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polemisierte vor allem gegen die gestrige Rede des Abg. Hoff und warf ihm vor, daß seine Partei bei dem wichtigen RentengutSgefetz verjagt habe. Für gleichzeitige Besiedelung der kultivierten Flächen sprach Dr. Jderhoff (sr. kons.) und der Minister von Schorlemer-Lieser sagte daS zu. Der ehe­malige Gouverneur von Südwestafrika, v. Schuckmann, be­tonte die Bedeutung der Landwirtschaft als einer Menschen­kammer, auS der ein Volk neue Kraft ziehen könne. Dann kam ein Schlußantrag und die Vorlage wurde unverändert in zweiter und dritter Lesung angenommen. Am AuSgrabungS- gesetz hat die Kommission einige Aenderungen vorgenommen. Besonders von konservativer Seite war die Befürchtung geltend gemacht worden, daS Gesetz würde zu rigoros gehand- habt werden. Der Minister versprach aber daS Gegenteil, und das HauS setzte zudem, wie schon die Kommission eine EntschädigungSpflicht des StaateS, der Provinz oder der Ge­meinde, die die Ablieferung eines gefundenen Gegenstandes verlangt, fest. Hiernach befürwortete Abg. Kaufmann (Ztr.) noch besonders den Antrag, die StaatSregierung um Ein­stellung entsprechender Mittel zu dem nächsten Etat zu ersuchen. Abg. Krause (Waldenburg) stimmte ebensallS zu, und diesmal haben sogar die Sozialdemokraten Vertrauen zum Minister, denn so erklärte Herr Hoffmann in Ausgrabungen veralteter Polizeiverordnungen habe dieser seine Meisterschaft schon erwiesen, waS der Minister lächelnd quittierte.

In 2. und 3. Lesung wird daS Gesetz dann angenommen. Ohne jede Debatte stimmte daS HauS in 2. und 3. Beratung dem Jeseke-Gesetz und der Bereitstellung von Mitteln zur Re­gulierung der oberen und mittleren Oder zu und erledigte noch eine Anzahl Petitionen. Morgen soll daS Ruhrein- haltungSgesetz, daS Ruhrtalsperrengesetz, RechnungSsachen und Anträge (darunter wieder die Gartensrage) zur Verhandlung kommen.

Der Balkankrieg.

Die Kapitulation von Skutari.

Cetinje, 24. April. Die Verhandlungen über

die

Uebergabe von Skutari dauerten zwei Tage. Am 21. April entsandte der türkische Kommandant Effad Pascha einen Parlamentär zum Kronprinzen Danilo und schlug ihm die Kapitulation mit der Bitte vor, in Verhandlungen darüber einzutreten. General Wukotitsch wurde daraushin alS Parla­mentär entsandt. Die Verhandlungen dauerten den ganzen Tag. Sie blieben jedoch ergebnislos. In der Nacht ergriffen die Montenegriner die Offensive. Vorgestern erschien ein neuer Parlamentär Essad Paschas mit dem Ersuchen, um Wieder­aufnahme der Verhandlungen. General Wukotitsch begab sich wiederum nach Skutari mit der Instruktion, dem Feinde gegenüber, der so mutig gewesen sei, sich möglichst großmütig zu erweisen und einen Abzug mit militärischen Ehren und den Waffen und nötigenfalls mit der leichten Artillerie zu bewilligen. Aus diesen Grundlagen ist dann vorgestern, abends 6 Uhr, das Protokoll der Uebergabe von Essad Pascha und General Wukotitsch unterzeichnet worden. Die Räumung der Stadt begann sofort, sie wurde gestern fortgesetzt und wird heute vollendet sein. General Martinowitfch verständigte den König telegraphisch von der Besetzung dcS Tarabosch. Kron­prinz Danilo wird heute mittag feierlich in Skutari einziehen. Der König und die Königin sandten gestern früh von Vir Pazar drei Boote mit Proviant und SanitätSmaterial als erste Hilfe dorthin. Im ganzen Lande vdben Kundgebungen statt. Der König erhielt aus den besetzten Gebieten zahllose Glück-

