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derer Vorsicht gelüstet werden. Man säe dünn und entferne an warmen Tagen das auftretende Unkraut, sobald es von den Kulturpflanzen zu unterscheiden ist. Ein dauerndes Lockerhalten der Erdschicht im Mistbeet ist von nicht zu unterschätzender Wirkung. Man sorge auch zu Zeiten für die richtige Verteilung von Licht und Schatten. Schmale Bretter, die in beliebig großer Entfernung von einander aufgelegt werden können, find im Frühjahr sehr am Platze. Im Sommer emp­fehlen sich dagegen zum Schutze gegen den Sonnenbrand aus Kokosfasern geflochtene Decken, solche aus Lein­wand und bespritzen der Fenster mit Kalkmilch. Leider ist bei den drei letztgenannten Mitteln vom Uebel, daß sie zu jeder Zeit das Licht gleich stark zurückdrängen. Sollte irgend eines unserer Mistbeete vorzeitig kalt zu werden drohen, so ist uns in der Erneuerung des Um­schlags bis zur Tiefe der Bretter des Kastens ein vor­zügliches Mittel gegeben, ihm von neuem Wärme zu- zuführen.

Ganz besonders vernotwendigt sich diese Reinigungs- arbeit bei solchen Pflanzen, die in Räumen mit Gas­beleuchtung untergebracht sind, und zwar durch den sich in der Praxis herausgestellten Umstand, daß sich durch die Verbrennungsgase schmierige Ablagerungen bilden, die Blätter und Blüten schließlich krustenartig ein­schließen und außerordentlich schädigend auf die orga­nische Gesundheit der Pflanzen einwirken. Bessere und kulturempfindliche Pflanzen erreichen denn auch selten in gasbeleuchteten Räumen eine hohe Lebensdauer, da selbst die dichteste Rohrverlegung bei dem Verbren­nungsprozesse schließlich Gase entweichen läßt, die aber von keinem Pflanzenwuchs vertragen werden.

Unliebsame Plagegeister an den Pflanzen sind zur Winterszeit infolge mangels ausreichender Lüftung verschiedene Vlattlausarten und bei den Palmen auch die wollige Schmierlaus und die braune Schildlaus. Lassen sich die Blattläuse durch Bestreuen mit Tabaks­staub, Eintauchen der befallenen Pflanzen in 20 proz. Quassiabrühe, gut schäumende Seifenlauge oder in ver­dünnter Tabaksjauche verhältnismäßig leicht ver­treiben, so erfordert die Unschädlichmachung der Schild- und Schmierläuse mühsame Arbeit, da sich diese zumeist zwischen den unzugänglichsten Pflanzenteilen, so namentlich bei Palmen an den unteren Blattstielen und den Herzblättern, festsetzen und hier einzeln abge­sucht werden müssen, um die Brutherde wirksam zu zer-

stören. Ist dies mitdenblsßEFingern nicht zu er^

reichen, muß ein flachgeschnittenes Stäbchen zur Hilfe genommen werden.

Kommen Geschenkpflanzen von Erika, Azaleen, Camelien, Chrysanthemum, Imantophyllum (Clivien), Treibsträucher und Blumenzwiebeln ins Haus, entferne man von ihnen möglichst bald den daran befestigten Dekorationsschmuck, um einen freien Ueberblick über die Topferde zu gewinnen und das Begießen sorgsam vornehmen zu können. Ferner empfiehlt es sich, derar­tige Blutenpflanzen in kühleren Räumen aufzustellen, um den Blumenflor zeitlich lange auszudehnen. — Wo Blumenzwiebeln selbst getrieben werden, achte man strengstens darauf, daß die Pflanzen nicht früher dem vollen Tageslicht ausgesetzt werden, bis die Blüten- knospen groß genug entwickelt sind; bei zu früher Be­lichtung kommen die. Blätter zu schnell und ersticken dann die Blüten. — Eine ständige Kontrolle erfordern auch die im Keller überwinterten Balkon- und Garten­pflanzen. An frostfreien Tagen ist ihr Standplatz gründ­lich durchzulüften und etwaige faule Blätter oder sich an den Triebgliederungen bildende Fäulnisherde sind sorgsam zu beseitigen. Die blattharten Dekorations­

pflanzen sind auf ihren Feuchtigkeitsgehalt zu prüfen und eventuell einmal ordentlich zu begießen und dann abzulüften, damit das etwa versprengte Gießwasser gut abtrocknet.

