durch das amtliche Kreisblatt, oder durch eine Rundverfügung empfohlen wird.
1 3625. Der Landrat
von GruneliuS.
nichtamtlicher Ceil.
Oftergedanken.
Wie Heller Fanfarenklang geht eS durch die Christenheit: Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden! ES ist die alte Osterbotschaft, die dem deutschen Empfinden so harmonisch mit der natürlichen LenzeSfreude zusammenklingt.
ES war ein wunderlicher Krieg, Da Tod und Leben rungen; DaS Leben behielt den Sieg Und hat den Tod bezwungen.
Die Natur ringt sich dem Wintertode zum Trotze zu neuem Leben empor, und Christus als Fürst und Held deS Lebens triumphiert über die Macht de? TodeS.
DaS Tiefste und Beste der christlichen Osterverkündigung hängt aber nicht an historischen oder mathematisch-logischen Beweisen, sondern wurzelt und webt in einem religiösen Glauben, der seine Gewißheit in sich selber trägt. Die erste biblische Osterpredigt war sehr kurz und doch so überaus inhaltreich : „Ihr suchet Jesum den Gekreuzigten; er ist nicht hier, er ist auferstanden." ES war ein schlichter Hinweis aus daS leere Grab und ein über alles menschliche Verstehen weit hinauSgehende? Wunder. DaS ist manchen kritischen Geistern zu einsach und manchen auch wieder zu kompliziert gewesen. Die ersten Herolde deS Evangeliums jedenfalls, darüber kann gar kein Zweifel sein, haben in diesem AuferstehungSglauben ihre Gegenwart-kraft und ihre ZukunftShoffnung erblickt. Sie verbanden damit die Gewißheit, daß auch sie selber dercinst nicht im Tode bleiben würden, und diese Zuversicht klingt in manchem unserer kirchlichen Osterlieder nach:
JesuS, er mein Heiland lebt;
Ich werd' auch daS Leben schauen.
ES ist wohl klar, daß die christliche Kirche zu einem lebendigen Christus sich bekennen muß, wenn sie ihr eigene? Leben und Streben nicht für einen leeren Wahn erklären will. Aber auch daS ist eine Selbstverständlichkeit, daß Christus in jedem Christenherzen auserstehen muß, wenn ein christliche? Ostern gefeiert werden soll. Im Menschenherzen sinnt und sorgt e? wegen vieler Dinge. Eine Hast und Unruhe äußerer Art umflutet den modernen Menschen, und da? spiegelt nur zu oft ein innere? Hin- und Hergeworfenwerden, man könnte sagen, jene seelische Nervosität wieder, die als da? Gegenteil von Glück empsunden wird. E? ist nicht so, alS ob der Christ gegen solche Stimmungen ein für allemal gefeit wäre, aber er richtet seine Augen aus den Mann, der am Osterfest den freundlichen Gruß bereit hat: „Friede sei mit euch!" und der heiße Herzenswunsch steigt auf:
Ach bleib mit deinem Frieden
Bei unS, o Friedefürst, Bi? du, wenn wir ermüden,
UnS heimwärts bringen wirst I
Besinnliche? und nach innen gerichtetes Beschauen braucht aber noch nicht zu einem untätigen MystiziSmuS zu sühren. Der Ostersriede soll Stärkung für neue? kräftige? Leben fein. Beneidenswerte Menschen sind eS, die mitten im Sturm und Drang der Nöte und Bitterkeiten deS Dasein? eine innerste seelische Hochburg de? Frieden? und der Freude haben, Menschen, die darum nie den Mut und die Haltung verlieren und immer bereit sind, weiter zu schaffen, weiter zu kämpfen, Ostern im Herzen, da leuchtet ein Optimismus, wie man ihn nicht besser haben kann. Gerade in unserer Zeit, wo die Gegensätze im wirtschaftlichen und sozialen Leben scharf aus- einanderstoßen und wo eine unheimlich drückende Meltau schauungSnot durch gar viele Gemüter geht, gerade in der Gegenwart brauchen wir starke österliche HeilSfreude. Möge e? verstanden und beherzigt werden, wa? da? alte Osterlied singt:
Welt lag in Banden, Christ ist erstanden.
Freue dich, freue dich, o Christenheit!
Politischer Wochenbericht.
In Berlin hat ein au? allen Teilen Deutschland? zahlreich besuchter Konservativer Parteitag statt- gefunden. Der glänzend verlaufene Parteitag zeigte den konservativen Gedanken in lebhaltem Ausschwung und bot ein
„Du bist wirklich glücklich durch mich? Sag'? mir? noch einmal!" bittet sie dringend.
