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die Häuser Hohenzollern und WittelSbach miteinander ver- knüpfen, aus- eindrucksvollste in die Erscheinung. Sowohl in seinem Trinkspruche bei der Galatafel wie auch in seiner Ansprache an die Vertreter der Berliner Bürgeischast aus dem Rathause betonte Prinzregent Ludwig mit Nachdruck die Not­wendigkeit der ReichSsreudigkeit und deS FesthaltenS am nationalen Gedanken. Gerade in bewegten Zeiten wie den gegenwärti n ist ein derartig entschiedenes Bekenntnis, ganz besonders auch mit Rücksicht auf daS AuSland, von hohem Werte, Im übrigen hat die herzliche, freudig bewegte Teil­nahme, mit der die Bevölkerung der ReichShauptstadt den Besuch deS Gästepaarcs aus Bayern begleitete, den Beweis geliefert, daß die Sympathien, die Prinzregent Luitpold in ganz Deutschland genoß, unvermindert auf seinen Nachfolger übergegangen sind.

Auch unser Nachbarreich Rußland hat feine Jubiläumsfeier gehabt, die Feier deS dreihundertjährigen Bestehens deS gegenwärtigen ZarenhauseS, der Romanows. Die Herrschaft dieser Dynastie, der Dynastie Romanow- Holstein-Gottorp, fällt zusammen mit einem ungeheuren Wachstum, das den ursprünglichen Moskowiter Staat zu dem russischen Weltreiche von heute gemacht hat, und mit einer gewaltigen Summe von Kulturarbeit, die noch gegenwärtig nicht abgeschlossen ist und in der Eingliederung einer großen Zahl der mannigfachsten slawischen und mongolischen VolkS- stämme in den europäisch-abendländischen ZivilisationSkreiS besteht. Um diese Arbeit fortsetzen und daS große Werk der in Angriff genommenen inneren Reformen zu einem gedeih­lichen Abschlüsse bringen zu können, braucht Rußland Ruhe und Frieden nach außen und im Innern eine von revolutio- nären Zuckungen ungestörte Entwicklung. BeideS wünschen wir unserem russischen Nachbarvolk- zu seiner Jubelfeier von Herzen, und wir erinnern unS bei dieser Gelegenheit gern der fast durchweg freundlichen und vertrauensvollen Beziehungen, die während der verflossenen drei Jahrhunderte zwischen Ruß­land und Deutschland obgewaltet haben, und von denen wir hoffen, daß sie auch fernerhin ungetrübt bleiben werden.

In E n gla nd ist daS Parlament mit einer Thron­rede König Georgs Eröffnet worden, an die sich eine Debatte knüpfte, die eine Erklärung deS Premierministers A S q u i t h über die auswärtige Lage zur Folge hatte. Der Minister hob hervor, daß daS Zusammenarbeiten Deutschlands und Englands auf dem Boden deS orientalischen Programms gegenseitiges Vertrauen hervorgerufen habe, daS „zwischen den beiden großen Nationen andauern" werde. Diese Worte wurden von dem lebhasten Beifall deS Haus-S begleitet, dem wir unS von Herzen anschließen. Ueberhaupt muß der Ge- samteindruck der ASquithschen Rede als ein entschieden freund» licher bezeichnet werden.

Der Aufruf: „An mein W.

