Einer der lästigsten Schädlinge im Obstbau
ist die Wühlmaus, auch Schar- oder Schermaus, auch Wasserratte genannt. Sie macht sich am meisten in der Nähe von Gewässern, Teichen, Seen, Gräben und Kanälen usw. durch Abnagen der Obstbaumwurzeln — Kümmern und Absterben der Bäume — bemerklich. Was die Bekämpfung dieses gefährlichen Feindes des Obst-, Garten- und Waldbaues anlangt, so müssen wir leider bemerken, daß zurzeit ein Radikalmittel nicht bekannt ist. Soweit wir erfahren haben, Hai man im allgemeinen mit den nachbenannten Bekämpfungsmitteln — bei richtiger Anwendung — gute Erfahrungen gemacht. 1. Möglichst fleißige Bodenbearbeitung, die sich nicht nur auf die Baumscheiben, sondern auf das ganze Gelände erstrecken sollte. 2. Vergiften der Wühlmäuse, indem man als Lockspeise oder Köder gelbe Rüben, Petersilien- und Selleriewurzeln benutzt; diese Wurzelgewächse mit Phosphor- oder Strychninpillen vergiftet, indem man die genannten Gewächse teilweise aushöhlt und mit genanntem Gifte — in kleineren Mengen — füllt. Hierauf bringt man die so vergifteten Wurzelgewächse in die Gänge so tief ein, daß Nutztiere sie nicht herausnehmen können. 3. Einbringen von stinkenden Substanzen in die Gänge, wie z. B. Lappen mit Petroleum oder Karbolineum getränkt. Solche Lappen dürfen aber selbstverständlich nicht direkt an die Bäume oder an die Hauptwurzeln gebracht werden. 4. Anlocken der genannten Schädlinge durch Auslegen von Köder, wie vorgenannt, und Abschuß oder Fangen derselben durch einen Rattenfänger. 5. Fangen der Wühlmäuse in Fallen. Es ist jedoch beim Aufstellen derselben große Umsicht zu beobachten und sollen die Fallen möglichst in frische Gänge gebracht werden.
Elddeerpflanzmg
(Mit Abbildung.) (Nachdruck verboten.
Bei der Anlage von Hausgärten wird gewiß auch ein Teil des Gartens für die Erdbeerkultur bestimmt. Die Früchte dieser Staudenpflanzen sind ungemein aromatisch und darum bei Alt und Jung sehr beliebt. Auch der Massenanbau der Erdbeeren ist äußerst lohnend, weil die Früchte in allen besseren Haushaltungen als Kompott und zur Bereitung von Bowlen gern gekauft werden. Die Anspruchslosigkeit der Erdbeere bezüglich des Bodens trägt viel zur Verbreitung der Pflanze bei. In jedem Eartenboden kommt sie gut fort, auf jedem kultivierten Ackerfelde bringt sie hohe Erträge und selbst dem Großstädter ist es möglich, einige Erd- beerpflanzen in Töpfen oder Kästen auf seinem Balkon zu pflegen.
Die Pflanzung der Erdbeerstauden kann von März bis Ende Mai und auch im August, bei günstigem Wetter sogar bis Oktober erfolgen. Zur Pflanzung eignen sich am besten die ersten der sich an den Ranken bildenden Pflänzlinge. Bekanntlich treiben alle Erdbeer- stauben im Frühjahr mehrere Ranken, an deren knotigen Verdickungen sich neue Pflanzen bilden, die sich ball» einwurzeln und dann selbständige Mutterpflanzen werden, also auch wieder neue Ranken hervorbringen. Da diese Pflanzen durch die Rankenbildung sehr ge
schwächt werden, muß man alle Seitdntriebe entfernen. Um eine gute Bewurzelung hervorzurufen, trennt man die Jungpflanzen von dem Mutterbusch ab und verpflanzt sie in ein nährkräftiges Beet. Nur solche Pflanzen, die eine ausgedehnte Wurzelverzweigung aufweisen, können später eine reiche Fruchternte Hervorbringen.
