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schon in den frühen Nachmittagstunden nach der Heimat oder in die Wahlkreise abgereist, um dort sich an der Agitation für die preußischen LandtagSwabl-Kandidaten zu beteiligen. Der BundeSratStisch war durch Offiziere der Kolonialtruppen und durch die ResiortchefS und Geheimräte deS KolonialamtS durchweg besser besetzt, alS die Sitzreihen der Abgeordneten. Von jeder Fraktion waren nur wenige Abgeordnete und davon die meisten nur deshalb vertreten, weil sie als Redner borge» merkt waren, ihnen gesellten sich noch einige besonders Interessierte bei. Nach der Eröffnung der Sitzung verlas Präsident Dr. Kämpf ein Telegramm deS Deputiertenkammer- Präsidenten der portugiesischen Deputieetenkammer, daS daS Beileid an dem Marineunglück bei Helgoland zum Ausdruck bringt. Nach einer kurzen Debatte nahm man hierauf daS EtatSnotg'sctz für 1913 gegen die Stimmen der Sozial- demokraten an, um dann sosort wieder zum Etat der Schutz­gebiete zurückzukehren. Vor Eintritt in die eigentliche Beratung fand eine Resolution der Budgetkommission, die keine einen ArbeitSzwang der Eingeborenen bezweckende Verordnung in den deutschen Kolonien mehr erlassen wissen will, einstimmig Annahme. Zuerst sprach man über Deutsch-Ostafrika und besonders lange hielt man sich in der Aussprache bei dem Titel: Unterstützung von Baumwollkulturen aus. Der Sozial- demokrat Krätzig warnte dabei vor einer utopistischen Schön- färberei über die deutschen Baumwollkulturen und will nicht, daß die deutschen Baumwollplantagen durch einen Einsuhrzoll aus fremde Baumwolle geschützt werde, weil dies nur einem Ruin der deutschen Baumwollindustrie gleichkommen würde. Die Abgeordneten Schiffer (Zentrum) Paasche (natl.) Dr. Arendt (Reichspartei) wünschen eine rege Unterstützung der jungen Baumwollpflanzungen in unseren Kolonien. Staats- sekretär Dr. Sols sagte den Rednern Dank sür ihre Ein- verständniSerklärungen mit den RegierungSabsichten. Nachdem daS HauS noch einmütig eine energische Bekämpsung der epidemischen Krankheiten gefordert hatte, und sich auch darin einig war, daß der Branntweingenuß unter den Schwarzen möglichst eingeschränkt werden müsse, erledigte man den gesamten Etat sür Deutsch'Ostafriko, um sich dann eingehend über unsere durch die Kongoakte erweiterte Kolonie Kamerun zu unter­halten. Dann bewilligte man in rascher Reihenfolge den Etat sür Kamerun und Togo, um dann zu Südwestasrika über» zugehen. Hierbei gab eS lange und lebhafte Debatten und der Gouverneur der Kolonie verteidigte seinen Etat gegen Angriffe der Linken. Aber schließlich fand auch dieser Kolonial- Voranschlag seine Annahme in Form der KommissionSbeschlüsse. ES war schon spät am Abend, alS sich daS HauS aus die ersten Apriltage vertagte, um auch seinen Abgeordneten eine völlig ruhige Osterzeit zu verschaffen.

AlS Präsident Dr. Kämpf die Sitzung schloß, erinnerte er an die bevorstehenden hohen Gedenktage und wieS auf daS Ausflammen deS deutschen Gedankens vor hundert Jahren hin. Seine Rede, die mit lebhaftem Beisall ausgenommen wurde, klang in dem Wunsch sür ein froheS Osterfest sür alle Ab- geordneten auS.

Zum 10. März 1913.

Hell klingt ein Jubel durch daS Land

Und süllt frohlockend jedes HauS,

Denn vor nun hundert Jahren stand,

DaS Volk kühn auf im EturmeSbrauS.

