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Schutztruppe billigte er Gerechtigkeit in größerem Umfange zu als Herr Erzberger. Er meinte, auch über unsere Schutz, truppe könnte einmal der heilige Zorn kommen. An den Staatssekretär richtete er die kleine Ansrage:Wo bleibt daS Denkmal sür unsere in Südwestafrika Gefallenen?" StaatS- sekretär Dr. Sols sagte dem Redner bereitwilligst die baldige Errichtung zu. Dann sprachen noch die Abgg. v. Böhlen- dorff-Kölpin (Ions.), und Waldstein (f. Vp.) Au- eigener Sachkenntnis und auffallender Weise ohne Angriff auf die Sozialdemokratie sprach, vornehmlich über Deutsch-Ostafrika, der ReichSparteiler v. Liebert. In vorgerückter Abendstunde vertrat Dr. Sols in einigen zur Sprache gekommenen Fragen nochmals den Standpunkt der Regierung und wie- einige Angriffe aus die Regierung zurück. Nach einigen unwichtigen persönlichen Bemerkungen vertagte sich alsdann daS HauS aus den Freitag.

Der Balkankrieg.

Uebergabe Ianinas an die Griechen.

Noch kurz vor dem Friedensschluß ist den griechischen Waffen, die in EpiruS während deS ganzen FeldzugeS bisher wenig Lorbeeren ernten konnten, ein entscheidender Schlag geglückt, der Janina, die heiß umstrittene Hauptstadt des WilojetS, in ihre Gewalt bringt. Ein halbamtliche- Telegramm berichtet:

Athen, 6. März. Die Agence HavaS meldet: Infolge eines entscheidenden Sieges der Griechen hat der türkische Oberbefehlshaber Effed-Pascha, der feine Truppen in der Um- gegend von Janina zusammengezogen hatte, dem griechischen Kronprinzen, der den Oberbesehl führt, die Uebergabe angeboten.

Die ruhmvolle Verteidigung JaninaS bildet einen der wenigen Lichtpunkte in der Geschichte der türkischen Waffen- taten während deS jetzigen KriegeS. Adrianopel, Kkutari, Janina waren die Felsen, an denen der Ansturm der Balkan- Völker trotz der schwersten Blutopfer bisher zerschellt war. Die sortwährenden Fehlschläge der, griechischen Truppen hotten in Athen bereits so .verstimmt, daß Kronprinz Konstantin persönlich mit der Leitung der Operationen in EpiruS beauftragt wurde, und dem von seinem Volke alS Feldherr vergötterten Diadochen ist eS nun tatsächlich gelungen, den Widerstand der Türken zu brechen. Wenn Effed-Pascha der bisher unbesiegte Vertei­diger JaninaS, sich jetzt entschlossen hat, die Waffen zu strecken, so kann man sicher sein, daß ihn nur die allerbitterste Not- wendigkeit dazu gezwungen hat. Der Ruhm, für sein Vater­land daS Beste getan zu haben, bleibt ihm gleichwohl un­benommen.

Athen, 6. März. Für den allgemeinen Angriff gegen die Befestigungen von Janina wurde nach einem neuen Plan als notwendig betrachtet, die Truppen auf dem linken Flügel zu verschieben, von wo der Angriff unternommen werden sollte. Damit die Truppenverschiebungen vom Feinde, der glaubte, daß der Kamps auf der rechten Seite stattfinden würde, unbe­merkt bliebe, befahl der Kronprinz die intensive Beschießung aller feindlichen Stellungen. Diesem Befehl entsprechend wurde vorgestern der Feind den ganzen Tag lebhaft mit Ge- schützfeuer angegriffen; daS Fort Bijani antwortete anfangs nicht, dann aber eröffnete eS daS Feuer gegen die Griechen. Während deS ganzen TageS wurden mehr als 30 000 Geschosse abgeseuert, die in Bisam großen Schaden verursachten, und dort 6 Batterien völlig zum Schweigen brachten. Der Kron­prinz, die Prinzen und der Generalstab verfolgten den Kampf in der Nähe der Feuerlinie. Während die griechische Artillerie auf diese Weise die Aufmerksamkeit der Türken ablenkte, rückten starke griechische Truppenabteilungen rasch vom linken Flügel vor und erreichten die Höhen von Manoliassa. DaS Geschützfeuer dauerte die ganze Nacht weniger heftig fort und wurde gestern früh wieder lebhaft ausgenommen, alS die griechischen Truppen kühn gegen den Feind vorrückten. Die Türken, bestürzt durch die Plötzlichkeit dieser von beträchtlichen Streitki ästen auSgeführten Angriffs, wichen zurück und begannen in Unordnung gegen Bisani zu fliehen, da sie dem heftigen Feuer nicht mehr widerstehen konnten. Um 11 Uhr vor­mittag- trat wieder Ruhe ein. Die Griechen setzten den Vor­marsch fort und besetzten nachmittag- die Berge und Batterien von St. NikolaS. Sie mochten 110 Gefangene, darunter 40 Offiziere, und eroberten mehrere Kanonen und Maschinen­gewehre. Die Begeisterung unter den griechischen Truppen ist unbeschreiblich. Der rechte Flügel behauptete die Stellungen, während eine Division von Metzowo schnell vorrückte und DriSko und Kotovraki besetzte. Um 3 Uhr nachmittag- war die Flucht der Türken auf dem linken Flügel allgemein. Die Türken flüchteten in panikartigem Schrecken in die Ebene in

