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Herchlder Armblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage

Zernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 16.

Amtlicher teil.

HerSfeld, den 1. Februar 1913.

Im Monat Januar d. Js. find diesseits den nachbe­nannten Persönlichkeiten Jagdscheine erteilt worden:

A. Jahresjagdscheine:

a. entgeltliche:

am 3/1. dem Landwirt Karl Reinhard in Unterweisenborn,

3/1. Fabrik-Direktor HanS Sauer in HerSfeld,

6/1. Kaufmann Ludolf Schuchard in Niederaula. 6/1. Gastwirt Heinrich Eichmann in MengShausen,

6/1. Fabrikanten Alex Rehn in HerSfeld,

7/1. Königlichen Gymnasial-Oberlehrer Professor Waffermeyer in HerSfeld,

r 9/1. Gärtner Otto Müller in Kleinensee,

18/1. GutSbefitzer Hermann Overbeck zu Hof Kühnbach,

b. unentgeltliche:

am 10/1. dem von Baumbach'schen Unterförster Johanne- Kegelmann in Frielingen,

20/1. Kgl. Hegemeister Bode in Hönebach,

20/1. Kgl. Förster Herterich in Herfa,

B. Tagesjagdscheine:

am 2/4. dem Gastwirt Adam Buch in Widder-hausen.

Der Landrat

von GruneliuS.

HerSfeld, den 3. Februar 1913.

Die Herren Bürgermeister und GutSvorsteher des Kreises ersuche ich, die B e t r i e b S st e u«r - R o l l e n bis zum 15. d. M t S. einzureichen.

Der Vorsitzende des Steuerausschusses der Gewerbesteuerklassen III und IV

I. Nr. 344. von GruneliuS.

HerSfeld, den 31. Januar 1913.

In Schwarz (KreiS AlSfeld) ist in zwei Gehöften die Pferdeinfluenza (Brustseuche) amtlich festgestellt worden. I. 960. Der Landrat.

3. «.:

W e s s e l, KreiSfekretär.

Statut für den Bnllenhaltungs - Verband Sobmannsrode-Rotterterade.

Auf Grund freier Vereinbarung zwischen der Gemeinde­versammlung GoßmannSrode und der Gemeindeversammlung Rotterterode wird für den BullenhaltungSverband GoßmannS- rode-Rotterterode in Gemäßheit der Bestimmungen deS § 3

Huf

Boden.

Eine friedliche Geschichte aus dem Krieg-jahr von 1871. Bon R. Lange.

(Fortsetzung.)

Wie oft hatte er sich vorgenommen, nicht mehr so häufig nach Montcherand zu gehen und kräftig gegen die Leidenschaft zu kämpfen. die ihm hoffnungslos schien! Vergebens. Tage und Wochen verstrichen, und alles ging wie zuvor.

Gegen Ende deS Herbster wurde ihm von Frau Dormont mitgeteilt, daß sie für den Winter zu Verwandten nach Süd- frankreich ziehen würden.

Wie ein Dolchstich drangen diese Worte in fein Herz, und doch erwachte im gleichen Augenblick auch ein trostvoller Gedanke.Dann werde ich sie nicht mehr sehen," dachte er,dann wird der Kampf gegen meine unglückliche Leiden­schaft mir um so leichter werden, und ich kann mich wieder in meine Bücher vergraben."

Der AbfchiedStag erschien. Mit festem Händedruck und dem Versprechen, im nächsten Jahre wieder in die Schweiz zurückzukehren, nahm Dormont Abschied von Roser, den er feinen besten Freund nannte. DaS Auge LouisenS fchwamm in Tränen, als sie ihm beide Hände reichte, und er, er konnte kein Wort hervorbringen.--

Wochen und Monate verstrichen. Oft kamen Briefe von Gustav und Karl. Friedrich antwortete fetten und kurz. Seine Freunde beklagten sich darüber und drückten ihre Be­sorgnis aus, er müsse krank sein. ... Er aber saß mitten unter seinen Büchern, er wollte ein Werk auSarbeiten über die neuere französische Literatur. Aber auf den Blättern aller Bücher, mochte eS daS Werk eines Dichter- oder eines Pro­saikers sein, erblickte er ein paar liebe braune Lugen, die ihn immer ansahen und mit dem Studium war eS aus.

Seine Bekannten in Orbe bemerkten, war für eine Ver­änderung mit ihm vorgegangen, und fanden, daß er immer

Donnerstag, den 6. Februar

deS GefetzeS, betreffend die Verpflichtung der Gemeinden in den Provinzen Hefien-Naffau und Schlesien zur Bullenhaltung vom 19. August 1897 G. S. S. 393 und des ZweckverbandSgesetzeS vom 19. Juli 1911 G. S. S. 115 da- nachstehende Statut erlassen.

8 1.

