halb 8 Tagen nach Veröffentlichung dieser Anordnung vor. zunehmen ist. Die Untersuchung ist in Zwischenräumen von "14 Tagen zu wiederholen.
DaS Ergebnis der Untersuchung ist unter Angabe der TageS in ein Buch einzutragen, in dem die Pierde einzeln nach Geschlecht, Farbe, Abzeichen und Alter bezeichnet sein müssen.
Der Führer der Pserde hat da- Buch stet- mit fich zu führen und auf Verlangen vorzuzeigen.
8 2. In den Kreisen HosgeiSmar, Wolfhagen, Cassel Stadt und Land und Fritzlar wird die gemeinschaftliche Be- Nutzung von Brunnen, Tränken und Schwemmen durch Pferde verboten.
§ Z. Zuwiderhandlungen werden gemäß §§ 74 ff. der ViehseuchengcsetzeS bestraft.
8 4. Die Anordnung tritt sofort in Kraft, (A. III. 1503.) Cassel, dÄ 15. März 1913.
Der Regierungspräsident: gez. B e r n st o r s s.
* *
HttSseld, den 13. März 1913.
Wird veröffentlicht.
I. 3330. Der Landrat.
I. A.:
W e s s e l, KreiSsekretär.
HerSfeld, den 17. März 1913.
Auch im laufenden Jahre wird voraussichtlich eine beschränkte Anzahl Kinder unbemittelter Eltern hiesigen Kreise-, welche an chronischer Skrofulöse leiden, oder au- einem andern Anlaß einer Badekur besonder- bedürftig sind, aus KreiSkosten in die Kinderheilanstalt in Soolbad Soeben a. d. Werra ausgenommen werden können.
Die Herren ÖrtSschulinspektoren ersuche ich ergebenst, mir solche Kinder ihre- Bezirks, nach Anhörung der Eltern oder Vormünder, bis zum 1. April dS. JS. gefälligst in Vorschlag zu bringen. Außer den Namen der Kinder ist deren Geburts- tag, sowie auch der vollständige Name der Eltern anzugeben. Ebenso ist die B ed ürftigkeit kurz zu begründen und anzugeben, ob und etwa in welcher Höhe ein Zuschuß geleistet werden könnte.
Aufnahmefähig sind Knaben von 3 bis 12 Jahren und Mädchen im Alter von 3 bis 14 Jahren.
Soweit Anmeldungen bereit- bewirkt sind, brauchen diese Nicht wiederholt zu werden.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
I. A. No. 1816. von GruneliuS.
HerSfeld, den 15. März 1913.
In AngerSbach, Kreis Lauterbach, ist die Maul» und Klauenseuche erloschen.
DaS seitherige Sperr- und Beobachtung-gebiet ist wieder aufgehoben worden.
I. 3392. Der Landrat.
I. A.:
W e s s e l, KreiSsekretär.
HerSseld, den 19. März 1913.
Die Herren Bürgermeister und GutSvorsteher bei Kreises haben die L o s u n g S s ch e i n e, welche ihnen in den nächsten Tagen zugehen werden, den betreffenden Militärpflichtigen alSbald auSzuhändigen. DaS beigefügte Verzeichnis ist mir, nach Vollziehung der vorgerichtrten Empfangsbescheinigung, alSbald zurück zu senden.
I. M. Nr. 718. Der Landrat.
W e s s e l, KreiSsekretär.
Bekanntmachung.
Die Zustellung der Krieg-beorderungen und Paßnotizen erfolgt in diesem Jahre in der Zeit vom 26. 3. 1913 ab in den Oitfchaften, welche nicht zum Landbestellbezirk HerSseld gehören, durch die Post, in den zum Landbestellbezirk gehörigen Ortschaften durch die OrtSbehörden, in der Stadt HerSfeld durch Ordonnanzen.
Gleichzeitig erhalten die Mannschaften mit den KriegS- beorberungen einen AuSweiS in FamilienunterstützungS-An- gelegenheiten. Dieser ist mit der KriegSbeorderung zusammen in den Militärpaß einzukleben.
Die noch nicht zur dienstlichen Kenntnis gebrachten Woh- nungS-Veränderungen (Aenderungen der Hausnummern) sind sofort zu melden.
