Einzelbild herunterladen
 

entsprechend« Recht zu jederzeit zu gehen — so ist ein aus­ländischer Dienstbote PP. einer sofortigen Entlastung gegen­über völlig rechtlos. Deutschen Mädchen, welche alS Dienst­boten, Gouvernanten und dergleichen nach Brasilien gehen wollen, ist dringend zu empsehlen. sich rechtzeitig zuvor an die ZentralauSkunststelle sür Auswanderer in Berlin W. am Karls­bad 9/10 zu wenden, die aus mündliche oder schriftliche Anfrage unentgeltlich Auskunft über die Berhältnifle in be­stimmt bezeichneten Ländern erteilt.

):( Hersfeld, 2. April. Die Zahl der Fremden welche im Monat März hier übernachteten, betrug 572.

):( Her-feld, 2. April. Die an der hiesigen evangelischen Kirchengemeinde neu errichtete HülfSpfarrei-Stelle wurde dem Pfarrer extr. L i e b e r k n e ch t vom 1. April d. JS. an übertragen.

):( Hersfeld, 2. April. Gestern nachmittag wurden in der Weinstraße drei Bettler s e st g e n o m m e n und dem hiesigen Amtsgericht zugesührt.

§ Bebra, 1. April. Die hiesige, nicht dem Raiffeisen- Verband, sondern dem Verband der landwirtschaftlichen -Ge» nossenjchasten de« Regierungsbezirks Casiel u. angrenz. Gebiete e. V. zu Castel angehörige Spar- und Darlehnskaste hielt gestern ihre diesjährige Generalversammlung ab. Der ge­druckte und vier Seiten umfassende Geschäftsbericht, der jedem Mitgliede zugestellt worden war, läßt eitnnen, daß die Ge­nossenschaft zu einem wirklichen Bedürfnis sür unseren Ort geworden ist, denn schon im vierten Geschäftsjahr wurde ein Umsatz von fast 6 Millionen Mark erreicht, dem ein Gewinn von Mark: 8715.20 gegenübersteht. Demselben Verbände gehört auch die Spar» und Leihkasse zu Fechenheim a/M. an, die in 1912 einen Umsatz von fast 8 Millionen Mark hatte.

Elm, 1. April. Zu den interessantesten und zugleich zu den schwierigsten Arbeiten, die ihrer Vollendung im Eisenbahn- direktionSbezirk Frankfurt a. M. entgegengehen, gehört die Durchstechung deS sogenannten DistelrajenS zwischen Schlächtern und Flieden. Schon seit vielen Jahren hatte die Station Elm der Eisenbahnverwaltung schwere Sorgen bereitet, denn sie ist auf einer Anhöhe angelegt, deren Unterschichten die Neigung haben zu rutschen. Neben einer Anzahl kleinerer Rutschungen fanden 1905 umfangreichere Bodenverschiebungen statt, welche die Schaffung bedeutender Entwässerungsanlagen usw. mit einem Kostenauswande von 700,000 Mk. nötig machten. Dadurch ist nun der Bahnhof Elm gesichert, eS war aber unmöglich, ihn weiter auSzubauen, weil jede Belastung deS Bodens weitere Rutschungen zur Folge haben könnte. Daher entschloß sich die Eisenbahndirektion, ein schon vor vielen Jahren ausgetauchteS Projekt wieder aufzugreifen und einen Tunnel durch den Distelrasen zu bauen. Hinter Schlächtern tritt die Eisenbahnlinie in den Tunnel ein, der 3,7 Kilometer lang und somit der zweitgrößte Tunnel im Gebiete der Preußisch-Hessischen StaatSbahnen sein wird. Die Bahnlinie bleibt auch nach ihrem AuStritt aus dem Tunnel so hoch, daß ihr daS Hochwasser der Fliede niemals irgend welche Schwierigkeiten bereiten kann. Sie mündet dann vor Flieden wieder in die alte Strecke ein. Durch die Anlage der Tunnels wird fortan die Vorspann- und Druckmaschine, die seither bei allen Zügen nötig ist, um die sehr große Steigung zu über­winden, gespart; trotzdem auch im Tunnel und darüber hinaus die Terrasse anfteigt. Für die Reisenden besteht der Haupt­vorteil der Neuanlage in einer wesentlichen Verkürzung der Fahrzeit, sowohl bei der Berg-, wie bei der Talsahrt. Auch die Fahrtdauer der Güterzüge ersährt eine erhebliche Verkürzung. Die Herstellungskosten des Tunnelbaues belaufen sich auf 11 Millionen Mk.