Die Landgemeinden GoßmannSrode-Rotterterode vereinigen sich auf Grund der Beschlüsse der Gemeindeversammlung von GoßmannSrode vom 13. Dezember 1912 und der Gemeinde­versammlung von Rotterterode vom 13. Dezember 1912 sowie auf Grund deS Beschlusses deS KreiSauSschuffeS vom 1. November 1912 zur gemeinsamen Wahrnehmung der Ver­pflichtungen, welche den Gemeinden nach den Bestimmungen deS GesetzeS vom 19. August 1897, betreffend die Ver­pflichtung der Gemeinden in den Provinzen Hefien-Naffau und Schlesien zur Bullenhaltung, obliegen, zu einem Verbände.

8 2.

Der Verband führt die BenennungBullenhaltungSverband GoßmannSrode-Rotterterode."

Sitz der Verwaltung ist GoßmannSrode.

§ 3.

Die Verwaltung der Verband-angelegenheiten wird durch den Verband-vorsteher und den BerbandSauSfchuß geführt.

§ 4.

Verband-vorsteher ist der Bürgermeister in GoßmannSrode, fein Stellvertreter der Bürgermeister in Rotterterode.

Der Verband-Vorsteher führt die laufende Verwaltung deS Verbände-. Ihm liegt inSbefondere die Einberufung deS VerbandSauSfchuffcS und die Ausführung seiner Beschlüsse ob. Er führt den Vorsitz im VerbandSauSschuß und vertritt den Verband nach außen.

Urkunden über Rechtsgeschäfte, die den Verband gegen Dritte verbinden sollen, desgleichen Vollmachten müssen von dem VerbandSvorsteher und von einem von dem VerbandS- auSschuß in jedem einzelnen Falle zu bestimmenden Mitglied unterschrieben sein.

§ 6.

Der VerbandSauSschuß besteht auS:

1. dem Bürgermeister

a. der Gemeinde GoßmannSrode

b. der Gemeinde Rotterterode und

2. Vertretern der zum BullenhaltungSverband gehörenden Gemeinden.

Die Zahl dieser Vertreter beträgt mindestens drei. Sie werden von den verfassungsmäßigen Gemeindeorganen mit Stimmenmehrheit gewählt. Für jeden Vertreter ist ein Ersatz­mann zu wählen.

Vertreter im BerbandSauSschuffe können nur die zur Ueber­nahme deS AmteS als Gemeindeverordneter in der Gemeinde befähigten Personen sein. Die dem BullenhaltungSverband angehörenden Gemeinden find berechtigt, auf die Zahl von je 30 Kühen und decksähigen Rindern einen Vertreter zu wählen. Ist die vorhandene Zahl durch 33 nicht teilbar, so

finsterer und schwermütiger wurde. Nur dem heiteren Ge- plauder seines TöchterchenS gelang eS, die trüben Falten von feiner Stirn zu verscheuchen.

Ein Jahr später, im September, als gerade die Herbst- ferien begannen, hörte Rofer einer Tages auf feinem Haus­flur Stimmen, die ihm nur zu bekannt waren.

Frau Dormont und ihre Kinder traten ein.

Sie wollen also nicht zu uns nach dem herrlichen Montreux kommen?" rief Karl nach kurzer Begrüßung.

Eine Arbeit, die ich begonnen und die ich so bald als möglich druckreif machen möchte . . . ."

Ja, ja, wenn Sie so forlfahren, find Sie bald grabreif. da- sag' ich Ihnen! Ferien, Erholung, daS tut Ihnen not! Sie haben ja ein Gesicht, noch bleicher als das meines Vetter- Gustav nach feiner Lungenentzündung!"

Und ich," setzte Fräulein Louise hinzu,habe mich da­raus gefreut, mit Ihnen die wunderschönen Hügel und Berge dort zu ersteigen. Sie missen, mein Bruder kann beim Berg­steigen nicht mein Gefährte und Beschützer sein. Vetter Gustav wird erst in drei Wochen kommen, und dann ist die günstigste Zeit für Ausflüge vorbei."

Aber, mein Kind . . . ."

Martha kommt natürlich mit." erwiderte Frau Dormont. Da meine Kinder, wie ich glaube, geschworen haben, ich solle nie Großmutter werden, so will ich wenigsten- einige Wochen bei Ihrem Kinde die Großmutter machen."

Aber . .

Kein Aber mehr," sagte Karl bestimmt.Während wir einen kurzen Besuch in Montcherand abstatten, packen Sie Ihr Nötigste- ein, und heute Abend sehen Sie den Mond sich in den blauen Fluten deS Genser SeeS baden."

Roser fügte sich, und am Abend saßen die Freunde auf der Terrasse einer der zahlreichen Pensionen in Montreux und bewunderten da- prächtige Gemälde einer wundervollen Mondscheinlandschast. Wer eS nicht mit eignen Augen gr- sehen, den Goldglanz der Wellen, daS tiefe Dunkel oder daS leise Flimmern der himmelanstrebenden Schneegebirge und darüber die stille Pracht der glänzenden Sterne, dem können Worte keine genügende Vorstellung davon geben.

1918.

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sind von der vorhandenen Zahl so viel Stück abzuzählen, bis eine durch 30 teilbare Zahl erreicht wird. Beträgt die Zahl der abgerechneten Stücke mehr als 15, so ist für diese ein weiterer Vertreter zu wählen. Neuwahlen der Vertreter zum VerbandSauSschuß finden alle sechs Jahre statt. Die bisherigen Vertreter können wieder gewählt werden. Maßgebend für die Zahl der von jeder Gemeinde zu wählenden Vertreter ist der am letzten 1. Juli vorhanden gewesene Bestand an Kühen und decksähigen Rindern.

