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Herrsel-er Kreisblatt

Gratisbeilagen: Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Zernspre ch-Knschlutz Nr. 8

Nr. SS

Sonnabend, den 8. März

1913

Erstes Blatt

Amtlicher teil.

Her-feld, den 4. März 1913.

Diejenigen Herrn Bürgermeister deS Kreises, welche meine Verfügung vom 16. März 1909, I. A. Nr. 1670, KreiSblatt Nr. 33, betreffend: Mitteilung der Nachweisung über die zur Fiühjahr-törung und Nachschau vorzustellenden Bullen noch nicht erledigt haben, werden hieran mit Frist biS spätesten- zum 16. d. Mt-. erinnert.

Der Vorfitzende des Kreisourschufses:

3. A. Nr. 1534. von GruneliuS.

Her-feld, den 3. März 1913.

Der Bürgermeister Philipp Ringln in Dünkelrode ist am 21. Februar d. J-. al- solcher sür einen am 29. d. Mt-. beginnenden weiteren achtjährigen Zeitraum wiedergewählt worden.

Ich habe diese Wahl bestätigt.

Der Vorfitzende des kreisausschuffes:

I. A. Nr. 1331. von Grun«liu -.

HerSseld, den 5. März 1913.

Der Metzger Jsaak Oppenheim in Tcheukleugs- feld beabsichtigt aus seinem Grundstück, Gemarkung Schenk- leng-feld, Artikel 61, Kartenblatt 8, Parzelle 95 ein

Kchlachthan» einzurichten.

Ich bringe da- geplante Unternehmen zur öffentlichen Kenntnis. Einwendungen können binnen 14 Tagen bei mir schriftlich in zweifacher Ausfertigung oder zu Protokoll an­gebracht werden. Nach Ablauf dieser Frist können Ein­wendungen in diesem Verfahren nicht mehr erhoben werden.

Rechtzeitig erhobene Einwendungen werden im mündlichen Verhandlungstermin am

Mittwoch, den 26. März -. 8s.

Mittags 12 Uhr

im Königlichen Landrat-amte hier auch im Falle der Aus­bleiben- deS Unternehmer- oder der Widersprechenden erörtert werden.

Zeichnungen und Beschreibungen liegen im Königlichen LandratSamte Zimmer Nr. 9 während der Dienststunden

zu Jedermann- Einsicht aus.

I. 2853.

Der Landrat.

I. H.:

Wessel, Klei-sekretär.

Die Maurerlehrlinge deS Kreise- HerSseld, welche ihre Gesellenprüfung machen müssen, werden ausgesordert, sich bis zum 20. März d. JS. bei dem Unterzeichneten zu melden und nachstehende Schriststücke einzusenden:

1. Gesuch um Zulaffung zur Gesellenprüfung. 2. Den eigenhändig geschriebenen Leben-laus. 3. DaS Zeugnis deS Lehrmeister-, 4. Zeugnis der Volksschule. 5. Zeugnis der Fortbildungsschule. 6. Den Lehrvertrag.

Der PrüfungSt«rmin wird den Betreffenden schriftlich mitgeteilt werden.

HerSseld, den 4. März 1913.

Der Vorsitzende deS Prüfung-auSschuffe-:

H. Schulz, Maurermeister.

* * Her-feld, den 5. März 1913.

Wird veröffentlicht.

I. 3026. Der Landrat.

I. A.:

W e s s«l, Krei-fekretär.

Gefundene Gegenstände:

Eine Pferdedecke. Meldung deS Eigentümer- bei dem Ort-vorstand in Unterhaun.

nichtamtlicher Ceil

Politischer Wochenbericht.

Unsere Krieg-marine ist von einem schweren Unglück betroffen worden. DaS Torpedoboot8 178" ist in der Nähe von Helgoland von dem Panzerkreuzer .Jorck" gerammt worden und bald daraus gesunken. Dab« sind 67 Mann der Besatzung ertrunken und nur 17 gerettet worden. DaS Unglück, daS sich in der Nacht ereignete, hat allenthalben die innigste Teilnahme hervorgerufen. Der große Verlust an Menschenleben erklärt sich auS dem stürmischen Wetter und der herrschenden Dunkelheit. DaS deutsche Volk wird den bravm Seeleuten, die in treuester Pflichterfüllung ihr Leben

für daS Vaterland dahingegeben haben, allezeit ein dankbare- Andenken bewahren.