Die Mannschaften des BeurlaubtenstandeS haben den Anweisungen auf der den Krieg-beorderungen beigefügten Post
Aber die Liehe ist die größte...
Novelle von C. Gerhard.
(Fortsetzung.)
Er streifte zu den jungen Damen hin, aber in ihrer Mitte ftanb der Hausherr und scherzte mit ihnen. Der Prinz bemerkte, wie augenscheinlich fast jede sür den ritterlichen Mann schwärmte.
„Langweilige Dinger!" dachte er und „öde Gesellschaft!"
Wieder ging er in- Herrenzimmer und goß einige Gläser ©$tei hinunter. AlS im Saale Musik «klang, fragte er einen jüngeren Kameraden:
„Kann man nicht, um daS da zu übertönen, andere m m9en ^^"' tin Jeuchen machen?"
„Nein, nein, gänzlich ausgeschlossen, Durchlaucht."
„Ha, ha. Ist man denn hier so streng moralisch? Haßt Karten und Würsel?" 9 v p
w*1! ^««11, Durchlaucht, wenigsten- nicht bei unS im Regrment. Sind ja allzumal Sünder."
„Und aus den Gütern?"
„Bei den Douglas, Maaßen und Graf Dürkheim endet lebei Fest mit einem Spielchen. 9
„Unb hier nicht? Ist denn der Truchseß so zahm «"
Der andere sah sich scheu um. „AlS Junggeselle hat er'S arg getrieben," flüsterte er, „doch seit er verheiratet ist, rührt er keine Karte, keinen Würfel mehr an." 9
Der Prinz stieß zwischen den zufammengepreßten Lippen einen scharfen Pfiff auS. Vor feinem Blicke sah er eine Perspektive, bie ihn erregte, entzückte. Die AchilleSs«se"
Ha. ha I Daran wollte er den Allzuvollkommenen fassen. Wer einmal dem Spiele Versalien, widersteht nicht der Ver. surhung. Er soll wieder spielen, für nicht- andere- mehr Sinn und Gedanken haben J
Sie soll gestraft werden, sie soll leiden, die hochmütige, gehaßte Frau!
Und doch loht« nicht Haß, sondern glühende Leidenschaft m ihm, oll er, in die Tür bei MufiksaaleS tretend, Truchseß
karte strengsten- Folge zu leisten. Bor allem ist die Postkarte, welche als Quittung dient, am 1. April abzusenden. Bei Ab- sendung der Postkarte nach Unterschrist ist die alte KriegS- beorderung oder Paßnotiz sofort zu vernichten.
HerSfeld, den 13. März 1913.
Königliche- Bezirk-kommando.
nichtamtlicher teil.
Rarfreitag.
Karfreitag, der Tag von Golgatha! Ein Feiertag voll düsterer, heiliger Tragik und größter, stolzester Glauben-bejahung, ein Tag, an dem der bittere Leidensweg Jesu Christi, die letzte, höchste Qual feine- Erdenleben- unS in mitfühlen, der Trauer und dumpfem Schuldbewußtsein zu Boden drückt, unsere Freuden knebelt und da- Gefühl der Unwürdigkeit in unS am stärksten wachrust. Und wiederum ein Tag, der uns in stolzen, ewigen Worten die Verheißung gibt, daß allen unseren Sünden, möchten sie noch so schwer und tief gewesen sein, ein überirdischer Erlöser erstand, der durch seine eigene Aufopferung die Last unserer Verfehlungen aus sich nahm; ein Tag, der unS seit Jahrtausenden verkündet, daß Gott der Herr „feinen eigenen Sohn gab, aus daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben."---In allen christlichen Konfessionen ist der Karsreitag der größte und am strengsten beobachtete Feiertag. Laute, lärmende Vergnügungen verbietet daS Gesetz, nur kirchliche Konzerte und ähnliche, der Bedeutung deS TageS gerecht werdende Darbietungen sind gestattet. Ernster Selbst- prüsung soll dieser Tag geweiht fein und ist eS vermöge der Ueberlieferung seiner tragischen Bedeutung durch säst zwei Jahrtausende selbst bei solchen Gemütern, denen zu anderer Zeit Religion und Glaube Dinge zu sein pflegen, auf die man sich nur zu Zeiten bei Elend- und Unglück- besinnt. Der Sorgloseste, Leichtsertigste spürt am Karfreitag etwas von dem tieferen Wesen, daS ein echter, kirchlicher Glaube für ein Menschenherz bedeutet, von jener großen, wahren Liebe GotteS für feine Kinder, die ihren Höhepunkt in dem Augenblicke fand, als auf dem Hügel von Golgatha der verscheidende Erlöser ein gestammelte- „ES ist vollbracht" in die er- schauernde Nacht hinauShauchte---
(Erwerbung des R»nigs von Griechenland.