Ballrauber.

Skizze von K. E. Gerth.

Ball!

Wer kennt nicht den bestrickenden Reiz diese- kleinen Worte-!

Welch köstliche Erinnerungen führt eS den Kelteren vor die Seele I

Ball! 1

Wie läßt daS winzige Wörtchcn die Herzen der Jugend schneller schlagen--ob Jüngling, ob Mädchen!

Ein Schwelgen in Schönheit und Tönen bedeutet de- Wortes Zauberklang.

Ball!

^^^üdchen in zarten Gewändern, düfte- und blütenüber- schüttet.

Herren in Uniform oder Frack mit weißer Weste, den Chapeauclaque in der Hand.

^"d in den all den jungen jugendfrohen Gestalten ob Mann, ob Mädchen, unruhig pochende Herzen, Bangen, Zagen und Hoffen und stürmende Jugendlust.

. »Unb ü&h dem allem, um dies alle- schweben rhythmisch lockende Weisen ein schmiegsamer Walzer, eine flotte Polka, packend, prickelnd, hinreißend.

Ein- zwei drei, ein---zwei drei klingt eS durch den hell erleuchteten, spiegelglatten Saal--schmelzend und weich.

£--wie die Töne locken und ziehen, sie machen die Wangen glühen, die Herzen stürmen.

Ein- zwei drei, einS--zwei drei,--- sinnberückend fingen die Geigen--wer könnte da wider­stehen ein Drehen und Schmiegen, Schweben und Wiegen--Paar um Paar--so viele, viele Menschen kaum vermag das Auge den Schwingungen zu folgen, da- Wallen und Wogen zu überblicken.

Ellen Berg steht im Saal in einer Ecke, ganz gegen die Wand gedrückt. Mit groß geöffneten Augen schaut' sie in da- bunte Treiben.

der Richtung aus Janina. Vergeben- versuchten die Offiziere, die Flüchtenden zum Stehen zu bringen. Die Flucht der Türken aus Janina dauerte bis Mitternacht. Der Kronprinz drückte seine Freude über die Tapferkeit und den Ersolg der Truppen au-, die bis zu dem vor den Toren von Janina gelegenen Doulouti vorrückten.

-I« 3«* rnid Ausland.

Berlin, 6. März 1913.

Von der Bevölkerung Berlin- herzlich begrüßt, hielt gestern nachmittag Prinzregent Ludwig von Bayern, der neue Verweser aus dem bayerischen Königs­throne, mit seiner Gemahlin seinen Einzug in die festlich ge­schmückte Reich-Hauptstadt. Der freudige Empsang, der dem Monarchen unsere- zweitgrößten deutschen Bunde-staate- auf dem ganzen Wege vom Bahnhof bis zum Schlöffe bereitet wurde, bildete ein beredte- Zeugnis dasür, daß nicht nur die Herrscherhäuser Preußen- und Bayern- ein innige- Verhältnis verbindet, sondern daß auch die Völkerstämme diesseits und jenseit- deS Main- in bundeSbrüderlicher Treue zueinander stehen. Kurz vor 3 Uhr wurde der Eonderzug signalisiert, und gleich darauf suhr er unter den Klängen der bayerischen Nationalhymne in die Halle. Prinzregent Ludwig in der Uniform seiner 47. Infanterie-Regiment- entstieg als erster dem Zuge und wurde vom Kaiser herzlich begrüßt; ihm folgte unmittelbar seine Gemahlin; der Monarch reichte ihr beim AuSsteigen die Hand, überreichte ihr einen Blumenstrauß und geleitete sie sodann zu seiner Gemahlin. Nach der gegenseitigen Vorstellung der Gefolge schritt der Kaiser mit dem Regenten die Front der Ehrenkompagnie ab und nahm deren Vorbeimarsch entgegen. DaS Kaiserpaar geleitete dann seine Gäste zu den bereitstehenden Equipagen. Im ersten ä la Daumont gesahrenen vierspännigen öffnen Wogen nahm der Kaiser mit dem Regenten Platz, den Wagen eskortierte die Garde-Küraffier-ESkodron. Am Wagenschlag rechts ritt Oberstallmeister Freiherr v. Reischach, link- Rittmeister Freiherr V. Eaurma-Jeltsch. Die zweite gleichfalls vierspännige Equi­page nahm die Kmserm mit der Prinzeffin Ludwig ein; diesem Wagen gab die Dragoner-ESkadron daS Geleit. Am Wagenschlag recht- ritt der Kommandant General v. Bonin und link- Major Marschalck v. Bachtenbrock. Unter dem Jubel der Menge nahmen die hohen Gäste nunmehr ihren Einzug in die Reich-Hauptstadt über die Königgrätzer Straße, durch da- Brandenburger Tor und die Linden.

