n« Provinz *. Nackbargediet.
* (ZiegenauSstellung zu Franksurt (Main). Der Frankfurter landwirtschaftliche Verein hat in seiner letzten Vollversammlung beschlossen am 15. u. 16. Juni eine Ziegen- AuSstellung abzuhalten, welche mit Markt und Prämi erung verbunden wird. Die Ausstellung soll den Zweck versolgen weitere Kreise für die Zucht und Haltung der nutzbringenden Zieg Massen zu interessieren und dem Umschwung der wirtschaftlichen Verhältnisse, in erster Linie die Steigerung deS Preise- aller tierischen Erzeugnisse, entsprechend daS Verständnis für die Pflege dieses genügsamen, namentlich für den Betrieb deS allerkleinsten StellenbesitzerS so schätzenwerten Haustiere-, zu wecken. Sämtliche größere Ziegenzucht-Verbände und Lokalvereine haben bereits ihre Beteiligung zugesagt und rechnet man mit einer Beschickung von etwa 500—600 Tieren. Zu der Preisbewerbung, für welche Geld- und Ehrenpreise im Gesamtwert von über 1000 Mark auSgesetzt werden, sind nicht nur die preußischen sondern auch die Züchter der süddeutschen Staaten zugelassen, sofern sie hornlose Tiere der einheimischen und der Schweizer Rassen züchten. Die Bestimmungen und Anmeldung-formulare sind von der Ge- schästSstelle deS landwirtschaftlichen Verein- in Frankfurt (Main) kostenloS zu beziehen.
§ Hersfeld, 7. Februar. Am Donner-tag den 13. d. M. geben die Original-Leipziger Quartett- und Konzert-Sänger, Direktion: Paul Belzer in der Turnhalle noch einen humoristischen Abend. Eine au-sührliche Empfehlung unsererseits ist wohl bei der großen Popularität und Beliebtheit dieser Gesellschaft überflüssig. Herr Belzer hat eS verstanden, in den 14 Jahren deS Bestehens seiner Gesellschaft dem Geschmacke deS Publikums voll und ganz Rechnung zu tragen. Gediegene Leistungen, urkomische und doch streng dezente Vortragsweisen haben der Gesellschaft in den letzten Jahren fast täglich auSverkauste Häuser gebracht, waS wir der rührigen Direktion auch am oben genannten Tage wünschen wollen.
):( Hersfeld, 6. Febr. Gestern nachmittag gegen 2 Uhr wurde hier eine Doppeldecker-Flugmaschine gesichtet, welche mit großer Schnelligkeit auS der Richtung von Fulda kommend nach Bebra zu weitet flog. Die Maschine hielt sich in beträchtlicher Höhe ruhig und sicher, da- Surren deS Propellers war deutlich hörbar, so daß alles aus die Straße stürzte, um den ersten Flieger, der unsere Stadt auf einem Ueberlandfluge berührte, zu sehen. Etwas näheres über den Aufstiegs- und AnkunstSort der Flugmaschine war noch nicht in Erfahrung zu bringen.
-d- Willingshain, 5. Februar. In einem mit Holz gefüllten Stalle in der Scheune deS Schreiner- und Landwirts Friedrich Zulauf dahier brach heute nachmittag 3 Uhr aus bis jetzt noch unaufgeklärte Weise Feuer aus. Durch das rasche und zielbewußte Eingreifen der hiesigen Feuerwehr wurde daS schon sehr umfangreiche Feuer in dem Stalle unterdrückt und somit ein größere- Schadenfeuer, dem aus alle Fälle zwei dicht aneinanderhängende Hofraiten zum Opfer gefallen wären, vermieden. Aus diesem Wege Dank der hiesigen Feuerwehr. ES ist dieS ein schlagender Beweis, welchen Vorteil eine gut geschulte Feuerwehr im Orte bietet.
Fulda, 5. Februar. Bei einer FastnachtSfeier kam eS hier zwischen einem älteren Mann und mehreren jungen Burschen zu Streitigkeiten, in deren Verlaus ersterer einen gefährlichen Messerstich in die Rippengegend erhielt. Der Verletzte ist im Laufe deS Vormittags dem Landkrankenhause in Fulda zugeführt worden. An seinem Auskommen wird gezweiselt.
