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durch an Kosten noch bedeutend gespart wird. Nach meinen Erfahrungen empfiehlt sich die Anwendung der Schwefelkalkbrühe kurze Zeit vor Ausbruch der Knospen, wozu wir eine Lösung von 1: 3 benutzen, also ein Teil Brühe und drei Teile Wasser; diese Stärke genügt voll­ständig. Die zweite Spritzung nehme man nach Abfall der Blütenblätter, die dritte eventl. bei Walnutzgröße der Früchte in einer Stärke von 1: 35 vor. Die im Winter verabfolgte Spritzung wird gleichzeitig auch die gefährlichen Schildläuse vernichten.

Mein Wunsch geht nun dahin, daß jeder an seine Stelle den Kampf gegen die gefürchtete Schorfkrankheit auf nimmt, damit es uns gelingen möge, des Fusikla- d -'ins Herr zu werden.

Wie lange darf man eine Hopfenpflanzung benutzen?

Die Antwort lautet einfach: so lange ihr Ertrag reichlich ist. Die Zeit, wie lange dies währt, hängt — einen kräftigen Boden vorausgesetzt — zum größten Teil von seiner Tiefe ab. Eine erwünschte Bodenttefe wird entweder durch das Rigolen, durch Erdaufführen oder durch öfters wiederkehrende Ueberschwemmungen er­reicht. Bringen diese keine fruchtbare Erde, so muß auf jede Ueberschwemmung eine starke Düngung folgen, um die obere aufgeschwemmte Erde wieder mit den nötigen Nährstoffen zu versehen oder die vorhandenen löslich zu machen. Daß bei einer solchen Erhöhung des Bo­dens auch die Pflanze durch Stehenlaffen von 2—4 Augen des vorjährigen Triebes erhöht werden muß, ist begreif­lich. Das gewöhnliche höchste Alter der Hopfengärten ist 20—30 Jahre, vorausgesetzt, daß Tiefe, Fruchtbarkeit und Trockenheit des Bodens usw. entsprechen.

Hat man Kartoffeln, unter denen sich süßfchmeckende, vielleicht auch einzelne erfrorene, befanden, eingemietet, um sie noch zur Saal verwenden zu können, so ist es geboten, diese Mieten fleißig und sorgfältig zu beobachten, denn die erfrorenen Kartoffeln gehen sicher in Fäulnis über und stecken dann die gesunden ebenfalls an, wenn nicht rechtzeitig ein Durchlesen und Aus- iondern der faulen und der nassen Kartoffeln stattfindet. Sehr empfehlenswert ist es, die zur Saat verbliebenen Kartoffeln im Frühjahr recht luftig aufzubewahren, da sie so am besten gegen Bakteriensäule geschützt sind. Die dann bis zum Auspflanzen gesund gebliebenen Knollen können ohne Bedenken, daß sich darunter noch nicht- keimenide befinden sollten, zur Aussaat benutzt werden.

Das Walzen nicht vergessen!

Es ist von bestem Einfluß auf Saaten, die aufge­froren sind. Hier kommt es darauf an, die Pflanzen- wurzeln möglichst bald wieder in festem Zusammen­hang mit dem Erdboden zu bringen. Ein Walzen der Saaten nach dem Winter wird besonders bei Feldern in tiefer Lage und auf Humus- bezw. Moorboden an­gezeigt sein.

Huflattich

wird dadurch sehr leicht vertilgt, daß man denselben mit einer stärken Schicht Stroh, Spreu, Schweinemist oder irgend einem anderen passenden Material bedeckt und ihn dadurch sozusagen erstickt; dies Verfahren muß aber angewendet werden, sobald der Safttrieb erfolgt.

Wollen wir Tiefkultur treiben,

ist es ohne Heraufarbeiten von Wild-Erde nicht möglich, wenn seither flach gepflügt wurde, und, wenn es nicht Kies oder Leite ist, kann diese Wild-Erde nichts schaden, da sie sich verbessert.

Der Sumpi-Schachtelhalm.

