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herzfelder Kreisblatt
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Fernsprech-slnschlutz Nr. 8
Nr. 33.
Dienstag, den 18. März
1913.
Amtlicher Ceil.
HerSfeld, den 12. März 1913.
Diejenigen Herrn Bürgermeister deS Kreise-, welche mir gemäß meiner Verfügung vom 11. Januar d. JS. I. A. Nr. 172 KreiSblatt Nr. 8 den Gemeindevoranschlag für das Rechnungsjahr 1913 noch nicht eingereicht haben, werden hieran mit Frist bis spätestens zum 24. d. MonatS erinnert.
Der Vorsitzende des Kretsausschusies:
I. A. Nr. 172. von GruneliuS.
Bekanntmachung.
Die diesjährige FrühjahrS-Kontrollversammlungen im Kreise Her-feld finden wie folgt statt:
3u Hersfeld I.
(Platz hinter dem BezirkS-Kommando)^ Montag, den 7. April 1913 9 Uhr vormittags.
Es haben zu erscheinen sämtliche Offiziere, Sanitätsoffiziere, Betcrinäroffiziere und oberen Militärbeamten der Reserve und Landsvehr I. AufgebotS und sämtliche Reservisten auS der Stadt HerSfeld mit Hof Wchneberg.
3u Hersfeld II.
(Platz hinter dem BezirkS-Kommando) Montag, den 7. April 1913 10 Uhr vormittags für sämtliche Wehrleute I. AufgebotS sowie die Ersatz-Refcrvtstcn auS der Stadt HerSfeld mit Hof Wchneberg.
Zu Hersfeld III.
(Platz hinter dem BezirkS-Kommando)
Montag, pen 7. April 1913 11 Uhr vormittags.
Es haben zu erscheinen sämtliche Offiziere, Samtälsoffiziere, Veterinäroffiziere und oberen Militärbeamten der Reserve und Landwehr I. AufgebotS und Mannschaften auS den Gemeinden Kathu-, GutSbezirk Oberrode, PeterSberg mit Kühnbach, GutSbezirk WilhelmShof, Sorga mit Sölzerhöfe, GutSbeziik BingarteS mit JohanneSberg, Meisebach, KalkobeS, GutSbezirk Eichhof, Eichmühle, HeeneS, Hermann-Hof.
Zu Friedlos
(bei Gastwirt Lehn)
Dienstag, den 8. April 1913 10V< Uhr vormittags.
ES haben zu erscheinen sämtliche Offiziere, Sanitätsoffiziere, Veterinäroffiziere uud oberen Militärbeamten der Reserve und Landwehr I. AufgebotS und Mannschaften auS den Gemeinden Friedlos. Reilo-, Mecklar, Meckbach mit Kneipmühle, Gerterode, Rohrbach und Tann.
Zu Obergeis
(bei Gastwirt Ernst)
Dienstag, den 8. April 1913 3 Uhr nachmittags.
Es haben zu erscheinen sämtliche Offiziere, Sanitätsoffiziere, Betcrinäroffiziere und oberen Militärbeamten der Reserve und
Wer die Liebe ist die größte...
Novelle von C. Gerhard.
(Fortsetzung.)
„Alexander! Vetter Truchseß!" rief ihm ein elegant ge- kleideter Herr, offenbar ein Offizier, zu.
„Verzeihen Sie, Komtesse, ich muß Sie einen Augenblick verlaffen. Dort ist mein vor kurzem auS Südwest heim- gekehrter Vetter, der mich begrüßen will. Sie bleiben ja im Schutze Ihrer Eltern."
Sie nickte ihm freundlich gewährend zu, und doch fühlte fie sich ohne ihn verlaffen. Die Gräfin drängte nach einem der Spieltische; ihr Gatte benutzte eine soeben entstandene Lücke, um sie aus einen leergewordenen Stuhl zu drücken und blieb hinter ihr stehen. Mit flammendrotem Gesicht legte die Gräfin ihr 10 Frankstück aus rouge, gewann, zeigte Irene, die Hochausgerichtet ihr gegenüber stand, triumphierend ihren Gewinn und setzte weiter.