ES folgte seines KönigS Ruf,

Der KampspreiS neues Leben schuf.

Und alle, alle, alle kamen!

Wer zählt die Helden, nennt die Namen!

ES war ein' Kampflust ohne gleichen!

Sieg oder Tod; daS war daS Zeichen!

Denn schwere Ketten galt'S zu brechen

Und argen Schimpf am Land zu rächen.

AuS Deutschlands tiefster Schmach und Not

Erstand der Freiheit Morgenrot,

Und alles sich so neu gebar

In jenem großen KampfeSjahr.

Und schon winkt' auch auS jener Zeit

Die Segnung deutscher Einigkeit.

Frisch grünen Deutschlands Lorbeerreiser!

Hoch Deutsches Reich und Deutscher Kaiser!

Welch ein Frühling zog vor nun hundert Jahren in Preußen und in daS ganze Deutsche Vaterland ein! ES war ein Frühling deS geistig und echten großen nationalen FreiheitSlebenS wie er noch nie vorher in einem Volke erlebt worden war. Wohl war die Zeit besonders günstig, den französischen Zwingherrn aus Deutschland zu vertreiben und daS schwere Joch obzuschütteln, denn Napoleon hatte durch den

Weihnachten mitgefeiert habe, macht mir hier in Crombe daS Vergnügen, ehe ich gehe."

Und obschon der Lord sich unglücklich fühlte und JantheS Herz fast zu brechen drohte, gaben sie seinem Wunsche nach.

* *

Der Weihnachtsabend kam heran. Der Schnee fiel so dicht, daß die Erde halb darunter begraben schien. In Schloß Crombe herrschte Jubel und Freude; man hatte ernen Glanz und eine Pracht entfaltet, wie seit Jahren nicht mehr. Lord Carre hatte alles getan, um den Wunsch seines Neffen noch einem fröhlichen WeihnachtSfest zu befriedigen. Er hatte zahlreiche Gäste eingeladen, und man begegnete überall glücklichen Gesichtern.

^a^ Manche allein bewegte sich traurig unter den glück- uchen Menschen. Sie konnte die grausame Ungewißheit kaum mehr ertragen. Hermann war nicht tot — dessen war sie

Aber warum schrieb er nicht? Eine entsetzliche Idee l «^ute an diesem schneeigen Weihnachtsabend ihrer ^"llte er vielleicht nicht schreiben, weil er fürchtete, sie würde nur mit Bedauern erfahren, daß er noch am Leben fet?

Sie kounte diesen Gedanken nicht loS werden. Die Musik und dre sröhlichen WechnachtSlieder stimmte sie noch trauriger, die glücklichen lachenden Gesicher waren ihr zu- wider. Wo war er, der ihr Herr hätte sein sollen? Sie ging hinaus, hinweg von der Musik und dem Gesang, und einen dicken Schal um ihre Schultern wersend, trat sie in daS Gewächshaus neben dem Morgenzimmer — den Ort, wo sie daS letzte Lebewohl ihres Gatten empfangen hatte.

Sie blickte hinaus aus den Schnee, sie betrachtete dir funkelnden Sterne und dachte in unbeschreiblicher Sehnsucht, mit unaussprechlicher Liebe an den fernen Gatten. Plötzlich trat ihr Vater ein; er schien verwirrt und sprach in eigen­tümlicher Hast.