Rom, 18. März. Wie aus Saloniki gemeldet wird, wurde aus den König der Hellenen, während er heute nachmittag seinen gewohnten Spaziergang in den Straßen Salonikis machte, ein Revolverschuß abgefeuert. Die Kugel durchbohrte daS Herz. Der König wurde inS Krankenhaus gebracht, wo er bald nach seiner Einlieserung verstarb. Der Mörder, dessen Nationalität noch nicht feststeht, wurde verhaftet.
König (*eorg I. von Griechenland stammt auS dem Hause SchleSwig-Holstein-Sonderburg-GlückSburg. Er wurde als Prinz von Dänemark am 24. Dez. 1845 geboren und «hielt den Namen Wilhelm. Er nahm die ihm von der griechischen Nationalversammlung angetrogene Krone Griechenlands auf Grund bei von den Vertretern der Schutzmächte Frankreich, Großbritannien und Rußland am 5. Juni in London unter« zeichneten Vertrags am 6. Juni 1863 an, wurde von der gricchilchen Nationalversammlung am 27. Juni 1863 für volljährig erklärt und übernahm die Regierung als GeorgioS I„ König der Hellenen, am 31. Okt. 1863. Seit 1867 war er vermählt mit der Großfürstin Olga Konstantinowna von Rußland. Sein ältester Sohn, Kronprinz Konstantin, wurde am 21. Juli 1868 in Athen geboren. Er ist vermählt mit einer Schwester bei deutschen Kaisers, Prinzessin Sophie von Preußen.
Der Balkankrieg.
Siegreiches Vordringen der Griechen.
Die Giiechen setzen nach dem Falle JaninaS ihren SiegeS- zug in nördlicher Richtung fort. Ueber ihre neuesten Ersolge wird auS Athen berichtet:
DaS „Preßbureau" erhielt auS Janina ein amtliches Telegramm, daß die Griechen unter dem Jubel der Bevölkerung
auf der Geige spielen hörte und sehen mußte, wie bie schöne Frau, die in der vordersten Reihe ihrer Gäste saß, mit hingebender Liebe zu ihm anfblickte. Ihre ganze Seele lag in dem Blick.
Bald darauf verabschiedeten sich die Gäste.
AlS sich Prinz Jsingen über Irenens Hand zum Kusse beugte und sie dann mit einem ihr unverständlichen Blicke ansah, überlies eS sie kalt.
Stumm stand sie dann am Arme ihre- Mannes auf der Veranda. Im Parke schluchzten und jauchzten die Nachtigallen, Blumendüfte stiegen von den Beeten auf, in der Ferne rauschte der Fluß, der Mond übergoß die Landschaft mit feierlichem Licht.
„Du bist fo still und so blaß, Herzlieb. War dir daS Fest zu anstrengend, oder hat dich jemand verletzt?"
„Nein, Alexander, der heutige Tag krönt in harmonischer Weise unser Glück. Und doch. — Lache mich aui, wir ist so bange, alS nähme eS bald ein Ende — bald!"
„Irene! Mein Weib! So kenne ich dich noch nicht! Du bist überreizt, noch nicht in deinem schönen seelischen Gleichmaß. Aber selbst wenn daS Schicksal unS ein Leid senden sollte, würden wir e- nicht gemeinsam tragen und darum ertragen?"
„Ja, ja, gemeinsam!"