„Sehr, sehr glücklich! Du gibst mir Freude, Friede und Ruh, du bist mir Geliebte, Weib, Kameradin, — gibt e? etwat Heiligeres?"
Sie preßt die Lippen aus seine Hand; dabei fühlt er erschreckt eine heiße Träne auf sie fallen.
„Du bist nervös überreizt, Asta. Sobald einige Schwerkranke außer Gefahr sind, überlaste ich die Klinik dem braven Geldern und gehe mit dir für zwei Wochen in die Schweiz."
„Wie gut du bist I Aber wir wählen einen einsamen Ort, wo wir beide die einzigen Fremden sind, allein in der großen Natur! Und nun wollen wir heimlich entschlüpsen." Leise auflachend zieht sie ihn durch eine Seitenpforte auf den Korridor, der in die Garderoben mündet.
Acht Tage später steht Asta Rhaden vor der Psyche in ihrem Ankleidezimmer und drückt den großen, mit kostbaren Federn geschmückten Hut auf da? dunkle Haar. DaS silber graue Tuchkleid zeigt alle Vorzüge ihrer schlanken und doch vollen Gestalt. Sie ist sehr blaß, ihr Atem fliegt.
Nun streift sie die langen Handschuhe über die zarten Hände und Arme, die Jungfer hat den Abendmantel bereit gelegt. Unruhig geht Asta hin und her, immer wieder streift ihr Auge die grünen Billette auf dem Tifch. Sie wartet aus ihren Gatten, um mit ihm dem Vortrag Wolf Schmidt- born? beizuwohnen.
Sie hatte nicht versucht, sich durch irgend einen Vorwand Hei zu machen; c? ist ihr, al? wäre e? ihr Geschick, eine Begegnung mit Wolf Schmidtborn zu haben.
Und doch schlägt ihr Herz immer unruhiger, ihre Wangen beginnen zu glühen.
Der Herr Prosestor läßt die gnädige Frau bitten, allein zu fahren, ein soeben eingelieserter Patient erfordert feine Anwesenheit im OperationSfaale. Wenn möglich, würden Herr Professor nachkommen."
Asta atmet aus. Sie hat e? nicht nötig, Wols Schmidt- born gegenüber zu sitzen, sich ihrem Manne vielleicht zu ver- raten. Und doch streift sie dir Handschuh« nicht ab, doch
Bild fester Geschlossenheit und bewundernSwerter Einheit. Zwei Tatsachen möchten wir hier auS den Verhandlungen ganz besonder? erwähnen. Einmal nämlich ist die rückhaltlose, man möchte fast sagen, begeisterte Anerkennung bemerkenswert, welche von den Vertretern der übrigen BundeSstaaten unserm Preußen gespendet wurde. Uebereinstimmend erklärte man den preußischen Staat, dessen Eigenart eben deshalb auch sorgsam zu schonen sei, für die geschichtliche Vormacht Deutschland? und da? stärkste Bollwerk gegenüber allen drohenden äußern und inneren Gefahren. So etwas tut einem preußischen Herzen wohl und ist zugleich ein überaus erfreuliches Zeugnis für da? Schwinden engherziger partikularistischer Strömungen und für den unaufhaltsamen GiegeSzug deS ReichSgedankenS, der ohne die Anerkennung von Preußen- historischer Mission und seiner überragenden Bedeutung unsruchtbar und tot bleiben muß. Sodann verdient au? den Verhandlungen de? Konservativen Parteitage? rühmende Hervorhebung die einmütige und freudige Opferwilligkeit, mit der man sich zur Tragung der für die Verstärkung unserer Rüstung erforderlichen Lasten bereit erklärte. Wir wollen hoffen und wünschen, daß auch die übrigen bürgerlichen Parteien gegenüber der kommenden HeereS- vorlage da? gleiche Maß patriotischer Opferwilligkeit an den Tag legen werden.
