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A Obst- u. Gartenbau W

;tt:brschadea an den Obstbäumen und deren Bekämpfung.

Von Franz Rochau-Berlin.

Keine der vielen Krankheiten, denen unsere Obst­bäume unterworfen sind, greift so an den Lebensnerv, wie die Krebskrankheit. Forschen wir nach der Ursache dieser Krankheit, so ist es nicht immer leicht, die Quelle zu finden, aus der sie entstanden ist. Oftmals wird es die Lage sein, auf die man beim Pflanzen der betref­fenden Obstsorte nicht genügend Achtgegeben hatte, des öfteren ist wohl auch unsachgemäße Behandlung schuld; zumeist aber sind es äußere Beschädigungen, die den Krebshervorrufen.

Ganz besonders das Kern- und Steinobst finden wir häufig vom Krebs befallen, und hier ist wieder der Apfelkrebs am häufigsten. Der Apfelbaum gedeiht am besten auf Böden mit tiefem Erundwasserstande, wo also das Grundwasser mindestens 1% Meter unter der Erdoberfläche des Bodens steht. Erhöht sich der Grund- wasserstand, so kümmern infolge der konstanten Nässe die Wurzeln der Bäume, und der Stamm fängt an kern- faul zu werden. Die leichteste Verletzung am Stamm ruft alsbald eine Verkümmerung der Kambiumschicht hervor, die zur Folge hat, daß der Baum an dieser Stelle keine Jahresringe mehr bildet. Diese Schicht wird in­folge Trockenwerdens und Aufplatzens der Rinde blos­gelegt und fällt einer langsamen Zerstörung anheim. Um die kranke Stelle bilden sich sogenannte Umwal- lungsränder, die mehr oder weniger als Anschwellung hervortreten. Sie haben das Bestreben, die entstandene Wunde zu schließen, und bilden an den Wundrändern reichlich „Callus", der durch seitliche Neubildungen auch allmählich die Wunde nach auß enschließt. Im Innern der Krebswunde schreitet jedoch die Verkümmerung der festen Holzschicht weiter fort, was sich im darauffolgen­den Frühjahre am deutlichsten dadurch zeigt, daß die im Vorjahre gebildete Rindenschicht über die Wunde auf- platzt und rissig wird. Trotzallodem ist der Baum be­strebt, diese aufs neue entstandene Wunde während des Sommers zu schließen, und dadurch entstehen jene Ge­bilde, die durch ihre Anordnung um den Krankheits­herd allmählich zu einem förmlichen Wulst werden.

Sind die Krankheitsherde im Anfangsstadium noch nicht zu sehr ausgedehnt, so wird es dem Baume noch alljährlich gelingen, seine Wunde zu schließen, wie unser Bild (Nr. 2) zeigt. Ist dies aber infolge zu großer Ausdehnung nicht mehr möglich, so haben wir das Bild einer halboffenen Wunde, die alle Jahre größer wird. Es gibt hiergegen nur ein Radikalmittel, das ist das Ausschneiden bei Wunde bis auf das gesunde Holz.

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Die Wunde wird alsdann mit dünnflüssigem Baum­wachs auf das sorgfältigste geschlossen. Zeigt sich den­noch ein weiteres Umsichgreifen des Krebses, so war der Rückschnitt entweder nicht genügend ausgeführt, oder die Wunde war nicht gegen äußere Witterungseinflüsse genügend gesichert. (Nr. 1.) Es ist dringend geboten, in diesen Fällen so früh wie möglich zum Messer zu greifen, und nicht erst mit allen möglichen Quacksalbe­reien, wie Lehmverband usw. anzufangen, denn nur durch schleunigen Rückschnitt der erkrankten Stellen kann der Baum veranlaßt werden, die Tätigkeit des Kam­biums zu erneuern und so die Wundränder auszuheilen.