Die Wiesen sind mit Recht als die wertvollsten Be­standteile eines landwirtschaftlichen Grundstückes be­zeichnet worden, denn sie liefern durch ihre zwei oder gar drei Grasschnitte ein schätzenswertes Winterfutter und gestatten nach der letzten Heuernte auch noch eine längere Hutung. Leider ist dies nicht bei allen Wiesen der Fall, bei manchen Flächen ist vielmehr das Gras oder Heu derart minderwertig, daß es wohl als Füll-, nicht aber als Kraftfutter gelten kann. Manche Wiesen werden von dem Vieh sogar hartnäckig gemieden, und zwar sind es alle diejenigen Flächen, auf denen sich der Schachtelhalm eines fröhlichen Gedeihens erfreut. Sein Vorkommen läßt immer auf stauende Nässe im Unter­grund des Bodens schließen und diese ist geradezu eine Existenzbedingung für den Schachtelhalm.

Dieses Unkraut ist für unsere Haustiere sogar schäd­lich, denn die Halme haben einen großen Gehalt an Kieselsäure und diese reizt die Darm- und Magen­wände oft in so hohem Maße, daß gefährliche Entzün­dungen dieser Organe entstehen können. Schon aus diesem Grunde ist es eine unerläßliche Pflicht des Land­wirts. diese Pflanze zu vertilgen. Auf den Ackern

kann dieselbe ja nie so uberyand nehmen, da ihre Ent­wicklung durch das wiederholte Pflügen, Eggen und Grubbern sehr zurückgehalten wird. Auf den Wiesen kann aber die Wucherung wegen der geringen Bear­beitung der Oberfläche und auch wegen der Zählebigkeit des Unkrauts fast gar nicht verhindert werden.

Die einzige Möglichkeit, den Schachtelhalm zu ver­nichten, ist in der Entwässerung des Bodens mittels der Drainage oder durch ein anderes zweckmäßiges Ver­fahren begründet. Man wird am schnellsten zum Ziele kommen, wenn die Wiesenfläche nach vorgenommener Drainage umgebrochen und mehrere Jahre lang als Ackerboden bewirtschaftet wird. Auch ein dichter Stand hoher Kulturgewächse, sowie eine dichte und unverletzte Grasnarbe hemmt das Durchbrechen der senkrecht auf­steigenden Triebe. Es ist hier wie bei allen anderen Unkräutern, indem üppig wachsende hohe Gewächse dem niederen Schachtelhalm Licht, Luft und Nahrung ent­ziehen und so dessen Ruin verursachen.

Um nun einen solch üppigen Wuchs der Kultur­pflanzen zu erzielen, ist es nötig, der zu reinigenden Fläche eine besonders starke Düngung zuteil werden zu lassen und es ist eigentlich sonderbar, daß reichliche Düngung, sorgfältige Bearbeitung des Bodens und gute Pflege desselben die ärgsten Feinde der Unkräuter sind. Am wirksamsten hat sich gegen den Sumpf-Schachtelhalm eine starke Kalk- und Mergeldüngung erwiesen. Natür­lich muß eine systematische Entwässerung vorherge­gangen sein. Gegen stauende Nässe kann der genannte Dünger nicht ankämpfen; durch dieselbe werden seine wirksamen Säfte aufgelöst und zwecklos gemacht. Ohne eine vorherige Entwässerung nützt auch das mancherseits empfohlene Befahren der Wiesen mit einer starken Schicht Sand oder Erde nichts. Der Schachtelhalm fin­det auch durch die stärkste Schicht seinen Weg nach oben und er langt auch meterweit nach unten, um sein Lebenselement.— das Wasser — aus dem Untergründe zu saugen.