„Janthe," sagte er — „Du bist hier ganz allein an diesem herrlichen Weihnachtsabend P

Brand Moskaus und durch den furchtbaren russischen Winter eine schwere Niederlage im Jahre 1812 in Rußland erlitten und nur ungefähr den dritten Teil seines HerreS und noch dazu in schlechtem Zustande zurückgebracht, aber die Aus­nutzung dieser günstigen Gelegenheit zur Niederwerfung Napoleons wäre in Preußen und Deutschland nicht möglich gewesen, wenn nicht bereits eine geistige und nationale Wieder­geburt in den Herzen der deutschen Patrioten durch eine tiefe, innere Einsicht und dann vor allen Dingen auch durch den edlen Mahnruf, eine? Fichte und eineS Arndt, durch die KampseSlieder eineS Theodor Körner und durch die genialen staatSmännischen und militärischen Maßregeln eineS Stein, eines Hardenberg, eines Scharnhorst und Gneisenau in Preußen stattgesunden hätten. So mußte eS kommen, daß bereits deS König Friedrich Wilhelm- Aufruf vom 3. Februar 1813 an alle gebildeten Preußen, sich freiwillig zum Eintritt in die bei allen Regimentern gebildeten Jäger-DetachementS zu stellen, einen ganz ungeahnten Erfolg hatte, und so konnte nun Preußen im Vertrauen aus die todesmutige Tapferkeit und Opfermutige Gesinnung des Volkes daS Bündnis mit Rußland abschließen und am 16. März den Krieg gegen Frankreich erklären. Am 17. März 1813 erließ der König Friedrich Wilhelm von BreSlau auS auch seinen so berühmt gewordenen „Aufruf an mein Volk," der die nationale Begeisterung für den Freiheitskrieg aufs höchste entflammte. Ganz aus dem Geiste der Zeit geboren hatte der König Friedrich Wilhelm auch bereits am 10. März das Eiserne Kreuz gestistet, welches für Tapferkeit vor dem Feinde verliehen werden sollte und daS in seiner Schmucklosigkeit und Einfachheit an den eisernen Ernst der damaligen schweren Zeit erinnerte. WaS daS damalige verarmte und zerstückelte Preußen mit seinem Opfer» mutigen Volke und seinen genialen Führern für die Beiretung deS Vaterlandes geleistet hat, steht beispiellos in der Weltge­schichte da, und die hundertjährige Jubelseier an die Erhebung und Wiedergeburt Preußen- und Deutschlands ist zugleich eine Zeit ernster Mahnung.

Abgeordnetenhaus.

DT. 8 e r I i n, 8. März 1913.

Die wichtigste Frucht der heutigen Beratung ist zweifellos der Gesetz-Entwurf über den Ausbau der Wasserkraft im oberen Quellengebiet der Weser. Durch große Staubecken — eS soll hier die größte Talsperre der Welt entstehen — will man die Wasserkrast ausspeichern, die dann im weiten Umkreis ein Gebiet, in dessen umgefährem Zentrum Cassel liegt, mit elektrischer Kraft versorgen soll. Die Commission hat sogar die Forderung der Regierung um lVa Millionen Mark erhöht, und nach zustimmenden Erklärungen von allen Fraktionen be­willigte daS Haus in zweiter und dritter Lesung 10 Millionen Mark für das Projekt. Vorher hatten noch einige Redner zum Etat der ZentralgenossenschaftSkoffe gesprochen, der in zweiter Lesung verabschiedet wurde. DaS erst jüngst ver­öffentlichte AuSgrabung-gesetz macht den Konservativen einigen Kopfschmerz. Da er Herrn v. Pappenheim nicht gelang, den Entwurf von der Tagesordnung absetzen zu lassen, machte v. Goßler (kons.) geltend, eS liege ein Eingriff in daS Privat­recht vor. Die übrigen Parteien machten dem Kultusminister, Herrn v. Trott zu Solz, die Freude, ihre Genugtuung über den Entwurf auSzusprechen, der dann auf Antrag deS Abg. Dr. Kaufmann (Z) zur weiteren Beratung an die verstärkte Justizkommission verwiesen wurde. Zweck deS Gesetze- ist, die Vernichtung oder Verschleuderung von wertvollen Gegen­ständen kultur- oder naturgeschichtlicher Bedeutung zu verhüten, in dem ein Anrecht deS EtaateS, der Provinz, von Kreisen oder Gemeinden aus derartige Funde ausgestellt wird. Zum zweiten Mal befand sich die konservative Fraktion in der Minder­heit, alS daS HauS die Anträge der Nationalliberalen Dr. Schiffer über die Anfechtung von Polizeiverordnungen und über die Anwendung der Ort-statuten annahm. Die Konser­vativen befürchten eine Minderung deS Ansehens bezw. der Autorität. Der Sozialdemokrat Fischer hielt aber eine solche Autorität, die äußerlich gestützt werden müßte, für wertloS, und Dr. Bell-Essen (Z) konnte auch nicht- UmstürzlerischeS in dem Antrag erblicken. Eine Debatte entspann sich bei einer Petition um Verleihung deS passiven KommunalwahlrechtS an VolkSschullehrer. Dre Kommission beantragte die Ueber» Weisung an die Regierung alS Material. Dr. Schepp (Vp.) fand dies zu wenig, er ist für die Ueberweisung zur Berück­sichtigung. Infolgedessen bleibt die Petition zunächst unerledigt. Der Montag bleibt frei. Am Dienstag soll über den Ge- bietSauStaujch zwischen Calbe und Jerichow, über die neue Ostmarkenzulage und ferner über den Etat der beiden Landtage verhandelt werden.

