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Kerrselder Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Fernsprech-slnschlutz Nr. 8

Nr. 39.

Donnerstag, den 3. April

1913.

Die diesjährige Pferdevormu

Am

Anfang Uhr

Bezeichnung der Gemeinden.

18. April

730

Gersdorf mit

Willingshain

745

Frielingen

815

Heddersdorf

845

Kirchheim mit Recke-

rode Goßmannsrode und Rotterterode

98°

945

Gershausen Reimboldshaufen

1015

mit Allendorf Kemmerode

ll45

Kleba

19. April

815

Hattenbach

9i5

Niederjossa

21. April

730

Niederaula

815

Mengshausen mit

915

Engelbach u. Solms

Kerspenhausen mit

Hilperhausen und Roßbach

10

Beiershausen

1030

Asbach mit Kohl-

Hausen

11

Eichhof

6 Abd.

Hof Bmgartes

22. April

8

Kalkobes

880

Allmershausen mit

Heenes

erung im Kreise Hersfeld findet an

Am

Anfang Uhr

Bezeichnung der Gemeinden.

23. April

24. April

Ü" 915 945 1015

7 80

1015

11 1120 1180 121S

8

830 845

915

1015

11 1180

12"

1

Gittersdorf Untergeis Obergeis Aua

Stadt Hersfeld mit

Gut Meisebach Mecklar m. Meckbach

Reilos Rohrbach Tann mit Biedebach Friedlos Wilhelmshof mit

Äut Oberrode und Petersberg

Sorga mit Kathus

Hermannshof (an der Straße Hers- feld-Friedewald)

Dünkelrode und

Malkomes (an der

Straße Hersfeld- Friedewald)

Friedewald m.Herfa

Lautenhausen

Hillartshausen mit

Unterneurode

Ausbachm.Grthseman

Nöhrigshof

Hersfeld, den 25. März 1913. olgenden Terminen statt:

Am

Anfang Uhr

Bezeichnung der Gemeinden.

25 April.

1 ^4B"

Philippsthal

845

Heimboldshausen

9

Harnrode

930

Lengers mitBengen-

dorf und Wölfers-

hausen

10"

geringen

11"

Leimbach

H45

Widdershausen

26. April

7 80

Ransbach

8"

Wehrshau en

845

Oberlengs eld

9"

Hilmes m. Motzfeld

10

Schenklengsseld mit

Lampertsfeld und

Schenksolz

11

Conrode

H8O

Wüstfeld mit

Ärppershain

12"

Landershausen

1

Unterweisenborn

5. Mai

2 N.

Stärklos m. Kruspis

und E>olzheim

6. Mai

10"

Eitra

10»

Sieglos

iO?'

Oberhaun

11

Unterhaun mit

Rotensee

Da, wo mehrere Orte zusammen gemustert werden, ist der Ort, wo die Musterung stattfindet unterstrichen. Wenn nichts anderes bestimmt ist, sind die früheren Musterungsplätze beizubehalten.

Ich weise die Ortspolizeibehörden an, die bestimmten Termine alsbald auf ortsübliche Weise bekannt zu machen und insbesondere zurKenntnis der Pferdebesitzer zu bringen.

Die Verzeichnisse der vorhandenen Pferde (Vor- führungslisten), zu welchen die Formulare übersandt werden, sind alsbald in zwei Exemplaren anzufertigen. Hierbei ist folgendes genau zu beachten:

1. Die bei der letzten Musterung als dauernd kriegs- unbrauchbar bezeichneten Pferde werden weder in die Listen aufgUommen, noch vorgeführt; ebenso auch nicht die durch Verkauf pp. in Abgang gekommenen Pferde.

2. In die Listen einzutragen und vorzuführen sind vielmehr:

a. die als kriegsbrauchbar bezeichneten Pferde,

b. die vorübergehend (zeitig) kriegsunbrauchbaren und

c. die durch Erreichung des vorgeschriebenen Alters (vierjährig) oder durch Kauf hinzugekommenen, sowie selbstverständlich auch die bei der letzten Musterung aus irgend einem Grunde (hochtragend, lahm) nicht vorgeführten.

3. Die in Zugang gekommenen Pferde sind den be­treffenden Besitzern zuzufchreiben und nicht erst am Ende der ganzen Liste nachzutragen.

4. Auf die Ausfüllung der Spalte 6 der neuen Vor­führungslistenBestimmung der letzten Vormusterung (durch den Gemeindevorsteher vor der Musterung aus- zufüllen)" mache ich besonders aufmerksam. Die Aus- füllung ist folgendermaßen abgekürzt vorzunehmen.

R. I. für Reitpferde I.

R. II. II.

I. S. Zugpferde I. Stangen

I. V. für Zugpferde I. Vorder

II. 8. II. Stangen

II. V. IL Vorder

b. s. besondere schwere Zugpferde I. oder II.