Mit ungewohnter Leidenschaft umschlang sie ihn, und er fühlte durch die leichte Seide den stürmischen Schlag ihres HerzenS.-----
Irene Truchseß saß am Bettchen ihre- fiebernden Söhn« chenS, hielt seine heißen Händchen mit ihren kühlen Fingern umschlossen und fang ihm mit umflorter Stimme ein Schlaf« liedchen.
Sie war blaß, ihre Augen schauten wie verloren in gram- boHe! Sinnen zum Fenster hinaus in die Dämmerung. DaS Leiden des Kleinen hatte nach bei ArzteS Versicherung keine ernstere Bedeutung; eS hing mit dem Wachstum der Zähn« chrn zusammen und würde ebenso schnell vergehen, wie ei gekommen war.
., trotzdem vermeinte sie nicht schlafen zu können; sie hatte die Wärterin zur Ruhr geschickt und saß nun schon Stund«
in Argirokastro eingezogen und die Türken in Unordnung in der Richtung auf Tepeleni geflüchtet seien. Weiter besetzte die griechische Armee am Montag nach erbittertem Kampse Kliffura. Die Türken leisteten heftigen Wide>stand, mußten aber vor der Wucht deS griechischen Angriff- ihre Stellungen räumen. Sie flohen in der Richtung auf Berat. Die Verluste der Türken sind sehr bedeutend. Die Griechen hatten 13 Tote und 14 Verwundete.
Die Griechen stehen somit hart vor der Linie, die alS künstige Südgrenze Albanien- festgelegt werden soll. Bon griechischer Seite wird die Versicherung abgegeben, daß diese Grenze respektiert werden soll und daß Valona und Berat nicht besetzt worden sind. Die Meldung der offiziösen Athener Telegraphenagentur lautet:
In maßgebenden Kreisen wird die Meldung italienischer Blätter über die Besetzung von Valona und Berat durch griechische Truppen dementiert. Der Höchstkommandierende vermeidet sorgfältig jede, selbst provisorische Unternehmung, die auf die obengenannten Gegenden abziclt, und die von Italien falsch ausgesaßt werden könnte. Der einzige Punkt, der die griechische Linie in EpiruS abschließen soll, ist Tepileni, da- unverzüglich besetzt werden wird.
Neue Kämpfe.
Konstantinopel, 18. März. Nach einem hier eingetroffenen Kriegsbericht fand gestern an der östlichen und westlichen Front von Adrianopel ein Tag und Nacht andauernder Kamps statt. Vor Bulair herrschte gestern Ruhe. Bei Tschataldscha schlugen türkische Truppen, die in der Richtung auf Kalsaköj und Akalan vorrückten, unter dem Schutze der türkischen Artillerie die vor ihnen stehenden bulgarischen Truppen zurück. AuS der Gegend von Kadagdschalöj war Kanonendonner hörbar. Vermutlich hat der Feind die Eisenbahnlinie und die dortigen EtationSonlagen zerstört.
Wien, 18. März. Die „Wiener Allg. Ztg." meldet über die Beschießung von Ekutari: DaS Feuer der Montenegriner richtete sich mehr gegen die Stadt al- die Befestigungen. Insbesondere scheint daS christliche Viertel scharf mitgenommen zu sein. Der Erzbischof fuchte mit mehreren tausend Katholiken Zuflucht in der Kathedrale. D'e Bevölkerung befindet sich infolge bei Bombardement- in steter LebenSgesahr.
Aus dem belagerten Adrianopel.
K o n st a n t > n o p e l, 18. März. „Sabah" erhielt gestern ein Funkentelegramm von ihrem Korrespondenten in Adrianopel, wonach Die Gesundh it und die Moral der Besatzung vortrefflich, der Vorrat an Leben-mitteln und Munition genügend in. Die Stadt könne sich noch mehrere Monate halten.
-I« Jn- end Ausland.
Berlin, 18. März 1913.
Der Kaiser und die Kaiserin sowie Prinz und Prinzestin August Wilhelm von Preußen werden Mittwoch nach PotSdam üb«ficdeln. Prinz Oskar von Preußen, der zurzeit zur Kriegsakademie kommandiert ist, wird bis einschließlich 27. d. M. in PotSdam weilen. — Der Kaiser hörte heute vormittag den Vortrag deS Staatssekretär- v. Jagow.