„Ja, Papa; ich kann ohne Hermann keine Freude daran inden," bekannte sie.

„Ah, wir vermissen Hermann;" und dann lachte er wie verlegen, um plötzlich beizusügen:

„Janthe, ich möchte wissen, ob Du Dich stark genug fühlst, eine große Ueberraschung zu ertragen. ES ist jemand ge­kommen, der Dich zu sehen wünscht.

Hermann war leise eingetreten, er stand an ihrer Seite und streckte mit einer leidenschaftlichen Bewegung die Hände nach ihr auS.

„Janthe, mein geliebtes Weib!" rief er.

Lord Carre hatte sich entfernt, die Gatten waren allein.

„Janthe", mein Liebling," fuhr Hermann fort, „ich konnte nicht sterben, ohne Dich noch einmal gesehen, ohne von Deinen eignen Sippen gehört zu haben, daß Du gelernt hast, besser von mir zu denke». O, mein Liebling, ich suchte den Tod in sandigen Wüsten, in dunklen Wäldern, aus unbe­kannten Meeren, aber meine Liebe für Dich war so groß, so tief, daß sie mich gegen meinen Wunsch am Leben hielt! Sie machte mich stark, wenn ich lieber schwach gewesen wäre; sie trieb mich tausende von Meilen hierher, obwohl mein eigenes Gefühl mir sogen muß, daß ich besser in der Fremde ge­blieben wäre."

Sie legte ihre Hand aus seine Lippen.

„Du darfst kein weitere- Wort mehr sprechen, Hermann, ehe Du mich angehört hast — ehe Du weißt, wa- ich zu sagen habe. Ich bereue auS tiefstem Herzen all meine Grau­samkeit, meine Kälte, meinen Stolz. Die Leute sagen, ich sei außerordentlich stolz. Höre mich an, Lieber, und glaube mir ich bin stolzer darauf, Dein Weib zu heißen, alS aus meinen Titel, meine Abstammung und aller Übrige. Ich bin stolz, weil ich die Liebe eineS der edelsten Männer aus Erden ge­wonnen habe."

DaS Licht einer großen Freude dämmerte in seinem Antlitz aus.

„Ich kann er fast nicht glauben," sagte er. „ES kann nicht wahr sein. Ist eS mein Weib, Lady Janthe, die so zu mir spricht?"

„Ja — ich, Dein Weib, bitte Dich, mir meinen Stolz,

Der Balkankrieg.