Die geretteten Mannschaften vom Tor­pedoboot S. 178 wurden wieder in ihre Truppenteile der 8. Komp. der 2. Torpedoboot-division lingereiht. Die Geretteten bekunden, daß nur da- stürmische Wetter daran schuld sei, daß nur so wenige ihrer Kameraden gerettet werden konnten. Hätte nur einigermaßen ruhige- Wetter ge­herrscht, dann wäre da- Verhältnis zwischen geretteten und ertrunkenen Mannschaften umgekehrt gewesen. Die Besatzung hatte bis aus wenige Mann da- havarierte Boot bereit- verlassen, und die Leute trieben schwimmend auf dem Meere umher. Einige waren bereit- in den Rettungsbooten. Sie wurden aber von der furchtbaren See wieder in- Wasser ge­rissen und fanden so den Tod. Der Steuermann der Boote-, Gudenschwager, wurde gestern morgen, auf einem Holzstück treibend, aufgefunden. Er ist nicht ertrunken, sondern vor Kälte erstarrt. Die Leiche ist die einzige, die bi-her geborgen werden konnte. Die übrigen Leichen sind von der herrschenden Strömung sofort abgetrieben worden. An den Rettung-ar­beiten beteiligten sich die Schwesterboote de- S. 178 und später auch der Kreuzer$otL*

Der Jahresbericht derReich-bank weist, wie dieNordd. Allg. Ztg." hervorhebt, in fast allen Positionen Rekordziffern auf. Es prägt sich in ihm einmal eine weitere erhebliche Steigerung deS gesamten Geschäftsverkehr- aus, insbesondere aber auch die ganz enorme Inanspruchnahme, welche die ReichSbank im vergangenen Jahre ersahren hat. Große Aufgaben hatte sie zu erfüllen inmitten deS wachsenden AusschwungeS von Handel und Industrie, der guten Ernte der bisweilen sogar allzu lebhaften>sentätigkeit und dann während der KriegSwirren auf dem Balkan und ihrer wenig erfreulichen Folgeerscheinungen. Immer wieder war sie die letzte Quelle, au- der die Volkswirtschaft schöpfte. AnderfeitS stand sie aber auch warnend und wachsend über dem Ganzen und Dank ihrer wesentlich höheren Geldvorräte und Devisen­bestände war sie den verstärkten Anforderungen gegenüber beriet gerüstet alS im Vorjahre. In der präzisen, alle wichtigen Punkte scharf umgrenzenden Einleitung weist die Bank auf den im Großen und Ganzen fortschreitenden wirtschaftlichen

Zum erstenmal in ihrem Leben ist Ellen im Ballsaal! Zum erstenmal!!

Sie hatte bisher nie Zeit gehabt sür derlei Lustbarkeiten. In ernsten Ringen vergingen ihr die ersten Jugendjahre. Sie brauchte ihre ganze, volle Kraft zum Vorwärtsstreben, durste sich nicht zersplittern.

Sie war Künstlerin.

Sie hatte Glück gehabt. Die Wogen bei Schicksal- hatten sie frühe hoch emporgehoben. Fünfundzwanzig Jahre war sie qlt und hatte schon einen Namen.

Nur ihre Jugend--diese lachenden, sonnigen, genuß. reichen, genußfrohen Jugendjahre, in denen da- staunende Herz so weit geöffnet ist für alle Freuden, da daS Lachen noch so sorglos von den Lippen perlt,--diese ersten schönsten Jugendjahre hatte sie dafür hingeben müssen.

Ein Schattenpflänzlein war sie geworden.