Der Kaiser wird alS Ersatz sür seine Korsureise am 29. März in Bad Homburg eintreffen und dort biS zum 21. April verbleiben. Sodann wird der Kaiser auf zwei Wochen nach WreSbaden überstedeln, wo während dieser Zeit die Fkflspicle im Königlichen Opernhaus stattsinben. Auch während der Tage deS Franksurter GesangSwettstreitS wird der Kaiser in Wiesbaden wohnen und von dort auS täglich im Automobil nach Frankfurt kommen. In feiner Begleitung werden auch die Kaiserin und Prinzestin Viktoria Luise sich befinden.
Am Mittwoch soll daS Plenum bei BundeSratS zusammen, treten, um über die neuen Heeres- und Steuer- vorlagen Beschluß zu fassen. Während man wohl bald zu einer Eiledigung der Militärvorlagen kommen dürste, scheinen nach dem „Berliner Lok.-Anz." die Verhandlungen über die neuen Finanzgesetze sich noch etwas hinziehen zu sollen, da ei noch nicht möglich war, die ausschlaggebenden einzelstaat- lichen Finanzverwaltun^en unter einen Hut zu bringen. ES sei mit der Möglichkeit zu rechnen, daß der Dewitzlche Bor- schlag (Uebernahme der Stempelabgaben aus daS Reich) noch als BundeSrotSbtschluß dem Reichstag zugeht; der Plan würde etwa 150 Millionen einbringen. Wie der Hansabund aus Grund zuverlästiger Nachrichten mitteilt, kommen Kohlen- steuern, Dividenden- und KotierungSabgaben, ferner QuittungS- steuern sür die Deckung der neuen Ausgaben nicht in Frage.
Wie auS Kopenhagen gemeldet wird, berichtet daS dänische Regierungsblatt R«get, Kaiser Wilhelm, der Zar und
um Stunde am Bettchen ihre- Liebling-. Wie so still war eS um sie her, im ganzen Schlöffe — beängstigend und still! Irene war'S, als hörte sie in der gewaltigen Stille nur ihr Herz klopfen — stark, unregelmäßig; sie hatte die Empfindung, als tobe ein Fieber in ihrem Körper, und doch war ei nur die Seele, die litt.
Behutsam löste sie die Hände von denen deS ringe« schlummerten Kindes und trat anS Fenster.
Die bleiche Mondsichel stand am Himmel, gespenstisch erschienen in ihrem fahlen Lichte die kahlen Aeste der Bäume, die der Sturm fast zur Erde bog und wieder empor« schnellen ließ.
Zwölf Schläge der Turmuhr verkündeten die Mitternacht. Zwölf Uhr und noch war Alexander nicht daheim. Aber ei sand ja da- LiebeSmahl bei Regimentes, dem er oli Referve« offizier angehörte, statt, und die Kameraden würden ihn noch nicht fortgelaffen haben. Sie gönnte ihm ja auch daS Zu- jammenfein mit den Offizieren. Nur daß sie ihn jetzt so viel häufiger nach der Stadt zogen als in den ersten Jahren ihrer Ehe, und daß er oft so seltsam erregt oder schweigsam zurück- kam, beunruhigte sie.
„Wenn nur nicht---"
„Nein, nein, eS war Sünde, eS zu denken, zu vermuten —!
„Alexander, vergib mir den Verdacht, ich dars nicht an dir zweiseln."
Aber waS war ei denn, waS ihn verändert hatte: Eine neue Liebe? Sicher nicht! Er liebte sie tiefer, inniger noch, ali da er sie sich gewann, sie war ihm alle-! Da- fühlte sie an jedem Tage neu.
Jedoch verbarg er ihr nicht zuweilen feine Gedanken? Schreckte er nicht hin und wieder auS düstnem Sinnen empor, wenn sie ihn anredete und wollte dann doch nicht zugeben, daß er erregt, bekümmert war. Hatte er Sorgen, an denen er sie voll Zartgefühl nicht teilnehmen lassen wollte? DaS schien ausgeschlossen bei feinem reichen Besitz, seinem gut angelegten Vermögen.
War er krank? DaS würde sie, die jede Linie feine! Gesichtes kannte, ihm ansehen. Wa-.war eS also ? (Forts, f.)