Wunschtelegramme. Für den feierlichen Einzug deS KönigS in Skutari werden alle Vorbereitungen getroffen. Essad Pascha I __________

begibt sich mit der Garnison in seine Heimat Tirana. Die I stehend, sehr angeregt mit dem Prinzen Heinrich der Nieder- Montenegriner erbeuteten in Skutari 120 Kanonen, darunter I lande. Der Kaiser sprach sich entzückt über die krästigende 40 Schnellfeuergeschütze und 12 Haubitzen, sowie zahlreiches I Lust deS Taunus au?. Die Kaiserin und die Prinzessin Kriegsmaterial. I Viktoria Luise unternahmen am Morgen einen Spazierritt und

Wien, 24. April. König Nikolaus hielt in Skutari vor I fuhren darauf im Automobil nach dem benachbarten Kierdors, der jubelnden Menschenmenge eine Ansprache, in der er auS- I wo sie von der spalierbildenden Schuljugend und der übrigen führte, die Besitzergreifung der alten montenegrinischen Stadt I Bevölkerung lebhaft begrüßt wurden. Der Vorsteher der Skutari sei die Eifüllung einer langgehegten montenegrinischen I Stiftskirche Rentner Dippel sührte die Kgiserin und die Prin- Traumes. Skutari sei von heute ab montenegrinisch. Der I zessin, die nach einer eingehenden Besichtigung wieder nach König schloß mit dem Rufe:ES lebe daS montenegrinische I Homburg zurücksuhren. Der Kaiser mit Gefolge ist im Skutari!" Die Menge stimmte begeistert in den Ruf ein. I Sonderzuge um 1 Uhr 55 Minuten in Metz eingetroffen. Ferner erklärte der König, der Fall SkutariS habe eine neue I Zum Empfang auf dem Bahnsteig war der Statthalter Graf Situation geschaffen, mit der man überall werde rechnen I Wedel erschienen, der kurz zuvor hier angekommen war, sowie müssen. Wenn Europa noch immer daran denken sollte, I der Polizeipräsident Baumbach von Kaimberg. Der Kaiser Skutari Montenegro zu entreißen, so werde Europa die Auf- I hatte^Mj^v-Dchrt nach Metz den Vortrag deS RegierungS- gabe haben, diese Operation auch selbst durchzusühren. I baumeisters Krenker gehört über Ausgrabungen am Kaiserpalast _ HZ r.i S,_ 2^A^^-.Wmkawük4^dtt mu&itQrtnifäe I in Trier. Beim Verlassen be? Bahnhof- sah der Kaiser daS Vertreter aus der Londoner Konferenz, erklärte in einem I dort aufgestellte Metzer PfadfinderkorpS. Der Kaiser begab Interview, der König fei durch die Prinzen, die Generale, die I sich im Automobil zur Besichtigung von FortS. Die Stadt Minister und daS ganze Land zum Sturme auf Skutari ge» I ist reich beflaggt. Das Publikum brächte dem Kaiser herzliche zwungen worden. Europa habe anfangs versprochen, Skutari | Kundgebungen dar. Da- Wetter ist trübe.

Montenegro zu lassen, falls die Stadt erobert werde. Der I Die Zahl der streikenden Bergleute Ober- nunmehrige Fall mache die Räumung der Stadt völlig un- I schlesienS wird von den christlichen Gewerkschaften aus möglich. Oesterreich müffe, um sie zu erreichen, über die Leiche I 80 000 angegeben. Die Streikbewegung wächst noch. Die deS letzten Montenegriners hinwegschreiten. I Grubenverwaltungen beschlossen nunmehr, die Forderungen der

Oesterreich-Ungarn dringt jetzt bei den Mächten auf eine I Arbeiter entschieden abzuweisen. Verschiedene Werke verzeichnen unverzügliche Entscheidung über die Maßregeln, die ergriffen I bereits Kohlenmangel.