Worte können Taten fein. DaS hat vor hundert Jahren der denkwürdige Ausruf König Friedrich Wilhelms III. „An mein Volk" bewiesen. Er bedeutet die erste entscheidende Tat am Beginn deS großen Befreiungskrieges. In der Zeit höchster Spannung und fiebernder Erwartung wirkte er zündend. AlS Erlösung wurde er begrüßt und bejubelt. Sieben lange Jahre hatte daS preußische Volk unter der grausamen Willkürherrschast Napoleon- gelitten, geseufzt. Aber eS hat die schwere Not ertragen, weil eS zuversichtlich hoffte, daß die Stunde der Befreiung endlich doch einmal schlagen müsse. Auf des" Aeußerste hatte eS alle feine Kräfte angestrengt, um für die Zeit gerüstet zu sein, in der eS heißen sollte: Und wenn die Not nicht Eisen bricht, daS Eisen bricht die Not! Nun gab am 17. März des KönigS Ausruf daS ersehnte Zeichen. Alle Ungewißheit und Unsicherheit hatten ein Ende. Mit einem Schlage wichen Bangen und Verzagtheit. Verkündete doch gleich der erste Satz deS Ausrufs, daß der Krieg beginnt. Der Aufruf war der KriegSrus. DaS nahm von den Ge­mütern den Druck, der seit Jena und Auerstedt so unsäglich schwer aus ihnen gelastet hatte. Jetzt sollte die Zeit der Ernte kommen, jetzt sollte die Saat reisen, die 7 Jahre hindurch in Geist und Herz gelegt worden war, jetzt ging der schier unerträgliche Zustand deS VerschleiernS, deS VerheimlichenS, der Unwahrhaftigkeit endlich vorüber. „Jetzt ist der Augen­blick gekommen, wo alle Täuschung über unseren Zustand aushört." Jetzt galt eS nicht mehr, geduldig zu harren; jetzt entflammte die Herzen die Losung: Siegen oder sterben!

Diese Losung gab der Aufruf. So konnte eS nicht weiter, gehen. Lieber untergehen, als so noch weiter leben. „DaS Mark deS Landes ward auSgesogen", sagte der Aufruf. Und weiter: „DaS Land ward ein Raub der Verarmung." Dann der Hinweis auf daS, was ein jeder am eigenen Leibe, an

sie doch Leben und Liebe und Seligkeit. Sie strahlt ihn an — selbstvergessen.--

Und wieder locken jauchzend, berückend die Walzertöne sinnbetörend, sich wiegend in schwebenden Akkorden, die Geigen schluchzen und singen.

Er hält sie im Arm, Blick ruht in Blick.

„Ellen — einzige — liebe — geliebte — mein Glück — meine Braut!*

— Hagen (Westfalen), 13. März. Ein Unglück ereignete sich heute nachmittag auf der Lenne, einem kleinen Nebenfluß der Ruhr. Ein Lehrer au- dem Orte Elsey (Kr. Jserlohn) unternahm mit seiner VolkSschulklasse bei dem herrlichen Wetter einen Spaziergang. Auf der Heimkehr mußten die Kinder mit einem Kahn über die Lenne gesetzt werden, die an jener Stelle tief und reißend ist. Ein Teil der Kinder war bereits übergefitzt, als beim zweiten Mal wahrscheinlich wegen der Unruhe der frohen Schar der Kahn umschlug. Der Lehrer und der Schiffer konnten sechs Kinder aus dem Fluß retten. Ein Knabe und drei Mädchen wurden aber von der Strömung fortgeriffen und ertranken. Ihre Leichen sind noch nicht geborgen.

— (Ein furchtbarer Kampf mit Löwen.) Eine aufregende Begegnung mit einem Rudel Kirnen hatte, wie aus Nairobi in Britisch-Ostafrika berichtet wird, der Eng- länder I. C. Crawley zu bestehen. Der Jäger zog, bewaffnet m,t feinem Gewehr und einer Browningpistole und von einem eingeborenen Boy begleitet, auf die Löwenjagd. Bald sah er in einer Entfernung von etwa 125 Metern einen großen Löwen sitzen; er feuerte und tötete das Tier. Als er sich feiner Beute näherte, tauchten auf einmal 5 andere Löwen auf, die er nicht bemerkt hatte, und die wahrscheinlich in der Nähe geschlafen hatten. Crawley feuerte wieder und ein zweiter Löwe brach zusammen. Dadurch ermutigt, ver­suchte der Jäger, noch einen dritten König der Tiere zur Strecke zu bringen. Er legte daher, während die vier noch übrigen Löwen auSeinanderliefen, auf den nächsten an und verwundete ihn. DaS Tier stürzte mit Wutgebrüll in seinem Schmerze aus die Stelle zu, von wo der Knall gekommen

