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den Ton wahrnehmen. Bei Untersuchung der Maul­höhle findet man auf der Maulschleimhaut, besonders an der Oberlippe und an der Zunge erbsen- bis Hasel- nußgroße Blasen, oder — wenn die Blasen geplatzt find — wunde Stellen. Beim Auftreten der Klauenseuche wird den Tieren das Stehen und Gehen schwer, wes­halb sie gerne liegen. Der Gang ist gespannt und steif. Am Saume und in der Spalte der Klauen zeigen sich Blasen, die bald platzen und Krusten oder Geschwüre hinterlassen. Gar nicht selten treten gleichzeitig mit der Erkrankung des Maules oder der Klauen Bläschen oder Pusteln an den Zitzen auf. Bald platzen die Bläschen und an den wunden Stellen bilden sich Krusten, zuweilen stellt die ganze Zitze eine eitrige Fläche dar.

Periodische Augenentzündung der Pferde.

Bei der Entstehung derselben spielt die Vererbung eine bedeutende Rolle. Ein sehr großer Prozentsatz von Fohlenerblindungen ist der Verwendung erblindeter oder in der Erblindung begriffener Elterntiere zuzu- schreiben. Deshalb muß man bei der Auswahl der Elterntiere den Augen viel mehr Aufmerksamkeit zu­wenden, als dies bisher im allgemeinen geschieht und augenkranke Pferde von der Zucht ausschließen.

Aufblähen der Kälber

stellt sich sehr oft während der Säugezeit und beim Be­ginn des Abgewöhnens ein. Die Ursache ist meist das Vorhandensein von zu vieler Säure im Magen, dann aber auch falsche Zusammensetzung der Futtermittel. Oft auch wird während des Saugens zuviel Luft abgeschluckt und dadurch das Aufblühen veranlaßt. Tritt letzteres nur in einem vereinzelten Falle auf, so gebe man nur wenig bestes Wiesenheu und gekochte, mit Wasser ver­dünnte Milch und zwar alles in möglichst kleinen Quan­titäten 5—6 mal am Tage. Tritt das Aufblähen je­doch öfter ein, so verabfolge man kohlensaures Natron (15 Er.) mit Wachholderbeerenpulver (60 Er.) oder verbrannter Bittererde (12 Er.) mit gepulvertem Küm­mel (50 Er.) dreimal des Tages in je % Liter Pfeffer­minztee.

Schweinemast im Sommer.

Schon mancher Landwirt hat die unangenehme Er­fahrung gemacht, daß während der heißen Sommer­monate die bereits leidlich gemästeten Schweine nicht mehr zunahmen, sondern sogar im Gewicht zurückgingen. Es ist dies lediglich der Einwirkung der Hitze zuzu- schreiben, welche nicht nur die Freßlust herabmindert, sondern auch direkt die Tiere leichter macht. Man suche deshalb in den heißen Monaten die Stalltemperatur nach Möglichkeit abzukühlen. Zu diesem Zwecke be­sprenge man täglich zweimal die Schweine und den Stall mit kaltem Wasser. Wer über Eis verfügt, kann auch an der Stalldecke Gefäße mit Eis aufhängen. Be­sonderer Wert ist darauf zu legen, daß alle Stallfenster mit Säcken verhängt werden, und daß die Stalltüren in der heißen Mittagsstunde möglichst wenig geöffnet werden.

Erünfutter für Kaninchen.

Außer den verschiedenen Klee- und Erasarten soll man den Kaninchen als Erünfutter Löwenzahn, Bären­klau, spitzen und breiten Wegerich, Zichorie, Odermennig und Eänsedistel reichen. Diese bitteren und aromatischen Kräuter, die man an Wegrändern, Rainen, auf Oedungen, überhaupt überall auf dem Felde findet, ist das beste und gesundeste Erünfutter. Die Kaninchen fressen es mit Vorliebe und für tragende und säugende Häsinnen ist dies Futter unersetzbar. Man füttere es aber nur in frischem, trockenem Zustande, da nasses oder durch Liegen erhitztes Erünfutter Blähungen und Durch- fall verursachen, an welchen Krankheiten die Tiere leicht dahinsterben. Bei jeder Mahlzeit entferne man die von letzter Fütterung übrig gebliebenen Kräuter und Grä­ser und ersetze diese durch frische. Wer auf besagte Weise füttert, kann getrost größere Mengen Erünfutter reichen, ohne etwas Nachteiliges befürchten zu müssen.

