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Anschaffung-geschäften ist im Etat mit 24,6 Millionen Mark, also für ein halbe- Jahr mit 12,3 Millionen Mark in Ansatz gebracht. Da er tatsächlich 13,8 Millionen Mark gebracht hat, hat die Wirklichkeit die Schätzung um 1,3 Millionen Mark überschritten. Insgesamt hat die Börsensteuer den Etatansatz im ersten Halbjahr mit 3,4 Millionen Mark überstiegen. Gestalten sich ihre Erträge im zweiten Halbjahr ebenso wie im ersten, wäre demnach auf einen Ueberschuß von nahezu 7 Millionen Mark bei der Börsensteuer zu rechnen. Wenn man bedenkt, wie sehr von einzelnen Seiten die im Nach- tragSetot sür 1912 vorgenommene Erhöhung deS Börsen- fieueransatzeS um 11 Millionen Mark angesochten worden ist, so wird man jetzt um so mehr zugeben müssen, daß vom Reichrschatzamt die Entwicklung der Börsensteuer besser als von anderen Seiten vorauSgesehen wurde. Auf jeden Fall verspricht die Börsensteuer im Jahre 1912 einen Ertrag ab- zuwe>fcn, wie er bisher noch nicht vorhanden gewesen ist; er wird sich aus rund 95 Millionen Mark belaufen.

Der SchisfSverkehr im Kaiser-Wilhelm- Kanal hat im vergangenen Jahre eine Höhe erreicht, die bisher noch niemals erzielt worden ist. Die Zahl der durch- gegangenen Schiffe betrug rund 55 000 (gegen 54 000 im Jahre 1911), der Netto-Raumgchalt 9 450 000 (8 558 000) Tonnen, und die Einnahmen stellten sich aus 4 080 000 (3 939 000) Mark. Im Jahre 1902 wurden 30 000 Schiffe mit 4 431000 Tonnen Raumgehalt und 2 150 000 Mark Einnahmen verzeichnet. Der Verkehr und entsprechend die Einnahmen haben sich also in dem verflossenen Jahrzehnt rundweg verdoppelt.

Um den Zuzug Mittelloser nach den Schutz­gebieten zu verhindern, wird vom 1. Januar ab von jedem Einwanderer, der ohne sichere Lebensstellung nach Süd- westafrika reist, die Hinterlegung von 300 Mk. verlangt; ohne dies erhält der Reisende keinen Fahrschein. Der Betrag wird bei der Landung von den Agenturen der Dampferlinie zurück- rrstattet, wenn die Behörden damit einverstanden sind. Für Ostasrika ist die Regelung solgende: die Europäer müffen, wenn sie keine feste Anstellung haben, eine Barjchast von 600, die Farbigen eine solche von 200 Mk. nachweisen. Von diesen Beträgen sind 400 Mk. von Europäern und 150 Mk. von Farbigen bei der Linie zu hinterlegen, um als Deckung der Rückjahrkosten zu dienen, salls die Behörde die Landung nicht gestattet oder die Heimjendung anordnet. Die Rückzahlung kann nur ersolgen, nachdem das Gouvernement feine Zu- stimmung erteilt hat. Diese Bestimmungen finden auch An­wendung aus solche Personen, mit Ausnahme von Ehefrauen und Kindern, deren Angehörige in Ostasrika ansässig sind.

In TripoliS haben Kämpfe zwischen Italienern und Beduinen stattgesunden. Die Beduinen von Zeiana, die den Frieden nicht anerkennen, beschossen eine vorgerückte Stellung in dem nördlichen Sektor an der Küste. Sie wurden von zwei Kompagnien erythräischer Schützers, Truppen deS 68. Infanterie-Regiment- und einer Abteilung einge­borener Truppen zerstreut. Die Feinde erlitten große Verluste. Ein Italiener und fünf crythräische Soldaten wurden getötet, dreizehn verwundet. Ein Kriegsschiff bombardierte später die Küste von Zeiana.

Aus O r a n wird berichtet: Wie die Blätter melden, sind hier die deutschen Staatsangehörigen Wckhelm Krieger, 22 Jahr alt, und Adolf Rienner 24 Jahr alt, die aus Nizza gekommen waren und sich seit einigen Tagen in Oran aujhieltcn, unter dem Verdacht verhaftet worden, die Desertion von Fremdenlegionären, besonders deS Soldaten Lctt vom 2. Fremdenregiment, veranlaßt und begünstigt zu Hstben. Eine Haussuchung sührte zur Entdeckung einer Uniform der Fremdenlegion, einer umfangreichen in deutscher Sprache gehaltenen Korrespondenz, sowie mehrerer militärischer Gegen­stände.

