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Legt Leimringe an.

Von Zieske-Kopaschin. Nachdr. verb.

Der Obstzüchter ist leider dazu verurteilt, einen be­ständigen Kampf gegen die zahllosen Feinde seiner Kul­turen zu führen, und wenn er trotz aller Mühselig­keiten noch nicht erlahmte, so liegt dieses daran, da seine Maßnahmen infolge der jetzt vorhandenen Hilfs Mittel stets mit einem deutlichen Erfolge gekrönt wur­den. Da aber die Bekämpfung der Obstschädlinge leider nicht allgemein ausgeführt wird, so kann der erzielte Erfolg niemals ein dauernder sein.

Wenn es sich darum handelt, die schädlichen Insekten zu vernichten, so muß man die Lebensweise derselben kennen, um ihnen dann zu Leibe zu gehen, wenn sie am leichtesten zu beseitigen sind. So wird man z. B. den Ringelspinner bekämpfen, indem man im Herbst und Winter die dünnen Zweige der Baumkronen absuchen läßt und alle Eierringe, die geschlossene Glieder auf­weisen, abschneidet und dem Feuer überweist. ^ie Ge­legenheit, die Schwächen einzelner Schädlinge auszu- nützen, bietet sich zu allen Zeiten und auch jetzt im Herbst kann eine erfolgreiche Methode angewendet werden.

Manche Insekten kriechen nämlich um diese Zeit aus und begeben sich in die Kronen der Bäume, um dort ihre Eier an die Knospen zu legen. Sonderbarer Weise sind die Weibchen mehrerer im Herbst zur Entwick­lung kommenden Insektenarten ungeflügelt, sodaß sie nur durch Kriechen in die Krone des Baumes ge­langen. Wir nennen nur den kleinen und den großen Frostspanner und werden schon hierdurch die Notwendig­keit schärfster Maßnahmen dargetan haben, denn es handelt sich hier um zwei Erzbösewichte, die Millionen von Blütenknospen umspinnen und sich in dieselben einbohren, um die Blütenteile aufzufressen. Viel, sehr viel hat in diesem Jahre der Frost verschuldet, aber auch dem Frostspanner können wir alljährlich einen großen Teil der unentwickelten Blüten zur Last legen.

Die beste Vertilgung dieses Schädlings erfolgt durch das Wegfangen der unbeholfenen Weibchen mittels Klebringen. Ihre Anwendung besteht darin, daß man um den geglätteten Stamm in Brusthöhe einen Ring aus haltbarem Papier legt und diesen in der Nähe des unteren und oberen Randes mit Draht oder im­prägnierten Bindfaden fest anbindet. Dann wird der Papierstreifen mit einer längere Zeit klebrigbleibenden Leimmasse bestrichen, an der die aufwärts strebenden Frostspannerweibchen haften bleiben. Auf keinen Fall darf man Teer anwenden; man benutze vielmehr be­sonders hergestellten Pixol-Raupenleim. Guter Rau­penleim muß Monate lang klebrig bleiben, darf bei Wärme nicht absließen und bei Kälte nicht erstarren.

Im Oktober kriechen die fertigen Insekten aus; es ist also Zeit, die Leimgürtel anzulegen! Sie bleiben bis zum Februar an den Bäumen und werden dann verbrannt. An ihnen wird man außer den ungeflügel- ten Weibchen auch viele männliche Frostspanner und Apfelblütenstecher, sowie auch andere Schädlinge finden. Beim Abnehmen muß man aber auch die Unterseite der Papiergürtel und die tiferen Ritzen der bedeckt ge­wesenen Baumrinde untersuchen. Hier siedeln sich näm­lich sehr gern die Obstmaden, Apfelblütenstecher, Weiden- bohrer u. a. m. an, um vor den Unbilden des Winters geschützt zu sein. Mit einem scharfen Besen werden sie herausgekratzt und dann vernichtet.

