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Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Zernsprech-Anschluh Nr. 8

Nr. 19. Donnerstag, den 13. Februar 1913.

Amtlicher Ceil.

HerSseld, den 10. Februar 1913.

Am 15, d. M tS. wird die 4te Rate der für daS laufende Jahr zu entrichtenden K r e i - st e u e r fällig.

Die Herren Bürgermeister und Gut-vorsteher deS hiesigen Kreises ersuche ich, dasür Sorge zu tragen, daß die Zahlung der betr. Beträge pünktlich bei der KreiSkommunalkasse hier erfolgt.

Der Vorsitzende des Kreisausschuffes.

von GruneliuS.

HerSseld, den 10. Februar 1913.

Die Arbeitsnachweise in Heringen, Friedewald, Niederaula und SchenklengSseld sind ausgehoben worden, weil der KreiS HerSseld inzwischen dem bei der WanderarbeitSstätte in Bebra errichteten Arbeitsnachweise angeschlossen ist und diese Arb.itS- Nachweise in den letzten Jahren auch nicht mehr in Anspruch genommen worden sind.

L 1849. Der Landrat

von GruneliuS.

HerSfeld, den 3. Februar 1913.

An die Ort-polizeibehörden deS Kreises.

Ich verweise ganz besonders aus die in Nr. 18 deS Kreis- blattS akgedruckte Viehscuchenpolizeiliche Anordnung deS Herrn RegierungS-Präsidenten in Kassel vom 17. Januar 1913, betreffend den Handel mit Schweinen, und ersuche die Be­stimmung allen Beteiligten bekannt zu geben, sowie auch für die genaueste Durchführung der Anordnungen zu sorgen.

I. 1147. Der Landrat.

I. A:

W e s s e l, KreiSsekretär.

Heff.-Nasf. landw. Berufsgenossenschaft

Sektion Hersfeld.

I. S. Nr. 151.

HerSseld, den 10. Februar 1913.

DaS ReichSversicherungSamt hat aus Grund der am 1. Januar d. JS. in Kraft getretenen Bestimmungen der RrichS- verficherungSordnung über die Unsallverficherung ein neuer Formular für Unfallanzeigen vorgeschrieben.

Die Herren Bürgermeister und GutSvorsteher deS Kreise- ersuche ich streng darauf zu achten, daß dieser neue Formular für die Zukunft verwendet wird. Unfallanzeigen nach dem alten Formulare werden zurückgewiesen. DaS neue Formular ist in der L. Funkschen Buchdrucker« hierselbst erhältlich.

von GruneliuS.

Bekanntmachung.

Einstellung von Drei- und Vierjährig-freiwilligen für

Aitf gefährlicher Bahn.

Erzählung nach dem Englischen von S.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

o scheint mir auch," erwiderte der alte Lord mit tiefem Seuszer.Manche Männer find geborene Poeten: sie müssen Gedichte schreiben; manche sind geborene Maler: sie müssen Gemälde malen. Ich wurde als Spekulant geboren: drum war ich gezwungen, zu spekulieren."

Aber Lady Janthe hatte in ihrer Leben-sphäre nie Gelegen­heit gehabt, zu ersahren, waS daS WortSpekulant" alles in sich schließe. Sie wiederholte eS träumerisch, eS hatte keine Schrecken für fie.

Ein Spekulant, Papa? Da- ist nicht- Schreckliche-, nicht wahr?" fragte sie.

Doch," erwiderte er,wenn ein Mann nie zusrieden ist, nie genug bekommen kann."

Aber bei Dir, Papa, konnte da- doch nicht der Fall sein T sagte sie verwundert.