Und dennoch sollte sie nicht übersetzen werden.

Seit einem Jahre kam ein junger Mann in ihr Atelier; die Lust zum Malen trieb ihn, Stunden zu nehmen. Mit ungeheuerem Respekt schaute er zu seiner Lehrerin auf. Und ohne daß er ei merkte, stahl sich ihm ihr sanftes, stille- Ge» sicht inS Herz hinein.

Er erging ihm ihr gegenüber ganz verwunderlich! War er sonst allzeit ein loser Bursch gewesen, der trefflich mit Mädchen zu lachen und zu scherzen verstand,--vor Ellen stockte seine Stimme, ihre klugen, klaren Augen benahmen ihm den Atem;--er, der verwöhnte, allortS beliebte Mann, der schließlich aller fein nannte, waS zu einem sorgen­losen, freien Leben gehörte,--der überall nur die Hände zu öffnen brauchte, um daS Glück zu greifen,---er stand diesem junge» Mädchen unbeholfen und linkisch gegenüber.

Und dabei dauerte ihn die- junge Geschöpf, dem in seiner ArbeitSfreudigkeit doch daS Köstlichste bei Leben- verloren zu gehen drohte.

So nahm er denn eine- Tage- all seinen Mut zusammen, sie zu diesem Ball einzuladen.

Er sagte aber nicht etwa zu ihr, wie eS ihm eigentlich umS Herz war:Komm, du liebe-, tapfere- Geschöpf; wirf

Aufschwung hin, der hohe Ansprüche an Zahlmittel und Kredit stellte, umsomehr, alS infolge de- Fehlen- der nach der Marokkokrise auS Deutschland zurückgezogenen ausländischen Guthaben der deutsche Geldmarkt aus seine eigene Kraft an­gewiesen war. Neben diesem normalen Geldbedarf traten dann auch durch die bekannten Ereignisse eine größere Geld- nachfrage ein, die durch die auS Angst vor einem allgemein europäischen Kriege vorgenommenen Abhebungen unö Auf­stapelungen von Metallgeld noch gesteigert wurde. Die ge­samten Umsätze bei der ReichSbank sind von 377,50 auf 414 Milliarden Mark gestiegen.

Wie der L. A. erjährt, wird in der Vorlage über die ein­malige Vermögensabgabe keine Bestimmungen über die Heranziehung der Bundekfürsten zu dieser Abgabe enthalten sein. ES soll damit zum Ausdruck gebracht werden, daß die von den BundeSsürsten zu leistenden Beiträge einen durchaus freiwilligen Akt darstellen, dem der Ausnahme- charakter gewahrt werden muß. Die Vorlage über die ein­malige Abgabe von Vermögen befindet sich übrigens im Reichs- schatzamt noch im ersten Stadium der Bearbeitung. Man kennt dort nunmehr annähernd die Höhe de- einmaligen GesamtbedarsS, aber eS fehlen noch die Unterlagen für die Berechnung deS zu der einmaligen Abgabe heranzuziehenden GesamtverwögenS im ganzen Deutschen Reich. Solange diese nicht vorhanden sind, kann man natürlich gar nicht überleben, wie hoch die Quote ist, die von diesem Gesamtvermögen zu erheben sein wird, um zu dem erforderlichen Betrage für die Deckung der einmaligen Ausgaben zu gelangen. ES ergibt sich hieraus, daß alle bisherigen Angaben über die Höhe deS Satze- sie schwanken zwischen 0.5 bis 5 Prozent nur vage Vermutungen find und der festen Unterlagen vorläufig entbehren. Weder ist man sich zunächst an maßgebenden Stellen schon über die vorzuschlagenden Sätze noch darüber einig, ob man eine Staffelung oder einen einheitlichen Satz wählen und von welcher Höhe der Vermögen an man die Abgabe erheben soll. Daraus erklären sich auch die großen Unterschiede in den einzelnen Zeitung-meldungen hierüber. Der Plan an sich war jedenfalls schneller und leichter zu soffen, alS finanztechnisch in allen Einzelheiten auSzuarbeiten. Dieser schweren Ausgabe unterzieht sich augenblicklich daS Reich-schatzamt mit Anspannung aller verfügbaren Kräfte. Sie wird ihm dadurch einig rmaßen erleichtert, daß der Grund­gedanke im Volk eine wohl auch die leitenden Kreise über- laschende günstige Aufnahme gefunden hat. Aber trotzdem bleiben die finanztechnischen Schwierigkeiten zu überwinden, und sie sind nicht gering noch leicht.