Es ist sehr zweckmäßig, während des ganzen Som­mers solche Streifen aus Pappe, Wellpapier o. a. m. um die Bäume zu legen, sie aber nur mit einem Draht oberhalb des Streifens zu befestigen. Vom Mai ab suchen die ausgewachsenen Raupen aller Art, gern die Unter­seite dieses unten abstehenden Gürtels auf, um sich dort zu verpuppen. Wird der Gürtel von Zeit zu Zeit ab- genommen und nach der Säuberung wieder angelegt oder durch einen anderen ersetzt, so kann man wesentlich zur Verbesserung unserer Obstbaumzucht beitragen.

M Geflügelzucht M

Praktische Saufgesäße.

Mit 2 Abbildungen. HaibT. verb.

Frisches Wasser ist für das Geflügel mindestens ebenso wichtig, wie das Futter. Wir finden heute viel­fach noch recht unpraktische Saufgesäße, die es zu lassen daß das Wasser in kurzer Zeit warm und beschmutzt wird, wodurch eine mehrmalige Erneuerung lnv no^ macht. Recht praktische Saufgesäße sind auch im Handel erhältlich, doch ist es sehr einfach solche selbst herzustellen.

Figur 1 zeigt ein Gefäß bestehend aus einer Flasche und einem Untersatz. Die Flasche, am besten aus Stein­gut, hat etwa 3—4 Zentimeter vom Boden entfernt ein kleines Loch, das man natürlich erst einbohren muß. Die Oeffnung wird mit einem Kork verschlossen un die Flasche mit Wasser gefüllt. Nun wird sie in die Unterschale gestellt und der Kork herausgezogen es laufi nur soviel Wasser in die Schale, bis es die Flaschen-

öffnung erreicht hat. Wir haben also ständig Zuflu frischen Wassers. Eine einmalige Füllung am Tag genügt, um den Tieren die Annehmlichkeit des frischen Wassers, das nicht beschmutzt werden kann, zu geben Damit die Flasche nicht umgestoßen werden kann, binde man sie an oder befestigt sie so, wie Abbildung 2 zeigt

Praktische Saufgesäße.

in der eine Flasche mit Wasser gefüllt und mit der Oöffnung nach unten in ein Gefäß gestellt wird, das mäßig tief ist. Auch hier findet eine selbständige Er­neuerung des verbrauchten Wassers statt. Zweckmäßig teilt man die Gefäße im Schatten auf.

Ausstellungsdressur und Vorbereitung. Von E. Boas.

Nachdem das Junggeflügel herangewachsen ist, hat der Züchter schon wiederholt Musterung unter seinen Tieren gehalten, denn die Zeit der Ausstellungen ist da. Bei dem heutigen Stande unserer Geflügelzucht kann ein Züchter ohne Ausstellung keinen Erfolg mehr er­ringen, mag er ein Freund derselben sein, oder auch ein Feind. Ob nun der Züchter eine große oder kleine Ausstellung beschickt, immer muß er danach trachten daß seine Tiere sich möglichst gut und vorteilhaft zeigen. Das läßt sich nun so ohne weiteres nicht erreichen, wenn die Tiere direkt vom Hofe zur Ausstellung wan­dern. Einmal leidet das Aeußere der Tiere, wenn sie sich im Freien bewegen können, Beine, Kamm, Vart- lappen und Gefieder sind schmutzig, und ein solches Tier wird von vornherein keinen Sieg erringen. Außerdem müssen die Tiere an den Käfig gewöhnt werden; denn wie kann ein Richter die Tiere beurteilen, wenn sie im Käfig hin- und herflattern. Mindestens 2—3 Wochen vor der Ausstellung muß der Züchter die ausgewählten Tiere wöchentlich mehrere Male auf einige Stunden n einen Käfig setzen, und möglichst so, daß die Tiere viel mit Menschen in Berührung kommen; der Züchter aber selbst muß sich selbst viel damit beschäftigen und einen kleinen Stab zur Hand haben, womit er das Tier bestreicht, genau so, wie es der Preisrichter macht. So behandelte Tiere lassen sich gut vom Richter beurteilen und eine gute Ausstellungsdressur ist der halbe Erfolg. Bei der intensiven Beschäftigung mit den Tieren wird dem Züchter auch hier und da ein Mangel auffallen, den er aus weiterer Entfernung nicht entdeckt haben würde, nunmehr aber beseitigt werden kann. Es handelt ich hierbei aber nicht etwa um unlautere Maßnahmen, Die Ausrupfen von Federn und färben derselben. Da­gegen ist eine gründliche Reinigung der Tiere selbst nicht nur erlaubt, sondern sogar Pflicht. Weiße Tiere müssen gewaschen werden, während es für andere Fai­ren, insbesondere gelb, nicht angeraten werden kann. Kopf und Beine sind vom Schmutz zu befreien und mit einem Oelläppchen zu bestreichen, damit der Glanz vor­handen ist, ebenso sind Kamm und Bartlappen sauber rbzuwaschen und mit sehr wenig Oel einzureiben. Alles übrige ist verboten, und werden unerlaubte Handlungen entdeckt, so ist das Tier von der Prämiierung ausge. chlossen. Ohne genügende Vorbereitung aber wird ein Züchter niemals Erfolg haben, wenn es auch wohl umständlich ist, so läßt sich nichts daran ändern, andern- alls soll auch nur der ausstellen, der die Zeit dazu jat die Tiere vorzubereiten, sonst wäre das Geld weg- geworfen. Ohne Fleiß kein Preis, dies trifft besonders auf Ausstellungen und seine Vorbereitungen zu.

