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her leisten auch das Bestreuen mit Ruß und Asche, Thaussee-, Kalk- oder Tabaksstaub sehr gute Dienste. Auch das Bedecken der Aussaatflächen mit Helleuchten- dem, weißen Flutzsand hat sich als sehr probat erwiesen, und wird wegen feiner Billigkeit und leichten Ver- Mndbarkeit in den Vierländer Gemüsegärtnereien all­gemein verwertet. Ein anderes, ebenfalls viel ange- wandtes Mittel ist, daß man mit Holzteer oder ähn­lichem Klebstoffe bestrichene Tücher lose über die jungen Pflanzen hinwegfährt, um dadurch die bekanntlich durch die leiseste Berührung sofort von den Pflanzen ab­springenden Insekten an der klebrigen Masse zu fangen. Aber alle diese Mittel haben in ihren praktischen Er­folgen nur dann Wert, wenn sie so häufig vorgenom­men werden, als die Anwesenheit dieser freßlustigen Schädlinge bemerkbar wird.

Nicht minder schädlich als die Erdflöhe sind in den Gemüsekulturen bei einem Massenauftreten die Schnecken, und namentlich die lungenartig geformte dick­leibige kleine nackte Gartenschnecke. Diese bringen es fertig, im Herbste ganze Aussaaten des freien Landes zu vernichten, und unermeßlich ist der Schaden, den sie dem Gartenbesitzer durch Auffreffen der Erdbeeren und Beschädigung sonstiger Veerenfrüchte zufügen. Die­selben unliebsamen Gäste sind sie in Eemüsetreibanlagen, in denen sie recht unliebsame Spuren ihrer Tätigkeit hinterlassen. Da sich die Schnecken während des Tages in dunkle Schutzwinkel verkriechen und nur des Nachts ihre Behausungen zwecks Nahrungssuche verlassen, sind sie nur in der Dunkelheit mit Hilfe von Lampen- und Laternenlicht aufzusuchen und zu vernichten. Als Fang­mittel dienen ausgehöhlte Brett- und Korkstücke, runde Baumrinden, Kohlblätter und ähnliche Objekte, wo­runter die Schnecken bei wiederholt vorzunehmenden Re­visionen leicht getötet werden können. Als Schutzmittel empfiehlt sich die Bedeckung des Erdbodens mit ©ersten« fchuren oder scharfem Häcksel, über deren rauhe Lage- rungsflächen sie ungerne Hinwegkriechen bezw. während des Unternehmens an Erschöpfung zugrunde gehen.

Als Lockmittel ist Weizenkleie zu verwenden, die, als kleine Haufen im Bereiche der gefährdeten Pflanzen ver­teilt, sehr bald von Schnecken umlagert sein wird und die hier durch Ueberschüttung mit Aetzkalk oder durch Zertreten ihren sicheren Tod finden können. Erfolg, reiche Schneckenjäger sind die Enten, und wem es ge­fällt, die hierbei sonst zum Ausdruck kommenden Un­tugenden dieser Zweifüßler vorbeugend zu überwachen, findet in ihnen eine ausgezeichnete und überaus rührige Gartenpolizei, die so leicht keine einzige Schnecke ver­schont und sie aus den verstecktesten Winkeln aufzuspüren verstehen.

Groß ist die Zahl der Engerlinge (Larven von Mai- und anderen Käfern), die für alle Gemüsekulturen ver­derbenbringend werden können. Sie verwüsten ganze Beete Erdbeeren und Salate und lassen auch fast alle anderen Eemüsearten nicht ungeschoren. Besonders tritt ihre Vernichtungsarbeit bei trockener Witterung und bei heißen Sommern in die Erscheinung. Die von Engerlingen angefallenen Pflanzen sterben rasch und plötzlich ab. In solchen Fällen sucht man des Schädigers durch Ausgraben der Pflanzen unter dem Wurzelstocke habhaft zu werden, um sein Weiterwandern und die baldige Vernichtung weiterer Pflanzen zu verhindern. Nässe bezw. wiederholtes und durchdringendes Begießen hält die Engerlinge von den Pflanzen fern, da sie das nasse Element absolut nicht vertragen können. Als Vor­beugung ist aufmerksames Auslesen der etwa vor­handenen Tiere beim Graben und bei der Herrichtung der Landfläche und der Mistbeete besonders zu emp­fehlen. Amseln, Schwarzdrosseln, Stare und andere Vögel stellen diesen Insekten eifrig nach und wissen sie mit dem Schnabel tief aus dem Boden herauszuholen, und wenn sie im llebereifer ihrer Jägerei gelegentlich eine sonst gesunde Pflanze mit den beschädigten aus dem Boden reißen, soll man ihnen dieses in Anbetracht ihrer allgemeinen Nützlichkeit für Feld und Garten zugute halten und sie nicht unüberlegter Weise aus den Kul. turen vertreiben.