Frankfurt a. M., 31. März. Seit einer Woche wurde der Banklehrling Karl Steuernagel vermißt. Jetzt hat sich herausgestellt, daß er feiner Firma Mumm 80,000 Mk. unterschlagen hat. Die Sache kam heraus, als die Firma Geld bei der ReichSbank, bei der sie ein großes Konto hat, erheben wollte. Steurrnagel hatte ein unauSgefüllteS Scheck- formular entwendet, eS mit 80,000 Mk. auSgefüllt und be» kam ohne weiteres die Summe von der ReichSbank auSbezahlt. Auf die Ergreifung deS Flüchtlings hat die Firma 1000 Mk. Belohnung auSgesetzt.

Homburg, 31. März. Einer Blättermeldnng zufolge wurde gestern Abend bei einer Schlägerei der 30jährige Otto Merz durch einen Stich in den Oberschenkel, der die Schlag­ader getroffen hatte, getötet. Der Bruder deS Getöteten, der 24 Jahre alte Gustav Merz erhielt einen Stich in die Brust und wurde schwer verletzt. Als der Tat verdächtig wurden zwei Brüder, Karl und Heinrich Mohler, auS Kaiserslautern festgenommen.

Bad Homburg, 1. April. Heute morgen unternahmen der Kaiser, die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise den üblichen Spazierritt durch den Hardtwald. Aus Wunsch deS Kaisers finden am Sonnabend, 19. April, nachw. 3 Uhr, von Frankfurt a. M. auS die kriegSmäßigen Ball^nverfol- gungen, die der Frankfurter Verein für Luftschiffahrt veran- staltet, und die unter dem Generalkommando des Kaiserlichen Automobilklubs stehen, statt. An dem Wettbewerb werden voraussichtlich teilnehmen: 8 Freiballone, 4 Flugzeuge von der Darmstädter Fliegertruppe und 20 Automobile deS Ober­rheinischen Automobilklubs. Auch die Mitwiikung eines MilitälluftschiffeS, und zwar deS neuen Z ppelinkreuzerS Z. 4. ifl von der Heeresverwaltung zugesagt.

Hana«, 1. April. Heute srüh gegen 6 Uhr wurde im hiesigen neuen Justizgebäude der Fabrikarbeiter Koch hinge- richtet. Koch hatte am Pfingsttage v. I. seine 15jährige Tochter im Walde umgebracht, weil er sürchtete, daß sich die Folgen seines mit ihr gepflogenen Verkehrs bemerkbar machen würden. ~ t

Stadt Oldendorf (Bez. Cassel), 1. April. In dem benachbarten Dorfe Negenborn ist in der vergangenen Nacht der Landwirt Heinrich HeilerS, Veteran auS dem Kriege 1870/71, ermordet worden. ES soll sich um Raubmord handeln.

Von der Werra, 1. April. In dem Dorfe Ctten- Haufen spielte ein achtjähriger Junge aus dem Hofe ferner Eltern am Hoftor. Dabei stürzte daS schwere Tor um und fiel auf den Knaben. DaS Kind erlitt einen Schädelbruch und starb nach kurzer Zeit an den erlittenen Verletzungen.

Gern, 31. März. In der Nacht zum Sonntag fuhr der Einjährig-Freiwillige Weise vom hiesigen 96. Jnsantene- regiment, al- er von seinen Eltern in Ronneburg hierher zurückkehrte, mit seinem Fahrrade kurz vor der Stadt gegen ein unvorschristSmäßig beleuchtetes Lastfuhrwerk. Dre Delchsel stieß dem jungen Mann mehrere Rippen entzwei, deren Splitter in die Lunge drangen, so daß Weise anscheinend lebensgefährlich verletzt darniederliegt. . _ „ .

Mainz, 31. März. In der Weisenauer Zementsablik wurde der Arbeiter Rempa durch die Explosion eines Acetylen- SchweißapparateS getötet. Man sand bei dem «Pparat dre Reste einer Zigarre und nimmt daher an, daß der Arbeiter entgegen den polizeilichen Vorschriften geraucht Hot und da­durch di« Explosion herbeiführte.

Offenbach, 31. März. Heute nacht erstach der 23- jährige Arbeiter Lombke in seiner Wohnung seine 21jährige Braut und sich selbst, weil die Eltern der Braut in die Heirat nicht einwilligten.

