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herMder Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Fernsprech-^nschlutz Nr. 8

Nr. 150.

Dienstag, den IV. Dezember

191».

Die heutige Nummer umfaßt 8 Seiten.

Erstes Blatt.

MUMMT reit

HcrSseld, den 13. Dezember 1912.

An die OrtSpolizeibehörden deS Kreises.

Nach § 35 der ministeriellen Viehseuchenpolizeilichen Anord­nung vom 1. Mai 1912, die ich den OrtSpolizeibehörden in einem Druckhest habe zugehen lassen, ist unter anderen die

Führung der Deckregister für die von den Gemeinden gehal­tenen Bullen vorgeschrieben, nach einem bestimmten Formular.

Ich habe daS Formular in der Funl'ichen Buchdrucker« herstellen lassen, und die Druckerei auch mit der sofortigen Zusendung der Formulare beauftragt. In den Gemeinden, wo Bullen gehalten werden, haben die Bullenhalter daS Deck- register genau zu sühren. Für dir ordnungsmäßige Führung des Registers ist die OrtSpolizeibehörde der betreffenden Ge­meinde verantwortlich. Sie wird sich von Zeit zu Zeit von der ordnungsmäßigen Führung deS Registers zu überzeugen haben.

Zur Führung solcher Deckregister sind alle Personen ver­pflichtet, die einen Hengst oder Bullen zum Decken

sie -der Pserde oder fremden Rindvieh? verwenden.

1. 14490. Der Laudrat.

I. 58.:

Dr. Dietz von Bayer, RegierungS-Referendar.

HerSfeld, den 13. Dezember 1912.

Nachstehend veröffentliche ich daS KörungSergebniS einiger von der Körung-kommission in dem Monat November dS. JS. besichtigter Zuchtbullen.

Der Vorsitzende des Äreisausschusses 3. B.:

Dr. Dietz v. Bayer, RegierungS-Referendar.

3. A. Nr. 9357.

Z

Gemeinde.

Anzahl der

Bullen.

Namen der Bullenhalter.

Datum der

Körung 1912.

Resultate der Körung.

Abstammung

Bemerkungen.

Alter und Rasse der Bullen.

Farbe und Abzeichen.

Befund.

1

WipperShain

1

Kempf, Johannes

22.11

13.11

Simmentaler

Gelbschack w. Kopf

unbrauchbar

Z. G. Hünfeld

2

Gemeinde

1

Conrode

Gelbschack w. Kopf

Z. G. GerSfeld

3

1

Schenklengsfeld

14.11

Gelb m. Kopf

3. G. GerSfeld

4

Landershausen

1

Reinhardt, Bürgermeister

13.11

Gelbsch. w. K. auf dem Blatt w. Streif

brauchbar

3. G. GerSfeld

HerSfeld, den 14. Dezember 1912.

AuS Anlaß deS am 18. Dezember d. JS. in HerSfeld stattfindenden Jahrmarkts und deS hiermit verbundenen stärkeren Verkehrs werden auf der HerSfeld'« Kreisbahn einige Sonder- züge fahren. Das Nähere ist auS dem hierunter abzedruckten Fahsplao ersichtlich. >

Ich ersuche die Herren OitSvorstände der beteiligten Ge­meinden, den OrtSeinwohnern unverzüglich hiervon Kenntnis zu geben.

Der Vorsitzende des Kreisausschuffes:

3. V.: Dr. Dietz v. Bayer, RegierungS-Referendar.

I. A. Nr. 9400.

Fahrplan

für die am 18. d. Mts zu fahrenden Eonderzüge anläßlich des Christmarktes in Hersfeld.

Sonderzug I.

Schenklengsfeld

ab 12*o

Schenkfolz

ab

1249

MalkomeS

ab

12M

Sorga

ab

^06

HerSfeld

an

114

Sonderzug II.

HerSfeld

ab

400

Sorga

ab

4n

MalkomeS

ab

422

Schenkfolz

ab

426

Schenklengsfeld

an

435

Schenklengsfeld

ab

43s

WehrShaufen

ab

44s

RanSbach

ab

452

Heimboldshausen

an

504

Sonderzug

III.

Heimboldshausen

ab

545

RanSbach

ab

558

WehrShaufen

ab

604

Schenklengsfeld

an

612

Bekanntmachung.