Auch der Gummifluß am Steinobst, wie Aprikosen, Pfirsich, Pflaumen, Kirschen, ist zu den krebsartigen Krankheiten der Obstbäume zu rechnen; nur ist die Ent- stehungsursache hier meist eine andere. Ein Steinobst­baum darf nie im Winter zurückgeschnitten werden, sondern dies muß stets in einer Vegetationsperiode ge­schehen. Schneidet man im Winter z. B. einen größeren Ast ab, so kann bei diesen Bäumen die Wunde nicht an ihren Rändern eintrocknen und sich schließen wie bei den anderen Obstbäumen, sondern der Saft tritt an den Wundrändern im Frühjahr aus, was allgemein Harz- oder Gummifluß genannt wird. Oftmals öffnen sich dann auch am Stamm und den Aesten Stellen, aus denen der Saft in dichten Klumpen hervorquillt und zwar

ganz ohne ersichtbare Ursache. (Abb. 3.) Hiergegen hilft nach meiner Erfahrung das Gießen mit Salzwasser und stärkeres Salzstreuen im Wurzelgebiet des Baumes, welches leicht untergegraben, alsbald im Boden schmilzt und dem Baum die nötigen Salze zuführt, die er als Steinobstbaum zu seinem Aufbau und Gedeihen nötig hat. Auch das Ausschneiden jener Stellen, aus denen der Saft hervorquillt, ist mit Erfolg anzuwenden, nur verschließt man dann die Schnittstellen nicht mit flüs­sigem Baumwachs, sondern mit Holzkohlenteer, und bindet einen alten Lappen auf die Wunde. Man warte aber im Winter, wenn einmal die Rinde eines Baumes beschädigt und bloßgelegt wird, nicht bis diese Wunde brandig oder gar krebsartig wird, sondern man drücke die losgeplatzte Rinde sofort fest an den Stamm, nehme dünnen Lehmbrei und schmiere denselben dick darüber und verbinde dann die Stelle mit einem alten Lappen, worauf dann im Frühjahr die Rinde wieder glatt an- heilt und im Sommer die Wunde sich ausheilt.

Der Rhabarber.

Die größte Verbreitung hat dieses Gewächs wohl in England und Nordamerika gefunden, und es wird dort, nachdem man es sogar zur Weinbereitung verwendet, in großer Menge angebaut. In Deutschland erfreut sich der Rhabarber auch großer Beliebtheit, und die Blatt­stiele liefern auch tatsächlich ein wohlschmeckendes und dabei sehr gesundes Kompott. Neuerdings sind befon- ders die gebleichten Rharbarberstiele geschützt; man ge­winnt sie, indem man den Mutterstock im Frühjahr mit einem etwa 20 Zentimeter hohen Sandkegel umgibt.

Rhabarber liebt einen äußerst fruchtbaren Boden und velangt eine alljährliche starke Düngung. Feuchte, geschützte, aber doch sonnige Lage ist am geeignetsten. Der Anbau kann sowohl durch Samen, als auch durch das Teilen des Wurzelstockes erfolgen; letzteres ist das sicherste und wird im Herbst und im Frühjahr vorge­nommen. Der Boden ist vorher zu rigolen. Nachdem dann die Pflanzlöcher ausgehoben sind, tut man reich­lich Dung hinein; am besten eignet sich Abort-, Ge­flügel- oder Kuhdünger. Alsdann setzt man die Pflan­zen in einer Entfernung von 80—120 Zentimeter im Verbände so ein, daß der Keim gerade mit der Erd­krume abschließt; ein zu tiefes Pflanzen hat immer eine spätere Ernte zur Folge. Im ersten Jahre nach der Pflanzung wird nichts geerntet, damit der Wurzelstock sich erst gut entwickeln kann. Dafür wird außer häu­figer Düngung mit flüssigen Stoffen der Boden um die Pflanzen kaum herum unkrautfrei erhalten. Im zweiten Jahr beginnt die Ernte, und man kann pro Stock gut 30—35 Pfund Stiele erzielen.