werden sollen, um den Willen Europas gegenüber Montenegro I UeberdieErhebungdeSeinmaligenaußer- durchzusetzen. Ueber diesen Schritt wird nunmehr zwischen I ordentlichen WehrbeitrageS macht dieNordd. den Kabinetten verhandelt. Von keiner Seite liegen bisher | Allg. Ztg." auf Grund der Bestimmungen des Gesetzentwurfes Anzeichen dafür vor, daß die mühsam errungene Einigkeit der I Mitteilungen. Sie hebt hervor, daß die Banken zu keiner Großmächte nicht auch nach der Einnahme von Skutari stand- I Auskunft verpflichtet find, daß eS für den Umfang der BeitragS- halten sollte. Man hält deshalb an Berliner unterrichteten I Pflicht aber ohne Belang ist, ob daS Kapitalvermögen sich «s- -i.111.1 ii.ii,,.^ ........ I im Auslande oder im Jnlande befindet. Der Beitragspflichtige

Die Erregung hatte alle nervösen Erscheinungen bei Dago- I h°t auch kein weiterer Eindringen der VeranlagungSbehörden bert Hatten gesteigert. Er war Gerhard eine Qual, ihn zu m seine Verhältnisse zu befürchten, wenn er sein Kapital­sehen und daneben daS blühend schöne Mädchen, daS sich I vermögen bei einer inländischen Bank in Verwahrung gegeben ihm in mißverstandenem Gefühl ovierte Anders konnte er eS I hat. ES können daher weder die Vorschriften des Entwurfes nicht auffassen. * | über die BeitragSpflicht an sich, noch die Vorschriften über

Er verabschiedete sich und beschloß, ein Zusammentreffen I daS Veranlagung-Verfahren einen Anreiz zur Unterbringung mit dem Brautpaare so viel wie möglich zu vermeiden.__! von Bankdepot- im AuSland geben.

Schätzt, laß uns doch endlich zu deiner Mutter und I Wie dieNordd. Allg. Ztg." meldet, ist der angekündigte Schwester gehen," bat Irene einer Tages ihren Verlobten. I Entwurf eines Gesetzes über die Gewährung von B e i h i lf e n Deine Mutter wird doch nun von ihrer Influenza ge» ! an Kriegsteilnehmer vom Bundesrat angenommen nejenjern." «worden. Die Vorlage sieht eine allgemeine 25prozentige Er-

Ja wohl, erwiderte er,aber Liebling, ich fürchte, I höhung der Beihilfen auf den Jahresbeitrag von 150 Mark

wird dir mcht gefallen, dir nichts sein können! Sie ist nur I vor, führt die Gewährung deS GnadenvierteljahreS für die

eine kmsache Frau" I Witwen der Beihilsenempfänger ein und mildert die Beding-

Frau, du dich der Welt und mir ge- I ungen für die Erlangung der Beihilfe, insbesondere dadurch,

schenkt^, rief Irene bestimmt.Ich werde sie ehren und lieb I daß deren Gewährung bei einer nicht nur auf vorübergehender

k I Ursache beruhenden UnterstützungSbedürftigkeit von dem Nach-

Und dann unsere Häuslichkeit ist eng und bescheiden I weiS der ErwärbSunfähigkeit nicht mehr abhängig gemacht

anders, alS eS mein Prinzeßchen gewöhnt ist." I wird. Hervorgetretenen Wünschen entsprechend fallen damit

Sie errötete jäh. -WaS kommt eS darauf an? Und ist I amtliche Feststellungen fort, die bei dem Älter der KriegS-

sie auch einfach sicher hast du deiner Umgebung den teilnehmer nicht mehr am Platze find; in-bejondere erübrige Stempel deines WesenS aufgedrückt. Und nun komm, ich I sich jede ärztliche Unterfuchung. Nach ausdrücklicher gesetzlicher laffe nicht mehr nach." I Vorschrift soll ferner bei Feststellung der Fürsorgewürdigkei

-Schluß folgt.) I daS politische Verhalten der Kriegsteilnehmer außer Betrach

Stellen an der Hoffnung fest, daß daS von der Londoner Botschasterkonferenz vereinbarte Programm nach wie vor die Grundlage für alle Entschließungen Europa- bilden wird.

