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D. R.-P. und D. R. G.-M.

Neueiungen und VerbüsierUngen

(Mit Abbiltunfl.)

Kartoffel-Erntemaschinen haben infolge der in allen Kulturländern wesentlich gesteigerten Kartoffel-Pro­duktion in den letzten Jahren eine enorme Verbreitung gefunden. Zahlreiche Systeme von Kartoffel-Ernte­maschinen sind deshalb aufgetaucht und das Jahr 1913 beansprucht besonderes Interesse hierfür. Der Arbeits­vorgang, also das Ausgraben der Kartoffeln mittelst Schar und seitliches Ablegen der Kartoffeln, ist bei allen Maschinen mehr oder minder der gleiche.

Die Kartoffel-Erntemaschine „Neu-Vulkan" weist Zwar in ihrer Arbeitsleistung die gleichen Merkmale auf, jedoch ist die Ausführung ihrer Konstruktion eine von den anderen Maschinen wesentlich abweichend ver­besserte und vervollkommnete, wie aus Nachstehendem ersichtlich ist. In der Arbeitsleistung unterscheidet sie sich auch insofern, als alle übrigen gebräuchlichen Ma­schinen nur „Ausgrabe"-Maschinen darstellen, während der „Xeu-Vulkan" tatsächlich als eine „Ernte"-Maschine bezeichnet werden kann, indem.er die Kartoffeln nicht nur ausgräbt, sondern erntet, also sammelt.

Das Wichtigste an einem jeden Kartoffelerntegerät ist bekanntlich der Ausgrabe- und Wurfmechanismus, und weist dieser bei den verschiedenartigsten Maschinen auch die verschiedenartigsten Variationen auf. Bei dem „Neu-Vulkan" ist das aus Prima Stahl bestehende Schar breit und muldenförmig gehalten, derart^ daß stets der ganze Kartoffeldamm unterfaßt' und _ gewendet wird. Die Regulierung des Flach- und Tiefgangs bei oeit verschiedenartigen Boden- und Pflanzenverhültmssen eine unerläßliche Bedingung für eine jede Maschine, erfolgt in einfachster und praktischster Weise, indem man, wenn das Schar tiefer gehen soll, den Scharhalter mittelst einer Schraube weiter runter schraubt oder wenn es flacher gehen soll, weiter hoch. Der Wurf­apparat ist in einem geschlossenen Rahmen doppelt — hinten uhb vorn — gelagert. Dadurch hat er einen be­sonders festen Halt, die Arbeitsweise wird ruhiger und gleichmäßiger und folglich wird die Lebensdauer her ganzen Maschine dadurch erhöht. Er besteht aus .> Gabeln mit je 3 Zinken und einer Winkelstahlschiene, die durch 2 fünfarmige zu einander schräg versetzten Gußscheiben von beiden Seiten angetrreben und geführt werden. Diese auffallend einfache und praktische Kon­struktion hat einmal den Vorteil, daß dadurch die hui zerbrechlichen hölzernen Führungsstangen over kompli­zierte und empfindliche Zahnradgetriebe vermieden stnd, und zum anderen besitzt diese zweckmäßige schräge Form und Führung der Gabeln.den Vorzug, daß der von dem Schar hochgehobene und gewendete Erdboden nicht wie bei anderen Maschinen durchschlagen wird, wodurchb Kartoffeln verletzt und mit dem Erdboden unnoffg n lt fortgeschleudert werden, sondern die Gabeln fassen wre ein Mann mit der Hacke grabend und hebend dahinter und zerstreuen sowohl den Boden als auch i11 toffeln. Durch die Winkelstahlschrene wird der Erdboden regelrecht verteilt und ein Zuruckgleiten der Karies tu die ^-urckie verhindert. Die Wurfgabelzinken sind leicht auswechselbar, ein unbeabsichtigtes Lösen wah­rend der Arbeit ist dagegen ausgeschlossen.