Bei dem Abnehmen der Stengel ist besondere Vor­sicht und Sorgfalt erforderlich. Die ältesten Stengel bleiben stehen und nur die jungen, fast ausgewachlenen Stiele werden verwendet. Wichtig ist, daß man alle Blütenstengel, die sich zeigen, sofort möglichst tief weg- ühneidet. Wo ganze Beete mit Rhabarber bepflanzt wurden, kann man die Fläche im ersten Jahre durch andere Kulturen, z. B. Salat, Zwiebeln, Radieschen u. a. m. ausnützen; im zweiten Jahre darf diese Neben- nutzung aber nicht mehr erfolgen, weil dann diese Pflan zen sich auf Kosten des Rhabarbers entwickeln. Im ersten Winter soll man die Rhabarberpflanzen auch durch eine trockene Reisig- oder Strohdecke schützen; namentlich in schneeigen Wintern ist diese Fürsorge geboten. In späterer Zeit bedürfen die Rhabarberpflanzen keiner Deckung mehr, und man hat dann nur noch nötig, die Pflanzen zu düngen, reinzuhalten und ihrer reifen Stiele zu berauben. Eine Rhabarberanlage kann unter Umständen von unbegrenzter Dauer sein; die einzelnen Pflanzen zeigen es von selbst an, wann es Zeit ist, sie durch neue Wurzeltriebe zu ersetzen.

Raupenleim

darf niemals direkt aus die Rinde (namentlich junger,' glattrindiger Bäume) aufgetragen werden, sondern man muß vor dem Leimen stets „röten" (d. h. einen 10. bis 15 Ztm. und gleich breiten Gürtel entkorken).

Was können wir bei schlechter Witterung tun?

Wenn die Witterung nicht das Arbeiten im Frei n gestattet, so richten wir unser Augenmerk auf die Vor­räte an Baumpfählen, Bändern usw.: es läßt sich hier an schlechten Tagen viel vorbereiten. Wir schale spitzen, brennen und teeren die Vaumpfähle, welche i< ■ t • in den Forsten billig zu kaufen sind. Auch die Geräte i werden ausgebessert.

Das Aufbinden von Schlingpflanzen an Lauben, Spalieren, Gittern usw. sollte nicht in der Weise vorgenommen werden, daß diese überall glei: j mäßig damit bezogen sind; wenn das Eitterwerk ober i die Balustrade hier und da zum Vorschein kommt unb. dadurch etwas Abwechselung in das Ganze bringt, er­zielt man eine viel angenehmere und lebhaftere Bild. Wirkung. Besonders durch das lose Herabhängen ein­zelner Ranken über die Brüstung erhöht das Malerische den Eindruck. i

Anlage der Gemüsebeete.

Wo es möglich ist, sollten die Gemüsebeete immer etwas nach Süden abfallen und in ihrer Längsrichtung von Osten nach Westen angelegt sein, damit die Sonnen- strahlen in senkrechter Linie auffallen; um das Sonnen­licht voll ausnutzen zu können, wird man hochwachsende Stauden und Gemüse, z. V. Bohnen, auf dem nördlichen Beet anpflanzen.

Geflügelzucht

Perlhühner als Raupenvertilgor.

Wenngleich die Eierproduktion der Perlhühner nicht so groß ist wie die vieler anderer Hühnerrassen, so ist doch kaum ein anderes Huhn ein so fleißiger Futter, sucher wie das Perlhuhn. Unermüdlich sucht es im Garten und Feld Insektenlarven aller Art, so daß es einmal einer Zufütterung während des Sommers kaum bedarf, andrerseits durch Vertilgung der Schädlinge großen Nutzen stiftet. Neben dem anderen Geflügel empfiehlt es sich daher, in jeder ländlichen Wirtschaft auch einige Perlhühner zu halten.

Wie sollen Tauben gepaart werden?

