Darauf folgte der allgemeine Angriff, durch den der F« nd von den Höhen von Lissiani vertrieben wurde. Die Griechen besetzten Lozefli, während die Türken sich in Unordnung in der Richtung aus Bisani zurückzogen. Gleichzeitig rückte der linke gegen die Höhen von Manoliassa vor.
""Eine weitere Depesche deS Kriegsministers General Sopun- diakiS aus Emmagha von 10 Uhr morgenS:
Wir haben den Angriff fortgesetzt und die Höhen im Norden von Lozeci und Letschana mit unbedeutenden Verlusten besetzt. Der Feind zog sich in großer Unordnung und mit schweren Verlusten zurück. ES ist jetzt von unS ein Hügel »wischen Fuat Bai und Bezani, die FortS ,m Norden deS DorfeS Letschana auf die Ebene von Janina zu und außerdem die befestigte Höhenstellung von AjoS Nicola besetzt. Bei den Operationen herrschte starker Sturm und eS regnete hestig.
Die Griechen scheinen also einige Erfolge errungen zu haben. Ob sie entscheidender Natur sind, läßt sich bet der Ungenauigkeit der Karten und der Dürftigkeit der griechischen Angaben nicht sagen.
Weitere Einzelheiten über das Seegefecht vor den Dardanellen werden auS Konstantinopel in folgender Meldung übermittelt)
Nach Schilderungen türkischer Blätter und Mitteilungen von Zeugen der Seeschlacht am 18. Januar lies die türkische Flotte auS den Dardanellen aus, um den griechischen Panzer- kreuzer „GeorgriS Aweroff" in der Bai von MudhroS zu überraschen. Der „Aweroff" war jedoch bereits auf offener See. Wie er heißt, war die griechische Flotte vom Auslaufen der türkischen durch einen Handelsdampfer benachrichtigt worden. Die Panzerschiffe „Haireddin Barbarossa" und „Torgud ReiS" eröffneten in einer Entsernung von 8 Seemeilen da- Feuer. Ein Geschoß traf den „Aweroff", einS flog in die Offizier-messe, wo eS explodierte. Eine Anzahl Matrosen und einige Offiziere wurden getötet oder verletzt. Die Explosion verursachte einen Brand, der aber bald gelöscht wurde. Nach der Explosion unterbrach der „Aweroff" auf 20 Minuten sein Feckm. Inzwischen hatte der „Torgud ReiS" neben dem „Barband. Stellung genommen und beide Schiffe eröffneten von neuE daS Feuer auf den „Aweroff", gegen den sie ihre Breitseiten abgaben. Man merkte bald eine große Bresche im Hinterteil deS „Aweroff", dessen Hauptmast zusammenstü'jte. Währenddessen griff daS türkische Panzerschiff „Meffudiji" die griechischen Torpedoboote an, denen eS großen Schaden zusügte. Die türkischen Torpedobootzerstörer gingen sodann zum allgemeinen Angriff über und schlugen die griechischen Torpedoboote in die Flucht. Die türkischen Panzerschiffe kehrten hieraus in den Eingang der Dardanellen zurück. Auf türkischer Seite wurden in dem Eeekamps 4 Offiziere und 78 Matrosen vom Panzerschiff „Barbarossa" verwundet, außerdem fanden 4 Offiziere und 27 Soldaten den Tod. Der Sultan hat den Verwundeten seine Grüße übermitteln und Geschenke überreichen lassen. Alle verfügbaren Werkstättenschiffe sind von hier in die Dardanellen entsandt worden, um die Schäden, die der „Barbarossa" erlitt, auSzubessern. Diese find übrigens solcher Natur, daß die Einstellung deS Schiffe- inS Dock nicht notwendig wurde.
-I« > und Hutland.
