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keimt langsam und hat die Pfahlwurzel Zeit genug, tief einzudringen. Wegen niedriger Temperatur wächst die Pflanze langsam hoch und hat Zeit sich zu erstarken. Solche wiedersteht einer Trockenperiode leichter, als jene überstürzend schnell aufgeschossene Pflanzen.

Bei den vorzüglichen Nähreigenschaften dieser Bohne ist es wohl wünschenswert, daß sie mit gutem Erfolg angebaut zu werden verdient, und nicht dazu da ist, eine Landplage damit zu veranlassen, wenn sie den Blattläusen zum Opfer fällt. An eine urwüchsige gesunde Pflanze kann solches Ungeziefer nicht anbeißen, sondern nur an kränkliche und kranke.

Landwirtschaft

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Der Frost im Dienste der Landwirtschaft.

So sehr auch der Frost imstande ist, den Landwirt zu schädigen, so ist er doch auch ein großer Kultur­förderer. Nie könnten die Erdschollen so porös werden, wenn nicht die auflösende Kraft des Frostes nach dem Gefrieren sie in unzählige Teilchen auflösen würde, und zwar um so intensiver, je rauher und lockerer die aufgepflügten Ackerschollen liegen. Nasse, kompakte Böden dagegen macht er um so undurchlässiger, und des­halb muß hier der Landwirt der Kulturarbeit des Frostes zu Hilfe kommen und im Herbst, solange der Boden offen ist, alle Ackerstücke durchpflügen und sie in möglichst lockerer Form dem Froste überlassen.

Ist hier schon der Frost ein schätzenswerter Helfer, so ist er es in noch viel größerem Maße bei der Urbar­machung von alten Torfmooren und zugewachsenen Seen. Es ist bekannt, daß dieVerlandung" vieler kleinerer Seen, die oft nur wenige Morgen groß sind, und die nur noch in ihrer Mitte einen schmutzigfarbenen Wassertümpel zeigen, allmählich vor sich geht und durch nichts aufzuhalten ist. Nun sollte der Landwirt aber diese Verlandung, die er ja so wie so nicht aufhalten kann, möglichst beschleunigen, denn er muß doch für seinen ganzen Ackerbesitz, der seinen Grundbesitz aus- macht, Steuern zahlen. Ein alter See in seiner trost­losen Verfassung bringt ihm aber nichts ein, denn die paar Karauschen, die in dem trüben, morastigen Wasser ein kümmerliches Dasein fristen, machen den Kohl nicht fett, und die paar sauren Gräser, die an den Uferrän­dern wachsen, auch nicht. Hat nun aber der Frost eine feste Brücke über das Moor geschlagen, so ist die Zeit für den Landwirt gekommen, wo er den unnützen Gesellen auf den Leib rücken kann. Es ist eine merk­würdige Erscheinung, daß in allernächster Nähe dieser zugewachsenen Seen und Moore zunächst größere und kleinere Sandberge liegen; diese nun können bei starkem Frost bequem auf die Eisdecke aufgefahren werden. Im Frühjahr dann, beim Auftauen der Eisdecke, sinken die Sandmassen mit großer Wucht zu Boden und pressen den Torf und Schlamm in die Höhe. Letztere weichen nach den Uferrändern zu aus und setzen sich dort fest, so daß also ein guter Wiesenboden entsteht, der eventuell im nächsten Winter, wenn alles wieder ausgetrocknet ist, bequem auf den benachbarten sandigen Boden als Humusbeigabe Verwendung filkden kann.

Je höher die Sandschicht aufgefahren werden kann, um so besser ist es; wenn aber auch das Moor oder der kleine See im ersten Jahre des Zuschüttens nicht ausgefüllt wird, so schadet dieses doch nichts, denn die Sandmassen haben doch bewirkt, daß Torf oder Schlamm nach der Seite gedrängt wurden, und daß sich nunmehr in der Mitte des Tümpels ein klares Wasser mit san­digem Grunde befindet, in welchem es nun möglich ist, eine rentable Fischzucht zu betreiben. An Nahrung fehlt es den Fischen in dergleichen Gewässer nie.