Göttiugen, 31. März. Wir berichteten kürzlich, daß die Ehesrau deS BarbierS Voigt ihren Mann in der Notwehr erschossen habe, weil dieser sie mit einem Beil habe erschlagen wollen. Wie die Untersuchung ergeben hat, trifft jedoch dir von der Ehefrau gegebene Darstellung deS Vorfalles nicht zu. Die Ehefrau hatte behauptet, der Mann fei mit zum Schlage erhobenem Beile auf sie zugekommen, um sie nieder­zuschlagen, in ihrer Angst habe sie ihn aber garnicht erst an sich herankommen lassen, sondern habe ihn, der hinter dem Tisch auf dem Sofa saß, sobald er sich zum tödlichen Schlage aus sie erhoben habe, von ihrem Platze an der Nähmaschine auS erschossen. Der Befund hat aber ergeben, daß die Schüsse aus den Ehemann auS einer Entfernung von höchstens 6 Ztm. abgegeben worden sind, auch sprechen die Argumente dasär, daß daS unter der Leiche Vorgefundene Beil dem Manne untergeschoben worden ist, während die Frau behauptet hatte, der Mann habe eS im Falle unter sich begraben. AuS diesen Gründen wird gegen die Frau Anklage wegen Ermordung ihres Ehemannes erhoben werden. Ob freilich daS dürstige Material und der Indizienbeweis zu einer Verurteilung auS» reichen werden, ist sehr fraglich, eS kann sich höchstens um einen Toischlag im Affekt handeln, da die Frau durch die jahrelangen Brutalitäten und Mißhandlungen und Beleidigungen des Mannes fortgesetzt aus- schwerste gereizt und zu der Bluttat direkt getrieben worden ist.

Göttingen, 30. März. Ein hiesiger Arbeiter kam heute morgen betrunken nach Hause. AlS ihm seine Frau deshalb Vorwürfe machte, schaffte er sein Bett aus den HauSboden, um dort zu schlasen. AlS seine Frau ihm.nach kurzer Zeit nachging, fand sie ihn an einem Dachbalken hängen. Sie schnitt ihn sofort ab, und den vereinten Kräften der Familien- angkhörigen gelang eS, den Mann zum Leben zurückzurusen. Dann schaffte man den Mann in die Wohnung und frühstückte gemeinsam. Kurz daraus ging der Mann aber in einem unbewachten Augenblick in den Holzstall und hängte sich wieder aus, diesmal aber leider mit sofortigem TodeSersolg. Er hinterläßt mehrere unversorgte Kinder.

Eisenach, 1. April. Hier beging in voriger Woche der Getreibehändler Baer Selbstmord. Wie sich fitzt herauSstellt, hat Baer umfangreiche Wechselsälschungen begangen. Er fertigte zu den vorhandenen laufenden echten Wechseln ein ganze Anzahl Kopien und schädigte dadurch eine ganze Reihe Bankgeschäfte von hier und auswärts in einer Gesamthöhe von etwa 150 000 Mk. Die Banken sind erst jetzt durch die einlausenden falschen Wechsel auf die Betrügereien auf« merksam geworden.

Erfurt, 31. März. Heute mittag stürzte in einem Hause der Udestedter Straße ein 7jähriger Knabe auS dem dritten Stockwerk in die Tiese und erlitt einen Schädelbruch und einen Unterschenkelbruch. Er wurde nach dem Krankenhause gebracht, dürste aber kaum mit dem Leben davon kommen.

Erfurt, 1. April. Der Kaufmann Adolf Mauerkberger und seine Ehefrau nahmen heute früh in ihrer Wohnung Lysol und öffneten die GaShähne. Der" Mann wurde tot aufge« funden. Die Frau wurde in hoffnungslosem Zustande inS Krankenhaus gebracht.

Vermischtes.

— Liegnitz, 30. März. Bei ObermichelSdorf auf der Chaussee Liegnitz-Haynau rannte gestern abend ein Automobil, daS sich auf einer Probefahrt befand, mit voller Wucht gegen einen Baum. DaS Fahrzeug überschlug sich, die Insassen wurden herauSgeschleudert. Sofort gi tötet wurden der Destillateur Graf auS Haynau, der Kaufmann Julius Müller auS Haynau und ein Monteur. Der Chauffeur wurde tödlich verletzt, der Gastwirt Thomas auS Liegnitz erlitt einen Beinbruch.