Die Herbstschau des Geflügelzüchters. Von Earolus.

In jedem Zuchtbetriebe muß zu einer bestimmten Zei? eine Bilanz ausgestellt, muß ausgerechnet werden, ob die Zucht im Laufe des letzten Zeitabschnittes einen Nutzen abgeworfen hat oder einen Defizit aufweist. Auch der Geflügelzüchter muß rechnen, regelmäßig Buch führen und die Einnahme der Ausgabe gegenüber- teilen. Die Bilanz kann er nun zu ganz beliebiger Zeit machen; die passendste Zeit ist aber der Herbst, wo as meiste Geflügel mausert, von den Mühen der letzten Saison ausruht und Kräfte sammelt zu neuer Pro­duktivität. Alle Fehler, Mißstände und Verluste lassen ich in der Regel auf die Tätigkeit des Züchters im Herbst zurückführen, und wir wollen sehen, inwiefern diese Zeit so einschneidend wichtig ist.

Manche Züchter rühmen sich des Besitzes von „Zwei­hunderteierhennen", und neidisch liest man ihre Be- richte. Im eigenen Betriebe wird dieses Ziel nicht einmal annähernd erreicht, der Durchschnitt ist sogar

nur wenig über 100 Eier im Jahr. Und warum ist der durchschnittliche Eierertrag so niedrig? Sehen wir die Legetabellen durch, so finden wir einzelne Hennen, die ganz hervorragendes geleistet haben. Einzelne Tiere haben aber herzlich wenig zur Versorgung der Küche mit frischen Eiern beigetragen. Sehen wir nun gleich­gültig über diese Abnormitäten hinweg und lassen wir diese Legefaulpelze weiter im Zuchtstamm, so geht der Durchschnittsertrag immer mehr zurück, da ja auch alle aus den Eiern dieser schlechten Legerinnen erbrüteten Jungtiere dieselben Mängel aufweisen. Solche Tiere verdienen nicht, im Winter mit teurem Futter ernährt zu werden, und darum muß man im Herbst alle infolge Alters oder Vererbung als unrentabel erwiesenen Hennen ausmerzen.

Manche Hühner lassen auch schon äußerlich ihre Mängel erkennen. Farbenfehler, schlechte Kammbil­dung, ungleichmäßige Beinfarbe und auffällige Ab­weichung von der gewohnten Körperform sind immer ein Beweis für mangelhafte Stammtiere, und solche Nachkommen dürfen dann nicht zur Ergänzung des Zuchtstammes verwendet werden. Im Herbst sind die Jungtiere soweit herangewachsen, daß man die ge­nannten Mängel erkennen kann und muß dann jedes einzelne Tier auf seine Brauchbarkeit hin untersuchen.