Endlich sei auch noch darauf hingewiesen, daß es jetzt die gelegentste Zeit ist, aus den etwa vorhandenen Katalogen seinen nächstjährigen Bedarf an Samen und Pflanzen auszuwählen und die Bestellung dem Liefe­ranten ungesäumt aufzugeben, da früh eingehende Be­stellungen naturgemäß promptere Erledigung finden, als wenn später das drängende Frühjahrsgeschäft große Anforderungen an die Expedition der Aufträge stellen. Emil Eienapp, Hamburg.

g Bienenzucht A

Stöcke mit unbeweglichem Bau.

Auch von Stöcken mit unbeweglichem Bau kann man mit Vorteil künstliche Wärme herstellen, z. B. wenn die meisten Stöcke den Vorschwarm abgegeben haben und einige mit dem Schwärmen zögern. Diese Stöcke werden abgetrommelt, was auf folgende Weise ausgeführ wird: Der Korb mit den Bienen wird auf einen Tisch gesetzt und ein leerer passender Korb darüber gestülpt. Nachdem die Körbe gut verschlossen und durch Draht­klammern miteinander befestigt sind, kann mit dem Trommeln begonnen werden. Man klopft einige Male stark an den unteren Korb, hört einige Minuten auf,

damit sich die Bienen voll Honig saugen können und trommelt dann ca. 10 Minuten mit zwei kurzen Stöcken unten anfangen, bis zum Rande des besetzten Korbes. Man dreht nun die Körbe um, hebt den oberen ab und die meisten Bienen werden mit der Königin in dem eeren Korbe sein. Dieser kommt an die Stelle des Mutterstockes, welcher abseits gestellt und einige Tage zetränkt werden muß. Ist die Arbeit mißlungen, d. h. ist die Königin nicht bei dem Trommelschwarm, so muß die ganze Prozedur wiederholt werden, was das zweite- mal gewöhnlich sicher gelingt. Zu bemerken ist noch, daß jeder abgutrommelnde Stock offenen Honig enthal­ten muß.

Ruhrkranken Völker«

entnehme man zumeist die besudelten Waben und effetze ie durch reine, enge den Sitz derselben ein und verpacke ie besonders warm. Die beschmutzten Waben werden einige Zeit in reines, lauwarmes Wasser getaucht und abgespült, um endlich an der Luft getrocknet zu werden. Diese Waben können nach ihrer Abtrocknung wieder

unbedenklich in Verwendung genommen werden.

Gegen das Zusammenschmelzen der Völker im rauhen Frühjahre

sat man zu einer Fütterung geraten, die aus folgenden Zestandteilen zusammengesetzt wird: 10 Kg. Zucker, ein wenig Salz, 4 Eßwffel voll Soda, ebensoviel Roggen- mehl und Knochenasche, wie auch 2 Eßlöffel voll cremon tartari (Apotheke!) werden in 4 Liter heißes Wasser getan und 2—3 Minuten lang gekocht. Dieses lauwarm efüttert, hält nicht nur die Bienen vom Ausfluge bei chlechtem Wetter ab, sondern fördert auch den Brutan- atz sehr stark.

Fischzucht

Teichwirtschaft.

Die Besetzung der Streckteiche ist zu beenden, bei günstiger Witterung sind die Karpfen-Streichteiche mit Laichfischen zu besetzen; Besetzung der Aalteiche. Ange­brütete Regenbogenforelleneier beziehen, ebenso bedot- erte Brüt winterlaichender Salmoniden. Wenn nötig, ind in Salmonidengewässern Futterplätze anzulegen. Instandsetzen der künstlichen Laichplätze, Kontrolle der-

elben. Zerstörung des Laiches degenerierter Fischarten an-diefen-Plätzen. Abfangen und Verkauf von Hecht­

jungfischen. Man treffe Vorsichtsmaßregeln bei drohen­der Ueberschwemmung infolge Tauwassers.