Berlin, den 21. Januar 1913.
die
Der Kaiser nahm heute im Königlichen Schloß Vorträge deS Chef- deS Militärkabinetts Generals der Infanterie Frhrn. v. Lyncker, deS Chef- deS Marinekabinetts, Admirals von Müller, deS Chefs deS Admiralstabs der Marine Vize. admiralS von Heeringen und deS Chef- deS Ingenieur- und Pionierkorps und GeneralinspekteurS der Festungen General- der Infanterie Mudra entgegen.
DaS neue deutsche Unterseekabel Monrovia» Lome-Duala ist in Betrieb genommen worden. Damit
ist eine unabhängige deutsche Kabelverbindung zwischen Deutschland und seinen Schutzgebieten Togo und Kamerun über Teneriffa und Monrovia geschaffen Worten. Mit der Inbetriebnahme deS Kabels tritt eine Ermäßigung der Wortgebühr nach Togo und Kamerun auf 3,65 Mk. ein.
Der preußische Minister der Innern v. Dallwitz hat den Behörden der östlichen Grenz-Provinzen eine Verfügung zu- gehen lassen, wonach russische Ballons, welche über die deutsche Grenze fliegen, stet- zum Landen zu veranlassen sind, sofern sie nicht selbst sofort nach Passieren der Grenze die Landung vornehmen. Er handelt sich hierbei offenbar um eine Antwort auf die rigorosen Maßnahmen der Russen, gegen deutsche Ballon-, welche über die russische Grenze kommen.
einem bessern Leben in seinen Ohren tönen. Nein, er würde sie nie vergessen, nie eine andere lieben können! DieS sollte seine Strafe sein. —
Wie er erwartet hatte, kam Jsa nicht zum Frühstück herunter. Er hörte, daß sie sich eine Tafle Tee auf ihr Zimmer habe bringen lassen.
„DaS arme Kind!" dachte er. „Kein Wunder, daß sie unter ihrem schweren Leid zusammengebrochen ist. Ob ich sie noch einmal sehen werde?"
Mit einer gewissen Ungeduld erwartete er Herrn Rymer- Ankunft. In einer Stunde mußte er eintreffen, und dann — ja daS Ende war sehr nahe gerückt. Ihm war ganz eigentümlich zu Mute, daß seine Rolle nun zu Ende gespielt war. Unter Lionrl Mervyn- Namen hatte er sich glücklich und elend gefühlt, seine bessere Natur war erwacht unter dem Einfluß der edlen Menschen, denen er so nahe getreten war. Von einem höheren moralischen Standpunkt auS würde er nun da- Leben betrachten, wenn er wieder in die frühere Wildnis zurückkehrte.
Während ihm diese Gedanken durch den Sinn gingen, öffnete sich leise die Türe und Jsa trat ein. Sie war in Uefe Trauer gekleidet, waS die Blässe ihre- Gesichte- noch mehr hervortreten ließ. Wie würdevoll, wie echt frauenhaft war ihr Auftreten! Sie schien über Nacht um Jahre gereift.
„Ich habe an Herrn Rymer telegraphiert," sagte Lionel sanft; „e- war recht gehandelt, nicht wahr?"
.3°, ich glaube," entgegnete Jsa zerstreut und betrachtete chn forschend. Er sah, daß etwa- Besondere- ihren Geist beschäftigte, und ihre nächsten Worte ließen ihm keinen Zweifel darüber.
„Kennen Sie den Inhalt von meine- Großvater- Testament?"
.Ja."
