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Zernsprech-Nnfchlutz Nr. 8
Nr. 12.
Dienstag, den 28. Jannar
1913
^MWille: Deutschland, Deutschland über Alles! Wenn
Zum Geburtstag des Kaisers
Was des Kaisers Geburtstag bedeutet, ermißt man am besten, wenn man sich in die kaiserlose Zeit vor 1871 zurückversetzt. Auch damals gab es wohl zuweilen nationale Festtage, die Alldeutschland begeisterten, wie die Hundertjahrfeier der Geburt Schillers oder der fünfzigjährige Gedenktag an die Leipziger Völkerschlacht. Aber solche Feiern ließen nur schmerzlich vermissen, was wir seit den Kaisertagen von 1871 an haben; sie brachten nur
zum allgemeinen Bewußtsein, daß der deutsche Einheitsgedanke noch im Reiche des Wünschens und Hoffens lebte, noch keine staatliche Wirklichkeit besaß. Die Geburtstage des Kaisers sind uns bleibende nationale Einheitsfeste geworden. 17 mal konnte der Kaisertag am 22. März gefeiert werden. Zum 24. Mal wird am heutigen 27. Januar das Wiegenfest Kaiser WilhAns II. festlich begangen.
An diesem Ehren- und Höhenlage der deutschen Einheit schwindet, was irgend Deutsche von einander scheidet oder trennt. Soweit der Kaiseradler seine Fittiche spannt, wo in Nord und Süd zum Kaisergruße die schwarz-weiß-roten Fahnen gehißt sind: waltet in den deutschen Gauen nur der eine Gedanke, daß wir eins sind, nur der eine Namen überall, wo auf dem Erdenrund die deutsche Zunge klingt, deutsche Einheit, Machtsülle und Herrlichkeit kündet, der Deutschen Festtag schlechthin, der Tag, an dem die Kaiserhuldigungen aus dem Reiche und dem größeren Deutschland draußen in den Wünschen für die Größe und Wohlfahrt, für das Wachsen und Blühen des Alldeutschtums zusammenstimmen.
Das deutsche Hochgefühl, das der 27. Januar auslöst, wird in diesem Jahre, das die Feier auch der 25jährigen Regierung Kaiser Wilhelms II. bringt, zu vollem Ausdruck kommen, wenn es dann gelten wird, die Wirksamkeit unseres Kaisers in zusammenfassender Würdigung vor Augen zu führen. Daß wir mit stolzer Freude und Genugtuung zu unserem Kaiser emporblicken können, wird nur bezweifeln, wem der Sinn für monarchische Persönlichkeit abgeht. Fast aus allen Gebieten erfüllt der Kaiser die Aufgaben, die dem Reiche : und damit ihm als dessen obersten Haupte gestellt ! sind, in persönlichster Führung, aus persönlicher
des
^Deutschen Reiches Bürger sind, werden sich 27. Januar bewußt, daß seit 42 Jahren
am auf der
Iheute etwas im edelsten Sinne volkstümlich ge- Unannt werden darf, so der Kaisertag des 27. Januar. IDenn des Volkes Einheit verkörpert sichtbar und sicher der Träger der Kaiserkrone. Des deutschen Volkstums Krönung bildet das Erbkaisertum. Unseres Volkstums höchster Vertreter ist der Kaiser, die persönliche Darstellung des allumfassenden
MhVaterlandsgedankens, der die deutschen Staaten . dunb Stämme zu fester Gesamtheit umschließt.
Auch die Deutschen im Auslande, die nicht
deutschem Boden wieder ein Kaiser lebt, "^'^|Schirmherr des Deutschtums auch jenseits der ^M^WReichsgrenzen, der Schützer deutscher Ehre in der
ganzen Welt, der Bannenträger und Bürge der ^deutschen Zukunft. ßu unserem Kaiser gipfelt der deutsche Machtgedanke, das, was heute das ^MVolk der Deutschen bedeutet, was es leistet, was es will. Der Kaiser ist der oberste Kriegsherr, dessen Hand die ganze Kraft der deutschen Waffen zu Lande und zu Wasser eint.