Je stärker der Frost, je stärker die Eisdecke, um so größeres Gewicht von Sand kann sie vertragen, und je mehr man davon auf die Mitte der Eisfläche bringen kann, um so besser ist es. Mit Fuhrwerk ist hier meist nicht viel auszurichten, desto mehr aber mit einer leicht transportablen Feldbahn und Kipploren, denn es besteht von dem Sandberg nach dem See zu ja schon von Natur aus ein leichtes Gefälle, so daß die Loren fast allein hinunterlaufen. Hinauf nach dem Berg können sie, da sie ja leer sind, dann schon wohl von Pferden gezogen werden. Man hüte sich aber, die Schienen des Nachts auf dem See liegen zu lassen, denn es kann vorkommen, daß bei jäh eintretendem Tauwetter infolge feiner eigenen Schwere der Sand plötzlich durch die Eisdecke bricht, und Loren und Schie­nen sind dann auf Nimmerwiedersehen verloren. Da aber das Schienenmaterial leicht transportabel ist, kann es ja bequem verlegt werden.

Sind auf diese Weise mit verhältnismäßig geringen Kosten bedeutende Werte zu erzielen, indem tote Kul- turslächen nutzbar gemacht werden, und zwar zu einer Zeit, wo es tüchtige und billige Arbeitskräfte gibt, und wo auch meist recht viel eigene Arbeitskräfte vor­teilhaft Verwendung finden können, so nützt der Frost auch noch dadurch, schwere Lasten zu transportieren. <m Winter haben die Pferde an sich wenig zu tun dnlu-r nimmt der Landwirt bei Frost gern die Ge­legenheit wahr, Kompost nach den Wiesengründen zu

fahren. Wäre der Boden offen, so würde man auch mit geringen Lasten den Wiesenboden in Grund und Boden fahren. Jetzt aber, bei Frostwetter, ist dies nicht der Fall, und es kann tüchtig aufgeladen werden. Auch Dämme können jetzt aufgeschüttet werden. Diese bilden auf der Wiese eine gute Fahrstraße beim Eras- und Heuabfahren und können in nassen Jahren vor­züglich zum Heutrocknen benutzt werden. Wer ein­mal genötigt war, sein Gras oder Heu in schweren Lasten auf dem Rücken aus dem Wasser zu tragen, wird einen Damm auf seiner Wiese wohl zu schätzen wissen. Auch der magere Sandboden, der ja meist nicht in nächster Nähe des Dorfes liegt, sondern oft sehr weit entfernt ist, und zu dem man bei aufgeweichten Herbst­wegen nur schwer gelangen kann, kann bei Frostwetter ebenfalls ordentlich mit Dung und anderen Humus- gaben, die geeignet sind, den Boden zu verbessern, be­dacht werden.

Torswicsenknltur.

Um ein abgetragenes Torfbruch, das gewöhnlich ausschließlich mit Schnittgras, Sumpsschachtelhalm und Moos bewachsen ist, in eine ertragsfähige Wiese um- zuwandeln, muß in erster Linie für eine genügende Entwässerung Sorge getragen werden. Wo eine na­türliche Vorflut vorhanden ist, entwässert man das Bruch durch Herstellung von 20 Meter voneinander entfernten Gräben, deren Tiefe je nach der Art des Moores, seiner Zersetzung und seiner Mächtigkeit zwi schen 50 und 90 Zentimeter schwankt. Am zweck­mäßigsten sind Gräben, deren obere Breite 3 Meter, und deren Sohlenbreite nur 40 bis 50 Zentimeter beträgt. Mit dem so gewonnenen Erabenaushub kann man die ganze Wiese ungefähr 5 Zentimeter hoch be decken, wodurch sie schön schwarz wird. Unter dem Einfluß des Frostes zerkrümelt der torfige Erabenaus­hub so gut, daß er im Mai nach vorherigem gründlichen Eggen, noch besser Grubbern auf 15 bis 20 Zentimeter Tiefe ein gares Saatbett bildet. Etwaige vorhandene Stubben und Sträucher müssen ausgerodet und die Löcher eingeebnet werden. Falls die Art des Moores es erfordert, gibt man im Winter eine Kalkdüngung, die bei Uebergangs- und Hochmoor stets erforderlich ist. Mit dem Eggen bezw. Grubbern zieht man pro Mor­gen etwa 4 bis 6 Zentner Kainit und 2 bis 4 Zentner hochprozentige Thomasschlacke ein. Eine Stickstoffdün­gung ist bei Niedermoor unnötig, bei Hochmoor unent­behrlich, und zwar gibt man den Stickstoff am besten in Form von schwefelsaurem Ammoniak kurz vor der Saat, etwa 1 Zentner auf den Morgen. Bei der Ein­bringung des Samens ist es dringend notwendig, gute, warme Witterung abzuwarten, denn der früher als im Mai in die Erde gebrachte Samen liegt nur und fault, solange nicht die nötige Wärme, welche das Keimen einleiten und fördern soll, vorhanden ist. Auch ist eine recht dichte Saat von großem Vorteil, da da­durch das Aufkommen von Unkraut, das ja in diesem Boden besonders vorhanden ist, verhindert wird; etwa 40 bis 50 Pfund Samen sind daher zur Aussaat er­forderlich. Als Untergras eignet sich für solche Wiesen am besten eine Mischung von Rasenstraußgras, Fiorin- gras, Rasenschmiele, Kammgras und roter Schwingel; als Obergras ist besonders Ackertrespe, weiche Trespe, Honiggras und italienisches Raigras geeignet. Auch einige ausdauernden Kleesorten als: zottiger Schoten­klee, gehörnter Schotenklee, Hopfenklee, Bastardklee, Bullenklee, weißer Klee, gebogener Klee, dürfen nicht vergessen werden, weil sie sowohl dab Futter nähr­stoffreicher machen, als auch später im Boden Stick­stoff ansammeln und ihn somit an diesem wichtigen und teuren Pflanzennährstoff kostenlos bereichern.

