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Naisschrot und Milch. Besonders vorteilhaft wirkt dieses Futter bei Mastkaninchen, welche man im Alter von 4—5 Monaten rasch schlachtfähig machen will. Zu empfehlen ist hier auch die Fütterung würziger Kräuter, wie Pfefferminze, Wermuth, sowie die frischen Spitzen von Nadelbäumen, welche besonders gern gefressen wer­den und sehr gesund sind. Haben die jungen Kaninchen Hafer gefressen, so darf man ihnen nicht gleich Wasser reichen, da sie sonst gleich Trommelsucht bekommen. Bei dem in größeren Mengen verabreichten Grünfutter tritt leicht Durchfall ein, besonders wenn es die Tiere noch nicht ganz gewöhnt find. Dem beuge der Züchter vor, indem er trocknende Substanzen verabreicht, wie z. B. trockene Brotkrusten oder trockene Weizenschalen usw. Die trächtigen, wie säugenden Häsinnen sind fortgesetzt sehr gut zu füttern, die Ställe wenigstens alle acht Tage zu reinigen.

Die Ziege

bedarf nur geringer Pflege, doch lohnt sie eine gute Pflege reichlich und es wird in dieser Hinsicht noch viel an der Ziege gesündigt. Jetzt ist Baum und Strauch wieder frisch belaubt und hier findet die Ziege ihre liebste Nahrung. Vornehmlich liebt sie das Laub des Haselstrauches und der Hainbuche. Des Morgens und des Nachmittags treibe man die Ziege auf die Weide und benötigt dann dieselbe nicht mehr viel Futter. Man stecke ihr zu Hause noch etwas Dürrfutter zum Satt- fressen vor und reiche ihr gutes Getränk aus Kleien mit rohen Kartoffelschalen und etwas Palmkuchen. Rein­lichkeit im Stalle ist Hauptbedingung einer guten Zucht und soll derselbe alle drei bis vier Tage ausgemistet werden.

Das Geflügel

ist für Grünfutter äußerst dankbar und bedarf es des­selben sowohl für die Ernährung als für seine Gesund­heit. Hühner- die keinen Auslauf haben, müssen Som­mer und Winter hindurch einen Zusatz von Grünfutter erhalten. Ein Zusatz von Körnern genügt aber nicht, da diese zwar Stärkmehl, aber zu wenig Eiweiß ent­halten. Die Tiere müssen also auch Fleischabfälle, ab­gerahmte Milch, Käse oder Quark oder ein gutes Fleisch­futtermehl erhalten. Für reines Wasser sei stets ge­sorgt. Gegen das Auftreten der Läuse und Milben wurde schon mehrfach die Ausstreichung der Ställe mit 4proz. Karbolpixol empfohlen.

Der im Frühjahr häufige Pips der Hühner ist entweder eine Luftröhrenentzündung oder ein Ka­tarrh der Nasenschleimhaut. Man halte die kranken Tiere warm, fette Schnabel und Zunge öfters ein, gebe als Weichfutter in Wein geweichtes Brot und Wasser, in welchem man ein paar Messerspitzen voll Tannin löst. Den Ausfluß der Augen wasche man mit lauwarmem Wasser ab, in welchem man pro Liter eine Messerspitze voll Zinkvitriol löst.

Am Bienenstand

wird bei schwachen Völkern noch gefüttert, besonders wenn die Tracht durch kaltes und nasses Wetter beein­trächtigt wird. Gerade jetzt unterstützt man hierdurch die starke Entwickelung der Brut unb hat zur Honig­trachtzeit dann starke Völker. Zur Verstärkung schwacher Stämme hänge man beim Mobilbau Waben mit aus­laufender Brut bei. Die Feinde der Bienen sind zu beobachten und zu vernichten. Auf die Verbesserung der Bienenweide muß ständig Bedacht genommen werden.

Zur Düngung der Wiesen.