Irene war erstaunt, verletzt. Ihre Mutter, die sich keinen Wunsch versagen durfte, war anscheinend froh über dieseS gewonnene 10 Frankstück, dieser Geld, daS ein anderer verlor.
Und wie sie dachten, empfanden alle, die hier um die Spieltische sich scharten? ES war ihr, alS verloren sie ihre Menschenwürde damit.
Sie mochte die Mutter an dieser Stelle nicht mehr sehen und schritt langsam auS einem der Säle in den andern, die Gemälde betrachtend. Aber alle diese meisterlichen Verherrlichungen der Sinnensreude stießen sie ebenso sehr ab wie die dreisten forschenden Blicke der Männer, die dem einsamen, schönen Mädchen im weißen Kleide weitgehendste Beachtung schenkten. Wenn nur Alexander wieder frei wäre, zu ihr käme!
Aber sie entdeckte ihn in der Menge nicht; doch fie entsann sich, daß er von den Lesesälen in der ersten Etage gesprochen. Dorthin ging sie. Aber sie laS nicht. Sie trat auf den Balkon, und es war ihr, als badete sie ihre Seele rein von all dem Staub und Schmutz, den sie unten gesehen, im Anblick der hehren Berglandschast vor ihr.
Landwehr I. AufgebotS und Mannschaften auS den Gemeinden AllmerShausen mit Hof HählganS, Aua, Biedebach, GitterSdors, ObergeiS und UntergeiS.
Zu Heimboldshausen
(bei Gastwirt Echtermeyer)
Montag, den 14. April 1913 81/* Uhr vormittags.
Es haben zu erscheinen sämtliche Offiziere, Sanitätsoffiziere, Veterinäroffiziere und oberen Militärbeamten der Reserve und Landwehr I. AufgebotS und Mannschaften auS den Gemeinden HeimboldShausen, AuSbach, Ha: -rode, Gethsemane, PhilippS- thal, RöhrigShos mit N ppe und Unterneurode.
Zu Heringen
(aus dem Platz bei be n Hotel „Glückaus")
Montag, den 14. April 1313 10,20 Uhr vorm.
Es haben zu erscheinen sämtliche Offiziere, SanitStSoff ziere, Veterinäroffiziere und oberen Militärbeamten der Reserve und Landwehr I. AufgebotS und Mannschaften auS den Gemeinden Bengendors, Heringen mit Hos Füllerode, Leimbach, LengerS, Widdershausen und WölserShausen. Die Mannschaften auS Kleinensee erscheinen in Hönebach am 12. April mittags 12 Uhr in der Nähe vom Bahnhof, Dorsstraße.
Zu Frieoewald
(aus dem Schloßplatz)
Dienstag, den 15. April 1913 9% Uhr vormittags
ES haben zu erscheinen sämtliche Offiziere, Sanitätsoffiziere, Betcrinäroffiziere und oberen Militärbeamten der Reserve und Landwehr I. AufgebotS und Mannschaften auS den Gemeinden Friedewald mit Hos Weißenborn, Herfa, Lautenhausen mit Hof Oberneurode und HillartShausen.
Zu Schenklengsfeld
(bei G a st w i r.t Beheb)
Dienstag, den 15. April 1913 2% Uhr nachmittags.
ES haben zu erscheinen sämtliche Off ziere, Sanitätsoffiziere, Veterinäroffiziere und oberen Militärbeamten der Reserve unb Landwehr I. AufgebotS und Mannschaften auS den Gemeinden Conrode, Dünkelrode, MalkomeS, Motzfeld, OberlengSfeld, RanSbach, HilmeS, LampertSfeld, LanderShaufen, SchenklengS- selb, Schenksolz, Unterweisenborn, Wehr-hausen und Wüstseld.
Zu Oberhaun
(bei Gastwirt Schacht)
Sonnabend, den 19. April 1913 10% Uhr vorm.
ES haben zu erscheinen sämtliche Offiziere, Sanitätsoffiziere, Betcrinäroffiziere und oberen Militärbeamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebot- und Mannschaften aus den Gemeinden Eitra, Hilperhausen, Kohlhausen, Oberhaun, Roßbach, Rotensee, SiegloS, Unterhaun und WipperShain.
