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legte er die Pistole auf die Schulter des Ebner, und den dritten Schuß gab er ab, indem er die Pistole aus einer Gabel eines PappelbäumchenS auflegte und zielte, obwohl der Feld­schütz aus ihn zulief. Der Angeklagte bestritt, daß er den Eckert treffen wollte, er habe immer höher gehalten. BiS zur heutigen Verhandlung hat der Angeklagte auch geleugnet, daß er beim dritten Schuß auf das Bäumchen ausgelegt hatte. Geladen waren zu der Verhandlung 15 Zeugen und 4 Sach­verständige. Um Val2 Uhr nachts wurde daS Urteil gefällt. Eponagel Sohn wurde zu 6 Jahren 1 Monat Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. Die beiden andern An­geklagten, sein Vater und Ebner zu je 6 Monaten Gefängnis.

Halle, 3. Dezember. Vor dem hiesigen Schwurgericht hatten sich der Buchbinder Grunow und der Arbeiter Weber wegen Diebstahls und räuberischer Erpressung zu verantworten. Die beiden Angeklagten hatten sich auf der Landstraße kennen gelernt. Grunow ist ein etwas phantastisch veranlagter Mensch, dessen Einbildungskraft durch das Lesen von Schauer­romanen und Mordgeschichten verdorben ist. Anfang Sep­tember d. JS. besanden sich die beiden Angeklagten in Merseburg; sie waren beide völlig mittellos. Da erinnerte sich Grunow, daß er bei einem dortigen Buchbindermeister gelernt habe, so daß er mit den Verhältnissen deS betreffenden HauseS vertraut war. Beide Angeklagte schlichen sich in daS HauS und drangen in einem unbewachten Augenblick in eine Wohnung ein. AlS sich am Abend die WohnungSinsaffen, Mutter und Tochter, zur Ruhe begeben wollten, schloffen sie daS Zimmer ab, in dem sich die Angeklagten versteckt hatten. Diese, die von dem Wandern ermüdet waren, schliefen biS zum Morgen. AlS sie entdeckten, daß sie eingejchloffen seien, und daS HauS nicht verlassen konnten, drangen sie in daS Schlafzimmer der Frauen ein. Während Weber die alte Frau in Schach hielt, weckte Grunow die Tochter, die ihm in ihrer Angst ihr ganzes Geld, zirka 30 bis 40 Mark, und zwei Uhren gab. Dann wurde die Tochter veranlaßt, mit Hinunterzukommen und die Haustür auszuschließen. Vorher hatte sich Grunow noch sehr kordial von der alten Frau ver­abschiedet, der er versprach, daS Geld wiederzuschicken. In der Verhandlung erklärten mehrere Sachverständige den An­geklagten Grunow zwar sür geistig minderwertig, aber nicht für unzurechnungsfähig. Der Wahrspruch der Geschworenen lautete nur auf einen einsachen Diebstahl unter Zubilligung mildernder Umstände. Der Gerichtshof verurteilte darauf Grunow zu iVa und Weber zu einem Jahre Gefängnis.

Wochenbericht der Berliner Produktenbörse.

In der am 4. Dezember beendeten BerichtSwoche sind die ErnteauSsichten Argentiniens und Australiens unverändert günstig geblieben, und in Nordamerika macht sich die Wirkung der großen Ernten durch entsprechende Zufuhren zu den Märkten in gleicher Weise wie in den vorhergehenden Wochen bemerkbar. An Haser erntete Argentinien diesmal bisher noch nicht erreichte Mengen-und man nimmt an. daß daS Gleiche auch für Weizen der Fall sein wird. Der für die AuSsuhr Verfügbare Ueberschuß Argentiniens an Weizen wird auf 3Vs bis 33h Millionen Tonnen geschätzt und würde damit den sehr bedeutenden Export von 1908 erreichen. Die Wirkung dieser Verhältnisse hat sich am Berliner Markt noch nicht in sehr einschneidender Weise zur Geltung gebracht. Einesteils verhindert die Politik eine erheblichere Abschwächung, und andernteilS wirken besondere Marktverhältnisse einer solchen entgegen. Auch die wesentliche Abnahme der russischen Ge­treideausfuhr bei auffallend geringer Besorgung der Märkte