5. Sämtliche Pferde sind durch die ganze Liste durch- zunummerieren. Die Rummern müssen deutlich unö groß an der linken Kopfseite der Pferde befestigt werden.

6. Bei Pferden, welche bei der letzten Musterung als kriegsbrauchbar bezeichnet worden sind, sind außer- dem an der linken Seite" hie nach § 5 der Pferdeaus- Hebungsvorschrift vorgeschriebenen Bestimmungstäfelchen anzubringen.

Ich mache hierbei besonders darauf aufmerksam, daß für die Bestimmungstäfelchen künftig statt der bisherigen 8, nur 4 Farben zu verwenden sind und zwar: für Reitpferde weiße, für Stangenpferde rote, für Vorder- pferde blaue und für schwere Pferde graue Täselchen. Die Täselchen für die Pferde II sind zum Unterschiede von denjenigen für die Pferde I in der Mitte mit einem 2 cm breiten schwarzen Querstrich versehen worden.

Diese neue Anordnung ist genau zu beachten. Etwa noch fehlende Täselchen können von hier bezogen werden.

Hinsichtlich der Vormusterung selbst gelten folgende Bestimmungen:

Pferdebesitzer, welche ihre gestellungspflichtigen Pferde nicht rechtzeitig vorführen, haben außer der gesetzlichen Strafe zu gewärtigen, daß die nicht gestellten Pferde zwangsweise auf Kosten des 'Pferdebesitzers herbeige­schafft werden.

Die Herren Ortsvorstände und im Behinderungs­falle ihre Stellvertreter, haben sich zu den Musterungs­terminen einzufinden und die angefertigten Vorführungs­listen dem Commissar vorzulegen. Die Vorführungs- listen vom Jahre 1911 sind Qletd)fafr§ mit zur Steile zu bringen' fliehe Anmerkung 3 des Titelblattes der Äorführungsliste.) Dem Musterungs-Commissar ist so­fort Anzeige zu machen, falls Pferdebesitzer nicht sämt­liche Pferde vorführen. Die Ortsvorstände sind ferner verpflichtet, für die Gestellung der zum Ordnen und Vorführen der Pferde erforderlichen Leute sowie ins­besondere dafür zu sorgen, daß das Vorführen genau in der Reihenfolge der Vorführungsliste stattfindet. Hierzu ist erforderlich, daß die Pferde pünktlich zur an­gesetzten Zeit übereinstimmend mit der Liste neben­einander ohne große Zwischenräume aufgestellt sind. Zur Vermeidung von unliebsamen Verzögerungen ist ferner streng darauf zu achten, daß die an den Pferden befindlichen Nummern und Bestimmungstäfelchen nicht nach Belieben gewechselt werden, sondern, daß sie stets aufs genaueste übereinstimmend mit der Vorführungs- liste belassen werden.

Schließlich ist noch besonders darauf hinzuweisen, daß nur bei pünktlichster Einhaltung der angesetzten Termine und vollständiger Ausfüllung der Listen eine glatte Abwickelung des Musterungsgeschäfts ermöglicht werden kann. Es liegt deshalb die genaueste Beachtung der getroffenen Bestimmungen im eigenen Interesse der Pferdebesitzer.

Gelegentlich der Pferdevormusterung findet in diesem Jahre auch eine Neumusterung der in den einzelnen Gemeinden vorhandenen kriegsbrauchbaren Fahrzeuge statt. Es ist deshalb alsbald ein neues Verzeichnis dieser Fahrzeuge in zweifacher Ausfertigung aufzustellen und zu den Vormusterungsterminen mitzubringen. Die Nachweisung der Fahrzeuge muß getrennt nach Kasten-, Leiter-, Plan-, Beamten- und Munitions-Wagen auf­gestellt werden. Diejenigen Gemeinden, von welchen auch Wagen zur Vormusterung vorzuführen sind, werden von mir noch besonders bestimmt werden.

I. M. Nr. 726. Der Landrat

von Grunelius.

Cassel, den 5. März 1913.

Nach Anhörung der Handwerkskammer und der Handels­kammern habe ich zu Sachverständigen für alle Zweige des Baugewerbe» für die Zeit vom 1. April 1913 bis 31. März 1916 wieder ernannt:

A. für handwerksmäßige Betriebe:

1. den Maurermeister Christoph Müller in Cassel, Garten­straße 2079,

2. den Zimmermeister Hermann Eckhardt in Cassel, Roon- straße 63,

3. den Maurermrister Hermann HodeS in Fulda,

4. den Eteinmrtzmcister Philipp Heinrich Kreis in Sein* hausen,

5. den Maurermeister Hugo Reising in Marburg o/L.

B. I ür nicht handwerksmäßige Betriebe:

1. den Architekten Alexander Potente in Cassel, Terasse 9,

2. den Bauunternehmer Rudolf griebe in Cassel, Landgraf Karl Straße 35 I,

3. den Königlichen Baurat Heusch in Fulda,

4. den LandeSbauinspektor Baurat Wohlsarth in Hanau,

5. den Bauunternehmer Hugo Reistag in Marburg o/L.

