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herrsel-er Kreisblatt
Gratisbeilagen: „Illustriertes Sonntagsblatt" und „Illustrierte Landwirtschaftliche Beilage"
Zernsprech-Nnschlutz Nr. 8
Nr. 24. Dienstag, den 35. Februar 1V1S
Amtlicher teil.
HerSfeld, den 18. Februar 1913.
Die Fleischbeschau» und Trichinenschaubezirke in Heiingen o, Werra sind, wie folgt, anderweit abgegrenzt worden: Bezirk I: Beschauer Spanqenberg: Die Haushaltungen in den Gebäuden No. 1 bis 139V* und No. 192 (Schlächterei Trostmann), die Häuser, welche neben der Hausnummer den
Buchstaben B. tragen, die Gemeinde Leimbach und die Gehöfte Grundmühle und Füllerode.
Bezirk II: Beschauer Bommer: Die Haushaltungen in den Gebäuden No. 140 bis 191, 193 bis 200 sowie diejenigen Gebäude, welche neben der Hausnummer den Buchstaben A. und C. tragen.
I. 2234. Der Landrat
von GruneliuS.
National
der bis 17. Februar 1913 durch die KörunaSkommiffton nachgekörten Zuchtbullen deS KreiieS HerSi-lb.
HerSfeld, den 19. Februar 1913.
Nachstehend veröffentliche ich das KörungSergebniS einiger von der KölUnqSkommiffion besichtigter Zuchtbullen.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses:
I. A. Nr. 1184. von GruneliuS.
8 £ L SS er
Gemeinde.
Anzahl der
Bullen.
Namen der Bullenhalter.
1
2
3
4
WÄferShaujen . Ben- gendors
Herfa
Biedebach
Tann
1
1
1
1
Zuchtbullenverband
Schaub, Bürgermeister Zuchtverband Niemeyer, August
Datum der Körung 1912.
Resultate der Körung.
Abstammung
Bemerkungen.
Alter und Rafft der Bullen,
Farbe und Abzeichen.
Befund.
13. 2.
15
Monate Simmentaler
Gelbrotschack w. Kopf
brauchbar
Z. G. Oberhessen
13. 2.
18
Gelb w. Kopf
brauchbar
Z. G. Sontra
I 17. 2.
15
Falsch. w. Kopf
noch brauchbar
Z. G. Großseelheim
| 17. 2.
18
er »r
Gelbschack w. Kopf
unbrauchbar
Hersfeld, den 19. Februar 1913.
Am Mittwoch den 12. März d. Js., vormittags 9V2 Uhr findet im Sitzungssaal des hiesigen Landratsamtes eine Kreistagsfitz»,ng statt. Tagesordnung ist hierunter abgedruckt.
1. Prüfung der Verhandlungen über die im Monat November 1912 erfolgten Ergänzungswahlen bezw. Neuwahlen zum Kreistag und Beschlußfassung über die Gültigkeit dieser Wahlen (§ 71 der Kreisordnung und § 2 der Geschäftsordnung).
2. Prüfung und Feststellung der Rechnung der Kreis- kommunalkasse für das Rechnungsjahr 1911 sowie Erteilung der Entlastung an den Rechnungsführer.
3. Abänderung des Beschlusses des Kreistages vom 27. April 1912 (Ziffer 2 b der Tagesordnung) betreffend Anstellung eines weiteren Kreisausschuß- Sekretärs.
4. Begutachtung des Landwegebauetats für 1913.
5. Beschlußfassung über Vorausleistungen zur Unterhaltung der Landwege.
6. Feststellung des Kreishaushaltsetats für das Rechnungsjahr 1913. (§ 34 der Kreisordnung.)
7. Bewilligung eines Fonds zur Bekämpfung der Tuberkulose aus Anlaß des 25jährigen Regierungs-Jubi- läums Sr. Majestät des Kaisers und Königs.
8. Beschlußfassung bezüglich der Errichtung einer neuen allgemeinen Ortskrankenkasse und Landkrankenkasse für den Kreis Hersfeld (§ 231 R. V. O.)
9. Abänderung des Beschlusses des Kreistages vom
Auf gefährlicher Bahn.
Erzählung nach dem Englischen von S.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
«Davon ist mir nicht- .bekannt," entgegnete sie hochmütig. «Ich halte Reichtum jür einen bloßen Zufall, mit dem Adel ist die- etwas ganz anderes."
„Aber auch da- Talent, der Fleiß, die Tugend adelt, und dieser Adel steht meiner Meinung nach höher alS der Geburt-adel," entgegnete er fest.
„Wir wollen nicht länger streiten," entschied sie, „denn wir treiben doch nie übereinstimmen. Mir geht noble Geburt über alles; und glauben Sie mir, Herr Culroß, ich könnte in dieser Beziehung keinen Mangel übersetzen."