Sollen die Erdbeerpflanzen auf das zur Kultur bestimmte Beet gesetzt werden, so pflanzt man sie dort in Abständen von 60 Zentimeter, und zwar je drei Pflanzen, 20 Zentimeter voneinander, in der Form eines gleichseitigen Dreiecks zusammen, etwa so △ V Zu enger Stand bringt viel Blätter, aber wenig Früchte hervor. Wie bei allen umzupflanzenden Gewächsen gilt auch hier die Forderung, daß der Wurzel- Hals mit der Erdoberfläche abschneiden soll. Das Herz muß also die gleiche Höhe haben, als die Beetfläche nach erfolgter Lagerung. Werden die Pflanzen zu tief gesetzt, so daß die Blattstiele teilweise mit Erde umgeben sind, so kümmert die Pflanze, die Blattstiele verfaulen und die sich neu bildenden Herzblätter sind nicht imstande, die Erddecke zu durchbrechen. Es würde auch wenig helfen, wenn man zur Beseitigung der letzteren um die Pflanze herum eine muldenartige Vertiefung macht, denn die sich hier ansammelnde, bestän
dig übermäßige Feuchtigkeit würde das baldige Absterben der Pflanze verursachen.
Ebenso verwerflich ist es, wenn man die naturgemäße Lagerung des aufgelockerten Erdbodens außer acht läßt. Wie die Abbildung zeigt, würden die oberen Teile der Wurzelfasern später über der Erde stehen, sie könnten dort keine Nebenwurzeln bilden, ja, sie würden verholzen und dann nicht mehr in ausreichendem Maße imstande sein, die wenigen aufgenommenen Nährstoffe den Blatt- und Fruchtstielen zu- zuführen. Von einer sorgfältigen Pflanzung kann auch nur dann die Rede sein, wenn das Wurzelgeäst breit nach auswärts gelegt wird. Wo nur ein enges Loch mit dem Pflanzenloch gemacht wird, und man die Wur zelfasern in die enge Höhle zwängt, wird auch der Erd- beerbusch ein dürftiges und wenig versprechendes Aussehen aufweisen. Eine Erdbeeranlage hat ohnehin eine nur kurze Produktionsdauer; man hüte sich alst davor, dieselbe durch eine ungeeignete Pflanzweise noch mehr zu schmälern.
Prüfet ältere Samen auf ihre Keimkraft!
Fast ein jeder Landwirt und Gartenbesitzer hat übrig gebliebenen Samen von früheren Jahren her, weiß aber nicht, wie es um dessen Keimkraft bestellt ist. Wird solcher Samen gesät und geht nicht auf, so geht viel Zeit verloren, denn man muß sich nun anderen Samen verschaffen und nochmals säen. Melfach glaubt man auch, daß älterer Samen nicht mehr keimfähig sei, trotzdem er aber noch gut ist, und so kauft man neuem und läßt den alten guten unbenutzt, wodurch man sich gleichfalls schadet. Im Winter hat man nun die schönste Zeit, die alten Samen hervorzusu^n und sie auf ihre Keimkraft zu prüfen. Hat man von einer Samensorte alten und frischen Samen zugleich, so säe man, wenn der alte noch keimfähig ist, erst den alten und hebe den frischen für die nächsten Jahre auf.
Zum Säen der Balsaminen.
Da das Auspflanzen der Balsaminen ins Freie erst in der zweiten Hälfte des Mai, wenn es wärmer ge worden ist, ftattfindet, so ist kein so frühes Säen als bei den anderen besseren Sommerblumen, wie z. B Phlox, Petunien, Salpiglossen usw. nötig, sondern man hat damit Zeit bis zum April. Die Aussaat hat in einem warmen Mistbeete oder im Zimmer zu geschehen. Die zu verwendende Erde sei recht locker. Man kann Balsaminen sogar in Sägemehl säen, oder kann solches mit unter die Erde mischen. Nach dem Aufgehen find aber die in reines Sägemshl gesäten Balsaminen in lockere und nahrhafte Erde zu pflanzen.