A. II. G. 424, Der RegierungS-Präsident.

*

Heröseld, den 28. März 1913.

Vorstehende» teile ich den OlSpolizeibehölben all Weisung mit.

I. 3695. Der Landrat von GruneliuS.

nichtamtlicher teil.

Abgeordnetenhaus.

Die erste Sitzung deS Abgeordnetenhauses nach der Öfter- Pause stand wieder unter der Leitung deS lang vermißten Präsidenten, der sich in Italien sichtlich von der schweren Er­kältung und Mittelohrenentzündung erholt hat. Graf von Schwerin-Löwitz eröffnete die Sitzung mit Worten der Be­grüßung und dankte für die Nachsicht deS HauseS wegen seines Fehlens vor der Osterpause, sowie für die Opserwilligkeit der beiden Vizepräsidenten. Er machte dann die Mitteilung, daß er im Namen deS HauseS anläßlich deS Tode- König Georg- von Griechenland kondoliert habe und widmete dem verstorbenen Abgeordneten Klvcke (Ztr.) warme Gedenkwort«. Die Beratung deS Gesetzentwürfe- über die Förderung der Landeskultur begann mit einer auSsührlichen Begründung durch d>n LandwirtschaslSminister. Als erster Debatteredner sprach der konservative «bg<o, briete v. Marenholtz die allge­meine Sympathie feiner Fraktion für den Entwurs auS und beantragte trotz einiger Bedenken Ueberweyung an die verstärkte Agrarkommission. Mit bei selben Tendenz trat Abg. von dem Hagen (Ztr.) für die Vorlage ein, auch der nationalliberale Abg. Glatzel sah viel Gutes in dem Entwurs. Dem sreikons. Abg. Dr. Jderhoff geht sreilich die Vorlage nicht weit genug, er wünscht eine innere Kolonisation in viel größerem Maßstabe. Der Fortschrittler Hoff begrüßt die Tendenz aus innere Kolo­nisation, hat aber an dem bisherigen Verhalten der Konser­vativen viel zu tadeln. Hoff glaubt auch nicht an besondere Ersolge. Ganz kurz äußert sich der Pole v. Saß-JaworSki: Da- Gesetz an sich ist gut, aber wir sürchten die auch hiermit verbundene Unterdrückung der Polen. Sehr auSsührlich ging Leinert (Soz.) der Frage zu Leibe; im Prinzip ist auch er mit der inneren Kolonisation einverstanden. Wieder Erwarten greift der Minister nicht mehr in die Debatte ein, und so ging die Vorlage entsprechend dem Vorschläge der Konservativen an die verstärkte Agrarkommission. Es gab noch ein kleine- Ge- schäftSordnungSgeplänkel über den BeratungSplan zum Kultur- etat, dann konnte sich das HauS zu ungewöhnlich später Stunde auf Mittwoch vertagen, um sich morgen in die unab­sehbare KultuSetatSdebatte zu stürzen.

FrankreichsWehrlofigleit."

Die Militärvorlage kann auf eine große Mehrheit im Reichstage rechnen. Dagegen läßt sich noch nicht übersetzen, wie die Debatten über die Deckung-vorlagen ablausen werden, und zwar wird der Streit nicht sowohl um den einmaligen Wehrbeitrag als vielmehr um die Deckung der sortlaufenden Ausgaben gehen. In Frankreich liegen die Dinge umgekehrt: für die Bewilligung großer Militärkredite ist immer eine Mehrheit da, aber die Art der Erhöhung der FriedenSpräsenz bereitet dem neuen Ministerium Barthou schwere Sorgen.

Der oberste KriegSrat hat als einzig mögliches Mittel, um die Ueberlegenheit Deutschlands an felddienstfähiger Mann­schaft wenigstens im Beginne eines KriegeS auSzugleichen, die Einführung der dreijährigen Dienstzeit für alle Truppen­gattungen empfohlen, so daß also bei Kriegsausbruch die Zahl der unter den Fahnen stehenden Leute annähernd gleich groß auf beiden Seiten wäre. Alle-, wa- nationalistisch fühlt, ist begeistert für da» heroische Mittel, jeden halbwegs krieg»- tauglichen jungen Mann drei Jahre in der Linie dienen zu lassen. Ein großer Teil der Radikalen und Sozialisten steht dagegen voraus, daß dieser Notbehels sür die wirtschaftliche Kraft der Nation lähmend wirken und in den Wählermassen viel böseS Blut machen wird.

Wie groß die Widerstände gegen die Verlängerung der aktiven Dienstzeit über da- für die Ausbildung erforderliche Maß hinaus fein müssen, läßt eine Rede ve» Kriegsminister»