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hersMer Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Fernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. r.

Donnerstag, den 16. Januar

1913.

Amtlicher Ceil.

HerSscld, den 13. Januar 1913.

An die sämtlichen Schulvorstände deS Kreises.

Der sür die drei Rechnungsjahre 1910 bis 1912 fest­gestellte Schulhaushaltsanschlag läuft am 31. März ds. Jr. ab.

Der neu aufzustellende Schulhaushaltsanschlag hat die fünf Rechnungsjahre 1913 bis 1917 also die Zeit vom 1. April 1913 bis 31. März 1918 zu umsassen.

Die Herren Bürgermeister der E i n z e l schulverbände deS Kreises ersuche ich alsbald den neuen Schulhaushaltsanschlag in Entwurf unter Benutzung deS bekannten Formulars auszustellen und mir in zwei sacher Ausfertigung bis zum 1. Februar d. JS. zur Prüfung einzureichen.

Die Herren Verbandsvorsteher der Gesamt- schulverbände deS Kreises haben mir den SchulhauShaltS. anschlag im Entwurf in drei sacher Ausfertigung zum gleichen Termine vorzulegen.

Die Beschlußsassung bezw. Feststellung deS SchuletatS durch die Gemeindevertretung (Versammlung) bezw. Schulvor­stände hat erst später nach erfolgter Prüsung zu erfolgen.

Die Seiten 2 bis 4 deS Etats bezüglich der E i n n a h m e sind vorläufig nicht auSzufüllen, weil noch nicht seststeht, welcher laufende ErgänzungSzuschuß dem Schulverbände künstig gewährt werden wird.

Bei Eintragung der Ausgaben für die laufende Schulverwaltung Seiten 5 bis 8 bieten die letzten drei Schul-Rechnungen (Durchschnitt) sowie die inzwischen gesammelten Erfahrungen einen guten und wertvollen Anhalt.

Jeder AuSgabe-Posten bedarf sorgfältiger Prüsung und Erwägung.

In den G e s a m t s ch u l v e r b ä n d e n sind die Seiten 5 bis 8 auch nur bis zu Titel X einschließlich, auSzusüllen, da unter Titel XI der la u sen d e ErgänzungSzuschuß wieder in Ausgabe zu bringen ist.

Bei Titel I. D. Seite 7 der Ausgabe (Vergütung für die Handarbeitslehrerin) weise ich besonders daraus hin, daß diese nach Festsetzung durch die SchulaufsichtSbehörde bei einer zwei stündigen Unterricht-erteilung in der Woche mindestens 30 (Dreißig) Mark, bei Erteilung eines vier­und mehrstündigen Unterricht- eine angemessen höhere Ver­gütung betrogen soll.

Den Kaffenbeiträgen unter Titel III der Ausgabe, Seite 7, sind die dem Amtsblatt der Königlichen Regierung Ro. 9 und 52 vom Kalenderjahr 1912 beigegebenen Verteilung?« Pläne zu Grunde zu legen. Die Summe duft? Titels ist möglichst aus 5 bezw. 10 Mark abzurunden.

Bei AuSsüllung deS Titel? IV der Ausgabe haben die Herren VerbandSvorsteher der Gesamtschul- verbände deS Kreises die VergütungSbeträge einer ganz besonderen Nachprüfung zu unterziehen und sich dicserhalb

Der Erbe des millionärs.

Roman von Clara Rheinau.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Nein, ich will sie nicht belästigen," entschied er.Ich denke, sie wird einsehen, daß ich die Pflichten erfüllen mußte, die sie mir aufgezwungen hat."

So machte er sich dann spät in der Nacht an die Arbeit, und schrieb Briefe und BilletS, bis feine Hand ihn schmerzte. Einen der Diener beaustragte er, ein Telegramm zur Post zu bringen, sobald daS Bureau deS Morgens geöffnet werde.

Inzwischen war auch die Wärterin angekommen, und er geleitete sie in daS Krankenzimmer hinaus. Jsa warf ihm nur einen flüchtigen Blick zu, aber er suchte und fand den­noch Gelegenheit, ein paar Worte allein mit ihr zu sprechen.

Ich habe an alle zum Feste Geladenen geschrieben und will den Doktor Gorscham in der Frühe telegraphisch herbeirufen. Ist eS Ihnen recht so? Wenn ich wenn ich bleibe, wünschen Sie wohl, daß ich handle wie bisher?"

