeister-. Dieser hinterläßt eine Frau mit 5 Kindern.
Caffel, 14. Mai. Die Sammlungen für die Nationalspende zum Koiferjubiläum werden fortgesetzt. Bi- Anfang Mai traten in Caffel für diese Spende etwa 13000 Mark aufgebracht.
Fulda, 12. Mai. Der seit Freitag vor acht Tagen vermißte 11jährige Sohn de- Sattlermeisters Johanne- Reichhardt hier wurde heute nachmittag von rudernden jungen Leuten auf der Fulda in der Nähe der Tivoli-Brauerei im sogen. „Totenweiher" entdeckt. Man benachrichtigte sosort die Polizei und den Vater deS 3ungtn. Letzterer «kannte in dem Leichnam seinen vermißten Sohn wieder. Daß der Junge nicht in selbstmörderischer Absicht den Tod im Wasser gesucht hat, dafür sprechen mancherlei Merkmale. Auffallend ist z. B., daß der Kopf und Hals blau angeschwollen und sich im Munde und in der Nase geronnene- Blut befand. Auch an der Schädeldecke befindet sich eine größere Wunde, die zweifellos mit einem stumpfen Instrumente beigebracht fdn muß.
Duderstadt, 9. Mai. Die Kleinbahn Göttingen— Duderstadt (Gartethalbahn) hat schon manche- lustige Stück- lein geliefert. Die neueste Leistung ist folgende: Zu dem nachmittag- 4.34 Uhr in Duderstadt ankommenden Zuge hatten mehrere Personen Fahrkarten bi- nach Westerode (Station vor Duderstadt) gelöst. Als sie in Westerode auSsteigen wollten, fiel eS dem Bähnle gar nicht ein, zu halten, sondern eS dampfte lustig nach Duderstadt weiter. Alle- Rufen und Winken nützte nicht-. Die Passagiere mußten bis nach Duderstadt mitfahren und dann zu Fuß nach Westerode zurückgehen.
Mainz, 12. Mai. Am Bahnübergang Mainz-Kastell wurde gestern nacht 1.45 Uhr ein Wächter der hiesigen Wach- unb Schließgefellschaft beim Ueberfchreiten der Geleise von einem auS Wiesbaden kommenden Zug übersahren und getötet.
Mainz, 12. Mai. Im Vororte Gonsenheim wurde aus Veranlassung der Darmstädter Kriminalpolizei daS aus dem Bayerischen stammende Dienstmädchen Käthe Hoffmann wegen KindeSmordeS verhaftet. Die Tat soll vor drei Tagen in einem Darmstädter Hotel verübt worden sein.
Wiesbaden, 13. Mai. Ein Einbrecher, der sich im Keller eines Hauses am Kaiser-Friedrich-Ring verborgen hielt, schoß den hinzukommenden Hausbesitzer nieder und verlrtzte durch Schüsse auS dem Keller einen Vorübergehenden lebensgefährlich. Aus die Schutzleute, die sich dem Versteck nähnten, feuerte der Einbrecher weitere Schüfle ab. Erst als die Feuerwehr den Keller unter Wasser gesetzt hatte, «schoß sich der Verbrecher.
Frankfnrt a. M., 13. Mai. Gestern abend wurde die Leiche eine« elfjährigen Knaben au» dem Main geländet.