im Innern Rußland« mag für den Preisstand von stützendem Einfluß gewesen sein. Das Weizengeschäft bewegte sich am Berliner Markt in ruhigen Bahnen. Die Unternehmungslust ist gering. Die angeborene Ware eignete sich wegen geringer Qualität zum größten Teil weder für den Export noch zu Andienungszwecken, und infolgedessen entstand bchujS Erfüllung der LieferungSverpflichtungen ein DeckungSbegehr für den lausenden Monat, der besestigend wirkte. Der DezemberpreiS gewann daher 1 Mark, während für den Moitermin, der Preis nachgab. Roggen hat sich für den lausenden Monat ebenfalls bester behauptet als für den Maitermin, und die beiden Notierungen stehen jetzt säst gleich. DaS Exportgeschäft in Roggen und Roggenmehl ist recht bedeutend. In der Zeit vom 1. August biS zum 20. November überstieg der Ueberschuß der AuSsuhr an Roggen (wobei Roggenmehl, in Roggen um- gerechnet, einbegriffen ist) die Einsuhr um 3410 943 Doppel­zentner, während im Vorjahre die entsprechende Zahl 3 027 727 und im Jahre 1910 2 707 171 war. Die Zufuhr nach Berlin ist recht klein geblieben, waS zum Teil seinen Grund darin hat, daß im östlichen ProduktionSgebiet eine starke Mühlen- industrie, die hauptsächlich für den Export arbeitet, daS Material zurückhält. Hieraus erklärt sich die Festigkeit für den lausenden Monat. Hafer ist in mittlerer und geringwertiger Ware reichlich angeboten uud flau geworden. Die Preisrückgänge betragen 3 bis 3/< Mark. Mais ist rtwaS bester, namentlich für nahe Ware, bezahlt worden. Am letzten Tage der Bericht-. Woche stellen sich die Preise für den Maitermin wie folgt: Weizen 208, Roggen 175,25, Haser 174, Mais 144,50.

Letzte Dacbricbten. Der BalKanKrieg.

Konstantinopel, 5. Dezember. Die Blättermeldungen, daß bereits ein LebenSmitteltranSport nach Adrianopel ab­gegangen ist, ist falsch. Ueber die Frage der Leben-mittel- zusuhr ersuhr das Waffenstillstandsprotokoll im letzten Augen­blick noch eine Abänderung, welche die Entsendung von Lebensmitteln in Frage stellt. In amtlichen Kreisen verlautet, daß LebenSmittel nach Adrianopel vielleicht niemals gesandt werden. Die Regierung glaubt, daß die Festung genügend Lebenmittel bis zum eventuellen Abschluß der FriedenSverhand- lungen besitzt. Der Text des Protokolls ist amtlich noch nicht veröffentlicht worden. Die Meldung vom Abgang eines EisenbahnzugeS nach Adrianopel ist ebensallS salsch. Zur Wiederherstellung der Eisenbahnverbindung muß erst die Brücke bei Bascheichköj wieder instand gesetzt werden. Die Militärverwaltung hat aber die Orientbahngesellschast auf- gesordert, die Brücke noch nicht zu reparieren.

Eemlin, 8. Dezember. Die bulgarisch-griechischen Differenzen rufen in Belgrad große Verstimmung hervor, weil man befürchtet, daß die weitere Existenz deS BalkanbundeS dadurch bereits ernstlich gejährdet wird. Serbien spielt nach Möglichkeit die Vermittlerrolle zur weiteren Aufrechterhaltung des BundeS. ES ist aber anzunehmen, daß er schon jetzt während der kommenden Friedensveihandlungen gesprengt wird. Dazu wird ferner beitragen, daß auch zwischen Serbien und Bul­garien bereits eine gewisse Rivalität bemerkbar ist, weil Bulgarien die sührende Rolle alS Hauptmacht auf dem Balkan haben möchte, waS natürlich auch der serbische Größenwahn

für sich beansprucht. Schließlich berührt in Belgrad die sreundliche Haltung Bulgarien» gegenüber Oesterreich-Ungarn sehr unangenehm. AuS allen diesen Gründen find die Au», sichten für den Weiterbestand deS BalkanbundeS jedenfalls sehr schlecht. Man glaubt hier sogar, daß ein zweiter Balkankrieg gar nicht lange aus sich warten lassen werde.