Durch die Lupe.

Ein Stückchen Zeitgeschichte in Versen.

Seit in London man den Frieden — ernstlich in die Hand genommen, — sind schon Wochen jetzt vergangen, — dennoch scheint- zu nichts zu kommen, — denn die Türken und Bulgaren — fanden noch daS rechte nicht, — jeder Frieden-unterhändler — hälts für seine Ehrenpflicht — möglichst viel herauSzuschlagen — schließlich bei dem Friedens­schluß, — darum scheints nicht ausgeschlossen, — daß man neu beginnen muß. — Schon hat die Türkei von neuem — ihre Truppen gut verteilt, — neue tücht'ge Generäle — sind zum Kriegsschauplatz geeilt, — während dafür unter- beffen, — selbstverständlich die Bulgaren, — im AuSheben neuer Truppen — ebensallS nicht müßig waren. — Besser tät eS freilich bleiben, — käme man zum Frieden noch, — denn Erholung gebrauchen — können allen Staaten doch. — Montenegros Fürst Nikita — fühlt an seinen Königsthron — ohnehin ein leijeS Wackeln, — möglich wär eS immer schon, — daß sein Volk, daS nun seit Wochen — immer neue Mittel gab, — auch Erfolge wünscht zu sehen — und wie ich vernommen hab' — soll bei einem Friedensschlüsse — von den vielen SiegeSgaben — grade Montenegro leider — wenig zu erwarten haben. —---Eine schlimme Trauerkunde — wurde unS in letzter Stunde — weil wir scheiden mußten sch'n — plötzlich Herrn von Kiderlen, — den in seiner besten Kraft — jäh der Tod hinweggerafft. — Deutschlands Politik zu leiten, — war er lange Zeit berufen — und mit viel Geschick hat er, — waS die Dinge um unS schusen, — zu deS deutschen Reiche- Wohle — zu gestalten stets verstanden, — darum bleibt ein treu Gedenken — ihm in allen teutschen Landen. Walter-Walter.

Hits Provinz n. Naebbargebiek.

* Die Wetterregeln der Bauern sagen für den Januar: Neujahr-nacht still und klar deutet auf ein gutes Jahr. — Neujahr-morgenröte macht viele Nöte — Januar warm, daß Gott erbarm. — Viel Regen, wenig Schnee tut Aeckern und Bäumen weh. — Wächst daS GraS im Januar, istS im Sommer in Gefahr. — Im Januar Reif ohne Schnee tut Bergen, Bäumen und allem weh. — Ist der Jänner naß, bleibt leer dar Faß. — Januar muß vor Kälte knacken, wenn die Ernte gut soll sacken, — St. Paulitag schön und Sonnen­schein, bringt großen Segen an Frucht und Wein. — Am Eincenzi Sonnenschein bringt viel Korn und vielen Wein. — Am Weihnacht-tage wächst der Tag, so weit die Mücke gähnen mag; am neuen Jahrestag wächst der Tag, so weit der HauShahn schreien mag; um Dreikönig wächst der Tag, so weit das Hirschlein springen mag.

§ Hersfeld, 6. Januar. AuS Homberg wird unS ge­schrieben: Der im Jahre 1911 hierorts gegründete „Fürsorge« verein für hilfsbedürftige Taubstumme in Kurheflm und Woldeck" sieht mit inniger Dankbarkeit auf daS abgelaufene Jahr zurück. Zufolge privater Wohltätigkeit sowohl, als auch Dank der tatkräftigen Unterstützung von Verbänden und Ge­

meinden hat unser Fonds von Ende deS JahreS 1912 die Höhe von 3630,21 Mk. cireicht. Der erste Schritt zur Gründung eines HeimS für altersschwache Taubstumme konnte getan werden, indem der Vorstand deS Verein- 2 Grundstücke sehr preiswert erwarb. Desgleichen wurde den Bitten um Unterstützungen und kleine Beihilfen seitens unbemittelter Taubstummer entsprochen. Mit besonderer Freude gedenkt heute der Verein deS Beitritts von 40 Landgemeinden deS Kreises Hersfeld mit einem jährlichen Beitrag von 262 Mk. Indem wir dieser mit herzlichem Dank zur allgemeinen Kenntnis bringen, geben wir unS der Hoffnung hin, daß doch die übrigen Kreise recht bald sich diesem Beispiel wetteifernd anschließen möchten. Hilfe tut not. Wir brauchen sröhliche Mithilfe. Der Vorstand deS Fürsorge- vereinS für hilfsbedürftige Taubstumme in Kurheffen und Waldeck: I. A.: W. Jung, Kassierer.