„Sie sind der Erbe, alle», alles gehört Ihnen," sagte sie. „Nicht mir, sondern Lionel Mervyn, und Lionel ist tot." „Aber Sie leben," tief Jsa mit flammenden Blicken, „Sie leben, und Sie tragen seinen Namen. Mein Großvater erkannte Sie al- seinen Enkel an. Niemand all ich kennt die
Zu den Gerüchten über eine neue HeereSvorlage schreibt man den L. N. N. auS Berlin: Da immer von neuem Nachrichten in der Presse auftauchen über den Inhalt einer neuen HeereSvorlage und über die Höhe ihrer Kosten erscheint eS angemessen, daraus hinzuweisen, daß an denjenigen Stellen, die in erster Linie an solchen Vorlagen beteiligt sind, von der Absicht einer neuen „HeerreSvorlage" nicht daS mindeste bekannt ist. Zutreffend ist allein — und dar ist nach den Erklärungen von maßgebender Stelle im Reichstag für niemand ein Geheimnis —, daß in nächster Zeit ein NachtragSetat der Heeresverwaltung im Bundesrat zur Vorlage gelangen wird zum Ausbau unseres Militär-Luftfahr- Wesens. Hierauf allein wird sich der NachtragSetat beziehen. Weder für dritte Bataillone, noch für Maschinengewehr- Formationen, noch für artilleristische Forderungen ist ein NachtragSetat in Vorbereitung. Daß unser militärisches Lustsahrwcsen, und ganz besonder- daS Flugwesen, in dem wir un- der französischen Armee gegenüber erheblich im Rückstand befinden, eine- weiteren Ausbaue- dringend bedarf, wird in Deutschland allseitig anerkannt. Obwohl nun auch über diese Forderung eine endgültige Vorlage noch nicht vorhanden ist, da sie gegenwärtig noch in den militärischen Instanzen vorbereitet wird, so lassen sich über die Höhe der finanziellen Forderungen doch schon mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit Mutmaßungen anstellen. ES dürfte sich um rund 20 Millionen Mark handeln, die von der Heeresverwaltung zum Ausbau deS LuftfahrwesenS für notwendig erachtet werden. Darüber hinaus gehört alles, waS über HeereSvorlagen gemeldet wird, in dar Gebiet der Fabel. So ist auch die neueste Mitteilung einer militär-politischen Korrespondenz über Verhandlungen deS KriegSministeriumS mit verschiedenen Gemeinden über die Regelung der UnterkunstS- frage für die geplanten Reformationen nicht- al- freie Erfindung.
Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: Die von der Braunschw. LandeSztg. über eine beabsichtigte Marinevorlage gebrachte Meldung ist f a l s ch, da für die Marine lediglich eine Nachtrag-forderung für Lustzwecke in Frage kommt.
Nach Meldungen au- Tripolis dauert der bewaffnete Widerstand der Eingeborenen in der Cyrenaika gegen die Italiener noch immer fort. Kenner der Verhältnisse im Innern der Cyrenaika halten eine baldige größere militärische Expedition der Italiener weiter in die Cyrenaika hinein für unumgänglich notwendig, fall- Italien auch die dortigen Stämme feiner Botmäßigkeit unterwerfen will. In den römischen RegierungSkreisen, wo man froh ist, daß der Tripoliskrieg offiziell beendigt ist, dürste man sich allerdings nur schwer zu einem solchen Schritte entschließen.
Der frühere Staatssekretär de- ReichSmarineamtS Admiral vonHollmann ist vorgestern nacht in seiner Berliner Wohnung, Fosanenstraße 71, im Alter von 71 Jahren infolge eine- Gehirnschlager gestorben.
Der Abgeordnete Dr. Müller (Meiningen, Vp.) hat im Reichstag folgende Anfrage gestellt: „Ist die öffentlich aufgestellte Behauptung richtig, daß in der letzten Zeit die Werbetätigkeit der französischen Fremdenlegion eine besonder- intensive war, und daß vor allem die Anwerbung minderjähriger deutscher Staatsangehöriger, sogar angeblich teilweise aus deutschem Boden, zunahm? Bejahendenfalls: WaS gedenken die Verbündeten Regierungen zu tun, um tiefem Unwesen Einhalt zu tun?"
-I« Provinz *. Nachbargedlet.
* Die JubiläumS-Briefmarken anläßlich bei silbernen Regierung-jubiläum- Er. Majestät werden im Frühjahr von der Postverwaltung auSgegeben werden. Sie werden an Stelle der Germania da- Kopfbild de- Kaiser- tragen.