Also Sie gehen nicht weg?" fragte Jsa mit eigentüm­licher Betonung.

-Für welch einen Schurken Sie mich halten müssen!"

Ohne ein weiteres Wort wandte sie sich von ihm ab. Er hätte sie so gerne gebeten, der Wärterin den Platz am Krankenbett allein zu überlasten und sich endlich zur Ruhe zu begeben, aber er wagte nicht, etwas Persönliches mit ihr zu sprechen. Welche- Recht hatte er noch, einen Vorschlag zu machen oder einen Wunsch auSzusprechen?

SechSundzwanzigsteS Kapitel.

Trotz der Anwesenheit der Wärterin konnte Jsa sich nicht entschließen, ihren Großvater zu verlassen. Der Morgen dämmerte bereits, alS Lionel, der selbst kein Auge geschloffen, leise die Türe von Sir ElliotS Zimmer öffnete, um nach dem Kranken zu fragen und fand zu feinem Schrecken Jsa noch immer an besten Lager.

mit dem Schulvorstand zu benehmen. Bei den großen An­forderungen, die an die Schulkassenrechner in Bezug auf Pünktlichkeit und Genauigkeit der Kaffenverwaltung gestellt werden müssen, erscheint mir die Zubilligung einer Vergütung von etwa ein Prozent der Einnahme im Allgemeinen als wohl angemessen für ihre Mühewaltung. Auch ist klar zu stellen, ob die Vergütung für die Aufstellung der Schul- Rechnung und auSgeführte Wege in Schul-Angelegenheiten in der oben gedachten Vergütung enthalten sein soll, anderen- salls sind dasür besondere Beträge unter diesem Titel auS- zuwersen.

Da weiter in den meisten Schulverbände« Schulbüchereien gegründet sind, würde unter Titel V d Seite 7 auch ein angemessener Betrag einzusetzen sein.

Bei der langen Gültigkeit deS neuen SchulhauShaltSan- schlagS erwarte ich eine ganz besondere sorgfältige und saubere Aufstellung.

Die Formulare zum Schul-HauShalt-anschlage sind in der L. Funl'jchen Druckerei hier erhältlich.

Der Landrat

I. 603. von GruneliuS.

HerSseld, den 10. Januar 1913.

Diejenigen Herren Bürgermeister und GutSvorsteher deS Kreises, welche die Karte über Hochwosfer- und Ueber- schwemmungSschäden im Jahre 1912 noch nicht eingereicht haben, werden an die Vorlage mit Frist bis zum 20. d. MtS. erinnert.

I. 502. Der Landrat.

3 Ä *

Wesfel, KreiSsekretär.

nichtamtlicher Ceil.

Reichstag.

Der Reichstag besaßte sich am Montag zunächst mit der eiffn Lesung deS Gesetzentwurfes, betreffend die Neuregelung deS GerichtSversahrenS gegen Jugendliche; der Entwurf zielt im Wesentlichen auf die Erweiterung der Zuständigkeit der schon jetzt bestehenden besonderen KindergerichtShöse. In der besonderen Debatte kritisierte Abg. Stadthagen (soz.) die Vor­lage im allgemeinen recht abfällig, auch der ZentrumSabge- ordnete Pfleger machte verschiedene Bedenken gegen sie geltend. Freundlicher zu dem Gesetzentwurf stellten sich die Abgeordneten v. Galker (nat.-lib.), Dr. Giese (kons.), Dr. v. Liszt (Fortschr. VolkSp.) und Warmuth (ReichSp.); schließlich ging die Vor­lage an eine besondere Kommission. Hieraus erörterte der Reichstag in erster Lesung die revidierte Pariser Uebereinkunst zum Schutze deS gewerblichen Eigentum? und verwies diese Vorlage ebenfalls an eine Sonderkomnusfion. Dann trat da- HauS noch in die Spezialberatung des ReichShauShaltSetatS

Meinen Sie nicht, Fräulein Barker sollte jetzt zu Bett gehen?" sagte er zu der Wärterin, die an die Türe gekommen war, um ihm Bescheid zu geben.Bitte reden Sie ihr ernst­lich zu. Sie muß sehr ermüdet sein; sie hatte einen so an­strengenden Tag."