-s- Sorga, 6. Januar. Am vergangenen Sonnabend fand hier in dem Hornschen Saale der erste vom Kreise HerSseld veranstaltete Lichtbildervortrag statt. Die Veranstaltung war außerordentlich gut von Jung und Alt besucht und sand den größten Beifall. Vorgesährt wurden Volkslieder im Bilde, deren Text durch die Zuschauer geraten wurde, woraus dann die Versammlung jedesmal den ersten VerS deS betreffenden LiedeS mit wahrer Begeisterung fang. Nach den Vorführungen versammelten sich die Teilnehmer noch zu einem recht gemütlichen Beisammensein.

Hanau, 3. Januar. Die TyphuSepidemie beim Eisen­bahnregiment ist in weiterem Rückgang begriffen, da sich die Zahl der Lazarettkranken aus 191 verringert hat. Genesen sind 43; allerdings hat sich die Zahl der Schwerkranken auf 12 erhöht.

Schmalkalden, 3. Januar. Gestern srüh wurde im benachbarten Wernshausen die Familie deS KausmannS Hennig hier in ihrer Wohnung bewußtlos aufgesunden. Der Mann war tot. Die Frau sowie die drei Kinder gaben noch Lebens­zeichen von sich. Wie sich herauSstellte, lag Kolenoxydver- giftung vor. In einem hinterlassenen Schreiben hatten die H'schen Eheleute angegeben, wegen finanzieller Schwierigkeiten sich und ihre Kinder vergisten zu wollen. Am Donnerstag sollte Hennig einen Wechsel über 7500 Mk. einlöjen, hatte aber keine Deckung. Vor einigen Tagen war der Ort-behörde ein Telegramm zugegangen von Verwandten deS Hennig, worin gejagt war, daß dieser die Absicht geäußert habe, sich und seine Familie umS Leben zu bringen. Der Schultheiß begab sich zu Hennig, dieser erwiderte jedoch, daß ein Irrtum vorliege. Die Frau wurde sofort in daS Krankenhaus nach Meiningen gebracht; eS ist fraglich, ob sie mit dem Leben davonkommt. Die drei Kinder hofft man durchzubringen. Hennig betrieb feit mehreren Jahren ein Kolonial- und Manusakturwarengeschäft.

Marburg, 2. Januar. DaS Schöffengericht verurteilte einen HandwerkSburjchen, der kürzlich, um ein angenehmereS Obdach wie die Wanderarbeit-stätte zu bekommen, neben dem Polizeigebäude eine große Spiegelscheibe eingeschlagen hatte, wegen Sachbeschädigung zu 8 Monaten GesängniS.

DT. Frankfurt a. M., 3. Januar. Alle Fraktionen haben sich dahin geeinigt, den von den Sozialdemokratin empfohlenen Stadtverordneten Benno Schmidt zum unbesoldeten Stadtrat Frankfurt- zu wählen. Da in Franksurt ein Stadt­rat nicht der Regierung-bestätigung bedarf, ist an der Tat­sache, daß Benno Schmidt der erste sozialdemokratische Stadt­rat der Stadt Frankfurt wird, nicht zu zweifeln.

Darmstadt, 4. Januar. Wie seinerzeit der „Deutsche Telegraf" gemeldet, hatte die 18jährige Juliane Wade au- Niederroden Selbstmord verübt, indem sie sich vor einen Eisenbahnzug warf und sich übersatten ließ. Die Ursache der Tat war darin zu suchen, daß der Vater, der mit ihr längere Zeit verbotenen Verkehr hatte, nun fortgesetzt in bestia­lischer Weise auf sein Kind einwirkte sich da- Leben zu nehmen, damit er nicht bestraft würde. Nach längerem Zögern kam da- Mädchen zu dem Entschluß, sich unter die Räder deS Zuge- zu werfen, um den Vater vor Strafe zu schützen. Heute hatte sich der Vater vor der hiesigen Strafkammer zu verantworten und wurde zu sechs Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt.