Den Samen zieht man mit einer ganz leichten Saategge ein oder walzt ihn, wenn der Boden ganz trocken ist, fest.

Viehzucht

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Zur Förderung der Kleintierzucht.

Die letzten Jahrzehnte brachten unserem wirtschaft­lichen Leben einen bedeutenden Aufschwung, in fast allen Ländern arbeiten Tausende von Menschen, um dem Boden die Erzeugnisse abzuringen, die zur Ernährung der immer mehr steigenden Bevölkerung benötigt wer­den. In unserem Vaterland hat das ungewöhnliche Steigen aller Lebensmittel und Fleischpreise es mit sich gebracht, durch Kleintierzucht eine billige Fleisch­nahrung dem kleinen Mann zu verschaffen. Die Ver­waltung der Preußisch-Hessischen Staatsbahnen hat be­reits durch eine Reihe von Maßnahmen auf die wirt­schaftliche Lage der Bediensteten eingewirkt. Sie un­terstützt die Ausbreitung und Hebung der Bienenzucht, sie fördert die Obstbaumzucht und sorgt für Vereit-

gerrnger machen. Die Auslagerung macht sich durch fol­gende Anzeichen bemerkbar: Das Wasser in den Wuhnen verfärbt sich nach der Farbe des Teichbodens, es steigen Luftblasen auf, dann tote Insekten, Krebse, Frösche und . zuletzt luftschnappende, matte Fische. Am widerstands- für den Hausstand vieler Familien gelenkt und be-, fähigsten sind Schleien, Karauschen, Barben, Aale, am schlössen, anregend und zugleich fördernd einzugreifen. empfindlichsten Forellen und Krebse. Erstere, weil sie j Die Eisenbahnverwaltung legt Wert darauf, daß die ein geringeres Atmungsbedürfnis besitzen.

stellung von billigem Garten- und Ackerland. In neuerer Zeit hat der preußische Eisenbahnminister sein Augenmerk auf den hohen Wert der Kleinviehhaltung