Zu Kirchheim
(bei Gastwirt Ruhn)
Montag, den 21. April 1913 11% Uhr vormittags.
ES haben zu erscheinen sämtliche Offiziere, Sanitätsoffiziere Betcrinäroffiziere und oberen Militärbeamten der Reserve und Landwehr I. AufgebotS und Mannschaften auS den Gemeinden
Plötzlich ward sie sich der verrinnenden Zeit bewußt und erschrak bei dem Gedanken, daß ihre Eltern sie vermissen würden. Seufzend begab sie sich wieder in die Spielsäle. Noch voller waren die Räume, noch drückender empfand sie die Luft.
Vergeblich suchte sie die Eltern an dem Tisch, an dem sie sich vorhin aufgehalten, vergeblich am zweiten. Plötzlich stand sie wie angewurzelt, ein jäher Schreck durchzuckte sie; ihr war'-, als müßte sie tot niederstürzen.
Ihr gegenüber saß Alexander Truchseß am Spieltisch. Neben ihm häuften sich Gold und Scheine. In sein totenblasseS Gesicht fielen wirr die dunkeln Locken, seine Hände strichen nervös den Gewinn ein ; in seinen glühenden Augen, die blicklos über fie hinwegglitten, au- dem Zug um den Mund laste die Leidenschaft für da- Spiel.
Er, den sie hochgeachtet wie wenige, den sie liebte — dem Dämon der Spiel- verfallen!
Vor ihren Augen dunkelte e-, sie schwankte, stieß einen dumpfen Laut aus. Im Augenblick sammelte sich ein Kreis um die Ohnmächtige. Da kam auch schon ihr Vater, nahm sie, die langsam erwachte, erschreckt in seine Arme, bestrebte sich, mit ihr den AuSgang zu erreichen.
An Alexander Truchseß' Ohren klang eS: „Eine junge Deutsche ward ohnmächtig!" „Ein schöne- Mädchen! Sie soll eine Prinzessin, — nein, eine Komtesse sein." „So?" „Ja, eine Komtesse WaldhauS oder Waldheim."
Vom Klänge deS geliebten Namen- wie vom elektrischen Schlage berührt, fuhr Alexander Truchseß von fernem Sessel empor. Ohne deS Spiel- weiter zu achten, raffte er Gold und Scheine zusammen und stürzte hinaus.
Leer lagen vor ihm die Wege um daS Palmen- und Blumen-Rondell, verlassen schienen die nahen Gärten, da eilte er auf die Terrasse, und endlich sah er Irene auf einer der weißen Marmorbänke fitzen, während ihre Eltern in der Nähe auf- und niedergingen.
Sie hatte wohl allein sein wollen, Etwa- Hilflose-, Gequälte» lag in ihrer Haltung, heiß wallte daS Mitleid und die Liebe in ihm empor, in wenigen Minuten hatte er sie erreicht.
Allendors, Frielingen, GeiSdors, Ger-hausen, GoßmannSrode, mit Hof Siebenmorgen, HedderSdorf, Kemmerode, Kirchheim mit Weich und Eichmühle, Kleba. Reckerode, ReimboldShausen, Rotterterode mit Hos BeierSgraben und Willing-Hain mit Hos Löscher.
Zu Niederaula
(K " ck p l a tz)
Montag, den 21. April 1913 2 Uhr nachmittags. ES haben zu erscheinen sämtliche Offiziere, SamiälSvffijtn«, Betcrinäroffiziere und obeien Militärbeamten bet Rcicrve Landwehr I. AufgebotS und Mannschaften auS den Gemeinden ASbach, BeierShausen, Hattenbach, KerSpenhausen, SolmS, StärkloS, GutSbezirk Engelbach mit Hos Sternberg, KruSpiS, MenaShausen, Niederaula, Niederjoffa und Holzbeim.