Aus dem Sauerlande, 5. Januar. Eine entsetzliche Bluttat hat sich in der Stadt ArnSberg zugetragen. Dem Arbeiter Wiegelmann, ein Familienvater von 59 Jahren, welcher mit verschiedenen Anverwandten auf seindlichem Fuße lebte, wurde von seinen beiden erwachsenen Neffen auf dem Nachhausewege abend- auS dem WirtShause ausgelauert, er wurde überfallen und durch Dolchstiche dermaßen zugerichtet, daß er tot liegen blieb. Wiegelmann hinterläßt Frau und 11 Kinder. Die beiden ruchlosen Täter, 24 und 27 Jahre alt, konnten noch in der Nacht in ihrer Behausung verhaftet werden.

Vom Eichsfelde, 2. Januar. In Duderstadt kam eS während der vergangenen Silvesternacht zwischen mehreren jungen Kaufleuten und zwei Brüdern, von denen sich einer als Offizier-aspirant aus Urlaub befand, zu einer folgenschweren Rauferei. Nachdem die jungen Leute bi- nach Mitternacht zusammen gezecht hatten, gerieten sie auf dem Heimweg in Streitigkeiten, die schließlich zu Tätlichkeiten au-arteten. Im Verlaufe der Schlägerei zog der OffizierSaspirant seinen Säbel und brächte mit diesem einem der Kaufleute eine schwere Kops. Verletzung bei. Der Getroffene wurde dem Krankenhause zu« geführt; sein Zustand ist außerordentlich besorgniserregend.

DT. Höchst a. M, 4. Januar. AuS Anlaß ihre- heutigen, 50jährigen GeschäftSjubiläumS wurde in der General­versammlung der Höchster Farbwerke, vorm. Meister, Lucius u. Brüning die Bereitstellung einer Summe bis 274 Will. Mk. beschlossen. Davon werden 1 Mill. als Fond für Pensionen aus der „Kaiser- Wilhelm und Augustastiftung" zur Aus­besserung für Aufseher und Arbeiter bestimmt. Eine halbe Million dient als Fond zur Deckung etwaiger Ausfälle nach Inkrafttreten der Angestelltenverficherung. Eine btfonbere Jubiläumsgabe erhalten Beamte, Ausseher und Arbeiter in Höhe von insgesamt 350 000 Mk., außerdem erhalten die Beamten bis zu 3000 Mk. mit mehr als 10 Dienstjahren noch einen vollen Monatsgehalt. Die Stadt Höchst erhält 250 000 Mk., zur Errichtung eines Schwimmbades, der Altertum-verein Höchst, wie der Ausschuß für Volksvorlesungen je 10 000 Mk. Außerdem wurden für die Vergrößerung der Alter-heime- noch 250 000 Mk. festgelegt. Auch den Kriegsteilnehmern deS Kreises Höchst werden für einen besonderen DiSpofitionS- fond 50 000 Mk. überwiesen. Der Verein vom Roten Kreuz erhält 5000 Mk.

Göttingen, 2. Januar. Dem 40jährigen Schaffner HenngeS auS der nahen Ortschaft Weende, welcher einen Zug von Bebra nach Göttingen begleitete, wurde beim Rangieren auf Bahnhos Albungen ein Fuß zerquetscht, der dann in der Klinik amputiert werden mußte.

Buttlar, 4. Jan. Ein schwerer Unglück-fall ereignete sich gestern abend im Schacht der hiesigen Gewerkschaft. Beim Schichtwechsel stieß der Kübel aus ein Holz, aus welchem bet

Schochtarbeiter Peter Wiegand stand, der beim Bühnenbau beschäftigt wurde. Durch den Anprall brach daS Holz, W. stürzte in die Tiese und erlitt mehrere Bein- und Rippenbrüche. Der Bedauernswerte wurde noch lebend zutage gefördert und in da- Geisaer Krankenhaus eingeliefert, woselbst er noch im Lause der Nacht an den erlittenen schweren Verletzungen starb.

Münden, 4. Jan. Die so oft gerügte Spielerei mit Schußwaffen hat schon wieder einmal ein Opser gefordert. Im benachbarten Niederscheden war ein junger Mensch bei seinem Onkel zu Besuch. In Abwesenheit deS letzteren spielte er mit dem Revolver deS Onkel-, legte auf dessen Tochter an und daraus gegen sich selbst in der Meinung, die Waffe sei nicht geladen. Der Schuß ging jedoch loS und die Kugel blieb in dem Kinnbacken deS unglücklichen Schützen stecken. Er mußte in die Göttinger Klinik übersührt werden. Ob er mit dem Leben davon kommen wird, ist sehr fraglich.