Die Wärterin, eine gutherzig auSsehende Frau, nickte verständnisvoll und winkte ihm, sich zu entfernen. Sir Elliot schlief, er durfte nicht gestört werden.

Geräuschlos, wie er gekommen, kehrte Lionel aus sein Zimmer zurück. Er sühlte sich zu Tode ermattet. ES war, als ob der Kampf, den er so lange mit seinem Gewissen ge­führt, physischer Natur gewesen wäre und drm Sieger die besten Kräfte geraubt hätte. Auch sein so rastlos tätiger Geist konnte in diesem Grade nicht weiter arbeiten, eine wohl­tätige Betäubung bemächtigte sich seiner. Er beschloß, jetzt sein Lager aufzusuchen. In dem erregten Haushalt war endlich tiefe Stille eingetreten; man bedurfte seiner nicht mehr, und er hatte seit langer Zeit sich keiner guten Nacht- ruhe erfreut. Kaum hatte sein Kops die Kisten berührt, alS ein tiefer Schlaf ihm Vergessen brächte. Wäre er auch heute nicht im stände gewesen, wenigstens ein paar Stunden zu schlafen, so wäre er dem Wahnsinn zur Beute gefallen. Seine Kräfte hatten ihr Ende erreicht, der Schlaf war daS einzige Mittel, sein überreizte? Gehirn wieder inS Gleichgewicht zu bringen, ihn zu stärken für die schwere Ausgabe, die seiner noch harrte.

Die arme Jsa, die sreiwillig sich zurückgezogen hatte, alS sie sah, daß sie dem lieben Patienten nicht? mehr nützen konnte, durste sich nicht deS Segen? eines guten Schlofe- crfreuen. Sie hatte nicht den langen Prozeß nervöser Er« schöpsung durchgemacht, der dem Bekenntnis deS Manne- vorausgegangen war, der Schmerz hatte sie plötzlich mit voller Schärft überrascht. Ihr war keine Zeit geblieben, die surchtbare Eröffnung in sich auszunehmen, ehe der zweite Schlag sie getroffen hatte. Ihre Angst um daS Leben deS geliebten Großvater- hatte den ersten Schmerz ein wenig in den Hintergrund gedrängt, erst jetzt, al- sie allein in ihrem Zimmer stand, fiel er mit voller Wucht auf ihre zermarterte Seele.

ein, und zwar beim Etat deS ReichSjustizamteS, wozu, wie immer, eine ganze Reihe von Resolutionen eingebracht worden sind. Erster Redner in der EtatSdebatte war der Sozial- demokrat Fischer-Berlin, der sich in allerhand Gehässigkeiten gegen die ReichSregierung und die preußische Regierung erging, wobei der Redner gegen den Staatssekretär Dr. Delbrück persönlich ausfällig wurde. Letzterer entgegnete energisch und warf hierbei dem Abgeordneten Fischer vor, er habe sich daS Material zu seinen Ausführungen gegen ihn, den Staatssekretär, durch einen groben Vertrauen-bruch verschafft. Nach einer Erwiederung deS genannten Abgeordneten vertagte sich bat HauS.

Abgeordnetenhaus.