Erscheinen viele Jungtiere für die Weiterzüchtung als brauchbar, so ist man leicht geneigt, den Stamm

i vergrößern. Hierbei muß aber berücksichtigt wer­den, ob ausreichende Schlafräume und Futtermittel vor. Handen sind, damit die Tiere auch die nötige Pflege srhalten. Man darf die Geflügelhöse niemals über- völkern, denn das ist der Hauptgrund zur Unrentabili- tät. Was nicht zur Ergänzung des eigenen Bestandes verwendet wird, findet immer willige Abnehmer, wenn es sich um rassige Tiere nachweislich guter Abstammung handelt. Jeder Züchter wird sich davon überzeugen können, daß eine kleine Hühnerschar bei sorgfältiger Pflege mehr und besseres leistet als eine große Ee- flügelherde, der es an der nötigen Beaufsichtigung und Pflege mangelt.

Forstwirtschaft

Wie unterscheidet man im Revier alte und junge Böcke?

Die Frage mag manchen auf den ersten Blick etwas überflüssig erscheinen, und doch ist es nicht immer ganz leicht, sie jederzeit einwandfrei zu beantworten.

Stärke und Endenzahl des Gehörns, nur mit Blicken gemessen, geben gar keinen Anhaltspunkt. Das einzig sichere Merkmal, das Gebiß, läßt sich natürlich nur an totem Wilde betrachten, und gibt dann auch nur ab­solut sicheren Aufschluß darüber, ob wir es mit einem Kitz oder erwachsenen Bock zu tun haben.

Beim Kitz fehlt im Unterkiefer der letzte Backen­zahn, sodaß zwischen dem letzten vorhandenen Zahn und dem Kieferknochen eine ziemliche Lücke besteht, in die man bequem den Zeigefinger legen kann. Bei erwach­senem Rehwild dagegen läuft der Kieferknochen vom letzten Jahr ab ziemlich steil aufwärts. Hiernach kann man beurteilen, ob das Stück ein- oder mehrjährig ist. Auch die Wildhändler richten sich nach diesem Merkmal.

Schwieriger liegt die Sache, wenn z. V. ein Spießer im Revier steht, von dem man nicht genau weiß, ob man einen alten, zurückgesetzten und für die Zucht we, nig tauglichen Bock vor sich hat, der so bald wie mög­lich abgeschossen werden sollte, oder ob es sich um einen Zukunftsbock handelt.

Auch Stärke und Gewicht-geben keinen Anhalt, da Vererbung und Aesung großen Einfluß auf die Größe und Schwere des Wildes haben. Ganz gerade und dünne Spieße lassen im allgemeinen einen Schluß auf Jugend und aussichtsreiche Zukunft zu, besonders dann, wenn selbst in ziemlicher Nähe noch keine ausge- prochenen Rosen zu erkennen sind. Bei alten Böcken ind ganz gerade Spieße äußerst selten; fast immer wei- en die Stangen an der Stelle, wo normalerweise ein §nde sitzen sollte, oder wo in früheren Jahren ein sol­ches gesessen hat, eine Biegung auf. Nach diesen Bie­gungen läßt sich das Gehörn als Gabel- oder Sechser­gehörn ansprechen und einen Schluß auf das Alter des Bockes zu. Ist dazu die Kehle des betreffenden Stückes ehr hell gefärbt, so haben wir es mit Sicherheit mit ilterem Wilde zu tun.

In den meisten Fällen sind auch bei alten Spießern ziemlich oder sehr starke Rosen vorhanden, und dann handelt es sich meist um kräftige und sonst normale Stücke. Erst in sehr hohem Alter oder bei schwachen und Ammernden Individuen kommen Spieße mit ganz keinen oder vollkommen fehlenden Rosen vor.

Einen ziemlich sicheren Schluß auf das Alter eines Bockes gibt sein Verhalten sowie die Stärke seiner Schalen, die durch die Fährte sich genau ermitteln läßt.

Alte erfahrene Böcke treten selbst in ruhigen Re. vieren und an abgelegenen, von Menschen wenig besuch­en Orten erst spät aus, wenn alles andere Wild sch«r ange draußen ist und sichern lange, bevor sie die chützende Dickung verlassen. Aesen stets unruhig und lästig, werfen fast nach jedem Bissen auf und sichern wischendurch viel und anhaltend.