Bediensteten bei Vereinen eintreten, die sich die Zucht von Ziegen, Kaninchen und sonstigem Kleinvieh zur Aufgabe gestellt haben. Die Anfänger sollen sich dort Rat und Unterstützung holen, den bereits Fortgeschrit­tenen neue Anregungen bieten und ein Ansporn zur Verbesserung der Erfolge sein. Ferner hält die Ver­waltung die Eisenbahnvereine für einen geeigneten Bo­den, um diese Bestrebungen zu unterstützen und ihren Mitgliedern bei der Kleinviehzucht an die Hand zu gehen. Der Eisenbahnminister hat sich aber nicht nur auf Anregungen und Empfehlungen beschränkt, sondern will auch mit der Tat bereitwilligst eingreifen. Den­jenigen Bediensteten, Beamten und Arbeitern, die ein besonderes Interesse für die Kleinviehzucht an den Tag legen, soll der Besuch von Fachausstellungen und Vor­trügen durch Gewährung von Urlaub und freier Fahrt, soweit sie abkömmlich sind, erleichtert werden. Den Ar­beitern wird in solchen Fällen auch der Lohn weiter ge- zahlt. Ferner wird auch in den dazu geeigneten Fällen die Gewährung barer Unterstützungen ins Auge gefaßt, sofern es sich um erhebliche Aufwendungen, wie z. B. durch Anschaffung guter Zuchttiere, die Herstellung zweckmäßiger Stallungen und dergleichen handelt. Na­mentlich wird auch darauf hingewirkt, daß die Ka­ninchenzucht betrieben wird, da das Fleisch dieses Tieres im Nährwert dem besten Mastochsenfleisch nahe­zu gleichkommt und alle anderen Fleischarten an Nähr­wert übertrifft. Aber nicht allein des Fleisches wegen soll das Kaninchen gezüchtet werden, sondern die Fell­verwertung tritt in demselben Maße dabei in den Vor- dergrund. Die Felle der älteren Tiere eignen sich vor­züglich zur Ledergerbung, die der jüngeren und nament­lich die Winterfelle zur Verwertung als Pelzwerk. Es lohnt sich deshalb, wenn in Deutschland die Zucht des Kaninchens immer mehr verbreitet wird, damit ihr in allen Bevölkerungsschichten die Anerkennung gesichert wird, die sie wirklich verdient. Tausende von Züchtern und Zuchtvereinen lassen es sich bereits sehr angelegen sein, durch Veranstaltung von Ausstellungen, Fleisch­märkten, sowie Verteilen von Fachzeitschriften über den Wert und Nutzen der Tiere immer mehr Freunde zu gewinnen; die Kleintierzucht ist nutzbringend und ren­tabel wie eine jede andere Zucht, wenn dieselbe mit Verständnis und rationell betrieben wird.

Die Eislöcher auf zugefrorenen Fischteichen

sind täglich zu öffnen. Sammeln sich an diesen Stellen die Fische häufig, so beweist dies eine schlechte Beschaf­fenheit des Wassers, dem man durch teilweise Er­neuerung abzuhelfen versuchen muß.

Der Fischegel

kommt in Karpfen- Und Forellenteichen, sowie in flie­ßenden Gewässern vor. Er ist ein grüngrauer Wurm, braun punktiert und 2 bis 6 Zentimeter lang. Ueber seinen Rücken zieht sich ein Heller Streifen, von dem regelmäßige Querbinden ausgehen. Am Kopfende hat der Fischegel einen Saugnapf und am Hinterende eine Haftscheibe. Der Fischegel befällt die Fische und saugt ihnen Blut aus. Vereinzelte Fischegel find für den Teichwirtschaftsbetrieb belanglos; aber bedenklich wird die Geschichte, wenn die Fischegel in Massen auftreten. Dann peinigen sie die Fische und stören sie in der Nah­rungsaufnahme. Die Fische wachsen schlecht, magern ab und können sogar zugrunde gehen. Am gefährlichsten sind die Fischegel für die Jungfische. Die Fischegel legen ihre Eier (Cocons) auf den Teichboden ab. Der Frost tötet diese Eier nicht. Also hilft das Trockenlegen der Teiche während des Winters gegen die Egelplage nicht. Um die Egel sicher los zu werden, müssen wir zu einem schärferen Mittel greifen, nämlich zum Kalk. Frisch­gebrannter Kalk wird in dünne Kalkmilch oder Kalk­lauge aufgelöst und diese dann über den ganzen Teich­boden gegossen. Die Kalklauge tötet die Egel und ihre Brut sicher und düngt nebenbei noch den Teich.

Die Auslagerung der Fische

erfolgt am leichtesten im Nachwinter in starkbesetzten und verschlammten Teichen und bedeutet das Auf­wachen der Fische aus dem Winterschlafs. Sie stehen auf, lagern aus, schwimmen in dem finsteren eisbe- deckten Teiche umher, ersticken und frieren unten an die Eisdecke an und sind so oder so für den Teichwirt ver­loren. Ist die Auslagerung erfolgt, dann hilft kein Nachholen der Versäumnis mehr und selbst die Vor­nahme einer Winterabfischung unter Entfernung der gesamten Eisdecke kann abgesehen von den Unan­nehmlichkeiten einer solchen Absischung, den Schaden