Zur strengen Beachtung für die Beteiligten fügt das Bezirkskommando folgende Bemerkungen hinzu:
1. Zu den FrÜhjahrSkontrollversammlungen haben sich alle Mannschaften, welche der Reserve und Marine-Reserve, Landwehr und Scewehr ersten AufgebotS, der Ersatzreserve und Marine-Ersatzreserve angehören, sämtliche zur Disposition der Ersatzbchörden entlassenen, sowie die zur Disposition der Truppenteile und Marineteile beurlaubten Mannschaften zu ge- stellen. Ferner sämtliche Invaliden- und Rentenempsänger der Reserve und Landwehr I mit Ausnahme der dauernd abge- fundenen Ganzinvaliden und der alS dauernd untauglich auS- gemusterten Rentenempfänger. Nur diejenigen Wehrmänner und Seewehrmänner, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1901 eingetreten sind und deshalb bei den diesjährigen Herbftkontrollverfammlungen zur Landwehr zweiten AufgebotS übertreten, sind von der FrühjahrSkontrollvcrfamm- lung dieses JahreS entbunden
2. Die Einberufung zu den Kontrollversammlungen findet lediglich durch diese öffentliche Aufforderung und durch Ausrufen in sämtlichen Oltschofren statt. Die Nichtbefol- gungderBerusungzudenKontrollversamm- lungen hat Arrest zur Folge.
3. Die Mannschaften auS einzelnen hier nicht genannten Höfen und Mühlen rc. gehören zu den Ortschaften, zu deren Gemeinden sie zählen.
4. Die Mannschaften haben den Militärpatz und das Führung-attest mit zur Stelle zu bringen. Kriegsbeolderung oder Paßnotiz müssen vorn im Paß eingeklebt sein.
5. Gesuche um Befreiung von der Kontrollversammlung find rechtzeitig bei dem BeziikSfcldwebel in HerSfeld anzubiingen und können nur durch daS BeziikSkommando genehmigt werden.
• Wer vor der Kontrollversammlung keinen Bescheid erhält, hat sich dennoch zu stellen.
6. Etwaige plötzliche Krankheit oder sonstige Verhinderungsfälle müssen entweder durch ärztliche Atteste, oder durch Atteste
„Komtesse Irene, Sie sind leidend! Die schwere Lust dadrinnen ließ Sie ohnmächtig werden."
Sie hob die umflorten Augen zu ihm empor.
„Nicht die Lust war eS," erwiderte sie tonloS, „eS war — eS war der Anblick, der sich mir bot. Ich mußte Sie untern den Spielern sehen und aus Ihrem Antlitz stand die Leidenschaft geschrieben."
Sie schlug die Hände vor daS Gesicht und brach in erschütternde- Schluchzen auS.
Aschsahl im Antlitz beugte er sich zu ihr nieder.
„Irene, ich sagte Ihnen, daß ich ein Sünder bin. Der Dämon deS Spiels ergriff mich schon in früher Jugend. Oft kämpfte und oft unterlag ich. Heut glaubte ich mich gefeit, doch als Sie den Saal verließen und ich den Spielern zufah, packte mich die Lust mit elementarer Kraft, drückte mich auf den Stuhl am Spieltische nieder."
Sie schluchzte hestiger noch.
„Irene, Sie weinen um mich — weil Sie mich lieben?" „Weil ich Sie liebte — ja! Doch ich liebte einen anderen, alS der Sie find. Ich bitte Sie, gehen Sie, verlassen Sie mich, ich will Sie zu vergessen suchen."
„Nein, nein, Irene, nun ich daS Geständnis Ihrer Neigung vernommen, nun lasse ich Sie nicht. Wohl bin ich schuldig in diesem Einen, aber löscht dieser Moment mein ganze- Leben und Tun, mein Streben und Wirken auS? Wenn du mich liebst, kannst du mir nicht vergeben, kannst du nicht mein werden, der dich anbetct, dich liebt, wie fein Heiligtum? Irene, gib dich mir, und ich will dem Spiel entsagen. Ich schwöre dir —"
„Nein, nein, schwöre nicht! Weh, wenn du einst diesen Schwur brächest!"
„In deinem Besitz würde keine Veisuchung mir etwa- anhaben. O Geliebte, vergiß diese Stunde der Schwäche, sei mein guter Engel. Laß uns mit einander schaffen, glücklich sein und glücklich machen. Ich liebe dich — ich liebe dich unsagbar!"
AuS ihren tränenerfüllten Augen sah sie ihn prüfend an, all wollte sie bis auf den Grund seiner Seele sehen. Dann