Regenwürmer werden insbesondere in den Mist­beeten schädlich, sofern sie sich in größerer Anzahl ein­finden und dann durch ihren Konsum an humoser Erde die Flächen durchlöchern und Pflanzenwurzeln freilegen. Pflanzenteile dagegen fressen sie nicht, obgleich dieses sehr viel von ihnen behauptet wird; durch eingehende Untersuchungen ist jedoch das Irrige dieser Annahme einwandfrei festgestellt. Es spricht immer für einen be­sonders kräftigen Kulturboden, wenn recht viele Regen­würmer darin gefunden werden, da sie sich in Humus- armen Flächen wegen Nahrungsmangel überhaupt nicht aufhalten. Zu ihrer Vertreibung begießt man die um- gegrabene Fläche vor der Bestellung mit Heringslake, Rußwasser oder der Brühe abgekochter Wallnußblätter; ferner kann man sie des abends bei Lampenlicht ab­fangen bezw. durch kräftige Erschütterungen aus dem Boden locken und dann sammeln.

Gefährlich sind die verschiedenen Arten Blattläuse und die sogenannten Schildläuse. Im Freien sind sie zwar weniger schädlich als in Mistbeeten oder anderen geschlossenen Treibräumen, aber in beiden Fällen ww- ken sie hemmend auf das Wachstum ein. Neben auf

jungen Kohl- und Salatpflanzen finden sie sich besonders gern auf Gurken und Melonen ein und auch auf Blu- menkohl- und Kohlrabipflanzen sind sie nicht selten. Sind sie durch Abspritzen mit Seifen- oder Tabakwasser nicht wegzubringen, muß man bei geschlossenen und ver­dunkelten Räumen mit Tabak oder Insektenpulver räuchern.

Kellerwürmer oder Kellerasseln, auch als Kelleresel bezeichnet, sind mit den Ohrwürmern oder Oehrlrngen ebenfalls ungebetene Gäste für die Gemüsekulturen, in- dem sie die Blüten und Spitzen der Samengemüse und auch andere Pflanzenteile anfressen und eventuell zum Absterben bringen. Man fängt sie durch Aufhängen von Tüten, durch Auslegen ausgehöhlter Gegenstände wie Kohlrabi, Kartoffeln und Hornhäuten von Rinds­klauen, sowie durch befestigen von Mohrrüben- und Spargelkrautbündeln, worin sich diese Insekten gerne verkriechen und mühelos abgefangen werden können.

Mehr störend als schädlich sind die Ameisen, und nur da, wo sie sich stark vermehren und in Massen austreten, ist Anlaß zu ihrer Vernichtung gegeben. Denn sie fres­sen eine Menge Blattläuse, kleine Raupen und kleine Maden, die sie durch Aussaugen entkräften und zugrunde richten. Vertreibungsmittel sind Abbrennen von Schwe- fel, Begießen der gefährdeten Stellen mit Salzwasser und fortwährendes Zerstören etwa angelegter Haufen; listigerweise läßt man sie auch wohl unter einen umge­kehrten Blumentopf bauen, um dann später das zu­sammengetragene Bauwerk samt Inhalt mittelst einer Schaufel aufzunehmen und zu vernichten.

Durch grobe Kulturfehler sowie durch andauernde, trockene und heiße Witterung werden Gurken, Melonen und Bohnen vielfach von Milben oder der roten Spinne befallen. Die von diesen Schmarotzern auf den Unter­seiten der Blätter gezogenen netzartigen, feinmaschigen Gewebe lassen die Pflanzen sofort als krank erscheinen und zwingen sie sehr bald zum Absterben. Fleißiges Bespritzen und gleichmäßiges Lüften in Kästen, sowie bawige Entfernung der Fenster von den Kulturen wird die Pflanzen bald gesunden lassen. Geschieht das Be­spritzen bei Sonnenschein, so müssen die Pflanzen hinter­her natürlich beschattet werden, um ein Verbrennen der­selben zu verhindern.

Eine große, wenn auch nur zeitweilig auftretende Plage für die Gemüsekulturen bilden Raupen, und sind es namentlich die des allbekannten Kohlweißlings, die die Kulturen bis zur Wertlosigkeit vernichten können. Hier hilft als einziges Radikalmittel nur regelmäßiges und tägliches Absuchen durch zuverlässige Arbeitskräfte. Die Raupen werden hierbei entweder mit behandschuhten Händen zerdrückt oder in glattwändige Behälter ge­sammelt und dann ins Feuer geschüttet. Alle Neben- mittel sind gegen Raupenplage illusorisch, und nur die Schuljugend kann sich durch Abfangen der Schmetter­linge verdient machen. Aber auch hierbei müßten sich zusammenliegende Ortschaften zu gemeinsamem Wirken vereinigen, um dadurch, den Flugkreis btefer Raupen- erzeuger überall unmöglich zu machen.