Eine bemerkenswerte englische Preßstimme über die neue Lage wird wie folgt übermittelt:

London, 24. April. Die Time- schreibt über den Fall von Skutari: Die Mächte, einschließlich Rußlands und be­sonders auch Englands, haben in bemerkenswert gutem Glauben gegen Oesterreich-Ungarn gehandelt. Oesterreich- Ungarn darf sich darauf verlassen, daß die Mächte eS auch in der Frage von Skutari tun werden. Die Haltung Eng­lands bleibt selbstverständlich dieselbe, wie sie nach den Er­klärungen von Sir Edward Grey ist. Wir sind mit den anderen Mächten übereingekommen, daß ein autonomer Albanien bestehen soll, zu dem Skutari gehört. Wir beabsichtigen, an diesem Abkommen festzuhalten. Europa wird die Mittel finden um fein wohlüberlegter einstimmiger Urteil gegen alle, die ihm widerstreben möchten, durchzusetzen.

Peter-burg, 24. April. Der Fall Skutari- be- fchäftigt heute die gesamte Refidenzprefse. Die russischen Blätter feiern geräuschvoll die Heldentat deS KönigS Nikita. Der Petersburger Herold findet, daS Ereignis habe heute lange nicht die Wirkung, die eS vor einigen Wochen gehabt hätte. Der Balkanbund fei augenblicklich zu schwach, um für Montenegro einzutreten. Die Petersburger Zeitung sieht in Nikita keinen Helden, sondern einen tollkühnen Spieler, der sein Spiel noch lange nicht gewonnen habe. 3m russischen Auswärtigen Amt äußert man sich dahin, der Fall Skutaris bringe eine neue ernste Frage zur Beratung, deren Lösung ausschließlich den Großmächten Vorbehalten bleibe. Ueber seine Folgen habe bereits ein Gedankenaustausch begonnen. Die Haltung der Mächte würde die Londoner Botschafterkonserenz seststellen. Die Angelegenheit wird, wie offizielle russische Kreise glauben, ohne große internationale Konsequenzen gelöst werden, da keine Großmacht in auswärtige Verwicklungen hineingezogen werden wolle.

Berlin, 24. April. Von unterrichteter Seite wirb den L. N. N. mitgeteilt, daß die von Wien auS verbreitete Meldung, Oesterreich habe den Mächten ein 48 stündigeS Ultimatum an Montenegro vorgeschlagen, den Tatsachen nicht entspricht. ES sind aber zurzeit Verhandlungen im Gange zwischen allen Mächten über gemeinsam gegen Montenegro zu ergreifende Maßnahmen. Die Besprechungen werden mit größter Beschleunigung zum Abschluß gebracht werden, da man die Haltung Montenegros als einen Affront gegen die Mächte betrachtet. Nur wenn sich Herausstellen sollte, daß ein- der Kabinette seine eigene Politik zu treiben beabsichtige, sei der Augenblick gekommen» der Frage näherzutreten, ob Oesterreich nicht aus eigene Gefahr eingreifen solle, da dann eine neue Situation geschaffen ist, die den Oesterreichern ihre volle AktionSfreiheit wiedergibt.

flw Jm- und Ausland

Berlin, 24. April 1913.

Nach vierwöchigem Aufenthalt in Homburg ist der Ka if e r heute vormittag um 8 Uhr 15 Minuten im Eonderzuge nach Metz abgereist. Eine Viertelstunde vor Abfahrt deS ZugeS traf der Kaiser im Automobil aus dem Bahnhöfe ein, wo sich zum Abschieds Prinz Heinrich der Niederlande in der Uniform der Gardejäger, Landrat Dr. Ritter von Marx, Oberbürger­meister Lübke, der Stadtverordnetenvorsteher Dr. Rüdiger und der Bataillonskommandeur von Schmied zum Abschied ein- gefunden hatten. Der Kaiser unterhielt sich längere Zeit mit jedem der Herrn und dann später, bereits am Salonwagen

bleiben. Endlich dehnt der Entwurf die Fürsorge der Reiche- auf die ehemals französischen Soldaten elsaß-lothringischer Ab­kunft aus, die in den Jahren 1870 und 1871 an den Kämpfen gegen die Eingeborenen in Algier teilgenommen haben. Elsaß-Lothringer, die am Deutsch-Französischen Kriege von 1870/71 auf feiten Frankreichs beteiligt waren, besaßen die Anwartschaft aus die Beihilfe bekanntlich bereit- bisher.