Der Versand lebender Kaninchen.

Wer gleich mir schon einmal in der Lage gewesen ist, Kaninchen von auswärts beziehen zu müssen, wird eben­falls bereits die wenig erfreuliche Wahrnehmung ge­macht haben, daß die Behälter, in denen die Tiere zum Versand kommen, keinesfalls den Anforderungen ent­sprechen, die Kisten oder bergt haben sollen, in denen lebende Tiere Beförderung finden. Man ist tatsächlich manchmal erstaunt, wenn die Tiere in derart lose zu­sammengenagelten und leicht zerbrechlichen Versandbe­hältern heil und wohl am Bestimmungsort ankommen.

Wie sollen nun die Versandtbehälter beschaffen sein? Das ist die erste Frage, die sich aufdrängt und ich be­antworte sie dahin, daß sie einmal genügend groß und das anderemal auch fest sein müssen. Tiere in Be­hältern zu versenden, die so klein sind, daß sich die In- ias,en nicht bewegen können, ist eine Tierquälerei, wo­rauf immer und immer wieder hingewiesen werden muß. Der Grund, weshalb so oft ganz ungenügende Versandbehalter gewählt werden, ist nicht selten in einer Portoersparnis zu suchen. Das ist aber ein Sparen am

unrechten Platz, denn man muß sich immer vor Augen halten, daß der Schaden, der durch die Wahl unzu­reichender Versandbehälter unter Umständen entstehen kann, die kleine Portoersparnis weit übersteigt. Am besten eignen sich zum Versenden von Kaninchen stabile Kisten oder Werdenkörbe von angemessener Größe. Werden Kisten gewählt, so tritt an Stelle des Deckels ein Lattenrost, d. h. es werden Latten 1 Zentimeter voneinander entfernt aufgenagelt, auch engmaschiges Drahtgeflecht kommt für diesen Zweck in Frage. Ganz gleich ob Kisten oder Weidenkörbe gewählt werden, muß auf diese ein farbiger Zettel aufgeklebt werden, der in großer und deutlicher Schrift auf den Inhalt hinweist. Da Zettel mit dem Aufdruck „Vorsicht, lebende Tiere!" käuflich erhältlich sind, dürfte es sich empfehlen, diese zu benützen, umsomehr, als sie nur ein weniges kosten. Wo dieser Hinweis fehlt, ist es nicht ausge­schloffen, daß die Versandbehälter mit den lebenden Tieren in den Packwagen zu unterst kommen und dann mit allerhand anderen Sachen belegt werden.

Die Aufschrift der Aufklebeadresse und der Paket- adresse sei deutlich und genau, außerdem ist es not­wendig, noch folgenden Passus anzubringen: „Wenn Annahme verweigert, sofort zurück!" denn man weiß niemals, ob der Besteller, was namentlich bei Nach­nahmesendungen gilt, die Nachnahme auch einlöst. Als Beförderungsweg kommt lediglich die Post in Frage und es ist erfreulich, daß diese in neuerer Zeit verschärfte Bestimmungen über den Versand von lebenden Tieren inbezug auf die Wahl der Versandbehälter erlassen hat. Da die Beförderung lebender Tiere zur Sperr­guttaxe erfolgt, ist das Porto etwas höher als das für gewöhnliche Paketsendungen.

Als Einstreu gibt man den Tieren Streu und Heu, im Winter natürlich reichlicher als im Sommer. Außer­dem hängt man einige Brotreste, Rüben usw. in den Versandbehälter auf; Futter hineinzuwerfen, ist zwecklos.

Dort, wo die Tiere wie vorstehend angegeben, ver­sandt werden, werden auch die Klagen über schlechte Ankunft usw. verstummen und damit auch der Aerger und Verdruß aufhören, der naturgemäß die Folge ist. Beide, Käufer wie Verkäufer, werden jeder auf seine Weise zufriedengestellt und das ist doch schließlich die Hauptursache für die Abwicklung eines jeden Geschäfts.

Künstliche Vermehrung der Bienen nach der Volltracht.