Hinsichtlich der H e e r e S v o r l a g e und der mit ihr im Zusammenhang stehenden Deckung-frage ist nunmehr der Schleier bereits insofern etwa- gelüstet worden, alS daS Regierungsblatt, dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung", mit- geteilt hat. daß bei der Reich-leitung die Absicht bestehe, die wegen ihrer Höhe ganz besonder- in- Gewicht fallenden ein­maligen Kosten der HeereSvorlage durch eine einmalige Abgabe vom Vermögen zu decken. Man wird dieser Absicht bei näherer Prüfung die Billigung nicht versagen können. Die außer­ordentlichen Bedüifnisse unserer militärischen Rüstung und Lände-verteidigung gegenwärtig aus dem Wege der Anleihe decken zu wollen, wäre zweifellos ein gewagte- Unternehmen und könnte leicht von verhängnisvollen wirtschaftlichen Folgen begleitet sein. Er steht näml ch zu befürchten, daß eine der­artige Anleihe, wenn sie überhaupt Ausnahme sände, geradezu einen Sturz der festverzinslichen Werte herbeisühren und die an sich schon unbefriedigenden Kur-Verhältnisse unserer bereit- am Markte befindlichen StaatS- und Reich-anleihen weiterhin aus- Verderblichste beeinflussen würde. Aus der andern Seite hat der Gedanke, die Lasten, die für die Verstärkung und Verbesserung unserer Wehrkraft unbedingt «'forderlich sind, aus die Schultern der Besitzenden zu legen, außerordentlich viel Verlockende-. Er fügt sich auf- passendste in den Rahmen der Feiern, mit denen wir zur Zeit die Erinnerungen an die große Erhebung unsere- Volkes vor hundert Jahren wach- zurufen suchen. Die Opferwilligkeit der Besitzenden von damals soll ihr glänzende- Gegenstück und Seitenbild finden

in der Opferwilligkeit der Besitz nden von heute. So tritt die von der Regierung geforderte einmalige Vermögensabgabe in einen großen geschichtlichen Zusammenhang ein und I Wahlstatt fest zusammengeschmiedete Deutsche Reich, daS ist empfängt ihre Weihe und Rechtiertigung als Erinnerung-- i ein große-, schönes mächtige- Vaterland.

gäbe deS Jahre- 1913, in dem die Gedanken und Empfin- | So erhebt sich aus der großen Zeit der Wiederaufrichtung düngen des Jahres 1813 wieder lebendig geworden find. I deS Reiche- noch immer strahlend und verehrungSwürdig die In Nordamerika hat sich der Präsidenten- l Gestalt seines ersten Kaiser-. Mit dem Heimgänge dieseS

Wechsel vollzogen, und an Stelle der bisherigen Präsidenten I einzigen Fürsten war die größte und herrlichste Zeit abge-

Taft ist der neue Piäsident Wilson in daS Weiße Hau- schloffen, die Deutschland jemals erlebt hat. DaS Hauptwerk zu Washington eingezogen. Wilson hielt bei Uebernahme I hat Kaiser Wilhelm I. getan; waS er unS hinterlasien hat,

seine- hohen Amte- eine Rede, die sich in ihrer Form durch I ist die Aufgabe, sein Werk zu erhalten und zu befestigen,