Ich erinnere mich kaum einer Zeit, wo eS anders war, mein Kind. Das Erste, war ich tat, als ich in den Besitz meines Erbe- kam, war zu spekulieren. Manchmal gewann ich hohe Summen, manchmal verlor ich stark; meine Leiden- schalt wurde aber immer hestiger. Weißt Du, welche Art von Spekulation ich meine, Janthe? Vielleicht sollte ich eS spielen nennen, denn schließlich ist eS nichts andere-; und dasselbe Fieber tobt in den Adern deS Spekulanten und Spielers. An einem Tage kaufte ich durch meinen Agenten, der sich aber später als ganz gewissenloser Schurke entpuppte, M irgendwelche Aktien, um sie nach wenigen Tagen wieder mit großem Gewinn zu verkaufen. So trieb ich er lange Zeit mit wechselndem Glück. Bor fünszehn Jahren ab«," suhr der alte Lord mit einem tiefen Seufzer fort,verlor ich eine für mich enorme Summe, und fortgesetzte- Mißgeschick ließ mir schließlich keine andere Wahl, als eine Hypothek aus unsere schöne Besitzung Crombe aufzunehmen. Höre mich

das III. Seebataillon in Csingtau und das Ostasiatische JMarine-Detaebement in Peking u. Ctentsien (China).

Einstellung: Oktober 1913, Ausreise nach Tsingtau : Januar oder Frühjahr 1914, Heimreise: Frühjahr 1916 bezw. 1917. Bedingungen: Mindesten- 1,65 m groß, krästig, gesunde Zähne, vor dem 1. Oktober 1894 geboren (jüngere Leute nur bei besonder- guter körperlicher Entwicklung).

DaS III. Teebataillon besteht auS: 5 Kompagnien Marine- 3nfanterie (davon ist die 5. Kompagnie beritten), 2 Maschinen- gewehrzügen, 1 Marine-Feldbatterie (reitende Batterie), 1 Marine-Pionierkompagnie.

Die Vierjährig-Freiwilligen find in erster Linie für die 5. berittene Kompagnie bestimmt.

In den Standorten in Ostasien wird außer Löhnung und Verpflegung eine Ortszulage von täglich 0,50 Mark gewährt; die Vierjährig-Freiwilligen erhalten im vierten Dienstjahre eine Ortszulage von täglich 1,50 Mark.

Meldungen mit genauer Adresse find unter Beisügung einer vom Zivilvorsitzenden der Erjotzkommission ausgestellten Meldeschein- zum freiwilligen Diensteintritt aus drei bezw. Vier Jahre zu richten an:

Kommando deS III. Stammseebataillons in WilhelmShaven, vom 1. Februar 1913 ab in Cuxhaven.

Bekanntmachung.

Einstellung von Drei- und Vierjährig-freiwilligen für die Matrosen artillerie-Abteilung Kiautscbou

(Küsten artillerie) in Csingtau (China).

Einstellung: Oktober 1913, Ausreise nach Tsingtau: Januar 1914 bezw. 1915, Heimreise: Frühjahr 1916 bezw. 1917. Bedingungen: Mindestens 1,64 m groß, krästig, gesunde Zähne, vor dem 1. Oktober 1894 geboren (jüngere Leute nur bei besonders guter körperlicher Entwicklung).

Bevorzugt werden: Techniker, Elektrotechniker, Monteure, Mechaniker, Chauffeure, Schuhmacher und Schneider.

In den Standorten in Ost asten wird außer Löhnung und Verpflegung eine Ortszulage vom täglich 0,50 Mark gewährt; die Vierjährig-Freiwilligen erhalten im vierten Dienstjahre eine Ortszulage von täglich 1,50 Mark.

Meldungen mit genauer Adresse find unter Beifügung e neS vom Zivilvorsitzenden der Erjatzkommission ausgestellten Meldescheins zum freiwilligen Diensteintritt aus drei bezw. vier Jahre zu richten an:

Kommando der Stammabteilung der Matrosenartillerie. Kiautschou, Cuxhaven.

nichtamtlicher teil.

Abgeordnetenhaus.

DT. Berlin, 11. Februar 1913.

Die Verlobung im Kaiserlichen Hause hat auch im Ab-

on, Janthe. Diese hunderttausend Pjund, für welche ich diesen herrlichen, großen Besitz verpfändete, wurden mir von John Culroß, einem reichen Fabrikanten, geliehen. Du erinnerst Dich seiner Sohne-, Hermann Culroß."