Will man einen Boden zu der gleichen Frucht kalken x und Superphosphat gleichzeitig anwenden,

"o müssen beide Düngungsmaßregeln zeitlich von ein­ander getrennt ausgeführt werden. Würde man z. B. heute kalken und wenige Tage darauf den frisch gekalkten Acker mit Superphosphat düngen, so würde allerdings an denjenigen Stellen, wo im Boden Kalk und Super­phosphat-Teilchen zusammentreffen, eine chemische Um­setzung dieser Stoffe erfolgen und dabei phosphorsaurer Kalk entstehen. Damit aber würde die wasserlösliche Phosphorsäure zu schnell im Boden absorbiert (ge­bunden) werden und zu früh ihre Leichtlöslichkeit und Fähigkeit zum Wandern in der Ackerkrume und damit ihre schnelle Wirksamkeit verlieren. Dieser Vorgang ist aber nicht zu befürchten, wenn zwischen der Kalk­düngung und der Düngung mit Superphosphat mehrere Wochen oder gar Monate liegen.

Beim Kartoffelbau kommt es zur Erzielung höchster Erträge in erster Linie auf die Sortenwahl an.

Die Erfahrung, daß eine bestimmte Sorte unter ihr zusagenden Verhältnissen eine Reihe von Jahren gute Erträge liefert, dann aber allmählich im Ertrage zu- rückgeht, legt es nahe, von Zeit zu Zeit Saatgutwechsel eintreten zu lassen, zumal unsere Kartoffelzüchter be­strebt sind, neue hochertragreiche Sorten zur Verfügung zu stellen und die Auswahl durch die verschiedensten Anbauversuche erleichtert wird.

Das Ausstreuen von Chilisalpeter

zu Zuckerrüben als Kopfdüngung ist mit dem zwei­reihigen Chilistreuer dem Streuen breitwürfig vorzu- ziehen, da man für den Morgen 25—30 Pfund sparen kann, und der Chile beim Streuen mit der Maschine regelmäßig an die Rüben verteilt wird, was mit der Hand breitwürfig nicht der Fall ist. Die Leistungen beim zweireihigen Streuer sind sehr verschieden, je nach dem Terrain, ob bergig oder eben. Für den Tag bei 10= bis 12 stündiger Arbeitszeit leistet eine Person bei trockener Witterung 8—12 Morgen.

Die Distelvertilgung

auf Feldern, Rainen, Wegen, Erabenrändern usw. sollte in jeder Gemeinde allgemein eingeführt und zur Pflicht gemacht werden, da nur durch das Vorgehen sämtlicher Grundbesitzer Abhilfe geschaffen werden kann. Das sicherste Mittel ist immer noch das Ausstechen der Pflanzen, später das Abschneiden und Vernichten der Distelköpfe vor der Reife, damit der Samen nicht ver­breitet wird. Das Tiefpflügen auf stark verunkrauteten Aeckern hat nur dann nachhaltigen Erfolg, wenn die Distelwurzeln gesammelt und verbrannt werden. Eine Hauptsache ist ferner eine sorgfältige Reinigung des Saatgetreides und Kleesamens. Alle Maßnahmen werden wirkungslos, wenn immer wieder durch die Saat Unkrautsamen mit auf den Acker kommt.

Zur Düngung von lehmigen Sandboden verwendet man am vorteilhaftesten Thomasschlacke. Zu Superphosphat ist nur dann zu raten, wenn der Boden in hoher Kultur und reich an Humus ist.

Viehzucht

Salzbedarf der Tiere.

Der regelmäßige und öftere Salzgenuß der Tiere, besonders der Pflanzenfresser, ist für die Erhaltung ihres Wohlbefindens von unbedingter Notwendigkeit. Der Beweis dafür läßt sich damit liefern, daß Tiere, die in der Wildnis leben, instinktiv meilenweit nach Salz­quellen, Salzauswitterungen, Salzlagern oder an das Meer laufen, um sich dieses Nahrungsmittel zu ver­schaffen. Es ist ferner an Pferden, Rindern, Schafen und Schweinen nachgewiesen worden, daß der Fleisch­ansatz, wie überhaupt das Fortkommen beeinträchtigt wird, wenn man ihnen das Salz entzieht. Auch auf das Fell macht sich eine nachteilige Wirkung geltend, es wird rauh und trocken.