hinreißenden Schwung und klangvolle Worte au-zeichnet und | Halten wir daher sest an der großen Errungenschaft, die unser ihrem Inhalte nach von edelstem Wollen zeugt. Er übte I Vaterland durch Einheit und Macht dem Heldenkaiser ver- herbe Kritik an mancherlei Erscheinungen deS amerikanischen I dankt, und lassen wir unS durch die Erscheinungen der Leben- und tadelte insbesondere die Jagd nach dem Erfolge I Gegenwart, durch den Lärm der ReichSfeinde und Revolutionäre und die grausame Hälte deS kapitalistischen JndustriesystemS, und durch daS internationale Geschrei politischer Schwärm- in dem eS keinen Raum gebe für die rechte Wertschätzung I geister nicht den Blick aus Deutschland- Größe trüben I Und deS Menschenlebens. So gestaltete sich die Rede deS neuen wenn wir heute mit Stolz auf die große Zeit Kaiser Wil- Präsidenten der Union zu einem warmherzigen sozialpolitischen | helmS I. zurückblicken, so blicken wir auch zugleich mit voller Programm und damit gleichzeitig ungewollt und unauS- | Zuversicht in die Zukunft. WaS der erste Kaiser gefchaffen gesprochen auch zu einem Lobliede auf die Arbeiterversicherung I hat, wird auch fernerhin bestehen, und daS deutsche Volk und Arbeiterschutzgefttzgebung Deutschlands. Bemerkenswert wird sein Ansehen und seinen Einfluß im Völkerreigen zu in der Rede Wilson- war serner die deutliche Absage an die behaupten und daS heilige Vermächtnis, daS er uns hinter- Hochschutzzöllnerei, wie solche von den republikanischen Präsi- lassen hat, zu erhalten und zu nutzen wissen jetzt und in fernen denten der Vereinigten Staaten bisher betrieben worden ist. I Zeiten.

Alle- in allem muß man sagen, daß die Ausführungen Wilson- | Ein Nationaldenkmal haben die deutschen Fürsten und von einem hochfliegenden Jdeali-mu- getragen waren. Ob I Stämme dem Neubegründer deS Deutschen RricheS in seiner aber dieser Jdeali-mu- imstande fein wird, sich gegenüber den Hauptstadt errichtet, und aller Reichtum der deutschen Kunst Kräften der wirklichen Welt durchznsctzm, erscheint fraglich, ist aufgeboten worden, diese- Denkmal würdig zu gestalten.

In China haben die Wahlen zur Nationalver- Außer diesem erheben sich noch Hunderte von Kaiser Wilhelm- sammlung stattgesunden. Damit ist nun auch daS ge- Denkmälern in den deutsche Landen, in allen größeren wattige Reich der Mitte, das eine nach Hunderten von Mil- Städten, an den Ufern deS RH inS, aus dem «yffhäuser und [tonen zählende Bevölkerung beherbergt und da- so lange alS dem Hohenstaufen, in der von ihm zu.ückgewonnenen Reich-, die Berkö'perung deS Stillstandes und der Verknöcherung galt, I und Grenzseste Metz. Aber daS schönste Denkmal wird da- in die Reih« der parlamentarisch regierten Staaten eingetreten. I Denkmal der Liebe und Dankbarkeit bleiben, da- er selbst in Ob sich dieser Wechsel der Regierung-form aber alS wirklicher Millionen Herzen sich aufgerichtet hat, ein Denkmal, daS sich Forlschritt erweisen wird, bleibt abzuwarten, da durch eine I forterben wiid, alS ein heilige- Vermächtnis von Geschlecht republikanische oder parlamentarische Versassung an sich da- I zu Geschlecht.

Glück der Völker noch keineswegs verbürgt ist. I

J I Berlin, 7. März. Bor Eintritt in die Tagung hatte man

^ -----,-. ----, - " ------*......' den Tod deS konfervativen Abg. v. Kapphengst zu beklagen,

März.) I ben daS HauS in der üblichen Weife durch Aufstehen ehrte.

Einen erhebenden Gedenktag begeht heute daS deutsche I Dann nahm man den zweiten Nachtrag-etat zum ReichS- Volk. 25 Jahre sind heute verflossen, seit unser alter Helden- I hauShaltSetat und zum Etat der Schutzgebiete für 1912 kaiser Wilhelm I. die Augen zum ewigen Schlummer schloß. I debatteloS an. Auch erledigte man in zweiter Lesung daS Und wenn wir auch diesen Tag in stiller Wehmut begehen | EtatSnotgesetz sür 1913 nach den Beschlüssen der Kommission, müssen, so dürfen wir doch dabei gedenken einer großen, I die beim Etat der Verwaltung deS Reich-heere- alle Forder« erhebenden, ruhmreichen Zeit für Alldeutfchland, die mit dem I ungen gestrichen hatte, die voraussichtlich durch die neue Namen Wilhelms I. unlösbar verbunden ist, und heute fast Militärvorlage eine Abänderung erfahren werden. AlS erster

in allen Phasen in glorreichen Bildern an unserem Geiste Redner betrat Abg. Erzberger die Tribüne, um sich in Front-

vorüberzieht. Da- Andenken an den ruhmgekrönten Sieger stellung gegen die sozialdemokratische Kolonialkritik zu begeben.