seinem Herd, in seiner Gemeinde und Provinz erfahren hatte: Der Hinweis aus den „Uebermut und die Treulosigkeit der Korsen, auf die Verträge des französischen Kaiser-, „die mehr noch alS seine Kriege unS langsam verderben mußten". WaS sich jeder tausendmal gesagt hatte: Lieber ein Ende mit Schrecken, alS ein Schrecken ohne Ende, da- brächte der Aufruf zum Ausdruck: Ruhmvoller Untergang ist besser, alS aufzuhören, Preußen und Deutsche zu sein. „Ehrlos vermag der Preuße und der Deutsche nicht zu leben." DaS Wort mußte einschlagen; eS entfesselte die lang zurückgehaltene KampfeSleidenschaft, eS stählte den Willen zum Siege. Der Aufrus sprach nur daS auS, dessen sich jeder bewußt war. Trotzdem wirkte er so gewaltig. WaS er kündete, hatten alle mit glühender Seele empfunden, mit heißer Sehr sucht erwartet, im Gebet erfleht. Darum begann er auch mit der Erklärung, daß eS einer Rechenschaft über die Ursachen deS KriegeS nicht bedürfe. In gedrängter Kürze faßte er zusammen, waS die Jahre zuvor die führenden Männer deS Volke-, die Ersten und Besten, die Denker und Dichter, die Lehrer und Prediger gehegt und gepflegt, genährt und erstrebt hatten, um den Willen zu wecken und zu sammeln für da- Vaterland.

Nach den mancherlei Fehljchlägcn, nicht von der berufenen Stelle von oben her, sondern au- dem Volke heraus, die Bewegung zur Befreiung anzubahnen und zu entfachen, konnte der rettende Sammelruf nur noch vom Könige kommen. Von feinem Willen hing daS letzte Heil ab, das allein im Schwerte lag. Alles Sinnen und Trachten blieb auf den einen Ge­danken gerichtet, die Fesseln zu sprengen und die Waffen bis zum letzten Mann zu ergreifen. Dazu auffordern konnte nur der angestammte Herrscher. Eine wunderbare Kraft strömte von dieser Aufforderung auS. Jede- der Worte packte. WaS nur irgend den Willen, den letzten Blutstropfen dem Vater­lande zu opfern, erregen konnte, löste der Aufruf auS. Er richtete sich an daS Edelste im Menschen, an da-, waS am tiefsten in ihm wurzelt, an die Anhänglichkeit zur heimischen Scholle, an die Liebe zur Provinz und zum preußischen Staate, an die Treue zum deutschen Vaterlande, an den Glauben an den Gott der Gerechtigkeit. Er erinnerte an die großen Vor­fahren, an den großen Kurfürsten, an den großen König. Da wurde die Erhebung allgemein und unwiderstehlich; da wuchs der Aufschwung der Gemüter zu einer Begeisterung ohne Gleichen, zu heiliger Begeisterung, die immerdar die deutsche Seele mit andächtiger Bewunderung erfüllen muß.

Der Ausruf klang wie ein Brausen vom Himmel, wie ein gottgegebeneS Sturmzeichen. Einer der FreiheitSsängcr vor hundert Jahren verglich deS KönigS Aufrus mit dem rollenden Donner, mit dem die Schneelawine, in Blut znquollen, brausend vom Gebirg herabstürzt. DeS KönigS Stimme schalle so laut, wie deS Donner- Rollen, und die Jugend sei die Flut, die brausend zu den Waffen stürze. „DaS Zeichen lodert, und die Erde bebt von Schlacht."

Zur Störung der Lage.