♦ (Ueber Fußbäder.) Unter den Teilbädern zeichnen sich die Fußbäder dadurch au-, daß sie hi$t hergestellt werden können und doch zahlreichen Heilzwecken dienen. Man braucht nur eine einfache Fußbadewanne, oder es genügt schon ein hölzerner Waschbottich, ein Eimer oder eine tiese Waschschüssel. Gewöhnlich nimmt man 6 bis 8 Liter Waster zu einem Fußbade. DaS kalte Fußbad wird nach Prof. Winkler weniger empfindlich, wenn die Füße im Fußbad gerieben werden. Die gebräuchlichen Temperaturen wirken zwischen 10 und 20 Grad, eiskalte Fußbäder können durch heftige Reizung und gewaltige Wärmeentziehung leicht schaden. Die Dauer der kalten Fußbades darf 15 Sekunden bi- 5 Minuten betragen. DaS kalte Fußbad ist imstande, die Darmtätigkeit zu regeln, das Nasenbluten zu stillen, auch find sie am Platze bei ver-
Wahrheit. Sie können alle- behalten. Wer sollte Sie daran hindern?"
„Fräulein Davenport weiß alle-," entgegnete er ruhig. „Ich selbst teilte eS ihr mit."
„Sie können Ihr Geständnis widerrufen. Ihr Wort gilt foviel als da- Marys oder da- meine."
Offenbar hatte sie alle diese Mäglichkeiten in Betracht gezogen. Wie ein Blitz durchzuckte ihn diese Erkenntnis.
„Halten Sie mich wirklich einer solchen Niederträchtigkeit für fähig?" rief er tief verletzt. „Glauben Sie wirklich, daß ich den Versuch machen werde. Ihr Vermögen zu stehlen? Lionel ist tot, und Sie find Sir ElliotS Erbin. Ich darf Ihnen keine Vorwürfe machen, daß Sie so gering von mir gedacht haben, aber in diesem Fall, Gott sei Dank, kann ich Ihnen beweisen, wir unrecht Sie hatten. Ich bleibe nur unter Ihrem Dache, um Herrn Rymer zu sprechen, und unsere beiderseitige Stellung klar zu legen. Ich verzichte auf alle-, ich bin nicht Lionel Mervyn, und werde dafür sorgen, daß alle- aufgeklärt wird und Sie, die Enkelin, die alleinige Erbin von Sir Elliot werden."
Eine kleine Paufe trat ein. Jsa hatte die Augen niedergeschlagen.
„DaS ist ehrenhaft gehandelt," sagte sie leise. „Ich danke Ihnen."
Er machte eine Gebärde, als ob er einen Schlag abwehren wolle.
„Ihre Dankbarkeit ist verletzender für mich als Ihre schlimme Meinung," entgegnete er heiser. „Daß Sie Dank für nötig erachten, zeigt, wie tief ich in Ihrer Achtung gesunken bin."
„Um welche Zeit kann Herr Rymer hier sein?"
„In einer Stunde."
Sie warf einen Blick auf die Uhr und sagte ruhig:
„Ich werde Sie dann noch einmal sprechen."
Mit einet leichten Verneigung verließ sie dann daS Zimmer.
Dreißigste- Kapitel.