Mit stolzer Geberde wandte sie sich von ihm ab, aber Hermann trat näher auf sie zu.
„Lady Janthe, hören Sie mich an. Wir sind nicht hier, um über dieser verbrauchte Thema zu diskutieren. Ihre Ansichten sind ein Teil Ihre- Selbst — ich achte sie — ich werde sie nie zu bestreiten suchen — ich werde aber auch nicht mit meinen eigenen zurückhalten. Versuchen Sie den Stander- unterschied zu vergeffen — versuchen Sie, mich nur als den Mann zu betrachten, der Sie mehr als sein Leben liebt."
„Ich kann nicht," erwiderte Janthe, „ich kann Sie nicht lieben, die Entfernung zwischen un- ist zu groß."
„Also schlagen Sie mich entschieden au-?" fragte Hermann.
Plötzlich sah sie im Geist den alten Lord aus seinen Knien vor sich liegen. Konnte sie diese einzige Hülse von sich weisen?
„Bleiben Sie, Herr Culroß," sagte sie hastig, „lassen Sie wich noch eine Frage stellen. Können Sie nicht großmütig sein und meinem Vater helfen ohne — ohne Beziehung auf mich?"
»Rein," erwiderte er ruhig. „Sie verlangen etwa- Un» Mögliche- von mir."
27. April 1912 (Ziffer 5 der Tagesordnung) bezw. Herabsetzung der Gebühren für die Benutzung der vom Kreis angeschafften Ziegenböcke von 1,25 Mk. auf 1 Mk.
10. Begutachtung des landespolizeilich genehmigten Projektes zur Verbreiterung der Landwegezüge Kirch- heim—Kemmerode und Gershausen—Reimboldshausen, innerhalb der Gen.arkung Gershausen, und Bewilligung eines Beitrages zu den auf 7200 Mk. veranschlagten Baukosten.
11. Begutachtung des landespolizeilich geprüften Projektes zur Verbreiterung des Landwegs Gersdorf— Willingshain innerhalb der Gemarkung Willings- Hain und Bewilligung eines Beitrages der auf 4800 Mk. veranschlagten Baukosten.
12. Begutachtung des Projekts zur Aufhöhung des Landwegs Heimboldshausen—Berka vor dem Orte Heringen und wiederholte Beschlußfassung über seine Ausführung.
13. Nachbewilligung eines Beitrages von 420 Mk. zur außerordentlichen Instandsetzung des • Landwegs No. 21 (vom Bahnhof Heringen nach dem Orte Heringen).
14. Nachbewilligung eines Beitrages von
a. 450 Mk. zur Herstellung eines Cementrohrdurchlasses durch den Landweg vor dem Orte Reilos aus Anlaß des Zusammenlegungsverfahrens in der Gemarkung ReiloS und
b. 150 Mk. zu den Kosten der Erbauung eines
„DaS gleicht einem HandelSmann," rief sie stolz. „Er verlangt einen Preis für fein Wohlwollen, er wümcht eine Gattin zu laufen, die ihm sonst unerreichbar wäre. Ein Mann von Aoel würde meinen Vater retten, und kS für seiner unwürdig halten, die Hand seiner Tochter alS Prei- zu verlangen."
„Aber nicht, wenn er diese Tochter liebt," sagte Hermann Culroß. „Verzeihen Sie, ein Mann wird alle- tun, um die Frau zu gewinnen, die er liebt."
„DaS ist plebejische Liebe, Herr Culroß. Ein Edelmann liebt anders; er zieht daS Glück der Frau, die er liebt, seinem eigenen vor."
„Verzeihen Sie, wenn ich Ihnen zu sagen wage, Lady, daß Sie ganz im Irrtum find. Erlauben Sie, daß ich Ihnen über die Siebe spreche, die Sie eine plebejische nennen — die Sie an einem Edelmann als eine ritterliche bezeichnet haben würden."
„Ich kann Sie nicht abhalten zu sprechen, was Sie wünschen, Herr Culroß," sagte sie mit Resignation. „Ich habe keine Wahl, als zu hören."