Der sachgemäßen Pflege von Wiesen und Weiden sollte der deutsche Landwirt mehr als bisher sein Augen­merk zuwenden; denn je besser diese sind, um so kräf. tigeres und schöneres Vieh können wir ziehen, desto mehr streben wir dem Ziele zu, auch in der Fleischver­sorgung unabhängig vom Ausland zu werden. Von einer guten Wiese verlangt der Landwirt einen ge- mischten Bestand von verschiedenen Gräsern und Klee­arten; dieses Ziel erreicht er aber nur durch eine sach­gemäße Düngung. Wie die Praxis lehrt, ist besonders eine Kali-Phosphatdüngung bei Wiesen am Platze, namentlich dann, wenn letztere den Sommer über durch Trockenheit leiden oder nicht genügend bewässert werden können. Das Kali verabreicht man am besten in den billigen Kalirohsalzen; diese in Verbindung mit Tho­masmehl oder Superphosphat fördern den Wuchs der Kleearten, welche ihrerseits für die Herbeischaffung des nötigen Stickstoffs aus der Luft sorgen. Aus diesem Grunde ist nur eine schwache Stickstoffdüngung nötig, die vorzugsweise durch Jauche zu erfolgen hat. Fehlt letztere oder handelt es sich um Aufbesserung gänzlich verwahrloster Wiesen, so verwende man entweder Chili- salpeter oder schwefelsaures Ammoniak (ca. 120 bis 150 Kilo pro Hektor = 4 preußische Morgen). Jnbe. tresf der Mengen von Kali- und Phosphatsalzen, die für die Düngung der Wiesen in Frage kommen, muß unterschieden werden zwischen '^-r^n, sandigen und

moorigen Wiesen. Lehmige Wiesen düngt man mit 500 bis 600 Kilo Kainit oder 200 Kilo 40 % Kalidüngesalz neben 400 bis 500 Kilo Thomasmehl; sandigen Wiesen verabreicht man 800 bis 1000 Kilo Kainit und 600 bis 800 Kilo Thomasmehl, während moorige Wiesen eine Düngung von 800 bis 1000 Kilo Kainit und 600 bis 800 Kilo Thomasmehl erhalten. Die Mengen beziehen sich auf 1 Hektar. An Stelle der Kainitsalze kann man bei moorigen Wiesen auch zweckmäßig das 40 % Kalidünge. salz geben, etwa 250 bis 300 Kilo; letzteres sollte namentlich bei später Frühjahrsanwendung benutzt wer­den. Der Nutzen einer Kali-Phosphatdüngung macht sich insbesondere auch bei sauren und moosigen Wiesen be­merkbar, falls dieselben zweckentsprechend entwässert und mit geeigneten Wieseneggen tüchtig bearbeitet wur­den. Bald verschwinden Moos und saure Gräser, wäh­rend an ihre Stelle süße Gräser und wertvolle Kleearien die Wiesenfläche bedecken.

Starke oder schwache Saat?

Die Stärke der Saat richtet sich nach zwei Umständen, einmal darnach, ob der Boden ein gutes oder schlechtes Verhalten zum Wasser zeigt, d. h. ob er leicht austrocknet oder nicht und zweitens, ob er reich ist an Nährstoffen. Ein reicher Boden, welcher imstande ist, die einzelnen Pflanzen groß und üppig gedeihen zu lassen, muß mit schwacher Saat bestellt werden, denn jede einzelne Pflanze braucht zu ihrer üppigen Entfaltung mehr Raum, wie eine schwächliche. Auf armem Boden hin­gegen ist stärkere Saat angezeigt, denn der geringe Ge­halt an Nährstoffen vermag nicht so große Pflanzen- exemplare zu ernähren. Andererseits vermag feuchter, stark wasserhaltender Boden eher eine starke Saat zu vertragen wie trockener. Denn je mehr Pflanzen auf ein und derselben Fläche stehen, desto mehr Wasser ver­dunsten sie. Würde man also an sich trockenen Boden zu dick besäen, so könnte besonders in ttockenen Jahren die Wasserverdunstung leicht eine für den Boden zu starke sein und eine Mißernte hervorrufen. Aus dem Ge­sagten kann man die Regel folgern: armen, stark wasser- haltenden Boden besäe man dick, reichen, trockenen Boden besäe man dünn. Diese Vorschrift wird sich natürlich noch nach den besonderen Umständen zu richten haben, wie ja in der Landwirtschaft überhaupt ein- für allemal gültige Regeln nicht zu geben sind.