Um 10Va Uhr kehrte der Wagen, den Lionel an den Bahnhof gesandt hatte, mit Herrn Rymer zurück. 3fa befand
zweifelten Fällen von Lungenblutung. Wirksam sind kurze, kalte Fußbäder gegen da- Uebel der kalten Füße und Fuß. schweiß, wofern die Füße während der Badeprozedur stark gerieben werden. Durch leichtsinnig gebrauchte, zu kalte und zu lange dauernde Fußbäder können rheumatische Leiben und Entzündungen hervorgerufen werden, Vorsicht ist daher am Platze. Laue Fußbäder von 25 bis 30 Grad sind weniger gefährlich als kalte, bei längerer Dauer wirken sie weniger wärmeentziehend und entzündßngSwidrig. Häufig und lange gebraucht lindern sie Blutwallungen zum Kopfe. Warme Fußbäder werden selten zu Heilzwecken gebraucht, vielmehr zu hygienischen Zwecken. Bei starker Ermüdung nach einem langen Marsche gibt eS keine größere Erquickung alS ein warme- Fußbad von 5 bis 8 Minuten Dauer, nachher müssen die Füße sorgfältig abgetrocknet, gelinde gerieben und endlich warm ringehüllt werden. Als Heilmittel werden häufig warme Fußbäder bei Gicht verordnet. AlS Volksmittel bei aufgesprungenen Frostbeulen an den Füßen sind warme Fußbäder mit Zusatz von Weizenkleie oder Hafergrütze beliebt. Durch Nachgießen heißen Wasser- muß die Temperatur deS Fußbades auf gleicher Höhe erhalten werden. Gute Dienste tut daS heiße Fußbad bei Herzschwäche, bei Kopfschmerzen, bei Asthma. Durch Zusatz von Kochsalz oder Sensmehl wird die Wirkung der heißen Fußbäder noch gesteigert.
§ Hersfeld, 22. Januar. DaS 1. Kurhessische Infanterie-Regiment Nr. 81, Frankfurt a. M., begeht am 24., 25. und 26. Juli 1913 die Feier seines hundertjährigen StiftungStageS. Um diese Feier seine- Ehrentage- besonder- festlich gestalten zu können, richtet da- Regiment an alle seine ehemaligen Angehörigen, insbesondere an alle Krieg-teilnehmer, die herzliche Bitte, sich mit ihm bei diesem Feste zu vereinen. Alle früheren aktiven und Reserve- Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten, ebenso alle früheren Unteroffiziere und Mannschaften der Regiment- und deS StammregimentS, der 1. Infanterie-Regiment- „Kurfürst," die an der Feier teilnehmen wollen, werden gebeten, ihre genaue Adresse bi- spätesten- 1. Februar 1913 dem Geschäftszimmer deS Regiment- oder den bereit- sich gebildeten Vereinigungen mitzuteilen. Die Unteroffiziere und Mannschaften werden ersucht, hierbei Dienstgrad, Dienstzeit und Kompagnie, der die Betreffenden angehört haben, anzugeben. Diejenigen ehemaligen Unteroffiziere und Mannschaften, welche ihre Teilnahme noch nicht bei der sich gebildeten Vereinigung ehemaliger 81er im dortigen Kreise angemeldet haben, werden gebeten, ihre Anmeldung recht bald zu bewirken, und wo derartige Vereinigungen noch nicht bestehen sollten, wollen sich die ehemaligen Angehörigen des Regiments zusammenfinden und so alS geschlossene- Ganze die Anmeldung zur Teilnahme einreichen, damit ihnen die Begünstigungen wie Benutzung der Extrazüge usw. zugute kommen können. ES wird besonder- daraus aufmerksam gemacht, daß die Anmeldungen spätesten- zum 1. Februar d. JS. erfolgt sein müssen, damit die nötigen Vorbereitungen rechtzeitig getroffen werden können.
):( Hersfeld, 22. Januar. Einen gräßlichen Selbstmordversuch unternahm am Montag abend ein früher hier beschäftigt gewesener Arbeiter. Derselbe war von Bonn, woselbst er sich jetzt in Arbeit befindet, hierher gekommen, um sich mit seinem Mädchen, welche- nicht- mehr von ihm wissen wollte, wieder zu versöhnen. AlS diese- aber mißlang, stellte er sich vor die Zimmertür deS Mädchen-, übergoß sich mit Spiritus und zündete sich an. Von herbeieilenden Leuten wurden die Flammen zwar bald erstickt, doch trug der junge Mann schwere Brandwunden am Halse und Kopf davon, sodaß er in da- hiesige Landkrankenhaus über- führt werden mußte.
