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tenreisig usw. eindeckt; für die Wände verwendet man Rohr-, Bast- oder Strohdecken oder auch Reisig. Das einseitige Dach kann man mit Brettern, auf die man Erde oder Laub bringt, decken. Als Bindematerial verweise man nicht Bast, sondern Weiden. Als bestes Deckmaterial gilt wohl allgemein Fichten- oder Tannen- reisig, Kiefernreifig ist nicht so gut. Um die Frühbeet-

Kästen legt man einen Versatz von kurzem Mist, Laub, Erde usw., der so hoch wie die Kästen sein soll, an. Auf diese bringt man, je nach den darunter stehenden Pflan­zen, entweder Bretter und Laub, oder Fenster und auf diese Bretter und Laub. Man mache die Winter-

deckung immer, wenn es Zeit ist, soweit fertig, halte die Pflanzen aber bis zum Eintritt schärferen Frostes offen, um dann noch schnell fertig zu decken. Gegebenen­falls decke man in der Nacht fest, um am Tage, bei Sonnenschein wieder etwas zu lüften. Dasselbe tue man auch im Frühjahr, wenn die Sonne wieder warm scheint.

Landwirtschaft

Das Einmieten der Kartoffeln.

Am zweckmäßigsten ist es, die Knollen in oberirdisch angelegten Mieten von ca. 2 Meter Breite und 1 Meter Höhe unterzubringen. Das Wasser kann hierbei am voll­kommensten Wdunsten, namentlich wenn man dieselben vor dem vollständigen Eindecken offen läßt. Die Tempe­ratur ist in solchen Haufen niedriger als im Keller und zur Abhaltung des Frostes ist einfach das Auflegen einer ca. 70 bis 90 Zentimeter starken Erdschicht, bei sehr nied­riger Temperatur die Bedeckung letzterer mit Dünger oder Stroh notwendig. Die Anbringung von Schorn­steinen zur Abführung des Wasserdunstes ist nicht allein überflüssig, sondern auch fehlerhaft, weil die feuchte Lüft sich den Abzügen zuwendet, in welchen ihr Wasserdunst kondensiert wird und als Wasser auf die in der Nähe des Dunstzuges befindlichen Kartoffeln zurückfällt und diese leicht zur Fäulnis bringt. ZWem dringt auch sehr leicht der Frost durch die Kanäle in die Miete. Zur Abhaltung des Regen- und Schneewassers dient ein kleiner Graben, welcher in angemessener (Entfernung um die Miete gezogen.wird. Bei dem Eintritt des Früh­jahrs ist die Erdbedeckung zu vermindern, damit die Ge­fahr des Auswachsens verringert werde. Bei jeder Art der Aufbewahrung ist es erforderlich, daß die kranken Knollen abgeschieden werden, weil, wie Versuche dar­getan haben, der Kartoffelpilz sich von letzteren auch auf die gesunden Kartoffeln ausbreitet.

Welche Vorteile bietet das Tiefpflügen.

Dadurch, daß der Boden tiefer gelockert wird, können die atmosphärischen Einflüsse ihre Wirkung bis zur größeren Tiefe äußern und dadurch die Zersetzung mine­ralischer undorganischer Stoffe befördern. Je tiefer die Ackerkrume ist, desto tiefer können auch die Wurzeln ein­dringen und desto mehr Nebenwurzeln können sich bilden, welche der Pflanze die Nahrung aus weiterem Umfange zUführen. Das Wurzelsystem der Pflanzen wird dem­nach durch die Tiefkultur wesentlich verstärkt; die Pflan­zen werden reichlicher ernährt und dadurch um so kräf­tiger entwickelt. Die weitere Folge ist, daß sie bessere und reichlicher Früchte tragen.

Der Hauptfehler bei der Herstellung des Saatgutes besteht gewöhnlich darin, daß man nur Wert auf die Steinigung desselben von Unkrautsamen usw. legt, nicht aber auf die Auswahl der vollkommensten und schwersten Körner. Auf diese Weise muß notwendig eine Ent­artung der Sorte und damit eine Ertragsverminderuna erntreten. Die gewöhnliche Folge ist alsdann die Be­schaffung anderer Sorten, die bald dasselbe Schicksal er-

In Verbindung damit entsteht ein bedeutender Niedergang der Feld ertrage und ein Zusammengewürfel

von verschiedenen Sorten, von denen keine einen dauern­den Wert besitzt, deren Vorhandensein jedoch den Absatz der Produkte bedeutend erschwert.

Viehzucht

Dio Kartoffelfütterung.

Die Einführung der Kartoffel hat bei uns einen gro­ßen wirtschaftlichen Umschwung hervorgerufen. Wenn man bedenkt, daß noch Friedrich der Große mit erheb­lichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, um die Kartof­fel einzuführen und nun den heutigen Kofum dieses Knollengewächses in Betracht zieht, so muß man die Wichtigkeit der Kartoffel als Jdustriematerial und na­mentlich als Nahrungsmittel anerkennen. Ein land­wirtschaftlicher Vollbetrieb ist heute ohne die Kartoffel garnicht denkbar; sie bildet einen wesentlichen Bestand­teil des gesamten Viehfutters.