Viele Imker, besonders Anfänger, verlangen Un­mögliches von den Bienen. Die einen wollen viel Schwärme, die anderen wünschen sich möglichst viel Honig. Aber beides zugleich verlangen, ist zu viel. Wer darum auf Schwärme züchtet, der möge nur gleich vom Anfänge an seine Erwartungen auf eine reiche Honigernte eindämmen. Jede Teilung des Bienen­volkes bedeutet eine Schwächung auf Kosten des Honig­ertrages.

Der Honigbienenzüchter muß sich vor allem eine wenig schwarmlustige Biene zulegen. Musterhaft nach dieser Richtung ist die deutsche Landrasse. Es erfüllt uns mit Freude, daß sich alle Bienenzeitungen des In­landes darin einig sind, der angestammten deutschen Biene wieder zu ihrem Rechte und Ansehen zu ver­helfen. Wir versprechen uns damit eine bedeutende Hebung der heimatlichen Bienenzucht. Krainer und Haidebienen gelten als Schwarmteufel und kommen bei Honigbienenzucht nie ernstlich in Betracht. Wenn aber einmal im Jahre die Verhältnisse besonders günstige sind — gute Tracht, warmes, feuchtes Meter — dann kommen auch die schwarmfaulen Rassen leichter zum Schwärmen, als uns im Interesse der Honiggewinnung lieb ist. Hat das Schwarmfieber einmal von einem Volke Besitz ergriffen, so helfen meist die tiefgehendsten Eingriffe nicht mehr. Das Zaubermittel, dem Schwarm­fieber vorzubeugen heißt Arbeit. Diese schaffen wir den Völkern, wenn wir ihnen rechtzeitig künstliche Wachs­zwischenwände zum Ausbauen einhändigen, also den Brutraum erweitern und von Zeit zu Zeit Waben mit reifer, ausnagender Brut aushängen und dafür Waben mit offener Brut, mit Eiern und Maden aus anderen Kolonien zuhängen. Völker, die viel offene Brut zu pflegen haben, verfallen äußerst selten auf Schwarm- gedanken.

Aber man möchte doch auch Schwärme haben, die Lücken am Stande wieder auszufüllen! Wir bilden uns Schwärme stets auf künstliche Art nach der Voll­tracht. Man mag einwenden, daß solche Schwärme nicht so vollwertig seien, als die durch den Naturtrieb der Völker abgestoßenen. Es mag etwas Wahres daran sein. Aber es stehen uns so viele Nachhilssmittel zur Verfügung, daß der kleine Nachteil wieder aufgehoben wird. Die künstliche Schwarmbildung hat auch noch den sehr ins Gewicht fallenden Vorteil, daß wir dabei in ganz ausgezeichneter Weise Wahlzucht treiben können. Nur von den allerbesten Standvölkern, die sich durch reichsten Honigertrag, durch mäßigen Schwarmtrieb, durch Langlebigkeit der Bienen und Sanftmut aus­zeichnen, wird nachgezüchtet.

Wenn die Tage der Volltracht vorüber und von den Völkern tüchtig ausgenlltzt sind, schreiten wir zur Arbeit. Nach der Volltracht gibt es auf den Ständen viel über­schüssiges Arbeitermaterial, das nutzlos in den Beuten hockt. Da wird nun fleißig gesammelt. Die Sache ist einfach: Wir richten uns einen gut gereinigten Kasten , zur Aufnahme des Kunstschwarmes her. Er ist mit einigen Rahmen mit künstlichen Mittelwänden oder schon ganz ausgebauten Waben ausgestattet. Das übrige Wabenmaterial entnehmen wir den stärksten Standvölkern.

Ehe wir zur eigentlichen Bildung von Kunst- schwärmen schreiten, entweiseln wir eines der besten Völker des Standes und veranlassen es zum Ansetzen von möglichst viel Weiselzellen. Wenn diese Zellen ge- deckelt sind, kann die eigentliche Arbeit beginnen. Wir nehmen aus blutreichen Völkern Brutwaben mit allen darauf sitzenden Bienen, jedoch ohne die Königin und hängen sie in den hergerichteten Kasten, alle Bienen sofort mit Zuckerlösung überbrausend. Die Brutwaben können verschiedenen Völkern entnommen werden. Immer sollen es Waben mit reifer, dem Auslaufen naher Brut sein. In der Regel genügen vier solcher Waben. Die noch fehlenden sind Honig- und Pollen­waben aus anderen Kolonien und künstliche Mittel- wände.