Viele böse Hoffnungen der Krieg-Hetzer und der im Orient sich hoffnungslos bekämpfenden Krieg-Parteien sind in den letzten Tagen zu Grabe getragen worden, denn eS sällt den in zwei Gruppen geteilten Großmächten nicht ein, den Balkan­staaten oder der Türkei zu Liebe einen europäischen Krieg zu führen, und Hunderttausende von Soldaten und Milliarden von Geld für die Herren Balkanvölker oder gar für die Herren Türken zu opfern. Eine weite Mäßigung und Zurück­haltung in den Streitigkeiten der OrientS ist die klare und sichere Grundlage für die Politik der Großmächte geworden. Auch eine etwa in Frankreich vorhandene KriegSlust hat eine starke Abkühlung erfahren, da England öffiziös und off ziell erklärt hat, daß eS ihm nicht eingefallen sei, bei einem großen europäischen Kriege einer befreundeten Macht die Abjendung eine- HülsSkorpS auf da- europäische Festland zu versprechen. Auch ist inzwischen der Welt klar geworden, daß Deutschland mit seiner geplanten Heere-vermehrung nur eine Besestigung deS Frieden- und eine Verstärkung feiner Verteidigung-mittel im Auge hat und auch nur im Auge haben kann, denn wenn die geplante Heeresvermehrung in Deutschland auch sehr bedeutend ist, so wird sie doch erst allmälig und von Jahr zu Jahr eintreten, und kann man daher auS der deutschen HeereSvorlage keine Bedrohung deS Frieden- herleiten. Der ganze Ton der sranzösischen Presse hat sich daher in den letzten Tagen ganz und gar geändert, man erkennt in Frank­reich, wie man eS sogar auS dem Munde deS französischen Kriegsministers Etienne hören konnte, den friedlichen Charakter der deutschen Politik an und beruft sich dabei sogar auf die Worte deS Kaiser Wilhelm. Die sranzösischen Minister und führenden französischen Zeitungen bemühen sich daher, auch

war. Ein zweiter und dritter Schuß brachten dem Löwen neue Wunden bei; mit einem sicheren Schüsse seiner Brow­ningpistole mochte ihm Crawley den GarauS, als er nur noch 2Ve Meter von ihm entfernt war. Die Leiber der erlegten Tiere wurden jetzt gesammelt, und dabei bemerkte der glückliche Nimrod eine blutige Spur, die ihm anzeigte, daß noch ein viertes Tier verwundet war. Er machte sich an die Verfolgung und fand nach einigen hundert Metern den verwundeten Löwen, der sich in einem kleinem Busche nieder­gelassen hatte. Da- gereizte Tier sprang aus, und als Crawley feuerte, verließ ihn das Jagdglück, er fehlte und war in wenigen Augenblicken in den Klauen deS Löwen. Während daS Raubtier seine Pranken in ihn eingrub und mit den Zähnen ihn zu zermalmen suchte, stieß der Jäger in seiner Todesangst dem Tier den Kolben seiner Flinte in den Rachen. Aber eS war bereits zu spät: Der Löwe, mit seinen Border­tatzen aus den Knien CrawleyS, hatte ihm 5 Biffe beige­bracht. Der Jäger sah den sicheren Tod vor Augen. Aber plötzlich erlahmte die Krast deS Löwen, die Wunde, die er erhalten hatte, war so schwer, daß sie ihn sein Rachewerk nicht mehr vollenden ließ. Den nahen Tod fühlend, ließ da- Tier von dem Manne ab. Crawley erholte sich rasch und fand den Löwen wenige Schritte von der Stelle verendet. Seine eigenen Wunden waren nicht lebensgefährlich. Die Tiere waren prachtvolle Exemplare, aber sehr abgemagert; sie hatten augenscheinlich seit längerer Zeit nicht- zu fressen gehabt.