Angelfischerei.

Der April ist wetterwendisch. Bald lacht die liebe Sonne klar und hell vom blauen Himmel und kurze Zeit darauf ist alles verfinstert, der Regen fällt klatschend hernieder und wieder bald ist alles darauf im leuchten­den Sonnenlicht gebadet. Wegen dieser unbeständigen Witterung versuche man in diesem Monat, noch nicht die zeitigsten Morgenstunden, sondern halte sich vielmehr an die wärmeren Tage mit sanftem Regen und Nebel und angle zu solchen Zeiten in den mittleren Tiefen der Gewässer mit der Grundangel. Mit nur wenigen Aus­nahmen beißen in diesem Monat alle Fische. Im April laichen Amaul, Aesche, Barsch, Elritze, Hecht, Huchen, Rase, Stör, Zander. Der April wird für den Angler noch keinen besonderen Ertrag liefern.

Allerlei

Um wollene Strümpfe zu waschen, gibt es kein besseres Mittel als Ammoniakflüssigkeit, die man mit ihrem zehnfachen Gewichte mit Wasser ver­dünnt hat. Man weicht die Strümpfe darin ein, reibt und klopft sie, legt sie wieder in Flüssigkeit, wiederholt das Reiben und Klopfen noch einmal, spült sie dann in reinem Wasser aus und trocknet sie. Man wird finden, daß die Wolle ihre frühere Elastizität vollkommen be­halten hat, und die Strümpfe nicht wie gewöhnlich nach einer unachtsamen Wäsche so eingelaufen sind, daß der Hacken unter den Fuß rückt. Deshalb'ist auch ein Auf­spannen der Strümpfe auf ein Leistenbrett unnötig.

Tintenflecke zu vertilgen.

Man mischt Alaun, Bernstein, Schwefel und Sal­peter zu gleichen Teilen untereinander und bewahrt die Mischung in Gläsern auf. Bringt man von diesem Pulver etwas auf einen Tintenfleck oder eine frisch ge­schriebene Schrift und streicht mit einem weißen, leine­nen Lappen darüber, so wird die Tinte sofort ver­schwinden.

Hammeltalg

ist unter den Hausmitteln eines der wirksamsten. Er wird nur äußerlich angewandt und erweist sich, au Leinwand gestrichen, sowohl heilend als erweichend Bei allen oberflächlichen, durch Druck oder kalte Luft entstandenen Verwundungen der Haut wendet man

Hammeltalg mit bestem Erfolge an. Aufgesprungene Hände reibt man am Abend damit ein, ja selbst erfro­rene Glieder sind durch fortgesetzte konsequente Ein­reibungen mit Hammelfett gründlich geheilt worden. Ebenso wohltätig ist dasselbe für wunde Füße.

Elfenbein und Borsten zu bleiche«.

Die gut gereinigten Gegenstände werden ange- feuchtet, unter eine Glasglocke gelegt und anhaltend dem Sonnenlichte ausgesetzt. Polnische und russische Borsten bleichen im Sonnenlichte nicht.

Holzwürmer vertreibt eure

ganz sicher aus ihren Schlupfwinkeln, wenn man Ben­zin in die Bohrlöcher träufelt. Benzin ist aber sehr feuergefährlich, man darf damit nur am Tage han- tieren.

Wie werden Kautschukschläuche repariert?

Gegen das Sprödewerden der Kautschukschläuche ist es vor allem wichtig, die Schläuche an einem Orte auf- zubewahren, der keinen großen Temperaturschwankun- gen unterworfen ist. Kleinere Löcher werden mit Ter­pentinöl umstrichen und mit einem Stück erweichter Guttapercha, welches man mit einem heißen Eisen glatt streicht, verschlossen. Bei einiger Uebung kann man die Reparatur an den Schläuchen selbst sehr hübsch aus­führen und die Zeit der Brauchbarkeit derselben wesent­lich verlängern.