Das solcherart zusammengewürfelte Volk wird auf einen entlegenen Stand gebracht, damit sich die alten Bienen gut einfliegen und nicht mehr in das alte Volk, von dem sie stammen, zurückkehren können. Am dritten Tage nach der Bildung des Schwarmes erhalten die Bienen eine gedeckelte Weiselzelle eingeschnitten. Am nächsten Tage sehen wir nach, ob die Zelle angebaut ist. Wenn nicht, muß nach zwei Tagen eine neue einge­schnitten werden. Der Kunstschwarm wird, da er viel auslaufende Brut hat, bald sehr stark werden. Im Notfalle kann er nochmals durch Brutwaben aufge­bessert werden.

Wer die Bienen nicht aus einen entfernten Stand verbringen kann, der bilde sich als Kunstschwarm den Ableger.

Man nimmt vier reife Brutwaben mit allen darauf sitzenden Bienen und hängt sie in einen neuen Kasten, den man an den Platz des Muttervolkes verbringt. Alle Flugbienen fliegen darauf, weil sie den alten An- flug gewohnt sind. Aus einem Edel- oder Wahlvolke setzt man eine Bruttafel mit allen Brutstadien bei. I Wem aber aus einem erstklassigen Volke eine reife Weiselzelle zur Verfügung steht, schneidet diese in den Ableger um. Dabei muß vorsichtig zu Werke gegangen werden, damit die Zellen nicht verletzt werden, sonst würden sie nie angenommen. Ich rate, mit der Weisel­zelle ein vier Quadratzentimeter großes Wabenstück mit auszuschneiden. Die ganze Wohnung des Ablegers ist mit schon ausgebauten Waben einzurichten. Es wird auch gut sein, von Zeit zu Zeit einige Brutwaben aus den brutreichsten Stöcken nachzuhängen. — Eine andere Art dieser Kunstschwarmbiwung ist der Flugling. Diesen stellt man in der Weise her, daß alle Bienen von den Waben eines starken Muttervolkes in einen hergerich­teten Kasten abgefegt, oder abgekehrt werden. Er hat die alte Stockmutter, alle Bienen des alten Stockes und den alten Platz. Er muß neben leeren Waben künst­liche Mittelwände oder auch nur Wabenanfänge er- halten, damit er bauen kann. Das Müttervolk erhält einen neuen Platz am Stande, und wird die ersten Tage im Stocke getränkt. Demselben wird eine reife Weisel­zelle eingeschnitten.

Alle diese Kunstschwärme bedürfen einer genauen Ueberwachung, bis sie in richtige Eierlage eingetreten sind. Ebenso die Muttervölker. Wer die Sache richtig angreift, bringt die Schwärme stark in den Winter und wird im nächsten Sommer große Freude an ihnen er- . leben. Weigert, Kreisbienenmeister.

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Entnahme von Honig aus unbeweglichen Wohnungen.

Die An- und Aufsätze der unbeweglichen Wohnungen werden jetzt entfernt und der Honig darin an den Son­nenstrahlen ausgelassen, es wird dann dieser Honig gleichwertig wie der Schleuderhonig. Die Aufsätze wer- den nach dem Entleeren wieder leer aufgesetzt.

Den Nachschwärmen fange man die überflüssigen Königinnen ab und bringe i jede Königin auf einer Honigwabe mit einigen Bienen ? in ein Zuchtkästchen. Nach kurzer Zeit werden sie be- I fruchtet sein. Die Königinnen in Nachschwärmen sind ■ viel zu wertvoll, um sie verloren gehen zu lassen.

Abhalten der Königin vom Honigraume.

Teils um die Eierablage einzuschränken, teils um reinen Honig in weißen Waben ohne Blutenstaub zu gewinnen, trennt man den Brutraum von dem Honig- | raum. Damit sich die Königin nicht in diesen verlaufe, wird ein Schied- oder Absperrbrett zwischen den Brut- und Honigraum eingeschoben, durch welches die Arbeits­bienen einen Verbindungsweg haben, welcher aber von J der Königin selten benutzt wird. Auch sogen. Absperr-| gitter sind zu diesem Zwecke vielfach in Gebrauch. Die 8 selben gewähren nur den Arbeitsbienen Zugang nicht aber der größeren Königin und den Drohnen.