Namentlich für die Schweine geben die Kartoffeln ein sehr zusagendes Haupffutter ab. Da sie roh schlecht ausgenutzt werden, erhalten die Schweine sie nur in ge­dämpftem und getrocknetem Zustande. Gar zu stark darf aber die Ration an Kartoffeln nicht sein; Die Schweine bekommen sonst Hängebäuche und leiden dann sogar an Knochenweiche. Auch der Geschmack des Fleisches leidet; es wird fade, schrumpft beim Kochen ein und hat ein lockeres und weiches Fett. Ferkel bekommen pro Tag ein Pfund, und diese Ration steigert sich bis zu höchstens 10 Kilogramm bei Ende der Mast.

Das Rindvieh verwertet die Kartoffeln sowohl in rohem als auch in gekochtem Zustande. Milchkühe und auch Zugochsen können in der Arbeitszeit bis 20 Pfund rohe Kartoffeln pro Tag und Haupt erhalten. Wenn das Vieh gemästet werden soll, so ist die Verfütterung ge­dämpfter oder gekochter Kartoffeln ratsamer, da hier­durch der Nähreffekt wesentlich gesteigert wird, und die hierbei gereichten größeren Mengen roher Kartoffeln Durchfall veranlassen würden. Als stärkste Gabe sind für Mastrinder etwa 25 Kilogramm pro Tag zu rechnen. Auch Mast- und alte Schafe, sowie erwachsene Hammel können kräftig mit Kartoffeln ernährt werden. Für Lämmer, Kälber und Fohlen eignen sich die Kartoffeln aber nicht. Das Knochengerüst dieser Jungtiere ist in raschem Wachstum begriffen, und die Kartoffel kann wegen ihres geringen Kalkgehaltes diesem Bedürfnis nicht gerecht werden.

Wer gewillt ist, sein Vieh in der Hauptsache mit Kar­toffeln zu ernähren, der möge bedenken, daß die Kar­toffel sehr arm an Eiweiß ist, und daß bei ungenügender Zufuhr an stickstoffreichem Beifutter die stickstoffreien Be­standteile nicht zur Ausnützung gelangen. Es ist also dringend anzuraten, neben den Kartoffeln erhebliche Kraftfuttergaben anzuwenden und in diesem Falle lieber die Kartoffelportion zu verringern. In Frage kommen Baunmwollfaatmehl, Sesamkuchen, Kokoskuchen, Raps­kuchen u. dergl.

Die Kartoffel ist auch natronarm und fast chlorfrei, und da auch das Rauhfutter und besonders das Stroh wohl kalireich, aber arm an Natron ist, so muß dieser Mangel durch regelmäßige Salzgaben ausgeglichen wer-

den.

Praktikus.

Es kommt mitunter vor, daß eine Sau nach dem Werfen ihre Ferkel beißt und ihnen das Saugen nicht gestatten will. Mit Gewalt ist in diesem Falle nichts zu erreichen, aber ein wenig Branntwein, jedem Ferkel über den Rücken gestrichen, flößt der Alten sofort mütterliche Ge­sinnung ein. Sie schnüffelt, wird ruhig, legt sich nieder und läßt die Ferkel ruhig saugen.

Die Ernährung der Stute

hat während der Trächtigkeitsdauer, namentlich der Qualität nach, eine möglichst gleichmäßige zu bleiben. Man verfalle daher nicht in den so häufig vorkommenden Fchler: der trächtigen Stute in den letzten sechs Wochen vor dem Abfohlen mehr Kraftfutter zu geben, als sie es bis dahin gewohnt war. Denn man erzielt hierdurch nicht, wie man meint, mehr Milch und bessere Milch, wohl Wer verdirbt sich die Stute bei der ungewohnten Fütterung leicht den Magen, was dann nachteilig genug auf das Füllen und auf die Milcherzeugung einwirkt. Man entziehe aber der Stute in den Tagen vor dem Ab- fohlen, wie auch nach dem Abfohlen, nicht — wie es häufig ungeraten wird — einen Teil des gewohnten Futters. Denn hierdurch erreicht man keineswegs den Zweck, die Geburt des Füllens zu erleichtern, wohl aber alteriert man durch den Futterabzug das Muttertier und wirkt dWurch ungünstig auf die Milcherzeugung ein.

Nicht zuviel Heu für Pferde!