Ueber die Stärke der französischen Luft- flotte wird gemeldet: Zu dem von der Armeeverwaltung bei der französischen Privatindustrie bereit- bestellten sieben LenkballonS zu 20000 Kubikmeter Inhalt wird, wie man jetzt erfährt, noch ein achter treten, der nach dem TypuS deS FleuruS", der gegenwärtig in Saint-Cyr zu Versuchen benutzt wird, gebaut werden soll. Am Ende deS Jahre- würde Frankreich dann über diese acht neuen, großen, zu aggressiven wie defensiven Zwecken dienenden Militärballons verfügen, außerdem noch über zehn von mittlerer Größe, die gegenwärtig modifiziert werden, und endlich über die feit mehreren Jahren vorhandenen drei kleinen Ballon-Dupuy de Lome",Adjutant Reau" undAdjutant Vincenot", die nur alS AufklärungSschiffe in kleinerem Umkreise zu ver­werten wären.

In der französischen Deputiertenkammer brächte Kriegsminister Etienne den Gesetzentwurf betreffend die dreijährige Dienstzeit ein. Schon bei seinen ersten Worten protestierte die äußerste Linke mit unerhörter Heftigkeit. Der Minister blieb ruhig. Der Präsident der Kammer ver­suchte energisch, die Ruhe wieder herzustellen, jedoch vergeblich. Der Gesetzentwurf sieht für jeden diensttauglichen Franzosen eine ununterbrochene dreijährige Dienstzeit in der aktiven Armee vor, elf Jahre in der Reserve der aktiven Armee, 7 Jahre in der Landwehr, und 7 in der Reserve der Landwehr, so daß die Z it der Wehrpflicht im ganzen 28 Jahre beträgt, und zwar vom 21. biS zum 48. Lebensjahre.

Aus Provinz m. Nacdbargedlet.

* (Strenge Bestrasung wegen Vergehen gegen das Krankenversicherung-gesetz.) ES war bisher bei den Gerichten allgemein üblich, Arbeitgeber, welche die von ihren Arbeitnehmern eingezogenen Krankenkassen- beiträge nicht ablieferten, mit geringen Geldstrasen zu belegen. Auf diese Weise war eS möglich, daß solche Arbeitgeber trotz ihrer Bestrafung noch einen finanziellen Vorteil von der Zurück« behaltung der Beiträge hatten. NeuerdingS scheinen jedoch

einmal den Ballast bei Leben- zur Seite, genieße ein paar Stunden im Rausche froher Stunden genieße ein paar Stunden im Rausche froher Sorgenlosigkeit!" behüte 11 l Er bemühte sich, ihr au-einanderzusetzen, daß sie ihrer Kunst auch solche Opfer schuldig sei, sprach von neuen Eindrücken, die neue Ideen schaffen! Er wunderte sich über sich selbst, wo er all die großen Worte hernahm, die gewichtigen, packenden Redewendungen land, an die er selbst gar nicht einmal glaubte!

Genug--e- gelang ihm, Ellen war hier.

In einem schlichten, weißen Kleide war sie gekommen, ohne Schmuck, nur ein Veilchensträußchen trug sie an der Brust.

Aber sie war anzuschauen mit ihren staunenden, groß, geöffneten Kinderaugen, die so verwirrt und befangen umher blickten, wie ein Märchen!

Ganz hilflos schmiegte sie sich immer tiefer in ihre Ecke und lauschte auf die sinnverwirrenden Klänge.

Ein---zwei drei, ein---zwei drei I

O--ei mußte doch köstlich sein, sich von diesen wogenden Tönen tragen zu lassen!!

Ihre Wangen brannten, in ihre Augen kam ein Ver­langen, ihre Füße, die zu ihrer Kinderzeit manchen Walzer getanzt, wurden unruhig, zuckten und ganz, ganz heimlich und leise, kaum merklich fingen sie an, sich zu bewegen-- ein---zwei drei, ein---zwei drei,---ah --in Gedanken tanzte sie mit, mit all den lachenden, schwebenden Gestalten in der Runde.

(Schluß folgt.)

(Riesenbrand in Kairo.) AuS der ägyptischen Hauptstadt wird gemeldet, daß gestern in einer meist von Arabern bewohnten Vorstadt von Kairo Feuer auSbrach, bai sich bei starkem Winde schnell verbreitete und 250 Häuser einäscherte, ES brannte 18 Stunden lang, und die Löschmann­schaften standen lange Zeit dem wütenden Element machtlos gegenüber. Zwölf Menschen sollen den Tod in den Flammen gesunden haben; über 5000 Eingeborene find ohne Obdach und lagern im Freien vor der Stadt.