Die Bildung einer harten Kruste

des Bodens muß verhütet werden. Ist eine solche aber dennoch durch den Einfluß der Witterung entstanden, so muß'sie durch Anwendung der Walze vor oder nach dem Aufgehen der Pflanzen, oder durch Gebrauch der Egge bei solchen Pflanzen, welche bereits so stark ein­gewurzelt sind, daß die Egge sie nicht mehr ausreißen !ann, gebrochen werden.

Die Stute

muß während ihrer Trächtigkeit möglichst gleichmäßig gefüttert werden. Man verfalle niemals in den so häufig begangenen Fehler, trächtige Tiere erst in den letzten Wochen der Schwangerschaft „derb zu füttern", damit „gute Milch" erzeugt werde. Das rächt sich stets: eine substantiöse und zu fette Milch ist stets ungedeihlich.

Ein probates Mittel zur Vertilgung der Läuse bei

Bei der Auswahl der Pferde

für Zuchtzwecke gelten folgende Regeln: 1. Klarheit über Zweck und Schlag der Zucht. 2. Aeußerste Pein- lichkeit betreffs Gesundheit und Frische. 3. Gute Form, kein Pferd ist jedoch fehlerlos, also kleine erkannte Fehler mitnehmen, wenn nur die guten Eesamteigen- schaften und bei Kauf der Preis es zulassen. 4. Gute Abstammung auch betreffs Leistung der Voreltern in ihrem Beruf.

Die Kuh als Zugvieh.

Es gibt keine größere Verschwendung, als wenn auf ganz kleinen Bauernwirtschaften zur Bewältigung von Ackerarbeit ein oder gar zwei Pferde gehalten werden, trotzdem diese Arbeit sehr wohl von den Milchkühen nebenbei geleistet werden kann. Werden die Kühe da­bei nur schonend und gut behandelt, so ist nur ein ge­ringer Verlust an Milch durch die Arbeitsleistung. Zu­mal, wenn den Kühen dafür etwas reichlicher Futter ge­geben wird. Schon mancher Bauer ist durch den törichten Stolz, nur mit Pferden arbeiten zu wollen, um Haus und Hof gekommen!

Verfüttert keine geleimten Kartoffeln.

Der Landwirt hüte sich, gegen das Frühjahr in die Keime treibende Kartoffeln mit diesen Austrieben zu verfüttern, beziehungsweise mit den Keimen zu dämpfen. Die Kartoffeln müssen also vor dem Füt­tern oder Dämpfen sorgfältig abgekeimt werden, denn die Keime, die am besten verbrannt werden, enthalten Solanin, ein böses Gift, besonders für Rindvieh. Tiere welche solches Futter bekommen, verlieren die Freßlust

und stehen mit hängenden Köpfen und ste ;, ausge­spreizten Beinen an der Krippe, die Augen stierer, ins Leere und der Puls goht sehr rasch; sie sind ver­giftet! Beim Gehen taumeln sie, brechen öfter in den Sprung- und Fessalgeleniken zusammen und stürzen, wie von schwerem Rausch befangen, kopfüber. Außer dem Verwerfen bei Kühen kommen bei Verfütterung gekeimter Kartoffeln noch Aufblähung, Durchfall und Kolik vor.

Schweine«

ist Milchrahm, welchen man mittelst einer Bürste auf das Schwein aufträgt; nach ca. % Stunde find sämt­liche Läuse tot. Das Einbürsten ist alle 2—3 Tage zu wiederholen und kann man sicher sein, das Ungeziefer ohne jede schädliche Nebenwirkung und ohne besondere Kosten vertilgt zu haben.

Räude i« den Schafherde«.

Bei den Schafen tritt die Räude fast immer als Herdenkrankheit auf. Zunächst entstehen kleine, flache, juckende Knötchen von blaßgelber Farbe, auf welchen sich meist kleine Bläschen bilden; sie bedecken sich bald mit Schuppen und Krusten, womit sich die gelockerte Wolle abhebt. Bei geschorenen Schafen bildet sich eine dicke, trockene Kruste auf der angeschwollenen Haut. Es ent­stehen durch Reiben und Kratzech wollelose Stellen, häufig auch Entzündung. Durch Vernachlässigung tritt häufig Abzehrung und schließlich auch der Tod ein.