Marburg, 5. Februar. Infolge der von der Polizei für die FastnachtStage erlassenen Verordnung über eine Einschränkung der Feierabendstunde fand in vergangener Nacht eine mehrstündige Demonstration seitens Hunderter von Studierenden auf dem Marktplatz statt, denen gegenüber daS Polizeiaufgebot machtlos war, DaS Wachtlokal am Rathaus wurde demoliert. Den Schluß der Szene bildete ein Umzug durch die Stadt. — Nach einem Bericht der „Hess. LdSztg." wurde ein Polizeisergeant, der einen der Tumultuanten verhaften wollte, von diesem und einigen anderen Ruhestörern mißhandelt, und nur mit Mühe und Not gelang eS zwei weiteren Beamten, ihren hart bedrängten Kollegen in Sicherheit zu bringen. Ferner wurden sämtliche Fenster der Polizei- wachtstube eingeworfen. Die Tumultuanten benutzten hierzu zum Teil die vor dem RathauS aufgeschichteten schweren Pflastersteine, und nur wie durch ein Wunder blieben die in der Wachtstube befindlichen Beamten vor Verletzungen bewahrt.
Hanau, 6. Februar. In der vergangenen Nacht ist wieder ein beim Eisenbahnregiment Nr. bedienender Soldat am Typhus gestorben. Er ist daS 15. Opfer, daS die Krankheit unter den Soldaten gefordert hat.
Germerode, 6. Februar. Die Familie des Molkerei- besitzer- V. Hier traf gestern abend hier ein zweifache- Unglück. Der 20jährige Sohn wollte aus dem Hofe ein Pferd auS. schirren. Dabei schlug da- Tier auS und traf ihn mit solcher Wucht an daS Bein, daß eS gebrochen wurde. Der Vater eilte herbei, um das aufgeregte Tier durch Schläge zur Ruhe zu bringen, wurde aber so heftig inS Gesicht getroffen, daß er bewußtlos liegen blieb. Der schnell herbeigerufene Arzt auS Äbterobe mußte darum seine Ueberführung inS Eschweger LandkrankenhauS anordnen.
Ohrdruf, 5. Februar. Für den 6. Februar sind jetzt auS allen Teilen deS Bereichs deS 11. Armeekorps mehrere hundert Reservisten zu einer längeren Uebung nach dem Truppenübungsplatz zu Ohrdrus einberuscn worden, wo sie mit einer großen Anzahl aktiver Mannschaften auS allen Regimentern deS 11. Armeekorps gemeinsam mit der Handhabung der Maschinengewehre vertraut gemacht werden sollen. Die aktiven Mannschaften find bereit- in voriger Woche auf dem Truppenübungsplatz eingetroffen. Die Maschinengewehre sind von den damit ausgerüsteten Regimentern nach Ohrdrus transportiert worden.
Mainz, 5. Februar. In der frühen Morgenstunde bekam der 25 Jahre alte Heizer Julius Heinrich in Biebrich am Rhein nach dem Besuch eines Maskenballes mit seiner Frau Streit. Dabei verletzte er seine Frau durch vier Brilhiebe lebensgefährlich und fügte dann auch seinem drei Jahre alten Sohn Verletzungen zu. Mutter und Kind liegen im bedenklichen Zustande im Krankenhause. Von dem Täter war keine Spur aufzufinden. Wie sich herausgestellt hat, hat sich der Täter heute srüh V28 Uhr, nur mit Hemd, Hose und Pantoffeln bekleidet, aus der Eisenbahnbrücke zwischen Mainz und Biebrich erschossen. Dabei stürzte die Leiche in den Rhein und konnte noch nicht geborgen werden.
Darmstabt, 6. Februar. Ein Dragoner deS hiesigen DragonerregimentS Nr. 24 hatte die Fasching-nacht außerhalb der Kaserne mit seiner Geliebten verbracht. Sein Vergehen wurde bemerkt. AuS Furcht vor Bestrafung machte er d<n Versuch, sich mit seinem Dienstgewehr zu erschießen. Er liegt hoffnungslos darnieder.