Rüche und Keß«.

Mandelpliitzche«

7 Eiweiß werden zu Schnee geschlagen, mit 1 Pfd. gesiebtem Zucker, 1 Pfd. geschälten und geriebenen Man­deln, etwas abgeriebener Zitronenschale, den Saft einer Zitrone und einem Stück (Handflächengroß) Zitronat und desgleichen Orangeat gut vermischt. Am anderen Tage, oder auch schon nach einigen Stunden, wird ein Backblech mit Backoblaten belegt, aus dem Teig dreht man mit befeuchteten Fingern etwa walnußgroße Ku­geln und setzt dieselben mit zwei fingerbreiten Abstand darauf. In nicht zu heißem Ofen schön gelb gebacken.

Erbsenbrei mit Speckwürfel«.

1—2 Pfund Kocherbsen weicht man am Tage vor der Zubereitung ein und kocht sie dann im Wasser weich. Inzwischen wird die gleiche Menge Kartoffeln gekocht und diese dann mit den weichen Erbsen durch ein Sieb gequetscht. Der Erbs- und Kartoffelbrei wird nun mit i/j Pfund Butter, 2—3 Eiern, Pfeffer und Salz ge­mischt. Auch gebratene Speckscheiben tut man hinein und füllt die Masse nun in eine Puddingform, welche man in kochendes Wasser stellt und in diesem Wasser­bade 1% Stunden kochen läßt.

Wohlgelungene Formengerichte.

Der beste Kuchen verliert an Ansehen, wenn er bei dem Herausnehmen zerbröckelt oder zerbricht. Hat man nun einen Kuchen gebacken, der sich schwer aus der Form nehmen läßt, so stellt man ihn auf ein nasses, kaltes Tuch. Der Kuchen wird sich dann leicht von der Form ablösen. Bei Sülze ist es umgekehrt. Sie läßt sich leicht stürzen, wenn man auf die Form ein feuchtes, heißes Tuch legt.

Gefüllte Rouladen.

Bereitungszeit 2 Stunden. Für 5 Personen. Zu­taten:- 1 Kilo in Scheiben geschnittenes schieres Rind­fleisch aus der Klappe, 250 Gramm gehacktes Schweine­fleisch, 125 Gramm Schinkenspeck, 1 Zwiebel, 10 Gramm Champignons und Morcheln, für 15 Pfg. sauren Rahm, 125 Gramm Butter und 15 Gramm Fleischextrakt. Man klopft die Fletschscheiben breit auseinander, bestreicht sie mit gehacktem Schweinefleisch, legt dünne Streifen Schinkenspeck darauf und bestreut sie mit gehackter Zwie­bel, Pfeffer und Salz. Dann nimmt man eine Messer­spitze (ungefähr 1 Gramm für jede Roulade) Fleisch- Extrakt, streicht dieses darauf, rollt die Stücke zusam­men, bindet sie mit einem Faden fest zu, wendet sie in Mehl und brät sie in Butter braun. Vorher hat man Champignons und Morcheln gut mit kochendem Wasser gereinigt und gespült, weil sie leicht sandig sind, und. mit kaltem Wasser aufgesetzt, zum Kochen gebracht. Alles dies gießt man nun an die Rouladen und läßt sie l ' ^ Stunden damit schmoren. Vor dem Anrichten nimmt man sie aus dem Fond, gibt den Rahm und 10 Gramm Fleisch-Extrakt an die Sauce, läßt diese gut aufkochen und bindet sie, wenn nötig, mit Kartoffelmehl. Dann entfernt man den Bindfaden von den Rouladen und ser­viert diese in der Sauce. Anmerkung: Zur Vereitunn dieses vorzüglichen Gerichtes ist ein Schmortopf mit Deckel nötig. Schmackhafter wird das Gericht, wenn man im Herbst statt der getrockneten, frische Cham­pignons oder auch Butterschwämme (Pfifferlinge) nimmt.