Die Erkrankung der Blätter des Gummibaumes
(Ficus elastica) wird durch die gemeine Milbenspinne (rote Spinne, Spinnlaus Äcarus) (Tetranychus tela- rius) veranlaßt. Das etwa % Mm. große Insekt ist am besten durch Abwaschen der Blätter mit folgender Abkochung zu vertilgen: Man nimmt zirka 8—10 Gramm persisches Insektenpulver, übergießt dasselbe mehrmals mit kochendem Wasser und verdünnt die Flüssigkeit auf zirka 1 Liter. Dann löst man in kaltem Wasser etwas grüne Seife auf und schüttelt nach der Vermischung beide Lösungen gut durcheinander. Nach dem Erkalten wischt man die Blätter mittels eines Schwämmchens ab und reinigt sie einige Stunden darauf mit reinem Wasser. *
Die Pflegs der Lorbeerbäume
macht wenig Arbeit, da ein öfteres Verpflanzen nicht nötig ist und nur dann vorgenommen wird, wenn die Kübel drohen, auseinander zu fallen. Das tritt bei guten Eichenkübeln erst nach 15—20 Jahren ein. Als Verpflanzerde empfiehlt sich eine Mischung von Mistbeeterde, Kompost, Gartenerde, etwas Lehm, Sand und Holzkohle. Dem Gemisch werden noch grobe Hornspäne und trockener Kuhdung beigemengt. Im übrigen erstreckt sich die Pflege auf reichliche Bewässerung und häufiges Beschneiden und Reinigen der Krone. Das Gießen der Pflanzen braucht nicht so oft, dann aber muß es durchdringend geschehen. Ein um das andere Mal gießen wir mit verdünnter Jauche oder künstlichem Blumendünger.
Wann wird der Rebschnitt vorgenommen?
Es ist jedem Winzer zu empfehlen, sobald die Hauptfröste vorüber sind und die Witterung es einigermaßen zuläßt, an die Ausführung des Rebfchnittes zu gehen. Der Landwirt wünscht bei allen seinen Pfleglingen eine kräftige Entwicklung und gibt ihnen zu diesem Zwecke Nahrung in Form von Futter oder Dünger. Es wäre daher höchst unvernünftig, wenn er eine Arbeit derart ausführen würde, daß dadurch ein großer Teil der mühsam angesammelten Kraft wieder verloren gehe, wie es bei spätem Rebschnitt der Fall ist.
Beim Versetzen älterer Reben würden nicht soviel Ausfälle zu beklagen sein, wenn nicht nur die Wurzeln beim Herausnehmen schonende Behand
lung erführen, sondern ihnen auch die Arbeit des Anwachsens nach Möglichkeit erleichtert würde. Dies ge- fchieht vor allen Dingen durch zweckmäßigen Rückschnitt. Das ältere Holz soll bis auf die am tiefsten stehenden einjährigen Triebe ganz entfernt werden, und diese 2 bis 3 an der Zahl, sind je auf zwei gut entwickelte Augen zu kürzen.
Was für Boden vertragen Pfirsiche und Aprikosen.
Pfirsiche und Aprikosen kommen am besten in guten, kalkreichen Böden fort, die sich leicht erwärmen. Am besten gedeihen sie in flachgründigem Sandboden mit mergeligem Untergründe, wo sie genügend Feuchtigkeit vorunden, während der oberhalb liegende Sandboden leicht die Sonnenwärme aufnimmt. In zu trockenen Böden werden häufig die Früchte vor ihrer Reife wett und werden vorzeitig abgeworfen, während in zu feuchten Böden die Bäume vielfach unter Eummisluß zu leiden haben.
Aufzuchlskaften für Frühürme».
Mit Abbildung. Nachdruck verboten.