Dem Abgeordnetenhause bescherte der dritte Tag der Etat-- debatte zunächst eine Dauerrede deS Abgeordneten Dr. Liebknecht. Sie war eine bissige Polemik gegen alle Parteien, mit Aus­nahme der Fortschrittler und der Polen. Die Konservativen nannte er in seiner liebenswürdigen Sprechweise die hart­gesottensten politischen Sünder, Herr Jmbusch vom Zentrum hatte daS Vergnügen, mit einem begossenen Pudel, und Herr Friedberg von den Nationalliberalen, bei dem er konservative Neigungen witterte, mit einem balzenden Truthahn verglichen zu werden. Um solche Kraftstellen gruppierte sich daS stet- verneinende Glaubensbekenntnis deS Redners. Graf von Schwerin-Löwitz ließ einige väterliche Ermahnungen einfließen, und, wie eS schien, mit Ersolg; denn er brauchte keinen Ordnung-ruf zu erteilen. Mit Dr. Liebknecht war die erste Rednerserie zu Ende, und mit Herrn von Arnim (kons.) begann die sogenannte zweite Garnitur. ES ist daS der Moment, in dem die EtatSinterrssen mehr in den Hintergrund treten und der Kamps der Parteien untereinander die Erörterung beherrscht. Herr v. Arnim hielt der VolkSpartei und auch den Nationalliberalen ihr Sündenregister vor, hauptsächlich aber wandte er sich gegen die Sozialdemokratie, und in Erinnerung an da- Sozialistengesetz unterstrich er die alte konservative Forderung: Schutz der Arbeitswilligen. In der Jesurtensrage stellte er sich auf den Standpunkt deS Kultusministers. Diese heißumstrittene Frage bildete auch nachher da- Hauptthema deS Abg. Dr. Porsch (Zentr.), der sich ebenso wie sein Freund Graf Proschma eine Verteidigung jene- Orden- angelegen fein ließ und die Auslegungen deS JesuitengefetzcS durch den BundeSrat kritisierte, nicht ohne Polemik gegen die Linke. Zuvor hatte der Justizminister die Befürchtungen auf weitere Auslösungen von kleineren Amtsgerichten zu beseitigen gesucht und Dr. Lentze seine Finanzpolitik gegen die gestrigen Angriffe deS Abg. Wiemer verteidigt. Die temperamentvolle Rede de- Abg. Dr. Porsch rief den Kultusminister mehrmals auf den Plan. Er trat seinen Behauptungen in sachlicher, ruhiger Form entgegen nnd verwahrte sich dagegen, daß eine Ber« schärsung in der Handhabung deS Jesuttengesetze- eingetreten sei. Auch Gras Moltke (srcik.), der nächste Redner befaßte sich zunächst mit der Jesuitensrage.

Zum zweitenmal hatte sie einem Manne ihie Treue ver- psändet, und zum zweitenmal war fie verraten worden. Sie fühlte, alS ob ihr Herz blutige Tränen weinen müsse, alS ob daS Ende der Welt gekommen wäre.

Ich glaubte unerschütterlich an ihn, ich wäre ihm bi- zum Tode treu geblieben I" rief sie.Wenn ein anderer, auch der Höchstgestellte deS Landes, mir die- gesagt hätte, so würde ich ihm erwidert haben:Sie lügen." Aber seine eigenen Lippen sprechen eS auS eS ist die Wahrheit. O Gott, erbarme Dich meiner! Sind alle Männer falsch? War eS unrecht von mir, einen bloßen Menschen so zu lieben, wie ich ihn liebte?" In unaussprechlicher Qual rang fie die Hände, während sie langsam in ihrem Zimmer auf und ab schritt.

Er wollte mich meines Geldes wegen und lachte im geheimen über daS Mädchen, daS so leicht getäuscht, so leicht zewonnen war. Und ich ließ mich wie ein Kmd von ihm eiten. Er war ein geschickter Schauspieler, und ich hielt ihn ür ehrlich und nahm feine Liebe an. O welche Schmach!" chluchzte sie auf.Bin ich, Elliot MervynS Enkelin, denn eine gewöhnliche Dirne, daß die Männer ein Spielzeug au- mir machen? Wie konnte er eS wagen? Und ich o mein Gott, steh mir bei ich liebte ihn so namenloS!"

Die Tränen stürzten auS ihren Augen, und ein heftige-, krampfhafte- Schluchzen erschütterte ihre ganze Gestalt. Sie konnte sich nicht beruhigen, nie war der Schlaf ihr ferner gewesen als in dieser Stunde. Noch einmal durchlebte sie in Gedanken die Vergangenheit, vom ersten Tage an, da Lionel in ihr HauS gekommen war, jedeS kleinen Vorfalls erinnerte sie sich noch, und ihr Herz drohte zu zerspringen vor unsäg­lichem Weh.

Ich vergaß Percy Walford, nachdem ich ihn in seiner wahren Gestalt kennen gelernt hatte, ich will auch ihn zu vergeffen suchen," jagte sie sich.Sobald ich dem Großvater ohne Gesahr die Wahrheit mitteilen kann, soll er diese- HauS verlassen, ES wird dann fein, als ob wir einander nie ge­kannt hätten."

Aber fie wußte wohl, daß eS nicht so sein, daß fie diesen Mann nie vergeffen würde! Sie mußte sich da- Herz au-