Der Speichelfluß der Kaninchen

ist eine Krankheit, die von feiten des Pflegers der denk, bar größten Aufmerksamkeiten bedarf. Bei diesem Lei­den läuft den Kaninchen der Speichel aus dem Maul, näßt die ganze Schnauze und oft einen Teil des Halses und der Brust. Anfänglich hell und wässerig, wird er bald Uelb und von dicker Konsistenz. Die Ursachen sind: dumpfige, unreine oder zu wasserreiche, grüne Nahrung, besonders Kohl- und Rübenblätter. Haupt­sächlich werden die Jungen von diesem Uebel heim­gesucht; bei ihnen ist es jedoch, wenn gleich im Beginn dagegen eingeschritten wird, nicht besonders bedenklich. Größere Gefahr liegt vor, wenn ältere Tiere davon er­griffen werden. Behandlung: 1. von jungen Tieren: Täglich zwei- bis dreimal Eintauchung von Maul und Nase in eine lauwarme Lösung von 20 Gramm zer­fallenem Allaun in % Liter Wasser; wenig oder gar kein Grünfutter reichen; 2. bei älteren Tieren: dasselbe wie vorher, dazu täglich einmal Eingeben einer Messer­spitze Glaubersalz und Schwefelpulver und damit fort­fahren, bis Besserung eintritt.

Wie verfährt die Biene beim Nektarsammeln?

Um diese Frage zu lösen, färbte ein Imker ver­dünnten Honig mit Karmin tiefrot. Als er nun an einem Stock etwas Räuberei hatte, verstopfte er das Flugloch und stellte den Teller mit dem gefärbten Honig auf das Flugbrett des betreffenden Stockes. Kaum hatte sich ein Räuber am Rande des Tellers nieder­gelassen, so drückte er ihn tot. Da fand er nun in den allermeisten Fällen, daß in der Honigblase nicht eine Spur von der roten Honigflüssigkeit vorhanden war, dagegen war der Inhalt des Chylusmagens von der. selben tiefrot gefärbt, ja die Flüssigkeit war in vielen Fällen schon bis in den Hinteren Teil des Chylusmagens gedrungen. — Man erkennt daraus, daß Honig- und Chylusmagen selbständig funktionieren und daß die Biene beim Nektarsammeln zuerst den Chylusmagen, den Verdauungsapparat, mit Nektar versorgt. Sie sorgt also zuerst für ihre Ernährung, und trägt erst den Ueberschuß in der Honigblase nach Hause.

Geflügelte Bienenfeinde.

Es gibt unter den Vögeln, die man sonst zu den nützlichen rechnen muß, solche, die eine ganz besondere Liebhaberei für die Verspeisung von Bienen zeigen. Einige sind wegen dieser Liebhaberei schon durch den Namen gebrandmartt, z. B. die Familie der Bienen- fresser (Merope»), die, wenn auch selten, auch in Deutsch­land brüten, besonders in den südöstlichen Teilen des Landes, ferner der Wespen-, Bienen- oder Honig- Bussard, der über ganz Europa mit Ausnahme des äußersten Nordens verbreitet ist. Der Fliegenschnepper, der kleine Buntspecht, das Rotkehlchen, der Hausrot- schwänz, die Bachstelze und auch der Spatz führen sich zu gewissen Jahreszeiten gerne ein Vienchen zu Gemüt. Besonders aber ist die Meise im Winter den Bienen­stöcken gefährlich. Sie setzt sich an den Eingang, klopft mit dem Schnabel gegen die Wand, bis die Bienen in­folge der Störung herauskommen und schnappt sie dann weg. Ein wahrer Plünderer der Bienenhäuser ist der Grünspecht, der geradezu in sie eindringt und nicht nur die Bienen, sondern auch den Honig verzehrt. Am wenigsten sollte man es aber vom Storch glauben, daß er unter den Bienen haust wie ein Vandale. Man hat zuweilen bis zu 400 Gramm verschluckter Bienen in seinem Kröpf gefunden.