„Wintereier" ist das Losungswort aller Geflügelzüchter, denn nur diese find es, welche die Geflügelhaltung lohnend gestalten. Um Wintereier zu erzielen, müssen wir aber Hühner halten, welche frühzeitig, spätestens im September, ausgemausert haben, und das ist nur bei Frühbruten der Fall. Deshalb ergeht schon in den Wintermonaten die Mahnung, ja rechtzeitig Kücken erbrüten zu lassen, und diese zur Ergänzung und Erweiterung des Zuchtstammes zu benutzen. Nehmen wir also an, wir haben schon Mitte März eine Schar Hühnerkücken bekommen. Wie stolz sind wir und wie sorgsam pflegen wir sie! Sie sollen uns ja später goldene Eier legen! Einige Tage geht das auch ganz prächtig, doch zuletzt wird uns die Sache unangenehm, denn wohin sollen wir die Kücken mit der Führerin bringen? Die Küche haben wir ganz zur Verfügung stellen müssen, denn draußen ist es noch kalt und naß, und selbst die Mittagstemperatur ist nicht für die Kückenaufzucht geeignet. Alle paar Tage wird ein Küchlein trotz der größten Vorsicht totgetreten; die Dingerchen find auch gar zu unvorsichtig und vorwitzig. Bald sind Stolz und Freude vorbei, und man bedauert es, so früh mit der Zucht begonnen zu haben.
Gerade die Not macht erfinderisch, und so ist auch in dieser Hinsicht ein Hilfsmittel gefunden worden, das uns mit einem Schlage aller Sorge enthebt. Ein Geflügelzüchter in Nordhausen hat schon vor fast 20 Jahren
Kückenaufzuchtskästen in Gebrauch genommen, welche in der Tat recht praktisch sind, und deshalb soll die Einrichtung derselben unseren Lesern nicht vorenthalten werden. Wie die Abbildung zeigt, ist die Zusammenstellung eines solchen Kastens sehr einfach; allerdings darf man nicht zu dünne Bretter wählen, und diese müssen so zusammengesetzt werden, daß sie überall schließen. Der Kasten wird 150 Ztm. lang, 50 Ztm. breit, vorn 50 Ztm. und hinten 75 Ztm. hoch gemacht und durch ein schräges Dach geschlossen. Der Kasten selbst zerfällt in zwei Abteilungen, eine größere — 100 Ztm. lang — für die Kücken und eine kleinere — 50 Ztm. lang — für die Glucke. Die Teilung geschieht durch einen Lattenrost, dessen Stäbe einen gegenseitigen Abstand von 7—8 Ztm. haben und wohl den Kücken den DurMang nach dem Gluckenraum ermöglichen, aber die Glucke zwingen, in ihrem Behälter zu bleiben. Die Henne bekommt als Unterlage etwas Stroh, in den Kückenraum wird trockener Sand oder Sägemehl, auch Torfmull gestreut, damit etwaige beim Saufen verspritzende Flüssigkeit sofort aufgesogen wird. Während der Gluckenraum durch einen Bretterdeckel verschlossen wird, ist der Kückenraum mit einem Glasdach versehen, damit Licht eindringen kann und durch die Einwirkung der Sonnenstrahlen eine gleichmäßige Erwärmung erzielt wird. Damit der Kasten je nach dem Stand der Sonne mehrmals am Tage umgestellt und abends wieder an einen geschützten Ort getragen werden kann, sind an den Schmalseiten zur bequemeren Handhabung Griffe angebracht.
Zur inneren Einrichtung eines solchen Kückenkastens ist weiter nichts nötig als für die Kücken und auch für die Henne Freß- und Trinkgefäße anzubringen, so, daß die Gefäße nach Bedarf herausgenommen und gereinigt werden können. Da die Glucke nur Körner bekommt, genügt ein kleiner Futternapf; für die Kücken, welche doch alle zugleich fressen wollen und mit zu-