Landenbach am Meißner, 5. Februar. Als der Landwirt K. Möller von hier damit beschäftigt war, den Gemeindebullen loszubinden, um ihn auf den Hof zu leiten, wurde das Tier plötzlich scheu nahm Möller, trotz erbitterter Gegenwehr aus die Hörner und wars ihn mehrmals in die Lust, so daß er über daS Dach deS nebenstehenden kleinen SpritzenhäuSchenS hinweg flog und dann in den sogenannten alten Graben stürzte, wo er mit schweren Verletzungen liegen blieb. Der Bedauernswerte wußte sofort in ärztliche Behandlung gegeben werden.
Nieder-Marsberg, 6. Februar. Im nahen NeuhauS hatte sich der 5 Jahre alte Knabe deS Oekonomen Peter bei dem Selbstbinder der Dreschmaschine zu schaffen gemacht. Ein Messer traf dessen Auge, da- auSlief. Eine Warnung, Kinder bei solchen Beschäftigungen gänzlich sern zu halten.
Münden, 5. Febr. Im ReinhardtSwalde ereignete sich heute (in schweres Unglück, dem ein Schuljunge zum Opfer fiel. Zwei 11- und 12jährige Schüler waren zum Holzholen in die Nähe deS SchießstandcS der Pioniere im Reinhards- Walde gezogen. Sie spielten dabei mit einem gefällten Baumstamm, der Baum kam inS Rollen, und der eine Knabe, namens Theune, geriet unter den schweren Stamm, Kops und Brust wurden ihm eingedrückt, so daß er auf der Stelle tot war. Der zweite Knabe namenS DeibeS kam mit einem Beinbruch davon. Die hiesige SanitätSkolonne holte ihn ab und schaffte die Leiche seines toten Spielkameraden nach Münden.
Eisenach, 5. Februar. Ein schwerer UnglückSsall hat sich gestern nachmittag aus dem hiesigen Güterbahnhos ereignet. Von einem Lastautomobil der Vereinigten PeterS- berget und Schloßbrauereien sollten Fässer in einen Bahnwagen verladen werden. Bei dieser Arbeit hat sich Heß gebückt, und alS das Auto langsam an den Eisenbahnwagen heransuhr, wurde sein Kops zwischen die beiden Wagen gequetscht. Heß war sofort tot. Er war verheiratet und Vater dreier Kinder im Alter von 1, 3 und 5 Jahren.
Durch die Lupe.
Ein Stückchen Zeitgeschichte in Versen.
Interessant aus alle Fälle — ist'? am Balkan immer noch — wird eS dort zum Frieden kommen — oder kommtS zum Kriege doch? — Solche Fragen wurden täglich — in der Tagespreise laut, — daS Interesse an den Türken — hat noch längst nicht abgeflaut. — Auch Europas große Mächte — haben sich allmählich jetzt, — um den Frieden zu vermitteln — schon in Positur gesetzt, — und man drängt aus beiden
Serien, — doch in etwas nachzugeben, — um eS nunmehr zu verhüten, — daß an neuen Menschenleben — man ein weit'reS Opfer bringt, wie e- nötig unbedingt, — fall- sich Türken und Bulgaren, — unerbittlich, wie sie waren, — jetzt von neuem weiterstreiten, statt den Frieden zu bereiten. — Aussicht ist trotzdem vorhanden, — daß eS jetzt vielleicht gelingt — und man Türken und Bulgaren — doch zum FiedenSschluffe bringt. — Denn eS ist in beiden Staaten — kräfrge ManneSarbeit not — um den Boden zu bestellen, — eine schwere Hungersnot — droht den Balkanstaaten allen, — würde neu der Krieg begonnen, — schwerer als die Kriegsgefahren, — denen mancher nicht entronnen. — Mit Albaniern und Serben — scheint eS ohnehin noch weit, — ehe diese sich vertragen — ganz in Ruh und Friedlichkeit. — Serbien hätte sich am liebsten — leibt in dieser Land gesetzt, — darum reibt eS sich beständig — an Albanien- Truppen jetzt, — schon für König Peter täte — der Besitz Albanien- not, —- denn bisher ward fast für garnicht- — in den sicheren Krieget tod — Serbien- Truppenmacht getrieben, — wäre sie daheim geblieben — hätte Serbien mehr gespart
— alS ihm jetzt zur Beute ward. Walter-Walter.
Letzte Dachrichten.