— (DaS „narkotische- Geschoß.) Die ameri­kanische Heeresverwaltung läßt gegenwärtig Versuche mit einem eigenartigen neuen Jnsantericgeschoß anstellen, daS in den Berichten auS PittSburg daS „narkotische Geschoß" genannt wird, und die Eigenschaft besitzen soll, getroffene Menschen in eine Art narkotischen Schlafes zu versenken. Der Erfinder, der über die Einzelheiten seiner Erfindung begreiflicherweise Schweigen bewahrt, erklärte einem Interviewer nur: „Ein Soldat, der von diesem Geschoß auch nur leicht verwundet wird, kämpst an jenem Tage nicht mehr weiter. Er streckt sich gemächlich am Boden auS und schläft ein. DaS Geschoß hat auch die humane Wirkung, daß schwere Verletzungen keine oder nur wenig Schmerzen erwecken werden. Denn der menschliche Organismus saugt das in dem Geschoß enthaltene Narkotikum sehr schnell auf, so daß der Verwundete für die Schmerzen in kurzer Zeit unempfindlich wird.- — Man wird gut tun, ein großes Fragezeichen hinter das narkotische Geschoß zu setzen.

— (Weltrekord zweier deutscher Flieger- ossi z i e r e.) Zwei Döberitzer Offizierflieger, Leutnant Canter alS Führer und Leutnant Boehmer als Beobachter, haben gestern bei einem Ueberlandflug von Jüterbog über Berlin- Lübeck—Plön nach Malente auf einer MilUär-Rumpler-Taube den Weltrekord in Dauer und Länge für einen Flug mit einem Passagier geschlagen. Die beiden Offiziere blieben ohne Unterbrechung sechs Stunden 9 Minuten in der Lust und legten bei dieser Weltrekorddauerflugstrecke trotz Gegenwind die Weltrekordflugstrecke von 595 Kilometer zurück. Dieser glänzende Flug überbietet bedeutend die Leistung der seitherigen Inhaber der FlugrekordS für Dauer und Länge der beiden englischen Offiziere Barrington und Kennet, denen nur ein Flug von 4 Stunden 51 Minuten glückte, bei dem sie auch nur eine Streckr von 401.5 Kilometer bedecken konnten.

— (Militärischer Schutz gegen Wilderer.) Außerordentliche Maßnahmen gegen daS Wildererunwesen in den Bezirken zwischen Halle, Merseburg und Schkeuditz, wo im jüngst verflossenen Jahre sämtliche acht Forstbeamte durch Wilderer verwundet wurden, ergreift die Forstbehörde im Verein mit den Gemeinden und Jagdinteressenten : ES werden künftig ständig Mannschaften der 4. Jägerbataillons auS Naumburg in den gefährdeten Bezirken als HilsSauffeher stationiert werden.

— AuS Furcht vor Bestrafung in den Tod gegangen ist der seit längeren Jahren in der Villenkolonie Friedrich-Höhe bei Detmold ansässige Rentner Senator Reye. Er stammte auS einem Orte in der Nähe von HildeSheim und hatte sich nach dem Verkäufe feiner Apotheke in der ge­nannten Villenkolonie ansässig gemacht. Durch feine kom- munalpolitische Täligkcit hatte er sich eine große Anzahl von Freunden, aber auch Feinde erworben. Bor einiger Zeit lief bei der Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige ein, in welcher er beschuldigt wurde, von dem Grundstück einel Nach­

barn einen Korb voll Dünger entwendet und diesen in seinem Garten verbraucht zu haben. Raum hatte er jedoch erfahren, daß eine Strafanzeige gegen ihn erstattet sei, als er den Besitzer der Düngers mit 10 Mark entschä­digte, wobei er indes bestritt, den Dünger genommen zu haben. Durch diese Entschädigung wolle er nur erreichen, daß er die Tortur deS AngeklagtseinS nicht durchzumachen habe. Allein eS war zu spät. Am letzten Mittwoch fand die Verhandlung wegen DiebstahlS gegen ihn statt. Er bestritt auch vor Gericht, daß er den Dünger genommen habe. Die Verhandlung wurde schließlich auSgesetzt, und zum Sonnabend-Nachmittag 4 Uhr wurden weitere Zeugen geladen. Zu der Fortsetzung der Verhandlung erschien Reye jedoch nicht. Er hatte sich kurz vor Beginn der Verhandlung in seiner Villa vergiftet.