Pera, 6. Dezember. Griechenland schlug der Pforte vor, die FriedenSverhandlungen zu beginnen, unter Fortsetzung deS KampseS, wie seiner Zeit beim türkisch-italienischen Krieg.

Belgrad, 6. Dez. Ueber die Rede deS deutschen Reichskanzlers hat sich die serbische Presse bisher völlig auS- geschwiegen. Dagegen heißt eS in einer Zuschrift deS früheren JustizministerS Aranjelowitjch an ein Blatt unter anderem: Wir Serben zittern, daß Rußland auch diesmal nachgeben könnte und sich dann dasselbe diplomatische Spiel wiederholen würde wie 1908 und 1909. Trotzdem ist unsere Hoffnung stärker, alS unsere Furcht. Die Blicke aller Serben find jetzt aus Rußland gerichtet, eS muß sich in der gegenwärtigen Lage entschlossen zeigen und ein offenes Wort sprechen. Daß eS nicht vorbereitet sei, kann niemand glauben. Denn schließlich: wann wird eS einmal vorbereitet sein, wenn nicht jetzt? ES war unvorbereitet zur Zeit deS japanischen KriegeS, zur Zeit der bosnischen Annektion. Aber jetzt hat sein Kriegsminister selbst erklärt, daß sich Rußland aus sein Heer verlaffen könne.

Stettin, 5. Dez. Wie dieStettiner Neuesten Nach- richlcn" melden, ereignete sich heute abend auf der Strecke Etettin-Paßwalk unweit der Station Zerrenthin ein schwere» Unglück. Eine Lokomotive fuhr in eine heimkehrende Arbeiter­gruppe hinein, die daS Lahngleis benutzte. Vier Arbeiter wurden sofort getötet.

Warschau, 6. Dez. Der Angestellte eine« chemischen Laboratoriums gewann einen Prozeß und lud auS Freude darüber fünf der ihm befreundeten Zeugen ein und bewirtete sie mit selbsthergestelltem Branntwein. Kurze Zeit darauf erkrankten sämtliche Personen unter VergiftungSerscheinungen. Der Gastgeber und vier der Eingeladenen starben nach kurzer Zeit.

Würzburg , 6. Dez. Ein 38 Jahre alter Postschaffner war gestern wegen angeblicher Unterschlagungen in Unter» suchung gezogen worden. Er geriet darüber in größte Auf­regung und erschoß seine Frau und seine drei Kinder. Dann verübte er Selbstmord. Eine Stunde später stellte e» sich heraus, daß er zu Unrecht verdächtigt worden war. Er stand mit den Unterschlagungen in keinem Zusammenhang.

Oeffentlicher Wetterdienst.

Wetterdienststelle Frankfurt a. M.

Wetteransfichten für Sonnabend den 7. Dezbr.:

Meist trocken, zunächst kalt, später Erwärmung und Trübung.

LejstAIilje Zustellung.

Der Bäckermeister Wilhelm Spangenberg in Hersfeld Prozeßbevollmächtigter Rechtsan­walt Brethauer in Hersfeld klagt gegen den Arthur La«d- grebe, früher in Hersfeld, jetzt unbekannten Aufenthalts, auf Grund von Warenlieferungen in den Jahren 1911 und 1912, so­wie wegen verauslagter Wechsel­unkosten pp., mit dem Anträge den Beklagten durch ein vorläufig vollstreckbares Urteil kostenfällig zur Zahlung von 53,60 Mark nebst 4% Zinsen seit 1. Juli 1912 zu verurteilen.

Zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits wird der Be­klagte vor das Königliche Amts­gericht Abt. II in Hersfeld auf den 21. Februar 1913 vormittags 10 Uhr geladen. (II. C. 387/12).

Hersfeld, den 4. Dezbr. 1912.

Wiegend, Aktuar, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts.

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Der Schmiedemeister Conrad Diebel dahier hat zum

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Es wird dies Vorhaben mit der Aufforderung veröffentlicht, et­waige Einsprüche binnen 14 Tagen bei der unterzeichneten Polizeibe­hörde, wo die Beschreibungen, Zeichnungen und Pläne zur Ein­sicht ausliegen, geltend zu machen.

Nach Ablauf dieser Frist können Einwendungen in dem Verfahren nicht mehr angebracht werden.

Hersfeld, am 4. Dezemb. 1912.

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