Konstantinopel, 6. Febr. Man glaubt, daß der Rückzug der Bulgaren auf TscherkeSköj den Zweck hat, der durch die geplante Landung türkischer Truppen in Rodosto beabsichtigten Flankenumgehung zu entziehen. Die Landung, die angeblich von Enver Bey vorbereitet werden soll, würd« bind) zwei auS den Dardanellen herangezogene Linienschiffe gedeckt werden.
S 0 s i a, 6. Febr. Die Gesandten einiget Großmächte schritten heute bei dem Ministerpräsidenten Geschow wegen de- VerlangenS der Konsuln in Adrianopel ein, daß eine neutrale Zone sestgestellt werde oder daß ihnen und den fremden Kolonien die Möglichkeit gegeben werde, die Stadt zu verlassen. Der Ministerpräsident antwortete, daß eS keine Präzedenzfälle dafür gebe, daß Konsuln oder anderen Personen gestattet würde, einen belagerten Platz zu verlassen, und daß auch ernste Gründe daS bulgarische Generalquartier verhinderten, den Konsuln und den fremden Kolonien den AuSzug oder die Errichtung einer neutralen Zone zu gestatten, denn niemand könne dafür bürgen, daß nicht versehentlich Granaten in diese Zone fielen, wa- für daS Militär große Schwierigkeiten haben würde.
Warschau, 7. Febr. Bei der Bahnstation Staredrogi stürzte ein mit 30 Personen besetzter Automobilomnibus infolge Einsturzes einer hölzernen Brücke in den Fluß. Vierzehn Personen wurden schwer verletzt, vier erlitten Gehirnerschütterungen.
Köln, 7. Februar. Die Höhe der von dem verhafteten Justizrat Lcycndecker veruntreuten Summe soll sich auf mehrere Millionen belaufen, man spricht sogar von 6 Millionen.
Oeffentlicher Wetterdienst. —
Wetterdienststelle Frankfurt a M. Wetteraussichten für Sonnabend den 8. Februar.
Kalte Nacht, später Erwärmung, Trübung, Niederschläge.
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Hier 34,000 ähnlich lautend« schriftlich« An«rk«nnungmk
kirchliche Rachrichte«.
Sonntag den 9. Februar.
Vorm. V2I0 Uhr: Herr Pfarrer Scheffer.
Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienst (Sonntagschule).
Nachm. V26 Uhr: Herr Pfarrer Gonnermann.
Petersberg.
Mittags V2I Uhr: Gottesdienst.
Unterhaun.
Mittags 1 Uhr: Gottesdienst.
Mittwoch den 12. Februar.
Abends 8 Uhr: Gottesdienst in der Hospitalskapelle.
Gesucht zum 1. Äpril eine Köchin, die Hausarbeit übernimmt. Persönliche Anmeldungen vom 14. Februar ab vormittags.
Frau Oberstleutnant Graup
Reichsbankstraße 3.
Ein ordentlicher Junge als Kehrling
gesucht.
Franz Pforr Bau- und Möbelschreinerei mit elektr. Betrieb.
gegen hohen Lohn gesucht.
Hotel Hohenzollern.
Ein
Kehrling
zu Ostern gesucht.
2. Münster, Wagnermeister.
in Wa
am (5. Februar <915.
Größter ViehmarKt im Regierungsbezirk Gaffet
Kreisarbeitsnachweis Bebra.
Rotevbnrgerftratze 107. Fernruf 13.
Offene Stellen: 3 Pferdeknechte, 1 Melker (17—25 Jahre) mehrere Zimmerleute mit Werkzeug (50 Pfg. Stundenlohn), 1 Kellner lehrling, 2 Dienstmädchen f. Land.
Arbeitgeber haben bei Abgabe von Aufträgen an den Arb.- Nachweis d. Alter d. gewünschten Arbeitskräfte u. Lohnverhältnisse anzugeben.
Allen Anfragen ist Rückporto beizufügen.
Einen
Kehrling
sucht auf Ostern
3. Walther
Lackierer- u. Weißbindermeister.
Sohn achtbarer Eltern mit guten Schulkenntnissen zu Ostern als
Kehrling
gesucht.
Peter Brandau
Malermeister.
Ein ordentlicher Junge mit luten Schulkenntnissen kann zu )stern bei uns als
Lehrling
eintreten. Sofortige wöchentliche Vergütung.
L. Funks »nchdrnüerei.
Wie man Scbube
und
Stiefel behandelt!
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