Berlin, 9. März. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt in ihrer Wochenrundschau: Die diplomatische Arbeit zur Beendigung deS Balkankrieges hat auch in der letzten Woche nicht geruht. Bei den Balkanregierungen ist die Frage wegen Annahme der Vermittlung der Großmächte für den Friedensschluß amtlich gestellt worden. Die Antwort daraus steht noch auS. Nach vorläufigen Andeutungen darf erwartet werden, daß die Erwiderung der Balkanstaaten den Mächten die Fortsetzung ihrer vermittelnden Bemühungen nicht er­schweren wird. Die gütliche Beilegung der bulgarisch-rumä- Nischen Streites ist soweit gesördert, daß eine in St. Peters­burg zusammentretende Versammlung der dortigen Botschaster der Großmächte unter dem Vorsitz deS russischen Ministers deS Aeußern Sasonow zur Vermittlung in dieser Frage be­rufen wird. In der albanischen Frage geht die Behebung der österreichisch-russischen Schwierigkeiten langsam vorwärts; ein Rückschlag ist nicht eingetreten.

Konstantinopel, 9. März. Wie der offizielle Kriegsbericht meldet, bombardierte der Feind am 6. und 7. d. MtS. die Stadt Adrianopel. DaS Artilleriefeuer war aus beiden Seiten nur schwach. Am 8. herrscht« bei Adrianopel Ruhe. In Bulair wurde am 6. ein wirksames Artilleriefeuer gegen ein feindliches Bataillon gerichtet, welche- von Kurud- schiflrk gekommen war. DaS Bataillon hatte zahlreiche Tote. Am 7. richtete eine feindliche Batterie ihr Feuer gegen daS Panzerschiff Torgud Reiß, welche- daS Feuer erwiderte und die scindllche Batterie zum Schweigen brächte. Am 8. be­schoß der Feind von der Küste auS eine Schaluppe, welche als Leuchtschiff diente, vor DoghanarSlan. Die Schaluppe wurde zerstört. Am selben Tage flog ein feindlicher Acroplan über Bulair hinweg noch Gallipoli. Er schleuderte dort eine Bombe, welche aber keinen Schaden anrichtett. Bei Tscha- taldscha hat sich nichts NeueS ereignet.

Wien, 8. März. DaS Neue Wiener Tageblatt erklärt gegenüber den fortgesetzten Versuchen auswärtiger Blätter, Oesterreich-Ungarn alS den eigentlichen Friedensstörer auf dem Balkan hinzustellen und feine moralische und materielle Krast in Zweifel zu ziehen, man rechne einerseits nicht mit dem PatriotiSmuS in Oesterreich-Ungarn, anderseits nicht mit seiner gksunden StaatSwirlschast. Nur ein bewußter Gegner Oesterreich-UngarnS könne seine Balkanpolitik alS AuShrlft- mittel gegenüber inneren Schwierigkeiten verleumden. Die Monarchie habe stets die Linie, welche die klare Auffaffung ihrer Aufgabe ihr vorzeichnete. entschlossen eingehalten. Ihre Politik werde durch ihre Machtstellung auf dem Balkan mit- bestimmt. Sie besitze dort seit einem Menschenalter Gebiete, in denen sie Kulturarbeit verrichtet habe. Ihre wirtschaftlichen Interessen, ihre geschichtliche Mission und die Möglichkeit ihrer ferneren Entwicklung wiesen seit Jahrhunderten nach tzüdoftrn. Diese Linie hielten die österreichisch-ungarischen Staatsmänner ein. Wenn sie ihren Schritten Nachdruck verleihen mußten, so folgten sie dem Geb te deS Selbsterhaltungstriebe-, sie hielten aber stets an dem Losungswort einer selbständigen Entwicklung der kleineren Balkanstaaten fest. Oesterreich- UngarnS Auffassung deS BalkanproblemS entspreche seinen Lebensbedingungen und seiner Großmachtstellung; eS wolle die Nachbarn nicht gesährden, verlange aber auch achtungs­vollen Respekt für seine Auffassung. ES werde diesem Problem seine ganze Krast widmen. Möchten die ausländischen Be­obachter zu der Erkenntnis gelangen, daß dies die emmüttge Auffassung innerhalb der Monarchie sei, und daß sie jeder Gesährdung ihres Programms die gebührende Antwort erteilen würde.