Die Z nSscheine Reihe II Nr. 1 bis 20 zu den Schuld­verschreibungen der preußischen konsolidierten 3%igen Staats­anleihe von 1903, 1904 und Reihe IV Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der preußischen konsolidierten 3V2 vormalS 4°/oigcn Staatsanleihe von 1883 über die Zinsen für die 10 Jahre vom 1. Januar 1913 bis 31. Dezember 1922 nebst den ErneuerungSscheinen für die folgende Reihe werden

vom 2. Dezember d. JS. ab auSgereicht und zwar

durch die Kontrolle der StaatSpapierc in Berlin S W 68 Oranienstr. 92/94,

durch die Königliche Seehandung (Preußische Staatsbank) in Berlin W 56, Markgrafenstr. 46 a,

durch die Preußische Central-GenossenschaftS-Kasse in Berlin C 2, Am Zeughause 2,

durch sämtliche preußische RegierungShauptkassen, KrerSkassen, Oberzollkassen, Zollkossen und hauptamtlich verwaltete Forstkassen, . durch sämtliche ReichSbankhaupt- und ReichSbankstellen und sämtliche mit Kasseneinrichtung versehene ReichSbank- nebenstellen.

Formulare zu den Verzeichnissen, mit welchem die zur Ab- Hebung der neuen ZinSscheinreihe berechtigenden ErneuerungS- scheine (Anweisungen, TalonS) den AuSreichungSstellen einzu- llefein sind, werden von diesen unentgeltlich abgegeben.

Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedars eS zur Erlangung der neuen ZinSscheine nur dann, wenn die Er- nruerungSscheine abhanden gekommen sind. I. 2991. Berlin, den 23. November 1912.

Hauptverwaltung L. Staatsschulden, von BischofsShäuse».

Bekanntmachung.

Die ZinSscheine Reihe II Nr. 1 biS 20 zu den Schuld­verschreibungen der 3%igen Deutschen Reich-anleihe von 1903 über die Zinsen für die zehn Jahre vom 1. Januar 1913 biS 31. Dezember 1922 nebst den ErneuerungSscheinen für die folgende Reihe werden

vom 2. Dezember d. IS. ab auSgereicht und zwar:

Durch die Königlich Preußische Kontrolle der Staat-papiere in Berlin S. W. 68, Oranienstraße 92/94,

durch die Königliche Eeehandlung (Preußische Staatsbank) in Berlin W. 56, Markgrafenstraße 46 a,

durch die Preußische Central-GenossenschaftS-Kasse in Berlin C 2, Am Zeughause 2,

durch alle ReichSbankhaupt- und ReichSbankstellen und alle mit Kasseneinrichtung versehenen Reich-banknebenstellen, durch alle preußischen RegierungShauptkassen, Kreirkasfen, Ober­zollkassen, Zollkassen und hauptamtlich verwalteten Forst, lassen, außerdem bei bestimmten außerpreußischen Kassen.

Formulare zu den Verzeichnissen, mit welchen die zur Abhebung der neuen ZinSscheinreihe berechtigenden Erneuerung-- scheine (Anweisungen, TalonS) einzulikfern sind, werden von den vorbezeichneten AuSreichungSstellen unentgeltlich abgegeben.

Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf eS zur Erlangung der neuen ZinSscheine nur dann, wenn die Er- neuerungSscheine abhanden gekommen sind. II. 974. Berlin, den 23. November 1912.

ReichSschuldenverwaltung gez. von BischosfShausen.

nichtamtlicher teil.

Der Balkankrieg.

Berlin. 15. Dezember. DieNordd. Allg. ßtg* schreibt in ihrer Wochenrundschau: Der abgelaufenen Woche darf man nachsagen, daß sie keine Verschärfung in die europäische Lage gebracht hat; von der morgen beginnenden möchten wir wünschen, daß sie den Erwartungen gerecht wird, die sich an die bevorstehende Einleitung der Frieden-unterhandlungen und der Botschasterbesprechung in London knüpfen. Der Versuch, zwischen der Psorte und den Balkanregierungen in unmittelbarer Verhandlung einen vetrag-mäßigen AuSgleich der durch den Krieg unentschiedenen Streitpunkte herbeizuführen, wird von allen Großmächten mit Sympathie begleitet. Für den Verlaus der Botschasterbesprechung kann eS wohl als günstiger Um- stand gelten, daß die Balkanpolitik Oesterreich-Ungarn- jetzt in manchen Kreisen gegen früher ruhiger gewürdigt wird.

Die Spannung zwischen Griechen und Bulgaren in Saloniki, die ihren Grund darin hat, daß beide Balkanstaaten die Stadt für sich beanspruchen, hat zu ernsten Differenzen geführt. Griechische und bulgarische Truppenteile sind in einen so eklatanten Gegensatz geraten, daß man weitere Reibungen zwischen den Angehörigen der beiden Nationen befürchten muß.