— (Im Eisenbahnzuge verbrannt.) Ein schrecklicher Unglückstall ereignete sich auf der Eisenbahn- Ration Rudnar PoczojowSki. Ein Personenzug, der sich der Station näherte, geriet in Brand dadurch, daß ein Mann in einen leckgewordenen Benzinbehälter eine brennende Zigarette warf. Durch die Explosion wurden die Türen und Fenster deS Waggon- weit hinauSgeschleudert, und zahlreiche Paffagiere der Zuges wurden von den Flammen erfaßt. Der Zug fuhr noch eine Strecke weit, ehe der Zugführer daS Feuer bemerkte, AlS der Zug zum Stehen gebracht wurde, gelang eS dem Zugpersonal, im Verein mit den Paffagieren der anderen Wagen, den Brand zu löschen. Ein Kind und acht Erwachsene fanden den Tod in den Flammen. Vier Personen wurden

ihrerseits den friedlichen Charakter der französischen Politik zu betonen, und stellen jede Angriffslust gegenüber Deutschlands in Abrede. Auch die französische HeereSverstärkung wird gleich der deutschen nur alS eine starke Maßregel zur Befestigung deS Frieden- bezeichnet. In England wie in Frankreich beginnt man sogar zu erkennen, daß Deutschland, welche- von mehreren sehr großen Militärstaaten umlagert ist, unbedingt daS Recht und die Pflicht hat, alle wehrfähigen Deutschen auch wirklich für den Kriegsdienst auSzubilden, und wenn man bedenkt, daß Oesterreich, der BundeSgenoffe Deutschlands durch die großen Veränderungen aus der Balkanhalbinsel eine Schwächung in feiner Stellung nach der orientalen Seite hin ersahren hat, und daß wahrscheinlich Serbien und Montenegro und vielleicht sogar auch Bulgarien künftig alS Gegner Oesterreichs auf dem europäischen Schachbrette erscheinen werden, so wird man auch begreifen, daß Deutschland durchaus richtig handelt, wenn eS eine große Verstärkung seiner Machtmittel vornimmt und dasür sorgt, daß Deutschland auch im Osten nötigenfalls mit einem ebensogroßen Heere auftreten kann wie im Westen. Bei der anerkannten friedlichen Politik Deutschland-, die sich seit 42 Jahren bewährt hat, kann eine Vermehrung deS deutschen Heere- um ungefähr 1 Million Soldaten nur friedlich wirken, den diejenigen Mächte, welche alS Gegner Deutschlands und seiner Bundesgenossen auftreten können, werden wissen, mit welchen gewaltigen Machtmitteln sie zu rechnen haben, wenn sie die Landkarte Europa- zu korrigieren wagen sollten. ES ist zu hoffen, daß nach so vielen und langen Bedrohungen deS europäischen Frieden- und nach so vielen Hetzereien und Mißverständnissen endlich einmal eine vollständige Klärung der Lage eintreten und den europäischen Frieden wieder vollständig herstellen wird.

Der Balkankrieg.

Adrianopel vor dem Fall?

Die Balkanstaaten haben die Vermittlung der Mächte, wie bereits gemeldet, auf Grundlage der in London aufge­stellten Bedingungen angenommen, verlangen aber auch eine Kriegsentschädigung. Die Feindseligkeiten werden jedoch nicht eingestellt werden, und ihre Entwicklung wird natürlicherweise auf den Gang der Verhandlungen Einfluß haben, da neue Opfer neue Kompensationen erfordern. Ein schnelle- Ende aber dürften die Feindseligkeiten erreichen, wenn daS so tapfer verteidigte Adrianopel nun auch der Katastrophe nahe ist. Der Kommandant von Adrianopel, Gchükri Pascha kündigt der Regierung an, daß der Widerstand der Festung infolge Mangel- an Proviant und Munition sowie infolge Ueber- schwemmung und Krankheiten erlahme. Ehe die Truppen abermals Mutlosigkeit ergreife, werde er den Durchbruch ver­suchen. In der letzten Depesche vom 7. d. M. bittet Schükri dringend um Nachricht über den Friedensschluß. Fall- er keine Antwort erhalte, werde er spätestens am Donnerstag den Durchbruch versuchen, müsse aber alle Verantwortung für den Mißerfolg ablehnen.