Der gestrenge Winter hat nun bald ein Ende ge­funden und die Züchter mustern die Zuchttiere, um sie möglichst vorteilhaft zusammenzustellen. Die Lieb­haber edler Rassetauben nehmen jährlich im Herbst die Trennung der Geschlechter vor, damit die Tiere nicht auch im Winter zur Zucht schreiten können. Durch lange Isolierung der Geschlechter ist der Paarungstrieb natürlich sehr rege geworden, und selten mißlingt die vom Züchter vorgenommene Paarung; denn die Tiere, die während der letzten Zuchtperiode eine Ehegemein­schaft bildeten, sind sich gegenseitig fremd geworden. Aber nicht alle Rassezüchter können nach diesem Ver­fahren handeln, weil der nötige Platz, die Geschlechter getrennt unterzubringen, fehlt. Durch Zu- und Ver­kauf einzelner Tiere wird aber jeder Taubenzüchter in die Lage versetzt, in jedem Jahre neue Zuchtpaare zu- sammenzustcllen oder vorhandene umzupaaren. Daß dies nicht immer und oft nur unter großen Schwierig­keiten gelingt, ist eine Tatsache, die wohl jeder Züchter bestätigen kann. Jedenfalls ist es durchaus zu ver­werfen, Tiere, die bisher zusammengehört haben, ohne weiteres anders zusammen zu stellen. Ein Beispiel seltener Ehetreue liefern uns die Tauben, denn nur durch Tod oder gewaltsame Trennung lösen Tauben den einmal eingegangenen Bund. Dies muß auch bei einer Umpaarung vorhandener Tiere berücksichtigt wer­den. Jeder Züchter wird wohl schon beobachtet haben, daß bei Verlust des einen Tieres das andere tagelang auf der Suche ist. Trifft es sich, daß das eine Tier sich nur verflogen hat, so habe ich immer beobachtet, wie es sich bemühte, die verlorene Ehehälfte dem heimatlichen Schlage zuzuführen. Wenn wir jetzt ein Paar tren­nen und gleich darauf einen anderen Gatten geben, so wird in den seltensten Fällen das Paaren gelingen, es sei denn, daß sie wochenlang eingesperrt sind. Der Schmerz der Trennung haftet dem Tier an, und es kann sich so ohne weiteres nicht entschließen, eine neue Ver­bindung einzugehen. Gelingt dennoch die Paarung, nun so kann oft genug beobachtet werden, wie die alten Tiere sich wieder zusammenfinden, sobald sie auf den gemeinsamen Schlag kommen, die Arbeit war also ver­geblich.

Nach meinen Erfahrungen ist ein Verfahren, das dem Seelenleben der Tiere Rechnung trägt, hier mehr am Platze. Wenn ich eine Umpaarung vornehmen will, so trenne ich die Tiere so, daß sie 2—3 Tage jedes für sich einen Käfig haben, ohne ihnen die Möglichkeit zu geben, sich zu sehen. In dieser Witwenzeit über- winden sie den Schmerz der Trennung viel leichter, der Geschlechtstrieb wird reger, den man durch ein wenig Hanffütterung verstärken kann, und sie sehnen sich nach einem Lebensaefährten. Die Tiere sind schließlich froh, wenn ihnen ihr gegenteiliges Geschlecht, das vom Züch­ter bestimmt ist, zugesellt wird, und gehen, weil eine Wahl nicht vorhanden, die neue Verbindung ein, und selten wird es vorkommen, daß die Tiere sich wieder trennen, wenn sie weitere 3—4 Tage zusammen bleiben können; die Gefahr, auf dem Schlag die alte Liebste wiederzufinden, ist sicher überwunden, sie kennen sich nicht mehr; eine Ausnahme bestätigt nur die Regel. Wenn der Täuber zu wild und feurig ist, empfiehlt es sich, die Tiere erst nebeneinander zu stellen im Käfig, wodurch die gegenseitige Begier gefördert und die wil­den Triebe gezähmt werden, Verletzungen sind durch die Beißereien nicht ausgeschlossen. Sicher ist aber, daß eine derartige Maßnahme, Trennung der einzelnen Ge. schlechter auf einige Tage und dann erst Zusammen­stellen der Paare, weit eher und sicherer zum Ziele führt, als die allgemein sonst übliche Handhabung, die Paare zu trennen und auch gleich wieder zu verbinden.

Das Nönnchen.

Unter den verschiedenen Tümmlerarten nimmt das Nönnchen, was Schönheit anbelangt, wohl die erste