Arge, und bei häufigem Vorkommen wohl die ge­fährlichsten Kulturschädlinge sind die Maulwurfsgrillen (Erillotalpa vulgarias), die im Volksmunde auch Wer- ren, Riedwurm, Erdwolf oder Erdkrebs genannt wer­den. Sie siedeln sich besonders in warmen und lockeren Bodenarten an und richten unter den Pflanzenbeständen durch ihre bodenfurchenden und durMöchernden Gänge und die damit verbundene Wühlarbeit großen Schaden an. Es ist zwar auch von diesen Insekten festgestellt, daß die Annahme, daß sie sich von Pflanzenwuchs er­nähren, eine unhaltbare und irrige ist, mittelst ihrer kräftigen Beiß- und Schneidewerkzeuge richten sie in­dessen so viele Pflanzenleben zugrunde, daß die unnach­sichtige Tötung dieser vollauf berechtigt ist. Entsprechend ihrer gefürchteten Schädlichkeit fehlt es auch nicht an Auswahl von Mitteln, die für die Unschädlichmachung der Grillen empfohlen werden. Für den praktischen Er­folg wird aber immer das Aufsuchen und die Nach, grabung der Brutstätten das wirksamste Vertilgungs- mittel bleiben. Diese liegen in der Regel bis zu 50 Zentimeter tief in der Erde, sind flaschenartig ausge- hählt, mit glatten und festen Wänden versehen und ent­halten zur Brutzeit in den Monaten Juni—Juli bis zu 300 ziemlich große Eier, aus denen nach kurzer Zeit die Jungen schlüpfen. Auf diese Weise kann man sich den ungeheuren jungen Nachwuchs am besten vom Halse schaffen. Einzelne Tiere treibt man durch Zuführung von Wasser in die Gänge heraus, muß dann aber sehr schnell zu Werke gehen, um die überaus flüchtigen Tiere schnell zu töten. Schließlich haben sich auch auf der Land- fläche vertieft eingegrabene Schalen und längliche Be. Halter mit Wasser, in die Grillen bei ihren Wande­rungen hineinfallen, sowie unterhalb der Gänge auf­gestellte glattwandige und tiefe Blumentöpfe (natürlich mit geschlossenem Boden) als gute Fangmittel erwiesen. Auch mit frischem Pferdedünger gefüllte Gruben, in die sich die wärmebedürftigen Grillen insbesondere zur Winterszeit gerne verkriechen, werden mit Erfolg als Fangstellen benutzt, indem man den Dünger häufig aus der Grube nimmt, tüchtig durchschüttelt und hierbei die etwa vorgefundenen Schädlinge auf der Stelle tötet, s Jn Spargelkulturen richten die Spargelfliegen oder

Spargelkäfer in ihren verschiedenen Verwandlung­stadien zuweilen große Verheerungen an, da sowol die Larven als auch die Käfer die aufkommenden Spro sen benagen und späterhin auch die beblätterten Steng« hiervon nicht ausschließen. Diese Käfer legen zwische Blattwinkeln oder an anderen versteckt liegenden Pflar zenteilen ihre Eier ab, aus denen nach 5 bis 8 Tage kleine blaugrüne Raupen hervorgehen, die sich sozusage an allen Bestandteilen der Spargelpflanze großfressei Ihre Schädlichkeit ist daher sowohl bei Plantagen al auch bei jungen Unzuchten gleich groß, unb. es ist ga nichts seltenes, daß sie gerade die Anzucht junger Pflar zen bei einem Massenauftreten zur llnmöglichkei machen. Zur gründlichen Vertilgung muß man di Käfer während der Mittagszeit sorgsam und vorsichti absuchen, denn bei der leisesten Berührung lassen sie sii von der Pflanze fallen und sind im Erdboden wie vei schwunden. Auch die Raupen muß man auf diese Weis beseitigen. Nässe und Kälte sind die natürlichste Feinde dieser Insekten; auch hilft zuweilen ein Bi sträuen mit Tabakpulver oder Asche sowie wiederholte und ausgiebiges Bespritzen. Des ferneren ist es vm beugend ratsam, das abgestorbene Spargelkraut not dem Abschneiden sofort zu verbrennen, um hierdrin jede etwa vorhandene Brut dieser verderblichen SchA linge bereits im Keime zu ersticken.