von Königgrätz und Sedan, an den greisen Vater deS Vater- DaS HauS stimmte darin mit dem Redner überein, daß, jemehr

lande- steht noch zu lebendig im Volk-bewußtsein, al- daß die Bedürfnisse der 10 Millionen Einwohner in unseren

e- nötig wäre, die Züge diese- ties symphatischen HeldenbildeS Kolonieen geweckt werden, um so größer auch die Zahl der noch schärfer herauSzumeiseln; eS möge nur an ein Wort I Aufträge für unsere heimische Industrie sein würde. Besonder-

Heinrich v. TreitschkeS erinnert sein, der von dem Unvergeß. scharf wandte sich der Zentrum-kämpe gegen dir Einführung

lichen sagte:An seiner schlichten Größe war nicht- blendend, deS ArbeitSzwangeS der Eingeborenen, der auf Sklaverei Hinouz- nichtS rätselhaft, außer der fast übermenschlichen Lebenskraft | laufe, und gegen die Gtrafixpeditionen, denen in den letzten deS Leibe- und der Seele. Alle konnten ihn verstehen, nur I 3 0 Jahren rund 150 000 Eingeborene zum Opfer gefallen nicht der Hochmut der Halbbildung, ollen, den Geistreichen seien. Auch der nationalliberale Abg. Semmler hatte sich wie den Einfältigen, konnte die stärkste Kraft feine- Charakter-, al- Zielpunkt die Sozialdemokratie erwählt. Aber auch er die unwandelbare Pflichttreue, zum Vorbild« dienen." Und bezeichnete er als unerfreulich, daß so viele Eingeborene in weiter:Als er dahinging, da war allen zumute, al- ob ' den Kämpfen gegen die Schutztruppen gefallen feien. Der

Deutschland ohne ihn nicht leben könne, obwohl wir doch seit Jahren daS Ende schon erwarten mußten."

In unser aller Erinnerung ist eS noch, wie der neunzig­jährige Heldenkaiser, alS ihn bereit- der TodeSengel umschwebte, biS zum letzten Atemzüge die hohen Tugenden bewahrte, die ihn zum verehrungSwürdigsten Fürsten aller Zeiten gemacht haben. Seinem Volke und dem vom ihm neu geschaffenen Deutschen Reiche galten seine letzten Sorgen, und noch im Angesichts de- Tod- belehrte er seinen Enkel, den Prinzen Wilhelm, unseren jetzigen erlauchten Kaiser, über da-, wa- dem Staate und dem Heere not tue. Als ihm dabei seine Tochter, die Großherzogin von Baden, einmal bat, er möge sich nicht durch viele- Sprechen ermüden, gab er mit fester Stimme die unvergeßliche Antwort:Ich habe sitzt keine Zeit, müde zu fein I" In diesen in der Sterbestunde gesprochenen Worten drückte sich da- ganze Wesen deS großen Kaiser- au-: seine Schlichtheit und da- niemals ruhende Pflichtgefühl.

Nun schläft der große alte Kaiser in seinen Hrldenchren den ewigen alten Schlaf, fein Geist aber lebt unter un8 fort und wird ewig foitleben im Herzen unsere- Volke-, wie m demselben die Dankbarkeit, die Verehrung und Liebe zu Kaiser Wilhelm I. nie erlöschen werden. Die Eigenschasten, die ihn zierten, und die weltgeschichtlichen Erfolge, die er erreicht, werden ihn dem deutschen Volk-bewußtsein sür ewige Zeiten al- daS höchste Ideal eine- deutschen Kaiser- vor- chweben lassen. WaS er unS in erster Linie gelehrt, da- ind frommer Sinn, Bescheidenheit, Demut, Liebe zum Vater- ande, Pflichttreue biS zum letzten Atemzüge. Diese Lehren zu beherzigen, tut heute doppelt not. Aber er hat nicht nur gelehrt, er hat auch gegeben, und waS er unS alS heilige- Vermächtnis hinterlassen hat, daS ist da- auf blutiger