Die Germaniawerst in Kiel hat von der argen­tinischen Regierung 4 TorpedobootSzer- Hier in Auftrag bekommen. Es handelt sich um Ersatz- chiffe für die in 1910 in England gebauten, aber von der argentinischen Regierung zurückgewiesenen 4 Torpedoboots- zerstörer, die später an Griechenland verkauft wurden.

Ueber daS Opiumlaster in der französischen Marine, daS durch eine Untersuchung alS weitverbreitet festge­stellt wurde, erklärte der Seepräfekt von Toulon:Die Gesahr ist poß, denn sie bedroht gleichzeitig die Gesundheit unserer Seeleute und unsere nationale Verteidigung. Der Opiumge- ruß breitet sich in unserer Marine mit einer so verderblichen Macht auS, daß man ihn um jeden Preis eindämmen muß." Der Unterpräfekt von Toulon sagte: Wir wissen zwar, wer Dpiumraucher ist, wo man Opium raucht, aber solange wir :ein Gesetz haben, daS diejenigen bestraft, die in Privat- wohnungen Opium zu rauchen geben, sind wir durchaus machtlos.

Ueber die neuen englischenLinienschisfe, die m Jahre 1912 alS sog.Warspite"-Klasse bewilligt wurden, verden jetzt nähere Angaben bekannt, die erkennen lassen, daß liefe Schiffe einen ganz außerordentlichen Fortschritt aus dem Gebiete der KriegSschiffSkonstruktion darstellen werden. Sie werden ihren Vorgängern gegenüber ein DeplazementSsteigerung von 2000 To. und eine GeschwindigkeitSsteigerung von 3 Knoten ausweisen; außerdem erhalten sie Geschütze schwereren Kaliber-, nämlich 38 Zentimeter statt 34.3 Zentimeter, allerdings geht )ie Anzahl der schweren Geschütze von 10 auf 8 zurück. Der Unterschied zwischen diesen Schiffen und ihren unmittelbaren Vorgängern ist in mehr alS einer Hinsicht ebenso bemerkenswert wie zwischen dem erstenDreadnought" und den vorhergehenden Typen; in ihrer Geschwindigkeit, die 25 Knoten betragen soll, nähern ich die neuen Linienschiffe schon beinahe den großen Schlacht- reuzern, doch^beweist der starke Seitenpanzer von 340 Milli­metern, daß die Linienschiff-qualität voll gewahrt werden wird. DaS Deplazement soll 270 000 To. betragen, die Maschinen werden 60 000 Pferdestärken entwickeln. Außer acht 38-Zentimeter-Geschützcn gelangt noch eine starke Mittel- artillerie von sechzehn 15,2-Zentimeter-Geschützen zur Auf- iellung. Die schweren Geschütze haben ein Gewicht von 96 Tonnen; sie verfeuern ein 890 Kilogramm schweres Geschoß.

Aus Provinz x. Nackbargebiel.