„Vor vielen Jahren," begann er, „als ich noch ein Knabe war, brächte ich einst meine Ferien bei dem Anwalt meines VaterS in London zu; zufällig sührten ihn Geschäfte nach C'vmbe und ich kam mit ihm. Ich war nur ein Knabe, Lady Janthe, ein unwissender, ungebildeter Knabe — ein Fabrikantensohn, durchaus unwert, daß Lady Carre Notiz von ihm nahm; aber der unwiffende Knabe hatte, so vermute ich, da- Auge eines Künstler-, die Seele eines Poeten. Ich war nur ein Knabe, und als ich in dem großen alten Park von Crombe umherwanderte, ging ein junges Mädchen an mir vorüber, das mir der Inbegriff aller Schönheit und An- mut schien. Sie würdigte mich eines Blicke- — eines kalten, stolzen, gleichgültigen Blicke- — und schritt weiter, sie hatte meiner vergessen; aber mein Herz ging mit ihr. Ich war von diesem Augenblick an kein Knabe mehr, ich fühlte die ganze leidenschaftliche Liebe eine- Mannes für die herrliche Erscheinung. Wie mich diese- stolze, schöne Antlitz überall versolgte! Ich erkundigte mich und erfuhr, daß die be- zaubernde Vision tone andere war als Lady Carre. Nun
Durchlasses im Landweg Friedlos—Reilos, bei Friedlos, und eines Erweiterungsbaues im Anschluß-Wege c. p. an Stelle eines vorhandenen Plattendurchlasses daselbst.
15. Wahl von 3 Mitgliedern und Stellvertretern der Körungskommission für die Jahre 1913 bis einschließlich 1916 (Polizeiverordnung vom 17./1.1879.)
16. Wahl von Schiedsmännern und deren Stellvertretern für die aus mehreren Gemeinden zusammengesetzten Schiedsmannsbezirke des Kreises (§ 3 Absatz 2 und § 11 der Schiedsmannsordnung vom 29. März 1879).
17. Wahl von je 7 Vertrauensmännern für den Ausschuß bei den Amtsgerichten zur Mitwirkung bei der im l. I. stattfindenden Auswahl der Schöffen und Geschworenen für das Jahr 1914.
18. Wahl von Sachverständigen und Stellvertretern zur Abschätzung der Kriegsleistungen im Falle einer Mobilmachung (gemäß § 33 des R. G. vom 13. Juni 1873) für die Kalenderjahre 1913 bis einschließlich 1916.
19, Wahl von 6 Sachverständigen für die Aushebung von Kraftwagen im Mobilmachungsfalle für die Mobilmachungsjahre 1913/14,1914/15 und 1915/16. (§ 33 Absatz 3 des Reichsgesetzes vom 13. Juni 1873 über die Kriegsleistungen und § 16 der Verordnung vom 1. April 1876).
20. Wahl eines stellvertretenden Taxators für die im Falle einer Mobilmachung zusammentretende Pferde-
nahm ich mir vor, hart zu studieren, zu arbeiten wie nie ein Mann gearbeitet hat und meinen Namen berühmt zu machen im ganzen Land, um dann Lady Janthe zu gewinnen. Ich war noch sehr, sehr jung, al- ich diesen Entschluß faßte, aber meine Liebe wuchs mit den Jahren; sie schützte mich vor jeder Versuchung, sie half mir in jeder Schwierigkeit, spornte meinen Ehrgeiz mächtig an; und jetzt — jetzt, Lady Janth«, lege ich sie Ihnen zu Füßen, die Liebe des gereiften Mannes und flehe zu Ihnen, stoßen Sie dieselbe nicht zurück."
Die Leidenschaft seiner Worte rührte sie t- da- schön«, erregte Antlitz machte einen tiefen Eindruck auf sie — aber kalt trat sie zurück.
„Ich kann sie nicht annehmen," sagte sie, „denn ich erwidere sie nicht."
„Wenn ich aber ein Edelmann wäre, Lady Janthe, würden Sie dann durch eine solch große, treue Liebe gerührt werden?"
„Wenn Sie mir ebenbürtig wären," erwiderte sie, „würde ich Sie mit der Zeit vielleicht lieben lernen."
Hermann Culroß stand einige Minuten in Nachdenken versunken, dann sagte er: „Also Sie lieben keinen Anderen, Lady Janthe? Verzeihen Sie meine Frage."
Sie antwortete nicht sogleich — ein großer Kamps ging in ihrem Innern vor. Aber die Erinnerung an ihren Vater war entscheidend, der Stolz mußte zurücktreten.
„Ich liebe keinen Andern," erwiderte sie, „ich liebe nur meinen Vater."
„Dann, Lady Janthe," sagte Hermann, „habe ich Mut. Wäre Ihr Herz auch härter und kälter alS Marmor, ich werde er gewinnen durch die Gewalt meiner großen, leidenschaftlichen Liebe für Sie. Sie find der Meinung, eine Verbindung zwischen unS beiden würde nur Ihnen allein ein Opfer auserlegen?"
„So denke ich," war die kurze Erwiderung.
„Wollen Sie mich dann noch einige Minuten länger anhören? Wenn ich hoffen könnte, Sie für meinen Vater zu interessieren, würde ich Ihnen erzählen, wie er unaufhörlich arbeitet«, wie n sich Tag und Nacht quält«, wie er durch