Str wahre Bruitd her neuen HeerMrsiLrkung.

Noch immer begegnet man in einzelnen Blättern der Be­hauptung, daß wir mit unserer HeereSmacht in Rückstand gekommen seien und daß die gegenwärtigen Anforderungen nicht so hoch zu fein brauchten, wenn wir nicht Versäumtes nachzuholen hätten. Wenn daS richtig wäre, daß nämlich unser Heer für einen gegenwärtigen Angriff nicht genügend gerüstet wäre, würde eS schwerlich gelungen sein, in di sm durch die Umwälzung im Südosten Europa- so schwierig gewordenen Zritläusten den Frieden unter den Großmächten zu erhalten. Am schwierigsten ist die Lage sür unsern Bundes­genossen Oesterreich-Ungarn. Bestünde nicht überall der feste Glaube an die unbedingte KriegSbereitichast deS deutschen HeereS, so hätte sich aller Wahrscheinlichkeit nach weder die

meine Anmaßung, meine Torheit zu vergeben — zu glauben, daß ich den wahren Adel endlich erkennen gelernt habe, daß mein Herz Dir für immer angehört, daß von jetzt an nur der Tod unS trennen soll."

Und während die WeihnachtSsterne am Himmel funkelten und die Weihnacht-glocken läuteten, ging Hermann- heißester Herzenswunsch in Ersüllung. Seine Gattin schlang ihre Arme um feinen Hals und flüsterte:

Mein Gatte, ich habe Dich endlich lieben gelernt! Ich. bin Dein auf ewig!

— B e u t h e n (Obeischlefien), 9. März. Gestern abend ist an dem Schuhmacherehepaar Lylla ein Doppelraubmord verübt worden. DaS Ehepaar wurde durch acht Dolchstiche in die Herzgegend und in die Schläfe getötet. Die Frau war sechzig Jahre, der Mann siebzig Jahre alt. AlS der Tat dringend verdächtig wurden heute früh zwei Verwandte in Myslowitz verhaftet. Angeblich find dreihundert Mark geraubt.

* (Neuprägung von Nickelmünzen.) Durch BundeSrat-beschluß ist die ReichSregierung ermächtigt, Fünf- psennigstücke im Betrage von 3 Millionen Mark auSzuprägen. Die Prägung wird nach Bedarf innerhalb der nächsten drei Jahre auSgeführt werden. Die auf Grund der letzten Ermächtigung deS BundeSrateS auSzuprägenden Fünspsennig- stücke werden Ende März sämtlich hergestellt sein. ES ist auch gleichzeitig eine Ermächtigung für die Ausprägung von Zchn- pfcnnigstücken im Betrage von 5 Millionen Mark vom Bundesrat erteilt worden. Dieses Quantum wird voraussichtlich erst im nächsten Jahre ganz zur Ausprägung gelangt fein. Ein Bedarf an Nickelmünzen hatte sich durch vermehrte Nachfrage bei der Reichsbank herauSgestellt. Von den neuen Fünfundzwanzig- Pfennigstücken n erben bis auf weiteres neue Stücke nicht hergestellt. Die vom BundeSrat im vorigen Jahr beschlossene Prägung im Betrage von 5 Millionen Mark ist nur teilweise auSgesührt, da ein Bedarf nach weiteren Stücken nicht hervor­getreten ist. Erst wenn sich ein solcher Herausstellen sollte, wird mit der Prägung fortgefahren. Eine Einziehung der im Verkehr befindlichen Stücke ist jedoch noch nicht beqbfichtigt.