§ Hersfeld, 22. Jan. (Anmeldung neuer Fern- sprechanschlüsse.) Wir machen die Leser unseres Blattes darauf ausmerksam, daß Fernsprechanschlüsse, deren Herstellung in der Zeit vom 1. April (Beginn deS ersten Bauabschnittes) bis Ende Juli gewünscht wird, spätestens bis zum 1. März bei der Fernsprech-VermittlungSanstalt angemeldet sein müssen, an welche die Sprechstelle angeschlossen werden soll.
§ Hersfeld, 22. Januar. Die hiesige Metzgerinnung hat den Preis für daS Ochsenfleifch von 96 aus 90 Psg. pro Psund in ihrer gestrigen Versammlung herabgesetzt, welche Maßnahme allseitig begrüßt werden wird.
m. Niederaula, 21. Jan. Heute abend erstrahlte zum ersten Male unser Bahnhof im elektrischen Lichte. Die Bahnsteige, Wartesäle und Büroräume boten einen prächtigen Anblick in ihrer hellen, ruhigen und gleichmäßigen Beleuchtung. Besonder- schön nehmen sich die großen Glühlampen der Bahnsteige auS mit ihren geschmackvollen, von der hiesigen Bahnmeisterei auS Eisenbeton hergestcllten Masten. Die Anlage ist angeschloffen an daS hiesige Elektrizität-werk.
sich bereit- im Bibliothekzimmer all die beiden Herren ein- traten. Der Anwalt drückte in warmen Worten seine Teilnahme an dem Trauersall aus.
„Ich hege die größte Wertschätzung für Sir Elliot," schloß er, „die Nachricht von seinem Tode hat mich tief erschüttert. ES muß Ihnen ein großer Trost sein, Herr Mervyn, daß Sie noch rechtzeitig heimkehrten."
„Gewissermaßen ja," entgegnete Lionel; „ich glaube, ich gestaltete die letzten Monate seine- Leben- glücklicher für ihn, al- sie sonst gewesen wären. Für mich selbst bedauere ich er sehr, für Fräulein Barker am meisten. Sir ElliotS Schlüssel sind sämtlich in ihrem Besitz. Sofort nach seinem Tode verschloß ich aller und lieferte sie ihr ab.
Rymer, der auf dem Kaminteppich stand, richtete rasch, wie in stummer Frage, feine Augen aus den Sprechenden.
„Ohne Zweifel haben meine Worte Sie überrascht," fuhr Lionel fort. „Sie sollen sogleich Aufklärung erhalten. Ich bin nicht Lionel Mervyn. Sir Elliot, hat, wie ich glaube, seinen Besitz mir, all seinem Enkel vermacht. Unter diesen Umständen wird natürlich Fräulein Barker erben. Ich denke, über diesen Punkt werden keine Schwierigkeiten entstehen."
ES war alle- so ruhig, so natürlich gesprochen, daß selbst Rymer mit seinem kühl erwägenden Verstände momentan die Sicherheit verloren hatte. Es dauerte einige Minuten, ehe er die paffende Worte zu einer Erwiderung fand.
„Soll ich wirklich Sie so verstehen," begann er zögernd, „daß Sie — ein Betrüger find?" frug Rymer mit bebenden Lippen.
„Ja, so sollen Sie el verstehen."
„Und Sie wollen mir sagen, daß ein so kluger, praktischer Geschäftsmann, wie Sir Elliot, Sie ohne Identitätsbeweise ausgenommen habe?" forschte der Anwalt noch immer ungläubig. (Fortsetzung folgt).
— Mo -kav, 21. Januar. In einem Dorfe im Gouvernement Nowgorod wurden zwei Kinder ermordet und verstümmelt ausgesunden. ES war beabsichtigt, au- dem Kinderfett Kerzen anzufertigen, waS nach Ansicht russischer DiebeSkreise vor Verfolgung schützen soll.