Wien, 12. März. Wie die „Militärische Rundschau" bekannt gibt, hat daS KriegSministerium hinsichtlich der Rück- beurlaubung der Reservisten im wesentlichen folgende Ver- lügungen erlassen: Alle derzeit beim I. bis XIV. Korps zur teilweisen Ergänzung deS Heere- in aktiver Dienstleistung stehenden Reservisten deS AszentjahrgangeS 1908 (exkl. Kavallerie) sind in daS nichtaktive Verhältnis zurückzuverfetz-n. Bei der Kavallerie können die Regimentskommandeure der Berücksichtigung würdige Reservisten deS AszentjahrgangeS 1908, soweit eS die Tienstverhältniffe gestatten, Rücksichten aus Die notwendige Pserdewartung usw., in daS nichtaktive Verhältnis zurückversetzen.

London, 13. März. Noch den neuesten Depeschen vom albanischen Kriegsschauplätze wird der Generalangriff der Montenegriner auf daS belagerte Skutari stündlich erwartet. Die schwere Artillerie der Angreifer hat doS Feuer bereits eröffnet. In den Schanzgräben vor Tarobosch stehen 20 000 Mann, vor dem Bordonjol 10 000 Mann. In Durozzo ist eine serbische Division mit 36 Feldgeschützen und 14 Haubitzen auf einem griechischen Dampfer angrkommen; eine weitere Brigade wird noch dort erwartet, um gegen Skutari Vorzu­gehen.

Bus > und Busland.

Berlin, 13. März 1913.

Der Kaiser hat jetzt seine Absicht, auch in diesem Jahre nach Korfu zu reisen, endgültig aufgegeben. Dafür ist ein

tödlich verletzt inS Krankenhaus gebracht. Zahlreiche andere erlitten mehr oder minder schwere Brandwunden.

— Berlin, 13. März. Der 28jährige Unteroffizier Müller hat sich gestern in der Kaserne deS Garde-Füfil'er- RegimentS mit seinem Dienstgewehr, daS er mit Wasser gefüllt hatte, erschoffen. Der Grund zu der Tat ist wahrscheinlich Liebe-kummer.

— (20,000 Mark wöchentliche Gage.) Ein Rekord für VariteeS wird in diesem Jahre in New $01! aufgestellt werden. Am 10. Juni wird dort eine Tänzerin auftreten, die bereits in London und Wien mit großem Erfolge debütiert hat. ES handelt sich um eine Tochter deS Comte Cromartie und eine Nichte deS HerzogS von Sutherland, die den Namen Lady Stuart Richardfon trägt. Sie erhält 20,000 Mark Honorar in der Woche.

— Graudenz, 11. März. Leutnant Getzel vom 175. Infanterie-Regiment hat sich auf dem Uebung-platz vor der übenden Mannschaft erfchossen.

— Cattar 0, 10. März. Der Skutarisee war gestern der Schauplatz eineS furchtbaren Unglücke-. Ein Segelboot mit 64 Frauen, 3 Kindern und 4 Soldaten geriet in einen Sturm und kenterte. Sämtliche 72 Personen kamen in den Wellen um.

— (Ein dreister Juwelenraub.) Auf dem Heilige-Katarinen-Wall in Antwerpen durchschlug am Sonntag während deS äußerst regen Vormittag-verkehr- ein Unbekannter mit einem Pflasterstein die Scheibe eines Juwelierladens. Durch die entstandene Otffnung gelang eS dem Verbrecher, ein Diamantenhalsband, daS einen Werte von 140,000 Mark hat, zu rauben und in dem Volksgedränge unerkannt zu entkommen.

— N e w y 0 r k, 11. März. Wie der „New York Herold" meldet, ist durch das Erdbeben in Guatemala die Stadt Guaimquilapa zerstört worden. Fast 100 Schulkinder find umgekommen.

— C h r i st i a n i a, 13. März. In Jjaak (GudbrandS- dal) find in der letzten Nacht durch zwei Lawinen drei Bauern- gehöfte zerstört worden, wobei 15 Personen, darunter fünf Knaben, umS Leben gekommen sind,