Ein Lächeln unbeschreiblicher Verachtung kräuselte Lady Janthe- stolze Lippen; aber sie antwortete nicht.

Die- machte mir weiter keine Sorgen," suhr Lord Carre fort.Ich dachte, durch eine glückliche Spekulation meine Schuld abtragen zu können. Da trat vor 2 Jahren eine schreckliche Versuchung an mich heran. ES bildete sich eme neue Gesellschaft, die große Hoffnungen aus die Ausbeutung einer Silbermine in Mexiko setzte. Mein Agent sprach mit mir darüber; er schilderte mir den enormen Profit, der da zu machen wäre; ich war habgierig o Janthe, wie wurde meine Habgierigkeit bestraft! Man sagte mir, wenn ich mich entschließen könne, 200 000 Pfund in dieser Spekulation anzulegen, würde ich er bald zum Millionär bringen. Ich laS alle Papiere, ich studierte die Zahlen, ich dachte lange und ängstlich darüber nach. Aber die Sucht zum Gewinn siegte. Ich begab mich nach London und beriet mich mit sachverständigen Männern. Alle versprachen sich den besten Erfolg von dem Unternehmen. So suchte ich mir denn au- verschiedenen Quellen Geld zu verschaffen; ich verpfändete mein Einkommen für die nächsten 3 Jahre und brächte die 200 000 Pfund wirklich zusammen. Nachdem ich ungeduldig und zuletzt auch unruhig aus gute Nachrichten gewartet hatte, fiel endlich am Weihnacht-abend der Schlag. Meine schlimmsten Befürchtungen hatten sich verwirklicht. Die Spekulation war gänzlich mißlungen, und ich bin ruiniert gänzlich ruiniert," wiederholte der alte Lord mit verzweifelter Gebärde.Maurice, Lord Carre ist ein ruinierter Mann; er ist der erste Carre, der seinem Namen Unehre gemacht hat. O Janthe, hast Du ein wenig Mitleid mit mir? Kann ein andere- Gefühl als da- der Verachtung in Dir aufkommen?"

Du tatest es in guter Absicht," murmelte sie.

Du hast noch nicht alles gehört, Janthe. Vor sechs Monaten schrieben sie mir die Leute die mich ruinierten und verlangten einen weiteren Vorschuß von zehntausend Pfund, der nötig sei, um in der Mine weit r arbeiten zu

gkvrdnetcnhauje ihren Widerhall gefunden. ou Beginn der E tzung ermächtigte daS Abgeordnetenhaus den Präsidenten dem Kaiserpaare, dem Herzog von Cumberland und dem hohen Brautpaare die Glückwünsche deS HauseS zu übermitteln. Zum Zeichen der Anteilnahme an dem sreudigen Familien- ereigniS im KönigShause hatten sich die Abgeordneten von den Plätzen erhoben. Die EtatSdebatte drehte sich heute wieder um zahlreiche Einzelwünsche. Die rheinisch-westfälische Industrie besürchtet eine Schädigung durch die Industrie deS SaargebietS, wenn dieses zu billige Verfrachtung zu Wasser bekommt. Die Vertreter deS Saar- und MoselgebieteS denken da etwa- ander-. Die Regierung sucht, wie auch der Minister v. Breitenbach auSsührte, einen AuSgleich der Interessen herbeizuführen, in dem sie der Saarindustrie zwar nicht die billige Wasserstraße aber ermäßigte Eisenbahntarise gewährt. Auch die Frage eine» Rhein-MoselkanalS wurde angeregt (der Vertreter der Regie­rung meinte, der Kanal läge mehr im Interesse Belgien- und HollandS). Ein Küstenkanal zwischen Elbe und Weser, der Ausbau deS NogatkanalS bei Elbing, die Verbindung deS Main- mit den norddeutschen Flüssen, daS alles besprach und behandelte man. Einmal gelangte man so endlich zum Schluß deS Etat-, aber noch bleibt ein kleiner Rest für Donnerstag, denn morgen soll die Budgetkommission den ganzen Tag hin­durch arbeiten.

