Sir. 22 Hersfeld 1913
^■■■■■■■■■■■■■^■«■■■PgMWHE^IIIIMWHWIWMFIMIIffTrT^IIIMMireraBarefliag^^ HlGWmi IIWIIMIIIWIIBIMM«WaMWBMWM«MMMMMMBBMMnBMBWMBBMMM»M
Welche Fehler werden m der Gestügel- Mcht gemacht?
• Bon G. B. Nachdruck verboten.
Mit Abbildung.
Es ist nicht immer leicht jemand Rat zu erteilen, wenn er mit seiner Geflügelzucht nicht recht vorwärts kommt. Wie zu jedem Betrieb Kenntnisse gehören, so auch zur Zucht des Geflügels, wenn man möglichst großen Nutzen erzielen will. Die häufigen Reden von Leuten, die wohl schon jahrelang Geflügel halten, sich aber im ganzen recht wenig darum bekümmern, daß diese und jene Rassen schlechte Leger seien und nur eine oder wenige Rassen als allein nutzbringend betrachten, sind schon so oft widerlegt worden, daß eine Wiederholung eigentlich überflüssig wäre. Es hält sehr schwer, die Landbewohner von der erhöhten Einträglichkeit der Rassezucht zu überzeugen, und wer Gelegenheit hat, mit Landbewohnern über dieses Thema zu sprechen, wird meine Angaben bestätigt finden. Fragt man aber die betreffenden Personen, ob nun die vorhandenen Hühner besonders leistungsfähig seien, so wird man ebenso enttäuscht sein, weil ein Aufschluß darüber nicht gegeben werden kann, da jede Kontrolle fehlt. Es hört sich viel an, wenn man hört, daß 50 Hühner täglich etwa 20 bis 25 Eier liefern in den Monaten April bis Juli, dabei bedenkt man aber nicht, daß der Durchschnitt doch nur mangelhaft genannt werden kann. Was unsere Rassehühner tatsächlich leisten, beweisen die einwandfrei durchgeführten Wettlegen. Wenn über schlechte Lege- eigenschaften eines Stammes geklagt wird, so ist dies nicht lediglich der Rasse zuzuschreiben, obgleich aber auch Rassen vorhanden sind, die tatsächlich als Leger nie empfohlen werden, sondern dem Stamm. Deshalb sollte der. der sich einen Stamm Hühner kaufen will, auch stets sich vergewissern, ob die Tiere von guten Legehennen abstammen. Es werden immer einige Hennen dabei sein, die gut legen; um einen leistungsfähigen Stamm heranzuzüchten, darf eben nur von den besten Legern weitergezüchtet werden, bis ein guter Durchschnitt von etwa 140—170 Eiern erreicht ist.
Aber selbst ein sehr guter Stamm kann bei mangelhafter Pflege und ebensolcher Fütterung bald die guten Eigenschaften einstellen, und hierin ist meist der Grund des Mißerfolges zu suchen. Wie kann ein Tier leistungsfähig sein, wenn es Stoffe, die es unbedingt nötig braucht, nicht bekommt. , ,
anbetracht der Schwere eines Huhnes ist das Er doch eine ganz respektable Leistung, die aber nir ausführbar ist, wenn dem Tiere auch dre Stoffe gegeben werden, die das Ei enthält. Aber noch mehr, denn das Huhn will sich auch selbst erhalten, folglich müssen wir solches Futter in der Güte und Menge verabreichen die das Tier auch bei guter Konstitution be asien. Auch des Guten kann zuviel getan werden. Manche meinen es nun recht gut und füttern soviel daß die Tiere fett werden, diese werden aber niemals besondere Leistung^ aufweisen. Weniger, aber gut und zweckmäßig, i| vorteilhafter und billiger. , ...
Neben diesen Fragen sind auch noch die Unter- kunftsräume, die wesentlich die Leistungen beenff ss . Wir finden heute häufig noch die Ansicht vertreten, Hühner warm sitzen müssen. Um dies zu err , bringt man die Nachtställe in den Großviehs a , bedenkt aber dabei nicht, daß die äußerst schlech U dein Geflügel nicht zum Vorteil gereichen kann, ^eoer Licht, Luft, noch Sonne können in diese Raum ge- langen, sie sind dann die, denkbar ungünstigsten AUsenr- Haltsräume für die Nacht überhaupt. Frostschaden - den in diesen Fällen viel leichter auftreten als wenn die Tiere in kalten Ställen untergebracht nn ,
ständig frische Luft, Licht und Sonne eindringen können. Gewöhnt man die Tiere von Jugend auf an die Witterung und verweichlicht sie nicht, so ertragen die Tiere auch sehr starke Kälte, wenn der Stall so eingerichtet ist, daß er durch die Eigenwärme der Tiere höchstens eine Temperatur von 1—2 Grad unter Null auftveist.
Ein weiterer Fehler wird oft insofern gemacht, als die Tiere zu wenig Bewegung haben. Diese ist aber unbedingt zur Gesunderhaltung nötig, denn Müßiggang gibt Anlaß zu manchen unerwünschten Untugenden.
Henne des hellbrahmafarbigen Schlages.der Wyandottes. der auch unter dem Namen Columbia-WyandoNes bekannt ist. Die Wyan» bottcS gehören zu unteren besten Wirtschasishühnern, sie liefern ein eines, zartes Fleisch, sind weiterhait uns legen jährlich 140 bis 150 .Eier (mitunter auch mehr) im Gewicht von 65 bis 65 Gramm.