Das nächtliche Stampfen der Pferde

mit den Hinterfüßen entspringt einem Juckgefühl an den unteren Teilen der Hinterbeine, daß in der Haut seinen Sitz hat und auf Anwesenheit von Milben, aber auch von Schmutz zurückzuführen ist. Ist das Pferd am Tage durch Wasser gewatet, das in der Regel unrein ist, so bleiben nach der Abdunstung der Feuchtigkeit die festeren Bestandteile des schmutzigen Wassers auf der Haut sitzen und können Veranlassung zum Jucken und Klopfen mit den Hinterfüßen geben. Jedoch kommen auch Fälle der bezeichneten Art zur Beobachtung, ohne daß die An­wesenheit von Schmutz oder anderen fremden Sub­stanzen zu beschuldigen wär. Im ersteren Fall emp­fiehlt sich das Abschneiden des langen Fesselhaares und eine allabendliche Reinigung mit Geifenwaffer oder einer 2 proz. Lysolauflösung. Nachdem die Hinterbeine vom Huf bis zum Sprunggelenk ungefähr % Stunde mittelst einer Bürste bearbeitet worden sind, ist es nötig, das verwendete Seifen- oder Lysolwasser mit reinem lauwarmen Wasser vollständig wieder abzuspülen, da jeder fremde Reiz zu erneutem Klopfen oder Stampfen Veranlassung gibt.

Gib dem Saugkalb nicht zu viel von der ersten Milch des Muttertieres,

gib ihm diese Milch häufig in kurzen Zwischenräumen und zwar so, daß es immer noch mehr möchte. Es ist falsch, wenn du glaubst, deinem Pflegling etwas gutes zu tun, indem du ihn satt tränken lässest, daß er einen Bauch bekommt, wie eine Trommel und seine noch schlaffen und unentwickelten Verdauungsorgane die rasch gerinnende Milch nicht zu verdauen und zu be­wältigen vermögen.

Gute Kraftfütterung der Kälber,

wie z. B. Vohnenmehl, Haferschrot, Gerstenschrot, auch Abkochungen von diesen Stoffen, täglich % bis 1 Kilo­gramm und später 2 Kilogramm, verhütet die Ruhr­krankheit. Außerdem soll nach dem Füttern etwas Salz und phosphorsaurer Kalk in den Futtertrog gestreut werden und die Tiere sich möglichst viel im Freien be­wegen.

Das Fell der Ziege

gewährt für die Milchergiebigkeit auch einen, wenn auch nicht sehr großen Anhalt. Die Milchziege hat ge­wöhnlich ein feines, dünnes, mit glänzenden, glatt an­liegenden Haaren bedecktes Fell, das durch ein Befühlen auf den Rippen leicht erkennbar ist. Die Hornlosigkeit übt auf die Milchergiebigkeit keinen Einfluß.

Wert der Ziegenmilch.

Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, daß Zie­genmilch einen Wert besitzt, der leider von sehr vielen Leuten viel zu gering veranschlagt wird. In der Tat ist aber Ziegenmilch an Fett viel reicher wie die Kuh­milch, und außerdem eignet sie sich zur Kindernahrung um deswillen am besten, weil sie hinsichtlich ihrer Be­standteile der Muttermilch am ähnlichsten ist. Dann aber besitzt sie für diesen Zweck den unschätzbaren Vor­teil, daß sie fast niemals eine Weiterverbreiterin der Schwindsucht werden kann, da die Ziegen von der Tu­berkulose nur ganz selten befallen werden. Unangenehm ist allerdings der der Ziegenmilch anhaftende Geruch, an den man sich aber nach kurzer Zeit gewöhnt und von dem die Milch übrigens auch frei ist, wenn die Tiere recht reinlich gehalten und entsprechend gefüttert werden.

Junge Kaninchen

erhalten nach dem Absetzen hauptsächlich Trockenfutter, Grünes nur in kleinen Portionen. An Saufwasser darf es nicht fehlen. Tägliche Reinigung der Ställ- chen ist ebenso notwendig, als reichliche Einstreu mit Strohhäcksel.