Die Parlamente sind in die Osterferien gegangen. Unmittelbar bevor die? geschah, hat daS preußische Abgeordnetenhau? noch eine wichtige Vorlage, nämlich den Gesetzentwurf zur Stärkung de? Deutschtums in den Provinzen Posen und Westpreußen in erster Lesung erledigt. Nicht weniger alS 230 Millionen Mark werden in diesem Gesetzentwurse wiederum von der Bevölkerung Preußen- gefordert. Da? ist an sich schon eine große Summe, und dieselbe «scheint gegenwärtig umso größer, alS ja auch anderweitig noch neue schwere Lasten zur notwendigen Erhöhung unserer Wehrkrast in AuSsicht stehen. Trotzdem darf daS preußische Volk nicht zögern, auch noch jene geforberten 230 Millionen Mark sreudigen Herzen- zu bewilligen; denn eS handelt sich bei der Förderung deS Ansiedelung-werkeS in unserer Ostmark um die Förderung einer Werke? von höchster nationaler und wirtschaftlicher Bedeutung.
Der Streit um die französische Wahlreform hat den Sturz de? Kabinett? Briand herbeigeführt. Ministerpräsident Briand hat dem Präsidenten Poinca.ä die Demission de? Kabinett? überreicht. Die durch den Sturz de? Kabinett? geschaffene Lage wird in Pari? allgemein al? schwierig angesehen. Man glaubt auch, daß die Kabinettskrise ungewöhnlich langwierig sein dürste.
In Saloniki ist der König Georg von Griechenland ermordet worden, während er mit seinem Adjutanten einen Spaziergang machte. Der Mörder soll ein geistesgestörter Sozialist namen? Aleko Schina? sein. Er weigerte sich, den Grund zu seiner Tat anzugeben. DaS Geschick König Georg? ist umso tragischer, al? er und sein Volk nach zahlreichen Enttäuschungen und Mißerfolgen nunmehr am Ziele ihrer sehnlichsten Wünsche angelangt zu sein schienen. König Georg stand im 68. Lebensjahre. Der neue König Konstantin, der Schwager deS Deutschen Kaiser?, steht im 45. Lebensjahre. Er ist mit Prinzessin Sophie von Preußen, der Tochter Kaiser Friedrichs, verheiratet. Seine militärische Ausbildung hat König Konstantin im deutschen Heere erhalten. Er hat in Berlin die Kriegsakademie besucht und je ein Semester an den Universitäten Leipzig und Berlin studiert. DaS deutsche Volk begleitet seinen Regierungsantritt mit den besten Wünschen.
ver Balkankrieg.
Weitere Schritte Oesterreichs.
Wien, 21. März. Aus den gestern vormittag unternommenen Schritt der ungarischen Regierung in Cetinje ist bereits eine Antwort eingetroffen. Ueber die Frage SkutariS erklärt König Nikolaus, er bebaute zu hören, daß die Stadt sehr gelitten habe und er werde Befehl erteilen, in Zukunft daS Feuer aus die Befestigungen und nicht auf die Stadt zu richten. Die Antwort genügt hier nicht und wird zu weiteren Maßregeln Anlaß geben. Wegen der Ermordung deS französischen BotschastrrS Palitsch hat die österreichische Regierung die Zulassung einer österreichisch-ungarischen KonsulatSbeamten zur Teilnahme an der Untersuchung verlangt, war von Montenegro unter Berufung auf seine Souveränität-rechte in den militärisch besetzten Gebieten abgelehnt wird. Auch in dieser Angelegenheit werden weitere Schritte unternommen. Hinsichtlich deS ZwischenfallS deS Dampferg Skodra besteht die Monarchie auf der Bestrafung der Schuldigen. Die Antwort der montenegrinischen Regierung ist teils ablehnend,
befiehlt sie daS Auto. Sie muß sehen, was jener auS sich gemacht — da drüben in der Wildnis, im beständigen Kampf mit Naturmächten.
Eine Viertelstunde später sitzt sie im gefüllten Saale in einer der vorderen Reihen und wendet die Augen nicht von dem schmalen, unschönen, klugen Gesicht der Forscher?, der sie al? Student glühend geliebt, dessen stürmische Art sie, die kaum Erwachsene entzückt, die sich ihm heimlich verlobt — aus ihrem ersten Balle, auf dem sie al? Tochter de? Dekan? der Universität die begehrteste Tänzerin gewesen war.
Wolf besang sie in leidenschaftlichen Liedern; er schwärmte davon, ein Dichter von Gottes Gnaden zu werden. Doch da er arm war, hatte er ein Brotstudium ergriffen.
Ihre ein wenig schwankende Gesundheit veranlaßte ihre Eltern, sie in eine Schweizer Pension zu geben. Al? sie nach einem Jahre heimkehrte, stieß sie Wolf? ungepflegtes Aeußere, seine derben Dlanieren, seine oft zynische Art, zu reden, ab. Seine glühende Zärtlichkeit ängstigte sie, keinen Widerhall fanden feine Gefühle in ihrem Herzen, und endlich — sagte sie eS ihm.