8 6.

Der VerbandSauSschuß hat über alle Angelegenheiten deS Verbandes zu beschließen. Er überwacht die Bullenholtung. Er ist zusammenzurufen, wenn alle Vertreter einer Gemeinde e- verlangen oder die Geschäfte eS erfordern. Der BerbandS- vorsteher ruft ihn zusammen durch schriftliche Benachrichtigung der Vertreter unter Angabe der Gegenstände der Beratung. Mit Ausnahme dringender Fälle müssen zwischen der Zu- sammenrufung und der Sitzung mindesten- zwei Tage frei bleiben.

§ 7.

Der VerbandSauSschuß ist beschlußsähig, wenn mehr at8 die Hälfte der Mitglieder anwesend ist. Aus der Einladung ist darauf hinzuweisen, daß die Nichtanw«senden sich den ge­faßten Beschlüssen unterwerfen müssen. Wird der Verband-- aukschuß zum zweiten Mal über denselben Gegenstand zu­sammen gerufen, so sind die erschienenen Mitglieder ohne Rücksicht aus ihre Anzahl beschlußfähig. Bet der zweiten Zu- sammenrusung muß auf diese Bestimmung ausdrücklich hin- gewiesen werden. Die Abstimmung erfolgt nach einfacher Mehrheit.

8 8.

Die Beschlüsse werden nach Stimmenmehrheit gefaßt. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme deS Vorsitzenden. Die Verband-genossen können gegen einen Beschluß deS Ver- bandSauSschuffeS, welcher gegen alle Stimmen ihrer bei der Abstimmung beteiligten Vertreter gefaßt, oder bei dessen Fassung keiner ihrer Vertreter zugegen war, binnen zwei Wochen nach Zustellung an ihren Bürgermeister die Entscheidung deS Kreis- auSschuffeS anrufen. Diese ist endgültig.

8 9.

Der Ankauf deS Zuchtbullen für den BullenhaltungSver­band erfolgt vorbehaltlich der Körung durch die KörungS- kommiffion auf Kosten deS Verbandes durch drei vom VerbandSauSschuß für jeden einzelnen Ankauf zu wählende Gemeindeangehörige. Diese brauchen mit Ausnahme von einem nicht Mitglied deS BerbandSauSschuffe- zu fein. AuS jeder VerbandSgemeinde ist mindestens ein Vertreter zu wählen.

§ 10.

Die Unterbringung, Wartung und Verpflegung der Bullen wird von dem VerbandSauSschuß gegen eine bestimmte von dem Verbände zu leistende Vergütung einem oder mehreren zuverlässigen Viehhaltern auS der Zahl der Gemeinde-

Wie glücklich und doch wie unendlich qualvoll schlug RoserS Herz, jetzt, da er wieder neben ihr saß, deren füßcS Bild sich durch Die lange Trennung nur tiefer und unaus­löschlicher eingegraben hatte! Und ähnliche Stunden und Tage verlebte er drei Wochen lang, bald im leichten Kahn über die blauen Wellen hingleitend, bald aus den rebenbe- kränzten oder waldumsäumten Hügeln herumstreisend mit ihr, nach der sich ein Jahr lang sein Herz so sehr gesehnt hatte.

Manchmal stiegen sie auch höher hinaus auf die steilen, waldbedeckten Berge, welche daS glückliche Montreux gegen die kalten, rauhen Nordwinde schützen und eS zu einem für Leidende so angenehmen und günstigen Aufenthalt-orte machen. Meisten- nahmen noch andere Personen an solchen Ausflügen teil; hier und da kam eS auch vor, daß Rofer und Louise allein einen Spaziergang machten, und, was früher nie geschehen: bei steilen und mühsamen Stellen stützte sie sich aus den Arm ihre- Begleiter-.

Mit Freude gewahrte Roser auf diesen Spaziergängen daß Louise sich seit einem Jahre viel mit der deutschen Sprache und Literatur beschäftigt hatte.' Wie eS bei Franzosen häufig vorkommt, fühlte sie sich besonders von Schiller ange­zogen, und oft bildete irgend ein Gedicht Schillers ober eine Persönlichkeit auS seinen Dramen den Gegenstand ihrer Unterhaltung.

6.

In der Mitte deS Monat- Oktober saßen Frau Berta und Emma, die ihre mütterliche Freundin in ihrem harten Geschick nicht hatte verlassen wollen, in der großen Stube mit Näharbeit beschäftigt. Ein dichter Nebel hatte sich über die Landschaft auSgebreitet und schien auch drückend und verdüsternd auf den Gemütern zu lasten. Von Zeit zu Zeit ließ die eine oder die andere der beiden Frauen die Nadel ruhen, und eine stille, aber desto brennendere Träne perlte im Auge.

E- scheint mir immer, alS müßte ich wieder daS Ge­trippel der kleinen Martha hören und daS fröhliche Lachen