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Prinzessin Viktoria Luise mit dem einzigen noch lebenden Sohn deS HerzogS von Cumberland, Prinzen Ernst August, ist mehr als ein glückliches FamilienereigniS. Wenn sie auch nicht auS politischen Beweggründen, sondern, wie seststeht, auS einer Herzensneigung der beiden Verlobten hervorgegangen ist, wird sie doch nicht ohne politische Folgen bleiben.

Nach dem unbeerbten Hinscheiden deS letzten HerzogS von Braunschweig auS der Wolsenbütteler Linie ist bei BundeS- staat Braunschweig von Regenten regiert worden, obgleich die Berechtigung deS Anspruchs deS HauseS Cumberland aus den Braunschweiger Thron an und für sich keinem Zweifel unterlag. Die Bedingung für eine welfische Thronbesteigung in Braun- schweig war aber nach dem BundeSratSbeschluß vom 2. Juli 1885, daß der Ches deS HauseS Cumberland einen klaren Verzicht aus Hannover auSsprechen sollte, weil eS mit dem Grundprinzip, auf dem daS Deutsche Reich beruht, nicht vereinbar wäre, wenn der Herzog von Braunschweig Ansprüche auf Gebietsteile eines anderen BundeSstaateS, nämlich Preußen-, ausrecht erhalten würde.

Nach dem Tode deS Prinzregenten Albrecht von Preußen können, und dann würde der riesige Profit beginnen."

Er streckte die Hände auS, als ob er eine schreckliche Er­scheinung von sich abwehren wollte.

Vor dem Himmel schwöre ich eS, Janthe," rief er mit heiserer Stimme,jetzt erst erkenne ich >die ganze Tragweite der Geschehenen. Man wird mit Fingern aus mich zeigen und mich Dieb nennen."

O Papa, so schlimm kann eS nicht sein," rief sie auS. Erzähle mir alle-."

Ich bin der Vormund Deiner Vetters Windham Carre, der mir die Verwaltung seines kleinen Vermögen- von 5000 Pfund überließ. DaS Geld war sicher angelegt, und als er nach Indien ging, sagte er mir lachend, er wisse, ich hätte schon oft mit'Glück spekuliert, und wenn ich AuSsicht habe, seine 5 Prozent in 10 zu verwandeln, solle ich eS ja nicht versäumen. AlS sie mit nun diese letzten 10 000 Psund abverlangten, wartete ich seine Erlaubnis gar nicht ab und nahm sein Geld: dachte ich doch, sein und mein Glück zu machen aber, o Janthe, alles, alles ist verloren. Konnte denn ein Mann so toll, so törjcht fein wie ich war?"

Du mußt eS zurückzahlen, Papa," sagte sie heiter.Du wolltest ihn ja nicht in Schaden bringen."

ES zurückzahlen!" stöhnte er.Wollte Gott, ich könnt« die-! Du begreifst nicht, was ich meine, wenn ich sage, ich bin ein ruinierter Mann. Er bedeutet, daß ich, Maurice Carre, Lord von Crombe, arm, ohne einen Pscnnig vor Dir stehe. DaS Heim meiner Ahnen dieser alte Schloß, wo die Besten und Tapfersten meiner Geschlechts gewohnt haben und gestorben find ist nun verloren. Mein Einkommen ist verpfändet, ich bin gänzlich ruiniert und ohne jede HülfS- quelle. Aber ich könnte dies alles ertragen, wenn ich nur die Möglichkeit vor mit sähe, Wyndham Carre da- Seine wieder- zugeben. Ich würde eS nicht überleben, Janthe, mich Dieb nennen zu hören."

Lady Janthe war sehr bleich geworden.

Niemand kann die- sagen, Papa," tröstete sie.Du ängstigst Dich vor einem Schatten. Wyndham wünschte za, daß Du mit seinem Gelde spekuliertest."

Aber ich habe er verloren, Janthe. WaS soll ich ihm