(Schluß folgt.)
— Berlin, 20. März. Aus dem Schießplatz CummerS- dors fand gestern 9 Uhr 45 Minuten vormittag? ein Schießen der Versuch-batterie der Artillerie-Prüfungr-Kommisfion unter Leitung deS Batteriechef- statt. AuS bisher noch unaufgeklärter Ursache entlud sich ein Versuch-geschütz nach hinten und verletzte die Bedienungsmannschaften. Der Obergesreite Wiedmeyer war sofort tot. Kanonier Conrad verstarb nach seiner Einlieferung im Garnisonlazarett Tempelhot um 1 Uhr 30 Minuten. Außerdem sind mit leichten Verletzungen in da? Lazarett eingeliefert: Unteroffizier Wachtlin und die Kanoniere Bohnen und Lieben?. Bei diesen drei Verletzten besteht keine Lebensgefahr. Nähere- wird die eingeleitete Untersuchung ergeben.
— (Zwei Konfirmanden ertrunken.) Am Donner-tag ertranken aus der Zollelbe zwei Konfirmanden. Sie waren mit einem leichten Ruderboot in den Zollhasen gefahren und dabei gegen eine Ank«rk«tte gelaufen. DaS
teils ausweichend, und da da? Wiener Kabinett ein« weiter« Unterhandlung nicht beabsichtigt, so dürfte ein neuer Schritt erfolgen. Wie verlautet, wird dieser Schritt eine Frist für die Beantwortung setzen und nach Ablauf dieser Frist ein Ultimatum mit 24stündiger Frist gestellt werden, dem nötigenfalls die Besetzung der albanischen Häfen und vielleicht auch eine militärische Aktion in Albanien folgen.
Die Politik Montenegros.
Wien, 21. März. Die Hauptursache für daS energisch« Vorgehen gegen Montenegro ist die unverhohlene Absicht Montenegro-, mit Hilfe der serbischen Truppen Skutari zu Fall zu bringen und von Albanien abzutrennen. In dieser Politik werden die beiden Bolkanstaaten von der russischen Regierung unterstützt, da der russische Botschafter in London, Graf Benckendorf, zuletzt durch feine angebliche Erkrankung daS Zustandekommen der auf Albanien und Skutari bezüglichen Beschlüsse der Botschasterreunion vereitelt hat, um Montenegro Zeit zu lasten, Skutari einzunehmen und eine Vollender« Tatfache zu schaffen. Die russische Regierung gibt ihr« Zustimmung zur Einverleibung von Skutari nur sür den Fall, daß Skutari sich behauptet.
Neue Kämpfe.
Sofia, 21. März. Der gestrige Tag ist läng- der ganzen Tschataldschalinie im allgemeinen ruhig verlausen. Türkische Versuche, da und dort vorzudringen, wurden sofort zurück- gewiesen. wobei die Türken große Verluste erlitten. Auf Gallipoli und vor Adrianopel unterhielt die bulgarische Artillerie gestern ein Feuer gegen die feindliche West- und Südfront. — In Bulair eröffnete die bulgarische Artillerie daS Feuer gegen eine Kolonne der feindlichen linken Flügel-, die mit Befestigungsarbeiten auf den Höhen von Examilo beschäftigt war. Die Türken gaben die Verschanzungen preis und zogen sich zurück. — Gestern kreuzten türkische Torpedoboote außerhalb der Dardanellen. — Der Geist und der Gesundheitszustand der Truppen an der Tschataldschalinie ist ausgezeichnet.
Athen, 21. März. Folgende Depesche der General- Dangli- aus Janina vom 20. März wird amtlich bekanntgegeben: Gestern hat die achte Division Tepeleni besetzt. Nachdem die feindliche Artillerie einige Schüsse auf unsere Kavallerie abgegeben hatte, erbeuteten wir mehrere Geschütze. Die Bevölkerung empfing unsere Armee mit Begeisterung. Die mohammedanischen Bewohner mehrerer Dörfer forderten unsere Truppen zur Besetzung ihrer Ortschaften auf.
Konstantinopel, 21. März. Nach privaten Informationen hat die türkische Flotte durch da- Feuer ihrer Geschütze den rechten Flügel der Tschataldschaarmee unterstützt, von dem ein Teil von überlegenen bulgarischen Streitkräften an der Küste bei Kadikoej angegriffen worden war. Die Türken hätten die Bulgaren zurückgeschlagen.