Der Scharraum ist deswegen da, wo nur ein beschränkter Auslauf zur Verfügung steht, nie zu vergessen. Wenn dann noch eine Ueberfüllung des Hofes mit Geflügel vorhanden ist, so ist an eine zufriedenstellende Leistung der Tiere nicht zu denken.
Wer seinem Geflügel Interesse entgegenbringt, wird auch für reinliche Ställe und Ausläufe sorgen, damit das Ungeziefer nicht überhand nimmt; denn diese Parasiten saugen den Tieren so viel Blut ab, daß sie nur wenig legen können. Von allen Feinden, die das Ge. flügel hat, ist wohl die Unsauberkeit am gefürchtesten.
Es ließe sich noch viel mehr sagen über das, was an Fehlern in der Geflügelzucht anzutreffen ist, doch sei es hiermit genug, und jeder Geflügel-Liebhaber prüfe sich und die Verhältnisse, ob Grund zur Behebung vorhandener Uebelstände vorhanden ist, es wird nur sein Vorteil sein.
Der KompoKhausen.
Nachdruck verboten.
Es ist leider eine bittere Erfahrung, daß der Stalldünger durchaus nicht so weit reicht, um auch im Obstgarten angewendet zu werden, und die Verwendung von künstlichen Düngemitteln ist erst recht nicht in dem Umfange verbreitet, wie sie es verdient. Eine recht wesentliche Aushilfe bietet nun der Komposthaufen, der nicht mit Unrecht die Sparbüchse des Landmannes und
namentlich des Gartenfreundes genannt wird. Wie manche Stoffe, die gegenwärtig Garten und Hof verunzieren, würden, im Komposthaufen ^ vereinigt, einen Dünger von großem Wert abgeben. Aus diesem Grunde kann nicht oft genug daran erinnert werden, dort einen Komposthaufen anzulegen, wo ein solcher noch nicht vorhanden ist.
Der Düngerwert des Komposthaufens hängt selbstverständlich von der Menge, der Art und der Sorg- fältigkeit der Kompostbereitung ab. Je mehr die Bestandteile dem Dünger ähneln und je besser und vollständiger sich die einzelnen Stoffe zersetzen, desto besser wird dann auch ihre düngende Wirkung sein. Im allgemeinen kann gesagt werden, daß der Kompost mit Rücksicht auf seine Treibkraft zu den mittleren Düngemitteln zu rechnen ist; wirft man den Umstand mit in die Wagschale, daß der Kompost eine hohe Bodenver- besterung vermittelt, so kann man ihn getrost neben den Stalldünger stellen. Die einzelnen Bestandteile des Kompostdüngers sind je zum größten Teil zersetzt, also in einer Form, die den zarten Pflanzenwurzeln leicht zugänglich ist.
Da die einzelnen Stoffe zu ihrer Zersetzung längere Zeit gebrauchen, so ist es erforderlich, mehrere, mindestens aber zwei Komposthaufen anzulegen und die frisch angelegten Haufen erst im nächsten Jahre in Benutzung zu nehmen. Als Material zu einem Komposthaufen dienen alle Abfälle der Haus- und Landwirtschaft, Asche, Kalk, Schutt, Schlamm, Unkräuter aus Garten und Hof, Spreu, Küchenabfälle, soweit sie nicht zur Ernährung der Haustiere dienen, Lederabfälle, Haare, Hornstücke, Federviehdünger, menschliche Exkremente u. a. mehr. Diese Stoffe werden stets gut mit Erde vermischt und mäßig feucht gehalten. Kann man die Haufen wiederholt mit Jauche tränken, so wird die Zersetzung beschleunigt und vervollkommnet. Allerdings muß der Untergrund dort, wo die Komposthaufen lagern, undurchlässig sein, damit die Feuchtigkeit nicht so schnell entweichen kann. Regenwasser soll eigentlich nicht auf den Haufen kommen; niemals soll z. B. die Traufe eines Daches über der Dungstätte liegen, da sonst der Dungstoff ausgewaschen wird. Von Zeit zu Zeit ist der Haufen umzustechen, damit die einzelnen Bestandteile gut durchmengt und besser zersetzt werden.
Winterdeckung.
Mit 4 Abbildungen umstehend. Nachdruck verboten.
Bald fängt das große „Herbsten" an und der Winter ist nicht mehr weit. Da hat wieder, wenn stärkere Fröste eintreten, der Gartenbesitzer alle Hände voll zu tun, seine Lieblinge vor Frost, vor allem aber vor den Wechsel von Frost und Tauwetter zu schützen. Ab.-r jede Pflanze will ihre besondere Deckung haben. Einigen, um der Frostgefahr im Boden vorzubeugen, geben wir kurzen Dünger oder Laub auf die Pflanzscheibe. Um andere wieder machen wir aus Stangen oder Latten ein Gestell, das wir mit Leinwand, Reisig usw. umkleiden. Man steckt entweder drei Stangen um die Pflanze in die Erde und verbindet diese an der Spitze (Abb. 1), oder man nimmt vier Stangen, die man senkrecht in den Boden steckt und befestigt daran wieder vier, die an der Spitze verbunden werden (Abb. 2); man kann auch von den vier senkrechten zwei höher machen, daß eine schräge Fläche entsteht (9156. 3). So deckt man z. B. Rhododendron ein. Um Pflanzen, die vor Nässe zu schützen sind, führt man ein Dach aus Brettern auf (Abb. 4). Für Pflanzen, die im Winter zur Treiberei oder anderen Zwecken dienen sollen, stellt man sich entweder ein sattelförmiges oder einseitiges dachförmiges Gerüst her, das man fest mit Laub, Fich-