Saloniki, 14. Dezember. Die griechischen Behörden ordneten die SuSpendierung bei Blattes Bulgaria wegen tendenziöser griechenseindlicher Artikel an. Die bulgarische

Wache widersetzte sich dem Eingreifen der Griechen, worauf die Griechen eine starke Truppenabteilung und zahlreiche Gendarmen heranzogen. Daraufhin «schien auch eine stark­bulgarische Truppenabteilung am Platze. Die Griechen be­setzten die Straße von bet Druckerei biS zur Ecke deS Gebäudes der Ottomanifchen Ban^ G: ^h und Bulgaren standen sich mit aufgeflanztem Bajonett gegenüber. Die Angelegenheit wurde dann durch daS Einschreiten höherer Behörden beigelegt, die Truppen zogen sich zurück. Die Bevölkerung verfolgte den Vorgang mit ängstlicher Spannung.

Wien, 14. Dezember. Die füdslavische Korrespondenz meldet auS Belgrad: Maßgebende serbische Persönlichkeiten erklären neuerlich, daß alle im AuSlande verbreiteten Gerüchte über Absichten SerbienS, einen militärischen Konflikt zu provo» zieren, unrichtig seien. Man lehnt an diesen Stellen die Ver­antwortung für die Schreibweise einzelner Blätter, dir gegen die österreichisch-ungarische Monarchie hetzen, ab und bemerkt, daß von zuständiger Seite an die Zeitung-redaktionen das Ersuchen gerichtet wurde, diese Schreibweise einzustellen, da daS serbische Preßgesetz keine weitere Handhabe für ein Ein­schreiten biete. Tatsächlich versucht die Tribuna heute den Eindruck ihrer jüngsten publizistischen Exzesse zu verwischen und versichert, Serbien wünsche, in guten Beziehungen mit Oesterreich-Ungarn zu leben und begrüßte jede Gelegenheit für eine Besserung der Lage. Serbien, sagt daS Blatt, wünscht die Aufrechterhaltung der Ruhe und deS Frieden- Europas, der zugleich der Friede SerbienS sei, und eS beweise auch dieses Bestreben durch ein korrektes Verhalten seiner staatlichen Behörden, die nichts getan hätten, um diese friedliche Haltung SerbienS in Zweifel ziehen zu können. An einer anderen Stelle, die sich mit dem Standpunkt der Monarchie in der Krise befaßt, meint allerdings dasselbe Blatt, man begreife nicht, welche ökonomischen Garantien Serbien der Monarchie bieten solle, da Konzessionen, die über einen Handelsvertrag hinausgehen, unmöglich seien. Ebenso unmöglich sei eS aber für Serbien, auf den AuSgang an die Adria zu verzichten.

Wien, 15. Dezember. Den Wechsel in der Leitung der Krieg-ämter besprechend betont daS Frembenblatt: Die Er­nennung der beiden erprobten Männer bedeutet die Aufrecht­erhaltung der Kontinuität und hat mit politischen Angelegen­heiten nichts zu tun. Abgesehen davon, daß militärische Personalveränderungen nicht die allgemeine Politik deS StaateS ändern, kann auch beim besten Willen kein politischer Anlaß ausfindig gemacht werden, welcher den Wechsel in der Armec- leitung bedingen würde. Viel eher wird man auS der bis­herigen Militäipolitik auch auf die Fortdauer der allgemeinen Politik Oesterreich-UngarnS schließen müssen, deren aus die Erhaltung bei Frieden- gerichteten Tendenz fich in nichts geändert hat. In den leitenden Stellen bei AuSlandeS findet auch unsere bisherige Friedenspolitik Verständnis und Aner­kennung und man ist über unsere Haltung beruhigt, so sehr ouch verschiedene auSwärtige Blätter in tendenziöser Absicht daS Gegenteil glauben machen wollen. Man wird von uni nicht erwarten, daß wir diesen unverantwortlichen Stimmen zu Liebe unsere Poliiik ändern werden, denn nur stetige Politik entspricht unseren Interessen und hat unS daS Ver­trauen Europas gesichert. Die Neue Freie Presse «fährt auS Belgrad, Serbien denke nicht daran, sich dem solidarischen Willen Europas zu widersetzen und werde sich vielmehr in der albancfischen wie in der Hafenfrage Europa unterwerfen.

Paris, 15. Dezember. Danew erklärte dem Londoner TempSkorrespondenten bezüglich der Meldung deS Figaro über den angeblichen Beitritt Bulgariens zum Dreibund: Die französische Presse scheint etwas nervös zu fein. Sie wissen, daß cS zu den Traditionen Bulgariens gehört, herzliche Be­ziehungen zu allen Mächten zu unterhalten. Noch vor kurzem haben unS unsere ausgezeichneten Beziehungen zu Frankreich