Als eine der wesentlichsten Verbesserungen und Ber- vollkomm nung des „Neu-Vulkan« zeigt sich die zweiteilige Auffangvorrichtung, die ein ^betten f zweckt Dieselbe ist nach jeder Richtung hin verstellbar, L es gerade die Verhältnisse erfordern und durfte m- f^l« neuartis™ Jtonftruttion überall Aus- sehen erregen.

! Weitere Verbesserungen sind der Kutschersitz, Ver- stellbarkeit der Spurbreite und Deichsel bezw. des Zugs, die Schmierung mittelst Staufferbüchsen, die Ausrüstung mit Krauträumer und Scheibensech und dem verbes-- serten Krauthaken, sowie die verbesserten schmiede­eisernen Aufsätze auf den Fahrrädern. Der Kutschersitz vervollständigt die Bequemlichkeit in der Bedienung des ; „Neu-Vulkan" vollends und ist durch die Mehrbelastung bei vielen Bodenverhältnissen noch von gutem Einfluß auf die gleichmäßige Arbeitsleistung. Durch die vier­fache Verstellbarkeit der Spurbreite und beliebige Ver- stellbarkeit der Deichsel wirrd ermöglicht, daß das Schar stets genau in die Mitte des Kartoffeldamms kommt und die Zugtiere stets zwischen den Reihen gehen. Durch die Staufferbüchsen sind sämtliche Lager- und Schmier- stellen staubfrei abgeschlossen und werden dadurch un­nötige Reibungsverluste vermieden. Die verschieden­artigen Krauträumer gestatten mit der Maschine auch ein Arbeiten in verqueckten Kartoffelfeldern und mit langem und grünem Kraut. Durch die schmiedeeisernen

Aufsätze kann mit der Maschine ohne die lästigen Trans­portreifen sowohl auf der Landstraße wie auf dem Acker gefahren werden und außerdem verhindern dieselben das Rutschen der Maschine; es kann somit auch an steilen Abhängen mit dem „Neu-Vulkan" gearbeitet werden.

Die Hauptlager des „Neu-Vulkan" sind als elastische Rollenlager ausgebildet, wodurch sich ein leichter Gang der Maschine ergibt und eintretende Stöße gemindert werden. Das Getriebe ist einfach mit günstiger Ucber- setzung und vor Krautumwickelungen geschützt. Die Aus- und Einschaltung desselben — und damit der ganzen Maschine — geschieht automatisch mit einem Handgriff. Sämtliche Teile der Maschine sind aus bestem und dauerhaftesten Material hergestellt, durch­gängig stark gehalten und leicht auswechselbar; die ge­samte" Bauart ist für größte Widerstandsfähigkeit und Dauerhaftigkeit berechnet; Reparaturen sind so gut wie ausgeschlossen. Die Arbeitsleistung des „Neu-Vulkan" resultiert aus seiner konstruktiven Vollendung unter allen Boden- und Krautverhältnissen als die beste von allem bisher Erreichten, indem laut amtlichen Prü­fungsbericht der D. L. E. aus dem Jahre 1910 sämtliche Kartoffeln von „Neu-Vulkan" rein und unbeschädigt ausgegraben und zum bequemsten Einsammeln seitlich abgelegt werden. Der „Neu-Vulkan" eignet sich sowohl für Groß- wie Kleinbetrieb.

Leistung pro Tag: 5—6 Morgen, Bespannung: 2 Pferde, Bedienung: 1 Mann, nämlich der Geschirrführer.

Ausführliche Drucksachen nebst hervorragenden Gut­achten aus allen Kreisen der Landwirtschaft und vielen Fachleuten sind von den Alleinfabrikanten Broch & Henschler zu Cassel kostenlos zu beziehen. Von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft wird die Maschine demnächst einer Hauptprüfung unterzogen.