Friedberg, 1. Januar. Ein tragische- Ende fand in Flenfungen eine junge Ehe. An ihrem Hochzeit-tage stürzte eine junge Frau durch einen Fehltritt zu Boden und verletzte sich dabei so schwer, daß sie trotz aller ärztlichen Hilfe nach wenigen Stunden verschied.

Letzte Nachrichten.

Rom, 6. Januar. In Besprechung der in AuSsicht genommenen Ernennung deS deutschen Botschafter- v. Jagow zum Staatssekretär deS Aeußern schreibt die Tribuna, daß der neue Staatssekretär eine Garantie dasür sei, daß die aus­wärtige Politik Deutschlands stets durchdrungen sein werde von dem Geiste warmer Freundschast, der den Dreibund inspiriere. Auch die anderen Blätter wie Giornale d'Jtalia und L'Jtalia, betonen die warme Sympathie, die v. Jagow in Italien genießt, und geben der sicheren Zuversicht Aus­druck, daß die vollkommene Einheit der Absichten zwischen der italienischen und der deutschen Regierung wie bisher, so auch in Zukunst weiter bestehen wird.

N e w p o r t N e w -, 6. Januar. Zu dem Untergang deS Dampfers Luckenbach wird gemeldet, daß dar Unglück infolge eines Zusammenstoßes mit dem britischen Dampfer Jndrakaule erfolgte. Die Jndrakaule rettete sechs Mann von der Besatzung, während vierzehn Mann ertranken. Die Jndrakaule, die aus Strand gesetzt werden mußte, hatte den Dampfer Luckenbach mittschiffs getroffen und ihn in zwei Teile geschnitten.

Konstantinopel, 6. Januar. Die türkische Flotte ist gestern abend in die Dardanellen zurückgekehrt. Wie verlautet, in unversehrtem Zustand.

Konstantinopel, 5. Januar. Ein heute in der Privatwohnung deS Großwesirs abgehaltener Ministerrat, der fünf Stunden dauerte, beschloß, auf den von den türkischen Bevollmächtigten am 3. Januar gemachten Vorschlägen zu beharren und bei den Mächten neue Schritte zu unternehmen.

Münster (Westjalen), 6. Januar. Ein hier auf Urlaub weilender Leutnant z. S., der Sohn eines hohen hiesigen Beamten, suchte, da er den Hausschlüssel vergessen hatte, von einem Baum auS in sein Schlafzimmer zu klettern. Dabei brach ein Ast deS Baumes und der Leutnant stürzte so un­glücklich ab, daß er bald daraus starb.

Wien, 5. Januar. Die drei DreadnoughtS, die noch in diesem Jahre in Bau gegeben werden sollen, werden eine Ausdehnung von 25 000 t. und Geschütze größeren Kaliber-, wahrscheinlich 28 cm erhalten. Die werden eine Geschwindig­keit von 24 Seemeilen haben. Die insgesamt geforderten Mehrkosten betragen 700 Millionen Kronen, dürften sich aber noch erhöhen. In Triest find in letzter Zeit 2 Stapel frei geworden, daS 3. Stapel wird im nächsten Jahre und das vierte zu Ende dieses JahreS frei.

Konstantinopel, 5. Januar. Der gestrige Minister­rat beschloß die Fortsetzung deS FeldzugeS mit 8 gegen 4 Stimmen, falls Bulgarien ans die Abtretung Adrianopels besteht. Reschid Pascha erhielt Weisung, sofort nach Abbruch der Frieden-Verhandlungen zurückzukehren.

DT. Bonn, 5. Januar. Die Ruhe deS Sonntage- wurde heute durch eine Liebe-tragödie gestört, die sich vor einem Hause der Bachstraße abspielte. Der 27jährige Reserendar a. D. Menge auS Berlin schoß die gleichaltrige Ehefrau deS Chemiker- Peter Scharben, als sie aus dem Hause trat, auf offener Straße nieder und tötete sich dann selbst durch einen Schuß in die Schläft. Der Grund zu der Tat ist vermutlich verschmähte Liebe.

Koblenz, 6. Januar. Zum Kaiserjubiläum machte die Handwerkskammer eine Stiftung von 30 000 Mark zu­gunsten von Erholungsbedürftigen unbemittelter Handwerkern.

Oeffentlicher Wetterdienst.

Wetterdienststelle Frankfurt a. M. Wetteraussichten für Dienstag den 7. Januar.

Vorwiegend trüb, leichte Niederschläge, mild, südwestliche Winde.

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