Außer diesen angeführten gibt es nun noch ein ganze Anzahl kleiner tierischer Schädlinge im Gemüst bau, ihr Vorkommen ist jedoch kein so allgemeines un schadenbringendes, daß sich besondere Maßregeln z ihrer Vertreibung rechtfertigen. Es sind zumeist klein Larven und Würmer, weißliche und bräunliche klein Maden, die an Blatt- und Wurzeln der Pflanze schmarotzen, ohne diesen indessen für ihr Wachstum be sonders gefährlich zu werden.

Dagegen gibt es noch einige größere tierische Schäl linge, unter denen der Gemüsebau bezw. die Fruchtreif zuzeiten sehr zu leiden hat. Da ist beispielsweise de Maulwurf, der durch seine unermüdliche Wühlarbei zum Zwecke der Nahrungssuche für den Gärtner und Ee müsezüchter recht lästig und insbesondere durch das Aus werfen seiner charakteristischen Haufen jungen Aus saaten recht verderblich werden kann. Andererseits is er jedoch ein ausgezeichneter Jnsektenjäger und Vei tilger so vieler kleiner Pflanzenschädlinge, daß er ehe als ein Freund als ein Feind des Gartenbaues an gesehen werden muß. Insbesondere weiß er auch di gefährlichsten Grillen meisterhaft zu stellen, und schoi aus diesem Grunde ist seine Schonung geboten. Jeden falls ist es für den Gartenfreund nützlicher, den Maul wurf nur von bestimmten Stellen durch stinkende Oel und dorniges Gesträuch zu vertreiben oder abzuhalten als denselben abzufangen und zu töten, zumal sich aud die früher allgemein herrschende Ansicht, der Maulwur sei ein Pflanzenfresser, als eine irrige herausgestellt hat und daß sowohl Maulwurf wie Maulwurfsgrille, denen man in der Gefangenschaft Pflanzenkost verabreichte lieber elendiglich zugrunde gingen, als diese Nahrun« aufzunehmen.

Von wirklicher Schädlichkeit sind dagegen die Spitz und Wühlmäuse, sowie die Hamster, die Pflanzen zei- fressen und Früchte verschleppen und in Gemüseständeii und Ueberwinterungsräumen bisweilen kolossalen Scha< den verursachen. Ihre Fangmittel sind verschiedene! Art und abweichender Wirkung, sind indessen so all­gemein bekannt, daß sich hier deren Erörterung erübrigt

Ferner werden auch Hasen und Kaninchen zu ungc betenen Gästen im Gemüsegarten, indem sie sich an detz zumeist reichlichen Bestand an Kohlpflanzen nach Her zenslust gütlich tun oder auch im Winter den Einschlags gruben gelegentliche Besuche abstatten. Man fängt fi! in Schlingen oder Fallen, und, sofern es sich mit des jeweilig herrschenden Jagdgesetzen vereinbaren lW durch Abschießen. Vertreibungsmittel bilden in Steinöl getränkte Sügespäne, die man eventuell zwischen gc fährdete junge Kohlpflanzen ausstreut, da das AM diesem Geruch weit aus dem Wege geht.

Schließlich sind es noch Stare und insbesondere Sperlinge, die den Gemüsekulturen unter Umständet viel zu schaffen machen, und wo diese in Massen auK treten, ist es kaum möglich, ein Beet im Frühling HM zubringen, wie es auch zur weiteren Unmögliche wird, Hülsenfrüchte als Samen reifen zu lassen. Aus saaten dieser Art schützt man durch Üeberlegen vo> Gardinen, Ueberspannen dicht aneinander gereihte Fäden, durch helleuchtende Metallstücke, Aufstellen m Vogelscheuchen, Auslegen von in Kartoffeln gesteckte! Federn oder wehenden Federbüschen und was dergleiche Mittel mehr sind. Als besonders praktisch hat sich Erbsenaussaaten das vorherige Tränken mit Mennig bei ziemlich tiefer Aussaat bewährt, da einmal di Vögel den Menniggeruch nicht lieben und andererseii ein tieferes Legen die Möglichkeit bietet, sofern di Vögel die aufkommenden Keimlinge bei Erschwern» des Herausziehens abbeißen, daß die Pflanzen aus bei verschont gebliebenen Teile wieder neue Triebe hervol bringen und sich trotzdem kulturkrästig entwickeln. S fern sich Spatzenscharen zurzeit der Ernte einfinden, hili nur ein regelrechtes Abschießen, wodurch man sie vo bestimmten Stellen abzuhalten in der Lage ist.