Mlverlranlheiten m. Kälbersterbeo

Oft recht empfindliche Schädigungen werden in den Landwirtschaft und Viehzucht treibenden Betrieben durch das Kälbersterben hervorgerufen. Bald nach der Geburt erkranken munter zur Welt gekommene Kälber unter allen möglichen Krankheitserscheinungen und sterben binnen kurzer Zeit, trotz Behandlung und Pflege. Die Ursachen der meist zum Tode führenden Erkrankungen können mannigfacher Art sein und sind in den meisten Fällen am lebenden Tier nicht mit Be­stimmtheit zu erkennen, sondern nur auf bakteriolo- gischem Wege. Tritt plötzlich das Kälbersterben in einem Stalle auf, geben viele Besitzer dem Futter die Schuld, welches den Muttertieren, den Kühen, verab­reicht wird. Gewiß kann das auch in manchen Fällen zur Erkrankung der Kälber führen, sofern verdorbenes Futter, wie dumpfiges, mit Schimmelpilzen behaftetes Heu, erfrorene Hackfrüchte, verdorbene oder verfälschte Kraftfuttermittel, den Kühen verabreicht werden. Wie­derholt sich aber das Kälbersterben, d. h. fast alle ge­borenen Kälber erkranken und gehen ein, dann ist die Ursache der tödlich verlaufenden Erkrankung ein Ba- zillus, der in das junge Tier gelangt ist, und in kurzer Zeit tödlich wirkt, und übertragbar, also ansteckend ist. Ist der Krankheitserreger erst in das Tier gelangt, ist in den meisten Fällen eine Behandlung ohne Erfolg, also eine Heilung ausgeschlossen. Die ansteckenden Kälber- und Fohlenkrankheiten zerfallen in 3 Gruppen.

1. Gruppe: Lähme, Gliederwasser, Gelenkentzündungen und Leberabzesse (alle herrührend von Nabelinfektion mit örtlicher oder allgemeiner Blutvergiftung). 2. Gruppe: Durchfall, teils mit sehr raschem Kräftezerfall in den ersten Lebenslagen (Ruhr), teils abwechselnd mit Verstopfung und Blähungen, teils mit Unvermögen den Käsestoff zu verdauen (kreidiger Durchfall). 3. Gruppe: Ansteckende Lungenentzündung. — Die Ein­gangspforte für den Krankheitserreger beim neuge­borenen Kalbe ist die Nabelvene, welche nach dem Ab­reißen der Nabelschnur offen steht. Es ist wohl den meisten Viehbesitzern bekannt, daß bald nach der Geburt der Nabelstrang des neugeborenen Kalbes unterbunden und der Rumpf desinfiziert werden muß, aber dies allein genügt nicht. Der abgerissene Nabel heilt nicht schnell und deshalb ist für eine anhaltende Desinfektion der wunden Stelle zu sorgen und damit einer Infektion vorzubeugen. Am besten und vollkommensten wird das erreicht durch eine Plombe, welche ein Tierarzt Dr. Nllesch erfunden hat. Mittels dieser Plombe wird der wunde Nabelstumpf sofort nach der Geburt geschlossen und ist eine Infektion ausgeschlossen. Nabelplomben sind zu beziehen durch die Sanitätsindustrie A. G. Lörrach-Stettie» (Baden). — Das Mittel ist sehr billig, die Anwendung von jedem Laien leicht ausführbar und sollte es jeder Viehbesitzer immer zur Hand haben, um bei jeder Geburt bald anwenden zu können, denn vorbeugen ist immer sicherer und billiger als heilen.

' A. Pr.

Erkennungszeichen der Maul- und Klauenseuche im An­fangsstadium.

Beim Ausbruch der Maulseuche beim Rinde zeigt sich zunächst eine gewisse Abgestumpftheit und etwas Fieber. Bei Milchkühen ist zugleich die Milchsekretion oft verringert. Alsdann zeigt sich Geifern und Spei­cheln aus dem Maule und oft kann man bei kauender Bewegung des Kiefers einen eigentümlichen schmatzen-