Sofia, 20. März. Bei Tschataldscha rückte gestern eine türkische Division mit Artillerie gegen den linken bulgarischen Flügel vor: sie wurde unter großen Verlusten zurückgeschlagen. Eine andere türkische Division marschierte gegen baS Zentrum und näherte sich bi- auf eine Entfernung von 400 Schritt den bulgarischen Verschanzungen. Die Bulgaren machten einen Gegenangriff und schlugen auch diese Division in die Flucht. Die Türken ließen 500 Tote und Verwundete auf dem Platze. Gegen Abend versuchten die Türken mit sechs Bataillonen einen Angriff gegen den äußersten linken Flügel der Bulgaren. Die bulgarische Infanterie und Artillerie hinderte den Feind näher heranzurücken, und zwang ihn zum Rückzug. Infolge der schweren Niederlage, die der Feind vorgestern auf dem linken Flügel erlitten hat, unternahm er auf dieser Seite gestern keinerlei Bewegung. Türkische SanitätS» Mannschaften bergen die Leichen der vorgestern gefallenen Türken.
Die Demobilisierung in Rußland.
London, 21. März. AuS Odessa wird der „Morning Post" gemeldet, daß dort eingetroffenen Nachrichten auS Kiew zufolge die Demobilisierung der russischen Arme« alS feststehende Tatfache zu betrachten sei. Sie habe am 15. März begonnen, gehe rüstig vonstatten und werde in etwa 14 Tagen beendet fein.
Aus > und Heiland
Berlin, 21. Mär, 1913.
Wie bet L. A. auS guter Quelle hört sind die Reichs- behörden zurzeit damit beschäftigt, eine Ausstellung darüber zu machen, welche Mehraufwendungen für Altpensionäre entstehen würden, wenn die Ruhegehälter, Witwen- und Waisengelder der vor der Besoldung-reform von
Boot kippte um, und die Knaben fielen in? Waffer. Arbeiter der Königlichen Schiffswerft zogen die Verunglückten au- dem Wasser, doch waren sie beide schon tot.
— (EinGeier im Stuben ose n.) AuS Innsbruck wird geschrieben: „AlS die Frau deS ZillerbruckerbounS zu Bruck im Z llertal den Stubenofen anheizen wollte, bemnkte sie im Ösen ein frische- Ei, da- ihr besonders wegen seiner Größe auffiel, und im nächsten Augenblick wnkte sie, daß diese Bescherung von einem Hobichtweibchen herrührte, daS auf ganz ungewöhnliche Weise in den verschloffenen Ofen geraten war. Der Habicht, ein große- Exemplar von einem Hühnerhabicht (kurzweg Grier genannt), wurde dann von den Hau-leuten, die die Bäuerin sofort alarmiert hatte, im Ösen gefangen gesetzt, war nicht ohne starke Kratzwunden abging. Der hungrige Räuber hatte eine Henne verfolgt, die in ihrer Angst auf daS Hau-dach geflogen und dort in den Kamin geflüchtet war. DaS Habichtweibchen aber, baS die Beute nicht fahren lassen wollte, setzte ihr hart nach und versolgte sie durch den Kamin. Dort setzte eS sich selbst gefangen und brütete ein Ei auS. DaS Habichtmännchen hatte bald darauf den Aufenthalt deS Weibchens entdeckt; eS flog mit Geschrei um da- Hau- und in der Nähe de- Kamin- herum, aber daS Weibchen hatte nicht soviel Schlauheit, sich wieder auf dem gleichen Wege zu entfernen, aus dem eS gekommen war. Der gefährliche Hühnermarder fitzt jetzt im BauernhauS in Gefangenschaft.
— (WaSkosteteineuropäischerKrieg?) Der Proseffor an der Sorbonne in Pari-, Dr. Charles Richet hat eS ausgerechnet und als Grundlage feiner Berechnungen einen Krieg deS Dreibünde? gegen die Tripleentente genommen. Die Mobilisierung der Streitkräfte zu Wasser und zu Lande würde 21 Millionen Soldaten unter die Waffen bringen. Davon aus Deutschland 3 600 000 Mann, aus Oesterreich 2 600 000, Italien 2 800 000, aus Rumänien 300 000, auf Rußland 7 000 000, auf Frankreich 3 400 000 und aus England 1500 000 Mann. Die täglichen Ausgaben der kriegführenden Mächte berechnet Proseffor Richet auf 216V» Millionen Francs.