— (Die Arche N o ah.) Ein netter Gaunerflückchen hat sich in Kanton ein armer Chinese geleistet, um zu Geld zu kommen. Er behauptete, daß ihm im Traume mitgeteilt worden sei, im Frühjahr diese« Jahre« würde eine große Wasserflut hereinbrechen und fast die gesamte Menschheit von den Fluten vernichtet werden. Der Chinese ließ nun eine Arche Noah bauen und Vermietete sie Platzweise. Die Nach­frage war ungeheuer. Tatsächlich fing eine« TageS der Regen zu strömen an und die letzten Plätze gingen für ein Sünden­geld ab. Eines TageS aber war der Besitzer der Arche spur­los verschwunden und die schlitzäugigen Pasiagiere deS Holz- kastenS merkten nun, daß sie von einem Gauner hineingelegt worden waren.

— S o l d a u, 31. März. Nach der „Soldauer Zeitung" wurde auf der Eijenbahnstrecke Allenstein—Soldau der Schaffner Oppenkowsky in einem Abteil zweiter Klasse mit gespaltenem Schädel tot ausgesunden. Nach den angestellten Ermittelungen ist er, als er sich auS dem Fenster hinaus- beugte, von einem Pseiler der Schönwi'ser Brücke kurz vor Solbau getroffen und getötet worden.

Letzte Nachrichten.

Berlin, 2. April. Im ZirkuS Schumann kam eS gestern zu verschiedenen UnglückSsällen. Zunächst wurde ein Reiter von einem Pserde gebissen, zu Boden gerissen und durch die Manege geschleift. Er trug Hautabschürfungen davon. In der großen Attraktion deS Abends stürzte einer der beiden Artisten, die in 15 Metern Höhe zwischen einer Art Reifen im Kreise drehen, ab und blieb mit schweren inneren Ver­letzungen liegen. Schließlich wurden bei der Produktion der zehn chinesischen Gaukler zwei der Chinesen, die an einem hochgespannten Seil mit den Zöpsen zu Boden gleiten, schwer verletzt. DaS Publikum verhielt sich bei den verschiedenen UnglückSsällen verhältnismäßig ruhig. Die Vorstellung erlitt keine Unterbrechung.

Berlin, 2. April. Zum Küstriner Bankkrach wird dem „Berl. Tagebl." gemeldet: Die Passiva dürften wohl IVü Millionen Mark übersteigen. Der „Vost.-Z." zufolge scheint Puppe, um der Deutschen Bank und der ReichSbank für seine zahlreichen Wechsel Untetpfänber zu geben, die Depot- seiner Kunden angegriffen zu haben.

Bern, 2. April. Nach dem bisherigen Ergebnis der Nationalsammlung für die Militäraviatik ist die Schaffung einer Luftflotte gesichert. Zwei große Firmen stifteten je einen Aeroplan. Die kleine Stadt St. Gallen brächte bisher allein 120.000 FrancS auf.

Paris, 2. April. Der Flieger Brindejonc hat gestern feine am Ostermontag angetretene Luftreise Pari-—Madrid mit einem Fluge von BurgoS nach der spanischen Hauptstadt beendet. Am Dienstag war Brindejonc von Biarritz kommend, in der Nähe von Bürge« unter strömendem Regen gelandet und hatte hierbei den Apparat beschädigt.

Brüssel, 2. April. DaS größte Theater» und ZirkuS- gebäude BelgienS, die 10 000 Personen saftend« Alhambra in Antwerpen ist gestern durch einen Brand völlig zerstört worden. _______

DT. Wien, 2. April. In hiesigen diplomatischen Kreisen wird jetzt ernsthaft erörtert, daß Skutari morgen oder über» morgen in die Hände der Montenegriner und Serben sollen wird, bevor die Großmächte über die Art der Flottendemon» stration einig geworden sind. Inzwischen versammeln sich vor Antivari außer dem österreichischen Geschwader und dem kleinen Kreuzer „BreSlau" drei italienisch« Kriegsschiffe und mehrere englische Torpedoboot-zerstörer, und nur Frankreich und Rußland bleiben den Demonstrationen fern.

Oeffentlicher Wetterdienst.

Wetterdienststelle Frankfurt a. M.

Wetteranssichten für Donnerstag den 3. April:

Wechselnd bewölkt, strichweise geringe Regensälle, kühl, südwestliche Winde.

/WW^ AMW/ySSU^* Wllci£^0üf|«Wt^

4%W

/&M4* O^n^cnM1 /amqmS^ ^ ?