* (Oeffentliche Volksversicherung.) Die Frage einer zweckmäßigen freiwilligen Altersversorgung aller derjenigen Kreise, die nicht über große Mittel verfügen, ;at seit langem die Oeffentlichkeit und insbesondere sozial gesinnte Männer interessiert. Die staatliche ZwangSversicherung ommt für breite Schichten des Mittelstandes nicht in Frage; außerdem bietet sie den ihr Unterworfenen keineswegs eine ausreichende Verforgung. DaS Sparen aber, daS einfache Zins- auf -ZinSlegen, kann als einwandfreier Weg für eine Alters- und Familienverforgung deshalb nicht in Frage kommen, weil der Sparer stets unter der Gefahr steht, daß er frühzeitig lirbt, daS Sparen also unterbrochen wird, und den Hinter- iliebenen dann nur geringe Ersparnisse zur Verfügung stehen. Aber auch die Volksversicherung in ihrer bisherigen Form, die den erwähnten Mangel deS SparenS vermeidet, konnte noch nicht als daS vollkommendste System einer Alters- und Hinterbliebenenversorgung angesehen werden, denn sie war im wesentlichen zu teuer, außerdem aber auch bei vorzeitigem Verfall für die Versicherten sehr verlustbringend und un­günstig. Im letzten Jahre hat eine starke Bewegung zur Re­form der Volksversicherung eingesetzt. An dieser Bewegung nimmt die öffentliche Lebensversicherung erheblichen Anteil. ES ist bekannt, daß die öffentliche Lebensversicherung von gemeinnützigen landesherrlich genehmigten Körperjchaften deS öffentlichen Rechts betrieben wird, beten Organisation Provinz­weise durchgeführt worden ist. Zurzeit arbeiten bereits sechs derartige Anstalten, die in dem Verband öffentlicher LebenS- versicherungSanstalten in Deutschland, mit dem Sitz in Berlin zufammengeschlvssen find. Der Verband hat den unmittel­baren Betrieb der Versicherung in der Stadt Berlin, in den Provinzen Sachsen, Hannover und SchleSwig-Hollstein, im Regierungsbezirk Caflel, in der Hansastadt Lübeck sowie im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin ausgenommen. Die Genehmigung zur Aufnahme der Betriebe- in den übrigen preußischen Provinzen und in verschiedenen BundeSstaaten ist nachgesucht. Am 11. Februar diese- Jahre- hat der Verband öffentlicher LebenSversicherungSanstalten in Deutschland die Erlaubnis zur Aufnahme der kleinen Lebensversicherung ohne ärztliche Untersuchung mit Wochen- und Monatsprämien (Volksversicherung) erhalten. Durch Fortfall jedes ErwerbS- intereffeS alle etwa erzielten Ueberschüsie kommen den Versicherten zugute durch Mitbenutzung der Organisation anderer öffentlicher Körperschaften der Selbstverwaltung, durch eine zweckentsprechende Arbeitsteilung zwischen Verband und Einzel-Anstalten und endlich durch Mitarbeit anderer Orga­nisationen, die zur Verbreitung der Volksversicherung ihre Mitglieder beim Abschluß von Versicherungsverträgen zweck­mäßig beraten und daS Inkasso besorgen, find die öffentlichen LebenSversicherungSanstalten in der Lage, die Volksversicherung zu außerordentlich niedrigen Prämiensätzen zu übernehmen. Die Prämien können nach Belieben jährlich, halb- oder vierteljährlich, monatlich oder wöchentlich gezahlt werden, Mit der Stellung eines AntrogeS sind keinerlei Kosten verbunden, denn eine ärztliche Untersuchung ist nicht erforderlich. Des­gleichen verzichtet die öffentliche Lebensversicherung auf die Entrichtung einer Aufnahmegebühr, die von den Antragstellern nach der bisherigen Organisation der Volksversicherung fast immer eingezogen wurde. Vor allem sind aber die VolkSverficherung-be- dingungen durch milde Bestimmungen über den Zahlungsverzug denBedürfniffen der Versicherungsnehmer angepaßt und damit ist die beste Vorsorge gegen vorzeitigen Verfall getroffen worden. Mit der Ausnahme der Volksversicherung durch gemeinnützige Anstalten bei öffentlichen Rechts steht breiten Schichten der Bevölkerung ein neuer durchaus verbesserter Weg zur Selbst­hilfe hinsichtlich der Alters- und Hinterbliebenen-Versorgung offen, dessen Benutzung in jeder Beziehung empfohlen werden kann. Insbesondere sei angesichts der Tatsache, daß in sozial- demokratischen Kreisen rege Bestrebungen zur Durchführung einer ihren eigenen Zwecken dienenden Volksversicherung, der sogenanntenVolk-fürsorge," im Gange sind, darauf hin­gewiesen, daß die öffentliche Lebensversicherung die große gemeinnützige Aufgabe, die sie sich gestellt hat, auch spe^ell