Ein sehr weitverbreiteter Irrtum besteht darin, daß die Pferde zuviel Heu erhalten. Die Verdauungsorgane der Pferde sind von denen der Kuh sehr verschieden. Der Kuh kann nicht allein mit Sicherheit, sondern auch mit Nutzen so viel gutes Heu, wie sie nur fressen mag, ge­geben werden. Sie hat in ihrem Magen reichlich Raum,

dasselbe unterzubringen, und reichlich Zeit, dasselbe zu verdauen. Das Pferd ist aber, was das Fassungsver­mögen des Magens anbetrifft, anders konstruiert, und wirkt seine Arbeit auf Straße oder Feld vornehmlich, wenn die Gangart eine lebhafte und die Last eine schwere ist, in hohem Grade auf die Verdauung, dieselbe ver­zögernd, ein. Tausende von Landpferden sind ungesund, • weil sie abgehetzt worden sind und schwer arbeiten muß­ten, weil sie sich so voll Heu gefressen hatten, daß die Lungen nicht frei in Tätigkeit treten konnten und der ganze Organismus unter der Menge unverdauten Fut­ters litt.

Trockenfutter für Ziegen.

Bei nasser Witterung versäume man es nicht, den Ziegen des Morgens vor d« Austreiben und abends, wenn sie wieder in den Stau kommen, einiges Trocken­futter zu geben; Wassersucht, Entzündung der Einge. weide und manche andere Krankheiten sind leicht die Folge, wenn man den Weideziegen bei anhaltender Nässe kein Trockenfutter gibt.

Gut gehaltene, noch nicht über 5 Jahre alte Ziegen lassen sich in 6 Wochen hinreichend ausmästen. Noch ältere Ziegen setzen bei starker Mast mehr Talg als Fleisch an.

Bienenzucht

Fütterung der Bienen.

Immer näher rückt die Zeit, und jeder Imker muß seinen Kindern den nötigen Wintervorrat geben. Mitte September muß die Fütterung beendet sein. Treten kalte Tage und Nächte ein, wie jetzt, so zieht sich das Volk zusammen und verarbeitet schließlich den gereichten Zucker nicht mehr. Darum beginne mit der Fütterung zur rechten Zeit! Wo in Gegenden viel Honig von der Fichte und Tanne eingetragen wurde, da muß dafür ge­sorgt werden, daß dieser für die Ueberwinterung absolut untaugliche Honig möglichst ganz aus dem Winterraume kommt. Vergessen wir nicht, daß Konfferenhonig das beste Reizmittel im Frühjahr ist, und heben wir solche Waben fürs zeitige Frühjahr auf, so haben wir alsdann Aussicht auf starke Völker zu Beginn der ersten Tracht. Die Bienenwohnungen sind dabei fleißig zu lüften. Auch verenge man die Fluglöcher, damit nicht Raubbienen den Stand belästigen und bei schwachen Völkern alsdann als Sieger einziehen. Am besten ist es, wenn man gegen Abend die Fütterung vornimmt und dabei gleichzeitig allen Stöcken Futter verabfolgt. Niemals aber füttere am Tage, besonders bei Sonnenschein! Man wird sich vor fremden Bienen kaum erwehren können. Auf welche Weise, mittelst welcher Futtervorrichtung dies Geschäft vorzunehmen ist, bleibt jedem selbst überlassen. Pro­bieren geht über Studieren! Nur verabfolge deinen Kindern soviel Futter, daß sie selbst bei regnerischer kalter Witterung zur Frühjahrstracht alsdann noch ge. nügendes Quantum Futter im Stocke haben.

Wie wird ein Weiselfalsches Volk geheilt?

Das weiselfalfche Volk wird in den Brutraum durch Rauch zurückgedrängt, der Durchgang zum Honigraume mit einem Drahtgitter überdeckt und das Flugloch des Honigraumes geschlossen. Nun setzt man ein wersel- richtiges Völkchen in den Honigraum und sperrt den­selben durch das Fensterchen ab. Nach 48 Stunden neh­men beide Völker gleichen Geruch än und das untere er­kennt den richtigen Zustand des oberen. Das Draht­gitter wird nun allmählich von dem Durchgänge zurück, gezogen, worauffdas weiselrichtige Volk durch die Spalte herabsteigen und gerne angenommen wird. Bei dieser Vereinigung wird die Afterkönigin von dem weiselrich- tigen Volke abgestochen. Das weiselfalfche Volk ist geheilt.

Ein Feind des Bienenstandes.

Bienenstände in unmittelbarer Nähe von Gewässern (Teichen, Bächen, Flüssen) sind zur Winterszeit ganz be­sonders einem zudringlichen Feinde ausgesetzt — der Spitzmaus. Ihre Anwesenheit erkennt man, wenn in der Nähe der Fluglöcher zerfressene Bienen zu finden sind. Die Spitzmaus verzehrt in der Regel nur das Bruststück der Biene und läßt Kopf, Flügel und Hinter­leib liegen. Wo sie sich im Herbste einmal angesiedelt hat, dort bleibt sie auch Wer Winter uW ist außer­ordentlich schwer zu erwischen oder zu töten. Denn als Insektenfresser verschmäht sie allen Köder, den man Mäusen zu reichen pflegt. Sie hält sich nur zu den Bienen und kann bei ihrer außerordentlichen Gefräßig­keit ein Bienenvolk ganz gewaltig dezimieren. Der Spitzmaus den Zugang in die Stöcke zu verwehren ist leichter, als sie zu beseitigen.