So ist der Geburtstag des Kaisers, dessen
Pflichtauffassung und persönlichem Verantwortlichkeitsgefühl. Was seine Führung geschaffen hat, davon gibt beredtes Zeugnis zu allererst unsere nationale Wehrmacht. Unseres Kaisers Verdienst ist es, unsere Wehrmacht auf der Höhe der Kriegsbereitschaft und Kriegstüchtigkeit erhalten zu haben, also daß niemand uns angreifen mochte, daß bis heute, bis in das 43. Jahr des Deutschen Reiches, der Friede nicht unterbrochen worden ist. Mit wärmerem Herzen und regerem Willen kann kein angestammter Herrscher auf seines Volkes Wohl bedacht sein als Kaiser Wilhelm II. Aus seinen Reden, Kundgebungen und Taten leuchtet der Gedanke, der von seinen großen Ahnen, dem Großen Kurfürsten, Friedrich dem Großen und Wilhelm dem Großen, her auch in ihm Fleisch und Blut ward; daß auch der Höchststehende mit seinem Leben und Wirken seinem Vaterlande dient, daß er als der Erste im Staate dessen erster Diener ist.
In seinen Fürsten ehrt das deutsche Volk sich
„Dem Kaiser Heil!" Von neuem hört man's klingen Zum heut'gen Tag durch's deutsche Vaterland, Dies Wort, das alle Herzen wird durchdringen Vom Schwäb'schen Meer bis hin zum Eiderstrand; Zu seinem Kaiser weiß noch allezeit zu stehen Ja jeder gute Deutsche unentwegt, Zu ihm, der selbst inmitten Sturmeswehen Das Reichspanier so stolz und sicher trägt!
Doch höher als der
selbst. Der Fürsten Ehre ist des Volkes Ehre. Beides gehört zusammen, und darum gilt auch Treue um Treue. Fürst und Volk, Kaiser und Volk: beide durchglüht der Wille für Deutschlands Glück und Größe. Der Segen, der den deutschen Fürsten und vor allen als dem Ersten unter ihnen den: Kaiser beschieden wird, strömt zurück in das gesamte Volk. Wie der Kaisertag Volkstag, so ist der Kaisersegen Volkssegen. Möge ben heißer» Wünschen und Gebeten, die an dem Tage emporsteigen, an dem unser Kaiser fein.55. Lebensjahr beginnen wird, Erfüllung und Gehör vergönnt sein! Möge unser Kaiser noch lange in unge- ^~ trübter Gesundheit und ungeminderter Willenskraft auf emporsteigender Bahn seinem Volke als be- rufener Führer vorangehen, zur Mehrung und Festigung unseres Ansehens, zu immer erneuter Besiegelung des monarchischen Gedankens, der das deutsche Volk mit seinem Kaiser und Kaiserhaus« unlöslich verknüpft! Dem Kaiser Heil!
Was unsre Väter einstmal schwer errungen In Deutschlands unvergess'ner Heldenzeit, Zu wahren, es ist herrlich ihm gelungen, Drum sei ihm heut' des Volkes Dank geweiht! Wie glänzt so hell die scharfgeschliff'ne Wehre, Jedwedem Feind zum Trutz in seiner Hand, Um hochzuhalten stets die deutsche Ehre, Zu schirmen krastbewußt das deutsche Land!
blut'ge Rührn der Schlachten
Stand ihm noch stets der Friedenspalme Weh'n, Gepriesen sei er laut für dieses Trachten, Es hebt ihn aus der Menschheit höchste Höh'n! Wohlan so laßt uns ferner hoffend schauen, Auf ihn, den echten Hohenzollern-Aar, Und weithin braus' es nun in Deutschlands Gauen: „Heil, Kaiser Wilhelm, Heil Dir immerdar!" Benno Förster.